»3 Z
&
§&
.2 1 • n8«-.
" " 2.5 6s
-. 2 v er = _.»•?
h o ~
5=
o 2 „ ;<=»
5*3' oqx = is.Kö*
O o 3 0 ■ »ofi*.
%
2? y,3
o'_ß 2 c o
’ 2= jo * •fijth ,r,nn r. _ ~ ^a23S
A fj ft - r- *.
5 L3 n »q
7- r* n*
-5 pc rP?-- 5 S.Sn R2 5.0
2<-3o° * 3 " - ' Äs '12„ ==2. ls*?"l.ä ?Ä3
v-7«
y»!f? ='3og®5« >S?:a?la
eno O'—.5 ;• ?-L3 ’ a , = ^2 .EÜ^S," ?~"3- o « r^oSy*« ’h?U
' H3??' 3 A r = E--^. 2L^2 TO4& Ithk ‘
’ 3 0 Ö *• 5^,
>5 : 2 13 ' > r 2.(ü8ä 3^5
-2-3 I .2 2.’'='•' 3
2 ' § Sfi ■
23-^-.» 2
’3f^|P'=S »fcoSSia^sS* SrSa’Sh-p* r«> 3,-.c v ! #a® ; 2.3-2.0? ^2,1= ' 3 2'0 Z O-^ "g = 5 3 9 ~C:" '
5=U °;ZZ-kM? ~ ö® .3
h?35 3 ä'?F VSäs =1=? =o2x- 33 2 öSrIsH!? a?? 2Sx=£~: gp®='
.Ao
Zss
5 3 ö »S *
•0 a
Wi» MrMM ffs||0^9^ .gg®^
23?m*3S?S--S sürJW “ “ ‘,5g JS
3« - S*2ftfi^a*I 2 filU'S'" a'-®1 -"Ao» iS « " .3 r! 'S 1 o
*2.2-2 <« 2.
3 3 *■«*?
-Ä Ä-
C-5 3'
S 3 ö 3>:* eS"T e 2a25‘? 5?2 2 3 2^ |"3 3 §^5^2-
-----
1C #* *3,(9 ifl
0^'02 3.5 £5-; O
'J •> - Q r- > ' -
••sHagfi-’ss? n o = p = 2 ='~a aa3 3 r! aS 2
« 2-3'2 ay2-s 3
nur. 'l’aa
^5 33,5 «2^*52? o» 5 rt 3 513 5
2-S-LSKK8--Z8' ‘•<*2
5? 2 2-3 «as-s--.fi*
9 5 •* v* * « ö T
3 ---»4,5 s--' °-S
*7^35
2 a :.->2 5.W»^
5 IA-a^" 2 5 3 ><7
2 P»°«2
f&SW? flvli i a 3*2 2 51 P.cfS
- O- -<7 « * 3 fti O 3*3° Bai - 3 3* ,8° 3.3*-80 o a-53 .„^S-3^L"L-- ■ X — ar.o - «5 •» 1 S»n 1**3 Sa* :^s-2cf> a,s* -
5 2"0 ^a?3 3^c^5
*<75' feCl30
Ls-S :r*>W^S-3 ! <2^5 5
_ rt-r.t'-i . fO V fO a r*
Mittwoch, 5. Januar 1927
177. Jahrgang
Nr. 5 Erstes Blatt
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vfttck vnd Verlag: vrühl'fche Untverfi1üt5-Vuch. und Stetnönidcret u. Lange in Sieden. Zchriftleitunz und Seschäftzftelle: §chtt!Nraße 7.
Hnnahmt von Hnielgcn für btt lagetnummer bi» zum Nochmlllag vorher.
Preis für i mm höhe für ?lnzeigen do.i 27 mm Stritt örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig- für Ne» hlamtan’eigen von 70 rm Sreitt 35 Ntichspfcnnig, Playvorichrijt 20“ . mehr.
Chefredakteur
Dt Friedt Wilh Lange. Verantwortlich tur Politik Dr Fr Wilh Lange, für FeulÜeton D( H 2hgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumichein; für den An- jeigcntttl t. Dertr 5». Deck, iümtlich in Gieren.
Erfchetnt täglich,auher Sonntag» und Feiertags
Beilagen.
Qiefjtntt FamiltendlLlter Heimat tm Bild
Die Scholle
Monat, »Eejugsrrets:
2 Neichsmark und 20 Netchspsennig für Träge» lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummtrn infolge höhere, Gewalt. Fernfprechonlchlüffo: 51, 54 und 112
Lnfchrist für vrahtnach» richten Anzeiger Gietze«.
Poftfd).Jfonto:
gronffurtom Illain 11C86.
Deutsch-französische
Verständigung.
TerTln, 4. 3cn. (W2.) 3m- 3a7ruarheft btt „Hilfe" wird das Problem der deutfch- franzöfifchen Dcr.iandigrrng von Driand, Marx, e-trefemann, Reinhold und anderen verantwort» lichen Leitern der Politik Deutschlands und Frankreichs besprochen .
Briand
schreibt dabei u. a.: „Frankreich und Deutschland gaben, indem sie den Meg der Zusammenarbeit ei'.tschlosien beschritten, ein herrliches Tei- fpuL Ohne di- noch zu überwindenden Schw.c- kigkeiten zu unterschätzen, werde ich mich der Verfolgung diefes grohen europäischen Werkes widmen, für das ich bereits meine ganzeiKrast einsetzte." Zur Wciterführung dieses Wertes fordert Driand in Deutschland und Frankreich die Mitarbeit aller Menschen, die glauben, dah vertrauensvolle loyale Ve.irhungen zwischen den beiden Ländern eine wesentliche Bedingung zur LAusrechtcrhaltung des Friedens sind.
Ncichvkanzlcr Marx schreibt: »Das große Unternehmen des Ausgleichs der deutsch-französischen Gegensätze nahm innerhalb kurzer Zeit eine Entwicklung, die. wenn sie auch erst einen Ansang bedeutet, doch jeden- fallS den Beweis liefert, dah man sich in den führenden Schichten der beiden Völker auf die Pflicht der Erhaltung der Abendländischen Zivilisation besinnt." Der Reichskanzler fügt hinzu, das; diese Besinnung auch die beste Grundlage für eine fruchtbringende Arbeit der Staatsmänner und zugleich eine Bürgschaft dafür ist, dah die deutsch-französische Annäherung nicht etwa neue Gegensätze in das Leben Europas hineinbringt, sondern im Gegenteil die friedliche Entwicklung in der Welt sichert und fördert.
Neichöautzenmirrlster Strcsemann bespricht die Verhandlungsmethoden und die beiderseitigen psychologi'chen Hemmungen und führt dabei aus. dah die deutsch-französische Annäherung auS dem Stadium warmherziger Klubreden in daS der diplomatischen Realisierung übergegangen sei, indem sich naturgemäß der Fortschritt nicht mit der Geschwindigkeit des Gcdankenfluges vollziehen kann. Aber gerade weil jeder einzelne Schritt vorwärts das Ergebnis sorgfältiger, oft mühevoll langwieriger Verhandlung darstelle, dürfen die erreichten Positionen als sicherer Besitz, als Grundlage weiterer Erfolge gewertet werden. Man dürfe sich die Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht als ein engherziges Feilschen um kleinliche Vorteile vorstellen. Rur durch eine immer wieder neu sich anpassende Verbindung von weitausschauendcn Konzeptionen mit den realen Krästen des Tages könne ein so vielseitiges und schwieriges Problem wie die deutsch- sranzösische Annäherung etappenweise gelöst werden.
Für den französischen Staatsmann ist cs — so bemerkt Strcsemann weiter — keine leichte Aufgabe, die öffentliche Meinung seines Londes mit der Erkenntnis zu durchdringen, daß die Dreisgabe gegenstandslos gewordener oder die Defricdung hemmender vertragsrechte Tein wirkliches Opfer bedeutet, während aader- feiks die deutsche Oeffentlichkeit nur schwer verletzt, dah man in Frankreich dos Entgegenkommen, das für ein auf seine Vergangenheit stolzes Volk in der Freiwilligkeit der Anerkennung der unerhört hohen Dawes- loslen und in der Freiwilligkeit des Verzichts auf gewaltsame Grenzkorrekluren im Westen liegt, nicht in seiner vollen Tragweite zu würdigen geneigt scheint.
Man kann aber nicht verkennen, daß das Ausmaß der Tlnterstühung, die diese Politik schon heute in der deutschen und französischen Oeffentlichkeit f.ndet, zu einer Hoffnung auf weitere Erfolge durchaus berechtigt. Diese Hoffnung kann sich aber nur verwirklichen, toenn das Verständnis für die Bedeutung der Loearnopolitik in unablässiger publizistischer Arbeit in immer weitere Volkskreise Deutschlands und Frankreichs hineingetragen wird.
Rcichsfinanzminister Dr. Reinhold betont, daß die Rotwendigkeit der Verständigung vom finanziellen Standpunkt aus am zwingendstem sei. Er erinnert Frankreich an den Umstand, daß ihm die zweijährige Ruhrbesetzung effektiv höchstens 313 Millionen einbrachte, während es allein im zweiten 3ahr des Dawesplans 436 Millionen Goldmark erhielt.
Briands Flucht in die Oesientlichkeit.
2luch Herr B r i a n d hat sich — für die fran- zösische Politik immerhin eine seltsame Sache — zu einer Flucht in die Oeffentlichkeit gezwungen gesehen; er hat um Reujahr gleich zwei Interviews aba:scho,sen, in denen er sich gegen seine nationalistischen Gegner zitr Wehr setzt und gleichzeitig, was ja noch viel boshafter ist, eine öffen l.che Aussprache inderKam- m c t über die Grundlagen der französischen Außenpolitik angekünd'gt. Das ist unzweifelhaft ein Akt der R o t w e h r. Als Briand das gefährliche Experiment machte, auch unter dem Ministerpräsidenten Poincare seine auswärtige Politik weiterzuführen, hat er sich von Poincarö vorher bestätigen lassen, dah die Linie
von Locarno nicht verlassen würde, und er ist sogar vorsichtig genug gewesen, das im Kabi- neltsrat protokollieren zu lassen. Geholfen freilich hat es ihm nicht allzuviel.
Herr Poincarö hatte zunächst alle Hände voll zu tun, um den Sturz des Franken aufzuhalten und hat damit ja auch verblüffende Erfolge erzielt. Er konnte aber niemals ganz aus seiner Haut heraus und hat deshalb in aller Heimlichkeit seinem Außenminister, wo es ging, einige Knüppel zwischen die Beine geworfen. Auch das wieder mit seinem ganzen taktischen Geschick. Er war viel zu klug, um nicht zu sehen, daß er gegen Briand direkt nicht angehen konnte, well damals auch die Innenpolitik eine ruhige Entwicklung nach außen brauchte. Er hat aber nach Krästen dazu beigetraaen, dah Briand f i ch f e ft- rannte, und die Abmachungen von Thoiry in der Luft hängen blieben. Es ist gewiß auch nicht ohne seine Zustimmung geschehen, dah die nationalistische Presse dauernd gegen Briand Sturm läuft und ihn als einen nationalen Schädling hinstellt. Die Ersatzwahlen für den Senat, die am 9. Januar bevorstehen, haben dieser Kampagne einen neuen Auftrieb gegeben, llnö Briand war
Riga, 4. Jan. (TLl.) Die Revaler Konferenz der lettischen, estnischen und finnischenAußen- minister brachte zum Ausdruck, daß die Politik dieser Länder gegenüber Polen und Litauen ablehnend bleiben werde. Die Wilnaer Frage wurde von der Revaler Konserenz nicht berührt. Die Einberufung einer WirtschaftSkonfe- r e n z der drei Staaten wurde beschlossen. Der innische Vertreter forderte, dah Litauen eine Annäherung cm die übrigen Randstaaten erstreben müßte. Die politischen Richtlinien Litauens und der anderen Randstaaten gegenüber der Sowjet-Tlnion und Polen müßten in lleber- einftimmung gebracht werden. In politischen Kreisen wird den erzielten Ergebnissen, die aus dem Gebiet der auswärtigen Politik vollständige Einigkeit der sozialistischen Regierungen Finnlands und Lettlands mit der nichtsozialistischen Regierung Estlands an den Tag legten, große Bedeutung beigemessen.
•
Die Randstaatenkonferenz und die auf ihr ohne Litauens Beisein gefaßten Beschlüsse machen Litauens völlige Isolierung nach dem Putsch der Herren Smetona und Woldemaras deutlich. Wohin die Kownoer Regierung heute blickt, stößt sie auf mehr oder wenige;; schlecht verhülltc: Feindschaft, die sie zum Teil selbst erst sich in den letzten Wochen geschaffen hat. Wenn man bedenkt, daß Litauen sich in einer schweren Wirtschaftskrisis befindet und von außen her keinerlei Hilfe zu erwarten ist, dann erscheinen die Zweifel nicht ganz unberechtigt, ob es den neuen Machthabern gelingen wird, den litauischen Staat, der ohnehin schon morsch ist, am Leben zu erhalten. Bei der überwiegend sozialistisch oder lommunistisch eingestellten De- völlerung muß sogar angenommen werden, daß diese Krisis den Anlaß zu einer neuen von links her eingeleiteten und vielleicht auch durch Moskau unterstützten Tlmsturzbewegung ab- geben wird. Die Kownoer Regierung scheint sogar mit derartigen Möglichkeiten zu rechnen, da sie gegen alle linksgerichteten Politiker außerordentlich scharf vorgeht.
Neue Brüskierung Memels.
Litanev dekretiert ein neues Landcsdircktorium.
Memel, 4. Ian. (LU.) Der litauische Gouverneur hat heute ohne Berücksichtigung der Wünsche der Mehrheitsparteien den Oberamtsanwalt S ch w e l l n u s zum Präsidenten des Memeldirektoriums ernannt. Eine weitere Brüskierung liegt darin, dah Schwellnus zu Mitgliedern des Direktoriums den Agenten Cheskleba und den Großlitauer Borchart berufen hat, der auch dem bisherigen sog. Arbeitsdirektorium angehörte und gegen den bereits mehrere Mihtrauens Voten angenommen wurden. Man rechnet hier mit der Möglichkeit einer Landtagsauslöfung, da sich der Memelländische Landtag kaum mit diesem Vorgehen zufrieden geben dürfte.
Das illegale Landesdirektorium Falk hat ferner dem Landesgerichtsrat und Landiagsab- geordneten der Memelländischen Volispartei Rogge zum 1. Februar den Dienst als Richter gekündigt. Rogge war bekanntlich Mitglied der Landtagskommission, die die Klage der Me- melländer vor dem Völkerbund vertreten sollte.
Auf Grund der umlaufenden Gerüchte, dah das Landesdirektorium den Beamten d:s Memelgebietes nur einen SeiI ihrer Geh älter werde auszahlen, können, da toegrn des Ausbleibens dctz Finanzantells aus Kowno, den das Memelgebiet aus den Einnahmen für Zölle, Monopolen und Accisen zu erhalten hat, die Kassen leer seien, wandte sich die Redaktion der „Memelländischen Rundschau" an das Lan-
jetzt soweit, daß er entweder den Kamps aufgeben oder eine klare Entscheidung erzwingen mußte.
Er hat den zweiten Weg gewählt, wobei er sich gewiß über die Folgen nicht im Tlnklaren war. Seine wahren Absichten hat er in einem Rebensatz enthüllt, als er daraus hinwies, dah die Grundlagen seiner Friedenspolitik nicht in Locarno zu suchen sind, sondern bereits in Cannes, das heißt also damals, als er von Poincar 6 gestürzt wurde, unmittelbar bevor er eine Verständigung mit England eInletten konnte, der nachher die Verständigung mit Deutschland gefolgt wäre. Die offene Feldschlacht, die er jetzt ankündigt, ist allerdings den Rationalisten mindestens ebenso unbequem. Sie fürchten, daß die Aussprache in der Kammer ba$ mühsam hergestellte Gebäude der nationalen Einheit zum Zusammenbruch bringen und das ganze System Poincare vernichten könne, weil es ja ein offenes Geheimnis ist, daß die Gruppe Tardieu-Dokanowski mit Briands Politik nicht einverstanden ist. Wie aber jetzt die Entscheidung noch einmal vertagt werden soll, nachdem Briand den Fehdehand-
desdirektorium mit der Bitte um Aufklänmg. Hier wurde mitgeteilt, dah das Landesdirektorium eine Auskunft hierüber ableb ne, und beschloß, der „Memelländischen Rundschau" keinerlei amtliche Rachrichten mehr zukommen zu lassen. Der Kriegskommandant von Heydekrug, unter dessen Zensur die „Memelländische Rund- chau" steht, erhielt durch den litauischen Gouverneur die Anweisung, jede diesbezügliche Meldung zu unterdrücken.
Polens Außenpolitik.
Wa r s ch au, 4. Jan. (SU.) Außenminister Zaleski erklärte in feiner heutigen Rede vor dem Sejm-Ausschuß für Auswärtiges, daß Polens Außenpolitik auf der Basis des Völkerbundes aufgebaut sei und, daß die militärischen Interessen Polens nur auf die Selbstverteidigung gerichtet seien. Erfreulich fei es, so erklärte Zaleski weiter, dah Deutschland in letzter Zeit ebenfalls aufrichtig am Weltfriedenswerk mitarbeite. Der Minister beutete an, dah zwischen Warschau und Moskau gewisse Verhandlungen zur Regelung der polnisch- russischen Beziehungen noch in der Schwebe seien. Zu der Lage in Litauen erklärte Zaleski, dah sich Litauen auf dem Wege zur Stabilisierung befände. Die polnische Regierung lege größten Wert auf die Wiederherstellung guter nachbarlicher Beziehungen. Polen fei zu Verhandlungen mit 21- tauen bereit, wenn die dazu nötigen Voraussetzungen gegeben seien. Rach der Erklärung des litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, daß Litauen ebenfalls eine Friedenspolitik treibe, sei damit der Weg zu einer polnisch-litauischen Verständigung offen. — Polen habe nicht die Absicht, die finanzielle Wiederherstellung Danzigs zu erschweren, noch sich einer Anleihe zu widersetzen, die die (Sanierung, der Freien Stadt Danzig gewährleiste. Doch müsse Danzig vor allem die vom Finanzkomitee des Völkerbundes vorgeschlagenen Sparmaßnahmen durchführen.
Eine Dölkerbundsuntersuchung in Oberschlesien.
(Berlin, 4. Jan. Der Leiter der Sektion für nationale Minderheiten im Dölkerbunds- feiretariat, der (Norweger Colban, fährt am 11. Januar zum ersten Male nach Kattowih zu einem viertägigen Studienaufenthalt. Er wird zunächst mit dem schlesischen Wojwoden konferieren und dann ausführliche Besprechungen mit den Vertretern der deutschen Minderheit in Polnisch- Oberschlesien und der polnischen Minderheit in Deutsch-Oberschlesien abhalten und schließlich sich auch mit Vertretern der Industrie in Verbindung setzen.
Oie Wendenlomödie in Belgrad.
(Berlin, 4. Ian. Das „B. S.“ bringt heute eine weitere Meldung aus Belgrad, die das (Blatt die „Wendenkomödie in Belgrad" überschreibt. Danach sind d.e beiden in Belgrad anwesenden Spreewäldlerinnen als Gäste des Lausitzer Wendenführers Schmoller Gegenstand weiterer Kundgebungen. Die Veranstaltung in der ilniDcrfität soll wiederholt werden. Gestern legten die beiden Wen- dinnen Kränze auf dem Grabe des Unbekannten Soldaten und auf den Gräbern der großen serbischen politischen Führer nieder. Es wurde ihnen zu Ehren ein Bankett gegeben. Auch wurden sie von Frau P a s ch i t s ch und von dem Skup- schtinapräsidenten S r i s k o w i t s ch empfangen. Heute veranstaltet der polnische Klub zu Ehren der Lausitzerinnen e:ncn festlichen Abend. Der frühere Abgeordnete Dajmonj ruft zur Gründung einer „Lausitz-Serbisch-Südslawischen Liga" auf.
schuh ausgenommen hat, ist schwer zu sehen; allerdings, auch dieses Gcae/.einanderintrigie- ren Im Dunkeln ließ sich nicht sortsetzcn.
Die Angriffe der Rechten.
Pari«, 4. Jan. (Sil.) 3m .Echo de Paris", dem Organ der Patriotenliga, macht sich Pcrtinax zum Wortführer der Widersacher Briands und einer Außenpolitik. Sroh der Eindeutigkeit der Erklärungen Briands, daß zwischen ihm und feinen Mitarbeitern tm Qual d'Or.ay stets volles Einvernehmen geherrscht habe, erheb! Per.inax den Vorwurf, Briand habe feit Bestehen des Locarnovertrages eine Geheimpolitik getrieben und seine Mitarbeiter nicht auf dem Laufenden gehalten. Besonders unzufrieden ist Periinax mit dem Locarnovertrag. Da weder eine Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem englischen Generalstab vorge- ehen, noch der Dölkerbundsrat sich in Konslilt- ällcn über die Bestimmung des Angreifers einig werden würde, dürfe Frankreich nicht.die g.-ringste kriegerische Geste Deutschlands dulden. Zum Schluß äußert Pertinax Zweifel, ob Briand bei Zu- ammentritt deS Parlaments Sieger bleiben werde.
Die „Ere Rouvelle" hält heute Abrechnung mit diesen französischen Rationalsten, denen sie vorwirft, durch ihre Heye das W e r k von Locarno und die deutsch-französische Annäherung gefährdet zu haben. Zu der Absicht Briands, das Urteil d e s Parlaments über seine Außenpolitik anzurufen, stellt das Blatt unter anderen fest, daß eS sehr gut verständlich sei, day der Mann von Locarno der gehässigen Angrisfe der Rationalisten müde sei. Troy der unbestreitbaren positiven Vorteile, die Frankreich aus der Anwerrdung des Dawesplanes erhalte, trotz der Haren Beweise für den guten Willen Deutschlands und der Intervention deS DatilanS zugunsten der europäischen Entspannung setzten die Freunde Marins und Millerands ihren Kamps gegen Briand fort. Ihr Feldzug sei ungerecht und ihr Haß blind. Briand habe vollkommen recht, wenn er seine Politik öffentlich erörtert wissen mochte, weil der Ruf Frattkreichs in der Welt aus dem Spiele stehe. Keine Rücksicht auf die nationale Einigung könne die Kammer des Linkskartells vom 11. Mai zwingen, das vom Volke erhaltene Mandat zur Schaffung des Friedens zu verraten.
Die Arbeitslosenkrisis in Frankreich.
,^Zn keiner Weise beunruhigend".
Paris, 4. Jan. (WB.) Heute vormittag fand im Elysee unter dem Vorsitz des Präsioenten der Republik, Doumergue, ein Ministerrat statt. Außenminister Briand, Iustizminister B a r t h o u und Kriegsminister P a i n 1 e v 6, die sich augenblicklich nicht in Paris befinden, haben an den (Beratungen nicht teilgenommen. Rach dem Ministerrat, der sich auch mit der intensiven Ausgestaltung der Wirtschaftstätigkeit in Frankreich beschäftigte und sich über ein Programm, das dem Parlament vorgelegt werden soll, ausgesprochen hat, machten Innenminister Sarraut und der Minister für offenlliche Arbeiten T a r d i e u x gegenüber Mitgliedern der Preise Angaben über die Arbeitslosigkeit in Frankreich. Innenminister Sarraut erklärte, die Lage sei in keiner Weise beunruhigend und die Krise sei, was ihre Bedeutung anbetreff?, nicht mit derjenigen des Winters 1920/21 zu vergleichen. Abgesehen von zwei oder drei Industriezentren, wie Paris, Lyon und Marseille, wo die Zahl der Arbeitslosen ein wenig höher sei als im übrigen Frankreich, sei die Krise unbedeutend. In Paris zähle man augenblicklich 13 000 Arbeitslose, und zwar 3000 Handarbeiter, 2000 Techniker, 1500 Arbeiter aus der Leder- und Fellindustrie, 1500 Holzarbeiter, 1000 Arbeiter aus der Bekleidungsindustrie und der Rest verteile sich auf die übrigen Branchen.
Der Minister für öffentliche Arbeiten gab einen ausführlichen ileberblicf über die Arbeitslosenziffern in den einzelnen Departements und führte dann aus. daß die Unternehmen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten 8 bis 10 000 Arbeitslose beschäftigen könnten. In einzelnen Departements könnten in den staatlichen Betrieben unverzüglich 6000 Personen Beschäftigung finden. Bei Wegebauten, Drücken- und Eisenbahnbauten und bei Flußregulicrungen könnten außerdem demnächst, wenn sich ein Bedürfnis Herausstellen sollte, 35 000 Mann beschäftigt werden.
Die Neubildung der Neqreruny.
Berlin, 5. 3 an. (Wolff.) Wie die Blätter berieten, werden die Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Parkei'ührern über die Bildung der neuen Regierung, die am Montag beginnen, mit einem Empfang des Reichstagspräsidenten Lobe eingeleltet werden. Bisher haben lediglich ganz interne Vorbesprechungen zwischen einzelnen maßgebenden Persönlichkeiten ftiftgejin- den. Wie das „B. T." wissen will, wird der erste Auftrag zur Regierungsbildung voraussichtlich an einen Volksparteiler (vermutlich an den bisherigen Reichswirtschastsministcr Dr. C u r t i u s) ergehen.
Litauens Isolierung.
Beschlüsse der Randstaatenkonferenz.


