Darmstadt in der Nähe von Langen einen schweren Unfall. In der Dunkelheit stieß das Motorrad, auf dessen Soziussitz eine junge Dame sah, mit einem unbeleuchteten Fuhrwerk zusammen. Die Dame erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, daß sie noch in derselben Nacht im Langener Krankenhaus verstarb. Dr. Hagen erlitt eine schwere Schädelverlehung. doch soll er sich bereits auf dem Wege der Beiserung befinden. Lebensgefahr besteht nicht mehr.
Am Hellen Tage aus dem Gefängnis entsprungen
WEN. Frankfurt O.M., 5. Sept. Einem der kühnsten und verwegensten Einbrecher, dem Elektrotechniker Wilhelm Stegmann, gelang es am gestrigen Sonntag, aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis zu entweichen. Stegmann, der auch schon aus dem Diezer Zuchthaus aus- gebrochen ist, betrieb seinerzeit mit dem gleich übelberüchtigten Fassadenkletterer Harrs Brey Billeneinbrüche, wobei beide mehrfach ihre große Kletterkunst bewiesen und dabei sich unheimliche Dinge leisteten. Es gab Fälle, in denen sie urplötzlich mit Blendlaternen und geladener Pistole vor den Betten schlafender Personen standen, woben sie zur älnkenntlichmachung rote Kapuzen vor dem Gesicht trugen. Bor einigen Wochen wurden beide deshalb zu je 15 Iahren Zuchthaus verurteilt. Stegmann hatte sich die Zeit nach dem Spaziergang der Häftlinge zur Flucht erkoren und ist amhellenTageüber das Dach des Gefängnisses entkommen.
Wirtschaft.
Von den Schlachlviehmärklen.
An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche genügten die Zufuhren, mit Ausnahme von Schweinen, in allen Gattungen. Die Auftriebszahlen bewegten sich auf der Höhe der Vorwoche, nahmen jedoch bei Schweinen als Auswirkung der lebhafteren Nachfrage gegen Ende der Woche zu (81 000 gegen 78 000 in der Vorwoche). Die Geschäftstätigkeit war bei Rindern und Kälbern auf Grund der Beeinträchtigung des Konsums durch das sommerliche Wetter nicht besonders rege, zumal auch die Fleischgrohmärkte meist wenig günstig verliefen und der Export große Zurückhaltung an den Tag legte. Bei Großvieh trat in fast allen Gattungen ein, wenn auch nicht erheblicher, Preisdruck ein. Vielfach erreichten nur beste Stalltiere die vvrwöchigen Preise. Namentlich waren Bullen vernachlässigt. Kälber konnten die alten Notierungen in der Hauptsache halten. Beste Mast- und Saugkälber profitierten in den Spitzenqualitäten durchweg um 1 bis 2 Pfennig. Schafe hatten bet üblichem Absatz unter Bevorzugung von prima Stallämmern verschiedentlich unbedeutende Preiserhöhungen zu verzeichnen. Schweine zogen auf der ganzen Linie Weiler namhaft an. Sehr gesucht waren besonders gute, magere Tiere, aber auch beste fette Schweine wiesen etwas mehr Nachfrage als in der letzten Zeit auf; Das Angebot 'wurde meist glatt und restlos geräumt, wobei Preisaufbesserungen von 3—6 Pfennig, vereinzelt auch 7 Pfennig die Regel bildeten. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert:
Berlin Bremen
Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt M. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln
Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau
Rinder Kälber 22-61 60-88 25—59 50-85 18-61 50-76 23-62 60-70 25—60 60—95 25-66 62-90 23—63 50 - 85 25-62 58-88 30-63 55-115 30 - 67 60 - 83 17-58 32-87 25 - 60 45 - 86 20-60 21—64 58-80 36-65 60-72 21-57 39-87 25-66 60-120 25-66 55-83 22-63 45-88 14-62 55-82 21-65 70-84 15 - 60 40 - 80 15-65 48-82 15-62 60-74
Schafe Schweine 33 - 67 65 - 74 35-60 55-70 31-60 58-70 55-65 65-77 60-73
45 - 69 60 - 77 40-45 63-78
62-78 28-57 60-74 34-55 62-76 25-62 60-74 25-62 60-74
42 - 54 —
— 55-74
- 60-74
36-62 43-71 40-57 60-76 40-66 60-78 40-60 56-75 40-45 65-75
54-74 20-58 55-74 - 54-71
40-60 62-78
• Zufriedenstellende Lage der Waggvnindustrie. Die Weiterentwicklung der Lage in der Waggonindustrie, die sich in den letzten Monaten im allgemeinen leicht ge
bessert hat, wird nicht ungünstig beurteilt. Erzeugung und Absatz sind zufriedenstellend, allerdings sind die Preise infolge des starken inländischen und ausländischen Wettbewerbs sehr gedrückt. Der Auftragsbestand hat sich durch die Bestellungen der deutschen Reichsbahn gehoben. Es stehen neue Aufträge unmittelbar vor der Vergebung. Der gegenwärtige Auftragsbestand und die neuen Aufträge werden den einzelnen Werken, soweit sie an ihnen beteiligt sind, voraussichtlich für das nächste Halbjahr eine genügende Beschäftigung sichern.
• Deutsche Schiff- und Maschinenbau - A. - G. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Schiff- und Maschinenbau- A.-G. in Bremen wurde dem vorgeschlagenen Projekt einer Fusion mit der Stettiner Ma- schinenbau-Actiengesellschaft Vulcan zugestimmt. Die deutsche Schiff- und Maschinenbau-A.-G. wird ihr Aktienkapital um 5 Mill. Mk. erhöhen: der Umtausch der Vulcan-Aktien soll im Verhältnis von 1:1 erfolgen.
* Günstiger Zementabsatz. Der Monat August hat gegenüber dem gleichen Monat der Iahre 1926 und 1925 wieder eine Steigerung des Zementabsatzes gebracht. Wie der Norddeutsche Zementverband mitteilt, hat auch der Export eine entsprechende Erhöhung aufzuweisen, wenn auch die Ergebnisse aus den Lieferungen nach dem Auslande nicht befriedigen konnten. Durch den deutsch-französischen Handelsvertrag ist eine allgemeine Senkung des Zementzolles um 25 Prozent eingetreten, die von der Industrie als ein großer Nachteil empfunden wird.
Rindermarkt in Gieren.
Gießen, 6. Sept. Auf dem heutigen Nutzviehmarkt waren 893 Stück Großvieh und 412 Kälber aufgetrieben. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Der Markt nahm einen guten Verlauf; es wurde ausverkauft. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe, 1. Qual., 650 bis 700 Mk., 2. Qual. 500 bis 600 Mk., 3. Qual. 250 bis 350 Mk.; Rinder, ein- bis zweijährig, 180 bis 250 Mk.; Zuchtkälber bis zu 2 Wochen, 75 bis 80 Mk. Bessere Tiere wurden über Notiz bezahlt.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 6. Sept. Tendenz: schwächer. — An der heutigen Börse setzte sich biß A b - wärtsbewegung fort. Die allgemeine G e - schäftsunlust und Zurückhaltung hat ein kaum noch überbietbares Ausmaß erreicht. Der Geldmarkt steht weiter im Mittelpunkt der Besorgnisse, dessen Entwickelung zum Vierteljahres- Ultimo die Tendenz wesentlich beeinflussen wird. Termingeld bleibt weiter stark gesucht. Verstimmend wirkte vor allem der Rückgang des Absatzes in Kali und die weitere Ausdehnung der Lohnbewegungen im Reiche. Neben Blankoabgaben der Baissespekulation sollen auch Verkäufe aus der Provinz Vorgelegen haben. Schon verhältnismäßig geringes Angebot drückte infolge der Aufnahmeunlust stärker auf -das Kursniveau, so daß die Mehrzahl der Papiere gegenüber dem gestrigen Abendstande Einbußen von 1,5 bis 4 Prozent erlitten. Stärker gedrückt waren wieder Zellstoff- Wal d h o f mit minus 7 Proz. und Rhein. Braunkohlen, sowie Riebeck, die je 5 Prozent verloren. Scheideanstalt minus 4,25 Prozent. Gut behauptet lagen Metallbank. Als einziges Papier waren Voigt & Haeffner um 1 Proz. befestigt. Deutsche und ausländische Renten fast geschäftslos bei rückläufigen Kursen. Jrn weiteren Verlaufe staa- ' vierte das Geschäft fast vollkommen. Die Kurse gingen weiter beträchtlich zurück. I. - G. - F a r b e n senkten sich bis auf 276 Prozent (minus 5 Proz.). Die Unsicherheit und Nervosität nahm noch zu und führte zu weiteren Leerverkäufen, die erneut auf die Kurse drückten. Im Devisenverkehr notierten: die Reichsmark gegen Kabel 4,2041, gegen London 20,442; Paris gegen London 124,03; Mailand 89,85; Madrid 28,60.
Berliner Börse.
Berlin, 6.Sept. Auch heute hält die Lustlosigkeit und Unsicherheit an, zumal wieder eine Reihe ungünstiger Momente die Stimmung beeinflußte. Der Kaliabsatz ist stark zurückgegangen; die Konjunkturaussichten in derSchwerindustrie werden Pessimist i s ch beurteilt. Verstimmend wirkten weiter Pressenachrichten aus Neuyork und London, wonach man an diesen Plätzen weiteren Auflegungen von deutschen Anleihen nicht allzu günstig gegenüberfteht. Schließlich tragen auch die sich immer weiser ausbreitenden Lohn- kämpfe in Deutschland zur Beunruhigung bei. Der Geldmarkt ist im wesentlichen unverändert, von einer Entspannung ist nichts zu merken. Die Sätze blieben unverändert. Das Publikum, das noch bisher an einigen Werten fefthielt, wird allmählich mürbe, um nicht zu große Einbußen zu erleiden.
Das herauskommende Material fand nur zu 2 bis 6 Prozent niedrigeren Kursen Aufnahme. Qstwerke verloren 13 Prozent. Die Rentenmärkte blieben vernachlässigt. Der Verlauf war sehr uneinheitlich und stark schwankend. Die Kurse waren noch 0,5 nach oben oder unten verändert.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 6. Sept. Weizen tvar heute gut angeboten, die Mühlen zahlen heute nur für besonders gute Ware 27,50 Mk. franko Frankfurt a. M. Roggen ist dagegen weiter knapp und wird eher über Notiz bezahlt. Mais liegt ganz besonders still. Kleie ist unverändert. Es wurden notiert: Weizen (Wcckerauer) 27.75; Roggen (inl.) 24 bis 24.25; Sommergerste für Brauzwecke 26.50 bis 28; Hafer (inl.) 23 bis 24.25; Hafer (ausl.) 24 bis 25; Mais (gelb) 19.25; Weizenmehl (inl., Spezial 0) 39.50 bis 40; Roggenmehl 35 bis 35.50; Weizenkleie 13.25; Roggenkleie 13.50.
Frankfurter fiarioffclnotierungen.
LPD. Frankfurt a. M., 5. Sept. (Täl.) Es notierten je 50 Kilo Frachtparität Frankfurt: weihschalige und weißfleischige Kartoffeln 3 Mk., runde gelbfkeischige Kartoffeln 3 bis 3,25 Mk. Tendenz ruhig.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 5. Sept. Das Inlandangebot von Weizen und Roggen hat sich zwar weder verstärkt, noch ist es dringlicher geworden, bei Roggen macht sich sogar eher Materialknappheit geltend, Haferrealisationen und Verkaufsaufträge hatten eine Senkung des Preisniveaus um 1,50 bis 2 Mark zur Folge. Bei Weizen war hierfür auch das Nachlassen des Mehlgeschäftes mit verantwortlich. Für sofort verladbaren Inland- roggen werden nach wie vor reichlich Aufgelder bezahlt, doch mangelt es an Angebot. Arn Mehlmarkt besteht lediglich Nachfrage nach Lokoware, während größere Abschlüsse per später kaum zustande kommen können. Roggenmehl blieb im Preise unverändert. Weizenmehl war 0,25 Mark billiger zu haben. Hafer ist nunmehr auch in besseren Qualitäten vermehrt angeboten, liegt aber etwas schwächer. Mittlere und abfallende Sorten werden verschiedentlich dringendst offeriert und sind kaum unterzubringen. Sornmer-- gerste ist fast geschästslos, z. T. infolge der unnachgiebigen Haltung der Provinz und auch Wintergerste blieb ziemlich ohne llrnsah. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 264 bis 269, Sept. 278 bis 277, Ott. 276,50 bis 276, Dez. 276,50 bis 275,50 bis 276 (schwach»; Roggen, märk. 240 bis 244, Sept. 251 bis 250,50 bis 251,50, Ott. 246 bis 246,50, Dez. 243 bis 242 bis 242,75 (matter); Sommergerste 220 bis 266; Wintergerste und Futtergerste 203 bis 209; Hafer, märk. 197 bis 214 (matter), Dez. 211 (matter) ; Mais, La Plata 197 bis 198 (ruhig); Raps 295 bis 305; für je 100 Kilo: Weizenmehl 37,50 bis 37,25 (ruhig); Roggenmehl 32,50 bis 34 (still); Weizenkleie 15,75 bis 16 (ruhig); Roggen- fleie 15,25 bis 15,50 (ruhig); Viktoriaerbsen 44 bis 50, kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,80 bis 16,20; Leinkuchen 22,60 bis 23,1p; Sohaschrot 20,10 bis 20,60; Kartoffelflocken 23 bis 23,50 Mk.
Berliner Börse.
Berlin, 6. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Vormittagsverkehr bietet dasselbe Bild der Geschäftslosigkeit wie gestern. Bei den Banken liegen keine Orders vor, und die Spekulation wartet bis zur Börse. Der starke Rückgang des Kaliabsatzes im August und die sich immer ausbreitenden Lohnkämpfe verstimmen. Man hört nur einen Farbenkurs von 284 eher Brief. Am Devisenmarkt kommt London gegen Paris auf 124,02, Mailand 28,825 und Kabel 4,86075.
Buntes Allerlei.
Die Opfer der „Oniuwan'-Filmgefellfchaft.
Wenn es auch eine Filmgesellschaft unter dem angeführten Namen in Wirklichkeit gar nicht gibt, und man dieserhalb annehmen sollte, daß es infolgedessen keine Opfer des Oniuwan-Filmes geben könnte, so können wir versichern, daß doch etwas Wahres an der Geschichte ist. Die Oni- uwan-Filmgesellschaft ist freilich nur das Phantasiegebilde eines jugendlichen Schwindlers, der für diese Gesellschaft „hausieren" ging. Seine Spezialität waren dabei gewöhnlich junge Mädchen, die er auf der Straße kur-erhand ansprach, ihnen etwas vom Film und Filmbetrieb erzählte und ihnen schließlich versprach unter Vorzeigung aller möglichen gefälschten Legitimationen, sie beim Film als Komparsen unterzubringen. Die ahnungslosen jungen Mädchen waren natürlich für die Vorschläge ihrer neuen Bekanntschaft
stets Feuer und Flamme, und akzeptierten das Anerbieten sofort. Es wurde dann nur noch ein Besuch bei den Eltern vereinbart, bei dem das weitere besprochen werden sollte. Dort wurde dann jedesmal ein regelrechter Vertrag mit hohen Gagen festgesetzt und lediglich bestimmt, daß auch eine Untersuchung bei einem Vertrauensärzte notwendig sei. Für diesen Vertrauensarzt nun aber mußten jekesmal im voraus 10 Mk. hinterlegt werden. Dann war alles fertig und die Mädchen durften im Atelier der phantastischen Oniutoan erscheinen. Das fiel ihnen aber recht schwer, denn dort, wo sie hinbestellt waren, wußte niemand etwas von ihrer Existenz. Die Mädchen, die bereits davon geträumt hatten, einmal als berühmter Star der Oniutoan die ganze Welt zu begeistern, waren die Reingefallenen und mußten unverrichteter Dinge wieder öai'ontreiften. Der jugendliche Schwindler hat es bisher verstanden, allen Verfolgungen aus dem Wege zu gehen. Der Reinfall, den die geprellten Mädchen aber erlebt haben, soll andern bei ähnlichen Vorkommen zur Warnung dienen.
Glatze, 6uß und Lippenstift.
Ein Kuß, das ist ein schnurrig Ding. Schnurriger ist er noch, wenn er auf die Glatze eines Kabarettbesuchers fällt, am schnurrigsten bann, wenn er unter diesen ümftänben zum Gegenstand eines langwierigen Prozesses wird. Der Kuh, um den es sich in diesem Falle handelt, war, wie angedeutet, einem Kabarettbesucher auf die Glatze gedrückt worden, hatte dort sichtbare Zeichen seiner Existenz hinterlassen, und diese Zeichen hatten sich schließlich auch auf das Taschentuch des Kußempsängers übertragen und waren zu Gesicht der Ehehälfte des Kabarettbesuchers gekommen, die aus diesen Anzeichen einen infamen Ehebruch konstruierte, sich nicht belehren und besänftigen ließ und kurzerhand Scheidungsklage einreichte. Vor Gericht hatte man nun Gelegenheit, die ganze Vorgeschichte und den Verlauf dieser Kutzangelegenheit zu verfolgen. Gemessen und ruhig trat der auf die Glatze Geküßte in den Verhandlungsraum ein, und erschien von vornherein des Sieges im Laufe dieser Gerichtsverhandlung gewiß zu sein. In seiner Begleitung befanden sich ein Chemiker, der Conferencier eines Tanzlokals, zwei bildhübsche Tänzerinnen und drei Herren des besagten Lokales, in dem der streitbare Kuh gefallen war. Daun begann die Verhandlung, in der zuerst die beiden Tänzerinnen das Wort ergriffen und eingehend ihre Kuhmethoden zu schildern begannen. Diese sind so: Während die eine sich auf der Bühne produziert, geht die andere auf einen ^beliebigen Herrn im Zuschauerraum zu, der eine Glatze hat, drückt ihn darauf einen Kuh unter allgemeinem Beifall der Zuschauer und hinterläßt einen schönen roten Abdruck der Lippen. Also war es auch bei dem Ehebrecher geschehen. Dann kam der Chemiker zu Worte. Aus Grund seiner genauen Untersuchungen hatte er feststellen können, dah die Lippenschminke des Taschentuchs von jenem Programmkuß herrührte. Die drei Gäste des Lokals bezeugten, dah es sich so verhalten habe. Da blieb den Richtern denn weiter nichts mehr übrig, als die Scheidungsklage der sich betrogen fühlenden Frau abzuweisen und eine Versöhnung, die auch tatsächlich vollzogen wurde, vorzuschlagen. Die ehemaligen Prozehgegner mitsamt den Zeugen und den beiden Tänzerinnen feierten dann bei einem guten Souper die Versöhnung, bei dem es dann allerdings nicht noch einmal zu dem gefährlichen Glahenkuh kam.
Der Geburtstagswunsch des 70-Iahrigen.
Die Deutsche Luft-Hansa bekommt viele Anfragen, die bei anderen Verkehrszweigen, mit denen das Publikum seit langem verwachsen ist, ausgeschlossen wären-eine Tatsache, die begründet liegt in der Neuartigkeit des Luftverkehrsgedankens. Wollte also jünqst ein Herr aus Zschopau aus Anlaß seines 70. Geburtstages das modernste Verkehrsmittel zu einer Reife benutzen. Er bestellte bei der zuständigen Flugleitung feinen Platz und schloß mit den Worten: „Meine jetzigen Zeilen wollen Sie bitte als Anmeldung betrachten, damit mir auf jeden Fall ein Sitzplatz gesichert ist, da ich das Stehen nicht lange vertragen kann, denn ich bin bereits 70 Fahre alt.“ Da es im Luftverkehr keine Stehplätze gibt, sondern Plätze nur nach Maßgabe der vorhandenen Sitzgelegenheiten verkauft werden, konnte der Wunsch des alten Herrn ohne weiteres erfüllt werden.
Sommerkur fUr
RierweiBBireinke
und Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstall Hofhela
Im Taunus bei Prankiurf a. M. - Prospekte durch
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent,
Frankfurt a Ri.
Berlin
Schlich- Kurs
''Uhr- Kurs
Schluß. Kurs
Anfang Kurs
Datum:
9.
6. 9.
5. 9.
6. 9.
5°/0 Dt. Reichsanleibe o. 192?
Dt. Aul Ablos. Schuld mit
»7,1
—
87,5
—
Auslos -Rechten . . . .
54,9
65
55,3
65,2
Desal. ohne ÄuSlos.-Rechten '°/o Franks. Hl-p.-Bk. Go>opf unkündbar bis 1932 ....
14,1
14
14
13.9
—
—
—
—
<'/?/» Rheinische Lvp -Bank 2tqu -Goldpf......
A E. G abg VorkriegS-Ob-
—
—
—
Hgationen, rückzahlbar 1932
—
—
—
—
4% Schwei;. Bundesb.-Anl.
—
—
—
—
4°/o Oestereichische Goldrte. .
27
—
—
—
4.20°/, Oesterreich. Silberne .
5
—
4.8
—
4U/O Oesterreich, cinbeitl. Rtc
—
—
—
—
4°/0 Ungarische Goldrte.
25,5
—
25,9
25,9
4°/o Ungarische Staatör. 0.1910
—
—
—
——
41/i% desgl. von 1913 ...
—
—
—
——
4°/, Ungarische Kronenrte . .
—
—
2,1
4% Türk. Zollanlcihe v 1911 4°/0 Türk. Bagdadbahn-Anl.
13
—
13,3
—
■acric 1.......
15
_
4°/c desgl. Serie II.....
—
13,25
12,7
4°/0 Rumänen convert. Rte.
—
—
—
4,/3°/o Rumänen Goldanl. .
von 1913
14.25
—
14
—
Alla Deutsche Eisenbahn .41/,
83
—
82
81
Hamburg-Anierila Palet. . 6
144
143
143,25
143
oamb.-Südam Tampssch. .8
—
217.25
215,7a
Hansa Dampfschiff . . .6
—
—
2,0,75
—
Norddeutscher Llovd • . 6
144,75
143.5
144.25
143.25
.lug. Deutsche Crcditanst.. io
143
142.25
142.75
141,7a
Barm, r Bankverein - io
in
14D
141.75
140
Berliner HandelSqcsellsch. 12
Commerz- und Pnvat-Bk. 11
236
168
165.5
237.5
167.75
235
166,4
Tarmst. b. Nationaldank. 12
221.5
217
219,5
218
Deutsche Bank......10
159
157.5
158
158
Diskonto-Gesellschast Ank. 10
152,13
151
152
150.65
Dresdner Bank . .... 10
159
156.6
159,25
157
Mitteldeutsche Creditbank . 9
223
222
228
222
Metallbank..........8
141
141
141
—
Rcichsbank ...... . 10
166,25
—
—
167,75
Frankfurt a. M.
Berlin
Schtuh Kurs
| -Uhr.
1 Kurs
Schilch- Kurs
Anfang Kurs
Datum:
5.9.
1
5. 9.
| 6. 9.
A.E G..........7
178,65
176,4
176,75
175.5
Bergmann..........8
187
185.5
187,25
185,13
Elektr. Lieferungen . . . 10
183
18U
181,25
—
Licht und Kraft......10
198
197,75
197
Felten & Guilleaume ... .6
133
130.5
133.13
131,13
Äef. f. Elektr. Untern. . . 10
Hamb. Elektr. Wefte ... 10
262,75
259
260
258
—
—
163
161
Ähcin. Eleltr.......8
156,5
155
159
155
Schiel. Elektr........lo
—
—
167.5
166,5
Schuckert . ........7
196,5
195.25
198
195,9
Siemens ± Halske . ... 16
278.5
275.5
278
275,75
Transradio..... .... 8
—
—
128
126
Labmevcr & Co........9
170
—
167
164
BuderuS..........0
105.5
104
105.13
104
Deutsche Erdöl.......G
117
144,25
146.5
144.5
Essener Steinkohle.....8
—
—
154.5
154.5
Gelsenkirchener . f. '/, I. 4
152
150
150,75
150
Harpencr . ......8
196.5
196.25
197,75
—
Hoesch Eisen..........
—
—
166,75
162
Ilse Bergbau . .......8
147
253
250
148.5
253
145 5
Köln-Ncuessen ......5»/,
—
—
163,75
160.5
Mannesmann ■ .f. V« 8 4
162,75
161.65
163,75
161
ManLleldcr..........7
Obcrlchlcs. Eilend. Bedarf 0
120,5
—
120
118.13
—
—
91.5
87.2t
Öberschlcs. Kokswerke . . .0
Phönix Bergbau. f. I 3
Rheinische Braunkohlen . io
—
—
98
97
112
_
112,13
110.6a
239
234.25
238
235.5
Rheinstahl ... . . .0
184
181.25
182.75
180
Riebeck Montan.......6
161
159
163
159,25
Bereinigte Stahlw. f. ’/» 8 3
Otavi Pkirren......1 sh
125
124
125
124 a
—
33,4
Kali Aschersleben.....lo
166
161,25
168
163
KaltWetteregelu ... . . io
176
177,5
174.25
Kaliwerk Salzdetfurth . . 12
230
-
234.5
230.9
8 G- Farden-Jnduftrle. 10
Dynamit Nobel ......o
284
281
283,25
135,5
280.25
134
Scheideanstalt ....... .8
211,25
207
Goldschmidt..... .5
126,25
124
127
RütgcrSwerke ....... .0
94
91.5
93,75
91.9
Metallgcsell'chaft.....10
185 5
181
—
—
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlu.i»
1-Uhr.
ISchluh.
Anfang
Kurs
Kurs
Kur»
1 Kurs
Datum:
5. 9.
6. 9.
5. 9.
6. 9.
Philipp Holzmann . ... 12
191,5
188,25
190
189,25
Heidelberger Ccment . . 8
158
135,5
—
Gement Karlstadt......s
181
-
Wahß <fc Freitag.....io
162
160,25
—
-
Schultheis Payenhofer. . 15
—
_
396
389
Ostwerke - . .. 12
—
378
365
Wer. Glanzstoff......15
—
—
665
661
Bembcrg..........8
—
—
542,75
—
Zellston Waldbof.....12
106,75
300
307
298
Zellstoff Aschaffenburg . . 10
199
197
198.5
Charlottenburger Waller. 7
-
138
135
j effauer Gas.....8
190
185 25
Daimler Motoren.....0
114,25
112
115 4
112.25
Demag...... 0
85 25
82
Adlerwerke Klever.....ö
110
104
107
Ludw. Loeice......li
-
-
261.5
259
Rat. Automobil......6
—
114
Orenstein & Koppel .... 4
—
—
130
129
Linke Hofmann .... 0
—
-
—
Leonhard Tiey. . .... G
—
—
146.5
145,5
Bamag-Megurn...... 0
45,5
46
—
Franks. Maschinen .... 0
74. 5
72
—
Griyner
115
—
114.5
—
Hepligenstacdt ...... 0
26,25
—
—
—
Jungbans . ...... g
108
107.5
Lechwerke. ....... 8
116
—
—
—•
Mainkraftwerke ...... 8
123
—
Miag . . . ....... 10
137
135
133
Nckarlulmer ....... 8
111
HO
—
Peters Union ....... 8
115
—
114,5
—
Gebr. Roeder . ...... 10
140
-
—
—
Doigt £ Haeffner.....6
181
183
180
—
Südd. Zucker ......0
140
139
140
—
Bantnofen.
Berlin. 6. Sevtbr.
Geld
1 Briet
Amerikanische Noten.....
,183
4.203
Belgische Noten......
58,31
58,55
Dänische Noten ......
112,20
112,66
Englische Noten..... .
20,38
0.46
Lombardzinsfuh 7 Prozent.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
Berlin. 5 -evtbr.
Geld
Brief
Franzoiische Noten.....
16.447
167,94
16.607
168, (>6
italienische Noten......
22,82
22.92
Norwegische Noten......
109,68
110,12
Deuisch-Oeste: r,5100 Kronen
59.15
59,39
Rumänische Noten......
2,57
2,59
Schwedische Noten......
112,62
112,98
Schweizer Noten.......
•<(1,80
81,12
Spanische Noten . ......
Tschechoslowakische Noten . .
79,66
12,415
70,74
12,475
Ungarische Noten
73.34
73,64
5. Scptbr.
6. Septbr.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
«rief
Geld
Briet ,
Autft.» Ron
168,32
168,66
168,30
168,64
Buen.-Aires
l,79i
1,798 -
1,79 t
1,797
Brss.-Antw
>8,47
>8,59
58.465
58,685
Ehristiania.
104,99
110,21
110,13
110,35
Kopenhagen
112,47
112,69
112,41
112,65
Stockholm .
112,80
113,02
112,74
112,95
SelsingforS. Italien. . . London. . . Ncupork . .
10,573
22,795
10,593
22,833
10,574
22,81
10,594
22,85
-0,417
-0,457
.0,414
20,454
1.201
1,209
1,200
1,265
Paris. . . .
16,46
16,50
16,465
16,505
Schwei; . .
-0,98
>1,14
,0,99
ol,15
Spanien .
:o,88
71,02
70,91
71,05
Japan . . - Rio de Jan.
1.987
1,991
1.981
1.985
.4975
'1,4995
1.4978
0,4998
Wien in T-°
Oest- abgoft
19,21
59,33
59,20
69,32
Prag ....
12,451
12,471
12,418
12,468
Belgrad . .
7,397
7,411
7,399
7,4i3
Budapest. .
Bulgarien .
73,51 ),035
73,65
5,041
73,47
3,034
73,61
3,040
Lissabon - -
-0,20
20,24
20,35
20,42
Danzig. . . Konst intin-
81,415
81,575
81,40
81,56
130
2,134
2,125
2,129
Atncn. . .
5,514
5,626
6,494
6.506
Canada .
1,200
4,208
1.191
4.207
Uni aat). .
1,176
4.184
4,196
4,-04 20,975
Cairo . .
.0.937
20.977
20.935


