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Nr. 281 Erster Blatt

177. Jahrgang

Montag, 5. Pcjtmber |927

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Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Vberhessen

Dmd w«6 VrLHI'sche UetDcrRtäB-Bedy Sictnönidcrel R. kann in GieRen. Sdfriftlelting unD Kesch^trstelle: Zchnfttraste T.

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ffbefrebolitriu

Dr Jnebt ThU) Lange. Teronteonh* lüt Dolmli L>t 7,7 tDilb Pand«, für JeuiDrton Di f) 2 bgr oV, für Mn übrigen Iril Er st Slum A«m, tüt btn In- jtigentfil Muri (\iDmcnn, Itmtli* in (Bleyen

OrohendeStillegungderdeutschenGroßeisenindustrie.

Berlin, S D«-. (QM/B.) Der Verein Deut- scher elfen- und vtahllnduftrieller teil! mit: Rachdem dir GewerNchasren auf Ihren außer- ordentltch hohen Forderungen nach Durch­führung de» schemotlfchen 2I*iftun- Ventages. ftittic Durd.hibr.mg der Verord- nung oom 16.3uli 1927 bei vollem Lohn­ausgleich fotrle äußert <rn einer allgemeinen lehr writ.,essenden Lohnerhöhung ver­harren. und die bisher geführten Verhandlungen aus diesem ®runDe - u feinem Orgebnil geführt habe» haben lich die Werfe der west- sichen Großefenindustrie gezwungen gesehen, bei den zustündigen Behörden eine Betriebs­stillegungs-Anzeige |um 1. Iain ar 192S einzureichen. Diese Anzeige toll es den Werten ermöglichen, ihre Betriebe unter Vermei­dung eines Arbeitskampses vm 1. 3a- nuar 1923 au« wirtschaftlichen Gründen zu schließen 3m ^inh'-id auf die mit Gichcrhc 1 zu erwartenden Rückwirkungen auf d e anderen Bezirke haben sich die übrigen Hüttenwerke Deutschlands dielen Vorgehen angeschlollen. 3m Harne» ter Wer!« der Deutschen Grosteisenindu- strie bat Herr Ernst P oen Sacn dem Herrn Reichsarbeitsminister Die» mit nachstehendem Schreiben vom 2 Dezern er 1927 befon -tgegeben:

Sehr verehrter Herr Minister!

34 halte es für meine Pflicht. Sie davon in ftermtnls zu sehen, daß die Werke, welche Ihnen gemeinsam die Eingabe vom 26. Oktober 1927 überreicht babent sich qen5Hg1 sehen, einen Schritt zu hin, der hoffentlich nur vorbeu­gend zu sein braucht und den Sie gern ver­mieden Hütten. Tic Gewerkschaften bc' nicht nur auf strikte Durchführung der Verord­nung oom 16. Juli, bei vollem f ohnausglrid) sowie einer ganz ungewöhnlich hohen allgemei­nen Lohnerhöhung sie verlangen vielmehr überdies auch vom 1 Janauar 1928 die Ein­führung des schematischen Achtstundentages für die gesamte Eisen schaffende und Elsen ocrarbei- lenbe Industrie.

Aus Grand dieser Sachlage sehen sich die Werke gezwungen, den zuständigen Regierungs­stellen zum 3. Dezember die gemäß der Slsllegungsverordnuuq erforderliche 21 nzeige zugehen zu lasten, um in der Page zu fein, ihre Betriebe am l. Januar 1928 still- j ulegen. Dieser Entschlufz ist ein Akt der r. den wir in pc'.lcin Bewußtsein der großen, auf uns ruhenden Verantwortung, in der fwffnung unternehmen, durch ihn einen Arbeilkkompf mit seiner schwe­ren Schädigung für Staat und Wirtschaft zu vermeiden.

TNlt vorzüglicher Hochacht ng Ihr sehr er­gebener gej. Ernst poensgen/*

lieber de Gründe, die zu biefem wcittragenden Beschiusz geführt haben, erfahrt die ^Sossische von flrbeitgeberfeite folgende Einzc'.heilen: Die Anmeldung der Stillegungeabf.cht ist erfolgt auf (Brunö der in der StillestungsverorDrmng norfldebe­nen irrift von wer Wochen die für derartige Matz- nahmen erforderlich ist. Die Arbeitgeber legen Werl auf die Feststellung. kxiß rtne formelle Aus- i pe r r u n g aus diese Weise vermieden wird, so das, die von einer etwaigen Stillegung betrofie- nen Arbeitnehmer in den Genuß der Erwerbs- losenunter st Ützuna freien würden

Da in den Vorverp^. n: Lungen zwi chen den Vertretern beiter Parteien eine Einigung nicht erzielt werden konnte und Da Das Er­gebnis Der »milchen Dem 4 und 10. D-zember in Berlin flattii ?e:iven Schl.a-tungsverhan"lun gen noch u n g c tp i h ist. lo glaubten bie Unterneh­mer. sich alle Möglichkeiten oss enha l - ten zu müssen, salls ihnen durch Den Aussall De< Schic2s'pruches La'!-:» auf.-rlcTt tt>:rDen soll­ten. Die für sie nach ihrer Aufastung nicht tragbar sind. Der hauptsächliche Äonfl k-Svurst zwilchen Den Forderungen Der Vewerk'chaften und Der Arbeitgeber besteht Darin, daß Die Arbeitnehmer Die schematischeofortifF Durchführung Dc6 Achtstundentages auch für Die von Der neuen Verordnung nicht vor­gesehenen Arte terkategorien orrlangen. Die Ge- wertschaften fordern werter nicht nur Den Lohn­ausgleich zwi chen Der jetzigen, feit l. ?lugust D. 3. schon ntcbrtcd) verkürzten QMeiUci* unb Der Acheftuntentchicht. sondern Den Ausgleich Des vollen LohnauSsallS g gcnüber Der früheren Höchstarbeitszeit vrn 59 Stunden. Darüber binaud ist e ne weitere Lohnerhöhung in Höhe von 10 Pfennig pro Stunde für Die gelernten Facharb.it er der Eisen schaffenden unD Eilen t>?r-rt»? tenD.n Be­triebe verlangt worden. Der tarifliche Stunden­lohn soll also bei den Hüttenwerk:n von 76 auf 102 Pfennig bei Den Verarbe tunoSwerken von 76 auf SS Pfennig <im Durchschnitt um rund 33 1 . Prozent» erhöht werten.

Die Arbeitgeber weifen nunmehr darauf hin. da», abgesehen von den fiktiven Tariflöhnen, der effektiv»' Durchschnittsoerbienst der Arbeiter seit Ja­nuar 1924 von 52,9 auf 78 4 Pf. gestiegen fei. gegenüber einem Dorkriegsverd cnst von 53.4 Pf. Ein führender Konzern der Eisenindustrie hat eine Berechnung aufgestellt, wonach für ihr allein dic Durchführung der Berorbnung des Reich-arbeirs- Ministers und der Lohnforderungen der (^ toerf{(haf­

ten eine Mehrbelastung von 6 6 Mil­lionen Mark ober rund 29 Prozent der ur- fz>sanglichen Lohnsumme bedeuten wurde. Die volle Erfüllung der gewerkschaftlichen izorderungen ein- schließlich Des allgemeinen schematischen Achtstunden­tages wurde dagegen eine Mehrbelastung von mehr als 1Ü9 Millionen Mark ober 48 Prozent ber ursprünglichen Lohnsumme ergeben.

Dem prophylaktischen Vorgehen ber rheinisch-west­fälischen Eisrnerzeuger haben sich sämtliche übrigen bculschen Hüttenwerke, sowie die gesamte Eisen vor- arbeitende Industrie in Rheinland und Westfalen ongefchlosstn Ob und wieweit die Industrie von der Möglichkeit, die sie sich durch die sriftgemäsze Anmel­dung gewahrt bat. Gebrauch machen wird, hängt von dem Ausfall des Schiedsspruchs ab. Rach unseren Informationen glaubt die Industrie selbst nicht, dafz der Konflikt auf die Spitze getrieben wird, das, vielmehr eine völlige Stillegung in federn Jolle wirb vermieben werden können. Die Mög­lichkeit einer restlosen Verständigung mit den Ar- nehmern erblickt die Industrie darin, daß der Ar- bciMminifter und die Gcwersicha'ten sich mit einer stufenweisen Einführung des Achtstundentages entsprechend der technischen Vervoll­kommn ii n g der Werke und der Konjunktur- e n t w i ck l u n g einverstanden erklären. Eine wei­tere Möglichkeit, den liebergang zum Dreischicht en- system reibungsloser zu bewerkstelligen und den Wünschen ber Arbeitnehmer noch Mehrverdienst Rechnung zu tragen, würde man in der Einfüh­rung einer mehrstündigen, höher bezahl- len Sonntagsarbeit erblicken.

Oie Stillegungs-Anzeige.

Eigene Drahttneldung DesGießener Anzeigers*.

Berlin. 4. De^ Die 6tükgung4aftton Der GrosteiseninDustrie. an Der nichts nur alle Eisenwerke, sondern auch die auf Hochöfen bzw. Stahl- unD Eisenwerken auf gebauten oerarbet- lenden Betriebe sich beteiligt haben, stellt einen ganz austerorDentlichen Schritt Dar. Der zunächst wie eine Kampfmahnahme seitens Der Industrie gegenüber Den Forderungen der Gewerkschaften anmuten muh. Die (Industrie will jedoch mit dieser Ma st nähme nicht zu einer Verschärfung Der Lage beitragen, sondern Vorsorge treffen, um im Fall Der tatsächlichen Durchführung Der Verordnung des ReichSarbeitsm'.nisterrumS. die bekanntlich in Der Grvsteisenindustrie dm drei­teiligen Vrbei'Sschichtwechsel an Stelle deS bisherigen zweiteiligen ab 1. 3anuar 1928 vor- fieht. enisprechende Mahnahmrn ergreifen zu I6irr.cn. Aus jeden Fall will Ne sich den Weg offen halten, unrentable Betriebe, die zur 3eit in Anbetracht der Mengenkonjunktur an Der Produktion noch teilnehmen, stille gen zu können.

Das Dic Forderungen Der Dewer kl chaf- ten anbeianqi. >o muh betont werden, dal) dieselben weit über das hinauSgehen. was auS Der Verordnung deS AeichSarbeitS- Minister- herrührt. Die Gewerkschaften fordern nicht nur Die strikte Durchführung dieser Ver­ordnung. sondern Darüber hinaus überhaupt Die lchematische DieDereinführung DeS Achtstunden­tages auf Der ganaen Linie, sowie entsprechen­den Lohnausgleich für den infolge Der ArbeitS- zettkürzung ausfallenden Verdienst und zu allem Diesem noch Lohnerhöhungen von rd. Id Pf . pro Stunde. Dah diese Forderungen für die Eilen- inDuflne untragbar sind, muh auch Dem Unbeteiligten einlcuchten. Das deutsche Lohn­niveau in der Eisenindustrie Legt gegenwärtig erheblich über Dem Der anderen eisenschaffen­den europäischen Länder, besonders Der Fran­kenländer. Polens und der Tschechoslowakei: Dic Selbstkosten dieser Konkurrenzländer sind infolge- Dessen so niedrig und für DaS Deltmark,Preis­niveau so bestimmend, dah Die deutsche Eisen­industrie nicht in Der Lage ift. zu erpori.eren. DaS Diese Unsähigkeit volkSwirtschast- I i ch bedeutet, erhellt Dte Tatsache, Dah Deutsch­lands eisenschaffende und eifenbearbeitende In­dustrie -für DaS 3ahr 1926 eine aktive Handels­bilanz von zrvei Milliarden Mark aufzuweisen hatten, womit Deulfchland seinen Sebent - mittelimport bezahlen konnte. Die Er­füllung Der GewerNcha'tSsorderungen würde eine Preiserhöhung von 9 bis 10 Prvz. noNoen2ig machen. DaS würde eine Ausschaltung Der Deut­schen Eisenindustrie vorn Deltmarkt bedeuten.

Bei Dem jetzt zur Debatte stehend-m Problem Dreht cS sich aber nicht allein um Dae Drei­schichten'i-stem selbst sondern auch um Da6 Schick­sal von 20 ODO Volksgenossen, die nach Der Ein­führung deS Acht uudenlageS hem Heer Der Arbeitslosen entnommen und bei Der Eisenindustrie unter gebrach: werden könnTn. Dabei ergibt sich allerdings ein ernstes H ndern^. das beachtet werden muh. Die Ei'enindustric ist zur Zeit gut beschäftigt und hat Au'träge bis in das nächste 3ahr hinein. S.e verfügt aber nicht über Dic Zahl von Facharbeitern. Die erforder­lich ist. um trotz Der Umstellung b.c Produktion in ihrem bisherigen Umfange auf recht erhol: en zu können. Qualitä »arbeitet find auch auf dem ArbeitSmarkt nicht vorhanden, müssen alko erst heran gcbilhet werd n. D zu brauch: man Zeit, wie auch Die grvtzen Alm- und Ver­bauten nicht von einem Manat zum anDem sich verw.rllichen lasen. Die SHw r ndustric fordert nun. dafz ihr die Mögllchkei: offen gelassen w.rd. aus ihren Belegschaften die Kräfte her­

Dohnungen gebaut werden. Es ist aus.z rech­net worden, hat) für etwa 100E0 Ard iie: Dr.i- zin-.meNvvhnungen erfortKr lj> s nd Hat r Zu­grundelegung ter heut g n Banks'.en wir^ en Betrag von 90 bU 100 DU.Ionen Golbmirk aufzuwenden sein. Dabei sind aber noch nicht die Led.gcnhv tmc b.rückllcht g;. die auch g b^u Lin wollen Die Umstellung \am Dr.i . chienspslcn bangt also für hie Schwer ndustrie ungeb urv finanzielle Belastungen mit sich die wchi ^e Ford, rung nach einer längeren 2 nlauss - zeit im Jntervflc Der Produktion und damit auch im Interesse Der Belegschafken als durchaus ge­rechtfertigt erfchein.-m lallen

Die nächste Aussprache unter Den Par­teien findet am Mittwoch, Dem 7 Dezember, in Essen flott, nachdem die Otzewerkfchaslen die Prü­fung der geldlichen Auswirkungen ihrer Forderungen auf einzelnen Werken der nord- nnftlidjen Gkuppe, deren Auswahl den Gewerk­schaften übertönen ist. am kommenden Montag und Dienstag oorgenommen haben werden.

auszunehmen, Dte zu Facharbeitern herang b IDct werden müssen. An deren Stelle treten dann natürlich ungelernte Leute. Gibt mm ihr eint angemessen' Atempause, dann ist auch die Gewähr Dafür gegeben. D.1& die Produkt on keine Störungen er > t. Die arbeit mden Beleg­schaften nicht benachte.l g werden und Darüber hinaus bis zum Augenbllck Der erfolgten Um­stellung 20 000 Mann wieder in den ArbeitS- prozest neu eingeschaltet sind. Aur auf Diese Weise glaubt man, sowohl Dem Gesetz. DaS respektier', werden must, Genüg' zu leisten, als auch Die Schwerindustrie vor Erschütterun­gen zu bewahreir

Vicht überief werden darf dabei die fi­nanzielle Seite des Dre"schichtenftzstemS, auf Dte sich led.»lich das Jntereffc der Arbeiter konzentriert. Die Umbauten in den Wer­ken kosten sehr viel Geld, auherbem müllen für 20 000 Arb iter neue Lohn summen her- auSgewirtschattet werden. Schliestlich geht es auch nicht an, Dte 20 003 Arbc ter in Der Vähe Der Werke zusammenzupserchert. Also müssen neue

Heuer Kamps um die Vesolduugsreform.

Widei-stände im Zentrum um

(Eigener Drahtberichi des ..<9ie&Aiet flngcigers".

Berlin. 4. Dez. Aach einer Meldung der »Vvss. 3tg. hat Die V e i ch S t a g s f r a k t i o n deS Zentrums in einer Sitzung, an der auch Die drei Dem Zentrum angehürenden Mitglieder des preußischen Robinett« teilnahmen. Den for­mellen Beschluß gefaxt. Die BesoldungS- reform in diesem Jahre nur z u 75 v. H. Durchzuführen: die restlichen 25 d. Sy sol­len Den Beamten zu einem späteren Zeit­punkte. wenn möglich im nächsten 3ahre, bewilligt werden. LautXägL Rundschau" haben sich die Deutsche DvlkSpartei und Die Deutfchnationalen in einer interfraktio­nellen Besprechung, an der auch Der Reichs­kanzler Dr. Marr und Der RexhSsinanzministcr Dr. Köhler tellnahmen, gegen den ZentrwnS- befchluß ausgesprochen. Wie eine ganze Reihe von Blättern berichtet, hält Die preußische Regierung, die ebenfalls den Zentrums- Vorschlag a b l e h n t, an ihrer ursprünglichen Vorlage fest. Zwischen Dem Reichskanzler und dem preußischen Ministerpräsid^rten hat in Der Frage der Bc^vldungsreform eine eingehende Aussprache stattgcttinden. Wie die ..D. A. Z." schreibt, sind die Verhandlungen soweit zum Ab­schluß gekommen, daß die Vorschläge gegen die RegicrunaSvvrlage als abgeschlagen gelten können. 3n der KabinettSiiyung sei festgestellt worden, daß für da- Reich fein Anlaß bestehe, eine Kürzung der BesvlDunaSerhöhung auf 75 Prozent vor^unehmen. Es ist aber anzuneh­men. Daß Die bei Der ersten Lesung im AuSfchuß vvrgenommenen Aenderungen im wrientlichen wieder beseitigt werden. Die Besprechun­gen der Führer Der Regierungsparteien über Dic Be*oldungsvorlage UnD am Sonntag fort­gesetzt worden Sir gehen jetzt nicht mehr in erster Cirve um Die Regierungsvorlage selbst. Da diese aller Wahrlcheinlichkeit nach die Grund­lage der weiteren Be'chlustfasfun^nm bilden wird, sondern vor allen Dingen um die Wünsche Des Zentrums. Die mit Der Besoldung^- Vorlage verknüpft werden sollen. Hier handelt es 'ich in erster Linie um die Frage der Er­höhung der Invalidenrente. Die an­deren KoalitionSparteien vertreten zu b.c*em Plan die Auslassung, daß daS Zentrum zunächst 'ich mit dem 5inan)minHter über die finan­zielle Tragweite d.eseö PlaneS .ns Be­nehmen 'etzen lolle. W.i'erhin wurdc Dic vom Fcn.rum gcwün'chte Beibehaltung derBe- f a tz u n g s z u I a g e für Die Beamten unD fer­ner Die Frage der 5prozentigen Zulage für Berlin und Hamburg besprochen.

Der Kampf geht ferner um die Zuschläge zu den Pensionen der Wartegeld, und Ruhe- gehaltsempsänper. Mit einer Mehrheit aus den Parteien der co;ulbemo(raten, der Dolkspartei, Der Demokraten und Kommunisten -st entgegen der Regierungsvorlage ein Abänderungsantrag angenommen worden, der eine erneute (Ein ftufung der Pensionäre Vorsicht. n>a: für das Reich einen Mehraufwand von rund 56 Mil- lionen bedeutet. Dieser Beschluß muß die Besolduna»- reform als Ganzes gefährden. Denn der Reichs­finanzminister Hot eindeutig zu verstehen gegeben daß er keine Mehrbelastung seines Etats auf sich nehmen könnte. Don den Gegnern des Ab- änderungsantrags wird zudem noch das Argument angeführt, daß man rechtlich bisher immer on?r- kennt habe, neue Gehaltsoorlogen tollten niemals eine Erhöhung Der alten Pensionen ober gar ihre Reueinstufung herbeiführen. Der stärkste DiderslonD pegen Die Erhöhung Der Pensionen mam: sich Dabei rm Zentrum peltenD, daß sich geoen Die auch von Den Rechtsparteien vorgebrachten Anträre aus Pen- sionserhöhung bebarriich wehrt. Es wist bei Pen- sic nen. De einem Krundoehatt von 12000 Mk nt- sprechen und Darüber hinaus, keine Zuschläge mehr gewähren. Ein Kompromiß zwischen Dielen Grundsätzen würde entlprechend der uriprüngstchen Rcgierungsvortape eine beprem'c Paulchalerh^h mg und eine Jegrenzung Der si?öchstpensionen oorfeDrn. Es scheint, daß die ohnedies verworrene und für

die Erhöhung her Pensionen.

die Regierungskoalition gesährtiche Lage noch er­schwert wird durch Die Absichten. |cttt Die Durch- suhrung Des Lets-Bruning und Die Probleme der Berwaltungsresorm mit Der Besoldungsfrage zu ver­koppeln.

Demokraiische Forderungen zur Lage.

Soch-Wcser vor dem Retchsparkeiautzschntz.

Berlin, 4. Dez. (DIB.) Aus einer Tagung des Reichsparteiausschusseo der Deutschen Demokra- tischen Partei ergriff Der Parteiführer stoch -Weser das Wort zu einer eingehenden stennzetchnung ber gegenwärtigen politischen Situation. Es ist aus Dic Dauer unmöglich, |o führte der Redner aus. rote Die Deutschnattonalen unter Der ParoleNie mit ber Sozialdemokratie" Politik zu machen. Selbst wenn man der Auffassung ist. daß ein« Verminde­rung Des Einflusses ber Sozialbemokratie zweck­mäßig erscheint, |o sink» doch die Mittel ber Deutsch- nationalen dazu völlig ungeeignet. Ls handelt sich in Deutschland wie überall in Europa nicht darum, ob. sondern was für eine Sozialdemokratie man haben will. Deutschland kann auf die Dauer nicht ohne odergegen. aber auch nicht allein durch die Arbeiter regiert werden. Es ist eine verständige M i s chri n g nötig, in brr alle Volksteil, sich -Jammenflnbcn Dos Gegenteil fuhrt zum Bolschewismus. Der Redner streifte dann Das Problem ber Neugliederung des Reiches. Er betonte mit Entschiedenheit, daß Der Weg «um Einheitsstaat nicht über Großpreußen füh­ren könne, da dadurch Suddeutschlanb völlig au» dem gleichen Tritt mit Norddeutschlanb komme. Der Parteiausschust nahm dann mit erheblicher Mehr­heit einen Antrag an, in dem die Beseitigung ber Todes st rase im künftigen St - 'fgesetzbuch gefordert wird. Ferner fand ein Antrag Annahme, in dem es heißt An dem System ber ß i ft e n m o h l und den sonstigen Nachteilen ber großen Wahlkreise nehmen immer weitere st reise der Bev.Ikerung stärk­sten Anstoß. Sie oertangen, wieder Linzelkan- d i d a t e n gegenüberzuftehen. Die Partei ersucht deshalb die Reichstagsfraktion, mit aller Energie für beschleunigte Durchsührung einer Wahlresorm der unter dem Ministerium 5külz ausgearbeiteten Vorschläge sich einzusetzen.

Hitferding gegen Schacht.

Tir wirtschaftspolitische Debatte im Reichstag.

Berlin. 3 De». lD.D.Z.) 3n der Aus- Epra che über Die Wi rtlchaf t« nterpella t on bet lagt Abg Rauch kB. Vp.) die Rotlage Dee ge­werblichen Mittelstandes und der LanDw rrfchafl. Die deutsche Landwirtschaft sei h-.nl^'t.ch Der Srll-ftkokten im Verhältnis zur AuslanDslonlur- renz vorbelastet. Darum Dürft man Den Rus nach Zollabbau nicht generell auch für alle Zweige Der Landwirtschaft erheben. D e noi- wenDigen ÄrcDite Der Lankv.r^chaft feien hoch verzinst wordem. daß Darunter Die land- w.rt^chaftllche Prvdultion leiden muf tc. Außer ei'*er großzügigen SntschulDungSakt'vn sei auch eine Verbilligung Der Be- tricbskredite nötig, öin griunder Föde­ralismus fei notwendig, um in Den ärmeren Ländern nicht die Reichsv er Drofs-rnheit anwackfen »u lafen. Die notwendige Reform und Ver- riUigung der Derwalmng <ei auch ohne Zen­tralismus möglich Der GinheitSg< Dante tollte 'ich heller durihfetzen im Verhältnis der W.rt- fchafrSverbände > uc inander.

Abg. Schröder. Mecklenburg lVöll >. sieht die Ursache ter Mängel bet Der kommunalen Fi­nanzpolitik in der Erzber^erfchen Steurrresomn. Die iBrifcrang werde nur eintrelen. wenn den Ge­meinden wieder das Recht gegeben werde, D e Einkommensteuerzuschläge selbst festzusetzert. Die Einkommensteuer mäste wi Der Den 2än_erx unD Vemeinden überlassen ttxer'en.

Abg. Bachmann (Dn.- bespricht kurz die Kreditverhältnille der Landwirtschaft: die zur