Einzelbild herunterladen

Riedergirmeser befinden sich immer mehr auf der absteigenden Linie. QIm Sonntag hielten sie sich nur bis Halbzeit gut. Bei dieser lag Gladen­bach nur mit 1:0 in Führung. Girmes gelang sogar der Ausgleich nach dem Seitenwechsel. Dann kamen jedoch die Platzbesiher mit ihrer größeren Wucht mehr und mehr auf. und die überlastete Hintermannschaft der Wetzlarer Dor­städter mußte sich noch viermal geschlagen be­kennen. (Niedergirmes ruckt damit an die zweit­letzte Stelle der Tabelle.

Handball.

G'chen 1900 I. $. L. 05 Polizei wehlac II. 10:1 (4:1).

ö. Wer nach dem Debüt der 1900er Hand­baller vor einigen Wochen trotz des damals für die Wetzlarer Iungmannscha't lautenden S>iel- ergeönissrs von 10:1 noch Hoffnungen auf die Gießener Mannschaft gesetzt hatte, ist darin nicht betrogen worden. Daß sie aber an Sonntag ge­rade den S-ieß umdrehe und ihrerseits der ge­wiß nicht schlechten F.-C -Zweiten auf eigenem Platz mit 10:1 das Dach sehen gäbe, hatte wohl niemand gedacht. Der Spielverlauf sei kurz damit gekennzeichnet, daß die 1900er von vorn­herein den Ton angaben und gegen Schluß hin schließlich das Heft ganz in die Hand nahmen. Die Wetzlarer stellten zwar eine ausgeglichene, äußerst stabile, sich meist aus Leuten der Schutz- Polizei relrutierende Elf, ließen aber ©djrc'lirjlct und axaltes Zusammen s. iel vermissen. Allerdings waren die Gießener Declungsleute derart gut auf dem Posten, daß fast alle gegnerischen Angriffe im Keim erstickt wurden. Die Verteidigung spielte recht sicher, und der eigentlich noch zu junge Mittelläufer war der Eifer selbst. Der Sturm war der unbedingt beste Mannscha'tsteil, auch wies die Fünferreihe die besten Einzeispieler auf. Es wurde viel und erfolgreich geworfen. Halb­links brachte 5, Linksaußen 3 Tore, und die beiden Alteure vom rechten Flügel je 1 Tor auf ihr Konto. Auffallend schwache Punkte wies die Mannschaft kaum auf, womit jedoch nicht gesagt sein soll, daß nicht noch manches zu bes­sern ist. Aber schon die Tatsache, daß die Mann­schaft keinen Augenblick locker ließ, sondern bis zum Schluß zielbewußt weiterarbeitete wie wäre sonst ein 10:l-Sieg zustande gekommen läßt die 1900er als ernstlichen Gegner erscheinen.

Wirtschaft.

0 D i e Konkurse im Jahre 1 9 2 6. Trotz der langsamen Abnahme im ersten und der stärkeren Abnahme im zweiten Halbjahr geht die Gesamtzahl der neu verhängten Konkurse im ganzen Jahre 1926 noch über die hohe Ziffer von 1?25 hinaus, da in der ersten Hälfte des letzteren Lahres relativ niedrige Zahlen zum Vergleich standen. Cs wurden nach einer Zusammenstel­lung der FinanzzeitschriftDie Dank" im Lahre 1926 12 394 Konkurse eröffnet, gegen 11 184 im Lahre 1925 und 5929 im Jahre 1924. Ebenso weist die Zahl der neuen Geschäftsaufsichten eine Steigerung auf, und zwar von 5903 im Lahre 1925 auf 7929 im Lahre 1926. 3m Monat De­zember K26 wurden insgesamt 452 Konkurse neu verhängt. Die Zahl der Ge'chäslSaufsichten im Dezember beläuft sich auf 120 (im Rovernber 463 Konkurse und 130 GeschSftsaufsichten).

" Ermäßigung der Superphos­phalp r e i s e. Wie der DHD. erfährt, sind die .Superphosphatpreise bei Beginn des neuen Lah­res bedeutend herabgesetzt worden. Der Super- t Phosphatpreis stellt sich im Lanuar auf 36 Pf. und ab 1. Februar auf 37 Pf. je Kiloprozent 1 wasser! suche Pbosphorsäure. Das bedeutet eine erhebliche Ermäßigung der Preise gegenüber ' denen im letzten Frühjahr, die um 7 Pf. bzw. 19,4 Prozent höher waren. Die Lieferungsbedin­gungen haben keine Aenderung erfahren.

v Vereinigte Stahlwerke A. G. Vor einigen Tagen ist zwischen der rumänischen (Re­gierung und dem Beauftragten des Otto Wolf- Konzerns, Dr. Kind, als weiteren Vertreter der Vereinigten Stahlwerke ein Vertrag unterschrie­ben worden, wodurch (Rumänien bei den Ver­einigten Stahlwerken Eisenbahnmaterial im Wert von 40 Millionen Dm. aus Reparationskonto be­stellt. Es handelt sich dabei um Eisenbahnschienen, Werkzeuge, Eisenbahnmaterial usw. Die Liefe­rung wird in der allernächsten Zeit beginnen.

° Schiffsbestellungen der Hapag. Die Schiffsbestellungen, über welche die Hapag mit der Bremer Vulkan und der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft verhandelt, sind nunmehr nach demHamburger Fremdenblatt" abgeschlos­sen. Die Bremer Vulkan-Werst erhielt den Aus- Irag auf ein Motorschiff von 9000 Tonnen, die Flensburger Werft auf einen Turbinendampfer von 9500 Tonnen.

Zunahme der Konkurse in Bel­gien im Lahre 1 926. Wie dem DHD. aus Brüssel gemeldet wird, find in der Zeit vom 1. Lan. 1926 bis zum 25. Dez. 1926 insgesamt 645 belgische Firmen in Konkurs geraten. 3m Lahre 1925 belief sich die Zahl der Konkurse in Belgien auf 506.

* Frankreichs Kohlenbezüge aus Deutschland irn 3ahre 1 9 2 6. Während der ersten elf Monate des vergangenen Lahres wurden nach Frankreich 6 837 000 Tonnen Kohle gegenüber 5 038 000 Tonnen im gleichen Zeit­raum des Lahres 1925 aus Deutschland eingesührt. Die Einfuhr von Koks belief sich aus 4 056 020 Tonnen gegenüber 3 825 000 Ton­nen und die Einfuhr von Briketts aus 472 600 Tonnen gegenüber 356 000 Tonnen. Durch den Einfuhrüberschuß an deutscher Kohle gegenüber dem Lahre 1925 konnte Frankreich teilweise den Lmportaussall an englischer Kohle decken, die Ein­fuhr englischer Kohle verringerte sich gegenüber 1925 in den ersten elf Monaten des letzten Lahres von 9 823 000 Tonnen auf 4 089 000 Tonnen.

Berliner Börse.

Berlin, 4. Lan. An den Aktienmärkten gelangten heute seitens der Spekulation er­hebliche Engagements zur Lösung, was zu starken Kursabschwächungen führte. Während der ersten Stunde war die Tendenz ausgesprochen matt. Die durchschnittlichen Verluste stellten sich bei B a n k- a t t i e n, S ch i s f a h r t s -. Bau-, Z e l l st o s s Sprit-. Metall-, und Maschincnaktien auf 3 bis 5 Prozent. Am Markt der Elektro- und Montanwerte sowie in L.G. Farben traten jedoch erheblich schärfere Rückgänge ein, die mehrfach 8 biß 9 Prozent betrugen. Der An­laß für die überstürzten Abgaben waren Geld- sorgen, insbesondere die Meldung, daß die Berliner Hanbelsgesellfchast zum Medio ihre Reportgelder aus 25 Prozent cinfcbranfen wolle

und mit der Möglichkeit ähnlicher Maßnahmen seitens der übrigen Banken zu rechnen sei. Diese erklärten zwar, daß bis jetzt noch keine Ent­scheidung über die Frage der bei der Medio- Liquidation zu gewährenden Summen getroffen worden sei, doch nahm die Spekulation das wiederauftauchende Problem der Reportgeld- Kompensierung zum Anlaß, sich an den Termin- markten zu enilaften. Auch der schwache Verlauf der Frankfurter Abenbbörfe verstimmte. Die Ver­sion, wonach ein Teil der Verkäufe nicht ganz freiwillig erfolgt sei, läßt sich schwer nachprüsen. Der Kurssturz kam nach der ersten Stunde, als sich eine ruhigere Auffassung durchsetzen konnte, zum Stlllstand. Am Geldmarkt erfuhren die Sätze eine weitere Ermäßigung. Der Satz für Tagesgeld ging zurück, auch Monatsgeld war mit 7 bis 8 Prozent billiger. Lm Devisen- verkehr tagen Oslo, London und Madrid fest. London-Kabel 4,8545 Die Reichsmark notierte unverändert 4,2050.

Börsenkurse.

ftranffart a.M.

Berlin

Tittx-n:

3. t. | 4. I

'>.8225

0.81

0,8

100

16,75

16.1

181)

116,5

164.5

151,5

156.25

173 I

173,75

149 |

146,75

1172,75

176 ! 171.12

154,75

152,5

H6

164

132 |

59,5

42,5

IW

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a.

M

Telegraphische Auszahlung.

121

88

240

115,5

198

181

117

85

381

145.9

324.5

138

165.5 163,62 164.25 164,25

172

238

184.5 184,62 198.13

162.5

16.25

42 5

169.9

269

119

90

8.75

172.5

5ctiiut)»>tiniang ftUMTVir-,

178.25

178 189,5

158 164.75 81 75

208

114

124

123.5

249 5

145

183

U 820

U P 0,805 0 95 11.54

184

120

208 5

116

122

165,75

202,5

116

87,75

151.6

76 324.75

175,6

107,6

177,5

179,25

190

153

77

330

>72.25

110,5

168.9

165,25

228

269 194.75 185.5

179,25

184

185

170 I 164

208,5 ! 203,62

öchlu .1 I.Ubr Kurs Kur»

172.75; 166.75

170.75 | 163,6

169,9 ,

176

246.25 <

122.5

150,

14

193.5 .

126!

76.75

126

71 5

4.5

178

247

123,75

150,6

0.83

0,8225 li 82 0 92

6.53

0 8175 0.18

0 78 U 78

Si

220

262

191,13

183

184.9

185

198,25 16» 169

84

214.9

151 5

<8.5

111 5 |

2-9 >

209 5

188 ui!

156.5

83,25 214,9 151,4

126.9

14 > 253,75 207 75 186,5

227,5

267,5

195

184.5

179 25

183.9

183.9

9.15

175

184.75

119,75

I »52

173 1168,15

10,8225 i 0.81 | 0.81 0,03

6% Tcutf^c ReichSanlekbe . 4n/> Tonische 9kitb'Va::teine . 3'/,»/« Lettisch. Stcid);aulei<je 3°,n Deutsche DieichSrnleibe . Teuilchc Lvorpramienanlcihe

4°/o Preußische »tonsols . . . 4° o Hessen 3'/a% Hegen..........

3°/» Hessen...........

Trutsche jPettb. Doüar-Anl dio Toll.-Schatz-Auweiing. . 4% Zoll türken 5% toclbuieritancr

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank Lärmst, und Naiionalvank . Deutich? Bank TiSkonto Commandit Dresdner B.mk Metalldanc...........

Mitteldeutsche Creditbank. . Ocstea-richischc Creditanslalt. NcichSbcink. . . .

Bochumer Guß...... .

Buder iS............

Caro..............

Teuisch Lurrmburg......

Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcucr Bergbau......

.Valtrorrfc AsMerslebe-t. . . . .Kaliwerk Westeregeln.....

t'aurnljiiuc........ .. .

anncsmann ......

Matts «lo r . £ derbrdns lhöiur ri>era' an ...... Rl-einikchc Braunkohlen . . . 9Ihri!istar.l...........

Niebcck Montan ....... TelliiS Bergbau........

Bereinigte Siahlw rke. . .

Hamburg 9lnieri!a Paket. . . viorbbrutftber Lloyo.....

Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Phtlivv Holzmann......

Anglo Cont Guano.....

Chemische Mayer Alaptn. . . '»oldschmidt..........

Holzvcr oblung u G Mareen-Industrie. . . Ri'ilgerswcrkc. .......

Schcid.anstatt ...... Sltln. ElektriziiätS-Gesellschaft Bergmann El Nr. Lieferungen ..... Licht und Krall Matnkrastwcrke . Schuckert........ ..

Siemens A Halske Adlcrwerke .Meyer ...... Daimler Molaren. ...... Hehligenstacdt..... . ..

Meguin.............

Mannheimer Motoren . . . .

frankfurter Armaiuren Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell'chalt Frankfurt. Bet Union R.<3.. Schub'abrik Herz Sichel Zellstoss Aschaffenburg. . . . Zellstoii Waldhof ..... Zuckermbrik ckrankcnthal . . Zuckcriabrik Wagheiulel - . .

H6 137 5

208.5 | 204.75

275,6

22) 261

19 i >81 176 178

1811.5 8.95

173.5

178.5

116.25

3. Jan.

4. Jan-

LlniNtchc Geld

Jlott rund Brief

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Anist.- Di ol t

168.08

168,60

167,69

168,61

PUrcfc

1,733

1.737

1,132

1,736

Brss-'AnNv

68,12

68.56

58,44

58,58

Gtjrii'tiama.

106,81

107,(3

107,17

107,41

flopciif)nq?n

112,06

112,34

112,1U

112,38

Stockholm .

112,18

112.46

112,22

112,50

HelsinaforS. Italien. . . London. . .

10,552

18,18

10.592

18.82

10,56

18, X6

10,383

10,60

18.9t»

20,378

20.431

20,438

VZ<ut)or! . .

1,1385

1.2085

1.2')O5

1,2105

ToriS....

l6,6J

16,64

16,60

16,61

Schwel; » .

81,11

81,3!

61,1U

61.30

Spa.cken.

64.40

61,56

66,10

65,26

Japnn .. . Di io de Jan

2,052

2,056

2,054

2,058

J.494

9-496

0.494

U.493

Wien in D-- Lest, aboeff

69,23

69,31

69,23

69,31

Tran ....

12,43

12,47

12,418

(2,478

Helirad . .

7.405

7.425

7,407

7.427

Budapest -

13.49

73,67

73.50

73.69

Biil-arten

3,042

.1,052

d,C38

O.U48

Lissabon

1.626

21,575

21.625

21,575

Danük. . .

61,45

»1,65

61,49

81,69

Konst ntin

2,11

2,12

2,113

M2-

Silbe». . .

5 39

5 41

5,31

6,33

Cnnada

1.191

4.201

4,191

4,201

Ur» uav

4.26

4.26

1.25

«.26

Catro . . .

20.889

20.911

20,899

20,951

Banknoten.

Berlin. 3. Jan

Geld

Slict

NmerilaniicheJloten.....

1,177

4,197

Belgische DZotcn ....»

58,30

68,60

Dänische Noten ......

111.77

112,33

Englische Noien........

80,335

80,435

Jmniösische Noten......

16,61

16.69

Holländische Diolen ......

167.73

168,57

Italienische Noten......

18.75

18,85

Diorwkgische '.Voten ......

106,59

H>7,ll

Druilch Ocsicrr.zioo Kronen

69.10

69.10

Dittniänilche '.T?oicn......

2.18

2.22

Schwedische Noten.....

111,82

>18.38

Schwerer 'Ji'öten..... .

81,08

61,4t

Evanisch.- Vloten .......

64.18

64.44

Tschechoslowakische Nolcn . .

12.39

'2.45

Ungarische *J«otcn . . . .

73,22

73.58

Zrankfurtcr ^6rfe.

Frankfurt, 4. Jan. Tendenz flau, Kriegs­anleihe fest. An der Effektenbörse folgte den bis­herigen unentwegten Aufwärtsbewegungen' heute plöglich ein kräftiger Umschwung. Der Markt er­öffnete in ausgesprochen flauer Tendenz. Der Anlaß hierzu waren in erster Linie Sorgen über die tünftigen Geldverhältnisfe, da infolge der allgemeinen Besserung der Wirt­schaftslage ein vermehrter Industriebe­darf su erwarten ist und deshalb von der Ber­liner Handelsgesellschaft und Discanto-Eejellschaft eine Einschränkung der Reportgeld- Ausleihungen oorgenommen bzw. angekündigt wurde. Die übrigen Großbanken wollen in diesem

Sinne später folgen. Don Montanwerten waren scharf gedrückt: Deutsch-Lux minus 7,5, Harpener minus 7,5, Ilse minus 14, Oberbedarf minus 6,5, Rheinftahl minus 8,25 Proz. 21m Bankaktienrnarkt hatten Commerzbank (mi­nus 7 Pro§.) und Darmstädter (minus 5 Proz.) die stärksten Einbußen zu verzeichnen. Die übrigen Werte dieser Gruppe lagen bis zu 21 Proz. schwä­cher. Schiffahrtsaktien verloren 5 Prozent. Elektroaktien gleichfalls stärker abgeschwächt. Don Chemiewerten gaben I. G. Farben auf stärkeres Angebot 5,25 Proz. nach. Don den oariab. len Werten büßten Zell ft off-, Zucker- und A u t o a k t i e n bis zu 6 Proz. ein. Maschinen­aktien bis 3 Proz. schwächer. Eine bessere Hal­tung zeigten heimische Anleihen, vor allem Kriegsanleihe, die mit 0,8221 eröffneten und im Verlaufe stark anzogen, gegen 1.15 Uhr mittags stellt sich der Kurs bereits auf 0,8601. Don aus­ländischen Renten waren Zolltürken behaup­tet. dagegen Anatolier nachgebend. I. Anatolier 20,25. Am Geldmarkt ist die Lage bedeutend leichter geworden. Tagesgeld stellte sich auf 6 Proz. nach 61 Proz. Monatsgeld für erste Adres­sen 61 Proz. Bries, für zweite Adressen 71 bis 8 Proz. Im Devisenoerkehr liegt Oslo sehr fest. Die Reichsmark stellte sich gegen London auf 20 4137 schwächer, gegen Kabcl auf 4,205 unver­ändert. Der weitere Verlauf war ruhig. An den Effektenmärkten kamen die Abschwächungen zum Stillstand. Anleihen blieben weiter fest, Kriegsan­leihe anziehend.

Frankfurter ®efreilu\ . ^fe.

Frankfurt a.M , 4. Januar. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 29.25 bis 29,50; inL (Roggen 24 50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26,50, inl. Hafer, 19 50 bis 20, Mais (gelb) 19 bis 19,50, inl. Wnzenrnehl, Spezial 0 41 bis 41,50. Roggenmehl 35 bis 38,50. W?i-,en- und (Roggenfki? 11,75 bis 12 Mark. Tendenz: ruhig.

Frar.^furLcr Pfer-cmarkt.

WSR. Frankfurt a. M., 3. Lan. Auf­trieb: Heber 600 Stück. Bei etwas angezogenen Preisen für junge Arbeitspferde besserer Quali­tät ist der Handel und Hrnsah im Durchschnitt mitmittel" zu bezeichnen. Kauflust war unter den Interessenten wohl sestzustellen, aber die Geldknappheit legte manchem Landwirt Zurück­haltung auf. Lebhafter war die Rachfrage nach Schlachtpserden. Lupuspferde werden der Zeit entsprechend nur vereinzelt gehandelt, und dem­gemäß lassen sich für diese Gattung feine Durch­schnittspreise angeben. Lm übrigen wurden bei den anderen Pferdefchlagen annähernd die glei­chen Preise wie beim Dezembermarkt notiert. "Nächster Pscrdemarkt: 7. Februar 1927.

Berliner , dnkkenbörse.

Berlin. 3. Lan. Der erste Verkehr im neuen Lahre bewegte sich für Brotgetreide in durchaus rufigen Bahnen. Das Inlandsangebot war nicht größer als bisher, aber auch die Käu­fer zeigten zunächst keine befriedigende Unter­nehmungslust. Die Weizenkurse vom letzten Frei­tag konnten sich heute im hiesigen Zeitgeschäft nicht behaupten, da bei größter Kausün'ust man­ches Angebot am Marit? 6 ieb. Die ersten Kurse waren 1,50 Mark niedriger. Lm Gegensatz dazu wurde im handelsrechtlichen Liesernngsverkehr der Roggen mehr beachtet und für Juli 1,50 Mark, für Mai 0,75 Mark höher bezahlt. Gerste und Hafer werden groß angeboten. Mehl und Hilfsfutterstoffe ohne Beachtung und in den (No­tierungen wenig verändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 264 bis 267; Roggen 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märkischer 177 bis 187; Mais, loco Berlin 189 bis 191; (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,75 bis 37,75; Rog­genmehl 32,75 bis 34,50; Weizen!leie 13,25 bis 13,50; (Roggentleie 12 bis 12,25; Diktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Speiseerbien 31 bis 33; Futter­erbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Acker­bohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 13,50 bis 14,50; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 22,50 bis 25; Rapskuchen 16.40 bis 16,50; Leinluchen 20,30 bis 21.20; Trockenschnihel 9,90 bis 10,10; Soyaschrot 19,10 bis 19,80; Kartofselflocken 29 bis 29.40 Mar:.

Vermischtes.

88 000 Studenten in Deutschland.

An den wissenschaftlichen Hochschulen im Reich waren im Sommer 1925 insgesamt 88 069 Studierende eingetragen, davon an Universi­täten 59 563. den Hochschulen für Technik 20 300, für Handel 3517, Landwirtschaft 2119, Bergakademien 1117, an den philo­sophisch -theologischen Hochschulen 785, den tierärztlichen 335. forstlichen 283. der medizinischen Akademie Düsseldorf 50. Reichsaus n b c r befanden sich darunter 7924 oder 9 Prozent, Frauen 7551. darunter an Universitäten allein 6773. den gesamten techni­schen Hochschulen 398, für Handel 334, Land­wirtschaft 33 usw. Don den Vätern her Stu­dierenden waren Beamte 40 Proz., im Gewerbe 38, in freien Beruf 8,5, Landwirt 7.1, Arbeiter 1,2 Proz. An den Universitäten studierten Rechtswissenschaften 11 936. Volkswirtschaftslehre 8897, Medizin 7708, Rechts- und Staatswissen- schäften 1163. Chemie 693. Mathematik und Raturwisscnschastkn 2446. Landwirtschaft 2165. Pädagogik 1935, Deutsch 1931. evangelische Theo­logie 1811. katholische 1704. Pharmazie 1505, Geschichte 1273. An den technischen Hochschulen studierten Maschinenbau 6-03, Elektrotechnik 4167, Chemie 2415. Architektur 1315.

Eine neue Lahnbrücke.

Zwischen Oberlahnstein und R i e d er­lab n st ci n ist dieser Tage eine neue Lahnbrücke fertigqestellt und dem (Berte1;r übergeben worden. Di? se erliche Einweihung dürfte voraussichtlich Milte Lanuar erfolgen. Die neue Drücke, die an die Stelle her alten baufälligen Eifenbrücke ge­treten ist, wurde im 3uni d. Ls. in Angriff genommen und in der kurzen Z'it von sechs Mo­naten sertiggestelll. Sie führt in einem einzigen (Bogen über die Lahn und ist ganz aus Eisen­beton hergestellt. Die etwa 90 Meter lange Fahrbahn ist so gestaltet worden, daß sie in die projeltierte gro?,c Derkehrsstratze Wiesba­den Koblenz cinrangiert werden kann. Die bci.'en Drücket enden Herden oe enwärtig mit den Wappen der beiden Schwestersläde Ober- und Riederlahnstein gcschmück!; jerrer sollen noch die Patrone der beiden Städte St. Martinus und St. Johannes angebracht werden. Hm die Ver­dienste des emsig sür hi? Modernisierung der 16 000 Einwohner zählenden Lahnmündestähte- i

tagen Bürgermeisters Dr. Weder anzuerken­nen. soll die BrückeAlfred Weber- Brücke" benannt werden.

von Wildschweinen angegriffen.

Don Wildschweinen angegtihcii wurden dir Treiber bei einer Jagd in dec ööterner Gemar hing bei Oberstein. Die meisten Treiber et- kletterten die Bäume, während leider ein Trei­ber geworfen und aufs schwerste verleyt wor­den ist.

Schloß Eisenburg in Jlammen.

3 m Schloß Eisenourg bei Memmingen (Württemberg) brach am Silvesterabend ein gro­ßer Brand aus. Kurz nach 8 Hhr abends stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Die (Ret­tungsarbeiten waren durch Wassermangel sehr erschwert. In dem Schloß, dessen Dachstuhl und oberste Stockwerke ausbrannten, wurden reiche Kunst- und kun st gewerbliche Schätze vernichtet oder stark beschädigt. Der Gesamt- schaden ist erheblich. Das Feuer soll durch einen schadhaften Kamin entstanden sein.

Eine Familientragcdie in der Sllveskernacht.

3n Hamburg erschlug in der Silvesternacht der Seemaschinist von K o 1 n i d i. wahrscheinlich im Verlaufe eines Streites, feine Frau mit einem Briefbeschwerer. Er I.ilete dann von der Küche her einen Schlauch von der Gasvorrich- tung nach dem Schlafzimmer seiner beiden Kinder und ließ das Gas ausströmen. Als er seine Familie tot wußte, schrieb er noch Briefe und traf tehtwillige Verfügungen. Dann jagte er sich s e l b st eine Kugel durch den Kopf. Das Motiv der furchtbaren Tat war Eifersucht.

Aus Unvorsichtigkeit feine Braut erschossen.

3n der Reujahrsnacht hat sich in Vlai - bach im Allgäu ein erschütternder Vorfall ab­gespielt. Der Händler Schönberger spielte mit einem Revolver und legte dabei auf sich und seine (Braut an. Plötzlich entlud sich die Waffe und die Braut brach schwer­verletzt zusammen. Sie verstarb nach toe- nigen Minuten. Schönberger wurde ins Gefäng­nis eingeliefert.

Neues Unglück an der Garzer Oderbrücke.

SilvesternachmiUag sollte der noch erhaltene Brückenbogen der seinerzeit e.ngestürzten Garzer Oderbrücke entfernt werden. Hierbei brachen die au^ Oderkähnen ruhenden © e t ü ft e, die den Brückenbogen aufnehmen sollten, plötzlich unter großem Getöse zusammen. Die Arbeiter, deren sich eine Panck bemächtigte, sprangen zum Teil ins Wasser. Cs ist jedoch niemand ums Leben g efommen. Der Brückenbogen fache nach dem Zusammenbruch der Gerüste wieder auf die alten Drückenlager, die die Last aushielten obgleich sie als unsicher beanstandet waren. Die Freimachung des Schif.ahrlsweges StettinBer­lin dürste dadurch eine beträchtliche Verzögerung erfahren, da die notwendigen Sprengarbeiten erst nach Entfernung des Brückenbogens, der der Stadt Garz erhalten bleiben soll, durchgeführi werden können.

Starke ftälte in Spanien.

3n ganz Spanien herrscht starke Äälte. Mn- aufhörlich fällt Schnee, sogar in Malaga. Fünf Züge sollen durch den Schnee, der stellenweise drei Meter hoch liegt, blockiert fein. Ln Madrid find 6 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Das V oct ter auf Se? hat vier Dampf r zum Sinken iu.it. Der ungerichtete Schaden wird auf to.n.v, .ns 250 Millionen Pesetas g-- schätzt.

Großseuer in Amsterdam.

In einem Hauic, in dem sich ein Cas6 sowie ein Tanzinstitut befindet, entstand durch Um­fallen eines Weihnachtsbaumes im obersten Stockwerk ein Brand, der sich schnell aus die unteren Stockwerke ausdehnte. Infolge der entstehenden Panik und der starken Rauchentwick­lung wurden verschiedene Personen ohnmächtig, konnten jedoc^ von Feuerwehrleuten gerettet wer­den Etwa 10 Vertonen erlitten (Verletzungen, dar­unter zwei schwere Brandwunden. Der Schaden ist erbebliu;

<. .u' s anze Familie ermordet.

In B l a n d s ch i u s (Litauen) haben unbe­kannte Töter eine aus sechs Personen bestehende Familie ermordet. Die Räuber waren spät abends in die Wohnung der Familie eingedrungen und hatten die beiden Eheleute, den 72 Jahre alten Landwirt Schimolornis und dessen Ehesrau, mit einem Jagdgewehr erschossen. Den vier Kindern des Ehepaares wurden die Kehlen durchschnitten. Rach der Tat setzten die Mörder das Wohnhaus in Brand und flüchteten. Herbeieilende Nachbarn konnten nur noch die Leichen der Familie bergen.

von einer stürzenden Blauer erschlagen.

In Melilla stürzte eine Mauer, von den heftigen und anhaltenden Regengüssen der letzten Tage unter- höhlt, zusammen. A ch t Personen wurden von den Steinmassen «rzchlagen.

Der Flug ..Rund um Amerika-.

Bier Flugzeuge eines fünfgliedrigen Armeege- fchwaders der "Bereinigten Staaten, da- den 20 000 Meilen-FlugRund um Amer h" unter­nommen hat, find aus Tampico, wo sie feil hem 23. Dezember aufgebalten waren, in "Veracruz eingetreffen. Das fünfte Flugzeug ist bereits vor einer "Drehe angekommen. Voraussichtlich werden alle fünf Flugzeuge gemeinsam die Weiterreise antreten.

Nundsunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus der .Radiv-Hmschau''.)

Mittwoch. 5. Januar:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung von Kassel. 6.45 bis 7.15 Uhr:Die Krankenversicherung der Ange­stellten11, Vortrag von Krankenkassengeschäftsführer Hoffmann. 7.15 bis 7.45 Uhr: Die Schachstunde. 7.45 bis 8.15 Uhr: Senckenbergviertelstunde Tagesfragen und Beantwortung von Briefen'1, Vortrag von Prof. Dr. Drevermann. 8.15 Uhr: Sin­fonie-Konzert.