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Mittwoch, 4. Mai 1027

Eichener Anzeiger (General-Anzewer für Gdcrheffen)

Nr. (05 Drittes Blatt

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Aonnl 3oftft: Thomas Paine.

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Für den Vüchertisch

Der deutsche Geniud.

Aus fremden Literaturen.

3 r b n VallbtriH. t<n<- Bcbru-

Kunst.

Bal KunAwtsienlchaftitche 3wftitui bet Unweditil TRaxbutA. b * untere» ttetrm durch ktbltt Ve Arbeiten m tmievrt lUuWrtetiew Bet» ladt ,£eteui im Bild Ml Jahren befanni iW. nröl jetzt «U denn eignen 3adrduch an die Oestentlichkest i2H a tb urner Jahrbuch fit Äu nH »t|1tn1*af I, <b X Hamann unb

banbei n. urb er kommt

Schlüßen. bu bat Auch auch für den Laien feftelnb macht, wenn ber Serfafter such durch einen furcht, bau die IfeXtüre letrzt Luche» sehr er- lerlM (Btbrüber Poetel, Berlin. I?ret»

baren 6a schwer..

(Ban >ieinen 6 2xf.. 100

fturt von Schlö - tr. al* lar.gjäf/nget ^reichlicher Bef andrer am Botilan einer ber ertolarrchsten deutschen Diplomaten der Bis- mara'cher. Xera. hat in einer Leihe von Bänden feine Bride unb Tagebuchauizüge aus einem langen Geben in bet Grüften PvUM der Bachwrtt übet liefert. Diese BLnde gehören mit -u dem Schönsten, wo- mir in ber roliMchen Lsteratnr bektzen weil sie m ein-igari qer Weife da- Hn* mittelbare des DUieuS und der grvhen Persön­lichkeiten uni übermitteln, in dem und mit bewa

bestimmten Chnfteit; et ist u Blut« Wirkung Sn diesem

Sb. Unter Sie-en von Leiden enschen Auguste, bat Älnb aut

Ob«, bie klare Lichtgestatt \tn Äreile der Jlctnan- tifer. Tat geheimmtvolle, ftedbunfte fitebeNptet ynn* <dxn da roh ne S.-quite und Schelling hält von feinem ersten, garten Beginn bi» zmn Höhepunkt i.nb AusNang den Leser m Samt. «0

Em retienbes Büßern voller Bip unb rt»- mor oeröifentitch, ber berühmte ai!pHc'.?fl» brr SRarburper UntPerfdÄt S I r t jur Oubel ewr feiner

sophisch-gevirnlich zu sehen Tenn er Ist flänbig unter unt in der vollsten Wirklichkeit er ist die Wlrkl.ctz- teil unserer Bertangenbril unb unserer Gegenn^n. <r ist bet Tröstliche nb (Jtedtlpe bet gewesenen unb de» hei I wn deutschen Leben» In feiner natur-

e gerade bleie Seite tat Junten eingehind w be- ml dabei zu intereffanien >uch für den Laien frlV-.L

unb Edtottenbilbcr* Da, mst amü'anten Zeichnungen aut dem Nachlaß von L. Susti auoge stattete Büchlein eirb allen ollen Marburger Ufa- bemifrrn en willkommener Festgruft zu Besinn bet 3u belfern eitert 1927 fein. (X S ^!a>en!che Vertag»- budikir.Mung E Braun. Marburg. Preis 1 50 Ttt.y

H. s> Lehr Bcdöfl bei Kunft-eichichtttchcn Teuuiidnl der UnuxrftUt Warburg Vas um- langreiche gut Illuft ritrte Werk, dai die Leih.- bn 3ahrdüch<r eröffnet Iaht mehrere Lust ätze aus dem <*.bift der mltteialirdidben Plastik zu» lammen, dem im wesentlichen btiläng bU Arbeit bc* Seminars gegolten hau Prvsessvr Hamann fribft zeigt die Grundlagen auf. tzu einer Ge» schichte der mittel aller! ichen Plastik IVut'ch'.anbs An seinem Lust ah .st besonder« inlerdlint die Aochwelfc einmal antiker, zum anderen sr^nzL'i'ch* mittelalterlicher Anregungen in der deutschen Kunst, b:6 Birten irtnzöst'cher Baumeister auf deutsche* Boden und die Berarbeirunfl der durch sie vermltteilen Ideen durch Me groften deutschen Meister Dustav B nbr* ded "..^- einen 1911 bei her Kirche In Pftilippstal an ber Dcrra ge­funden- Gral Ueln deS 13 Iahrdunderis unb weist an ihm die Reinigung Bamderglfcher unb Xaun burglfcher CttMemente noch - Hermann Decker! steuert Studien »ur ftanteatischei, Sku'p* 16 Jahrhunderts bei. die t'anbgrafengräber

Neues deulschesSchristtum

Herbert 9 ulen ber a: Um ben Aheln. Loman. 326 Seiten 8*. I.-1S. Tau'end Sinl^inden.wurl von Lafaeüo Bulonl. 3. Bl OtMcib Iterlag. Berlin iQ2). Bon einem leiden'chal'.Uch.-. Deutschen geschrieben, wird »uünberg« euer Xoman durch feine Itrcnge rrch'igMt, durch die Eigenart deS «nablert. durch btt harte Hnmat liebe des Dichters «um Senf mal deutichen Schicksals am Bhein. Der Boman berbinN-i ben Vorzug einer faljinierenbw Handlung und grober llnlcrpaltlamfclt mit einem I Srost. der unfer a.ler Iniereste findet »te «reifl* nUfe fvielen In den Lachkrlegsjahren wahrend der franjöfifchcn Bek-ftuna M Lheinla^e«. Die «nwirtung allgemeinen Sefchehens au! da« per- fönllchc Leben des einzelnen wird vom Dichter gcftaltet. und fo entsteh: im Verlause der Hand- luna ein Bild der d.u:ich n Bot und des deutschen | eMflal#. bat uns packt, und für das man dem | Dich, r dankbar ist

«Isred Bock/Schicksal unb wchelme. Otjaftlungen. 2Ht: einem Bdb des Dichters und einer Levensbelchrciduna von ibm^fdbh oe*®* nungen von Dito liblxloftbe. 174 Seiten 8 - Brriaa der Deutschen Dichter-^edächt7i«-x_: '- iung Hamburg-Srobborstel. Das als Band 54 der Hausbüchern der Stiftung in neuer Lu'läge erscheinende Buch Ist e.ne feint und reife Gabe an ben groften Freundeskreis des Dichters Lüred Bock. Die neun Srzählungen. die hier unter dem sehr glücklich gewählten Lwlrtlang .Sch ck!al und Schelme" juamciengefaftt werden tragen alle guten und liebenswerten Merkmale einer Kunst- Weife. der ihre e.ndringcndsten Gestaltungen nicht am Schreibtisch, sondern mitten im Leben er* wachsen: die kurzen Seichichten fügen sich zu einer merkwürdig e.ndeillichen BUberfoIge aus ber groben men'chlichen Komödie und dem viel* ffllhger. Imuedpiel. wie fie der fchlichte Alltag stündlich jedem vor die Lugen ruckt, der zu sehen vermag, und der um die geheimen F-agungen und Zufammenhänge weift weiche ein Men'chen* treten oon der 2Biege bis zur Bad re bestimmen und lenken. Dies ist geruX* das Ze'.ne an dem Duch daft es fo ganz unliterarisch ist unfenrtmer.- taL ohne Spckulation und Sritenbruf: der Der* faffer steht den Leuten auf dem Markt unb der Mutter in der Küche aufs Daul, wie es Lurher im köstlichen .Sendbrief vorn Dvlmer'chen' meinte, und daher kommt es. daft Me Gestalten fo klar, einfach unb natürlichen Duchfes dastehen gehen.

Der beu'iche Artu». brfttaimi dar -chickial Mir» in rxigongenheii unb Seg.nwari. 3n lammt.r sich uniert tiefsttn unb reichsten Imu ilt ofrrbjfit s'ch tn ur.ferer (^«tchichie. Bdbung. tunft unt Kultur, tfc Hf be» beut|d.< Cott, unb »a (mb al» etrutinr mit al» Lefanuheit ieln< «irtlich- frit tat to.firn um bteit untere Ginbeil unb UN.

Lchau'r-tel. 1» Setten 8:. Llbert Lanaen. tbcTT, 1927. S:n Stück aus der Zeit des kaw.ichen Besreiungskrteges; es gibt rnn Aus* schnitt aus dem längst vergrttenen. teltfamen und oben!euerlichen Lebensablauf des weiland oinert* kamichen Ic-urnaststen Thomas Paine (Bertalter» des . ®cfunber. Mens chenverstar.desE dem das abte-Berstche Schicksal defchieden war. als glühen* ber Lcpubl'ckaner wegen rvdalistl'cher Sefimmng & Paris In Mm Kerker getr orten zu werden, i ßtiaHen. cTt geworden, dnan und unbefarad, t n in Hf Hrtma: zurück: hier verttert stch

stch gebärden. hanXln und reden, wie ihnen der (meistens hestlfchei SchnaXl gewachsen ist. Bon besonderem Beiz aber ist es. wenn man manch-nal. ungeschrieben, die nachdenklichen B>ortt wieder findet die der Bcrfancr im einleitenden aul&* biographischen Rückblick als Orgeltbnc feines Dlaubensregister« anfüftrt; gerade in ben dichte* rilch reifsten unb fe nften Stucken des Buches, wie im .Stammhalter-, scheint dieses rnetapbnsi'che Bekenntni«. vielleicht ganz unabstchtlich. Wieder ausgenommen IdS

Walther von Hollander Auf der Suche. Boman aus ber Uebergangszeit 349 Seilen 8» Ullstein. Berlin - Dies ist ein moderner Boman, der die Typen und Sestallen der bürgerlichen Well vom mecklenburgischen Sulsbeilher vis zum Berliner Bankier nicht distanziert schildert, sondern unmittelbar gegen­wärtig darstelll Wie ste spvochen, denken, emp* finden, beunruhigt nach Buhe fachen, gehen! sich selbst vorwärts jagen, das Tempo unterer Zeil unb die Frucht bietet Tempos nervöse Welan* chvlie. all dies ist in einem leichtflüssiaen Poln* illiismus der Schrrtbwci'e in dos Buch gebannt. Durch das Gewirr kreuz und quer gesponnener Bindungen und Derstrtckungen. durch das ßabt>* rtnlh bunter Farbenstecke geht ein zarter, febn* süchtiger Shcromo.l zweier Menschen. bi< einander finden und verstehen wollen über alles Ver­wirrende hinwea. die sich zu etwas BeftänMgcm durch ringen, während rings um fie das (betriebe des Bergnugen« unb des Geschäftes weitergehr 207

anc b< von ® r a m e n Vel in, giwvrden Me alles m allen kaum mehr aU ;.iUi ITeaier mb lur das ertOmii4> niedrige Biveiu unterer eigen. -. dr. auschen Perdutnv" sichle es msg« iich daft sich untere chrrh stabil Heater gierig der Stücke hu*e* Bnten bemacht gten. um fie als neueste SetJalum ihre« .'ltkum aui'unfchen. Hag dn geschickter 'kegifeur auch mit «unfern btder "Brain. r. Publll'Msertolgr h<iven

vielleicht auch noch erziele«, fo tritt dech bi« ganze Banalität und bif Iraft Konstruier e bei btc kteflu;.- unoerftulli hervo und man wird«w«tfel* baft lern ob bet BerUg Paul l'o.n.ch in Wien gut beraten war <ij« er auch diese Dramen mit einer.! Bande in Neefarnmelten Werke BateTpribt » aufnahm. immerhin mögen sie für dienrj'tdlung be# Dichtere al« rtne notwendige Abrundung seines chefaMteindeuckes geilen f bim en 8*1

HlrfüRttr ll «steil. De i Unfug ber Liebe Roman. 320 cettrn. 8*. UUlUtn. Ber­lin lief an ber llasl.U ber tn Llart» heimisch ge­wordene Deutsch-kcknvrt,er, bemeifl in seinem neuen

«art.n Ul Her fktergongenheit und Segen wort be» beut chen drift erleben* in die {form eine« Gern- nclmrrfe» -u bem Ih»mv. Wenn ein hibrtnbe» (Bdrllr. ort ichriei Der prächtig au«geflotteie Halb- Irberb-nb ertehitn bei der Deutschen Buchge- meinschOst tNrlm. 2eil»wer Strafte » (vrta exi retten. 24 vildtoseln. «u« Kunstdruck na Pier und über 1(X- Tertbilbrr Brei» 7.40 TtfV 3b«n ist In btt deutichtn 8iterehir Naher (WleidMoer. ge» nicht an b e eilte zu stellen er wird nur an die Vii> lie­ber brr Gemcinschail geliefert. Dt Mitgiied'chast kenn sedoch |<beriet! erworben werden, der viertel- 'obrlin-e Ttilghebebcitrag betragt 3M «k. idzw. 7,40 Mk i. Aierfür erhält b.i» Mitglied einen Halb- Irberbanb nach tigeret Wahl, unb zweimal Im Mo­nat die Isterortsch bochstehende Zeitschrift .Me Leie- stunde', lugesandt. und zwar fofter.ln# Bieber stehen vd» 1*^ DZerke tur freien Dahl die Hut- ti»vibl reibe erweitert stch jährlidj um 6" Werke Wenn man hrbrnfl. baft fick ber Deutschen Buch-lltesell- schäft In noch nicht drei Jahren wett über 800 000 ftänbiae Mitglieder ongeschlofitn haben, fo ist da» tuobl ber beste Beuteie greftter Le«stung»fühiokeit. Eo trittDer deutsche isteniu»' nun vor die reut- |<ben hin und bittet einfach Wimm unb Ile«: Cr bittet darum bei fung und alt. denn er weift, baft er der Seist leben Hause», feder Schule ist baft er ber LtebeneHnn ebenso derer ist. die da werden ter- nend unb erkennend, wie derer, die bereife im Wir» fen sind. Wenn diesem Buch vom ..Deutschen »eniue* inneres Eigentum jebe» guten Deutschen unter den Erwachsenen wie der Jugend wirb, bann find wir auf dem Wege zur verwirtlichuna ber heften Mög­lichkeiten unb höchsten Sehnsüchte, die in un» liegen. Daran sollten alle Deutschen in Schule unb Hau» arbeiten E» gibt keine schönere Öebcnefreube noch VebmeertuOung. e» ist unsere eigentliche fie* benoaufgabe. (175) Boe.

Toni Kothmund: Caroline Schie* fl<L Boman. 85U Seiten 8*. vornehm in San,- leinen gebunden 4£o IRL geheftet 3 Mk Verlag Philipp Vetlrnn fun. Leipzig - Mit feinem seeli­schen verständen» hat Toni «ochmund Liebe und Leid dieser überragenden »uauenptrtenlidjteit. die im Brennpunkt eine» alanzendea streite» von Siftiger Erwuchtveit stand, dargestelli. Me blaue ume der Bomjntit blüht und duftet durch da» miiw Buch Von markantestem Uv.riß sind die geistigen Typen de« Zchlegrtfchen Elitekreife» Suauit Wilhelm Schlegel, kühl, wettmännisch. ge- schlissen wie seine Sonette und tfp-tiramme; teneörtdf Schiegei ganz Lestchi cpiniud tdt^ ®e- nuft. Schinerz paradoxer, h.'dipeiutteeTr Wttn- mungsmenich; Dorothea Beit, die neiboofle In­trigantin; Schelling, ber 'chwabllckx Dickkopf, der gewaltige, fanticr. unverbrauchte ^euergeist unb vor allem ste. die .Borne Luzifer', birte unsagbar reizvolle, dämoru che. aber in der Seele reine Frau ----vd und 6kpräge

Boman, dost e» auch ebne die W cht gtuerei geht, mit dem häufig do» .Problem der Liede' literarisch behandelt wird Alle Jie immer miedet reliocllen Ingredienzien eine» Liebe», unb Sejevschasterom.n» stnd bo aber aufterbem wurde noch Jn Geunirz Swshnlichen ytwepun nicht una der dargestellten Lei

überoschenden. blitzschnell tr»echielnden Schicksal-.-wen* bunaen aueeinanberjeften. Aber während sie sich qi.älen und «argen, .'enleften und sich betäuben, wissen sie doch recht gut. baft die» alle» nicht viel mehr al» ..Untug" ist Man hol hier asto nicht da» peinliche (Befühl, baft sich die AanNung um Sorgen dreht, die einen ist man nicht gerade Millionär ober Hochstapler nicht» an gehen. Hier werden diese Sorgen auf Ibr richtige» Maft yiruifgefuhrt unb hinter ihn.n stehen soelische Bemühungen die keinem gleichgültig sind. - w

- HermannWelville .Laibl". L.ts dem Amerikanischen übertragen von Karl Gebern. (Bornane bet Weit. Banb3. Herausqrtvr Tbo» mas Wann unb H ® Scheffauet.) Th Änour Bach* Bcrtafl. Berlin W. 50. 318 Veiten fr . 3n (Danzleinen gebunden 2B5 BIT. Sin>'ce- Jdhll von tomiberbaut Natürlichkeit. mH allen Beizen feiner tropischen Umwelt. Das wunder- liche BoU der Insulaner mit seinen b^arren Ge* brLuchen und Vewvdabeilen wirb uns durch biete ftumorvolle unb mitrclftenbe SrzLblung Viel ver­trauter als durch fede Beileschildetung. Und wer den eigenartigen Zauber des Buche« auf sch Wirten läftl. wird Stevenson, dem groben Scha­detet der Tropen, gern« recht geben, wenn er von Melville sagt, daft et .der OirM^e* sei. .der mit @cnl« übet die Süds« schrieb 220

Politik unb Geschichte.

Nach zeitgenössischen Quellen hol Johanne« Bühler»» unternommen, für den Insel Verlag In einer Reifte monumentaler Bände eine deutsche Geiste»- und Kulturgeschichte zu geben. In deren neuestem Bande er da» deutsch» Geiste»- leben Im Mittelalter behandelt, nachdem früher schon die voller Wanderung, da» Fronkenrelch. j die söchs.'chen. salischen und staustschen Kaiser zu Worte gelomemn sind. Die Art Bühler», nach einer klaren und tiefgreifenden Einleitung, die Zeit selbst durch ihre bedeutendsten Geist»»Heroen In markanten -christstellen au un» sprechen }u lassen, ist vielleicht, wenn nicht die einzig mögliche, so doch die dank- bqrste Sonn, einem grofteu Publikum heute die deutsche Vergangenheit nahe zu bringen. Bern sich auch da» Intereste an h.stonlchen Dingen heute im allgemeinen nicht weiter zurückersireckt al» bi» auf die Dorkneg»geschichte und die lunbfluturng über I un» ftinschwemmende SRemoirenliteratur, albt eo doch andererseits wieder, und zwar in Kreisen, die I früher der Beschäftigung mit der Geschichte mellen- ] fern standen, viele die über darstellende Gelch.chto* literatur binau.geeiten mochten zu den -'itgenossi- Ichen Quellen, die ihnen in diesen Büchern Loftan- I ne» Bühler» in einzig dastehender Weise geboten werden.

Kaum eine Gestalt de» 1A. 3aftrftunb<rti hat eine so verschiedene Beurteilung durch die G'Ichichl»* I soricher gefunden wie Huguft der oiarfe. al» Kur* I |udt von L-chi<n unb stun>u oon Polen, vielleicht der interesioni.ste in der '-ie,h. der iXürflen au» bem Hause Stettin. Man würde Ihm nicht brecht werden, wollte man sich mit dem begnügen, al» wo» I da» Volk, auch sein cae4 tentolf fteute noch iftn fennl al» Vebemann aroftrn Etil», al» etwa, o«r* Ipflieten.Reflaiffaiuelurften. beftenfall» al» groft- zugigen tfrvrberer oon stunst unb Kultur, der sein» Aauprttabt Dresden za einem Wunderwerk deutscher Barockkunst machte, auf den auch eine Reihe schön- f!<r foulen in kolmlchen Sonden zurückutfuftren -st. sind die graften Bauten und Hnloaer» August», unb Le» da», wo» er a :l kulturellem «e biet für seine känber tat. heule am meisten in die Äugen springend. Da» darf aber nicht dazu führen. I eine febeu'ng al» Staat'monn unb die Volle, die I er In der auftrrortintli* w»ch<eivollen Geschichte b.e»er Jahrzehnte geipidl ftei zu unterschätzen. Paul Haake ..nternlmmt r? In feinem neuen Buche

steht überlegene Betrai

benschasten und die Einsicht, baft ste Nicht gor 'o rm<t genommen werden dürfen Me Menschen in diesem Nomon kärnvien und leiden ganz ernsthaft, sie Pertrren unb oerttricken sich und müssen sich mit

iur aus dem Anfang des 16 ^ahrftunderts vrt; - Hans Loren- behandelt die Landgrasengrab« unb den H^hattar in der lutherttchen Pfarrkirche yi Marburg Wilhelm rnn K'mpen ttrtert einen in-erefsanten Bettrag über den ntedertänb * -fxn Bau neitter Svrttelis Bvckwter! der für Mt .Birstrn Branbenburas und Bnhalt« eilte Beihe Id-ertensv-erter Schlöster gebaut hat, dr«. Vie » 1\ die Lchlbffer zu Schw.-dt. ec.-menburg und Lerbst, heute noch als wichtigste Baudenkmäler des 17 Jahrhunderts gelten müssen. «twas aus dem B.it .cn dcs Jahrbuches scheinen uns Me d,m kurzen rätigkeiisoerlch: der Seminar- ableU.n gm dclgegedenen farbigen Wied:r>zaben von Bildern zu fallen, die in Busstellungen des Sen. nars der Seifmllichkeit zugängig

wurden Ä t . k k

K» hat kaum se eine Heil fltaeben. In ber da» | 3nler< l'e |ur bot Bauwesen in seder seiner Jorm fo weite «reise rrfasit hat. wie gerade unser» «»gen- wart, lur die die Wohnungenvl da» bestimmend» wirlfchcOtsiche Problem barftellL Da» hat natürlich zur Bolae gehabt, daft auch die Literatur den fühl­baren Maiurcl an populär gehaltenen Schriften so wohl über Lie wirtschaftliche, wie über die künstle ttsch» Geile be» Bauen» au»zufüven bemüht war. rchon in der "'oikieü-.Atil gehen bie wertvollen Bi tt er d<» Deutschen Werkbunde» unb Me allerding» meisten» bie Ini'eiiarchilektur behandelnben Schris- len de» Verlage» « stoch zurück. Bon neueren da» . k>l iuina»rrpt lern in den »Ittelpunkt stellenden Buchern seien genannt bie von Mulbestu». von - chustze-Nuuinburg unb Bruno Taut. Beben bem Wohnbau gewinnt In unserer Zeil der Batlonall* sterung der deutschen D.rtschafl der Zweckbau zu* nehm.'ibe Bedeutung 3ftn l eftanbcll flboli Beftn» in einem ausgezeichnet illustrierten Banb ber oon tkjüüVert 3reg berauefleaebenen GammlunaD l e Baukunst' ('Sehne. Der m ob e r n e 3 w eck- bau. Drei Mu.ken Verlag A. ®. München). An teinem Buche dl desonber» interessant die Lularn- mensl'Uung moderner Industriebauten, seien e» Ber- uwliungegeboude ober Fabrikanlagen nicket nur au» Jteuttetdanb, sondern auch au» Amerika. Frankreich. b<r IhftectHi unb vor allem auch au» Holland, da» m ber n udernen Baukunst einen ungeheuren 3m- pul» r.eaeben hat Wichtig find auch die beigegebenen Bus- u"d (ftiunbnflc bir da» Studium diese» Buche» von '.Muhen machen In dem OHultraltoneinaterUI yeiben '.itstveriianblich fiele Wünsche, namentlich »a» timrnta unb Deutschland anbelangt, unerluttt. aber e» foliten und konnten hier wohl nur Typen gegeben und Bichlungen aufgezeigl werden. 44

seren «uadruck in ihm beherrsch« un» heute w eher, ist unsere iteben»t-eltiinmuna unb ®enid#bniMt^l- Iung. ist unser rem und Werken unsere Gegen- wart und 3*rtun«i. ihn iu seiner ganzen Seite unb tJuUe zu brli&eii ist darum Trieb und Sehnsucht lebe» wahren Deutschen, ist letzte Erfüllung unsere» Streben» nach Bildung

Kemern Volk ftbii da» Lehniuchtebttb tief in seinem Innern. 3n diesem Bdb teüwr e,gelten und letzten Bollenduna sängt e» sein Wesen, wie In einer Linse, von allen «eilen her gestimmelt unb ui einer Blickemhett gebracht, em. 6» ist sicher sinnvoll, wenn bi« Franzosen ben gallischen nabn al» eine» ihrer Bolblnrnbile aniehen. oder wenn sie iftre Art In einer Frauengefkalt der »artanne mit der revolu­tionären Muhe, versammeln, (ivenso hat e» seine wegwettende Bedeutung, wenn man da- endliche Volk ui der John Bull Figur personisiziert. -st e» in diesem Zusammenhang nicht merkwurd.g. baft »ir Deutschen in zweierlei Gestalten un» selbst barltellen im deutschen Michel und im deutschen (Jtemuet Gegenüber biesm beiden Gestalten smd wir un» flar, daft bie Figur de» deutschen Michel» nur eine Seite unsere» Wesen», dietumbe, dir kindhafte, ba erolot TrLumertum. erfaftt. roährenb wir un» ganz nur sehen Im deutschen (Benin» . .

Dieter deuische Genius Ist unser eiaenUlche» und unter höhere» Ich w«r sind Im tiefsten Sinne er selbst; er leibst ist tm tiefsten Sinne wir. tktenn wir sein Bdb leben, sehen wir recht eigentlich un». Nicht einseitig, rote INI Bilde bc. dt.it'ä>.n Michel, lonbem allseitig, ganz uberzettlich-zeitlo». unter bem Sck»eme der Ewigkeit, unabänberlid). senseit» von Baum und Zeit, geistig und gottelmg. in letzter Sammlung. Besinnung und Selbsterkennml». Wer dem deutschen Oteniu» naht, ist geroift. daft er sich selbst zugleich auch dem deutschen Wesen an sich, unb zwar in höchster flueroirfung. in letzter Ver­geistigung naht Niemal» braucht man aber darum

seine Spur im Dunkel . sein Gude ist unbekannt. Ivftsts Schauspiel weist die für ihn typitche Form ber loderen Ezenensolg. auf, bie die wichtigsten I Stationen diese« Daseins kaleidvlkcpart.g ad* roden läftt. Da» Danze (das nicht an die desten Destaltungen des hoffnungsvoUen jungen Dichter« heranreicht- wirkt eher chrvnikhatt unb bilder* bogenartia, als von dramatischen Gesetzen und innerem Botwenbigkeiten beftimml, der Stoss hätte I ebrntoflut eine Bottelk geben können. Metes wirkt in Metern Stuck doch recht bin ft und literarisch; daneben soll nicht verkannt werden, daft auch nmi.ches gut und dichterisch geschaute Bild haften I bleibt, unb manches von ber in ben glücklichsten Augenblicken starten unb beschwingten Dialektik be« Dichters 3 oft ft - Das Stück ist schon mehr­fach aufgeführt worden. 196 I

Bertolt Brecht» Hauspostille Mil Anleitungen. Gesangsnoten und einem Nnhana«. I XII und IN Seiten 8e. Propyläen-Verlag. Berlin 1W27. fie Ist merkwürdig bestellt mit ber jungen beultchen Lyrik; man soll, so will m scheinen, keine reine Freude heran erleben. Nach ben schönen, flar- I ten begabten Bänden der Vegesack. Zuckmayer und Bemacher, um ein paar Namen he rau »zugreifen, I muft man diese Hauspostille über stcki ergehen lassen, die wohrhosllg dazu geeianet ist. einem alle» Ver­trauen zu umeren Jüngsten und Gegenwärtigsten zu nehmen. Mit Besorgni» la» man schon von ben letzten firzeugnisien ÄlabunN. Nun kommt Brecht, der ba» fo grundbegabte BeoolutlonobrnmaTrom­meln in der Nacht geschrieben unb der auch nachher bcroiefen Hal. daft er etwa» kann. Wie steht e» mit diesem Bache daft er seine Hau-pvstille nanntek Der Beriog gibt dem Bande einen Waschzettel mit. ctd dem zum Schluft gesagt wirt), da» Wesentliche I dieser Lyriksammlung hcae darin,daft hier viel- leicht wm erstenmal ein Dichter um Me Erkenntnis unb Gestaltung der neuen Lebensformen ringt. Me sich untere Weil nach ber Katastrophe mühsam er aroeitel. Und ein durchaus nicht namenloser Ber­liner «ritiker hat Brechts Postille al» bo» hefte Buch be» Jahres bezeichne vir müssen gestehen, baft un» für solche Urteile schlechterbina» jede» Berftänbnl» teblt und kost wir mir sehr selten ein so elende» | traurige-, und hoffnungslose» Machwerk vor un» ge ! hab! haben. Die filmestunq. oder Anleitung, wir Brech! den erkältend satirisch-ironischen Anstatt tn Prosa bezeichn«, mag noch hingehen; man mag vielleicht sogar dabei an -'Vne besten, ober an Wedektnb. der sicher bei einigen von Brecht» Bal laden G,vaster gestanden Hoven könnte. C» ftnbet sich m b.efem Vorwort, ab Hinwei» auf ba» erste »apstrl. der Saß Auch sollten nur ganz gesunde Lenke von dieser für Me Gefühle bestimmten Lek hon Gebrauch machen; hier scheint un» eine nicht ganz ireiwillige Zronie zu walten r. gehört, unserem Empfinden nach, eine geradezu robuste Konstitution -.mb ah'fbrühte (Remjtwrfoftung dazu, nich: nur t;; rrte Äapltel sondern d.e ganze Sammlung Sicher Lyrik^ au lesen unb innerlich zu bewältigen Denn man biefe Postille in sich ausgenommen hat. ohne st« vorher an bie Lanb zu Derrn, bann wird man. guten Diven», vier oder fünf Gedichte gefun­den haben, denen man Begabung unb eine gerollte Kunstsorm zusprechen kann, unb steht sosort vor ber {jrege, wie e» möglich war, baft ein angesehener Vertag um dieser vier oder fün' willen u» einem über 150 Geilen starten, übrigen» vorzüglich au»- gestatt et er, Band» so viel Mrnderwertigkest aoiam- mein unb als Sperrst oerschteihen konnte; soviel Noh- heil, soviel Sanirau», soviel schmutz und soviel kost 'ck-Luz e<. mit :meri kam scher Kivisi alrönogtberbe ausgemachte -erienlosigkeu. Kuuurierne unb ge- 'ckmacksicht Entgleisung, wie einem au» de» ^beliebig herauf gegriffenen GedichtenÄpfclböd". »Born F-anoois Bi2oe, Drges Gesang.Heber ben - r.aenjft*.lieber die Inftrengung. Maha- 6£'r.npa<;ang Br. 3e, ..Ballade com Liebesioft unb der .X'eger.h: vom toten Soldaten eninepenftrömt fis rr-ft im übrgen jedemelbft überladen bleider da» ber aufgeiprochene Urteil durch eigene Lektüre nackLZUprüfm. weil wir au» wihm chen Gründen daraus verztchtrn möchte» da» oben (Ärtegte durch