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Dr.M. itiyn.

der für Mittwoch ,Lohannlsfeuer' (Ende engcsellschast 1926: Erster aus, IBaljnlfolllrabttSn - 2tftoria-üid)ljpiiie:

taumtttint laben Uhr, in btn Einhornsaa! trag von Frau Wariich imid)ttitifranen unb um intrittsprcis (30 ?f.) ist I« m bie Teilnahme möglich unb Erziehern, ober auch nb fei ber Besuch dringend genieit zur Diskufsion gt

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Die Fünfziger des Jahre» 1927 waren gestern abend Im Saale de» Gasthofs Hindenburg zu einer Dorversammlung zusammen- gekommen. Es galt darum, den in Gießen seit langen Jahren eingeführten und nach und nach auf eine ganze Reihe anderer Gegenden im Leiche übernommenen Brauch einer kamerad­schaftlichen Altersvereinigung auch aus den neuen Jahrgang zu übernehmen. 74 Alterskameraden waren erschienen, zwei durch Krankheit verhin­derte gaben ihre Beitrittszustimmung schriftlich ab. So war die neue Bereinigung von vorn­herein gesichert, und nach der einleitenden An­sprache eines aus dem Dereinsgebiete besonders beschlagenen Fachmannes, in der die Ziele der Gießener Altersvercinigungen betont wurden im Sinne engen kameradschaftlichen Zusammen- schlusfes durch Pflege fröhlicher Geselligkeit, ohne Rücksicht auf Standesunterschiede und unter voll­kommener Ausschaltung jeglicher Politik, wurde die Wahl eineS vorläufigen Borstandes von fünf Herren vorgenommen. Sie wurden beauf­tragt, die in der Borverfaminlung nicht anwesenden Alterssceunde zu ermitteln und zu einer Haupt­versammlung einzuladen, in welcher der end­gültige Dorstand gewühlt werden soll. 3m An­schluß daran entwickelte sich schneit ein heiterer geselliger Arend, der eingcrnhmt wurde von Darbietungen einer ganzen Reihe von wort-, inufil» um) sangeskundigen Altersgenossen. Sie fröhliche SUmmung aller Erschienenen darf als guter Au,kalt für die geplanten Beranstaltun- gen alter>-iameradschaitlicher Art in der Folge eingeschätzt werden.

* Sie Direktion der Palast-Licht­spiele bittet uns mitzuteilen, daß der für die gestrige Kindervorstellung angckündigte Märchen­film .Dornröschen" nicht vorgesuhrt werden konnte, weil er nicht rechtzeitig hier eingetrosfen war. Um den kleinen Besuchern einen annehm­baren Ersay zu bieten, wurde der FilmRübe­zahls Hochzeit" geboten. DerDornröschen"-Film soll in etwa 14 -Lagen in einer Kindervorstellung gezeigt werden.

RDÄ. Die Fahrkartennachlösung im Zuge. Seit kurzem ist von der Deutschen Reichs­bahn-Gesellschaft wie noch nicht genügend be­kannt ist der in den Tarifbestimmungen vorge­sehene Zuschlag von 50 Pf. bei Fahrkartennach- löfung im Zuge in einigen Fällen beseitigt worden. Die Gebühr wird nicht mehr-erhoben, wenn auf einer Anfchlußstation eine Fahrkarte zur Weiter- sahrt wegen Zuguersvätung oder zu kurzer Ueber- gangszeil nicht gelost werden konnte, ferner bei Weiterfahrt im gleichen Zuge über die Station, bis zu ber die Fahrkarte gilt, oder beim Uebergang in eine höhere Wagentlasse, oder bei Benutzung eines Zuges mit höheren Fahrpreisen. Hierbei wird vor­ausgesetzt, dass sich der Reisende unaufgefor­dert beim Zugschaffner zur Rachlösung meldet.

RDB. Die Eisenbahn alsKrnder- fr ä u (e i n. Wenn es auch nicht empfehlenswert ist, fiinber unter einer gewissen Altersgrenze auf der Eisenbahn allein reifen zu lassen, so wirb sich dies doch in manchen Fällen nicht vermeiden lassen. Man wird dann zweckmäßig Züge wählen, durch die ein Umsteigen nach Möglichkeit vermieden wird und das Kind p e r | ö n l i d) der Obhut des Zug­personals, insbesondere des Zugschaffners, über­geben. Es empfiehlt sich, dem Schaffner einen offenen Briefumschlag auszuhändigen, in dem sich neben ber Fahrkarte für das Kind eine genaue Angabe über den Reiseweg unb das Reiseziel, ferner ber deutlich ausgeschriebene Dor- und Zunahme des Kindes mit Angabe ber Adresse auf ber Heimatstation und am Reiseziel befinden. Wenn man dann noch ein wei­teres Exemplar dieser Aufschreibungen dem kleinen Reisenden jelbft übergibt, darf man wohl das be­ruhigende Gefühl haben, alles getan zu haben, was dem Kinde eine gute Reife gewährleistet.

Kirchs unb Schule.

Statistisches. __

t) Mainzlar, 4. 3an. Am Reujakrstag wurden im Gottesdienste dahier dir kirchlichen

Bekanntmachungen bekanntgegeben. Danach wur­den im Kirchspiele Kirchberg 1926 ins- gesamt 57 Personen beerdigt (Mainzlar 8), 35 Brautpaare kirchlich eingesegnet (Mainzlar 4) und 97 Kinder getauft (Mainzlar 16). 17 Kinder dieser Zahl wurden in der Klinik zu Gießen ge­tauft. Weiterhin wurde die Wiederherstellung der Hauptkirche in Kirchberg erwähnt und allen Spendern, die die Anschaffung von gemalten Kirchenfenstern ermöglichten, Dank ausgesprochen. Ebenso wurde der Dank des Evangelischen Schwe­sternhauses für die gesammelten Raturalgaben übermittelt und dabei besonders die Aamen der Landwirte genannt, welche diese Gaben freiwillig nach Gießen fuhren, nämlich Müller in Stau­fenberg, F o r b a ch in Lollar und Jung in Daubringen.

V Watzenborn-Steinberg, 4. Jan. Aus dem kirchlichen Leben des Jahres 1926 ist folgendes festzustellen. Es fanden statt: 60 Tau­fen (45 Watzenborn, 15 Garbenteich», 22 Trauun­gen (14 bzw. 8), 27 Beerdigungen (17 bzw. 10), am hl. Abendmahl nahmen teil: in Wagenborn 1108 männliche, 1338 weibliche Glieder, in Garbenteich: 614 männliche, 613 weibliche: die Zahl der Kirchen- bsfucher betrug in Watzenborn. 12 072 Erwachsene, in Garbenteich: 10 622.

ri. Lich, 4. Jan. 9n ber hiesigen evangeli­schen Gemeinde wurden im vergangenen Jahre 42 Kinder geteuft (1925: 33), es fanden 12 (16) Trauungen statt und 25 (23) Beerdigungen. Konfirmiert wurden 60 Kinder, von denen 48 aus Lich waren, 1 vom Frankfurter Waisenhaus, dessen Zöglinge zum Teil hier in Lich erzvgen werden, und 11 aus Kloster Arnsburg.

ri. Rieder-Bessingen, 4. Jan. Hier fan­den im Jahre 1926 10 Taufen statt (1925: 4), 6 (2) Trauungen, 7 (9) Beerdigungen, 11 (8) Kinder wurden konfirmiert.

)( Ruppertsburg, 4. Jan. Beim Rück­blick auf das kirchliche Leben unserer Ge­meinde im abgelaufenen Jahre kann folgendes mit» geteilt werden: Es wurden getauft 15 Kinder (fünf Knaben, 10 Mädchen), konfirmiert 15 (7 Knaben und 8 Mädchen), getraut 8 Paare, kirchlich beerdigt 10 Personen (4 Männer, 3 Frauen, 2 im Witwen­stand, 1 Kind). An Opfern und Kollekten gingen ein 661,71 Mk. Rechnet man dazu noch die Natu­ralsammlung für das Krankenhaus Laubach, so kommt auf ben Kopf ber Bevölkerung etwa 1,10 Mk.

wg. Gedern, 4. Jan. (Kirchliche Statistik 1926.) Im Jahre 1926 fanden hier statt 40 Taufen (1925: 37), 18 Trauungen (1925: 11) unb 26 Be­erdigungen (1925: 17). Konfirmiert wurden 41 Kin­der (1925: 30). Am heiligen Abendmahl nahmen teil 1158 Personen gegen 1054 im Borjahr.

Dorfkirchenvorsteher-Tagilng in Dutenhofen.

Am Dienstag. II. Januar, veranstaltet die D o r f k i r ch e n v e r e i n i g u n g des nörd­lichen Oberhessens, des KreisesWeh- lar und der Rach bärge biete (Dorsitzen- der: Pfr. Mahr, Gießen), zu Dutenhofen eine Dorfkirchenvorstehertagung. Den Gottesdienst um 10 Uhr hält Generalsuperinten- bent D. Klingemann. Koblenz. Es folgen zwei Dorträge:Das althessische Kirchenseniorat in seiner Derwandtschast mit dem rheinischen Presbyteramt" (Juaendpsarrer lic. theol. von der A u, Darmstadt);Das rheinische Pres- bhteramt nach seiner Entstehung und Bedeutung" (Pfr. H. Müller. Diersfordt). Daran an schließt sich eine Aussprache über die Aufgaben des Dorslirchenältesten-Amtes in heutiger Zeit. Außer dem Generalsuperintendenten v. K l l n g e- m a n n hat auch der Präses der rheinischen Provinzialsynode, Superintendent D. Wolff. Aachen, seine Beteiligung zugesagt. Doraussicht­lich nehmen auch der Prälat der hessischen Landeskirche, Dr. D. Diehl, und der Super­intendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchen­rat Wagner, an der Tagung teil. Das Deka­nat Gießen, die Kreissynode Braunfels und Wetzlar haben die Einladung unterzeichnet. Der beschleunigte Personenzug. ab Gießen 8.50 Uhr.

hält in Dutenhofen. Die Tagung verspricht einen glänzenden Derlauf zu nehmen.

Zwei Jahre gweckverband Wetterau.

00 Am heutigen 5. Januar jährt sich der Tag der Gründung der Au t oli nic Frieoberg Florstadt zum zweiten Wale. Bei dieser Ge­legenheit lohnt sich ein Rückblick auf den Derlauf und die Entwicklung des letzten Jahres. Als erster in seiner Art hat der hiesige Zweckverband viel Rachahmung erfahren.

Der Wagenpark, der zuerst einen Omnibus mit Anhänger und einen Lastwagen mit Anhänger umfaßte, hatte im vorletzten Jahre schon eine Er­gänzung durch zwei gebrauchte kleinere Wagen erfahren. 3m letzten 3ahre wurde ein weiterer gebrauchter, offener Omnibus dazu gekauft, der neben den Fahrten nach Friedberg während der Sommerzeit auch die Verbindung von Fried­berg nach Bad-Rauhe im herstellte und viel benutzt wurde. Ein Omnibus, dessen Karosserie schlecht war, wurde zu einem 3-Tonnen-Lastwagen umgebaut. Am Ende des Jahres stehen dem Zweckverband drei Omnibusse, davon einer mit Anhänger, und zwei L a st w a g e n. ein 5°Tonnenwagen mit Anhänger und der umge­baute 3-Tonnenwagen, zur Dersügung. Mit diesem Park konnten neben dem Personen­verkehr auch die Anforderungen an 2 a ft - | führten bewältigt werden.

Die Preise für Einzelfahrten blieben in ihrer seitherigen Höhe mit 9 Pf. pro Kilometer bestehen, jedoch mußten die Wochenkar'en wegen der Erhöhung der Betriebsstoff- und Gummi­preise etwas heraufg-setzt werden. Die Erhöhung beträgt für die Fahrt von Rieder-Florstadt nach Friedberg 25 Pf., die Wochenkarte kostet nun 3,25 Mk. Obwohl ein O nnibus in Generalrepa­ratur ist, läßt sich der Verkehr mit 9 Doppel- führten täglich ganz gut durchführen. Allerdings wird dabei der große Lastwagen zum Personenverkehr benutzt, fine Maßnahme, die schon von Anafng an als vorläufig gedacht war, und auch jetzt mit dem Ankauf eines weiteren Omnibusses verschwindet. Der Lastwagm bietet im Sommer wenig Schuh gegen Staub und schützt im Winter nur ungenügend gegm Kälte. Dennoch wurde er von der einheimischen Bevölkerung gern benutzt, während Fremd' oft lieber den Weg zu Fuß machten, wenn der Lastwagen fuhr.

Auch im verflossenen Jahre waren an Sonntagen wieder einzelne Wagen zu Ge sellschaftsf ährten vermietet, auch der Lastwagen wurde öfter zu solchen Fahrten ge­nommen. Dabei zeigte sich der Mißstand, daß gerade an Sonntagen für die Einwohner nicht die besten Wagen zu den Führten nach Friedberg zur Dersügung standen.

Das schöne Wetter im Sommer veranlaßte viele Arbeiter und auch sonstige Personen, mit dem Rad oder zu Fuß den Weg nach Friedberg zurückzulegen, auch die ArbeitslosigLst machte sich in diesem Jahre wieder bemerkbar. Durchschnitt­lich wurden im Sommer etwa 120 Wochenkarten ausgegeben, auch der pr'-vate Derkehr brachte mit ätglich etwa 50 Fahrgästen keine hohen Zahlen. Mit Eintritt des schlechten Wetters hob sich der Zuspruch auf täglich etwa 70 Fahrgäste und 150 Wochenkarten.

3m vorigen 3ahre wurde die Straße durch Walzarbeiten verbess rt und ein Stück vom Aus­gang von Fauerbach bis zur Ilsabrückp mit Klein- pslaster belegt. Da die Straße durch den Verkehr lehr stark belastet ist und der Zweckverband jähr­lich ungefähr 3500 Mk. Kraftlahrzeugsteuer be­zahlt. darf erwartet werden, daß auch im 3ahre 1927 wieder ein Stück Kleinvslaster geregt wird.

Während im ersten 3ahre ein leichter Unfall vorkam, wickelte sich der Derkebr im zweiten 3ahre g an z ohne Unfall ab. Die durchschnittliche Frequenz gibt die Gewahr dafür, daß sich das Unternehmen auch weiterhin trägt 3n der Füh­rung des Betriebes herrscht die größte Sparsam- I feit. Die Fastrer v^rf den »ugleich a" chden Schaff-

verdienst, unb neben der Personenbeförderung werden von den vier Kraftfahrern fast alle Reparaturen au-geführt und noch viele Lastsahr- ten gemacht. Die Leitung des Derbandes hat sich in ihrer seitherigen Zusammensetzung bewährt, nach Möglichlei! wurde den Wünschen des Publi­kums Rechnung getragen und der D.rlehr ver­bessert. Die Bilanz für das letzte 3ahr ist noch nicht fertiggestellt, fie wird aber keine Enttäu­schung bringen.

Amtsgericht Wetzlar.

Q Sin Arbeiter aus Wetzlar, der. obwohl er seit Oktober in Beschäftigung war, weiter seine Arbeits lofenuntersliitzung empfangen halte, würbe, da er wegen ähnlichen Deliktes schon vorbestraft, wegen Betrugs im Rückfall unter Anklage gestellt. Die Höhe ber zu Unrecht bezogenen Unterstützung betrug rund 40 Mk. Der Angeklagte war gestänbig, will aber zuletzt nicht mehr bie volle Untcrstützung, son dern nur einen Teil erhalten haben. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis, sicherte bem Verurteilten aber Bewährungsfrist zu.

Auch ein Schneider aus Wetzlar hatte sich un ter der gleichen Beschuldigung wegen Betrugs zu verantworten. Diesem noch unbestraften Angeklag­ten waren deswegen durch gerichtlichen Strafbefehl 70 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 14 Tage Gesängni- zudiktiert worben. Er legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein. Der Angeklagte war ebenfalls ge­ständig, will sich aber wegen seines gerinnen Der bienstes zum Weiterbezug der Erwerbslosenunter- stützung für berechtigt gehalten haben, und bat, zu­mal der ihm zuviel gezahlte Betrag der Erwerbs­losenunterstützung von 54,65 Mk. bereits wieder von seinem Berdienst abgezogen unb der Fürsorge stelle erstattet worden ist, um milde Bestrafung. Mit Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten erkannte das Gericht auf Frei f p r e d) u n g.

Gerichtsfaal.

Reoolverfchuß im Gerichtssaal. (Ein alter Sünder.

1[ Marburg, 4. Jan. Einen aufregenden Ab schlutz fand gestern eine Verhandlung gegen einen wegen Sittlichkeitsvergehens angeklagten Mann von hier im Amtsgericht. Als das Urteil, ein Jahr vier Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, verkündigt wurde, zog ber Verurteilte eine Schußwaffe aus seiner Tasche unb gab einen Schuß auf sich ab, der je doch sein Ziel verfehlte. Der Mann wurde sofort entwaffnet. In W i e s e ck bei Gießen wurde kürzlich ein Mann festgenommen, der ein in Marburg von ihm gestohlenes Rad ver kaufen wollte. Es handelt sich dabei um einen alten Sünder, ber in Anbetracht seiner vielen Vor strafen zu zwei Jahren Zuchthaus, 200 Mt Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteil' wurde.

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