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Samstag, a.vkzcmdet 192Z

Giehener Anzeiger (Teneral-Anzelger für Dberheffen)

M. 283 Drittes Blatt

Deutsche Einwanderer in Latein-Amerika.

Da« $auphld k« bcutld^p Auswon- btrrr. tnr sich t* »r-m>en ßänbeni eine nrue öfihm» suchen Vollen, i > ft-*** bauptläXHä» flaleln-Qfmet. ra: Sra- ! s ftllrn. 2rgrnt mm. W# unb D t to. M täg.id) Höri nun von Grfchel.erten. b * xn edftut unlrrnabcim. ohne auch nur eure flrinr Ahnung von bortlgm Cfbrni tetocöti- brilen zu haben. 73ir br njen b-th-r mit (?e?ie'>miaun i br» Tkrla-jc« t^.T.iwnld 7L-

Drei in il 2) dnen Abschn tt -Sin- tponberrr au» dem Iocb.ni erfdjienenm Dach des bef Junten ®ls4> trott.r» Dr. Tbab ter ^tijcmdnn .Zwls che n 2a Plata und ftuMon" *um 'Xb rud Da« Buch gibt über Mr Szenarien. üb*r b<e bunt

.mmenflx

fchlietzltch auch über d e Aufsichten tur beut che 6tnBMn2<rcr dn lebend gd Blld.

Die Sehnsuckt nach dner e Schalle hak { rif Tau'endc übT l>as »rohe Wasser fl t rinden wir e» l*ynrn nznirgnk d e in rauch- . schwängerten Sabri! raum *n vi l. 3dbre t>CT« ' b-j6-t haben daft he eine« XaW die Sehnsucht

>gn »rdührrr.'dxn Sir.nenk'.Ln .en lerlcden l c- ri Mr i)nen im fernen Can5» ein eigene» 5>?.m .cd' eigene St'a n P riehen? e n p tr h un er , t jrr edpurte TU rf in der Dusch' sind sie lNi>

_tier bunM-rt hat erreicht. tx>J» er suchte: Dar ftflfne Heim aus freier Scholle. Durä- "retne oder fremde Schuld oder unglüd eil j- erfettung unlösbar schlingt sich h er Der I^den ber Schicksale -- l>.rfor er alle», tnj» er tk-faf) und febrte ais Bettler oder niemals h.in

Schon die Motive der Auswanderung beruhen eitift aus einem Trugschluss baft n3 .tl.ch Mm .'ivswonMrer die Derhältnisse bahr.m so schlecht -O Me in der F.en<- h bei Hkdt'cl für lohnend bült Dr Bhd der -elften ist von Sachkenf.tn.z nicht getribt. und fn . xifotlen sie zuxrnaslüiisig ben V rhältn.ssen, i i velche mm sie geschickt b ndntreibt. ®.n Betz i Mn Agenten zieh« sich von der heimatNch n Pro- Ir r^ftoM üM.r die grvften Hasenplätze b S in da.' SampsläMcheii Tlrflcrdini n» vc-n u> lchnn au» er dien Blarfch in bas gelobte ßanb b g.nnt. Di .t nit»laiti> beule nicht mehr zur Bersügun r ft hl. 'n werden die El awanderer rcHo» vo n Mntrt* l etmertum an sich g.-ngen. Di Bort.- le. welche Mlen gröbere 3nttut.t». und Kap tallraft ge'en- Lxr dem Staat bc'itzt. BxrXn m hr als aufy regen durch Me Grfchäftstüchslgkeit. mit d r man (Nm Auswanderer seinen Zwecken dienstbar zu nochen versteht. , , ,

Ss ist wenig besannt, baft es sich bei der fingeren Siedlung in den seltensten Füllen um tvn Srtpcrb einer eigenen Scholle, die Schaffung eine« autochthonen Dasrin» handelt, w.e es sich N r deutsche Trauer in entbehrungsreicher Arbeit >uf. 3m Gegensatz *um betDäbrten System der JI'eutsch-Brasilianer. welche nach Hei­ni'cher Clrte zahlreiche Fruchtarten anbauen und 1 V vor Verlusten schützen f rell ch auch nie Iber einen bescheidenen Wohlstand h.nausae- Lugen - uxden sich die reich»deutfchen Siedler 'all ausnahmslos aus hochwertige Kultur- -robuste. In der A^icht. schneN reich zu svrben uiö es dann den argentinischen Vuts- Mtoern glcichzutun. welche in den StLMen woh- M-.ei und das Land ihren Pächtern zur Bebauung . erlassen. Diesem g.fLhr.ichen Spekulanrentum w, n> rle w rtfchastlich schwachen S edler in den 'fünften Füllen g ochsen, und eine Beihe g'läglicher Mihersvlge war die /folge der vedehlten Kolonisot onswe.se. Boch ift d e |Erinnerung lebendig an die mibilüdtm Koloni- Lg.oi.-Unternehmungen am Bio Grande. D e fal­lt üben duderpreife haben den deutschen Fuder- * .x-vdu.Zenten in der Proving Xucuman den Todes- h :V) hedetit. und die SntweNung der Baun,wolle ; du den 6baco-ic2lern ein gleiches Schicksal bc- rrthrt. Durch Mese Sdahrung.m n cht fiug ge- * recht. Weden sich nun die Beuankdmml.nge auf dis Produkt der letzten Mode, den er ba­tte. für welchen von geschäftigen Agenten gc- djidt die Trommel gen'ihrt wird.

3n gan» Bli'ioneS HS re ich von nicht» als von d-t Verba rcXn. 3n der Si enbahn. auf dem Dcmpfcr. im Dasthe»s bin ich 3euge lddenscha't- '.idber Diskussionen über dieses Problem, und n Kolonistenhaufe werde ich um meine Meinung S.-'ragt Wi» ift Ikrba? Das Qlati^na!getränt Argentinien»! Also ein Zutunstsprvdukt? Weit f.-'cblt! 3n den Städten hat der Leylon-Tee jM restlos die Verba verdrängt, und auch auf bim Lande kreiit i inner seltener d e Blate- ZLasche. Sin Srporl 11 undenkbar, da keinem ver- Pfbnten Suropeergaumcn der herbe Trank mun- wird. Sin bezeichnender Dodali: Wir sitzen ti Haufe eines Kolonisten, der sein ganzes aus . Ccmoa gerettete» Geld in Me Vrrva geftedt Vit Das Sssen begeht -aus Buchsensteifch. Buch- 'crmilcb und Hühnereiern aus dem Kaufladen! )etzt kommt der Tee. .Ah. der Verba!" sage ich. i ii der Hoffnung nun ein Produkt des BodenS zu tzrmehen. .0 nun. da» ift feinster chinesischer Tee. q man das bittere Zeug nicht, das die Kreolen trinken!- Und dennoch will er seine Zukunft Kirin setzen! Kein Wort ift schad genug. Mde le ähnliche Untemehmerepidem e zu gdheln.

Der Besuch mehrerer deutscher Urwaldkv- onten gab nur Gelegenheit, die Anlage und k*. Sharakter einer solchen kennenzulemen. Die Anlage einer Siedlumi erfolgt heute mdft durch | *>t< Initiative dnes pr.vaten Untcmebmert. Ml

re es Staatsland nicht mehr zur Verfügung f»t. und ift ift ihoen Schicksalen stark von dessen »cpitaHraft und Gefchicklichkeit abhängig. Da Jet Boden von M. ioneS saft ganz von Urwald be.Vdt ist. so ist es die erste Ausgabe des Untrr- ^mers. diesen für die Ausnahme von Siedlern Hk gnet zu machen. Zunächst wird eine P i - lade vom Zluhufer senkrecht in den Urwald gc- rd>iagen. und an dieser entlang werden zur Bech­en und Linken Landlose von schmaler Front und weherer Tiefe ausgemesfen. Hinter bide erste I Va^ellenlinie wird ent prechend dem Dachsen

ber Kolonie später eine zweite, dritte und vierte »legt, in dem gleichen Mähe verlängert sich iie Hauptpikade bis zwanzig Kilometer und mehr n den Urwald hi nein. Der Preis der Lose Titlet sich nach ihrer Entfernung vom Flabufer, >r nächsten Verkehrsstrahe der Kolonie und nach hren natürlichen Eigenschaften. Bich', zu fern xxn Fluh wird an der Pikade ein ©ranbitüd

in kleinere Landlose aufgrtc.lt. um hier den <£runb zu einer künftigen Dorf schäft mit Dedauf-läden, Scher k. n un> ar> ren Kl.it»- besitzen #.u legen. Ein^s der ersten Vedäu e. welch«

<n i(l ein U n t e r kunstsha u « . das bestimmt i't. d e Ankömm­linge für die er e Zeit ihrer Anwesenheit auf­zunehmen. Mit tiefem steht in 'Serbin ang das

Berwaltungsbureau der Kolonie, von welchem krr Berkau! bet Lose die Derteilung der i-erätschaften un? die Durchführung gern in- schastlichee Arbeiten, wie 6.ra6.*nbaulen. unter­nommen wird

De landwirtschaftlichen Methoden sind von denen Europa- wesentlich ver ch eben, so dah der Landwirt gründlich umle.ncn must. Da-

Geschichten ans aller Welt.

(Bachdruck. auch mit Quellenangohe. verboten!)

Ein Konzert mit Hindernissen

(r) Brüssel.

Sin Sonniagnachmi tag in einem der schön­sten und geraum g'ten Koizer: äle An werpeus. Alles, was auch nur entfernt mit dem künst- Ieti!J>#n Leben der groben bdgisch n Hafenstadt zu tun ha . hat sich In diesem Laake sderlich und sonntäglich versammeli. um bei von einer Amer.katoumee zurüd e-renden Dioli..ist«n D o:g Kulenlamps zu h^ren. Die Minute de» Konzert beginne» ist heran geitab l; statt des Mu­siker» aber betritt der Impresario das Po ium. um zu ver.ül n. dast e» Hertm K-leniamps noch nicht gelunj.n fei. .das Festland zu err-ichen" dast man statt feiner aber Amo.d Földestz binnen kurzer Zeit hören toer?e. DaS lunft- verständige Publi-um gab sich mit d e rn Tausch zufrieden und harrte geduldig eine ganze S und.- lang (I) des Professors Földesy. der da kommen sollte, aber nicht kam. sondern, wie ber Impre­sario. osicn ich.sich nervi» und puterrol. nach euuT Stunie vom P.-dium herab bekannt gab. in einem hollänlüche.i Srenzstädtchen eine schw.r? Herzaslc.lion erlitten und sich zu Bett gelegt halle. 2Lb.r man solle nur noch ein wenig Er­duld haben, denn auf leiegraphiiche Aiisorderung bin fd ter berühmte Violinist Franc.» Der- kova von Pari» aus berdt» mit dem Flug­zeug unterwegs.

Und. o Wunder aller □Bunter. daS Pu­blikum beginnt nicht zu murren im De^enteil, ts lohnt die e letz e Ankündigung noch mit einer Art ironischem Applaus! Sine trei.ere Stunde vergeb.. un> noch eine halbe: man un.erhält ,ich sehr angeregt und laut im Zuhörerraum. aber wer nicht erscheint, ift der erwartete Meister, der hier vom Himmel kommen foDL Und bereit- leuchten brausten in den Straften die Oa8- und hie Bogenlampen, man hat alles durchgesprochen. waö sich bei solch absonderlicher Gelegenheit beipvechen lägt, da erhobt sich in voller Ruhe und ohne sede Veste dcS Unwillens da« Publikum, nicht etwa, um die Konzerttasse zu stürmen und sich das Sintrittsgeld zurück- zahlen zu lassen nein, man drängt sich an der Garderobe und geht friedlich nach Hause in der Sktnifiheit. einen zwar etwas unprogramm­mässigen, nichtsdestoweniger aber interessanten Sonniagnachmi:tag verlebt zu ha^cn--

Wäre so etwa» in einer anderen europäischen Vrohstadt möglich? Wie ldchi muffen doch die Konzert-Agenturen in Antwerpen ihr Deid ver­dienen!

Ädnlflin Viktoria auf brr vühuc

(i) Beuhork.

Königin Diktoda von England, die jedem briti'chen Herzen so teure, unvergeftliche .Queen", ift die Hauptperson eines neuen englischen Drama» Queen Victoria, ta» im Dezember auf einer Reuyorker Bühne seine älraufsührung erleben soll.

Der Bedasser dieses Th^terstücke« ist LouiS R. Perker, und die Schiulpielerin Fay C. omplon soll die Titelrolle .kreiren". Die Uraufführung des Werkes in England selbst ist verboten, da da» DefcN die Darstellung von Mil- gliedern des regierenden Königshauses au» der Olcu^eii nicht gestaltet. Die Handlung beginnt im Kensington-Palace am Tage der Thronbestei­gung Viktorias, da» Drama Hal fünf Auszüge und endet mit dem Iubiläumsjahre 1887.

Tic Schaufvielerin Fay Lampion ist daher vor eine sehr schwere Rolle gestellt, denn sie hat die Königin zu zeigen im Alter von 18 und im Alter von 63 Jahren. Zum Studium ihrer MaSke und Mimik hat sie sich auher allen erdenklichen illustrierten Werken zur Ddchichle dieser tat- kräfiigen Herrscherin eine englische Briefmar­kensammlung angeschaf^t. da auf den Huntertedd Maden des bnti'chen Imperium» da» Portrall Viktorias in allen erdenklichen Lebensaltern, Auf­fassungen und Ausmachungen erscheint.

§a das Drama auch noch mehrere andere historische Persönlichkeiten auf die Bretter bringt, die eine Welt bedeuten, kann man auf fern Erscheinen gespannt sein.

Briese, die er nicht beförderte.

(h) Buenos Aires.

Dor tunem erregte es hier grohes Auf­sehen. al» rin Brie,träger der Stadt eines Morgens in seiner Wohnung tot aufgefunben wurde. Richt bie Tatsache, baft er er war an Altersschwäche gestorben ben Weg alles Sterblichen gegangen war, zog bie Aufmerksam­keit auf sich, fondern der seltsame Fund, ben man in feiner Zweizimmer-Wohnung machte. In den Schränken, unter und in dem Bett in Kisten und Koffern, auf dem Hängeboden sowie im Küchenfpind. überall fand man eine grobe Menge uneröffneter, unbestellter Briefe. 4 5 Jahre lang hatte der Postb.-le sich seinen Weg in die Pr:vathäu>er und Grich-ftSlskale stet« ein wenig abgekürzt, indem er einfach einige Briefe dorthin trug, wo er fowieso hin gehen muhte, nämlich zu sich nach Hause. Man muh unwill­kürlich an den Ans pruch Raveleon» denken, dah Briefe, die nicht innerhalb einer Woche beant­wortet würden, sich von selbst beantworten, llnb seltsam! Das Diertel von Buenos Aires, in dem der brave Briefträger feines Amte» waltete, hzw. die Bewohner dieses Mertels haben durch bie .älntersch'agungen" des an Altersschwäche selig Entschlafenen keinen Schaden davon getra­gen. Ja. man munkelt sogar, dah die Opfer der älnzuverlässigkeit des Postboten zu den zufrie­densten Bewohnern der argentinischen Haupt­stadt gehören.

Nm 40 Zentimeter Leibenfntter . . .

(a) Budapest.

In zweiter Instanz läuft am hie igen Land­gericht sTablabirvsag) rin Prvzeh. der wegen der

Ecringfü. igke t bc» Objekts Auf'eh n err qt. In Szeg.din Hel e sich ein? Dan- b.-r OH llfchaft. notabene die ®a.iin eines heh.n B g erung*- beamten, beim edlen Schneider der S abt etn Ko'.üm anseriigen la,sei un) hierzu den Stofs und bie Fut.er eib« gdl.f .rL xiwei Monate später erschien besagte Dame wieder in dem Atelier und verlang e, dah mm ihr 40 Zenti­meter von der S.ide zuräa .r tat. da diese b i ber Anser.igung nia»t milDerueanbt worden waren. Entrüstung bei SchnriderZ hierauf Klage der Dame HZ t^r Ctca » nu>a!tscha!t. B i der Verhandlung stellte e» sich heraus dah die K.ä- getin von einem kleinen Schn ider. d.-r c.ne geringfügige Arider, n.s an dem Ko' üm vor­genommen hat .. auf den .Diebstähl' auf ned am gemacht worden war. ErgeoniS: Fr i pruch des Atelier!.i.er». Jetzt wan.-t - sich bi Frau R -g - rungitat an da» Bud pest er Der. cht. und eS begann ein Rkonst reprozeh um 10 Zenti­meter Seibenfuil r 1J Sachoerftän i^e, darunter ein befann er P trifer Dam -nich.ie.ee'r. wurden her.ingezogrn. Dai Kostüm muht? aller­dings -tatan glauben ", kenn m..n trennte es voll- slänlig auf, un z i beweüen, da ft der Kle.der- künstler aus Szeg.din ein ehrlicher Mann ist. Der Beweis gelang auch, wobei bie Klägerin mehrere OhnmachtSfälle b kam. A-er der hohe (Gemahl muft je1;! ringreis.n, und man hör', die Angelegenheit würde, tollte das Szegedin r Atelier dei Prvzeh gewinnen, im Parlam nt zur Sprache kommen.... Dabri licht man von Szegedin bi» Budapest und noch writ darüber hinaus.

Klicgen ein sport f.l? rrl te Leute?

(f) London.

Dah die Fliegerei gut für em: ang:gr.ficnc Desundhrii fd. Hal wvtzl noch niemand zu be­haupten gewag. da sie an den Piloten höchste körperliche Anforderungen stellt. Daher wurde in der englischen Sportpreise die Ferd rung er­hoben, Flugzcugsührer nur bi» zam 40. Lebens­jahre zu beschädigen und bann abzubiuen. Da nun eine ganze Reihe bekannter englischer Der- kehrS- und Spor'slieger btd>t vor bieler AllerS- E» stehen ober sie bereit» gar übrrichritten . fehlte es natürlich nicht an Sntg-gnungen. h bald die schönste Presfesehdr über daS für Flieger geeignete Aller im Dange war.

Sir Alan 6 ob h am, rin bekannter Weit­flredenslieger, trat warm für die alten Leute der Zunft rin. Bon sich selbst behauplete et. er werde fliegen, solange er noch sähig fei. sich auf dem Sitz zu halten. Der Relorbllll-aer Brvad meinte, bas gewöhnliche Flugzeug stelle heute schon g^-nau so wenig Ansorderunaen an bie körperliche ik-i- stungSsähigkeit des Fahrers, wie jtiK-* fb lieb gc Auto. Gr behaupiri. dah heute auch Sechzig- jährige. die nie ein Flugzeug sahen, in kürzester Zeit fliegen lernen tonnten. Der Direktor der Imperial Airways lehnte es db. eine MlerZgrenz: festzusetzen, und Kapitän Me Intosh. der feit 8 Jahren Flugzeuge zwischen Pari» und London führt, meim sogar, dah gerade da» hohe Aller für bie Fliegerei das Gegebene f:L Je länger man fliege, desto besser fliege man, und ein Flug­zeugführer könne gar nicht lange genug ün Dienste bleiben. Man sieht, dah die Dis­kussion. wenn sie noch werter geht, zu dem Resul­tat führen wird, dah die Fl egerei e.gmllich ein Idealsport für daS höhere Alter ist.

6tne findige Lteuerbehördc.

(w) Amsterdam.

In der Einwohnerliste der Stadt Pamakasan auf der javanischen Insel Madoeva steht seit Jahrzehnten mit ein g?n hundert feiner Lands­leute auch ein aller Ehinese. der fr.» zum vorvo­rigen Jahre noch nie an die holländisch: Debörde Steuern bezahlt hat. well er. wie er den ihn tn seiner Behausung besuchenden Steuerfontrolleuren immer erklärte, überhaupt k ine festen E nkünfte besitze und von ber Hand In den Mund lebe.

Aber bie Steuerbehörde sieht schad und kam nach einigen älebcrlcgungen und Beobachtungen .am lebenden Objekt zu der Erkenntnis, dah dicfer alte Ehinese doch nicht auSfchlieftlich vorn Wind lebte, ilnb veranan'chlagte ihn auf einem säuberlich geschriebenen Steuerbesche-^> auf ein jährliches Einkommen von 18OJ Gulden. Der Mann bezahlte ohne jeden Protest. Komisch, dachten die Beamten der Steuerbehörde. 3m nächsten Halbjahr wurde der sün^ache B?trag de» ersten veraiischlagt. Der Chinese lieft nichts von sich hören, bezahlte aber prompt

Verblüffung ün Steueramt Man sah bie ganze Sache wie cii er tauruches Srpcnmenx an. Unb das nächste Mal berechnete man frrm Ehinrfen das CirJcmr.ien auf- Gerate wohl hin mit drei- bi^taufenb Gulden im Jahre! Der Eh nefe hand­habte seine alte Taktik, schwieg und zahlte.

Aber schließlich wurde es wohi fdbft Metern Sohne des bimnui chen Reiches zu bunt, unb kürzlich erschien er auf dem .Maft.r.gtantor'. in zertretenen Schuhen, schmutzigem verschlißenem Kleide und von Alter unb Elend ni dergetxugt, trr.c eS eben einem armen Eh.net en zukommt Unb gestand ohne weiteres, seit über 15 Jahren 1dx»n ein IahroSri.domm?n von vterzigtausend Gul­den zu be-.tzen trotz em aber, wie er früher wiederholt erklärt habe, von der Hand in den Mund zu leben, da er sich nicht von feinen Ein­künften ernähre, die auS groben, von seinen Söh­nen verwaltet en Reisplantagen auf Java stam­men. sondern von Heinen G-legenheitszeschäften in der Stadt selbst

Und man ist nun des Lobes voll über diese tatkräf.igt Findigkeit der Steuerb:Hörde, der es nach 15 Jahren gelungen ist, dieses enorme Dermögen zu .erfaßen. Aber, so fragt mit Recht das . Batavia-Ainrwsbllib . was w rd aus den in dieser langen Zeit hinterzogenen S.euer- beträgen? Etwa Prämien für die erfolgreichen Kontrolleure?

Land ist fruchtbarer UrtMlbtioben und in viclen Jahren nich» zu erschöpfen, aber M 3.bt i w cd erichwen durch bie Reste des U rwakdbe- stände» die man auch bei forgfam.-m 2!bbr.-n- nen nicht ganz bdeit aen kann. Die Rodun t des Urwa'.k-es wird beute in jungen Kolon en ge­wöhnlich von gemieteten c ngeborenen Arve m ausgeführt, da sich tie S.edler dafür als un­geeignet erwi.-sen haben. De Kosten ber Urlxir- rnachung. ebenfo wie für Bi b unb G rät'chaften. die manchmal ^er Untern.chmer v r crckfi, trägt der Kolonist. Oft kaufen auch Deutsch-Bo: i* Iwner. die bere t# in ber binnen Genera ton im Lande u:t> mit ben önlichen Beri-ältnifsen woll vertraut sind. Kolor.i tenlo'e e g.ms zu de« xttocd. sie urbar zu machen, um sie b^nn m t Ge­winn an ReuankÖmmllnge lo-zuschla- g e n. Der Ankommende muh m.nX*:ten# tn ben ersten Ti - t.*n alle Leben»mit'd in Laden fau» fett, und zwar zu teuren BttiftR, bfl Nf Berfau Indien lonkurrrnzlo» sind unb b-.» m bie von sehr weit her bezi chen müssen. M m sei allo, daft der Kolonist v?eD braucht, un t bah es ein Märchen ist dah Einwandrer ohne e iten Pfennig als Siedler anfangcn lönnm; b;e Ze.ten, wo von der Regierung frcl'< ßanX fte e schalten und freie Berpfl qung für eil Jahr gewährt wurden, sind vorüber Selbst wer mit einem kleinen Anfangskapital beamnen kann. Hehl dieses meist unter den hohen -leden- au.t^aben unb schlechten Konju^tur.ni schnell dahinschwinben. Hyprlhe.en, sow.it sie ber Unternehmer bercilwllllg gewährt, bedeuten eine baAbhängigl it v. m Berka f r. on ben das Land im Falle der Zahlungseinstellung zu- rüdfäfit

In allen Ländern, deren Derhälknisse nodi un- aell ligt find, hat das Untcrncbmcrtum d.e Mög- lichkeit, den Schwachen au»xubeuten. Hst siegt nicht ber Bessere, sondern ber Skrupellose, und ber Fleiftize und Ehrl.che w»rd durch dm Klugen um den Ertrag seiner Arb it q -rächt. Die Bereinigten Staaten find das fiaf i r'ie Bei­spiel dieser unedceul.chen. aber notwen i en Ent­wicklung. Aber man sollte wenigstens d e D^nge bei ihrem rechten Ramm nennen. Man sollte sich nicht durch eine geschickte Propag.inla täuschen lassen, uxldie nationale Jnlerel en iK>näul4M, und man sollte nicht glauben, daft mit einer Sied­lungspropaganda txm Deutschtum in Uebrrfce irgendwie gedient ist. Cin groft.-s Volk w.e daS deutsche sollte es nicht aus alle Zelt nötig buben, seine Volksgenossen in die Fremde betteln zu schicken. Rur der Erfolgreiche kann em wirksamer Repräsentant des Deutschtums w ' en, nicht jene Armen, welche Deutschland au» ..Lfj- verilehen und Berzw.-iflung den Rücken g.-lehrt hoben. Die Zahl der Arocitslofen w rd durch diese wenigen tausend Auswanderer nicht ver­ringert. aber der Rus des Deutschtums in ben überseeischen Ländern nut zu leicht geschädigt.

Kleine Strafkammer Gießen.

Gießen, 2. Dez. Don der Anklage des Dergehen- ge^en die Verordnung über die Re­gelung der Arbeitszeit war t n Kauf­mann in Vllbel frtigefprochen worden. Bei der Revision tn feinem Laden hatte her Gen­darm um 7.45 älhr abend» dnen Kunden bri ter 2u,wa!)l von M^n .'.a.Monikas anyrttof en. Der An.jek.agte behaup.ere imtrlberlegt, der Kunde fei schon vor 7 Uhr dageweien, die Aus­wahl habe sich nur in die Länge gezogen, andere .stunden seien abgewiesen worden. Dies erwies sich als rich.ig. Der Am:Sanwalt verfolgte Be­rufung. weil der Ange.lagte seine Ladentur nicht ebgescvlos en hat e. ES wurde aber fiilfleftellt, baft er sich unmittelbar an d.e Tür geitellt hatte mit der Hand aus der Türklinke, so do ft niemand den Laden ohne feiren Wit.en betreten konnte. Damit war nach der Aus a sung der Strafkammer ter Anforderung be» Ge eyeS ®?nüge geleistet; die Berufung würbe -urückgewiesen.

Ein wegen Betrugs und mehrfach wegen Dieb'sahls vorbestraf er Angellag er au» K rtorf. ter fichHändler, Landwirt und Weiftb nder" nennt, z.ich vermögenslos ist und den Offen* barungseib geleistet hat verfolgte Berufung ge­gen rin Urteil te» Amtsgerichts Homberg durch da» er wegen Betrug- zu einer Gesäng- ni - strafe von einem Monat verur­teilt worden war Er hatte bei einer Sur- havener 2ebeh»mttie!firma zunächst eine kleine Bestellung gemacht, die er gegen Rachnahme er­hielt Darauf machte er eine gröbere Bestellung, tle Ihm ohne Rachnahme zu. e'ond! wurde Run- mehr hielt er den Zeitpunkt zu einem gröberen Schlag für gekommen er machte eine Bestellung von über 100 Wk., legte sich habet bie pompöse Bezei-mung ..Warenhaus" bei und behauptete, da» Geld für die letzte Bestellung fei bereit» abgegangen. Hierdurch getäuscht 'chidte die lirma Die Ware ab, das Geld blieb aber au». Die Absicht zu bezahlen hat, tote festgestellt werden konnte, der -Angeklagte überhaupt nicht gehabt. Seine Berufung wurde zurück- gewiesen, die Strafe wäre beträch'-llch er­höht toorien, wenn der Angeklagte nicht wenig­stens auf bie Strafanzeige ber Firma hin seine Schuld bezahlt hätte.

Jubiläumsausstellung des Offenbacher Ledermufeums. WSR. Offenbach. 2. Dez. Die 3u6i- läum-auSstellung deS Deutschen ßebermufeum» tn Offenbach, der nun­mehr zehn Jahre bestehenden Gründung des be­kannten Architekten und Dorkämpfers des Werk- bundgedankens. Professor Hugo Eberhardt, ist nach fün'wöchentlicher Dauer ge'chlvsfen wor- hen. Man darf die Ausstellung als einen auher- ordentlichen Erfolg des jungen Museums buchen. Diele Tau'ende haben die Ausstellung besichtigt, die Oberbürgermeister Granzin, der eifrige Förderer des Mu'eumS. in feiner Erbs nungsrede als einen Beweis dafür bezeichnete, wa» auch noch in heutiger Zeit eine kraftvolle Persönlich­keit zu leisten vermöge. Die außerordentliche Itel'eiiigleit der künstIcri chen Arbe.ten in Leder, tie alle Zeiten und Völker umfaftt, wirkte über- rastchend und führte daS Leder, daS als Träger kunstgewerblicher Arbeit durch die kunsth.stori'che Forschung völlig vemachkäfsigt war. der verdien­ten Würdigung zu. Für die Lederstadt Of enbach bedeutet das Mu'eum einen unschätzbaren Besitz.