Einzelbild herunterladen

hätten. Es wäre ungerecht, das nicht anzuerken- nett. Wenn schon Graf Westarp betont habe, daß bas Bekenntnis zur positiven Mitarbeit keinen Verzicht auf grundsätzliche Anschauungen bedeute, so werde ihm darin jeder zustimmen. Di« .Börsenzeitung" sagt, die Negierung-- erflärung sei ein Kompromiß, bei dem der beiderseitige Streit um die Bergangenheit zurück­gestellt sei. Keine der beteiligten Parteien gebe etwas von ihrer inneren Llebrrzruguna auf, son­dern betrachte die jetzt vorhandenen Grundlagen und Tatsachen als die Ausgangsstelle gemein­schaftlichen Handeln- und verzichte auf jede Ge­waltanwendung.

Die® e r m a n i a meint, wenn statt der Deutschnationalen gestern die Sozialdemokra- t e n mit dein Zentrum und der Deutschen Dolks- variei auf der Regierungsbank gesessen hätten, wäre die Regierungserklärung kaum anders ausge­fallen. Was sie inner- und außenpolitisch gesagt habe, sei einwandfrei gewesen und habe auch den Oppositionsrednern keine Handhabe zur Kritik ge­boten. Der Gesamteindruck der Rede Westarps sei Mißtrauen und bange Sorge über die Aufrich­tigkeit der deutschnationalen Politik auf allen Seiten gewesen.

DasBerl. Tage bl." sagt: So zerschlägt Graf Westarp, eine nach der anderen, die Porzel­lanfiguren, die Marx in seiner Rede sorgfältig auf­gebaut hat. DieBoss. Zta." hebt hervor: Das Bekenntnis der Deutschnationalen zu Stresemanns Außenpolitik! Nach der Regierungserklärung steht es fest, daß die deutschnationalen Minister s i ch bekehrt haben. Und da diese Minister als Be- aufttaote ihrer Fraktion, die um den Inhalt der Marxs'chen Formel wußte, in die Regierung hinein­gegangen sind, so steht vor aller Welt fest, daß di« Partei als solche sich zu neuen Bekenntnissen be- kehtt hat. Das sollte nun der arme Graf Westarp für den Agitationsgebrauch in seiner Reichstags­redepopulär bearbeiten".

DerVorwärts" bemerkt: Diesmal wird man den Ruhm, das meiste zur Erschütterung der neuen Regierung beigettagen zu haben, nicht dem Führer der stärksten Oppositionspartei, sondern dem Führer der stärksten Regierungspartei zuerkennen müssen. DieRote Fahne" schließt ihren Artikel mit den Worten: Gegen die Diktatur der Bourgeoisie di« Diktatur des Proletariats!

Stimmen aus dem Reich.

Köln, 4. Febr. (211.) DieKöln. Vollsztg." geht davon aus, daß Graf Westarp die Spal­tung seiner Fraktion habe vermeiden wollen und seine Partei auf das Regierungsprogramm umstellen wolle, weshalb in dir Rede Zwei­deutigkeiten hineingekommen seien. Graf Westarp habe mit geradezu raffinierter juristi­scher Dialektik neben jedem Zugeständ­nis eine Einschränkung gesetzt. Wir ver­kennen durchaus nicht, daß es für den deutsch- nationalen Führer eine schwere Aufgabe war. seine Partei von der Retchstagstribüne aus zu vertreten, aber wer in der Regierung Mitwirken will, muh auch den Mut zum offenen eindeu- ttgen und klaren Bekenntnis haben. Es bedeut« fast eine Aufhebung der Anerkennung von Lo­carno, wenn Graf Westarp zwei Schritte vorwärts und einen zurück tue. wenn er also aus inneren Parteigründen zurücknähme, was er auS Staatsraison zugäbe. Wir warnen die Deutschnationalen vor dieser Me hvde, die die von uns geforderte Loyalität vermissen läßt. DieT r e m o n i a, daS bekannte Dortmunder Zentn:msblatt, bezeichnet die Rede Westarps als wirklich geschickte Worte, hervorgesprudelt aus dem Bemühen, der Wählerschaft dieneue Wendung schmackhaft zu machen, aler auch aus dem Bestreben, vor der Oeffentlichkeit den Eindruck einer in die Machtposition mit fliegenden -.Fahnen siegreich eingrdrungenen Partei zu er­wecken. Das rechtsdemokratisch; ..Hamburger ^Fremdenblatt" sagt: Die Fülle der Arbeit, die vor der Regierung liege, sei erdrückend. Es scheine, rdaß ihr das Hamlet-Schicksal beschieden fei; eine zu schwere Last sei auf ihre Schultern gelegt. Schon heute müsse die große Hamlet- Frage gestellt werden:Sein oder Richt - fein!

Die wirtschaftliche Lage

Les deutschen Handwerks.

Berlin, 4. Febr. (TU.) Der Reichsbund des deutschen Handwerls gibt bekannt: Die wirt- schaflliche Lage des deutschen Handwerrs wird auch für den Monat Januar durch Arbeits­mangel und geringen Umsatz überwie­gend gekennzeichnet. 3m Baugewerbe und in den Baunebcngewerben ist eine Derschlechterung des Geschäftsganges festzustellen, hervorgerufen durch die ungünstige Jahreszeit und das Feh­len von neuen Bauaufträgen. Ferner ist eine Berschlechterung zu verzeichnen am Be- kleidungs- und metallverarbeitenden Gewerbe. Die Landwirtschaft hält infolge des Ruhens der Feldarbeiten sehr mit Aufträgen zurück. Trotz der Herabsetzung des Reichsbankdiskonts kann von einem besonders günstigen Einfluß auf die Kreditvcrhältnisse des Handwerks nicht gespro­chen werden. Der Steuerdruck ift nach wie vor Gegenstand harter Klagen. Die Preisgestal­tung weist von kleineren Schwankungen abge­sehen keine Aenderung auf. Eine Reueinstellung von Arbeitskräften erfolgte kaum; Entlassungen waren kaum notwendig.

Briands Verständigungspolitik.

Eine Verteidigungsrede im Senat.

Paris, 3. Febr. (Havas.) 3m Senats- auSschuß für au8toärtige Angelegenheiten er­stattete Außenminister Briand Bericht über Die auswärtige Politik Frankreichs. Die Regierung habe eine Kontinuität in ihrer auswärtigen Poli­tik gehabt und wolle fie weiter beibehalten. Die Abkommen von Locarno hätten in Wirklichkeit Die Lücken des Berfailler Bertrages ausgefüllt und dessen Durchführung erleichtert. Mit ihrer Hilfe sei die Rh eingrenze zum e r st e n M a l e von Deutschland anerkannt und von den Alliierten garantiert worden. Die Ost- grenze finde in dem Abkommen von Locarno ihre Garantien, da ja auch in diesem Punkte Deutschland sich verpflichte: habe, niemals zur Gewalt wieder feine Zuflucht zu nehmen. Die Räumung der Kölner Zone fei erfolgt auf Grund des Versailler Bertrages und lüchl auf Grund der Lvcarnoabkommen. Bei dem mystischen Frühstück von Thoiry sei von ihm eine Verpflichtung nicht eingegangen worden. Er habe Skresemann deutlich zu verstehen ge­geben. daß die Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland solange nicht vollständig fein könne, als die Frage der Sicherheit nicht

Zuspitzung in China.

Wendung in der englischen Politik.

London. 3. Febr. (Reuter.) Von dem bri­tischen Geschäftsträger in Hankau sind die Be­richte über die letzte Entwicklung seiner Bespre­chungen mit dem Minister des Aeußern der Kamonregierung Tschen und über die neue Lage, die damit eingetreten ist. nunmehr in London eingetroffen und bilden den Gegenstand sorg­fältiger Erwägung. ES liegt auf der Hand, daß infolge deS plöhllchen Wandels in der Hal­tung des Ministers Tschen die Besprechungen zwischen den englischen und chinesischen Vertretern eine gänzlichneueWendung nehmen wer­den. Das Verhalten Tschens, das vielleicht nur einen Schachzug im chinesischen Spiel darstellt, gab naturgemäß diesen Besprechungen ein ganz anderes Gesicht. Soweit es sich dabei um Schanghai handelt, ist Die Hauptfrage, wie Die bestehende Lücke in Den bisher für Den Rot- fall getroffenen Anordnungen für den Schutz des Lebens Der britischen Staatsangehörigen aus­gefüllt werden soll, während es z. B. in Hankau ein Leichtes gewesen wäre, die britischen Anwohner zu evacuieren, liegen Die Dinge in Schanghai ganz anders.

Die im Augenblick drängendste Frage ist die der unmittelbaren Bedrohung" Schang­hais. Wenn von einer solchen die Rede sein kann, so muß die Lücke in den bisherigen Vorkehrungen a u 5 g e f ü 111 werden. Dies ist von allen mit dieser Frage im Zusammenhang stehenden Gedankengän­gen der weitaus wichtigste. Auf die Rote aus P e - king wurde bis jetzt von englischer Seite noch keineAntwort abgesandt. Daß der Abbruch der Verhandlungen mit England in Schanghai als ein so gut wie endgültiger Beweis dafür aufgefaßt wird, daß Nord - und Südchina jetzt in der Frage der Verträge und in ihrem Widerstand gegen die britische Diplomatie einig seien. Wenn auch der britische, amerikanische, französische und japanische Admiral zurückhaltend seien, so herrsche doch der Eindruck, daß angesichts der schroffen Haltung Pe­kings und Hankaus die Ereignisse sich in Zuspitzung auf einen Bruch und möglicherweise auf Feind­seligkeiten hin bewegen, weshalb man sehr auf die Entfernung aller Ausländer bedacht sei.

Die Arbeiterpartei und das Chinaproblem.

London, 4. Febr. (TU.) Die Meinungs- Verschiedenheiten in der englischen Arbeiter- partei über die britische Chinapolitik werden immer stärker. Sogar gemäßigte Mitglieder der Partei ver­hehlen nicht ihre Äritit an den Reden Macdonalds. Sie erklären, daß es notwendig gewesen sein würde, selbst wenn heute eine Arbeiterregierung am Ruder wäre, und Macdonald selbst im Aus­wärtigen Amt säße, angemessene Maßnahmen u m Schutze des britischen Eigentums in China zu ergreifen. Macdonalds Vorwand, daß Verhandlungen mit der Santonregierung eine ge­nügende Sicherheit darstellten, wird von den Kri­tikern als vollkommen falsch hingestellt. Man behaup­tet sogar, daß die von einer Arbeiterregierung zum Schutze des britischen Eigentums getroffenen Maß­nahmen die Gefahr eines offenen Kamp­fe s in China Heraufbeschwaren hätten.

FürbilleindenenqlisckenKirchen

London, 4. Febr. (DTB. Funkspruch.) Die Erzbischöfe von Canterbury und Dort und der Präsident des Nationalrates der evangelischen Freien Kirche haben Die gesamte Geistlichkeit ausge­fordert, bei den Gottesdien st en am nächsten Sonntag eine besondere Fürbitte für eine friedliche, ehrenhafte und dauernde Regelung der bestehenden Schwierigkeiten zwischen England und China auszusprechen.

Ein amerikanisches Kreuzergeschwader für China.

Panama, 3. Febr. (WTB.) Der amerikanische KreuzerR a l e i g h" wird sich den Kreuzern ,R i ch m o n d",Cincinnati* undM a r - blehead" anschließen, die heute nach Hono­lulu abfahren, um Dort weitere Befehle abzu­warten. Es wird angenommen, daß sie, wenn nötig, in Den chinesischen Gewässern d e r m a n D t werden sollen.

endgültig gcv. g:It werde. Frankreich würde sich jedoch, ohne vam Versailler Vertrag abzugehen, dessen Durchführung leichter geworden sei, geneigt zeigen, jede Gelegenheit zu benützen, die eine friedsame und wirksame Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gewährle sten könnte. Die Lage bleibe also vollkommen bestehen. Frankreich werde auch weiterhin sich zunächst auf sich selbst verlassen und die Organisierung seiner materiellen Macht, die es notwendig habe, um seine moralische Macht zu festigen, nicht ver­nachlässigen. Franireich könne der Zukunft ohne übertriebenen Optimismus, aber voll Vertrauen entgegensehen. Die von ihm betriebene auswär­tige Politik fei keine persönliche Politik, sondern seien Ergebn sse der Beratungen und einmü­tigen Beschlüsse deS Ministerrats.

Tschechische Außenpolitik.

Prag. 3. F:ör. (WB.) 3m auswärtigen Ausschuß des Abgeordnetenhauses führte Be­ne s ch u. a. zur Anschluhfrage Deutschland- Oesterreich aus, er verweise auf die bestehenden Verträge, Die auch von Oesterdeich imD Deutsch­land nierzeichnet worden seien. Die Tsche ^o- slowalei bestehe in Llebereinstimmung mit Den übrigen Staaten, die an diesen Verträgen be­teiligt seien, auf ihre Einhaltung. Der Mi­nister wandte sich Dann gegen Den Dorwurf, daß- Die Tschechoslowakei Der Gen- darmFrankreichs gewesen sei. DieTschecho- flotoa!« treibe tschechoslowakische Politik. Der Minister betonte mit Rach druck, die guten Be­ziehungen zwischen Prag und Berlin, die er ü.4 Ergebnis seiner bisherigen Politik ansehe. Die Aushebung der deutschen Mili­tärkontrolle habe naturgemäß in Un­garn und in Bulgarien den Wunsch nach Aushebung ihrer Mtti.ärkontrolle verstärkt. Die Kleine Entente habe dagegen prinzipiell nichts einzuwenden, iedoa) müsse sich die Auf­hebung der Kontrolle in denselben Bahnen be­wegen wie in Deutschland. Die Kleine Entente wolle zu einem guten Verhältnis zu Ungarn kommen.

Mine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident besichtig e in Anwesenheit des R.ichsministers Schiele und des preußischen Landwirtschaftsministers die Ber­liner Landwirtschaftliche Ausstellung. Der Reia-spräiident bekundete ein außerordent­liches 3nterefse und nahm Gelegenheit, sich an Den einzelnen Ausstellungsgegenständen mit den Standinhabern eingehend über Die Lage und Be­deutung Der Landwirtschaft zu unterhalten.

Das preußische Staatsministerium beschloß, Den Regierungsprasiden'en in Kassel, Geh. Obsr- regierungs.a: Dr. S t ö l z e l. in Den einstweiligen Ruhestand zu versetzen, sowie den Miniiter stes 3nnern zu ermächtigen, sich mit Dem Provtn- -ialausschuß der Provinz Hessen-Rassau wegen Der Ernennung seines Rachfolgers in Verbin­dung zu sehen.

Nachdem Der preußische Wohlfahrtsminister in einer Verfügung vom Herbst 1926 Das Annehmen von V a ii! o st e n z u s ch ü s s e n für Mehrfa­milienhäuser, Die mit Hauszinssteuerhypothe- ken gebaut u>erDen, als unerwünscht bezeichnet hatte, ist für Berlin Die Festsetzung von Baukosten­zuschüssen oDer Mietvorauszahlungen für Wohn­häuser. Die im Jahre 1927 mit Hauszinssteuerhypo- tbefen gebaut roerDen, als unzulässig erklärt worden.

e

Gegenüber Den Pressenachrichten über einen angeblichen Erwerb derD A Z'' durch den Großindustriellen Otto Wolff ist das Wolsf- bureau zu der Erklärung ermächtigt, daß Dieser Dem Bssihwechsel der ^DAZ" vollkommen f e r n- steht.

Per badische Landtag wählte Den Ministerial­direktor' im Kultusministerium Dr. Franz Joseph Schmitt. Mitglied Dor Zentruinspartci. als Rachsv r Dr. Wählers yim Fi nan Minister. Zum StaatspräfiDenter wurde Justi'Minister Dr. Trunk (Zentrum) gewählt.

Die demokratische Fraktion des sächsischen Land­tags wird für das von den Demokraten besetzte Innenministerium Den bisherigen Reichsinnen­minister Dr. Külz in Vorschlag bringen. Külz wird Diesem Ruse folgen.

Aus aller Welt.

Lin dentsch-oslasialischer Klub.

In Anwesenheit von Vertretern Des Auswär­tigen Amtes, Des Leiters Des Deutschen Japan-In­stituts, Der Deutschen Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde in Tokio, ferner von Vertretern orien­talischer und sinologischer Gesellschaften fand in Leipzig Die Gründungsveriammlung Des Deutjch-Oftasicitifchen Klubs statt. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. M e n z gewählt. Der Klub soll einen Kultur- und Wirtschastsverband für Den Fernen Osten bilden. Er erstrebt eine Art von Ver­mittlungsstelle für Den gegenseitigen Austausch von Studierenden aller Hochschulen und Techniken Mitteldeutschlands mit denen der Länder des Fernen Ostens. Ein Mitteilungsblatt soll der exakten Darstellung der wirtschaftlichen und wissen­schaftlichen Ereignisse in Den Ländern Des Fernen Ostens gewidmet sein und eine vollständige lieber« sicht über Die Veröffentlichungen auf allen Den Fernen Osten betreffenden G.bie.en bringen. Ferner soll ein Austausch von Derartigen Veröffentlichungen zugunsten Der öffentlichen wissenschaftlichen Biblio­theken ins Werk gesetzt werben.

Der Düsseldorfer RegiesHieberprozeh.

Am vierten VerhandlungStag ergab sich, daß ein Zug mit 82 beladenen Guterwagen, der Dem Leutnant D u m a y zum Transport nach Duis­burg übergeben worden war, niemals in Duisburg angefommen ist. 3n einem anderen Fall verschwand ein Waggon Kup- f e r, der ebenfalls verschoben wurde. Rach Der Aussage eines Angeklagten hat Leutnant Pavhol 5 7 Ernemann-Objektive zum Verkauf mit nach Paris genommen.

Zuchthaus wegen Aklenbeseiligung.

Als Vorspiel zu Den ocmnua)|t beginnenden großen Moabiter Aktendiebstahlpro­zessen verhandelte das erweiterte Schöffen­gericht in Berlin gegen Den 3ustizbeamten Paul. Der Angeklagte wurde wegen schwerer 11 rkun- denvernichtung in Skibindung mit Akten­unterschlagung zu einem 3ahr Drei Monaten Zuchthaus und drei 3ahren Ehrverlust verurteilt.

Schwerer Aulomobiluosall.

Das Automobil Des Verlagsdireft^rS Der Kattowitzer Zeitung". Maskus, überschlug sich bei einer Fahrt auf Der Straße Gotlschalkowitz Dziedzitz. Von Den Insassen erlitt Maskus eine schwere Gehirnerschütterung. Die Wirtschafterin wurde so schwer verletzt, daß sie bald Darauf starb. Die Tochter des Direktors und der Chans« feur kamen mit leichteren Verletzungen davon.

Wettervoraussage.

Vorwiegend wolkig, auch zeitweise bedeckt, leichter Rachtfrost, tagsüber etwas kälter, vor­wiegend trocken, westliche Winde.

Gestrige Tages Temperaturen: Maiunum 5,2 Grad Celsius. Minimum 1,5 Grad Celsius. Heutige Morgentenrperatur: 0,1 Grad Celsius.

Reinhardshagen: Temperatur: 0Grad Celsius. Schneehöhe: 30 bis 35 Zentimeter. Sport­möglichkeit für Ski: Gut.

Bericht über die Wetterlage aus dem hoherodskopf vom 4. Februar. Dorrn. 3 11bt:

Windrichtung: West. Windstärke: Schwach. Lufttemperatur: Minus 3 Grad Celsius. Oefamt- schneehöhe. 60 Zentimeter. Höhe des in Den letzten 24 Stunden gefallenen Reuschnees: 30 Zentimeter. Beschaff:nbcit Der Schneedecke: Etwas verweht. Sportmcglichkeit für Ski: Sehr gut.

Sauer fanD: Winterberg. Tempera­tur: minus 3,5 Grad Celsius. Schneehöhe im Tai: 30 bis 40 Zennmeter, in Höhenlagen: 90 Zentimeter. Sportmöglichkeit für Ski Sehr gut.

B ill i n a e n Temperatur minus 1 Grad (£ef* fiu«. Schneeböb > im TM 20 bis 25 Zentnnen" in Höhenlagen 80 bi? 100 Zentimeter. Spartmögkich- feit für Ski gut.

Aus Der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 4. Februar 1927.

Zweiter oberhessischer Turnerschaftertag in Giehen.

Arn 29.3anuar fand Der 2. oberhessische Turnerschaf ter tag in Gießen statt, an dem sich die Turnerschaften von Marburg. Gießen und Darmstadt mit ihren Damen und A. H. A. H. in großer Zahl beteiligten.

Vei Dem gemeinsamen Mittagsmahle im Saale des Gesellschaftsvereins eröffnete im Rainen Des Gaues Hessen - Lahn des Verbandes alter Tur- nerschafter Prof. B ö l z i n g (QL S). Hasso-Ras- soviae, Gießen) de offizielle Tagung. Wil Wor­ten herzlichen Dankes für Die auswärtigen Gäste verband er Den Wunsch, durch diele von idealer Begeisterung getragene gemeinsame Feier möch­ten die hohen Bestrebungen des machtvollen 'Ver­bandes reiche Förderung erfahren und immer mehr zur inneren Einheit und Geschlossenheit unseres Volles beitragen. Der Rachmittag war einer geselligen 'Veranstaltung auf der Liebigs- höhe gewidmet. 3n begeisterten Worten pries ein Vertreter einer verehelichen «Säjjperfcbaft Schaumburgia" Die Damen.

Ilm 6 Uhr bewegte sich unter flotter Marsch­musik von Dort aus ein imposanter Fackel­zug Durch Die Hauptstraßen Der Stadt nach Oswaldsgarten. Studienrat Dr. Blank (QL Sy Hasso-Ras,oviae) kennzeichnete in packender Weise die ideelle Bedeutung der reizvollen Feier für Die Betätigung unserer akaDemischen 3ugenb für Volk und Vaterland. Mächtig brausten die Klänge des allen und immer wieder begeistern­den Liedes:Burschen heraus" über Den wei­ten Platz, in weihevoller Stille von der Menge der Zuschauer ausgenommen.

Der Festkommers deS QlbendS. an Dem etwa 250 alte und junge Turnerschafter mit ihren Damen teilnahmen, brachte Den Höhepunkt Der Tagung. Unter den Ehrengästen begrüßte Der erste Chargierte einer vecehrlichen Hasso- Rassovia, sind. math. F. Matezky. den Rek­tor Der Universität, Pros. Dr. Zwick, Prv- vinzialDireklor Gräf (A. H. Dhibe-l.niae. Mün­chen-, Die Vertreter deS Offizierkorps und DeS Oberbürgermeistees, Hauptmann Offenbacher und Beigeordneten Dr. Selb, Die Vertreter des Verbandes alter Landsmannschastcr und Der aktiven Landsmannschaften, sowie Die QL H. A. H. und Angehörigen auswärttger Turnerschaften. Die Ansprachen dcs Rektors und deS Provin­zialdirektors [e.onien inSbesendeie die hohe Bedeutung Der Leibesübungen, wie sie in vor­bildlicher Weise in Den Turnerschaften gepflegt toerDen.

Der Festredner des QlbendS, Prof. Dr. Breidenbach, Darmstadt. (QI. H. Hasso-Ras- soviae) behandelte in klaren, von warmer Hebet- zeuzung getragenen Ausführungen die ideale, auf körperliche und geistige Gesundheit zielende Tätigkeit der Turnerschaften auf deutschen Hoch­schulen, das 3deal der alten Griechen. Sitt­liche Stärke und Charakterfestigkeit. Vaterlands­liebe und Dienst am ganzen Volle seien Die leuchtenden Ziele des Turnerschasterverbandes. Die Rede klang aus in einem donnernden Sala­mander auf das Vaterland und den V. $. Ein Chargierter eir/r ve:ehrlichen, im L. D. E. Mar­burg Vorsitzenden TurnerschaftSchaumburgia" dankte mit herzlichen Worten im Hamen Der auswärtigen Gäste für Die freundliche Auf­nahme. 3m Hamen der Vereinigung acker Land-- mannschafter dancke Pros. Dr. Boeck (A.H. Ehattiae, Gießen) für die Begrüßung und w.eS aus die freundschaftttchen Beziehungen hin, Die m Dies,en zwischen L. C. und D. C. bestehem Weiterhin richtetele Pros. Dr. Trapp (A.H. Hasso-Rassoviae et Munichiae) an Die altioen Turnerschafter in gebundener Form wirlungs- volle Worte und fordertr sie zu treuer Pflicht­erfüllung im Dienste unseres Volkes aus. Der Festlommers nahm einen erhebenden und wür­digen Verlauf, und mit berechtigtem Stolze ver­brachten die QI. H. QI. H. und aktiven Turner- schaften Stunden innerer Erhebung und treuen Gemeinschaftssinnes.

Der Ersatz beschädigter Banknoten.

3>n Publikum ist vielfach Die Ansicht ver­breitet, daß für zerrißene, lei.weise verbrannte oder sonstwie be|a;äi)ig:e Rttchs.as en scheine zu 5. 20 und 50 Mark von Den Staatskassen Er­satz geleistet werde, trenn nur noch Die Rümmer des Scheines auf Den Stücken vorhanden sei. Das ist ein 3 r r t u m. Rach den Bestim­mungen, die dieReiHSschiilDenverwaltung anläß­lich eines bestimmten Falles über Die staatliche Ersatzleistung für beschäDigte und für Den Ver­kehr unbrauchbar geweroe e Reichskassenscheine und Banknoten ausgestellt hat. wird nur Dann Ersatz geleistet,, wenn Das vorgelegte Stück zu einem Reicyskasse:,schein gehört und mehr als die Hälfte eines solchen beträgt, d. h. der Er atz toira nicht Dem Besitzer d.r auf einem Srück e.wa noch erhaltenen Qlummcr. sondern Dem Vorzeiger der größeren Hälfte De« beschädigten Stückes geleistet. Die Etaatskassen sind angewiesen, beschädigte oder unbrauchbar gewordene (eiuschL Der geklebten und beschmutzten) Reichskajsenscheine nur dann in Zahlung zu neh­men, wenn ihre llmlaussfähigkeit zweifellos ist. 3st sie zweifelhaft oder Der Ersatz Der Stücke Der ReichsschulDenverwaltung überlassen, so ha­ben Die Besitzer solcher Scheine sich mit Dem Anträge auf Ersatz an Die ReichSschulDenver- walrung zu wen Den. Für beschädigte Banknoten von 100 oder 1000 Mark wird gleichfalls nur Dann Ersah geleistet, wenn Der 3nhaber ent­weder einen Teil Der Rote vorzeigt, Der grö­ßer als die Hälfte ist, oder nachweist, daß Der Rest Der Role, von Der er nur Die Hälfte oder einen kleinern Teil vorzeigt, ver­nichtet ist.

NeueKraslposilime in Oberhessen

Ein langgehegter Wunsch Der abseit- Der Eisenbahn liegenden Gemeinden zwischen Als­feld und Ulrichstein geht letzt endlich in Erfüllung. Am 10. Februar wird Die Kraft- postlinie AlSseldOttenburgHopfgarten Renzendorfäln.eriorgObersorgBadenrcD StornDorf- MeichesKöddingen Helpershain Älrichstein in Betrieb genommen werden. Hier­von versprechen sich Die beteiligten Gemeinen und die Kreisstädte Alsfeld und Schotten eine Verkeh.sbelebung. Der Fahrplan ist dem Gange Der Züge in Alsfeld und Renzendorf und Der Kraftpvst tllrichstcinSchotten angepaht. so daß eine unmittelbare Verbindung zwischen Alsfeld und Schotten besteht.