m. 285 zvnftes Blatt
SHetzcner Anzeiger sSeneralAnjelger für Gberheffcn)
Samstag, 3. Dezember 1927
OieHaftungbei-erKrediiauskunft
Bon ®cri4tMffrf!»c Dr Fritz A r aem e r, Ote^cn.
ftänbe t*r,<t«xn.grn »erben. ttvnn dadurch ein gans falsches 3.1b «tt'e-t, wie die ^en»c>rf>. bung einet aror>en A k vpostcns unter T<r'd?a>ctgjna einer noch grBftcren Odbulb 3n bcder Beziehung nimmt irSt>4> nach der retchAgerichtl chen Qted>: prechung d e 3an!- auskurcht eine beordere Sidiung eia. 9 n prak- tifcher Fall wirb biet am besten beleuchten.
Auf eine Anfrage, ob dem 3. Daren!redtie in Mbe t>rn 33 0)0 Ml gegen Akzepte gegeben Werden fdnntcn. bat eine Bank unter günstiger per'önlicher Sdj.lberunj des Arebit nehme cf ce* antwortet, haft beut Betretenden, beffen 3er- mäaen auf 80 000 Ak. geschätzt werde nad) ihrer 3r.fonno.ion entfprcchende 'BorcnlreMte im Bahn e i feines Del äfte* gewährt toür'en. Sie bai habet verlchviegen. bah ihr bereits alle ^or/erungen de.' ArcMtnebrr.ert zur Sicherung übereignet wäre- Tal A ich erricht hat trotzdem nath Aonlurjeröifnung jegliche Haftung verneint mit der Begründung dast die Bank nichts Unwahre- berichtet habe Aue der Unoollftän» biglcit und Unbestimmtheit der Auskunft, die auf die Frage der Sicherheit des Warenkredits leine Antwort gegeben habe, lei erlernbar gc- wefen. dah manches nicht mitgeteilt werden sollte Ai r das büffle nicht verschwiegen werden, was objeltiv geeignet fei. ble Arebittoücbigfeit zu erschüttern. Interna der Sicherung brauchten dagegen nicht offenbart zu werden. Andererseits schaffe die Auskunstsverweigerung d-rch di? Bank einen tehr ungünstigen öinLxuf und d es müsse die Bant sowohl in ihrem wie auch tm Interesse des Aunöen vermeiden.
Sine andere interessante Frage ist. ob da- Belanntwerden von Tatsachen, die die gegebene Auskunft als unrichtig erscheinen lassen, eine Berichtigung leiten- de- Auslunstgebers erfor- beri. War die Autzkun t zur 3eü der Abgabe wahr, so besteht leine w i ere Mitteilungspflicht, wenn später entge^engekbie Umstände bekannt werden. War sie jedoch unwahr, so liegt arglistiges Derhalten vor, wenn der Auskunstgeber nach Entdeckung der Wahrheit schweigt.
Bis hierher haben wir unS nur mit den Hastungsfolgen dem Anfragenden gegenüber beschäftigt. Bei der Betracktung der Rechte des Arcbünehmet# tauchen neue De'ichtsrunkte auf.
Zunächst sei bemerkt, dah die ..streng vertraulich" erteilte AuLkun't nur die Verpflichtung de» Empfänger». sie geheim zu halten, begründet, aber die Haftbarkeit weder tem Empfänger noch dem Areditnehmer gegenüber ein- schränkt.
Aach § 823 Abs. 2 BGB. kann Schadens» ersah begehrt werden, wenn der Auskunftgeber ein zum Schutze anderer erla'senes Gesetz schuldhaft verletzt. 3m § 186 des Strafgesetzbuches ist nun ein vchuhge'etz dagegen gegeben, dah Tatsachen behauptet werden, die nicht erweislich wahr und geeignet sind, den Betroffenen herab« zuwürdigen. Die Absicht zu beleidigen ist nach §186 StGB. ebensowenig erforderlich, wie da» Bewußtsein der Unrichtigkeit oder Llnerweislich- leit der behaupteten Tat achen. Eß genügt schon, dah sich der Behauptende des ehrenkräntenden Charaktere des Behaupreten bewußt ist. Um ein Beispiel zu geben: Wenn der Ungefragte gutgläubig schreibt, der Areditnehmer Aarl Heinz Müller sei seines Wissens (er habe es in einer xjeitung gcle en) wegen Diebstahls le.rast worden — in Wirklichkeit ist es ein anderer gleichen Aaw.ens — so hat er den Müller nach § 186 beleidigt und ift ihm gemäß § 823 Abs. 2 BGB. 3um Schadenser atze verpslichiet. Auch kann in der Mitteilung wahrer Tatsachen eine Be.eidi- gung liegen, wenn die Form beleidigend ist.
Ter Fall der Aredttge.ahr'ung ift im §324 BGB. ausdrücklich geregelt liefet laut.t
Wer der Wahrheit zuwider eine Tatsache behauptet, oder verbreitet, die geeignet ist, den Arebit eines anderen zu gefährden oder sonstige Aochteile für dessen Erwerb oder Fortkommen hcrbeizusfthren. bat dem anderen den k-araus entstehenden Schaden auch dann zu
Di« Aachkrtegsverhältnille und die damit verbundene Geldknappheit haben es mit 'ich ge« dracht. dah en-uue die »dien gröh-ren Käufe aut Kredit g. atigt werten. Sanz aUgemdn ift auch das Xrrbitax en zu dem bedeut ngtoollRen W rtkchaf sfak or der Aeuzeit geworden.
•Br ken Kreditgeber sind häufig die vorn Areditnehmer g^g-bm n Unterlag n nicht ausreichend. und er sucht diese durch e.n • von dritter Seite eingeboltc Auskunft zu erwnt-rn.
Aus die verborgenen Gdahrm b*i b*r Abgabe einer Auskurtt w-fmert im machen zu wollen, ilt der Aveck dieser Auslassung Auskunft kann tn vieler Hinsicht gefordert und erteilt werten Die rechtliche Tfcurtdlung ist aber nicht immer die g.eiiche Hier soll nur die Arrt tauskunft be- t roch« et werden
Der Auskunftgeber haftet nach zwei Setten. Einmal dem Anfragenden, dann aber auch demjenigen gegenüber. Uber d n die Auskunft erteilt wird, im folg oben Ared tnehner genannt.
Mr die Haftun, dem Fragenden aeg-nüber ist zunächst mahgeblich. ob die Auskunft auf Grund eines Vertrage», wir z. B. von den Adon- nementskun <' eines Auakunftsbareaus oder dem Mitglied eines Auskunft-Vereins ober einer Genossenschaft verlang» wirt, oder ob sie nur auf Gefälligkeit beruht. Bei der vertraglichen Haftung kann regelmäßig Schadenersatz — der Schaden muh nachgewiden werden — nur verlangt werden, wenn d.-n Erteilet der Auskunft ein D:r- fchulden trifft, d. h wenn sie vorfätzlich ober fahrlässig falsch gegeben wird. Anders, wenn für die Aichtigkeit ausdrücklich die Sevähr übernommen ti Dann haftet der Auskunftgeber auch ohne Verschulden.
Der letztere Fall wird jedoch nur aufjer- orte tlich selten vorkommen, da gewöhnlich die Auskünfte sogar unter Einlchränkungsfvrmefn. wie .ohne Obligo", .ohne Präjudiz", chne ®c- währ^ erteilt werden. Bei der p*rtraglidym Aus- funft kann die Hafiung jedoch nur für grobe HahÄäfsigkeit und Borfay der Gebilsen, nicht ober für eigenen Vorsatz ausgeschlossen werden. Hine durckxius billige De ümmun.z, sonst wäre der Unlauterkeit un er dem Schutze einer dieser Formeln Tür und Tor geöffnet Der Dorf atz braucht sich nur auf die Mitteilung der unwahren oder Unterdrückung von gttoüfcn Tat achen zu erstrecken, nicht auch auf die Verwendung der Auskunft und den daraus entstehenden Schaden. Grobe Fahrläsfigkeit oder grobes Derschen wird bet vertraglicher Haftung nur bann als ausge- fchloffen zu gelten haben, wenn die obenerwähnten Zusätze dem Der ragsverhältnis von vornherein zugrunde gelegt wurden Auskunstsbureaus müssen, wenn sie sich darauf berufen wollen, diese deshalb in die für den Abonnent entsver rag mahgeblichen Ge'chäst-bedingungen aufnebraen. Die Aedewendung .Aach bester Uederzeugung' ist unwesentlich und schließt die Haftung ebensowenig aus, wie der Zusatz .wie wir erfahren haben".
Del der außenxertraglichen sogenannten Ge- sälligkeitsauskunf t ist jed«ch wohlgemerkt die Haftung nicht so weitgehend. Eine Gesälllgke-.tsaus- funft liegt immer bann vor, wenn sic Weber entgeltlich gegeben wird, noch eine sonstige Verpflichtung zu ihrer ®rie:.lung be'teht. (Frage und Antwort allein begründen noch keinen Vertrag.) Hier wird regdmäßig nur für Arglist gehastet. Arglistig handelt, wer etwa» als feine Ueber- zeugung hinstellt, an dessen Wahrheit er selbst nicht glaubt oder unmöglich glauben konnte. Grobe Fahrlässigkeit, an f.ch nicht der Arglist gl ich. geht z. B. in Argli't über, wenn in wichtigen Dingen ins Blau ■ hinein Auskunft er e lt wird oder wenn grundlos die Ehr.ichkeit des zu Bcaulkun ten^e, in Zweifel g zogen oder die Kreditwü.di keit bejah: und im Glauben der Kreditnchm.r werde w nn er dm Kredit erst erhalten ha', seiner Schwi riak it.m schon Herr werden. Sckxidigungsab icht bt nicht erforderlich. es gcixügt das Dervusttfein. dast die Auskunft unrichtig ist und deshalb Schaden anrich- ten kann Auch dürfen keine wei n liehen Um-
Kameraden.
Vornan von Felix MoeschkIn.
Copyright by (Earl Sünder. Berlin U* 62.
28 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Sa» Gretchen war hübsch", jagte Peter lauernd.
.La", wiederholte Georg mechanisch, Grei- dxn war hübsch." Nun war er ganz in seiner (Erinnerung versunken.
-Fünfhundert Manner begehrten sie, doch der Direktor behütete ", wie sein eigene» Kind. Diel- leicht hatte er besonder» starke Gründe, sie zu bc- ^8eorg sah auf. Ja, auch das . auch das ge* hör re zu den (Erinnerungen, „vielleicht hatte er besonder» starke Kründe. sie Z" be-chutzen', wiederholte er langsam. E» mischte sich etwas Bittere» m die Erinnerung.
..Deine Anschauungen vom Boden bedeut.n im Grunde nicht» andere» al» eine Rückentwickelung Deutschlands zum Hgrarftaat", warf Peter fachlich hin.
Georg versuchte sich zu sammeln Gr tooUie etwa» entgegnen. Ve-.>piel»weise: Warum verwendest du da» Wort ^iüdintny.dd'tr.g9' Man geht nur scheinbar zurück. In Wirklichkeit ist es ein Dor wärlsschreiten.
Er konnte jept nicht oov- 1 reden. D-nn nun hatte er endlich da: Gefühl erkannt, das hinter seiner Unruhe steckte. .euf. stammelte er vielleicht bin ich verrückt... aber es ist mir, als ob ite im Zimmer fei... Hier im Zimmer..." Wieder schaute er sich um.
. Sie? Wen meinst du"? fragte Peter gleich- gültig.
„oie, bas Gretchen, he mibe . .“
„Mein Lieber", begann Peter. ..ich glaube wirklich . ..."
„Teufel!" schrie Georg auf einmal und warf sich wie ein wildes Tier über den Tisch, griff mit beiden Händen naa einem fk n unscheinbaren, silbernen Ring ur-'' • b ' n b;e rech' mit der Linken He Faust u . nmern> , •;!!"
schrie er noch ein.iuL ,-stc iit i/er gewesen. u.>b da hast nichts gesagt!"
26.
Peter zuckte zusammen. „Warum hätte ich dir etwa» sagen sollen?"
Georg hatte eine marternde Vision. Er strich sich über die Stirne, um ite weg au bringen. E» gelang ihm nicht. Die Vision war stärker. Er sah f)Ube schreien. er sah sie, er hörte sie nicht. Sie schrie, weil dieser Mann mit dem verstümmelten Antlitz nach ihr griff... Nein, nicht dqs. nun war er stärker als die Vijton. sie verflüchtigte 'ich. 6» war ja viel einfacher, sie hatte von ihm erfahren, sie war ge- kommen, um ihn zu besuchen, ff infad} er? War da» einfacher, dast em Mädchen nach siebeneinhalb Jahren . . wegen der Erinnerung an eint Nacht . - einer erschütternden Nacht zwar, melleicht auch lur ein solche» junge» Mädchen, das vor den Soldaten spielt. Nein, e» war ein Unsinn, sie hatte ihn längst '.'ergeben, wenn er ihr auch diesen billigen Ning geschenkt hatte, den er nun w eder in den Händen b.eit, diesen arm rhgen Ning, den er damals einem Kameraden abgebettelt hatte, wer weih woher ber in seinen Besitz gekommen war... Dah sie aber freien Ning fo lange getragen, war das nicht ein Zeichen?
..Warum hätte ich dir etwas sagen sollen?" nie- derholte nun Peier ruhig, ffr hatte hd) sofort gc- i st: und musierie den lknDirr.cn mit überlege er Miene. .Ich w istte wirklich nicht, daß da dir >o- riet aus diesem Mädchen machst, und. wenn ich e» ewußt hätte. Io hätte ich noch weniger Grund ge- habt, dir jj faßen, dah sie dagewesen fei cic ist übrigens schon feil drei Jahren hier, fibre Gage ist nicht sehr grost. und Schau spiele rinnen haben nicht gerade kleine Bedürfnisse. So helfe ich ihr."
„5u kommt also gewissermaßen regelmäßig zu
.Gewih. ich will kein Geheimnis daraus machen. ?d> trat Le einmal in Berlin. Sie hatte fein ffnga» pc.ner.t Ich verschaffte ihr ein ffrgage nent an unterem Theater."
Das w. r eine ganz natürliche Lösung, ffme SeldstverstaT'dlichkeit gewiss ermaßen. ®eor; brauchte iich feine Gedanken mehr zu matten, ffr batte sicherlich d.e c r’c Ingelcgrr.beit auch ruhc-r ausgeiestt wen-- er n:cht durch diese f-ltfame Hrt der Ser frür:.:r.g be’on'errr U -stände in eine unerträgf t< • 3p r.nuiig rtneyt worden wäre
(Pt-arg oh'nete seine Zaust. „Dann wird es wohl I am besten fein, wen-, ich dir freien Ning wieder yi-
ersetzen wenn er die Unwahrheit zwar nicht kennt, aber kennen muß.
Durch rini- 711 tedung beren Unwahrb ü dem -ilitt eil enden unbekannt ift. wird bi Irr nicht zum Schadensersatz verpflichtet, wen', er ober der Empfänger der MittcUung an chr ein beroch'Igtcs Interesse hat.
Grunolage bet Are itgefährdundie auch gegen jurifti che Perionen begangen werten kann, ist stets die Jkrbrtltung von unwahren Tatsachen Werturteile, wie z.B.. bet Beauskunstetc habe einen schlechten ffbaralt r. fa len nicht darunter. Wahre Tat achen können aber auch durch mwollständlge Mitteilungen ein unwahres Ge- licht bekommen. Bit z. B In einem Fall. In b m öffentlich behauptet wurde, dast vor einem mit Durstwaren handelnden Geich t bCu ig kie Wagen einer Plerdelchächtern halten unter Der- schrveigen der Tatsachen, dost sie nieatal» dort ablaben
Die behauptete Tat'ache must allgemein flteitret sein den Ar-i'it zu schh*>igen oder ge- ch .f Iich zu bindern. Dies liegt noch ni ’M imm : vor. wenn «ich der Ans ragen V durch eine Mitteilung zu Ungunst des Are' i!nehmet» beeinflussen lästt. Die unwahre Auskunft, der Kredit- nehn-er treibe lehr vi< Svort geilst demnach nicht. Anderer'ci s ift zur Ha'tbar eit nach §824 nicht erforderlich, dast eine Del Hgunq oder Herabwürdigung voriie t ff» genüet die der Wahrheit nicht entfprechen^e Mittstlung. dast der Kreditnehmer durch einen Unglücksfall sein ganzes Vermögen verloren habe, oder dast er krank und arbei's.infästig fei. oder dast er einer bestimmten Aeliaion. Aa se ober Partei ange- höre Charakteristikum bleibt, ob die behauvt tte. unwahre Tat'ache. im 3u<amrenb-ng betrachtet. den Kredit gefährdet. Di? Unwahrheit der Behauptung muh auch nicht bekannt fein, es ist schon ausrei-^end. dast Ne bei Anwen'mng genügender Sor-isalt hätte erkannt werden rüHen.
Der Mi teilende ist aber nicht schadenZerkatz- pNich ig. wie aus § 824 Ab! 2 stervor?ebt. wenn ihm die Unwahrheit unbefann* war und er oder der Smp'änger ein berech iU » 3nt-resse an der Mi'teilung gehabt Hat Die bcredbliten Interessen haben ihn dazu verleite, die unrich'ige. von ihm für ricb'ia gehaltene AuSkun't zu geben, und deshalb haftet er nicht.
3um Schluß fei noch erwähnt, dast die fort- ncfcMc. fal'che 2lu»?un(t'rt ilunq zivilreckstIich verhindert werden kann, und zwar durch Androhung von S^aft und Geldstrafen, abae'eden von den Schadenser'atzansprücben. Da» Aeichs- aerich' hatte dies bisher nicht zuqelasten. wenn strafrechtlich gegen den Betreffenden we^en De- teiMgung ober au» anderem Ge'ichts»mn'f vor- aegan'en .werden konnte, diesen unbegründeten Standpunkt jedoch vor Kurzem auf,egeben.
Amisgerichi Gießen.
• (Sieben. 33. 21od. Au» der Untersuchungshaft vorgesührt wurde der Angeklagte 0. K. au» D Sr ist mehrfach vorbestraft, insbesondere auch wegen "Setrüg». Wie sein als Zeuge vernommener Vater auSfagt, war sein Sohn früher ein anständiger Mensch und hatte einen Posten bei einer öffentlichen Vaakanftatt, für deren Angestellte das Spekulieren in Wertpapieren verboten war. Deshalb ging der Angeklagte in der Inflationszeit zu einer Privatbank über, wurde dort spater abgebaut, fing dies und jenes an. was mißglückte und kam auf die schiefe Dahn. So ist er im Sommer d 3- in Oberbeff en herumgereist und hat zahlrclch-e Leute veranlastt, sich bei einer Privatkrankenlasse zu verlichern. Die Dersiche.ungsanträge. die fast alle in gänzlich unzulässiger Form und meist mit viel zu geringen Prämien ausgenommen Worten waren, gab der Angeklagte überhaupt nicht ab. C» kam ihm nur aus die erste Prämie an, die er sich auSzah'en lieh. Austerdem hatte er sich in Diesten noch ein Paar Stiesel erschwindelt. Wegen Detrugs erhielt er eine Gesamtstrafe von 4 Monaten und 3 Tagen Denis. die zum Teil durch die Unterfi.4>ung6- haft verbüstt ift.
Ein früherer Grwe.bsloser, der trotz Arbeit »verdien st S sich Erwerbslofenunterstühung hat auszahlen lassen, wurde wegen Betrugs zu einer
rückgebe." ffr schaute den Ving nochmals an. ffs war wirklich kein grofcartiixr Ring. Man fonn:c nur im Kriege auf ben Gedanken kom nen, einem Mädchen mit einem solchen Gcschenk eine Freude machen zu wollen. Wie kindlich, mit dem Messer leinen Namen in die Innenseite de» Ringes zu kritzeln. Die Schrift war schon ein wenig abge- scheuert, doch immer noch deutlich zu lesen.
Man b-t sich ausgeiuhrt wie em dummer Bub. ffs geht einmal eine Nacht auf w e ein Stern, und man vergibt den ganzen Krieg. Dieser Schein des Theaters, dieser bürihge Schein. Man konnte nicht von Dekorationen reden. Eine Heine Andeutung, das war olles. Aber man nimmt es gläubig, und man lauscht, wie man noch nie Aoethe gelauscht bat Fünshundert Männer sitzen in einem Saal, dessen Dach notdürftig geflickt ift, und bören Goethe. Man kommt aus den Tod und man geht in den Tod. und dazwifchen fübt man das L*eb<i ou'gchen und hön es sprechen. Und Gretchen kommt, iüns- bundert Männer fallen ihr zu Fusten, fünfbanbeit Männer denken, wenn ich mir ihre Hand onrühren Dürfte. Fünfhundert Manner zittern, denn in diesem Mädchen ist alles verkörpert, wes ihnen tehit: Frieden. 9kbf. fximat. Sluck B.eUeich: lauert eine Begierde hinter dieser scheuen ffrgrifier.beit, aber he wagt sich beute nicht hervor. Die Soldaten bnö Ainber und 'puren etwas wie Frühling, und sie denken, vielleicht kommt auch wieder einmal die Zeit ... Sie haben Sretchens Sch nerzen noch nie io tief begrinen W'c ,:tzt ... Der Mann such: da» letzte, stürm: durchs Vcben, und irgendwo meint ein Mädchen, ja. so ist's! ffs will ihnen die Brust vriprengen. und sie lauschen. Sie m.ckren. dcy 1)35 Mädchen immer aus der Bühne bLibc auch ro.rn es nicht: ju srgen h:t. ffs brauchte nur da 'itzcn. Mehr brauch: es nicht, fo rührend ift ein juner» Mädchen. Sie 'äste da. ga-z ftill, und das wäre nie eine Seo.eicnufif ..
Die SorfteQung ist zu Ende, aber iit dc.n.'en immer noch an d:s Mädchen. Jene, die hm:en im Saale ge'enen. lind neidi'ch auf chre R'merab.-n in den kriien Re ben ,^lt sie wirklich so jung, ay.c ' sie auspeilcut h t?" — Ja. fit ist wirklich ’o ; jr.c." chw ren tri Sacho.-rstänri i a : der eriten .3e.be. Sie b:ben ftari hingegutft ist nickt cuf- Sie streifen noch durch dieses b !d»er S'-idicken. m Gruppen, einzeln, vielleicht fcnr.te man das
Geldstrafe von Id Mark tvrurtetlL Gtras- milbem> wirkte, datz Mt zu Unreche cnpfangnie Unterftützuna wieder zuruckgezahli Ist und der Angeklagte t-.ch fonft gut gelahrt Hal.
Al« im Sommer b. 3- eines Vichts bte Aeformariensrinde ver der 3ahan.il» loche durch Metterichnitte '.-richädigt und das We.terhäus- chen in der Aähe erbrochen trorben wa.. fajnb te man lange Zett vergeblich nach br.it Tä et. Schllestlich fand sich ein Zeuae. dem der An- aella£te Kellner 5. nähere Angaben über bte Borsalle gemacht hatte F kam tn Unter uchung»- baft. Aach längerem Leugnen beria gte er die Angaben jenes Zeuget Danach will er mit dem Mltangeklag en HK eines Abeids durch die Anlagen gegange t sein. K sei plötzlich zur Linde hin un) habe zweimal mit einem Me-srr an Lieler beruntergrichni tm. Dann habe K da» Wetterhäuschen erbrochen, woran e:. F., sich auch beteiligt habe. Ferner hätten sie in der Stad: noch weiteren Un'ug durch Derhängen von Ge'cht'ts'childern u. dg! verüb'. A. leugnete. bei den Dorfällen beteiligt gew len zu sein. Übn.’obl ein recht erheb.icher De. dachl gegen ihn bestand, konnte er allein auf die Angaben tk» F. bin nicht nerur'dlf werden, da dieser dem Aichter aus einer kürzlichen Strafsache als em Menfch bekannt Ist. der es mit der Wahrheit keineswegs genau nimmt. F- wurde weg -n der Teilnahme an der Beschädigung des Wei er- Häuschen» zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt, wegen groben Unfugs ferner zu einer <3 e l b ft r a f e von 10 Mark. Or war bis dahin noch nicht vorbestraft. Wer Im oder leine Mittäter waren, must dahingestellt bleiben.
Typisch für die Zeiten unserer Wohnungsnot war die Verhandlung gegen den Vermieter H. D und dessen Dekanntcn P 5t In A. Der erstere lebt in erbitterter Feindschaft mit zwei Mir'.pafielen, die bei Ihm zwangswe le clnquar- liert sind. Sines Tages kam es zum offenen Aamps. Beide Angellagten schlugen den einen Mieter und dessen Frau und zerrten sie im Hof herum. Dann drangen sie in die Wohnräume des Mieters ein. wobei die Tür aus den Angeln flog. D erhielt wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs. Bedrohung insgesamt eine Ge ldstrafe von Z5 Mark. A eine solche von 5 0 Mark. Strafmildernd kam In Betracht, ba» äußerst gespannte Derhältnis der Mietparteien. an dem möglicherweise die Mieter auch nicht ganz unschuldig waren.
Vundsunkprogramm
des 5ranf;urler Senders.
(Aus der .Aadiv-Umschau-.)
Sonntag, 4. Dezember.
8.30 bis 9.30 Uhr: Uebcr.ragung von Kassel: Morgenfeier, veranstaltet von der Gemeinde Kassel-Detterchausen lev. Landeskirche zu Hessen- Kassel). 10.30 bis 11.30 Uhr: Feierstunde des Kulturkartell» der modernen 2 briterbewegung. 11.30 bis 12 Uhr: Die ifflternstunde. 12 bis 13 Uhr: Uebertragunfl aus dem Haus der Moden: Mittagsständchen des Aundsunkorchefters anläßlich der Ausstellung .Taufend schöne WclbnachtsMunsche". 15 bi» 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16 bis 17 Uhr Konzert des Franks. Dormchors: Werke von Orlando dl Lasso. 17 bis 18 Uhr: Konzert des Hausorchesters Mozart. 18 bis 18.30 Uhr: Gedanken zur Zeit. 1830 bis 19.30 Uhr: Stunde des Abrin-Mainischen Verbandes für Dolisbildung. 19.30 bl» 20 Uhr: .Die Wiener klassische Operette", Vortrag von Dr. Audols Selber. 20.30 Uhr: Wiener Abend. Darauf bi» 0.30 Uhr: Tanzmusik des Haus- orchcster».
Montag, 5. Dezember.
15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45 Uhr Konzert des Hausorcheskers 17.45 bis 18.05 Uhr. Die Le cstunde 16 40 bis 19.10 Uhr: .Aus einer spanischen Acese". Vortrag von Denna (Silan. 19 15 bis 19 45 Uhr: Han» Philipp Writz. Dorlelung aus eigenen Dich.ungen 19.45 bis 20.15 Uhr: Sngliiche Literaturproben. 20.15 biS 21.15 Uhr Schubert- Abend. 21.15 bis 22.15 Uhr: Vortragsabend Irene Triesch Anschlietzend: Lchallplatleneonzrrt.
Mädchen antreffen, ff» ist ja natürlich au»grfd?loflen, fre wird schon in guter Obhut sein, aber e» könnte jj doch o«r Fall (ein, vielleicht will sie noch ein wenig I*4ift schöpfen, bk Kocht ist klar, e» liegt .twa» Müdes in der Luft, wenn man schon mitten im Winter ist. 3a, man ftreift dusch da» Städtchen, und bann gibt man es auf. man muh sich R.ihe nennen man htt umsonst diese Pause hinter der Front. Man darf heute ein wenig Freiheit geniesten, iber man muh es nicht übertreiben, vcelleicht könnt ichon am nächsten Morgen der Befehl, der einen wieder in ben Graben ruft.
Georg ist immer noch brausten. Er denkt an Faust, an bas grohe, tie'e Wort. Da» Wort kommt aus brr Ewigkeit Man sieht beute nacht tief in bie Ewigkeit hinein. Er lächelt. Und er sagt zu sich selber: Es ist Zeit, Georg. Aber er lästt bie Zeit heute 3eit sein, ffr kann boch nicht schlafen. Er gehört zu denen, b.e in der ersten Keihe gesessen sind. Man weist mehr, joll man froh sein darüber ober nicht, cköenn man nicht in der vordersten Kcihe gesellen wäre, so hätte man es jetzt vielleicht ruhiger. Denn . r denkt en etwa» Merkwürdiges. Er glaubt einen gewissen Grund zu haben, bie» denken zu dürfen. Er kann nichts dafür.
ffs ift nicht seine Schuld, dah »hm dieses Mädcken lagrläd-elt hat Was vielleicht zu viel getagt «st Immerhin, es ist etwas zwischen ihnen hin und her egangrn, ein Blick, ein Strahl, irgend ein Wisten, i;gcn> ein Gefühl. (Eine Zwiesprache: So, fr.'’ Ja. ich ... ffr fern sich nicht erinnern, dieses Mädchen je vo.h:r gesehen zu Haden, chikd? Römer? ffr rinn: keine chrldc Römer. Und boch ist etw^s zwi« ichen Ihnen f-»rien, rin leichtes ffinocrftanbnis, • könnte man « gen. Etwas vertrautes^ Bekanntes, ffs itt ja n'5<i,ch. dah er sich dies blost eirpebübd bat. Eigentlich sollte er sich ferne solchen Dinge ein- biRen. Daheim in Deutschland wartet seine Priau. ffr denkt cn das Gretchen, aber er hat seine Frau nicht oerpe^ert Ja, es l erhält sich so, dah er einmal ritten auf der Strohe stehen bleibt und fogt: . Ma« riarr.t ..." ffr iiebt M'rianne vor sich. Sie lä*ell
ehnüLg. Sie ift fre M.ller, er ist dcs Sind. Das p -.5, b:c nach r<n Sternen greift O. nach einem *ieinen Stern o-.-lleicht Keinem rechten Stern, der Sch: n iit r;tft oanz golden. Aber e; ir# boch ein Ster?, ffr : eh- ihr nn. daß f:e denkt Man muh
1 das Sir» nach den Sitmen grei’en lassen.
(>Tomrt-ung toigt.)


