Charlotte AmenDt 21. Sieg, Qlimi Schön 23. Sieg. SechSlampf der Turnerinnen: Else Klemmrath 11. Sieg, Paula Hofmann 14. Sieg, Emmy Hetz 18. Sieg. Sechslampf der Turner, volkstümlich: L. Malkomes ius 26. Sieg. Viettampf der Turnerinnen, volkstümlich: Else Bickelhaupt 7. Sieg. Hochsprung der Turnerinnen : Else Bickelhaupt 2. Sieg mit 1.45 m «leicht berührt), Erna Althaus 3. Sieg. Weitsprung der Turnerinnen: Erna Alt haus 4. Sieg. 4xl00-m-Staffel der Turnerinnen: 2. Sieg in 54.4 Sek. (T- Espach, Eh. A m e n d t, E. Althaus, E. Dickeihaupt). Hier war der Kampf besonders hart. Cs liefen: Tgs. Sachsenhaufen. Tgde. Eintracht Frankfurt, T.B. Gr.-Urnstadt. T.B. Malstatt, Tgs. Koblenz, M.T.V. Gießen, T.- u. Sp.-D. Eintracht Wiesbaden. Letzterer wurde 1. Sieger. Musterriege der Turnerinnen: Bote „Sehr gut“ (mit Stabübungen). Bon 60 erreichbaren Punkten wurde die Biege des M.T.B. mit 59 Punkten bewertet und kam an die zweite Stelle hinter Koblenz.
Einser Mitglied Oberleutnant Münch — Zehnkampfmeister der D. T. — konnte wegen einer Fuhverletzung an den Wettkämpfen leider nicht teilnehmen.
Tennis.
Gietzener Tennisklub 1922 e. 13. — Tennisklub Üurhesfen Kassel 16:9.
Bergangenen Sonntag spielte die ersteMann- schast des Gietzener Lennisklubs in Kassel gegen die gleiche Mannschaft des Sportklubs Kurhessen Kassel. Sie konnte ihren diesjährigen Siegeszug sortsehen, in dem sie das fünfte Klubwettspiel mit dem hohen Punktvorsprung von 16:9 ge- wann Die Ueberlegenheit der Gietzener Mannschaft trat besonders bei den Spitzenspielen der Herrenkonkurrenz hervor, wo die Herren Dr. Fischer, Walter Kirchner und E. Hamann mühelos ihre Gegner abfertigten.
5pieloereimgung 1900 Gieren.
o. Der 7. August sieht sämtliche an den diesjährigen Meisterschaftsspielen teilnehmenden morenmannschaften auf dein Plan.
Die Ligaelf hat sich den in der Rordrnain- kreisliga an führender Stelle stehenden Verein für R-senspiele „Olympia 07"-§rankfurt <x M. als Gegner auserkoren. Die Gästerlf spielt auch heute iip.1', wie im vergangenen Jahre. als sie beim hiesigen Verein für Bewegungsspiele weilte, einen technisch schönen und flachen Futzball, mit dem sie wohl hie Einheimischen auf eine harte Probe stellen wird. Olympia ist gleichmäßig gut durchgebildet. Sie hat in ihren Reihert keine sogenannten „Kanonen", dafür aber ein vorzügliches erfolgversprechendes Zusammenspiel. Die Elf des Vtatzvereins wird auch diesmal nicht um eine Niederlage herum komm en, wenn sie vor alten Dingen nickt komplett antritt und ganz besonders die im Spiel am letzten Sonni'g in der zweiten Spielhälste e'ngetretene Schwächepe-<>de zu meistern versteht. Einerlei, ob Sieg oder Niederlage, die Mannschaft mutz im Laufe dieses Monats noch mehreren guten Gegnern entgegentreten. damit sie gestählt am 4. September in den Kampf um Meisterschaft und Ausstieg eintreten kann, beim auch hier wird in diesem Jahre der Kampf ein viel härterer werden, in Anbetracht her recht spielstarken Konkurrenz.
Die Ligareserve folgt einer Einladung des Spvrrvereins Marbach bei Marburg zu einem Gesellschafts'piel. Die Aufstellung hat gegen den 'Vorsonntag eine kleine Aenderung erfahren. Die Gastgeber bieten auf ihren eigenen Gefilden ein schwer zu nehmendes Hindernis. Sie besitzen eine große Spielstärke und unterlagen erst kürzlich dem V. f. B. Kirchhain im Gntscheidungs- spiel um die Gaumeisterschaft nach Verlängerung nur 4:3.
Die 3 a* und 3 b-Mannschafden gehen gemeinsam nach Heuchelheim, um der dortigen 1. und 2. Elf vom Sportverein 1920 zwei Gesellschaftsspiele zu liefern. 1900er scheint nicht in stärkster Aufstellung. Zum erstenmal werden die aus der Jugend ausgeschiedenen Spieler verwandt. Man ist gespannt, wie sich diese einführen. Der Ausgang dieser Treffen ist vollständig offen.
Die 2. Vezirksliga im Lahnkrers.
ö. Die Fußballsaison 1926/27 sah in der Lahn-Kreisliga 11 Vereine um die Würde eines Meisters ringen. Aach Hartern wechselvollen Kampf wurde Germania-Marburg im Entscheidungsspiel. gegen 1900 Gietzen Meister und rückte nach seinen Siegen über den Futzball-Elub Grone bei Göttingen und Germania-Fulda zur 1. Bezirksligaklasse auf.
Seele des Buches.
Von Ma? Jungnickel.
Hungere um deine Bücher. Dringe jedes Opfer für sie. Du schaffst dir ja Gebirge und Seen, Höhenflüge und Waldbäche, Himmel und Sterngelichter. Menschenseelen sind dcin, Schicksale, Gefahren, alles erkaufst du dir mit Büchern. Was ist ein knurrender Magen dagegen! Hungere um deine Bücher. Sie wachsen in dich hinein, sie zerreiben _ die grauen Fäden her Sorge, sie spannen über den Alltag das Sternennetz der Ewigkeit. Sie werden dein Wanderstab, der dich nie enttäuscht, der nie zerbricht. Bücher erlösen dich von der Welt.
Gib sie nicht in fremde Hände. Manchmal kommen sie gar nicht zurück, als schämten sie sich, als hätten sie dich vergessen, als wollten sie dich für deine Treulosigkeit strafen. Manchmal kommen sie zurück, sind abgegriffen, alle Keuschheit, alle Zutraulichkeit, alles 'Vertrauen haben sie eingebützt. Sie gingen als Festtagskinder fort und kamen wieder zerlumpt, grau, müde gedient, als hätten sie in der Fremd« ihre Seelen verloren. Verborge deine Bücher nicht. Zeige mir deine Bücher, und ich will dir sagen, wer du bist. Einer hat eine Kiste voll Bücher: Abgegriffene Reclambändchen und allerhand zerlesene Werke. Auf Bücherkarren für ein paar Groschen zu» sammengekauft. Ein Armer ist's. Vom Alltag hin und her geworfen. Ein Verarmter, der einmal bessere Tage sah. lind doch ist die graue herumgeschleppte Kiste wie ein Schmuckkasten mit goldenen Ketten und silbernem Geschmeide. Olein, in der Kiste liegt mehr. Brot liegt darin, frisches, ewiges Brot. Ein zerlesener Gottfried Keller wohnt in der DetbÄlliste. lind Liliencron. lind Goethe und Mörike und Kleist. Lauter Götter wohnen und spintisieren und träumen und fingen und lächeln in der Lade herum. Die Lade ist Walhalla. Bettelpfennige haben den ganzen Reichtum zusammengeschleppt, zufamnrengekvallt. Erne
Gleichzeittg verfielen die drei Tabellenletzten Gladenbc^y. Riedergirmes und Dillenburg dem vom Bezirksvorstand festgesetzten Abstieg in die 1. Gaullasse.
Aber noch eine weitere Mannschaft schied aus der Lahnkreisliga, und zwar schlossen sich zwischen Ostern und Pfingsten d. I. die beiden Wetzlarer Kreisligavereine, der Futzball-Elub 1905 und der Ballspiel-Club 1910, zu einem Verein, dem jetzt wahrscheinlich äußerst spielstarken Wetzlarer Sportverein zusammen, damit erniedrigte sich die Zahl der II. Bezirksliga- Mannschaften im Lahnkreis auf sechs. Laut De- schlutz der Wahlversammlung des Westdeutschen Spielverbandes dürfen in kommender Saison 1927,28 m jeder Gruppe nicht mehr als acht Vereine spielen. Es ist daher nur einem Gau- meister der Gaue Gietzen-Wehlar und Marburg die Möglichkeit des Aufstteges gegeben, da als 7. Verein der bereits aus der 1. Dezirtsliaa absteigende V. f. B.-Kurhessen-Marburg feststeht.
Der kommende Sonntag bringt nunmehr das Entscheidungsspiel um den Aufstieg zur Kreisliga zwischen dem Spiel- und Sportverein Oranien 1914 Frohnhausen im Dillkreis (Gau- meister Gießen-Wetzlar) und dem Verein für Bewegungsspiele 1919 Kirchhain, Kreis Marburg (Gaumeister Marburg) in Gießen auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 an der Liebigshöhe. Beide Kontrahenten haben sich erst nach langen, schweren Kämpfen die Gaumeistertitel holen können. Frohnhausen war bereits im Vorjahre Gaumeister, fam aber damals durch eine nicht zu verstehende Maßnahme um den verdienten Aufstieg. Das erste Entscheidungsspiel innerhalb des Gaues gewann Frohnhausen gegen Sinn mit 4:2, während Kirchhain bereits zwei Entscheidungsspiele im Gau Marburg ausgetragen hat. Marburg-Marbach unterlag nach Verlängerung 4:3 und Wallau von der Gruppe Biedenkopf 3:2. Alles in allem erwartet man, daß die beiden auswärtsstrebenden Vereine hier in Gießen ein schönes Spiel, getragen von sportlichem Anstand, vor führen, u; d daß der tatsächlich Bessere Sieger bleibe. Die Spielleitung liegt in bewährten Händen.
He^cheLheim.
ck. Kommenden Sonntag tritt die 1. Mannschaft vom Sportverein 1920 Heuchelheim zum ersten Spiele nach der Futzballsperre der Lehrmannschaft von Sp. Bg. 1900 im Gesellschaftsspiel aus dem hiesigen Platze gegenüber. Heuchelheim tritt in der Aufstellung wie in der letzten Verbandsspielserie an. Da 1900 seine Mannschaften sämtlich umgebaut hat, so ist man über die Spielstarke der einzelnen Mannschaften noch vollständig im unklaren. Die Lehr- mannschaft wird natürlich alles daran setzen, um Sie bei dem letzten Gesellschaftsspiel auf eigenem Plag erlittene 5:1-Niederlage wieder wettzumachen; auch Heuchelheim wird fein Bestes tun, um das erste Spiel siegreich zu gestalten.,
Gausom werfest der Radfahrer.
Das Gausommerfest des Lahngaues im Bunde Deutscher Radfahrer, das kommenden Sonntag in Bad-Rauhei in stattfindet, verspricht nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen und nach den trefflichen Vorbereitungen durch i>en Festgebenden Verein in jeder Hinsicht einen glanzvollen Verlaus. Den Höheprmkt soll der farbenprächtige Blumen- und Kostüm-Korso bilden, der sich ab 2 Ahr durch die Sttaßen der Feststadt bewegt und an dem über 50 Vereine teilnehmen. Ein schönes Bild und besten Sport dürften auch die radsportlichen Wettbewerbe auf dem schön gelegenen Sportplatz bieten, die über 70 Konkurrenzen bringen werden.
Gießener Lchwimmverein.
Am 28. August tritt der G. S. V. seit zwei Jähren wieder mit einer größeren sportlichen Veranstaltung an die Oeffentlichkeit, nämlich mit einem für die Vereine des Kreises V (Süd- deutschland) des D. S. V. offenen Wettschwimmen, zu dem jetzt die Ausschreibungen ergangen sind. Diese enthalten folgende Wettkämpfe.
a) Herren: Seniorfreistilstaffel 3x100 Meter. Seniorsreistiel 200 Meter, Seniorrücken 100 Meter, Seniorkunstspringen. Juniorbruststaffel 3x100 Meter. Juniorlagenstaffel 3x100 Meter. Jugendjuniorfreistilstaffel 3x100 Meter, Jugend- juniorfreistil 100 Meter, Jugendrücken 200 Meter, Jugendkunstspringen. Lagenstaffel. 3x100 Meier und Freistil 100 Meter für 2. Senioren der Vereine ohne Hallenbad.
b) Damen: Juniorbrustschwimmen 100 Meter. Ju ni or rückens chwimmen 100 Meter, Jugend- bruststaffel 3X100 Meter, Jugendbrustschwimmen 100 Meter.
Außerdem soll noch ein Einladungswasserballspiel ftattfinhen.
Ewigkeit haben die lumpigen Pfennige gebaut.
ilnh dann: Eine seidene, elegante Dame hat einen Salon. Alles wirkt so gebrechlich, so hin- gehaucht, so duflversponnen. Der kleine, Puppenseste Bücherschrank steht zart gereiht voll. Schiller steht darin. Schön in Lever gebunden, mit Goldschnitt, es ist. als ob der heiße Atem Schillers das zarte Schränkchen in Brand stecken wolle. Und dann steht noch mancherlei darin, sogar Klaus Groth mit den harten, gefalteten Händen, unt) Storm mit den Kornblumenaugen. Schöne, teure, seidige Ausgaben. Huh hort, ein Buch mit einem schreienden Titel: Ein Sittenroman aus her Halbwelt. Wo kommt der her, hiefer Klecks auf einem Purpurmantel? Wer ist denn die Dame? Ihre Seele steht tm Bücherschrank.
Alnh nun eine Bücherei bei fetten, satten Leuten, bei Genießern. Alles steht durcheinander wie Kraut und Rüben. Manche Bücher find noch gar nicht ausgeschnitten,' aber hie Bücher sinh Mohe. Alle Welt spricht von den Büchern, darum muß man sie haben. Und dort Bücher, die einmal verboten waren! Oh, sie waren einmal selten. Sie sehen auch so zerlesen aus. ilnb der Goethe hat nie ein forschendes, seliges Augenpaar in die Ewigkeit seiner Seiten gezogen. Aber er ist hübsch in Leder gebunden. Er fühlt sich schön an. Die Blätter werden vom Goldschnitt fest aneinander- gehalten: man muß sie erst vorsichtig voneinander ttennen. O Gott, wie stinkt die Bibliothek nach
Unh hie Bibliothek eines Philologen: streng wissenschaftlich. Zwischen Büchern, die wie faltenstirnige Gelehrtengesichter schauen, ein Kommersbuch, ein singendes, jauchzendes Kommersbuch. Ja, her Philologe kann tanzen unb ist Junggeselle. . . O Bücher, ihr ewigen Seelen des Hauses!
Geht die Welluhr richtig?
Von Professor Dr. Küstermann.
Tagtäglich ging ich als Junge mtt meinem Vater um die Stadt, und toerm wir am Dahn-
DieleichtathIetischenWettkämpse der Arbeitersportler.
£ Am kommenden Sonntag veranstaltet her 3. Bezirk (9. Kreis) des Arbeiter-Turn- und Sportbundes im Wetzlarer Spilburg- Stadion seine diesjährigen leichtathletischen Bezirkswettkämpfe. Diese Veranstaltung gilt gleichzeittg als Abschluß der Leichtathletik-Saison 1927, Die Zeit bis zum Beginn der Fußball-Herbstrunde (Anfang September) dürfte dann mit einer Reihe Trainingsspielen ausgefüllt werden. Die Wettkämpfe bringen in ihrer Gesamtheit ein recht reichhaltiges Programm. Alle Wettkampfarten, die Läufe über kurze, mittlere und lange Strecken, alle Stafetten, Würfe und Sprünge weisen eine recht gute Besetzung auf, so daß mit interessanten Kämpfen zu rechnen ist. Jugendliche in mehreren Altersklassen, akttve Sportler und Sportlerinnen nehmen in größerer Anzahl teil, so daß bereits in früher Morgenstunde mtt den Vor- lämpfen begonnen werden muß. Rach her eingelegten Mittagspause beginnen die besonders spannenden Entscheidungskämpfe, bei denen aller Voraussicht nach hart um den Sieg gerungen wird. Eine besondere Bedeutung erhallen hierbei die Langstreckenläufe durch die Teilnahme des außerordentlich befähigten Langstreckenläufers Balser- Gießen, der seitens des 9. Kreises zur Teilnahme um die Bundesmeister- schasten, die in Hannover »um Austrag kommen, gemeldet ist. Gelegentlich des kürzlich im Frankfurter Stadion abgehaltenen Kreisfestes belegt« Balser im 5000-Meter-Lauf mit überlegenem Sieg den ersten Platz. Desgleichen nimmt er in gleicher Wettlampfart an den leichtathletischen Wettkämpfen des 9. Kreises (Hessen, Hessen- Rassau) gegen den 10. Kreis (Baden, Pfalz) demnächst teil. An den letzteren Wettkämpfen ist übrigens noch eine Sportlerin des 3. Bezirks beteiligt. Frl. G ö b l e r - Gleiberg bestreitet den 100-Meter-Lauf recht aussichtsreich, bei den Wettkämpfen in Wetzlar am Sonntag dürfte sie bei ihren guten Leistungen in dieser Sportart sicherer Sieger bleiben.
Berücksichttgt man den Umstand, daß von allen teilnehmenden Vereinen nicht einer im Besitz eines einigermaßen einwandfreien Sportplatzes mit einer Laufbahn ist, so ist es besonders hoch anzuerkennen, daß es möglich ist, zu derartigen Wetttämpfen mit solch großen Teil- nehmer^ahlen aufzuwarten. Wenn demzufolge auch nicht besonders hohe Spitzenleistungen erzielt werden tonnen, so Dürfte der Sonntag aber doch zeigen, daß nach den zu erwartenden guten Allgemein-Leistungen Sport- und Körperpflege im Arbeiter-Turn- und Sportbund eine würdige Pflegestätte haben.
Handball tm A. D. T.
Am kommendon Sonntag findet in Großen-Bu- l'etf ein Freundschaftsspiel des V. f. L. Notweiß Darmstadt gegen die 1. Hankwallmannschast des Großen- Busecker Turnvereins statt Rotweiß ist Meister des A. D. T.: somit Dürfte ein für Großen-Buseck lehr- reiches Spiel zu erwarten fein.
Meisterschaftsschwimmen der D.T.
Die D. T. - Meisterschaften im Schwimmen werden am 13. und 14. August im Stadion zu Berlin ausgetragen. Auf Grund Der Ergebnisse des Kreisschwimmfestes in Darmstadt nehmen daran teil: Im Wettkampf 1: Hans Geismar, am Wettkampf 27 und 28: Jdel Hauck, beide oom Turnverein von 18? I Gießen.
Rundfunk-Programm
deS frankfurter EenderS.
(Aus der.Radio-Umschau-.)
Samstag, 6. August:
15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde her Jugend. 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag, Opernmusik. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Die Stunde Haus und Garten. Vortrag von Garteningenieur Karl Hintze. 18.30 bis 19 Uhr: Der Briefkasten. 19 bis 19.25 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene. 19.25 bis 19.30 Uhr: Wirtschaftsmeldun- gen. 19.30 bis 20 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Sternschnuppen- schwärme". Vortrag von Professor Edmund Sittig. 20 Uhr: Uebertragung aus Dem Bach-Saal Der Musikausstellung: Volkslinderkonzert Der Internationalen Gesangsvereinigungen „Typographla". An- schließenD: Spätkonzert Des Hausorchesters. Darauf: Tanzprogramm.
Hof vorbeikamen, so stellten wir regelmäßig unser? Uhren, weil in der Kleinstadt die Bahnhofsuhr die einzige war, die leidlich verläßlich ging. Heutzutage hat mans ja etwas bequemer: da liefert der Rundfunk für jeden Hörer die bis aus Sekunden zuverlässige Zeitangabe. Ra- türlich gehen die Bahnhossuhr in dem einen Fall und die Funkuhr im anderen Fall deshalb so zuverlässig, weil sie dauernd mit der Sternwartenzeit verglichen, also astronomisch überwacht werden.
Aber was für eine Uhr steht denn nun den Sternkundigen zur Verfügung, und ist auf sie wirklich ein ganz unbedingter Verlaß? Run, die Astronomenuhr, die große Weltuhr, ist nichts anderes als Die Umdrehung unserer ErDe um ihre Achse, infolge Deren alle Sterne ihren bekannten täglichen Kreis am Himmel beschreiben. Diese Umdrehung Der Mutter Erde ist nun ohne Zweifel Die regelmäßigste uns bc, nie Bewegung, und zwar aus dem Grunde, tovil sie am wenrg- sten Störungen und Hemmungen ausgesetzt ist. Die Luftreibung, Die alle irdischen Bewegungen mehr oder weniger bremst, fällt bei ihr weg, unD auch Die anziehende Wirkung der übrigen Gestirne hat auf Die Drchung feinen Einfluß.
TrotzDem ist selbst Diese Drehung der Erde, Die unser Zeitmaß abgibt, keineswegs ganz regelmäßig. Die Anziehung der Sonne und besonders Die Des MonDes verursachen bekanntlich Ebbe unD Flut, und wenn Die Flutwelle um Die Erde läuft, so erfährt sie an den Festländern einen Widerstand, und dieser wirkt bremsend auf hie Erddrehung ein. Die Erdhrehung wird also langsamer, und Tag unh Rächt werden allmählich länger, was freilich nur wenige Sekunden im Jahrhundert ausmacht. .
Diese Tatsache ist natürlich den Astronomen schon feit langem bekannt. Neuerdings aber find Ueberlegungen angestellt worden, die diese Frage noch in einem anderen Lichte erscheinen lassen: Wir dürfen uns die Erde nicht vollkommen gleichförmig vorstellen, sondern etwa so, daß eine feuerMssige Masse von einem etwa 100
Aus der Provinzialhauptsladt.
Gießen, den 5. August 1927.
Dis Episode.
Don Reinhold Braun.
Cs tut so wohl, von Zeit zu Zeit immer wieder der feinen Alten zu begegnen. Die stille Epik dieses Lebens spricht so wundervoll an in all dem Gehetz der Tage. Wie ein ruhevoller Abcndstrom fließt es, dahin, Sonne spiegelnd und den Frieden früchtevoller Ufer. Zweiundachtzig Jahre ist sie nun alt; doch wie durstig ist diese Seele noch! Des Morgens um 4 Uhr beginnt der Alten lebendiger Tag. Ein kühles Bad, eine herbe Kost, und dann liest sie, liest in den Großen unseres Volkes und den stillen Büchern neuerer, wertvoller Schriftsteller. „Diese Morgenstunden von fünf bis sieben.,.UHr sind meine liebsten. Da gehöre ich mir selbst. Rachher ist's damit vorbei; Denn Der Haushalt nimmt mich, Da ich Das meiste allein tun muß, noch arg in Anspruch. Aber des Abends, Dann kommen wieDer ein paar ruhige Stunden. Ich habe gefühlt, man kann Die Seele nicht genug füllen mit allem Schönen unD Hohen. Das ist einmal eine gute Reisekost, wenn es gilt, ganz fortzu- gehen."
Wie klar unD ruhevoll die Sprache Der Alten, ist kostbare Spiegelung Der verborgenen Epik ihrer Seele.
Ja, es ist so: wenn sie da ist, Dann sitzt man selber mit ihr an Dem still klar en Abendstrom, wird seltsam ruhig, sinnt hohen, edlen Dingen nach, und alles ist so feierlich.
O Du im wahrsten Sinne Goethesches Element Des episch klaren Lebens! Wie frcmD bist Du unseren Tagen geworden! Die Episode herrfchtt Sie herrscht bis zum Verhängnis: In Liebe, Ehe, Freundschaft, Deruß im Leben untereinander, in Der Oeffentlichkeit unD allzu oft in unseren vier Wänden!
Die Episode herrscht! Und ihre Folge ist die Tragik ii^Der Ehe, Der Freundschaft und überall. RichDDist von Dauer. Man bindet sich in her Ueberhihthett her Empfindung und trennt sich bald darauf wieder in Der Kälte trostloser Ernüchterung. Das Leben in Der EpisoDe bedeutet ein Leben in Verantwortungslosigkeit, Überreiztheit, Oberflächlichkeit, ein Leben ohne Durchgängigen Sinn, eins vhn' Adel und Höhe, ohne Ewigkeit ... Zeit versklavt, in Sprunghaftigkeit zerleben viele ihr Dasein.
Das Glück und Der Wert eines Lebens hängt ab von Dem Element Der Jnnendauer, des zutiefst Deständigen. von der Anteilnahme unseres ganzen Menschen, vom Erlebnis aus Der statten Jnwendigkeit, von her Kunst des ruhevollen und doch inbrünstigen Ettassens von Menschen, Dingen und Lebenslagen. Das Leben aus der schöpferischen Mitte, Die wir das Göttliche nennen, das Unzeitgemäße, Das allein ist Leden!
Es gilt, in unseren persönlichen Beziehungen her EpisoDe Den Kampf anzusagen und nicht zuletzt in unterer eigenen Entwicklung als Mensch! Die echte FreuDe, wie Die Liebe, quillt aus Den tiefen Quellen. Rur Der ruhevolle Genuß schenkt Das Wunder.
•* Die Direktion des Oberhessi- Museums und her G ailschen Sammlungen kann seit der'letzten Berichterstattung von etwa 250 Rummern Zuwachs Mitteilung machen. Die Textilsammlung hat sich beheu'enD vermehrt, besonders durch Gegenstände her ländlichen Bevölkerung. Steingut der verschiedensten Manufakturen, wie Siegburg, Raeren und Westerwald ergänzen unsere umfangreichen Bestände. Sehr «erfreut wurde das Museum durch die Stiftung von ausgezeichneten Kupferstichen von I. G. Wille, 1715 bis 1808, geboren auf Der Obermühle bei Rodheim an Der Bieber. Unsere Sammlung jst wohl eine der umfassensten in Deutschland. Die Universitätserinnerungen haben sich ebenfalls vervollkommnet durch alte Pro- sessorenbilder; Hervorzitheben ist der Entwutt des Rhenanenbilhes von Der Hand Traut scho l h s um 1841. Ein wundervolles Stück, welches ein Hiesiger Gönner dem Museum schenkte, ist eine alte, tadellos erhaltene, reich verzierte Feuer- sptthe mit Der Inschrift: „Durch Fleiß und Arbeit stehe ich, Johann Philipp Dach von Hungen verfertigte mich vor die Stadt Gttin- berg 1778." Eine ebenso seltene wie schöne Errungenschaft ist ein Ofen aus Dem Schloß zu Gedern, Geschenk des Fürsten Christian zu Stolberg-Wernigerode mit her Jahreszahl 1677 unh zeigt auf den eisernen Gußplatten (Hirzenhain) eine biblische Darstellung. Ueber die erfolgreichen Ausgrabungen wurde an dieser Stelle
Kilometer dicken Steinmantel umgeben ist. Wahrscheinlich befindet sich zwischen beiden noch eine Zwischenschicht. Run ist Har, daß die Bremswirkung von Ebbe und Flut nur die Umdrehung des Steinmantels, nicht aber Die Des viel gewaltigeren feuerflüssigen Kernes verzögern kann; es toirD also auch eine Reibung zwischen feuer» flüssigem Kern und Stcinmantel entstehen. Hatte nun der Steinmantel überall Die gleiche Stärke und wäre Der Kern genau kugelförmig, so wäre Diese Reibung im großen unD ganzen gleichmäßig unD würde sich — eben infolge ihrer Regelmäßigkeit — nicht bemerkbar machen.
Run haben wir aber Grund zu der Annahme, daß der Aufbau der Erde nicht so regelmäßig ist; man nimmt beispielsweise an, daß sich die „asiattsche Scholle" bis zu größeren Tiefen in Die Erde hinein erstreckt als die amerikanische. Es ist klar, daß beim Zurückbleiben des Steinmantels hinter dem nicht gebremsten und sich deshalb schneller drehenden Erdkern gelegentlich Zusammendrückungen und Spannungen entstehen müssen. Sie machen sich in einer verstärkten Neigung zu Erdbeben, andererseits aber auch in einer gewissen Unregelmäßigkeit der astronomischen Zeit bemerkbar; Denn wenn der Steinmantel der Erde besonders langsam umläuft, so geht Die große Weltuhr natürlich nach; wenn er sich, weil die Hindernisse einmal besonders gering sind, schneller als Durchschnittlich bewegt, so geht sie vor. Man wlll nun in der Tat beobachtet haben, daß Häufigkeit Der Erdbeben und Unregelmäßigkeit Der Zett in diesem Sinne Zusammenfällen. Für Die bürgerliche Zeit ist dces natürlich unerheblich, denn es handelt sich höchstenfalls um eine Sekunde oder zwei Sekunden im Jahr; astronomisch jedoch ist die Frage von der größten Bedeutung, denn wenn die Weltuhr nicht mehr ttchttg geht, so wird man eine rein mathematische, sich aus dem Durchschnitt aller Himmelsbewegungen ableitende Zett an ihre Stelle setzen müssen.


