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Nr. 129 3weites Blatt

Siebener Anzeiger (Senerai-Auzerger iur Gderheb««,

^uiUAg, -t- juni 192Z ............ -

Was tut der Wirtschaft not?

Sen Tr 'Bdfttwr Jtnlcnfaepff, 'H.b.'X

f r 5rafl< a* es um $Vut<d>anb» augcr.« Muflübt trnnkbattlube ßa<y befwfli tfc. wirb echt wdefctebtiuirna beonimorMt TMbrmb bu einen brr THrtnung Im* man &iw an r jw Xoeiurt- tur ober te>A an ba* langsame Serben einer Xoriuxfrur glauben. buben anbei« ben Ombrud hab man ma sochitcher j banan nrch:

eobt neben könne 3$ -laude. <* lahm daher farle Staflr einmal genauer y. untcrfu^rn Safi bas Jahr 1*2» her beuchen (Be­

rni n t gebrach» Hai. btt man al* Sun berge- mnme beWkichnen kann, befaruet beule uemanb mehr Ser englische ftoblenÄrett war far Ursache n,ch» nur für em relatives Seff erwerben un 3ahre I92S. f andern teile auch für beeSer- »mschung betjcnigen SefüfcU für fr Hbtt unterer Werts chafi. ha* *u Begmn des Jahres 1926 ergenibch »eber bd-ifv Dos ift eben der grabe kl achtet! (sicher iufallsgrwinne. bah btt geofir IBtnac über ben wahren Stand her Singe ge- »äufcht und in den Stauben oerkgi wird, nun fei alles gut unb cm rüfnget Borroärt*d>teilen fei getoäl/rlr.trt Die fo^penbctanl Anfang 1926 tu Wirtschaftslage ^ach m den XApfen brr Re­gierung ausfah. geht allein au» dem Steuer- senkungsprogramm hervor das 3e in- hold Anfang 192ö brrau»bra4nt. unb bas um deswillen niemals btt berühmte Ankurbelung bringen konnte, well an! brr CieiKifenfung nicht eine Senkung der Aufgaben, für btt btt Senkung der Steuern bienten. Hand in Hand ging, unb weil not allem btt mechanische Senkung germller ötruerarien tm Snbeffeft einen Aus­gleich durch Dir Erhöhung anbercr wie L. D. der *Äeal Heuern brachte Sem durch die (reim vteuerbdchlülle des Reichstages in ge- ttMftan Umfange für fee 3uhmft ein R'<ge! vor- gekboben. da ja den Ländern unb Gemeinden die Verpflichtung auferlegt wurde, solche Summen <ur Senkung der Real heuern zu verwenden, die ihnen durch ben neuen Finanzausgleich als Plus Itrfhefttn.

'Ulan ha» damals optimtsnsche Betra4Mungcn an faden 7Vr<d>Iuh gcl-Tupft unb wirb auch heute nicht beftertm tonnen, bah er im Grunfaatz richtig war An unktet Wittschaftslaa« an» den er aber um deswillen nichts, weil a*r vor brr 8 r b b b u n g bet Poßgebühre n unb vor der Erhöhung der Beamtenge- bält« r Heben, b h felbft bann nicht gewonnen haben werden, wenn tne Seal Heuern um einen Betrag von mehreren bunbert Millionen gefenft werden tollten 3m Gegenteil. Wir kommen da­durch in» Minus, dah die Poft wahrscheinlich einen groben Teil von dem. was sie vor hat durch!übten wird, unb badurch der Wirtschaft eine BelaHung die wiederum m<brvrc hundert Millionen beträgt, erwächst- 3m 3u< am men bang darf noch einmal gdagt werden, was ich schon fv oft betonte, bah es im groben gesehen, g leich- gültig Ht. an welcher Steile eine Wirtschaft belaßet wird Am 3nDt ift doch btt Frage, ob ein Kaufmann 100 Mark über das Xtmto Ciruem ober über bas Konto Pottotosle aus- gibt, nur eine Buchungssrage unb ändert an der tatsächlichen Sdafhing feines Geschäftes mit unproduktiven Kosten nicht bas geringste. Ls sei also gar» klar gesagt, bah wir. was Steuern unb andere ber Wirtschaft vom Staate auserlegte Lasten, xu bnwn auch die Sozial lasten zählen, angebt, m» Jahre 1927 nicht besser da stehen, als Wit e» im 3abre 1926 taten, unb es sei wiederholt, bah eine Sttllchreiung von bet Staats­seite her. fo lange ein Spiel mit Sorten bleibt, wie bet Staat nicht durch Vereinfachung von Verwaltungen. bw wtt zugegeben sich beute zu einem grohen Teile im Leerlauf der XoinpetenA-Äonflllte beschäftigen, wirklich 9 r n H macht Tut er bi» nicht. Io wirb fax Gewalt ber Tatsachen ihn eines Tages ium 3rnf»machen zwingen, btt Gewalt der Tatsachen tue fich vor allem »n unterer Handelsbilanz

au» drückt

Um komplizierte sian'tische IkgnHv in ein- faches Deutsch zu .. berieten unb nicht die für viele nicht i^rständl.chen Sorte .Untere Han­delsbilanz ist um so unb soviel passiv" zu ge­brauchen wir haben in den eilten vier Monaten des Jahres 1927 durchschnittlich im Mona» 303

HiUw Mark mehr ausgegeben, al» mir eingenommen haben tüt fade Summe mehr Güter r.ngdubri. als en aus- Wir bb $200 Mlllwuen Mark hou; Hex- tnigen »«gefetzt Dmm ba» fr ^ tergeht, kann eene zuuehMerd. Mbtnapphn! »ich, aus Weihen, und muh b« tm Laute ber -teil zwangsläu­fig vj einer 2 rtx-t her Sissondät^ ' or.-n Ls ist eine offene Tragt, ab btt hUtge- *1 cj><

überhaupt unterer Oimatioa angrmdten find, ob es mch« geringer wäre, der gdasuen Berte» - ferung durch Ortttb-rj des Sislsnss zu «eigen wie unsere Sikuaiwm defchaffen ,1 Au' reden Hall gOw es tm Grund, nur drm Sonnen, tn denn etn grobes Volk dte dauernde Verminde­rung i eines Srnnhgen» durch Palswitzät her Handeisbilanz aut fiteren Lum Alte drei formen find gleübtnäfitä uncnränMr Ste erst. tW Auswanderung guohe- Cttkn bie zweite etn R.cht-mehr-festvletben de r Mäh­en ng. eene Äpar btt nach den bitteren 9rfab- nmoen der Inflallosssahte für das deutsche Bou garu unmdgi'-ch ist Melle nur dir brtne Socm. btt Berf chlechterung ber allge­meinen Lebenshaltung, von der auch niemand wird lagen wollen, bah sie münichens- nxrt wäre Ausviegen tonne» .«r dem i-rrbrn- ben Schicksal nur dadurch dah wir von ber Wirt­

schaft aus gesehen, teilten was irgend zu leisten tne b dauernden Rermbgensvertu Ar zu rcrr.cnem oder zu n Aukhöven zu bangen, fajfi cu< der anderen Seite he: Staat der Wrttchafi tn ddem Bestreben nach Mehrleistung dadurch HM*, bah er . mch, abtetui Ränge Last non ber Wirll chatt atnsi:. d h endlich 9rnst mach» mit dem Abbau von Vermal« tungsausgoben und dadurch die Borbe- diugungcn für eine echte und nach­haltige Steuerlenknr. S schaff» ohne ' t c ne THetriciWung von 'eiten her Wirtschaft überhaupt kaum w Ser.tau ist

Wir dnd test» wieder an de» Berg angetan#, an dem wir vor 3aor<*n* standen, und über den uns damals der engi.sche Xnhlenstmk b« nüber- beachte Heute veh uns niemand mehr hinüber. Itmbrr.i e*n n*.affen Schn« für Schein au? eigenen Xräffen dm Weg gehe.. Wenn ttir das rechtzeitig erkennen unb au» fader 9r- lennlnis en.fprrchende Taien aMetten, so ist ber Yerg an «ich nicht unüberwindlich 3teben wir diese ^Wgerungen nuhi so - rd ste ba» Schicksal *ür uns ziehen unb uns e :e# Tage» zw-ngen. fcn überhastetem Tempo und mit selbttverstänblich nmtger überlegten Mahnahmee altes fai» zu neben wo» tmr Heun rwch mit llthedegung Ruhe und Hvtgerichngstett nm fbimm.

Was Amerika von uns lernen kann.

Aon Sr. Friedrich Wawra

Wir armen Europäer find leit Jahrzehnten darauf abaerübtet, in allen S agen ba» ^roh- mächtige Amerika zu betDunbcr Was au» Amerika kommt er'chetn» uns gut unb zweck- mästig Hin Grfchäf« ba# ein Amerckaner mach» ist ein gu»es Ge'chä't Sine Sache, hinter ber etn Herr aus Amerika steht, ist eine gute Sache. Qi ne Qrlinbtmg au» Qhnenla ift eine doppelte Qrsindung Qine 3bet aus Amerika tzut abl ist eine glänzende 3bee.

Qm todkrankes Unternehmen, bcin ein Mann aus Amerika die Hand zu reichen geruh», wirb im selben Augenblick gesund

Unsere Hochachtung oor den Leistungen ber amerikanilchen Ration wirb w.cht gerinaer wer­ben. unsere Pslich». fremden Gästen gefällig zu sein, wirb »mCb wie oor sandestehen. Aber wir sollten uns barüber klar lein, dah die Such, alles Amerikanische eo ipto zu betminbcnt, letzten Endes auf einer Autosuggestion beruht. Wir selbst haben uns in manchen Singen da» Gefühl einer gewissen eigenen Unzulänglichkeit ge'chafsen Wir selbst reden uns beute noch ein. hab alles wo» in Amerika erdacht und etfunben und erbau» wird, gröber und bedeutender als unsere eigenen Leistungen sei.

Die sehen die 5) :igc in Wi rkl ichkeit aus? 3fl ,n ber Tat jede amerikanische Be­sonderheit ein Muster ihver Gattung und jede deutsche Ginrichtung so verbesserungsbedürftig, dah wir von Amerika lernen müllen? Wir wen­den ein paar Beispiele betrachten, bd denen der Soll umgekehrt liegt. Jlur etn paar. Sie liehen sich, nebenbei bemerkt zu einer stattlichen Liste ausführen.

Da wäre bas Telephon. Der ameri­kanische Fertisprecher ist ein Unikum ber Un- bequemlichkeit.tne kleine Ohrtrompete muh man mit einer Hand leftballen. Beim Sprechen muh man mit dem Munde an eine kleine Tube Heran­gehen. bie an einem Ständer sestsitzt. so dah man entweder mit ber anderen Hand ben Ständer leftballen ober aber tn höchst unbequemer Stel­lung am Tische llhen muh.

Da wäre die Post mit ihren unsauberen, verbesserungsbedürftigen Acmlern. 3n den ame­rikanischen Drvhstäbten fehlt bie Rohrpost. Gin gewöhnlicher Stadtbrief, der um 10 Uhr morgen» tn Shlcagv in ben Briefkasten geworfen wird, erreicht den Adressaten erst am folgenden Mor­gen 3n Deutschland wird täglich viermal in gröberen Städten bestellt, in Amerika nur zwei- ois dreimal.

Die amerikanische Post konnte unendlich Diel von dem beul leben Schwesterinstitut lernen Gs »st statistisch frflaeftdU. bah von lausend gewöbn- lichen Paketeii In Amerika burchschnUtl.H fünf- z^n verlorengehen. Sie Berluftzisser für

Deutscheriid ist etwa btmbcrimal geringer. Sie Sicherheit des deullchen Poftdienstes wurzelt eben in dem P«lichtgesüh! de» deutschen Beamten Blenfchliche Arbeitskraft ift tn Amerika sehe teuer Daher wird mit einem aer-.ngftmögkichen 2u'- toanb er. Personal gearbeitet So ergibt sich fae llnficherhe-.t der Leiftung

Aber der Amerikaner erträgt sie lächelnd. Wozu jedem Pak^t eine Bedelladresse beigeben? Gs wird franfiert wie ein Brief und wird schon ankommen Unb warum sollte in seinem glor­reichen Land nicht einmal eine Postsendung ver­lorengehen!

Sic Dera ubung von Poftzügen ist eine Alltägllchkell. 3n solchen .Fällen bekommen die Lcidtagenben keinen roten Gent. Auch baxu lächelt ber Amerikaner aebuUHg. Weshalb sollte in feinem glorreichen Lande nicht einmal ein Postzug beraubt werden! Die Absender hätten ihre Pakete ja versichern können!

3n keinem Lande der Welt ist der Flug- Verkehr so entwickelt und berari Allgnncln- gut fleWorben wie in dem geknebelten Deutsch­land. das sich jeden Fonschrikt ui der Lull bisher von seinen cbcnuliai-n Feinden mühsam erbetteln muhtc 3n Amerika erlfliert heule tm 3ahre 1927 praktisch noch kein nennenswerter Per­sonen! lugverkrhr Die Glsenbahnen. die schon durch das Automobil sehr geschädigt wurden, fühlen sich bebrobt. und In dem ehemaligen Lande der Freiheit sind Gcschästsmelhoden heitmsch. die es den Gisenbahngdellschasten gestatten zum Schaden der Allgemeinheit. gegen eine unlieb­same Äonfurre» mit Mitteln und Kniffen Vor­züge hen, die in Deutschland einen Sturm ber Gnt- rüftung Hervorrufen würden. Sie öffentliche Mei­nung >sl In Amerika unendlich viel zahmer als hierzulande. Ser Amerikaner muh eben lächelnd au* das Flugzeug vorläufig herlebten Dafür bewundert das gutgläubige Guropa gelegentliche Bleldüngen aus Amerika. In betten von Cuft- drvschken die Rede ist. W.e ge<agt, nur bie Rede ist Abgesehen hiervon darf man aller­dings nicht die Leistungen auf sportlichem Ge­biete iH-rienncn, bie jedoch wie beilpielsweise der überwältigende Flug Llndberghs -- nur als Ginzel leiftung bewertet werben tonnen

Da find zahllose Kleinigkeiten, die einen im .Lande Gotte«' zur Derzweiflung bringen kön­nen, so z. B. die pappdünnen Wände der geschmacllosen SuOenbtDobnunqcn. Sie sind oben ber baulichen Rentabilität !o dünn, dah man. wenn in der benachbarten Woh­nung jemand niest. Profit wünschen kann und der Glückwunsch drüben verstanden wird. Ghe- liche Szenen sind öffentliche Szenen - in Ame­rika. Wie können auch Käufer, bie schematisch

binnen c-b* Wochen erbau» werdenolfbe Mauern bähe*.'

Ta hnb fa. . ittetzllchen T- gntf< runde Knöpfe, btc nach drei Wc-chen.xrV'. Da ist

Ns* barbai chc anertk.nllch^ Schi, r nfter <&* liegt fo mehr g dah man «ich nef*n muh. um es Hochzi ehen unb Ich! ehi ch Gdahr läuft, heim chera eh< gefbp*» zu MV Aj hnb fae wider! chen Tap«rmuleau« b r sich rn'ttds nnrr Feder abrollen 1 V' . unb mt» e.wet Ctmur 'eftgemach« werden. lähi mar. fae Schnur los. o rollen lie wttde: auf Ich ppm ein und fallen meistens laeU der S:ang. perunter Das amerikanische Wohnbau» ist et n trau­rige» .Kapitel < wenn U' r von erregen mo­dernen Xenoauetbiufern ablebai

Man bitte einen deuischeu Schutz­mann um eine Auskunft' Da er,/b« stth'ogietch ein prinzipieller llntedched -we'chen deutscher und imertkani'cher Sienstaullaslung Der l-m'fche Pol,ast wird wem. man nicht gerade mit bat Aär.fa-n :n ber Hol entasche an ihn faranrntt. ben drttstell er kur? begehen ein unaugge- sproche'te» . 3u 3bmt D ersten 'nein Herrn Or wird u't» fv genau raten, dah ttnr unser Jtd nicht i'er'eblen toimtr ®r wird, wenn nötig, sein Buch «leben und dte betretende Strrthe .ermtrtein"

Set amerikanische Polzeeman ist fae fleischgewordene Autorität mtt Pistott unb Gummiknüppel Dieser Petrefakt des .rot- blängen DatmenschenLums" hat nur Adpett vor Damen. Richtamerrkcrn -r. bd.-'nber» alte Männer ifae in Amerika ohnehin mche» wert sind' Unb für ihn Süllen. 9r schnarrt bie Austunji durch fae Zähne Wer es nicht verstanden ha» mag sich zum Teufel scheren! Der amerikanische .cofT lPoi,zis> ist etn _5^e«renmcn!4>'. fürSterrcn- menfchen". i.igelchiiitten für Ttänncr. btt auch fo ausfehen wie er. fae auch einen Gummi­knüppel trogen könnten. 31<b von dannen, bu alter Herr der du mit einem Bern an Grabe stehst! Jltmm dir ein Auw bann kommst bu hin. wo bu hinwll'.st! Ser amrrckanische Podest ist der krafmn-i.rllche Itertreter der Pionier-Welt­anschauung (Sie Berweldlichung de» ^Gefühls­leben» hegt gerade tn der lleberiegenhett der amerikanischen Zrau über d de AN von Männern.)

Biele» ist am amerilanischen Eisenbahn­wesen zu tadeln, und der Ruhm, fae pünkt­lichste unb sauberste «Ilsenbahn ber Well zu besitzen gcbühn nach wie vor dem Deutschen Reich. 3emanb will in Seutschlanb Gifenbahn tobren, sagen wir von -alle nach ErfuN. Wer auf dem Hauptbahnhos -alle in ben veNehNen Zug einsteigt. muh entweder blind sein rber nicht Deutsch können An ben Wagen unterer Elfenbadnzügc hängen weihe Schilder, die Rar unb genau ba» Hahrtztel bezeichnen: ^Don Aalte über Weihensel» Apolda. Weimar nach Erfurt"

Sie Beamten ber Reichsbahn 1 Ehlen sich als Glieder eines Körpers, ob man einen Ge­päckträger ober ben Stationsvorsteher, ob man ben Schaffner ober ben Wagenmeister fragt, ein jeder gibt uns Auskunft ober verweist uns an einen Beamten, ber uns bescheiden kann. Das berühmte Dienftprinzip, das Henrv Zvrd in seinem Buch als Theorie verherrlicht, hat lange vor ihm ber deutsche Ellenbahnbeamtv praktisch geübt

Unb in Amerika? Sie Züge leben aus tote lange, formlose Kästen Sie Fenster ber gewöhnlichen Personenwagen find klein unb niedrig und lassen sich nur mit schwerer Mühe öffnen Die Züge brausen herein und heraus. Woher kommen sie, wohin gehen sie?

3ln Reger stellt das .W.bäntäKn bin unb kündet mit gurgelnder Stimme, btettxil leine Aug<n rollen i iwiy to Denver, Albuquerque, FJ Paeo, Los AngelesT Reger gurgeln immer, schreien immer immer ihre Augen nach ai

hat mag ein­st eigen, wo d ihm belieb» stein Me

Man frage einen Stationsmann. Er fegt gummi- fauenb weiter 3r ist angcftcll» unb wirb dafür bezahlt ad! Stunden täglich die Station zu fegen Was geht ihn der alte Herr an!

Trostlos »st ber amerlkanlschevchlaf- wagen Punk» neun Uhr Happt der Pullmann- Reger die Betten herunter Schlafengehen! Sie Bereinigten Staaten sind ein beinokratischesLandl

Mozarts Pfinqstärger.

Bon Eile Margarete Andersen.

Sa lag nun ber Brief vom gestrengen Herrn Baler weist unb Ipretaig. mitten auf bem Teppich des Zimmers, ba# brr junge Wolfgang Ama­deus erst vor fat-irm bezogen hatte Und ber ihn empfangen hatte, stand zornig am Zenster und trommelte einen General marsch gegen fae Schei­ben. dast sie nur so klirrten

Was wollte der Baker? 3hm Borhaltungen machen, hast er schon wieder das Logis gewech­selt faule? 3bn zur Rechenschaft ziehen über fae Gründe? 3a. war man beim noch immer brr unmündige Knabe, dellen Tun und Lallen vom Bat er bewacht werden muhte?

Wolfgang Amadeus stampfte heftig mit bem .rüst auf Daß faefer Brief auch just zu Pfingsten getommen war und ihm den Tag verdarb! Gerade hatte er hinaus wollen aus ber Stäfa, zu fröhlicher Wanderschaft mit den Freun­den. jetzt rührte ber väterliche Tadel die ganze leidige Geschichte wieder auf. die er schon ver­gessen glaubte, unb der Aenger daran nahm ihm fae pfingstliche Laune

Berfa ent war faefer Tadel nicht ganz gewist nicht! Zugegeben -- er hatte m bat Ientern 3 ähren ein wenig tnel seine Zimmer gewechselt, aber trug er fae Schuld, wenn bas eine zu laut, bas anders au kalt, bas dritte voller llngeziefer unb fae filn hospiUh< bed werten ein gar zu reparier- liches Frauenzimmer oewefen war. mtt dem man gern ein wenig gdpastt hatte ?

Was ihn anbettaf.o wäre er gern bet ben Leuten wohnen geblieben aber ....

Kurz gesagt, fae Geschichte verhielt llch so. Die Mademoiselle B war nicht nur nettonbem auch hüfach unb noch in junaen 3ahren. hatte eine flinke Zunge und etn für Scherz und Galanterie zugängliches Gemüt Gr selbst war auch nicht übel von Gestalt unb Angesicht, jung wtt |te unb hei­teren Charakters Sv war man gegenseitig mit­einander zufrieden gewesen, ging .uwellen auch des Sonntags insammen aus und *anb bas ganz in Orbnurq

Wie bas jedoch fo ist, hatte man nicht an jene gedacht, fae gern auf ben Twtopenflurcn stehen unb im» der Rachbami ein Schwätzchen machen, ober an die anderen aus dem Sjfäuk ober aus ber Rachbarsch afr. die am Sonn lag auch nach Grin- zing pilgern . diese andern, fae immer mehr zu sehen und zu ahnen glauben, als w.rHich dahinter steckt, hatten auch nicht im geringsten daran gedachi hast Baler und Mutter faefer hübschen Tochter selbst glauben konnten er. ber Wollgang Amabeus MozaN hätte dte Ab­sicht

Genug! Am ersten Ofterf* ertag. man Halle sich wieder zum Spaziergang verabredet, war es dann berau*getommen Das Mäbel Halle es ihm gestanden, was die Leute redeten und fae Mutter. Richt gleich auf einen Ruck, so nach unb nach. . ein bissel verschämt unb belustigt, unb doch - Wolfgang Amadeus war der heilige Schreck in fae Glieder «fahren - schien es. als ob auch Ite sich ernstere Gedanken gemach», feine Scherze falsch gebeutet hätte Bfestetchi war sie gar verliebt tn ihn?

Ganz sicher! Mit einem Male sühllc er ba» - arg verliebt war ba* Mädel Unb er? Richt fv ganz frei von Schuld, hatte ihn ba* geärgert Alles - bas Gerede ber Leute, das Geplauder feiner Begleiterin, und nicht fo fröhlich wie ber Anfang jenes Cfterfeicaagc? war bas 3nbc ge­wesen Kurze Zeit daraus hatte er unter irgend­einem Borwand sein Logis aefimfagt. war um- gezogen und fade Episode schien pctgeHen

Da -- der Brief, faefer mahnende Brief eines pebanttschen Baiers, grub sie wieder aus. Dah doch in diesem 3 obre kein Zeiemog ohne Aerger vorüber gehen formte* Wie :-erhell war bas. Aber sollte man sich wirklich den schönen Tag verderben lallen? 6-ne Stunde hatte er noch Zett, ehe er aus bem Haute muhte, fae 5reunbe zu trcflen Also herunter mit dem Aerger. rasch einen Bllefbogen her, Seiler unb Thtic und an ben Barer gdcj- .c? - Gleich was ... ein paar aufflärenbe Worte meniaer berum. Rechen­schaft adzulkgen. als sich selbst frei zumachen von der dummen Gdchntzte. . unb dann punflum... edefagt . und tevbllch Hknu usgcwaoderl tn fae WaXtewrne

Saturn .. Anrede! Die Jeder flog ... .Was rum meinen Umzug betrifft, so sag ich es noch einmal, dah Ich schön längst im Sinn gehabt, ein anderes Logis zu nehmen, und das nur wegen dem Geschwätz der Leute, und mir ist leid, dah ich cs wegen einer albernen Plauderei, woran kein wahres Wort ist. zu tun gezwungen war. Ich mächt. doch nut wissen, was manche Leute sür Freude haben können, ohne allen Grund so in den Tag hinein zu neben Weil ich bei ibnea wohnte, so heirate ich dte Tochter, von Ber- lievtsern wat gar nicht dte Rede, über das lind sie hrnausäefprungen. sondern logierte mich ins Haus unb heirate ..

Ich will nicht sagen, dah ich im Haute mit ber mir schon angeheirateten Mabemötselle trotzig gewesen tei und n cht redete, aber verliebt auch licht Ich namerte und machte Späh mtt ihr. wenn «s nur fae Zett zulieh ... und also sonst toc.ter nichts Wenn ich die alle betraten mühte, nut denen ich ge'paht habe, so mühte ich leicht zweihundert Foauen haben ..."

So .. fertig! - Kaum getrocknet, wandert der Bogen m den Umschlag, wurde verflogest, adressiert unb tn fae Rocktasche geschoben.

.Run mag fach fae Post weiter befördern und meinen Aerger dazu V Wolfgang Amadeus fühlte sich sichtlich freier .Bin doch dumm gewesen'. dachte er. .warum hafa ich mich überhaupt ärgern lallen? War die Geschichte das wett? Ober, ehrlich Hatte ich gar en schlechtes Gewissen?' Woksgang Amadeus lächelte, und es war ein jungenhalles Sp.tzb-abenlächeln, htnte dem fich fröhi.che Gedonäen und ®Tfameru:ige7i versteckten, ar manch« Rarrhetten unb kleine TTbenteurr Gedanken und Sttwrerunne:' so recht geeignet m einen fchönen PllngMag bineirrzugjeiteir.

Ein Brunnen.

Bon Mar 3 un gni de L

Gestern lag ich vor der Stadt La»g hin- gestreckt au einer Wiese unb sah in den mai­lichen Hinnnet hinein Um mein Herz pfiffen die Stare.

Unb bc dachtt uto atu uzgs aus - Wer» ich df* n*- ÄfiSfta w öfter

verkommener Linden bäum, ber nicht mehr grün werden will. Wenn ich den herunter geschlagen hätte, dann würde ,ch aus dein Stamm ein Pumpenrohr macben. Und oben h,n. wo etgenttich ein ^Deckel draufkommt, würde ich einen Kopf schnitzen den Kopf von Matthias Claudius mit den zan schelmischen Augen und mit dem Lachen um ben großväterlichen Mund

Das Purnpenrvhr mit dem Kops da oben - würde ich grün anstrcichen. Zwei Spannen wett, untcmi Cläudius-Murid. würfa ich eaie deine Röhre hlnsetzen. Und aus der Röhre würde das klare, snsche Waller strudeln. Zwei Spannen weit, unlmn Claufaus-Mund. too das Herz sitzt das alle, treue, fternenframme Matthuts- 2laufaus-Herz das in lauter Himmel zergehen konnte.

Und in Wand»deck muhte fac Pumpe zuerst stehen 3n Wa:d»beck. wo faefer pf ei fen- rau chende Prophet fachttte und schimpfte und liebte und philosophierte und s>ch von der Abend» lampe einen Heiligenschein um den Kopf weben Ueh

Aus einem Schulhofe mühte fae Pumpe stehen -.

Die selig der blaue Himmel ist' Jeder Bogel ist ein singender Buchstabe aus einem ewigen Segensspruche

Ader von dem Matthias-Elaudius-Brunnen würden die dürstenden Schu!kindcrh«cAen tnnlen. Und sie würden gelegentllb den Lehrer einmal s vagen wer denn der etnlanuk lufttoe Kerl eigentlich ift. der ba auf dem Hofe sich:. Und der Lehrer hat vielleicht in der hintersten Ecke seines Bücherbrttte^ ein verstaubtes Reclam- heslchen liegen, das er lanae nicht mehr an* gdehen hat. Und da» wird er bann wieder hettorhvlen. wird er toLeber fleihig durchlesen, damit er sich nicht vor den Kindern zu schämen braucht.

Und Matthias 6-laubiu» wirb bmiAcn dem Schulhofe stshen, wie ein grini-r deödchtt Rattenfänger der Seele.

Bielldcht?--Bielleicht?--

Ach. es »st ja nur ein Idfayrr dttdafi von mk.