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zum Sandplacken benf eiben Weg, den torr her- aufgekommen sind. Don hier folgen wir gelben Kreuzen, die uns die allerdings steile und auch 'ehr steinige Elisabethenschneise hinab am Elisa- öttheirstein. einer schönen Felspartie, sowie am Hirschgarten und Gotischen Haus vorüber zu unserem Endziel, dem reizenden Badeort Hom­burg v. d. Höhe führen. Haben wir Zeit, dann besichtigen wir noch das Schloß mit Garten, das Kurhaus nebst Anlagen und vor allem die prunkvolle Erlöserkirche. Dauer der Wanderung etwa 51/2 Stunden.

Reisewmke.

Nordeck.

Richt weit von Gießen liegt ein wunder­barer Ausflugsort, der noch nicht genügend be­kannt zu sein scheint. Es ist dieses Rordeck. Schön am Walde gelegen, macht das saubere Dorf mit feiner stolzen Burg den Eindruck eines Schmuckkästchens. Prima Bewirtung bei mäßigem Preis und prachtvoller Garten im Hotel zur Burg Rordeck. In einer halben Stunde von Londorf Strecke Gießen Grünberg zu erreichen. Herrtliche Aussicht in das Lumdatal. Bad Tölz Deutschlands größtes Jodbad

Wo die junge Isar ihre Deraheimat verläßt, zwischen herrlichen Waldbergen, hinter denen die zackigen Gipfel des Karwendel ausleuchten, in. Westen das Wahrzeichen des Isarwinkels, die mächtige Benediktenwand herübergrüßt, liegt Bad Tölz. Die Ratur hat Bad Tölz mit Schönheiten überreichlich bedacht. Kein geringerer als Bayerns bekannter Dichter Karl Stiller war es, den ein Blick vom Kalvarienberg auf die rau­schende grüne Isar zu den Worten begeisterte: Der Blick auf Bad Tölz und das Isartal ge­hört zu den vollendetsten, in sich geschlossenen und darum schönsten Landschaftsbildern, die irgend­wo aufgefunden werden können."

Die Isarbrücke trennt den BadeteilKran­kenheil" von der Altstadt, die ebenso wie Mitten­wald und Murnau von ihrem Charakter als rei­zende altbayerische Gebirgsstadt nichts verloren hat. Der Anblick der malerischen Marktstrahe und der originell bemalten Häuser wirkt über­raschend und ist eine einzigartige Sehenswürdig­keit. Die Eigenart Isarwinkler Bollstums, eine durch Jahrhunderte vererbte ausgeprägte Bolks- und Heimatkunst, findet hier ihre deutliche Be­kundung. Moderne Hotels, schmucke Billen, das von Gabriel von Seidl erbaute neue Kurhaus stehen im Gegensatz zur Altstadt im Badeteil in schmucken Gärten und gepflegten Anlagen. Mor­gens beim Brunnen in der Wandelhalle und nachmittags im Kurgarten entwickelt sich ein äußerst reges modernes Dadeleben. Das Jod hat sich in der heutigen Medizin einen Platz erobert, den es früher infolge ungenügender Kenntnis seiner Anwendungsmöglichieit nicht hatte. Mit den allerbesten Erfolgen wird Jod heute haupt­sächlich in der Trink- und Badekur verwendet bei Arteriosklerose, Drüsenleiden, Frauenkrank­heiten, nervösen Erscheinungen und Erschöpfungs­zuständen, Skrofulose und Hautkrankheiten. In der umgebauten, auf modernste Art eingerichteten Badeanstalt werden nach ärztlicher Derordnung in 150 Kabinen Jod-Lauge-, Moor- und Fichten­nadelbäder, Schwefel- und Solebäder, elektrische Lichtbäder und viele andere Bäder verabreicht. Daneben stehen dem Kranken pneumatische Kam­mern, Tisch- und Bauminhalationen, ebenso wie in Bad Reichenhall zur Verfügung. Die rasche Entwicklung des Bades läßt sich am besten aus vergleichenden Zahlen ersehen: Bom 1. April bis 15. Juni 1926 4300 Kurgäste gegen 3600 am gleichen Tage des Vorjahres und 2900 am 16. Juni 1924. Die reizvolle Lage des Bades und die überaus günstigen klimatischen Verhält- nisse und die wohltuende Wirkung seiner Jod­quellen haben Bad Tölz in ärztlichen Kreisen und unter den Kranken, die hier Heilung ge­funden haben, einen Ruf geschaffen, der, wie die Besuchsziffern ausweisen, immer größer wird.

Rundreisekarten nach der Schweiz.

Besuchern der Schweiz wird die Mitteilung willkommen fein, daß an den Fahrkartenschaltern der Stationen, bei denen Fahrkarten nach der Schweiz ausgegeben werden, neuerdings auch Karten für feste Rundreisen in der Schweiz unter Einbezeichnung der deutschen Anschlußstrecken er­hältlich sind. Die Rundreisen führen durch die am meisten besuchten Gegenden der Schweiz, die Karten bieten eine ganze Reihe besonderer An­nehmlichkeiten, die sie bei den Reisenden nach der Schweiz beliebt machen werden: Für die ganze Reise hat der Reifende nur eine Karte <Buchsahrkarte) in Händen, die Karte gilt 45 Tage, berechtigt zur Benutzung der Schnellzüge, gestattet beliebige Fahrtunterbrechung in Deutschland und in der Schweiz, enthält die gleiche Fahrpreiser­mäßigung wie die erst ab den Grenzstationen gül­tigen besonderen schweizerischen Rundreisekarten, die Hin- und Rückreise kann in Deutschland über die gleiche Strecke oder über verschiedene Grenz­stationen ausgesührt werden, außerdem gewähren eine Abzahl Bergbahnen, darunter die Rigi- und die Pilatusbahn, den Inhabern der Rundreise­karten auch auf ihren Strecken eine Preis­ermäßigung.

M>chcnsonderziige der Reichsbahn

Verschiedene Reichsbahndirektionen gehen neuerdings dazu über, neben ihren beliebten Wochenend- und Sonntagssonderzügen auch grö­ßere Reisen zu veranstalten. Diese Reisen wer­den in beschleunigten Sonderzügen 4. Klasse mit 33,3prozentiger Fahrpreisermäßigung ausgeführt und erstrecken sich ungefähr über eine Woche. Das Programm einer derartigen Reise, wie sie z. B. die Reichsbahndirektion Kas­sel mit 900 Teilnehmern in der Zeit vom 6. bis 12. Juni von Kassel nach München, dem Chiemsee und Berchtesgaden und die Reichs­bahndirektion München an die Ostsee nach Wustrow In Mecklenburg vom 11. bis 17. Juni durchsuhrten, ist immer bis ins kleinste aus« aearbeitet; die zur Verfügung stehende Zeit ist für Erhclung, Besichtigungen und auch Ver­gnügungen genau eingeteilt; auch für gute Ver- Pflegung und älnterkunft ist gesorgt, so daß sich

die Teilnehmer um nichts zu bekümmern brauchen. Manchem, der sonst kaum größere Reisen unter­nehmen würde, wird dadurch zumal der Preis sehr niedrig gehalten ist die Anregung ge­geben, auch weiter entfernt liegende Gebiete seines Vaterlandes zu besuchen. So gewinnen diese Sonderzüge der Reichsbahn auch in kul­tureller Hinsicht besondere Bedeutung. Diese Er­weckung der Reiselust wiederum dürfte zu einer Hebung des Fremdenverkehrs nicht unwesentlich beitragen, denn was kann fürs Reisen besser werben als die Erinnerung an eine schöne Reise! Verlorene (Gegenstände bei der Reichsbahn.

Wer einmal Gelegenheit hatte, einen Blick in die Fundbureaus der Reichsbahn zu werfen, wird er­

staunt sein über die mangelhafte Aufmerksamkeit des reisenden Publikums für seine eigenen Sachen. Um im Hinblick auf den zunehmenden Reiseverkehr bei Beginn der Sommerserien das Publikum vor empfindlichen Verlusten zu verwahren, wird emp­fohlen, die Gepäckstücke nicht nur vor Antritt und Abschluß der Reise, sondern auch während der F a h^ t selbst von Zeit zu Zeit nachzuzählen. Im Falle eines Verlustes wird sich der Reisende zweckmäßig der an den Fahrkartenschaltern erhält­lichen Vordrucke bedienen und diese möglichst ge­nau ausfüllen, um den verlorenen Gegenstand rasch wieder zu bekommen. Die Zustellung seitens der Reichseisenbahn erfolgt sofort bei Auffindung des verlorenen Stückes.

Dis Siebener Skudentenhilfe im Jahre 1926.

Aus dem uns vorliegenden Tätigkeitsbericht der Gießener Studentenhilfe e. D. für das Jahr 1926 dürften die nachstehenden Auszüge für die breitere Oeffenilichkcit von Interesse fein.

Das vergangene Jahr 1926 ist nicht ohike äußere Bedeutung für die Gießener Studenten- Hilfe. Es war das Jahr, in dem die Studenten­hilfe auf eine sünsjährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken [?nnte. Aus ganz kleinen Anfängen heraus, ohne feste Einnahmen, eingestellt auf die Behebung ärgster wirtschaftlicher Rotlage unter dem größten Teil der Studentenschaft, hat sich die Gießener Studentenhilfe zu einem ansehnlichen, kaum wegzu den lenden Faktor im Leben der älni- D er ft tat entwickelt.

Dankbar anzuerlcnnen sind ditz hervorragen­den Verdienste des 1. Vorsitzenden des Vereins Gießener Studentenhilfe, Prof. Dr. Eger, der sich seit Gründung für den Aufbau des Vereins mit ganzer Kraft einsetzte. Mit geradezu vorbild­lichem Interesse und größtem Verständnis für studentische Belange, insbesondere für die wirt­schaftliche Lage der akademischen Jugend in den Rachkriegsjahren, nahm er 1921 als 1. Vorsitzender das Steuer in die Hand und führte den Verein durch manche Klippe hindurch zu dem sicheren Be­stand. den er jetzt aufzuweisen hat.

Der spezielle Arbeitsbericht wird eingeleitet durch ein Referat über die Studenten­speisungen. Im vergangenen Jahre mußte die Speisung noch in zwei Heimen vorgenommen werden. Den größten Zuspruch hat natürlich wegen seiner Größe das Studentenheim Burg­graben mit einer Durchschnittsteilnehmerzahl von 220 mittags und 150 abends, ilm jedem Be­sucher des Studentenheims den Aufenthalt so an­genehm wie möglich zu machen, wurden die Speisesäle völlig renoviert. Dazu hatte der seit 1. J'iii 1926 neue Hausbesitzer des Studenten­heims. die katholische Verbindung Hasso-Rhena- nia. dem Studentenheim durch umfangreiche Ver­besserungen auch äußerlich ein gutes Ansehen gegeben.

Auch im Studentenheim Schöne Aussicht findet eine Speisung statt, insbesondere für die Studetz- tenhausbewohner und wegen der günstigen Lage zu den Kliniken für Mediziner und Veterinär­mediziner. Die Teilnehmerzahl schwantt zwischen 60 und 80 mittags. Hoffentlich wird es möglich, das geplante Studentenhaus im begonnenen Jahr serttgzu st eilen, damit dort die Speisung vereinigt und die jetzt bestehende höchst kostspielige räum­liche und betriebstechnische Trennung beseitigt wird.

Die Frühstücksstube von vormittags 10 bis halb 12 Ähr befindet sich leider immer noch in den zu engen Räumlichkeiten der Universität. Die Inanspruchnahme ist ebenso stark wie in den früheren Jahren.

In der Rachtrage nach einer Wohngele­genheit im Studentenwohnhaus ergibt sich stets dasselbe Bild: Die Rachfrage ist immer größer als das Angebot an freien Plätzen. So gern man Einzelzimmer einrichten möchte, so ver­anlaßt doch die starke Rachfrage vorläufig bei der bisherigen Einrichtung der zweibettigen Zim­mer zu bleiben. Dem Verlangen, die auf der Schönen Aussicht stehenden, der Studentenhilfe gehörenden Miethäuser von den jetzt privaten Mietern freizubekommen, um darin Einzelzimmer für Studenten evtl, ein ganzes Haus für Aus­ländsdeutsche einzurichten, hat die Stadt Gießen infolge der Wohnungsnot noch nicht stattgeben können. Sämtliche Einrichtungen, der Tennisplatz, die Turngeräte, Brause- und Wannenbad wur­den eifrigst benutzt.

Die in Räumen des Haupthauses der Schönen Aussicht untergebrachte Wäscherei hat bedeu­tende Verbejserungen erfahren. Zu dem im Jahre 1925 angeschafsten Kulissentrockenapparat kamen nunmehr eine Waschmaschine und Schleuder mit elektrischem Antrieb. Durch Einführung der ma­schinellen Kraft ergibt sich eine Ersparnis an Löh­nen; außerdem wird dadurch die Wäscherei lei­stungsfähiger.

Die Gärtnerei hat das ihr zur Verfügung stehende Gelände von zirka neun Morgen wieder vollständig bebaut u d der Ertrag an Kartoffeln und Gemüse stand über dem Durchschnitt. Ab­nehmer der Erzeugnisse waren in erster Linie das Studentenheim und die Universitätskliniken.

Die Schuhmacherei gewährte bedürftigen Kommilitonen bei Reparaturen einen Zuschuß vvn 25 Prozent. Insgesamt wurden im Jahre 1926 von der Studentenhilfe Zuschüsse im Betrage von 407,20 Mark geleistet.

Arbeitsamt. Entsprechend der schwierigen Wirtschaftslage in Industrie und Landwirtsc^rst war es sehr schwer, dis Arbeit suchenden Kom- militonen unterzubringen. Wenn die Zahl der arbeitswilligen Kommilitonen gering ist. so ist nicht daraus zu schließen, daß die Kommilitonen nicht mefjr auf einen Verdienst durch Werk­arbeit angewiesen sind, sondern daß sie wegen der Aussichtslosigkeit sich gar nicht erst bei dem Arbeitsvermittlungsamt gemeldet haben. In den großen Universitätsferien bewarben sich 10 Kom­militonen um eine Stellung, 7 Kommilitonen da­von nahmen die vermittelten Arbeitsstellen an.

Wohnungsamt. Die Vermittlung von Wohnungen ging ohne Schwierigkeiten vor sich. Das Verhältnis der Wohnung suchenden Kom­

militonen zu den Zimmerangeboten ist im all­gemeinen sehr günstig. Das einzige jedoch, worin dem Verlangen des Studenten häufig nicht immer entsprochen werden kann, ist der Rach- weis von billigen Zimmern. Im ganzen haben 258 Kommilitonen das Wohnungsamt in An­spruch genommen. Sämtlichen Ansprüchen konnte genügt werden.

Die drei im Studentenheim 'Burggraben zum Selbstschreiben zur Verfügung gestellten Schreibmaschinen wurden durchweg eifrig benutzt. Die Benutzungsgebühr beträgt pro Stunde 10 Pf.

Durch Erweiterung des Kundenkreises im Rahmen der Universität konnten für die Druckerei viele Verbesserungen eingeführt werden. Reben Vervollständigung des Schriften­materials sind besonders nennenswert die An­schaffung einer Tiegeldruckpresse, einer Heft­maschine und Papierschneidemaschine. Daß die Arbeiten uinserer Druckerei zur vollsten Zu­friedenheit der Arbeitgeber ausfallen, beweist die Tatsache, daß bisher jeder, der der Drucke­rei einen Auftrag erteilt hatte, immer wieder zu ihr treu zurückgekehrt ist.

Einzel - und Krankenfürsvrge. Eine Abwandlung des ehemaligen Zieles der Massen- unterstühung ist in der Richtung erfolgt, daß heute von feiten der Studentenhilfe nur den würdigen und begabten Studierenden Unter­stützung zuteil wird. Dabei schwebt u. a. der Gedanke vor, daß die Studentenhilfe nicht zum Studium allgemein anreizend wirken darf, son­dern daß sie nur darin ihren Zweck sehen soll, jungen Leuten zur Durchführung des Studiums zu verhelfen, die nach den Schutteistungen zu großen Erwartungen auf wissenschaftlichem und menschlichem Gebiet berechtigen, denen aber die Mittel für das ©tubiujn von Haus aus fehlen. Im ganzen wurden 50 560,21 QRl. für Zwecke der Einzelfürsorge (Freittsche, Erholungs­aufenthalte, Beihilfen, Darlehen usw.) ver­wandt. Dazu kommen die Mittel, die der Sti- pendiaten-Ephorus der Universität für Frei­tische in der Mensa zur Verfügung stellt und sich auf etwa 6000 Mk. belaufen.

Tuberkulosefürsorge. Fünf Tuber­kulosefälle mußten zur Ausheilung des Leidens m sanatorische Behandlung geschickt werden. Wahrend von diesen ein Kommiltone noch bis April 1927 seine Kur fortsetzen muß, konnten die vier übrigen als wiederhergestellt entlassen werden.

Der Studien st iftuna des Deutschen Volkes, die geschaffen wurde, um wissenschaftlich ausnahmsweise tüchtigen und begabten, menschlich wertvollen Abiturienten, die nicht aus eigenen Mit­teln studieren können, das Studium zu ermöglichen, gehörten im Berichtsjahr fünf Kommilitonen, dar­unter eine Studentin, an. Sie stehen in der Fürsorge der Studentenhilfe.

Die Darlehnskafse wurde s. Z. geschaffen, um Kommilitonen in höheren Semestern, in denen die Leistung von Werkarbeit nachteilig ist, die völ­lige Durchführung des Studiums und das Abschluß- examen zu ermöglichen. Daß dabei für die Bewilli­gung der Darlchn die wissenschaftliche Befähigung, Würdigkeit und Bedürftigkeit ausschlaggebend sind, ist selbstverständlich. Es hat sich gezeigt, daß die In­anspruchnahme der Darlehnskafse in den letzten drei Semestern, besonders aber im W. S. 26/27, bedeutend zugenommen hat.

Der Bücherbestand der Leihbücherei ist im Ä ganzen derselbe wie im Vorjahre geblieben.

raünftigung, daß die Bücher auf ein Semester ausgeliehen werden, wurde rege in Anspruch ge­nommen und ersparte manchem Kommilitonen die Ausgaben für mitunter nur für ein Semester be­nötigte Bücher.

Allgemeine Vergünstigungen. Das schon seit Jahren mit dem Friseur Schmidt ge­troffene Abkommen, um verbilligtes Rasieren und Haarschneiden zu erzielen, wurde im vergangenen Aahr beibehalten. Es ist eine hohe Inanspruchnahme dieser Vergünstigung im Berichtsjahre festzustellen. Weiter haben sich wieder 4 Kohlenhandlungen bereit erklärt, Kohlen und Briketts an Studierende, die mit einem Ausweis der Studentenhilfe versehen sind, zu ermäßigten Preisen abzugeben. Besondere Ver­günstigungen sind allgemein ausgemacht und wer­den Kommilitonen gewährt bei Besuch von Kino, Theater und öffentlichen Vorträgen.

Rach außen l,in ist die . Studentenhilfe im Be­richtsjahr zu Anfang des Jahres in Mainz durch Veranstaltung eines -Frühlingsfestes zugun­sten der Gießener Studentenhilfe heroorgetreten. Ein Fest von besonderer Sebeutung war das fünf­jährige S t i f t u n g s f e ft am 5. Juni 1926 in den Räumen der Universität.

Die landwirtschaftliche Werbung im Herbft 1926 zeigte einen so schönen Erfolg, besonders an Kartoffeln und Kraut, daß der größte Teil des Winterbedarfs an den genannten Erzeugnissen ge­deckt werden konnte.

Die gewohnheitsmäßig veranstalteten Heim­abende, die den Zweck verfolgen, Dozenten, Freunde der Universität und Studenten zusammenzuführen, verliefen ^stets harmonisch und zweckentsprechend.

Den Studentinnen wurde besondere Auf­merksamkeit zugewandt durch die Leiterin der EiN' zelfürsorge, Fräulein stuck, phil. Freda Bethcke. Sie veranstaltete in jedem Semester einen Kaffee im Studentenheim, zu dem sämtliche Studentinnen ein­geladen wurden, und im Verlaufe dessen von Herrn

Professor Eger Berichte über die Tätigkeit der Studentenhilfe gegeben wurden.

Einer besonderen Einrichtung, um die Gedanken der Studentenhilfe und des Werkstubententums in weite Kreise der Bevölkerung zu tragen, muß noch gedacht werden, nämlich des Stubenien-Orchesters. Musik- liebende Kommilitonen haben sich zusammengeschlos­sen zur Pflege der Musik, des Zusammenspiels im Orchester und zum Erwerb eines Zuschusses für den Lebensunterhalt durch Spielen bei Korporationen und privaten Gesellschaften. Man kann heute er» freulicherweise feststellen, daß sich das Studeniew- Orchester mit seinen Leistungen in jeder Beziehung bewährt und durchgesetzt hat.

Wirtschaft.

Wochenbericht

von der Frankfnr er Börse.

An iter Börse herrscht weiter sommerliche Ferienstimmung. Die Lustlosigkeit und Zurückhaltung fast aller Börsenpreise nahm in dieser Woche ein kaum noch zu überbietendes Ausmaß an, und an einigen Dörsentagen konnte von einer Geschäftstätigkeit überhaupt kaum noch die Rede sein. Bei aller .Unlust war jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit der^se nicht zu verkennen, iverm auch nach wie vor die zweite Hand dem Markt fast völlig fehlt. Gegen.- über der vergangenen Woche waren zwar für die Mehrzahl der Papiere Kursabschwä- chungen festzustellen, doch hielt sich diese wei­ter rückläufige Bewegung i.i sehr engen ®ren* ^n, da die berufsmäßige Spekulattvn zeitweise in verschiedenen Spezialwerten ein etwas regeres Geschäft zu entwickeln versuchte, was die allgemeine Stimmung günstig beeinflußte. Ein Haupthindernis für eine regere Entfaltung drs Börsengeschäftes bot wie In der Vorwoche die angespannte Geld Marktlage. Erst allmählich trat hier, namentlich für kurzfristiges Geld, ein?, wenn auch noch geringe Erleichterung ein. Die starke Inanspruchnahme der Reichsbarck zum Ultimo, die in dem Reichsbankaus­weis dieser Woche zum Ausdruck kommt, wirkte zunächst ziemlich ungünstig auf die Tendenz, doch griff.später eine ruhigere Beurteilung Platz beim Vergleich mit dem Reichsbankauswers zum Halbjahrsultimo. Wenn auch die Wechsel- und Scheckbestände um 223 Millionen zugenommen haben und der Rotenumlauf beträchtlich ge- sttegen ist, hält man diese Anspannung für normal, zumal die Zunahme derDevisen- be stände einen -guten Eindruck machte. Die Tatsache, daß im Juli für rund 400 Millionen Mark Au slandanleihen ausgenommen wurden, läßt nicht die Hoffnung berechtigt er­scheinen, daß dadurch der Börse neues Geld zu- flieht, da man annimmt, daß diese Summen zum größten Teil von der Industrie und zur Fi­nanzierung der Ernte in Anspruch ge­nommen werden. Verschiedene Momente, die unter anderen Umftänben stimulierend gewirkt hätten, blieben bei der allgemeinen Unlust und Geschäftsstille ohne nachhaltigen Einfluß. So waren verschiedene handelspolitische Forttchritte zu verzeichnen, wie der Teilerfolg der deutsch- tschechoslowakischen Handelsver­tragsverhandlungen, der Fortgang der Verhandlungen mit Südslawien und die Aus­sicht auf ein baldiges Ergebnis der deutsch- französischen Wtrtschaftsbespre- chungen. Ferner Tauten die Monatsberichte der Commerz - Und Privatbank und der Dresdner Dank ziemlich günsttg, besonders der Bericht der Dresdner Dank bemüht sich, die größten Besorgnisse über die Passivität der deut- schen Außenhandelsbilanz zu beseitigen. Anderer­seits wurde die Meldung über die schlechte Lage des Röhrengeschäftes, der ungünstige Bericht der Düsseldorfer Handelskammer und die Berichte der preußischen In­dustrie- und Handelskannnern stark beachtet, aus denen hervorgeht, daß bei der Großeisen- industrie ein Rachlassen der bisher lebhaften Geschäftstätigkeit eingetreten ist. Auch bei der Textilindustrie soll der Höhepunkt der Konjunktur bereits überschritten sein. Zeitweise etwas lebhaftes Geschäft Formte sich nur in Glektrowerten, die auf eine bisher unbestätigte Meldung von einem größeren tschechischen Auf­trag an die Siemensgruppe überwiegend etwas anziehen konnten, in den Schiffahrtswer­ten aus Jnteressenkäufe lplus 5 Prozent) und in Mansfeld (plus 5,50 Prozent) auf die In- essennahme mit Stolberger Zink entwickeln.

Auch I. G. Farben lagen zeitweise etwas lebhafter, doch gegen die Vorwoche 2 Prozent schwächer. M^o n t anwerte erlitten dagegen Einbußen von 3 bis 5 Prozent, Danken gaben bis 2,50 Prozent nach und Zellstoff aktien bis 4 Prozent. Rur Berliner Handelsgesellschaft 7,50 Prozent fester. Auf den übrigen Märkten gab es überwiegend geringe Kursrückgänge.

Die Renten märkt« blieben wie auch in der Vorwoche verödet bei Kursrückgängen für deutsche und ausländische Anleihen. Ramentlich Ablösungsschuld für Altbesih lag stärker rück­läufig; man vermißte hier stark Interventionen von Staatsseite.

Der Geldmarkt erfuhr im Verlaufe eine geringe Entspannung. Termingeld steht aber nach wie vor kaum zur Verfügung.

Am Devisenmarkt hat sich die Lage wenig geändert. Der französische Franken konnte sich wieder erholen.

Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.

In dieser Woche war das Geschäft am Frank­furter Produktenmarkt sehr klein. Die Käufer üben grotzeZurückhaltung, so daß nur sehr bescheidene Umsätze getätigt wurden. Die Einbringung der Ernte machte infolge des gün­stigen Wetters weiter gute Fortschritte, die sich un allgemeinen preisdrückend auswirkten. Reuet In landsroggen wurde stärker angebotent Weizen wurde nur noch in ganz geringen Mengen gehandelt. Das Mehlgeschäft ist sehr still bei nachgebenden Preisen Rur in Futtermitteln wurden größere Umsätze ge­tätigt, da sich hauptsächlich Interesse für Oel-

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