spielt hätte, wäre ihr ein hoher Sieg über dis sehr primitive Spielweise Marbuzs sicher gewesen. so aber triumphierte zu Recht forschen Angriffsgeist und zähe Energie über die durch Indisziplin einzelner zerrüttete V. f. B.-Cls.
Dor dem Ligaspiel lieferten sich kombinierte Mannschaften, meist Ql. H., ein friedliches Treffen, das Diesten mit 5:2 gewann.
Spielvereinigung 1900 Metzen.
o. In letzter Stunde war es noch geglückt, für die spielfreie 3b-Mannschaft einen Gegner zu einen: Gesellschaftsspiel zu verpflichten. Es wurde ein weiterer schöner Sieg von der eifrigen Mannschaft errungen. Die 1. Elf vom Fuhballverein Steinberg verlor das Spiel mit 8:0. Halozeit 2:0. Bei 1900 gefiel besonders Halbrechts, der allein ca. 6—7 Tore erzielte. Be- bäuerlich ist. daß durch das Dazukommen vieler neuer Vereine in der Gruppe Gießen-Buhbach ein empfindlicher Schiedsrichtermangel besteht. Diesem Mangel fielen auch sämtliche Zugend- spiele zum Opfer, so dast hier keines zum Aus- trag kam. Einen Achtungserfolg errang 1900s 11. I u g e n d m a n n s ch a f t. die in Leun mit 10 Spielern der dortigen 1. Iugendelf im 1. Diplomspiel ein Unentschieden (1:1) abrang, obwohl die Gastgeber körperlich weit im Vorteil waren.
FutzdaU in Heuchelheim.
Sp.v. 1920 I — B. C. 20 (Sieben I 10:0.
ck. Auf dem Hiesigei: Sportplatz trafen sich am Sonntag obige Mannschaften im Verbands- spiel. Wie aus dem Resultat ersichtlich, war es ein Spiel zweier ungleicher Mannschaften. Schon nach 10 Minuten stand das Spiel 3:0. In der 23. Minute wurde ein Elfmeter zum vierten Tor verwandelt, und zwei Minuten später stand es schon 5:0. Eine Minute vor Halbzeit siel nach schöner Kombination das 6. Tor. Halbzeit 6:0. Hatte man befürchtet, dast die Einheimischen in der zweiten Hälfte nachlasien würden, so sah man sich angenehm getäuscht. Heuchelheim lag wieder dauernd im Angriff. Sn der neunten Minute fiel das 7., in der 21. Minute das 8. Tor, in der 29. Minute hieh es 9:0, und in der 42. Minute fiel das zehnte und letzte Tor.
Die zweite Mannschaft weilte in Lich zum Verbandsspiel und verlor knapp 3:2 durch Elfmeter.
Aus dem Arbeiter-Turn- und Lportbund.
£. Der erste Derbandsspielsonntag brachte im groben und ganzen die erwarteten Sieger, nur im Treten Lollar—Wieseck gab es insofern: eine iLeberrafchung, als allgemein mit einem Siege Lollars gerechnet wur^e. Lollar stand seither nur zwei Punkte hinter dem Spitzenführer Raunhein:. nach dieser Rie^rlage sind die Mcisterschafts- ausfichten für dieses Sahr en^ ;ältig dahin, ^leberraschend kommt noch rer r^cht knappe Sieg Raunheims über Marburg, hier hätte n:an einen etwas eindrucksvolleren Punktgewinn erwartet. Eine recht ehrenvolle Riederlage erlitt Diestens I b gegen Wetzlar, das sich noch recht cm- strengen muhte, um den Sieg sicherzustellen.
(kosten Ib.—Vehlar I. 3:5.
Wer mit einem leichten Sieg Wetzlars rechnete, sah sich recht enttäuscht, denn Diesten ging bald nach Spielbeginn durch seinen flinken Halblinken in Führung. Wenige Mimiken später holte Wehlar den Vor prung der (Siebener auf und stellte kurz darauf das Ergebnis auf 2:1. Das aufopfernde Spiel Diestens fand noch m der ersten Halbzeit seinen Lohn im Ausgleichstor. Stand bei der Pause 2: 2. Rach .dem Wechsel verschossen beide Parteien zunächst eine Anzahl Ecken, bis Wetzlar in Auswirkung eines Alleinganges des Linksauhen abermals die Führung mit dem 3. Tor übernahm. Eine etwas harte Entscheidung des Schiedsrichters brachte für Wetzlar einen Sp.elerv?rlust, die verbleibenden 10 Mann schosse:: aber trotzdem das 4. und 5. Tor. Diesten fiel nunmehr stark ab. konnte aber trotzdem kurz vor Schlust einen Strafstost zum 3. Tor verwan- ieln. An dem 5:3-Rei chtat für Wetzlar wurde bis zum Schlust nichts mehr geändert. Deide Mannschaften zeichneten sich durch reichliche Unruhe und viel unnötiges Reden aus.
Marburg I.—Raunheim I. 3:4.
Cs hätte gar nicht viel gefehlt, dann hätte sich der im voraus schon sichere Sieg der Raunheimer gegenüber den sehr eifrigen Marburgern ■mwuwi।in ■nunn j—i i 11tirrr1." '“•'** * Zwischen Mund sieben
Roman von Liesbet Dill, vopyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.
8. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Weshalb singst du nie eines meiner neuen Lieder?" fragte er.
„Weil die früheren besser sind ... Verzeih, du hörst das nicht gern."
„Du hast die anderen ja noch nie studiert ..." „D doch, aber sie gefallen mir nicht so ... Die alten sind wärmer und tiefer."
Es klingelte draußen und man hörte eine Helle Frauenstimme im Flur. Der Diener ließ eine Dame eintreten, im Gesellschaftskleid und Zobelumhang.
„Ah, Ihr seid schon bei der Probe! Ich will nicht stören, nein, ich lege nicht ab, ich bin eingeladen heut abend, aber ich mußte dich vorher noch sprechen, Melitta. Ich habe den ganzen Nachmittag draußen im Wald zugebracht. Ach, das ist ein Herbst I —"
Gräfin Leslie-Nobbe, eine Engländerin, die einen Herrenreiter geheiratet hatte, von dem sie sich hatte scheiden lassen, als sie entdeckte, daß er ihr nicht treu war, war seit ihrer Mädchenzeit mit Melitta befreundet. Sie lebte in einer Villa im Nerotal und machte ein großes Haus. Zierlich, tief brünett, schlank, etwas gemalt, in dem Halbdunkel des Sessels, in das braune Pelzwerk geschmiegt, mit dem silberfunkelnden Turban, den zwei großen blauroten Rosen an der Taille, sah sie noch sehr reizvoll aus. „Sing weiter, Melitta", bat sie.
Melittas Stimme schwebte über dem Raum, sie leuchtete und stieg, sie triumphierte. Ihre Gefühle flössen in das Lied ... ihre Gestalt wuchs, ihr feines Profil hob sich ernst von der dunkelroten Wand, bas leuchtend blonde Haar fiel in weicher Welle über die seine Stirn ... ihre Augen schauten in die Ferne. Sie sang ...
So hat sie noch nie gesungen, dachte er. Niemand singt meine Lieder wie sie.
„Doch der Tod, der dich erwartet, Ist der schönste Tod von allen, Sterben wirft du nach dem edlen Sterbebrauch der Nachtigallen ..."
in das Gegenteil verwandelt, denn bald wäre Marburg verdienter Sieger geblieben. Das Spiel wurde mit einem sehr scharfen Tempo begonnen und stellte von Anfang an starke Anforderungen an die Spieler. Bald sah man QRarburg in überraschender und kurz entschlossener Weife in Führung gehen. Der Torschütze war der Halbrechte. Sm Rachschub konnte Rauicheims Mittelläufer bald darauf ausgleichen. Das abermalige Ringen um die Führung lieh beiderseits eine scharfe Spielweise aufkommen. Marburg schoß ein zweites Tor, das aber wegen Abseitsentscheidung nicht gegeben wurde. QHit dem Stande 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Trotz der un* gemein scharfen Angriffe Marburgs konnte Raunheim nach dem Wechsel die Führung an sich reihen, bann setzte nach kurzer Zeit der Marburger Halblinke den abermaligen Ausgleich entgegen. Derselbe Spieler brachte seine Mannschaft mit dem krönenden Abschluß eines erfolgreichen Durchbruchs durch den 3. Treffer wieder in Führung. Raunheim merkte nun, was eigentlich auf dem Spiele stand und antwortete mit energischen Ai^rifsen, die endlich in einer verwandelten Ecke ihren verdienten Lohn fanden. Fast schien es so, als ob es mit dem unentschiedenen Ausgang sein Bewenden haben sollte, als kurz vor Schluß Raunheim einen vom Marburger Tormann mit der Hand abgewehrten Ball zum 4. und Siegestreffer einsenden konnte. Die knappe Riederlage Marburgs zeigt, daß die Mannschaft mit einem anderen Maststab gemessen werden muß.
Lollar I.—Wieseck I. 4:6.
Die Anziehungskraft der Spiele dieser beiden Rachbarvereine erwies sich auch diesmal, die recht zahlreichen Zuschauer brachten dem spannenden und an interessanten Momenten reichen Spiel lebhafte Anteilnahme entgegen. Wenn angenommen wurde, dast die Begegnung dieser Mannschaften ein knappes Resultat bringen würde, sah man sich infolge des sehr schußfreu- digen Sturms auf beiden Seiten stark enttäuscht. Das Spiel als Ganzes war zwar scharf, hielt sich aber im Rahmen des sportlich Erlaubten, einige Entgleisungen sind in der Hitze des Kampfes entschuldbar. Lollar drückte vom Anstoß an beängstigend und konnte in der 13. Minute auch zum erstenmal erfolgreich sein: ein hoher Ball, nach dem der Tormann Wiesecks zu früh sprang, fand den Weg ins Retz. Das nun folgende verteilte Spiel brachte beide Tore wiederholt in Gefahr, allmählich machte sich das Aufkommen Wiesecks bemerkbar. Eine Prachtleistung vollbrachte Wiesecks Halbrechter, der nach glänzendem Täuschungsmanöver ein unhaltbares Tor schoß, das schönste des ganzen Spiels. Richt lange danach riß Wieseck durch ein zweites Tor, das aus einem Gedränge heraus erzielt wurde, die Führung an sich. Auf beiden Seiten wurden nun eine ganze Reihe Ecken erzielt, ohne dast sich bis zur Pause an dem 2:1-Aesultat für Wiesea 'etwas geändert hätte. Rach dem Wechsel drückte Lollar wieder stark, ein wegen zu harten Angehens verhängter Elfmeter wurde von Lollar zum Ausgleichstor verwandelt, dem wenige Minuten später der dritte und Führungstreffer folgte. Allzulange dauerte die Freude jedoch mcht, denn Wieseck drehte den Spiest nun um, der Vorsprung Lollars war bald aufgeholt und nicht lange danach sogar ein 4. Tor geschossen. Run war es an Lollar, den Ausgleich wieder herzustellen. was nach kurzer Zeit auch tatsächlich gelang. Vielleicht wäre der unentschiedene Ausgang zu halten gewesen, wenn Lollar nicht umgestellt hätte. Dadurch wurde die Verteidigung geschwächt und Wieseck konnte innerhalb von 2 Minuten sein 5. und 6. Tor schießen. Ein Spieler Lollars wurde vom Schiedsrichter, der das Spiel zu jeder Zeit in der Hand hatte, vom Platz gewiesen, so daß Lollar während der letzten 20 Minuten mit nur 10 Mann spielte. Bei Wieseck bemertte man zwei Mann Ersatz, die jedoch ihren Platz gut ausfüllten. Eine ausgesprochene Aeberlegenheit zeigte sich auf keiner Seite, das Spiel war ständig vertellt. Arn besten konnte die gute Arbeit des jungen Wiesecker Sturms gefallen.
Die unteren Mannschaften in den Verbandsspielen.
Die ersten Mannschaften Grohen-Lin- d e n s und R o d h e i m s traten In Großen- Linden zu ihrem ersten Derbandsspiel der Herbstrunde an und zeigten einen scharfen aber fairen Kampf. Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel drängte Großen-Linden mehr und mehr und er- »I», I IM —r—n—uMni—u Tn—mtw■mm»
Ethel lauschte, den Kopf in den Händen, der Pelz war auf den Teppich gesunken, die Blumen an ihrer Taille entblätterten langsam.
In Melittas Stimme war heute etwas von Rausch und Tod ...
Die Stimme verklang.
Sie schwiegen.
„Von wem sind die Worte?" fragte Ethel aus ihrer dunklen Ecke.
„Von Säumer" ... sagte Melitta. „Aus den Dichtungen des Morgenlandes."
„Sie sind schön ... als seien sie für dich geschrieben
Niemand antwortete ... Die Uhr im Nebenzimmer schlug langsam neun. Plötzlich sagte Melitta, sie sei müde und legte die Noten fort. Das Auftauchen der Freundin schien sie zu beunruhigen. Er sah, daß die beiden allein zu sein wünschten, und verabschiedete sich.
„Und wann fahren wir zur Madonna?" fragte Ethel.
„Zu welcher Madonna?"
,Lu meiner Madonna." Melittas hellgraue Augen leuchteten ihn an ... Sie sahen aus wie chöne Kinderaugen ... „Du weißt doch, Rudolf, die chönste Madonna vom Rhein. Wir haben sie Ethel chon so lange versprochen ... Sie will photographische Ausnahmen dort oben machen ..."
„Und wenns regnet?"
„Es regnet nicht", sagte Melitta mit Sicherheit. „Ich habe Wetterglück ..."
„Nun bann, in Gottes Namen ... Sobald mein Konzert vorbei ist, fahren mir", gab er nad) ... Er hatte ihnen diese Ausfahrt schon so oft versprochen, immer wieder war ihm etwas dazwischen gekommen.
„Nach deinem und meinem Konzert bist du sie uns schuldig", sagte seine Frau. „Ich habe Sehnsucht nach den Höycn, der alten Wallfahrtskirche, wo ich so oft als Mädchen war, und nach der süßen Madonna ... Es sind zwei da, die eine hat zwei Gesichter, Ethel ... und schwebt auf Wolken. Ach, ja ... Morgens um acht fahren wir. Ober ist das zu früh für dich?"
„Für mich sicher nicht", sagte Manfred.
Melitta halte schon den ganzen Plan im Kopf. Erst hinauf durch die Dörfer und Wälder zur Ma-
zielte kurz hintereinander zwei Tore, die für den Torwächter Rodheims nicht zu hallen waren. Sn dieser Drangperiode glückte Rodheim ein Durchbruch, der auch zu einem Tor führte. Den Ausgleich erzielte Rod heim kurz vor der Pause durch eine verwandelte Ecke. Rach dem Wechsel hatte Großen-Linden mehr vom Spiel, der sehr gut arbeitende Tormann Rodheims verhinderte aber alle Erfolge. Erst zwei Minuten vor Schluß konnte der Mittelläufer Großen-Lindens einen unvnchofften Fernschust anbringen und damit seiner Mannschaft den 3:2°Sieg sicherstellen. Das Eckenverhältnis 6:6 läßt eine Gleichwertigkeit beider Mannschaften erkennen.
Marburg II trat gegen die komplette Raunheim II mit nur 9 Mann an und mußte naturgemäß verlieren. Das Schlußergebnis lautete 5:0 für Raunheim, die Marburger haben sich also immerhin noch gut gehalten.
Gießens Sugend Holle sich in Wetzlar eine empfindliche Riederlage. Bis zur Pause Lieh das 2:1-Ergebnis für Wetzlar noch eine gewisse Widerstandskraft Gießens erkennen, nach dem Wechsel jedoch erzielten die eifrig spielenden Wetzlarer drei weitere Tore.
Erwartungsgemäß holte sich Raunheims Sugendin Klein-Linden die Puntte. Das 5:1-Resultat entspricht dem Spielverlauf und zeigt das Stärkeverhältnis der Parteien.
De Sugendmannschaften Wiesecks und Heuchelheims lieferten sich ein unentschiedenes Treffen. Resultat 3:3. Wieseck trat nur mit 10 Mann an, Heuchelheim zog erst in den vopl Schiedsrichter gegebene:: Spielverlängerung gleich. Ein Tor Wiesecks resultierte aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters, weshalb das Spiel von Heuchelheim angefochten wurde.
Alten-Busecks und Oppenrods Su- gend spielten ebenfalls remis. Oppenrod verschenkte einen Elfmeter in dem Glauben, doch noch zu gewinnen. Damit war's aber nichts, das Treffen ging 0:0 aus.
Die beiden Spiele der Schülermannschaften brachten ebenfalls unentschiedene Resultate. Daubringen und Lollar spielten 1:1, und Wetzlar und Gießen trennten sich nach einem 2:2-Ergebnis, obwohl Gießen seine Schülermannschaft regelwidrig verstärtt hatte.
Die Europameister chaften im Schwimmen.
Die Kämpfe bei den Europameisterschaften im Schwimmen am Samstag nachmittag in Bologna brachten den deutschen Teilnehmern nur Teilerfolge. Sn der 4xl00-Meter-Frei- stilstaffel für Damen endete Deutschland nur auf dem dritten Platz. Die englische Mannschaft mit den Damen Laverty, Davis, King und Cooper siegte in 5:11 vor Holland 5:11,3 und Deutschland 5:11,4. Bei den deutschen Damen versagte Frl. Schmidt (M.-Gladbach). — Sm 400-Meterfreistilschwimmen für Herren war Arne Borg (Schwebender Sieg nicht zu nehmen. Er gewann leicht in 5:08,6 vor Herbert Heinrich (Leipzig) 5:15,8. Der Deutsche muhte hart kämpfen, um den zweiten Platz vor dem mit 5:16,2 neue tschechische Rekordzeit schwimmenden A n t o s behaupten zu können. Auf den nächsten Plätzen endeten Feher (Ungarn), Bacigalupv (Italien), Berges Deutschland), Vannay (Ungarn), Whiteside (England) und Koutek (Tschechoslowakei). — Sm Turmspringen der Damen siegte die Engländerin Belle White vor Srene Däwodvn (Frankreich) und Eva Olivier (Schweden). — Sn den Ausscheidungskäm p fen zur 100- Meter-Rückenmeisterschaft für Herren siegte im ersten Vorlauf Ernst Küppers (Deutschland) in 1:15,2 vor dem Ungarn Bitzkeh und dem Schweden Lundahl. Sm zweiten Lauf schwamm Gustav Frölich in 1:17,2 einen knappen Sieg gegen den Belgier Thienpondt und dem Ungarn Ullrich heraus. — Die Europameisterschaft im 400-Meter-Frei- stilschwimmen für Damen wurde von der Holländerin Marie Braun mit 6:11,8 in neuer holländischer Rekordzeit vor der Engländerin Laverty 6:13,6, Fritz: Loewh (Oesterreich) 6:21 (österreichischer Rekord) und Reni Erkens (Deutschland) 6:27,8 gewonnen. Ledoux (Frankreich) wurde mit 6:42 letzte. — Sm Wasserballendspiel siegte Ungarn über Frankreich 3:1. Beide Mannschaften taten sich in Roheiten hervor. Schweden konnte Oesterreich 4:2 besiegen. Arn Samstag gab es in bei: Wasserballspielen noch folgende Ergebnisse: Belgien—Eng-
bonna, bann über Kloster Eberbach herunter an ben Rhein, in bie Festung. Sie wollte bie alte Stabt Wiedersehen, bie sie feit Jahren nicht mehr betreten hatte. Sie hatte niemand mehr dort, seit die Festung geschleift war und von deutschen Soldaten geleert. „Es wird sein, wie wenn man einen Kirchhof besucht ... hier ist ein Name, dort einer. Namen sind wie alte vertraute Gesichter. Sie schauen einen an von den Türen, und in den Häusern wohnen andere ... Ich zeige euch auch die Museen und wir gehen zum Grab Frauenlobs ..." Sie sprach wie im Fieder, ihre Wangen brannten. Irgend etwas schien sie innerlich erschüttert zu haben. Die Vorfreude nur? ... Ober---erwartete sie von dieser
Madonna etwas Besonderes? ... Sie hatte ihm einmal gesagt, daß sie ihr früher ihre heimlichen Wünsche dargebracht hatte und die Madonna hatte sie ihr erfüllt ... außer dem einen, der unerfüllbar war ... Was wollte auf dem Grad Frauenlobs --jetzt?
Er ließ die beiden allein uni) ging auf sein Zimmer. Er hätte die beiden Frauen im Mujikzimmer sprechen, ihre Stimmen klangen gedämpft. Einmal lachte Melitta.
Sie konnte singen und lachen ... und sie hatte ihn t belogen vorhin. Die beiden fachen sich heute zum erstenmal, und Melitta sagte vorhin ... Was sagte sie noch? ... Ich war bei Ethel zum Thee ... Das Zimmer in der Platanenstraße stieg vor ihm auf ... Daß sie so fingen konnte! Mit einer göttlich schonen Stimme, einem Gesicht, so rein und unberührt ... während noch die Luft dieses Zimmers in ihren Kleidern hing. Madonnengesichter können auch trügen ... Die Madonna in dem alten Wallfahrtsott batte auch zwei Gesichter---
Und, den Kopf in den Händen, malte er sich aus, wie es hätte enden können, wenn er das Fenster aufgestoßen hätte mit feiner Faust und dem anderen eine Kugel in ben breiten Nacken gejagt ... In Romanen war das so... In Wirklichkeit hatte man im geeigneten Augenblick meist keine Waffe zur Hand---
Er zog die Schublade seines Schreibtisches auf. Geordnet lagen seine Briefschaften dann. Es waren keine Liebesbriefe darunter. Wenn er einmal den Weg ging, den alle gehen müssen, so fanden die Hinterbttebsnen von ihm nichts, was auf andere ebnen Schatten werfen konnte.
land 5:2, Deutschland—Tschechoslowake: 8:0, Oesterreich—Sugoslawien 2:0.
Die Europameisterschaften würben am Sonntag beenbet. Deutschland konnte im Kunstfpttngen durch Riebschläger (Zeitz) den ersten Platz vor Lindmark (Schweden) und Eozzi (Italien) belegen. Dr. Lechnir wurde nur vierter. Im 1 0 0 ° Meter- Freistilschwimmen für Damen ging die Holländerin V i e r d a g im Stichkampf gegen die Engländerin Cooper siegreich hervor. Die deutschen Teilnehmerinnen Frl. Lehmann und Ftt. Erkens belegten nur den dritten bzw. den vierten Platz. Das 100-Meter-Freistilfchwim- men für Herren gewann der Schwede Arne B o r g in genau 1 Minute vor dem Ungarn Barany und den beiden Deutschen Heinrich und Heitmann. Mit einem Mißklang endete die Entscheidung im 100 - Meter - Rückenschwimmen. Küp- p e r s (Viersen) siegte überlegen, wurde aber wegen angeblich falschen Wendens disqualifiziert, so daß Lundahl (Schweden) in 1:17,4 zum elften Platz vor Bitzkey (Ungarn) und Frölich (Deutschland) kam. Das Kunstspringen der Damen gewann die Oesterreicherin Kornett vor Frl. Söhnchen und Frl. Rehborn (Deutschland). Einen glänzenden deutschen Sieg schwamm im 2 0 0 * 'Ul e t e r «58 r u ft« schwimmen für Damen Frl. Schrader (Magdeburg) in 3:20,4 vor Frl. Muhe (Hildesheim) und der Oesterreicherin Heddy Bienefeld heraus. In der 4X200-Meter-Frei st il staffel für Herren siegte die deutsche Mannschaft in neuer Rekordzeit von 9:48,6 vor Schweden, Ungarn und Italien. In den Herrenkonkurrenzen gewann Deutschland den Europapokal vor Schweden und Ungarn. Am Montag kamen noch einige Wasserballspiele zum Austrag. Frankreich schlug Belgien mit 3:2, während Belgien über Schweden mit 3:1 siegreich blieb. Hinter dem Europameister Ungarn besetzte Frankreich den zweiten und Belgien den dritten Platz.
Der Tennisländerkampf Deutschland - Holland wurde am Sonntag mit einem überlegenen Siege von Deutschland nut 21 Punkten, 53 Sätzen und 359 Spielen gegenüber 3 Punkten, 10 Sätzen und 192 Spielen der Holländer gewonnen.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
d Alten-Buseck, 5. Sept. Der hiesige Schützenverein veranstaltete an den beiden letzten Sonntagen auf seinem Schießstande ein Preisschiehen. Die Leistungen der Schützen waren durchschnittlich gut zu nennen. Den 1. Preis errang Weiß bindermeister Wilhelm Lepper mit drei Schuß = 36 Ringen. — Der diesjährige reiche O bft segen , der sich überall bemerkbar macht, brachte es wohl mit sich, daß sich zu der auf Porigen Samstag anberaumten Frühob st Versteigerung der Gemeinde fast kein einziger Steigerer eingefurv den hatte, so daß die gesamte Frühobsternte an einen hiesigen Obsthändler in Pauschal abgegeben wurde.
: Aus dem Busecker Tal, 5. Sept. Die Ernte ist m unserem Tal soweit geborgen. Sie wäre sehr gut ausgefallen, wenn nicht die lange Regenperiode den Erttag wesentlich herabgemindert hätte. Roggen, Weizen und Gerste waren viel gewachsen, besonders in der Rähe der Wälder, wo die Luft nicht trocknen konnte. Der Hafer war zum größten Teil noch nicht geschnitten. Aber hier war ileberreife eingetreten, und ein Teil der Körner lag auf den Aeckern. Die Grummeternte wird be: günstigem Wetter in wenigen Tagen beendet fein. Der Ertrag ist als sehr gut zu bezeichnen. Dis jetzt ist das Futter gut eingetommen.
z Rödgen, 5. Sept. Die Reubesetzung der hiesigen Psarrstelle macht die Herrichtung der Innenräume des Pfarrhauses notwendig. Die Kirchengemeindevertre- tung und der Gemeinderat haben schon vor längerer Zeit die Mittel dazu bewilligt. Die Arbeiten sollen jetzt in Eingriff genommen und so beschleunigt werden, daß der neu ernannte Geistliche, Pfarrer Bönning aus Freiensteinau im Vogelsberg, noch Ende dieses Monats einziehen kann.
—. — Leihgestern, 5. Sept.Rege Bautätigkeit herrscht auch in diesem Zahre in unserer Gemeinde. An der Strafte nach Gießen entsteht ein kleines Dorf, das im Volksmund
Er suchte bie Akten seiner Scheidung. Plötzlich fanb er, was er gejucht. Der letzte Brief seiner Frau. Er enthielt ihre Zustimmung zur Scheidung und baß sie bereit sei, die Schenkung als Abfindung anzunehmen, und war geschrieben aus der Pension von Frau Anna Heine, Taunusstraße 66, Dort hatte sie während ihrer Scheidung bei der Freundin gewohnt.
Mit einem Ruck saß er aufrecht ... Anna Heine ...Ich hatte also Recht. Die Besitzettn der Pension in der Taunusstraße war einfach in die Platanenstraße verzogen. Ein teuflifcher Zufall — daß sie gerade dieses Haus zu ihren Zusammenkünften gewählt hatten ...
Er legte den Brief wieder zu den Akten und verschloß bie Schublade.
♦
„Das Haus Platanenstraße 3 gehött einem Bankier Kirsch aus Ems. Es ist im ersten Stock links an den Kammerherrn Graf Rödern ver- mietet, rechts an bie Prinzessin Samarow, im Unterstock ist eine Fremdenpension, bie Besitzettn heißt Frau Anna Heine ..."
„Haden Sie die Dame selbst gesprochen?"
„Jawohl. Das betreffende Zimmer links vom Eingang vermietet sie tageweise an Fremde, in ben anberen Zimmern wohnen ein paar Engländerinnen, alte Damen."
„Unb wer augenblicklich bas Zimmer links vom Eingang bewohnt, haben Sie nicht feststellen können?" Durch Manfrebs Stimme klang eine leichte Nervosität.
„Doch ... Augenblicklich soll ein Tscheche brin wohnen."
„Ein Tscheche? Unb ber Name?"
„Sie weih ihn noch nicht, er ist heute erst ein» gezogen ..."
„Und vorher? Wer hatte bas Zimmer am Tage vorher ...?"
„Das habe ich nicht gefragt", sagte ber fette Mann, der in seinem grünlichen Havelock vor Manfred stand.
Manfred ballte die Hand, als wollte er etwas zermalmen ...
(Fortsetzung folgt)
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