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lottee durch dir Aufständischen le eine» Baracken, lager ringe) djloffen fein und auf Entsatz warten

Die Deputlectenkammer wird morgen in einer Sondersitzung die M u » ff oha n g aller Deputierten beschlichen, die die Draiidentschafls- kandidatur der Generale (Borner und Serrano un- fersfühl haben. Präsident tolles hat eine Er­klärung veröffentlichen lassen, in der es heißt: Ich bin entschlossen, die revolutionäre Bewegung der Generale Serrano und Game; ein für allemal zu unterdrücken. Beide sind Verräter. Die Regierung wird sie bekämpfen und vernichten. Die von Serrano in lorreon entfesselte Meuterei wurde nach dreistündigem Kampf niederge­worfen. Sämtliche aufsländischen Offiziere wur­den gefangengenommen und die Soldaten entwaffnet. Alle werden vor ein Kriegsge­richt g e st e l l t werden. Der versuch zweier Regi­menter, in Veracruz ju meutern, erfolgte auf An­stiftung des Generals Gomez/

Rußlands AfienpolitiK.

Tie Stützung der Türkei.

Sotono, 4.0lt. (XU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, schenkt die Sowjetregierung der außenpolitischen Lage im Rahen Olten große Beachtung. Die Diplomaten der Sowjetunion find bemüht, ihre politische Slellung in derTür - fei, Persien und Afghani st an zu stärken. DiePrawda" veröffentlichte gestern einen neuen Artikel über d i e russisch-türkischen Be­ziehungen und behauptet darin, daß der an­gebliche Versuch Englands, die e Beziehungen zu un.ergra'e i. bisher ergebnislos verlaufen sei. Eie ist der Ansicht, daß die türkische Regierung ihren F.eundschaftsve.trag mit der Sowjetunion nicht kündigen werde.

Ferner beschäftigt sich diePrawda" mit einer Meldung des deutschen Sozialistischen Pres edienstes über einen angeblichen Geheim- vertrag zwischen Rußland und Ita­lien. der im Falle des Ausbruchs eines Krieges zwischen der Türkei und Italien in Wirksamkeit tre'.en solle. DiePrawda" bemerkt hierzu, daß 61.'e Meldung rein provokatorischen Charakter trage und Mißtrauen zwischen diesen beiden Ländern hervorru'en solle. Die Zeitung erklärt, daß es keinen italieni ch-ru s.schen Geheimver- trag gebe und daß die Sowjetunion über­haupt keine geheimen militärischen Abkommen getrogen habe.Prawda" kommt zu dem Schluß, daß die Türkei im Kampfe um ihre Unablängigkeit auf eine Unterstützung durch die 6otojetregieru:ig rechnen könne. Die Türkei werde ihre Position dem Völkerbund gegenüber nicht ändern und auch fernerhin den Arbeiten in Genf sernbleiben.

Der Balkanpakt.

Griechenland tritt für Teilabtommen der Balkanmachte ein.

Paris, 4. Olt. (Wolff.) Die Havas-gentur veröffentlicht heute die Erklärungen, die der griechi che Außenminister Michalakopulos während seines Aufenthal es in Paris abgab. Michalakopulos erklärte, man habe viel von einem B'lkanpakt gesprochen, aber die politischen Wirk- lL,fdten bewiesen die Unmöglichkeit, alle Dolkaninteres.en in einer Formel oder in einem allgemeinen Pakt zu vereinen, weil diese Intereisen nicht einen a m einsam en Heimer hätten. Das Königreich Serbien habe nicht nur Dal- kaninteressen, sondern auch Interesse an Mittel­europa und an der Adria. Rumänien habe Donauinteressen und Besorgnisse nach Rußland bin. die Türkei habe neben ihren Dalkan- interef en Mittelmeer- und asiatisch? Interessen. Dieje Verschiedenheit mache den Balkanpakt sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich bei dcrn gegen wär,igen Stand der Dinge. Er sei daher der Ansicht. daß man zum selben Ziel, nämlich zur Stabilisierung deS Friedens durch Teilabtommen gelange, die so ausgearbeitet werden mußten, daß sie aneinanderg.r.iht und zueinander in Einklang gebracht werden könnten.

polnisch-litauische Spannung.

Ter Streit um Wilna.

Warschau, 4. Oft. (TU.) Im Zusammenhang mit der in Litauen am 9. Oktober stattfindenden Trauer feier für den V e r I u st des Wilna-Gebietes an Polen hat In der pol­nischen Presse anscheinend auf Wink von oben eine starke antilitauische Propaganda eingesetzt. Seit meh­reren lagen bringt besonders die Regierungspresse groß aufgemachte Nachrichten über schlechte Be­handlung der polnischen Bevölkerung in Litauen und die angeblich antipolnische Politik Litauens. DerKurjer Poranny" bringt heute einen langen Artikel, in dem gesagt wird, die Verfolgung des Polentums in Litauen könne bei einem friedlichen Zusammenleben zivilisierter Staaten nicht länger geduldet werden. DerExpreß Poranny" über schreibt einen ArtikelDer Diktator Litauens, der Deutsche Woldemaras, ahmt die schänd- I che Barbarei der Hakatisten nach". (f)afatiften = Deutscher Ostmarkenoerein aus der Vorkriegszeit.) DerKurjer Polski" erklärt, Litauen fei ein ge­fährlicher .ßerd für den Frieden im Osten Europas; es fei zu hoffen, daß die nächste Zukunft energische Schritte der polnischen Regierung gegenüber der Verwilderung in Litauen bringen werde.

Die polnischeAgrarreform".

Eine Beschwerde der deutschen Grundbesitzer beim Völkerbund. (Stqcnei Dradtbeitch des .0 ie Langer-".)

Berlin, 5. Oft. Der Warschauer Sejm hatte vor etlichen Jahren ein Gesetz angenommen, das eine großzügige Agrarreform versprach, aber in Wirklichkeit doch nur daraus zugeschnitten war, den deutschen Grundbesitz zu ent­eignen. Mit 5)ilfe dieses Gesetzes ist es denn auch gelungen, zahlreiche Guter aufzuteilen und in pol- Nische nänbe zu bringen. Da man auch für dieses Jahr große Parzellierungen vorgesehen hatte, war der deutsche Grundbesitz zusammengetreten, um den Schutz des Völkerbundes anzurufen. Eine entsprechende Eingabe deutscher Sejmabgeord- neter ist auch bereits aufgesetzt worden. Um nun die Aktion zu durchkreuzen, sind die Starosten ausgc- fordert worden, die Gutsbesitzer unter Druck zu nehmen und von ihnen schr.ftliche Erklärungen zu verlangen, daß sie nicht zu der Eingabe stünden. Daß sofort gegen dieses Vorgehen be.m polnischen Innenminister Einspruch erhoben worden ist, versteht sich von selbst. Nur wird man damit niajt viel erreichen, da die Polen ein großes In- terefie daran haben, daß aus dem deutschen Vor­stoß nichts wird. Wir haben ja schon in Ober-

(Ein neuer Ozeanflug.

Der Start in Norderney.

Aorderneh. 4.Oft Das Junker-Wasser­flugzeug D 1230, Typ .©.24". das gestern abend in Aorderneh angekommen war, ist heute nach­mittag 17.32 Uhr zu einem Ozeanflug gestartet. Die Vorbereitungen zum Start waren während der Aachr getroffen worden. Bei Schein­werferlicht wurde getankt Gegen 3 Uhr waren 21 Fässer Betriebsstoff an Bord genommen. Bald darauf wurde über dem Führersitz die Antenne angebracht. Etwa eine Stunde später versammelte sich eine große Menschenmenge, die dem Start beiwohnen wollte. Hm 5.15 Uhr setzte heftiger Regen mit Böen und £agel ein, scheinbar ein Gewitter, da das elektrische Licht im Orte erlosch. Die Standhaften ließen sich aber auch durch das Unwetter nicht vertreiben. Ihre Geduld wurde belohnt: um 1 .7 Uhr er­strahlte wieder die Sonne. Gegen 8 Uhr wird es lebendig um das Flugzeug. Die wenigen Schuhpolizeiwachtmeister können die Menge nur mit Mühe zurückdrängen. Degen 11 Uhr wird ein kleiner Postwagen von drei Angestellten des Flugplatzes an die Startbahn gero.lt In dem Wagen befindet sich Ozeanpost Doch der Start findet noch immer nicht statt. Erst gegen 15 Uhr werden die Propeller angeworfen und das Flugzeug wird, begleitet von einer kleinen Dampfpinafse auf d i e offene See gebracht. Zwei Herren und eine Dame hatten sich vordem bereits an Bord begeben. Ein weiterer Fluezeug- Insasse folgt in einem Ruderboot, das ihn in schneller Fahrt zum Flugzeug bringt. Gegen 16 Uhr sehen plötzlich die Motoren aus. Der Zuschauer bemächtigt sich das Gefühl, daß sie versagen, doch bald seht zuerst der mittlere Motor und Dann auch die beiden seitlichen Motoren wieder ein. Das Flugzeug gleitet langsam auf dem Wasser vorwärts. Man hat den Eindruck, als genüge die Kraft der Motoren nicht, um das schwere Flugzeug vom Wasserspiegel zu heben. Plöhlich sehen wieder sämtliche Motoren aus: ein Dampfer, der am Flugzeug vorbeisährt, hat den Weg versperrt. Als die See wieder frei ist, sehen die Motoren wieder ein uiö unter dem Jubel der harrenden Menge hebt sich das Flug­zeug bald darauf ruhig und sicher vom Wasser. Roch eine Schleife über der Insel und dann ver­schwindet das Ozeanslugzeug am Horizont.

Zwischenlandung in Amsterdam

Amsterdam, 4. Oft. (WTB) Das in Aorderneh aufqe'liegen? Flugzeug D. 1230 hat um 17.30 Ilhr Amsterdam über flogen und liegt jetzt Im Marineslughasen von Schell I n g- woude. Es ist in Schellingwoude neu mit Benzin der ehen worden. Wie von beteilig'er Seite mV geteilt wird, ist die Landung des Jun­kers-Flugzeugs in Amsterdam auf eine An­ordnung der Slugleitung z rückzusühren. ©obalb die Wetterlage es gestattet, wird D. 1230 von Amsterdam den Ozeanslug auf dem geplan­ten Wege durchführen. Wie der Amsterdamer Vertreter des WTB. zuverlässig erfährt, steht das Ziel des morgen früh um 5 Uhr von hier beginnenden Etappen-Fluges des deutschen Iun- kerflugzeuges D. 1230 noch nicht fest. Flug­richtung und Flugziel werden vielmehr davon abhangen, wie sich die Wetterlage gestaltet und auch von anderen, bei der Durchführung des Fluges au beachtenden Umständen, so daß die Piloten bei der Feststellung der Flugstrecke voll­kommen freie Hand haben. Wie wir von beteiligter Seite erfahren, haben die Piloten der D. 1230 Anweisung, die Durchführung des Fluges keineswegs zu überstürzen, da es sich nicht um einen Rekordflug handelt, die Veranstalter vielmehr den Haupiwert darauf legen, die Sicherheit des Flug s zu beweisen Der Passagier der D. 1230 ist eine Dame, die Wiener Schauspielerin Frau Lilly Dillen-. Sie ist die Tochter des Kunstmalers Holliher.

Das Gzeanflugzeug D 1230.

Aorderneh, 4. Ott (WB.) DaS drei- motorige Junkers-Flugzeug D. 1230 soll den Transozeanflug in mehreren ©tappen, und zwar zunächst in 14stündigem Flug die reichlich 2000 Kilometer lange Strecke nach Vigo-Azoren, ausführen. Ss soll bann von dort weiter nach Aeuyork fliegen. Die Maschine ist im europäischen Hauptstadtverkehr bereits seit längerer Zeit erprobt und bietet im Aormalverkehr Platz für den Führer, den Bord­monteur und neun Fluggäste. An Stelle der Passagierplätze sind zu beiden Seiten Benzin­tanks eingebaut Das Flugzeug hat außerdem die Aufgabe, die P o st s ä ck e der .Europa" and der .Bremen" nach Amerika zu befördern. SS ist ein Ganzmetallflugzeug. das in Dessau gebaut und in Malmö auf Schwimmer gesetzt wurde, nicht mit Silberbronze an gestrichen, sondern der Witterungseinflüsse wegen mit einer hellgrünen Mennige. Die drei Iunkersmotoren sind vom Typ L. 5 mit je 280 Pferdestärken. Das Flugzeug kann seine Manövrierfähigkeit auch mit nur zwei Motoren auf rechter halten.

Das Hen'kel-Ozeanflugzeug.

Berlin. 4 Oft. (XU.) Wie die Aacht- auSgabe mitteilt, sollte gleichzeitig mit der heute in Aorderneh zum Ozeanflug gestarteten Junker- maschine D 1230 auch ein Wasserflug­zeug der Warnemünder Heinkel- werfe zum Flug nach Amerika starten. Hierzu erfährt die Telegrafchen-älnion folgendes: Durch die Erfolge seiner Flugzeugfonstruktionen ermutigt und nicht zuletzt dadurch, daß der neueste Typ von Heinkel im Jahre 1926 Sieger im deutschen Seeflugwettbewerb geblieben war. g.ng Dr. Heinkel im Sommer dieses Jahres daran, für einen Transozeanflug ein besonderes Seeflugzeug zu schaffen. Diese Maschine ähnelt in ihrer Konstruktion der Type H E 5, dem Sieger im vorjährigen Sees lugwettl«werb. Die Ausmaße sind im allgemeinen etwas größer gehalten und weisen einige Sonder­heiten dem besonderen Zweck entsprechend auf, so sind z. B. die Schwimmkörper entsprechend der größeren Belastung und den stärkeren An- forberungen an Hochcesähigkeit größer gestaltet worden. An sich ist die Maschine ein Tief- d e ck e r mit halvfre.tragenden Tragflächen. Als Material hat auch hier vor allem zum Bau des Rumpfes Stahlrohr Verwendung gesun­den. das Heinkel auf Grund ferner Er altrungen bereits seit längerer Zeit in den Flug eugbau eingeführt hat. 3m übrigen ist Holz mit der üblichen Stosfbespannung und teiltoejcr Sperr- holzbeplankung verwendet toor'ten. Ausgerüstet ist die Maschine mit einem B. M. W. - VI - M o - tot, der eine Dauerleistung von 500 PS und eine Spitzen!^ stung von 800 PS hergibt. Das Leergewicht des gesamten Flugzeuges be­trägt etwas über zwei Tonnen, so daß es bei seiner Auslastung mit mehr als vier Tonnen insgesamt an Fsuggewicht über sechseinhalb Ton­nen aufweist. Zur besonderen Sicherung ist das Flugzeug nicht nur mit einer Funkempfangs­und Sendeanlage, sondern auch mit einer be­sonderen Radiopeilvorrichtung au#ge- rüftet, die es den Fliegern ermöglicht, unab­hängig von Kompaß und Sicht, jederzeit ihren Standort genau festzu st eilen. Die notwendige elektrische Energie wird von einem Generator erzeugt, der unmittelbar mit dem Motor gekup­pelt Ist. Die Reichweite der Sendeanlage dürfte über See wohl über 1000 Kilometer hinaus- gehen. Das Flugzeug wurde Anfang August im Dau fertiggestellt und unternahm von da ab regelmäßig Prvbeflüg« mit steigender Belastung. Diese Probeflüge führten zum Teil noch zu Heinen Abänderungen und Verbesserungen, ergaben aber berechtigte Hoffnungen auf das Gelingen des Unternehmens.

schlesien erlebt, welche Schwierigkeiten sie dem Deutschen Dolksbund bereitet haben, um seine Be­schwerden unmöglich zu machen. Das gleiche Ma­növer wiederholt sich jetzt den Grundbesitzern gegen­über. Wir geben uns aber der Erwartung hin, daß wenigstens die deutschen Sejmabge­ordneten Ihrerseits die Schritte unternehmen, die notwendig sind, um die Aufmerksamkeit des Völkerbundes auf die gewaltsame Gnte.gnung und die Schmälerung des Beschwerderechtes der Min­derheiten durch die polnischen Behörden zu richten. Viel Hoffnung auf Erfolg haben wir allerdings nicht.

Die Liquidationsschäden. Keine Hurückzictznng des EntschadigungS« gesctzcs wegen WiderspriichParkcrWilberts.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 5. Olt. 3m Zusammenhang mit den Beratungen über bas Liquidationsschäden- geseh im Reichsrat ist in der Presse die Aach- richt aufgetaucht, daß die Reichsregierung beab- sichiige, das ganze Kriegsschädenschlußgesetz in­folge der Widerstande, diederReparations- a g c n t gegen die Verwendung der Reichsbahn­vorzugsaktien zur Befriedigung der Liquidaliens- geschädigten geltend gemacht hat. zurückzu- ziehen, da eS ohne die Möglichkeit der Ver­wertung der Reichsbahnvorzugsaktien undurch­führbar sei. Wir erfahren dazu, daß bei den Anständigen Stellen in feiner Weise die Absicht besteht, oder bestanden hat. den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Tatsächlich scheint jedoch der Re- varationsagent gegen den Verkauf der Eifen- bahnvorzugSaktlen zur Durchführung des Ge­setzes Widerspruch erhoben zu haben, man hat jedoch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Bedenken des Reparationsagenten zu zer­streuen. Eine Aussprache zwischen Reichsregie­rung und ReparationSagenten soll eine Klärung dieser Angelegenheit auch in rechtlichem Sinne bringen. Eine DeckungSmöglichlelt sieht daS Finanzministerium in der Ausnahme einer Aus- landanleihe nicht, sondern hält vorläufig noch die Deckung durch den Berkaus der Eisenbahn- Vorzugsaktien für den einzigen Weg.

Sinbcnburgfe^er in Chile.

Valparaiso, 4 Olt (W?lfs.> Die deutsche Kolonie beging gern infam mit d.r Besatzung des C>eutM)en Ärcu^ereEmden", unter Tcil- nabme der chilenischen D.hördm. der A-mee und der Marine den Geburtstag des Reichspräsidenten Hindenburg In

festlicher Weise. Am 1. Oktober fand eine Feier der deutschen Schule statt, abends Empfang und Ball der Kolonie. Am Sonntagmorgen wurde ein Fe'-got esdienst abgehalten. M .hr-r? b .deutende chilenische Zeitungen brachten anläßlich des Ge­burtstages Sondernummern.

Des Reichspräsidenten Dank an Präsident Coolidge.

Berlin, 4. Oft (Wolff.) Der Reichspräsi­dent hat folgendes Telegramm an Präsident Eoolidge nach Washington gerichtet:

.Für die mich aufrichtig erfreuenden ©lück- wünsche, die Sie. Herr Präsident, anläßlich meines 80. Geburtstages an mich gerichtet haben, bitte ich Sie, meinen herzlichsten Dank entgegen- zunehmen. Der Freundesgruß des ame­rikanischen Volkes an das deutsche Volk, dem Sie mir mit so anerkennenden Worten über­mittelt haben, war mir eine besondere Geburtstagsfreude. Von Herzen erwidere ich ihn namens des deutschen Volkes.'

Ebenso hat der Reichspräsident den ande­ren fremden Staatsoberhäuptern, die seines 80. Geburtstages gedacht haben, seinen aufrichtigen Dank nebst fernen besten Wünschen übermittelt. Außer den bereits gestern Genann­ten hat auch der Schah von Persien dem Reichspräsidenten Glückwünsche übersandt.

Aus 'tller Welt-

Kuriosa von Hindenburgs Geburtstag

So manches hat sich am vergangenen Sonntag anläßlich des 80. Geburtstages des Re ch, Präsiden- tcn ereignet, was nicht der Oeffentlichkeu bekannt geworden ist. So erfahren wir, daß die Gratu- lationsadresse, die der Doyen des Diploma­tischen Korps, Nuntius Pacelli, dem Reichs­präsidenten überreichte, von einem hiesigen Diplo­maten, nämlich dem russischen Botschafter, nicht unterzeichnet worden war. Und warum? Da in der Gratulationsadresse der Segen Gottes auf den Reichspräsidenten herabgefleht wurde, war es dem russischen Botschafter in Anbetracht der Tat fache, daß die Sowjetregierung den Himmel ab geschafft hat, nicht möglich, dieses Dokument zu unterschreiben Er hat insolgcdcsscn persön­lich einen Glückwunsch in freundlich gehaltenen Worten an den Reichspräsidenten gesandt.

Zwei junge Bayern, sie sollen aus Bad Tölz stammen, kamen am Sonntag, nachdem die Gra­tulationscour schon lange vorüber war, m i f einem großen Strauß Edelweiß, den sie hoch oben in den Alpen selber gepflückt hatten, in

das Palais des Reichspräsidenten und baten, Hin- benburg persönlich ihre Glückwünsche barbringen zu können. Obwohl sich ber Reichspräsident an« schickte, aerobe in diesem Augenblick in das Sta­dion zu fahren, um dort die Huldigung der Jugend entgegenzunehmen, empfing er doch noch die beiden jungen Burschen, die ihre Tracht angelegt hatten, und soll sich über Ihre Glückwünsche ganz besonders gefreut haben. Glückstrahlend verliehen jedenfalls die beiden das Präsibentenpalais.

Cine Forschungsreise des .Fliegers von rsingtau".

Kapüänleutnant ©untrer Plüschow, der aus dem Weltkrieg bctaimte .Flieger von Tsingtau", wird m diesen Tagen ein« neue Forschungsreise antreten. ®r segelt zunächst in einem eigens für seine Zwecke «bauten Kutter von Büsum an der Aordsee nach Brasilien, unter­nimmt eine Forschungsreise in das wenig er­forschte brasilianische 3nnere, segelt bann an der südamerikanischen Küste weiter bis zu den 5cuerlanb-3nfeln. 3n Punta Arenas übernimmt er ein durch Dampfer dahin gebrachtes Flugzeug und fliegt damit in das Innere des Feuerlandes, das bisher noch kein Europäer betreten hat. Aach dieser Forschungsreise, die auf 1>, Jahre berechnet ist, wird Kapitänleutnant Plüschow einen südamerikanischen U eher lanbf lug durch­führen. bei dem er die deutschen Siedler in Süd­amerika besucht. An der Expedition nehmen außer den Kommandanten Plüschow noch drei Mit­arbeiter teil. Der Kutter trägt den Aamen , Feuerland". daS Flugzeug den Aamen .Tsing­tau". Der Stapellaus deS Kutters erfolgt am 9. Oktober in Büsum.

Einsturz In einem Bergwerk In Kanada.

3n dem Bergwerk der Mond Aickel Eompanh bei Worthington erfolgte ein größerer Einsturz, durch den auch die Erdoberfläche in M tleiben- schaft gezogen wurde. Mehrere hundert Mtter der Ejsendohnftrecke der Eanadian Pac fic und ein Bahnhofsgebäude wurden zerstört. Die Bergleute konnten rechtzeitig gewarnt werden. ES ist niemand getötet oder verletzt worden. D.e Senkung der Erdoberfläche erstreckt sich nach neueren Al ei düngen auf ungefähr 400 Quadratfuh. D.e Tiefe der Einsenkung beträgt annähernd 1000 Fuß. De Kras 1 stalion und andere Gebäude, mehrere G.senbahnwogaons und einige 100 Fuß der E.senbahn strecke s nd bereits in die Tiefe gesunken. DaS Depot der Eisenbahn befindet sich gegenwärt g am Rande des AbgrundeS, in den eS jeden Augenblick zu stürzen droht. Gin Bergmann mit Frau und Kind, dessen Hau- 40 Fuß versank, konnte un­verletzt die Erdoberfläche erreichen. DaS Berg­werk war feil zehn Jahren in Betrieb und sollte In naher Z?it aufgeqeben werden.

Rauschglstschmuggler In Hongkong und Berlin verhaftet.

Dem Zusammenwirken der britischen und der deutschen Kriminalpolizei ist es gelungen, ein Ehepaar au verhaften, das zusammen mit meh­reren Helfern die unerlaubte Ausfuhr von Rauschgiften auS Westeuropa nach China und Japan In großem Um­fange betrieb. SS handelt sich um den früher in Berlin als Direktor der jetzt nicht mehr be­stehenden Firma Mercantile Llvyd 2. ©. an­sässig gewesenen Russen Gregor S la ttn ie- g r o h, der 1923 aus Konstantinopel zu - getoanbert war und sich Im Juni 1926 nach Hongkong begeben hatte. Seine in Bcr - linoerblicbeneööefrau hatte den Ein­kauf und den Transport der Gifte über­nommen. während er selbst den Vertrieb i er Gifte in Ehina besorgte. Zum Besuche der Lie­feranten unternahm die Frau wiederholt Rei en nach der Schweiz und nach Frankreich, da in Deutschland der Ankauf von Rauschgiften zu schwierig geworden war. Zum Transport deS Giftes hatten sich die Schmuggler in Berlin einen besonderen Koffer >"il doppel en Wanden und doppeltem Boden cnfert.gen lassen.

Die Wetterlage.

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&>cuervvvau0age.

Erneuter Kaltlufworstoh ließ in den heutigen Morgenstunden beim Zusammentreffen mit der herrschenden Eüdweä-Lust auch in unserem Ge­biet stärkere Wvlkenblldung erkennen, waS aber nur vorübergehend i't. DaS nordwest-europäische Hoch hat seit gestern seine Lage nur wenig ver­ändert und zeigt weiteren Lustdruckanftieg. 3m Bereich der Hochdruckwetterlage bleibt daS trockene Weiter sortbestehew Die Temperaturen gehen nacht- zurück und erreichen wieder die Gefrierpunkisnähe und in höheren Lagen auch darunter.

Wettervoraussage: Aachts kühl und Tempe- ratur'all, morg.nZ stelenweise A'be'.. tage leer auffKiternb unj trocken.

WitterungSaus Ichten für Freitag: Keine we­sentliche Aenderung.