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angeführt, über die leiten wird der neue

Der Schutz deS Rbeinlandabkommens und M Londoner Amnestie konnte nach Ansicht deS richtc-s den Angeklagten nicht zugute komme»

die Strafe nicht annehme.

Wegelagerer.

Auf einer Chaussee nach 2 ü t e r b o g wurde der Kraftwagen zweier Berliner Bankiers durch zwei über die Chaussee geworfene Bäume zum Halten gezwungen. Drei, junge Burschen, die aus dem Unterholz heraussprangen, zwan­gen die Insassen mit gezogenem Revolver zur Herausgabe deS Geldes und der Wert­sachen und verschwanden dann im Dunkel deS Waldes. Es gelang einem Landjäger auf dem Bahnhof Riedergörsdorf, die drei Räuber zu verhaften.

Bel lebendigem Leibe verbräunt.

In Klein-Rühden (Hannover) wurde die Frau eines Schachtarbciters vollständig verkohlt auf­gefunden. Die an Rheumatismus leidende Frau muh in der Rächt dem Ofenfeuer zu nabe gekommen und dabei bei lebendigem Leibe verbrannt sein.

Drei Kinder im Rauch erstickt.

In R o g a s e n (abgetrenntes deutsches Ost­gebiet) legte die Frau eine- Arbeiters, bevor sie zur Stadt ging ein Kissen auf di< Pfanne des eisernen Ofens. DaS Kissen sing Feuer und die drei Kinder im Alter von il.2, 2VZ und 5x/2 Jahren erstickten in dem ent­standenen Rauch.

Drei Schulmädchen vom Ertrinken gerettet.

Auf der schon morschen Eisplatte der Heidenaab bei Zintlhammer in der Oberpfalz brachen vier Schulmädchen ein. Auf ihre Hilferufe eilte der Maurermeister Aenzer herbei und rettete drei Mädchen. Die zehnjährige Maurermeisterstochter i P ruh schenk konnte nur noch als Leiche gebor­gen werden.

Große Ueberschwemmungen in der Ukraine.

Die Stadt Charkow ist durch eine furcht­bare äleberschwcmmung heimgesucht worben. Die ukrainische Regierung hat grobzügige Mahnah- men zur Rettung der Bevöllerung und ihrer Habe getroffen. In den letzten Tagen sind zwei- unddreibig Personen in den Stromfchnellen des Dnjpr ertrunken.

Die jüngste deutsche Großstadt.

Aus aller Welt.

Hrdrutschkatastrophc auf Korsika.

Aus Corte auf Korsika wird gemeldet, daß der Ort Bisinchi zusammengestürzt ist. Die Bevölkerung verläßt fluchtartig ihre Wohnstätten. Die Bewohner des Rachbarortes wurden zur ersten Hilfeleistung von den Behörden mobilisiert. Ueber die näheren Gründe des Zusammensturzes ist man sich noch nicht klar. Man befürchtet, daß es sich um einen Erdrutsch handelt, ähnlich dem von Roquebillieres bei Rizzo. Bisinchi zählt etwa 600 Einwohner. Da ein großer Tell von ihnen nicht mehr aufzufinden ist, verbreitet sich die Schreckensnachricht, daß zahlreiche Tote unter den Trümmern liegen. Der Präfekt und Unter- präfekt von Corte sind mit einem starken Gen­darmerieaufgebot nach Bisinchi abgereist.

Dos gerichtliche Rachspiel zur Rosenheimer Eisen­bahnkotastrophe.

für Frankreich. Rußland und Italien. Renaudel schloß mit den Worten: .Wenn jetzt die Kom­munisten weiter uns Sozialisten zum Dorwurf machen, daß wir ebenso wie Rußland für die Sicherheit unseres Landes Dorsorge treffen, dann behalten wir uns das Recht vor, ihnen einige Fragen zu stellen. Wir werden die Kom­munisten noch den Gründen fragen, weshalb Ruß­land der Reichswehr Waffen geliefert bat."

Der Berichterstatter, der sozialistische Abg. Paul-Doncour. stellte fest, baß sich die Lage für Frankreich im Dergleich zu 1914 ge­bessert habe. Frankreichs Stellung sei sicherer, weil nicht mehr deutsche Regimenter in den Ka­sernen von Metz und Straßburg lägen und weil die freiwillige Llnterzeichnung der Abkommen von Locarno die natürliche Grenze Frankreichs und die Entmilitarisierung de« linken Rhe:uufers sichere. Auf den sozialistischen Kongressen habe er immer von der Revolution als Gegenmaß­nahme gegen die Mobilisierung sprechen gehört. Er habe in dielen Fällen immer geantwortet, daß eine derartige Revolution daS unvermeid­liche Ergebnis haben würde, die l i b e r a l st o Ration, nämlich die. die sich ergeben würde, unter das Joch der imperialistisch- st e n und militaristischsten zu bringen. Alsdann hob Paul-Doncvur den Wert des Artikels 2 des Entwurfs hervor, der festsetzt, daß die nationale Mobilisierung angeordnet werden könne entweder im Falle eines offen­kundigen Angriffs, oder in den durch das Dölker- bundsstatut vorgesehenen Fällen. Die Erfahrung des letzten Kreiges. so schloß Paul-Boncour, habe gelehrt, daß das Hauptunterpfand des Sieges die Ausrüstung in Friedens­zeiten sei. Frankreich möge sich dieser Auf­rüstung in Friedenszeiten bedienen. Es möge aber auch bereit sein, diese Ausrüstung in eine Aus­rüstung der nationalen Derteidigung umzu­wandeln.

darin einig, daß die definitive Lösung der Langerfrage nut auf einer Viererkonfe­renz mit Einschluß Englands erfolgen könne. DasPopolo d'Italia" gibt dem ^emps, der davon gesprochen hatte, daß das Ergebnis wnen 'das Le der Tangervorbesprechungen England hätte nach- | kannte träglich vorgelegt werden sollen, dahin^ .

eine scharfe Antwort, ferne Entschließungen über Mittelmeerfragen könnte ohne Italiens Zustimmung getroffen werden. Die Antwort im »Pvpolo d'Italia" dürfte von Mussollni flam­men und muß als ein Monitum an die Adresse Frankreichs und Englands gewertet werden. Sie schließt damit, daß Italien als erste Mittel­meermacht in Tanger mitzusprechen hätte. Sie läßt durchblicken, daß Italien vorläufig Spa­niens Tangerforderungen als Gegen­mittel gegen die französische Vorherrschaft im Mittekmeer unter st ühen würbe.

Die Stadt Hagen hatte bereits am 10. Ok­tober v. I. 100 198 Entwöhnet. Hiervon sind 51239 Personen weiblich und 48 959 männlich Liese sestgestellte Einwohnerzahl entbehrt jedoch einer sicheren Grundlage, weil die Haushaltung-» listen nicht alle einheitlich und in einem Sinne, sondern je nach Auffassung der Haushaltungs- odrstände ausgefullt worden sind

Das Urteil im Düsseldorfer Regieschieberprozeh.

Im Remeschieberprozeß wurve der Haupt- angellagte Koch zu zwei Jahren und einem Monat Gefängnis sowie fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, der Kaufmann Küppert au6 M -Glad­bach wegen fortgesetzter Hehlerei zu sieben Mo­naten Gefängnis. Zwanzig der Angellagten wur­den zu Gefängnisstrasen biS zu zehn Monaten verurteilt. Gs wurde festgestellt, daß fran­zösische Offiziere an den Diebstählen auf dem Bahnhoi Derendorf beteiligt traten.

Frankreichs nationale Verteidigung. Der Gesetzentwurf zur Reorganisation des Heeres.

Paris, 3. März. (Wolff.) Die Kammer hat heute vormittag die Diskussion über die all­gemeine Organisation der Ration für Kriegs­zeiten begonnen. Der der demokratisch-republika­nischen Linken angehörende Abg. Fabry führte anS, der Entwurf lege Zeugnis von einer voll- fommenen Einheit bei der Organisierung der Rationalverteidigung ab. Er sei der Ansicht, | daß man in Zukunft noch viel weiter gegen müsse. I Die Ministerpräsidentschaft müsse das wirkllche Verteidigungsministerium werden, von dem Ma­rine, Heer und Luftschisfahrt abhängen werden. Deutschland sei zunächst in gewissem Maße entwaffnet. Cs habe sich aber sehr ernste militärische Mittel erhalten, und alle mit Deutschland über dessen Entwaffnungsver­fehlungen abgeschlossenen Abmachungen böten Ur­sache, Meinungsverschiedenheiten bestehen zu las­sen, gleich, ob es sich um die Schutzpolizei, um die Geheimverbände oder um die Festungen han­dele. Der radikale Abgeordnete M e u n i e r erklärte, 1870 hätten sich die deutschen .Heere auf französischem Gebiet weniger grausam gezeigt als 19141918. Abgeordneter Meunier fragt, ob im Falle eines neuen Angriff - die Räumung des Gebietes, auf das sich der Einfall erstrecke, ~ durch die Zivilbevölkerung fakultativ oder obligatorisch angeordnet werde und welche zivile oder militärische Autorität diese Räumung anordne.

Kriegsminister Paln le vs antwortete darauf, er könne die Versicherung geben, daß die von Meu- vier aufgeworfene Frage vom Obersten Rat für die nationale Verteidigung ernstlich studiert worden sei und daß entsprechend den Ereignissen verschiedene Lösungen ins Auge gefaßt worden seien, die Bevöl­kerung vor den Schrecken des Krieges zu bewahren. Der unabhängige Abgeordnete Ferdinand Faure wandte sich dagegen, daß man nach dem Kriege von 1914 bis 1918, der doch der letzte habe sein sollen, noch neue Kriege ins Auge fassen könne. Rach- mittags wurde mit der Einzelberatung des Gesetz entwurss über die aUacmeinc Organisierung der Nation für die Kriegszett begonnen. Attikel 1 siebt vor, daß alle Franzosen ohne Unterschied des "Zu* lers und des Geschlechts an der Detteidigung des Landes und der Aufrechterbaltung des materiellen »nd moralifdxn Lebens teilnehmen müssen.

Der sozialistische Abg. Renaudel crflärte hierzu, es sei leicht, den Krieg zu verdammen, aber schwierig, Mittel zu seiner Verhinderung anzugeben. Gr glaube, den sozialistischen Ten- deirzen treu zu bleiben, wenn er den Entwurf unterstütze. Renaudel trat für die inter­nationale Entwaffnung ein. Das Entwaff­nungsproblem gelte nicht nur für Deutschland. I sondern auch für alle anderen Länder, auch

hen nach Berlin und in drei Stunden und zwanzig Minuten nach Hamburg zu kommen. Hier feien nur diese beiden Beispiele Dielen anderen Möglich- Flugplan Auskunft geben.

sörsterungsbeiträgen für 1925 und 1926. Wetter liegen Anträge von ZentrumSabgrordneten vor, die auf die Kameralgüter und auf die Pacht fiskalischer Grundstücke Bezug nehmen. Ern Teil der Anträge wurde besprochen, Abstimmungen sanden noch nicht statt. Die Hauptverhandlung und die Abstimmung wurden auf morgen (Frei­tag) vertagt.

Die Krife in Mecklenburg.

Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.

B e 11 i n, 3. März. Mecklenburg macht wieder einmal von sich reden. Längere Zeit hindurch hat man erfreulicherweise von die'ern Teilglled des Deutschen Reiches, das während einer Reche von Jahren durch heftige politische Kämpfe und eigenartige Rückfälle nicht in die Wesensart der Vorkriegszeit, sondern etwa diejenige de^ friöe- rizianischen Zeitalters, die Aufmerksamlett auf sich gelenkt hatte, nichts mehr gehött. Seitdem vor annähernd Jahresfrist die Rechtsmchr- fielt deS Landtags durch Reuwahlen ge­brochen war, hatte die Linkskoalition unter dem Ministerpräsidenten Schroder, be­stehend aus Sozialdemokraten und Demokraten, die Geschäfte geführt. Zwar war diese Regierung eine M i n d e rh e i t S k o a l i t i o n, der ein paar Stimmen an der absoluten Mehrheit fehlten, aber im Vertrauen darauf, daß die übrigen Parteien aiis so heterogenen Elementen wie dem deutsch- national^ölkisch-volksparteilichen Rechtsblock den Kommunisten und den Wirtschaftspattettern be- standen. hatte man diese einzig mögliche Regie­rung gebildet. Sie hatte bisher Bestand dadurch, daß die Wirtschaftspartei ohne Bindung in der Regel mit der Regierungskoalition stimmte oder sich wenigstens der Stimme enthielt. Run ist über die Abstimmung zum Haushalts­plan die Regierung neuerdings zu Sali ge­kommen. dadurch, daß sich sämtliche außen­stehenden Parteien nicht nur zur Ablehnung des Budgets, sondern auch zu einem Mißtrauens­votum vereinigten. Die Wirtschaftspartei ist dabei wohl durch einen gewissen Druck von rechts und durch Versprechungen in bezug auf die Be- fürtoortung ihrer Ziele von der Opposition ge­wonnen worden, die der deutschnationale Ab­geordnete Dr. von Oerhen führt. Immerhin gewährt es ein wenig erfreuliches Bild, wenn man nur um der Opposition willen einen Regie- ungssturz herbeiführt, zu dessen Erreichung man sich auf der Rechten mit den Kommunisten verbündet, wie das hier der Fall war.

Was nun in Mecklenburg werden soll, ist vollkommen unklar. Denn zur A u f 1 ö s u n g d e s Landtages gehört ein Beschluß mit Zwei­drittelmehrheit, d. h. mit einem -L-eilder Stim­men der jetzigen Regierunyskoalition. Oyne Land­tagsauflösung ist aber keine andere Mehrheits­bildung denkbar, eS fei denn, man verstünde sich zu einer so grotesken Verbindung, tote sie sur dieses Mißtrauensvotum mit negativen Zielen herbeigefuhrt wurde. Verschiedene kleine Lander haben in letzter Zeit Zerrbilder deS Parlamen­tarismus geliefert, die allerdings nicht geeignet sind, diesen beim deutschen Volke populärer zu machen.

Der Versassungskampf in der Studentenschaft«

Berlin, 3. März. (Priv. Tel. des G. A.) Nachdem es nach den Vereinbarungen zwischen dem Preußischen Kultusminister und den Vertretern der Preußischen Studentenschaften so ausgesehen hatte, als würde es zu einem Frieden in dem Kampf um die Verfassung der Deutschen Studentenschaft kom- . men. Diese Hoffnung fiat sich als trügerisch erwie­sen, denn an einer ganzen Reihe von Universitäten l haben die Anhänger des Rasicnprinzips es durch, gesetzt, daß ihre Vertteter bei den Verhandlungen F mit dem Kultusminister desavouiert wurden. Die Studentenschaften an den Universitäten Kiel, '' Halle und Königsberg haben Resolutionen gefaßt, in denen sie unter verschiedenen Begründungen er­klären, daß sie die Unterschrift ihrer Vertteter unter dem Kompromiß nicht anerkennen Es bleibt abzuwatten. welche Schritte nunmehr Kultusmi­nister Dr. Becker ergreifen wird.

Aus der Provinzialhauptftadt.

Dießen, den 4. März 1921.

Das Flugzeug als Verkehrsmittel.

Ein alter EoupletverS lautet: .Der Geld hat, kann in'n ZirkuS ge8*n. Wer keins hat. muß durch die Ritzen seh'n.*

Aus das Derkehrwesen umgedichtet kam» man sagen:

.Wer Geld hat. kann im Flugzeug fliegen. Wer keins hat. muß auf der Erde kriechen."

Die Zirkusse, die ihren Besuchern ettoai bieten, sind stets gut besucht, selbst, wenn sie hohe Preise nehmen, und mit den Flugzeugen wirds ebenso gehen, denn sie bieten ihren Be­nutzern unendlich viel, jedenfalls viel mehr als der beste Zirkus. Wenn wir einmal von dem unvergleichlichen Genuß absehen wollen, den ein Flug bietet und den kein anderes Beförderungs­mittel auch nur annähernd zu bieten vermag, wenn wir gar nicht berücksichtigen wvllen, waS man auf einem solchen Flug in gevgravhischer. landeskundlicher und rneterevlogifcher 'Beziehung lernt, so ist allein schon der Zeitgewinn, den man durch die Benutzung des Flugzeuges erzielt, ein ganz gewaltiger und für unsere Geschäfts­welt, für die doch Zett Geld bedeutet, von aller­größter Bedeutung.

Zwischen dem .Fliegen" und dem .Kriechen" gibt es aber noch eine ganze Anzahl anderer Fortbewegungsmöglichkeilen, z. B. das Radfahren, das Motorrad- bzw. Autofahren, daS Fahren mit den verschiedensten Arten von Zügen usw. Keines hat bisher das andere verdrängt. Jet* dieser Bewegungs- und BeförderungSmögUch- feiten besteht neben der anderen, und alle dies« Arten werden auch in Zukunft nebeneinander bestehen können. Reuerdings ist auch da» Flug­zeug in die Reihe der Beförderungs­mittel getreten, und es gibt keinem der seither schon bestehenden etwas nach, übertrifft fie viel­mehr alle an Schnelligkeit und erfüllt da­mit eine zeitgemäße Forderung.

Während der Flugplan deS vergangenen Jahres Gießen nur mit Frankfurt a. M. und dann auch mit Kassel verband, hat der dies­jährige eine ganz wesentliche Verbesserung ge­bracht: wir haben den Anschluß an bi« großen Strecken erhalten, speziell nach Rorden und Süden

Je größer die Strecke ist, die man au be­nutzen vermag, um so größer ist der Zeit­gewinn und damit auch der finanzielle Ruhen. Um den Zeitgewinn, den daS Flugzeug im Vergleich zu den hauptsächlichen anderen Be­förderungsarten bietet, sinnfällig vor Augen zu führen, sei die nachstehende Skizze gegeben Sie zeigt, WaS man in etwa vier Stunden von Gießen au» erreichen kann Der Gedanke, über SamStag und Sonntag einmal nach Rorderneh fliegen zu können, ist doch recht nett. Ganz besonders reizvoll dadurch, daß hie Hin- und Rückreise Im Flugzeug (je 3' » S t u ir­den) zweiselloS schon an und für sich ein Hoch­genuß ist. Aber erst in zweiter Linie dient daS Flugzeug zu Vergnügungsfahrten, genau wie die anderen Fortbewegungsmittel auch. In vielen Fällen wird der Geschäftsmann die ver­hältnismäßig flehte finanzielle Mehrbelastung gerne tragen, wenn er sich dagegen den un­geheuren Zeitgewinn vor Augen führt. Ist eS doch schon heute möglich, in vier Stun­den und dreißig Minuten von Gie-

3m Prozeß gegen den Lokomotivführer A u b e l e, der im Sommer vorigen Jahres den Personenzug t Entgleisung bei Rosenheim 28 Per- .......Leben kostete, wurde der Angeklagte zu ___f'f. 5 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft oerutteilt. In der Begründung wird ausgefühtt, daß das Gericht die Uebeneugung gewann, daß das Signal, das auf Halt stand, von Au b e l e ü b e r f a h r e n wurde. Er habe dabei fahrlässig gehandelt. Es haben aber dabei Umstände mitgespielt, die, wenn sie nicht eingetreten wären, nicht derartige bedauerliche Fol­gen nach sich gezogen hätten. Diese Tatsache wurde beim Strafmaß berücksichtigt. Es wurde daher auf eine milde Strafe erkannt. Aubele erklärte, daß er

Danzig greift zur Selbsthilfe. Vorläufiger Verzicht auf die Völkerbunds» anleihe.

Der Senat der Freien Stadt Danzig Hai dem Völkerbünde eine Denkschrift über den Stand der Verhandlungen zur Durchführung der Emp­fehlung einer Völkerbundsanleihe vor­gelegt. in der es heißt: Rachdcm die Regierung der Freien Stadt Danzig sich die größte Mühe gegeben hat, sämtliche Forderungen des Finanz- komitees des VölleichundeS zu erfüllen, ist es trotz erheblicher Opfer nicht möglich gewesen, eine Einigung zu erzielen. Bei dieser Sachlage muß der Senat der Freien Stadt Danzig bitten, daß die erneute Prüfung dieser Fragen durch die Organe des Völkerbundes bis auf neue Anregung von Danzig aus von der Tagesordnung a b g e - seh t wird Der Senat ist aber jederzeit bereit, die Verhandlungen fortzuführen und willens, sie möglichst bald zu einem Abschluß zu bringen, welcher den berechtigten Interessen der Freien Stadt entspricht. Der Senat glaubt ferner bei dieser veränderten Sachlage, nunmehr alle Ver­suche unternehmen zu müssen, um durch Pro­longation der schwebenden Ver- pslichtungen und durch energische Spar­maßnahmen sowohl wie möglichste Cinnahme- fteigerungen und durch sonstige geeignete An­strengungen die nach wie vor höchst ungünstige Finanzlage der Freien Stadt möglichst aus eigener Kraft zu verbessern.

Der Prozeh gegen die Pfälzer Gendarmen.

Berlin, 3. Marz. Die Verhandlungen vor dem französischen Kriegsgericht in Landau gegen die beiden nunmehr aus der Haft entlassenen Gendarmeriekommandanten von winden und 5 f e i n f e l b dürste in etwa acht lagen slattsinden. Die Anklage lautet auf K ö r p e r v e r l e h u n g und beleidigende Haltung gegenüber einem Angehörigen der Besahungsormee. Das Kriegsgericht, vor dem die Verhandlung statt- flnden soll, ist das gleiche, dos den Unterleutnant R o u 3 i e r frelgefpröchen hat. Von einer Körper­verletzung des Agenten Lucien T o n d, der von den Gendarmen aus dem .Zuge gesetzt worden war, weil er sich geweigert hafte, sich auszuweisen, war bisher in der Oesfentllchkelt nichts bekannt.

Italien und Tanger.

Unterstützung der spanischen Ansprüche.

Rom. 3. März. (TU.) Der Abbruch der französisch-spanischen Vorbesprechung zur Lösung der Tangerfrage hat in der italienischen Presse Mißtrauen gegen die frairzösischen Absichten auf- lommen lassen. Die italienische Presse zeigt sich

Waffenfunde in Wien.

Drohung mit dem Generalstreik.

Wi e n. 3. März. (IDIB.) Die österreichische Re­gierung fiat heute die Interalliierte Militärkontroll- fommiffion von der Aushebung eines waf - ienlager« i m Arsenal verständigt und ihr i milgeteil!, daß sie im Sinne des Friedensoerttages non St Germain und des Gesetzes über die Ent­waffnung der Zivilbevölkerung diese Massen b e - schlognahmt Hobe. Die 3ntcralllerte militärt ommiffion hat im Laufe des Rach- mittags ihre Organe entsandt, um die Quantität und Qualität der aufgefundene,'. Waffen sestzustellen. E» wurden ungefähr 6000 Gewehrläufe und etwa 1300 andere eiserne Gewehrbestandteile gefunden. Die vertteter der Interalliierten Milltärkonlrollkommis- sion nahmen den Tatbestand auf und beschlag- nah m t en die Waffen.

Die Aufhebung des wasfenlagers im wiener Arsenal hat noch während der gestrigen Rächt und in den heutigen Morgenstunden große Er­regung in der sozialdemokratischen Arbeiterschaft heroorgerufen. Ein Trupp von Schutzbündlern marschierte zum Arsenal, während das Militär dort seine Aufgabe ausführte, doch griff die Arbeiterttupve nicht ein. Roch in der Rocht er­klärte der sozialdemokratische Abg. Domes dem wiener Polizeipräsidenten, daß im Falle der Fort­setzung der Amtshandlung heute früh ein allge­meiner Streik in Wien ausbrechen würde. Tatsächlich wurde sowohl in den städtischen Gas- und Elektrizitätswerken wie auch auf einigen Bahnhöfen und bei großen Firmen von der Arbeiterschaft der Wunsch nach einem Streik ausgesprochen, doch ge­lang es den Führern, sie zu beruhigen, während von sozialdemokratischer Seite behauptet wird, daß die Stteikdrohung den Polizeipräsidenten noch in der Rocht veranlaßt hätte, für die Einstellung der wassenräumung zu sorgen, wird von offiziöser Seite erklärt, daß der ganze Inhalt des wasfen­lagers ablronsportlert und erst dann auch die Truppen zurückgezogen worden seien. Es wird behauptet, daß der heeresmlnister persön­lich den Beseht zum militärischen Einschreiten ge­geben habe. Der Minister hol auch in der Rocht die ganze wiener Garnison alarmiert Man hat in politischen Kreisen den Eindruck, daß die Angelegen- fielt ernst zu nehmen fei und noch weitere Folgen noch sich ziehen werde, wem die wossen gehört haben, ist nicht festgestellt, do sich kein Eigentümer gemeldet hat.

Rorderneh

Hamburg

- 640 km Flugzeug

Hannover

Rottheim (Dann.) -

240 km V-Zug

5 km nördl. Münden (Dann.)

160 km Auto

Reufiadt o. d. M.-W^ Bahn

60 km Fahrrad

2 km nördt Bellnhausen -

- 16 km Fußgänger

Gießen Castet

ab 13.45 an 14,35

Gießen Franfurt

ab 14,20

an 14,50

Magdeburg

an

17,10

mit Anschluß an die

Berlin über

süddeutschen Linien.

Magdeburg

an

18.25

Hannover

an

15,50

Braun'chweig

an

16,40

Berlin übet

Hannover

an

18,15

Bremen

an

16,50

Hamburg

an

17,05

Wangerooge

an

13,00

Rorderneh

an

17,30

Bottum

an

18,06