roerben, weil er ‘-"rcrbiengfltfxr Verfehlungen beschuldigt rmrb ” iv>e Vie „SranHurtec Leitung" er- führt, wurde c „in einer nicht gegen ihn, son- btrn gegen andere Personen gerichteten Spionage- ossär« von einer weiblichen Angeklagten wegen se ner Lebensführung belastet Deswegen ist dann dos Diszipttnaroerfohrkn gegen .lud)« anhängig gemocht worden, und schien geboten, ihn einst wellig de« Dienstes zu entheben."
Die Abschaffung der Todesstrafe abgelehnt. Sm Beschluß de» rtrafrechtsauöschusseS.
Berlin, 2.71dd. lDDZ.) 3m Reichst ags- auSschuh für bi- Strafrechtsreform erftalter- Abg. Emminger iD. 2p.) Bericht über bi- Be- sprechung, bie zwischen Abgeordneten der AuS- schüsse zur Beratung der gemeinsamen Strafrechtsreform de» Oeft-rreichischen Rationalrate« und deS Deutschen ReichStaoe- stattaesunden hat Bekanntlich ist von beiden ^Parlamenten der Wunsch geäußert worden, nach Möglichkeit ein übereinstimmendes ©traf» recht zu haben. 3n der erwähnten Besprechung wurde nunmehr vereinbart, bah am 15. evtl, am 16. Rovernber d. 3. in Wien eine freie öfter» reichisch.deutsche parlamentarische Konferenz zusammentreten soll, auf der die im Verlause der bisherigen parlamentarischen 'Beratungen in Aussicht genommenen Aenderungen erörtert und nach Möglichkeit darüber eine 2er- ftändtgung erhielt werden soll.
ReichSjuslizminister Dr. Hergt stellt fest, daß durch die in Aussicht genommene lose Art deS Zusammenwirkens die Freiheit derBe- ratungen in den beiden Parlamenten und in den Ausschüssen in keiner Weise beeinträchtigt werde Der Minister erklärte lein« Bereitschaft. die gemeinsam« Arbeit der beiden Körperschaften zu seinem Teil gu unterstützen.
Daraus wurde die allgemeine Aussprache über die Frage der Abschaffung der Todesstrafe fortgesetzt.
Abg. Levi (Soz.) begründet nochmals bie sozialdemokratische Forderung auf Abschaffung der Todesstrafe
Abg. Lohmann (Dntl.) betonte, bah eS notwendig fei. sehr starke Sicherungen einzu- führen gegenüber denjenigen Verbrechern, von denen man sich die Wiederholung ihre» verbrecherischen TunS vergegenwärtigen muß.
3m Laufe der weiteren Aussprache verlas Abg. Dr. Rosenfeld lSoz.) einen Brief von Dr. Adler an ihn. worin Adler sich gegen den Gedanken wehrt, ihn als Kronzeugen für die Zulässigkeit dec Todesstrafe anzusühren Sein Attentat auf den österreichi'chen Ministerpräsidenten Grafen Stürghk gehöre in keiner 2kik in daS Gebiet der 3uftu. sondern sei eine Kriegs- Handlung im inneren Krieg gewesen.
Qlbg. Dr. Kahl (Dntl.) betonte, dost y. feine letzte Erklärung zum Problem der To^e. • II rase sich vor behalte, bis er sehe, wie der Strasgesetzcntwurs gestaltet werde.
3n der Abstimmung wurde zunächst der sv- zialdenwkratifche Antrag, vor der endgültigen Abstimmung über die Abschaffung der Todesstrafe noch Sachverständige zu hören, abgelehnt. Runmehr wurde über den endgültigen Antrag der Sozialdemokraten abgestimmt, im neuen Strafgesetzbuch öie Todes st rase zu streichen. Der Antrag wurde mit 17 gegen 11 OMmmen abgelehnt.
UnsereKllegSgräberinFrankrelch
Allcrscelcnfcier
auf den deutschen Friedhöfen
Paris, 2. Rvv. lWolss j Aus dent Pariser Friedhof Bagneur-'Slontrouge fand heute an den deutschen Kriegergräbern eine Gedächtnisfeier statt, in deren Verlauf Botschafter von I ö s ch in dankbarer (Erinnerung der Toten gedachte, di« In Frankreichs (Erbe bestattet sind. Auch im Verlaufe dieses 3ahreS. so führte der Botschafter u. a. auS. ist eine umfangreiche Arbeit geleistet worden, um im (Einvernehmen mit den zuständigen französischen Stellen den deutschen Grabstätten in Frankreich ein würdiges Aussehen zu geben. Mehrere deutsche Friedhöfe aus französischer (Erde find vollständig instand gesetzt worden. 23 Friedhöse im Gebiet der Somme und an der Maas sind auf Kosten deS voikSbundeS für Deutsche KriegSgräberfür- sorge mit Baumalleen bepflanzt worden. Die Fürsorge hat sich auch ausgedehnt auf die Kriegerdenkmäler, die während des Krieges von unseren Truppen in Frankreich errichtet worden waren. Andere Denkmäler, die zerstört oder beschädigt waren, wurden wieder instand gefetzt. Dabei habe sich auch die Möglichkeit ergeben, die Kriegerdenkmäler auS der Zeit von 1870/71 in der Umgebung von Metz wieder herzustellen und an den alten Stellen wieder zu errichten. Gr fei mit den zuständigen deutschen und französischen Behörden weiterhin bemüht, da» hohe Ziel der Derschd- nerung und Ausschmückung der deutschen Toten- ftütten zu erreichen. Der Botschafter hob mit besonderem Nachdruck hervor, dast in diesen, 3aßr die Zahl der Deutschen, die zur Gb,-ung der auf den Schlachtfeldern Gefallenen eingetroffen sei. sich wesentlich erhöht habe. AIS ein Ereignis von besonderer Bedeutung führte er bie Diedererösfnung der deut sch- evanaelifchen Kirche in Paris an und »üate hinzu. dab Reichspräsident von Hindenburg. an dessen SO.Geburtstag die Kirche wieder eröffnet wurde, ihn ersucht habe der deutschen Kolonie in Paris für die Ehrung Me man ihm hierdurch zuteil werden lieft, wärmsten Dank auSzusprechen.
Die Merdrülkunq der Deutschen in Kattowitz.
Protest
die lommissarische Verwaltung.
K a t t o w i tz . 12. lloMmbet. (Wolfs.) Der Deutsche BolkSbund hat wie angekündigt. wegen der Auslösung des Kattowcher Stadt - Parlament» beim MurderbeItSami in Kattowitz Protest eingelegt. Die Beschwerde richtet sich gegen den Woiwoden Grazinski und gegen den WoiwvdfchastSrat. der zu Ungunften der deutschen Minderheit da» Ermächtigung», gesetz vom 11. Mai ISIS angewandt hätte. Die deutsche Minderheit hat, so heiht es weiter, in freier Wahl im Kattowi.'. r Stadtparla- ment von 60 Sitzen 34 erhalten. Die'e» Verhalt- ntS ist bei der Zusammensetzung der kvmnsts.
Unter dem Verdacht des Gattenmordes.
BreSlau. 2.Rov. tTäl., Unter dem Bor- >tz de» LanbeSgerichtSdirettors Furbach begann beute der Prozeß gegen den RegterungSrat von Heydebrand und der Lafa. Rach der überaus umfangreichen Anklagefchri't Ift der An- Beklagte angeflagt. zu Kniegnitz in der Vacht zum 4. Oktober 1926 seine (Ehefrau Erna von Heydebrand und der Lass mit Meberlegung getötet zu haben. Sein« erste Ehe wurde 1920 wegen eine» vorn Beschuldigten bedangen en Ehe- bruchS geschieden Die zweite Ehe. die am 12 April 1925 geschlossen wurde, stand vom ersten Augenblick an unter einem ungünstigen Stern. Der Gegensatz, der sich schon auS der Charakterbildung beider Telle ergab, konnte um fo weniger ausgeglichen werden, al» er durch ben Widerstreit erheblicher wirtschaftlicher 3n t e ref |e n an Schärfe gewann und beiden Eheleuten dadurch, dast dritte Personen als Vermittler zwischen sie traten die .yreibeit und Verantwortlichkeit eigenen Handelns genommen wurde. Dazu kam. dast die zweite Gat- tin des Angeklagten darin, hoft er zur ersten jjrau nicht alle Brüllen abgebrochen hatte eine ®trabt für den Bestand ihrer Derbindung sah.
Rach dem übereinstimmenden Urteil aller Personen, die ihr näher getreten sind, war r a u von Hehdedrand ein leiden- Köstlicher Mensch, rasch aufbrausend, aber ««nfo schnell wieder beruhigt und freundlich Den, Angeklagten war von der Ehefrau ker Vor- wur» der Unwirtschaftlichkeit gemacht worden, und e» kam schl.ehlich zwischen ben Eheleuten zu einem Konfli kt. Die Ermordete machte am 28. 3uli ein privat schriftliches Testa- ment, wobei sie gegenüber einem ,-Jeugen geäußert haben soll: .Man kann nicht wissen, id> habe ein Misttrauen gegen die schleichende Art meines Mannes.'" 3edenfallS hat die Der- ftorbene in dem Testament ihre Erbitterung an den Angeklagten restlos zum Ausdruck gebracht, Sie entzieht ihm wegen groben Undankes den Pflichtteil und seht zu ihrem alleinigen Erben den einzigen, damals siebenjährigen Sohn ihres Schwagers, des beugen t>on Zobeltitz ein. Don diesem Testament hat der Angeklagte erst nach dem Tode seiner Frau Kenntnis bekommen.
Am 25. August kamen die Vorbereitungen der Scheidungsklage zum Stillstand. Der Angeklagte berichtete einer öamilie, dast feine grau am 13. Dl- •ober zu ihm zuriickkehren werde. Am 13. Oktober suhren die Eheleute nach Breslau. Der Beschul- digle fuhr von Breslau allein nach Kniegnitz zurück, feine grau kam nach. Frau von Heydebrand wollte am nächsten Morgen um 7.45 Uhr geweckt werden, der Angeklagte um 7.30 Uhr. Während des ganzen Abends waren die Eheleute in bester Stimmung; um so bestürzter war die Aufwärtcrin Anders, als sie gegen 1 Uhr nachts von einem feltjamen Geräusch, da» sich wie ein Rauschen anhörte, wach wurde und unmittelbar darauf der Angeklagte zu ihr mit den Worten in die Küche stürzte, dast seine Frau sich soeben erschojsen habe. Der Angeklagte war mit einem Wollhemd, einer graufarlerten Lederhose und grünen Ueberftrümpfen bekleidet Der Angeklagte ertlärt. das, er als alter Soldat daran gewohnt sei, sich schnell anzuziehen. Die Voruntersuchung hat hinsichtlich einer ganzen Reihe von Umständen eine Erklärung zugunsten des
Angeklagten gebracht, indes noch nicht jeden verdacht oon ibn genommen. ll» wurde nach diejer Rich- tung hin u. a. angeführt, dast der lob der Frau von f). erfolgte, al» fie mit d e m ©alten Mein war. dast t> r tödliche Schuft au» Oer ÄJoffe de» vcfchulhigten obgeieuert wurde, lost der Angeklagte der Beerdigung m :jiB f e r n b l i e b . bafe er aber berleflament»- ■r öffnunfl em auffälliges Vntt refie entgegen- brachte, und dast er, wenn die Tote o h n e da» Testament gestorben wäre, erhebl'che Vorteile gehabt hätte.
AI» erst« Seuom wurde bann öw früher« fßirt- irf'- ftenn bee Be-chukdigten, die Jahre alte, ge- fthteben« Frau Ander? vernommen Die Zeuam 'childett die bekannten Vorgänge in der oerhängms- ooUen R^cht und bie Deritörtheit von steybebrand» nach bem lob« der Frau. Wie im Boroerfahren w.d.rjpncht sich auch Klit bk ,-ieugm in oeridMebenen Vunften ober bestreitet, wa, sie früher ou»ge- sogt hat. — Die Färstersfrau Schmidt gibt an. bast bie Ander» ihr erzählt habe, sie ha he durch die Wand gehört, wie sich die Eheleute im Schlafzimmer aber da» Testament und eine evtl Adopnerung eine» Kinde» des Angeklagten cu» erster Ehe unterhalten hätten. Als hierauf Frau Schmidt Frau Ander» gegenubergeltellt wurde erflarte letztere, es fei kaum möglich, baft ft« fo etwa» gesagt haben tonne. Der Erste vwatsan- walt stellt auf Grund der Ergebnisse der Lokawesich. tigunfl fest, dast e« unmöglich sei. durch die Wand etwa» zu hören, der Postschaffner Wieczorek bekundete. Frau Anders hätte ihm erzählt, der An- geklagte sei im September nach Gieirng gefahren und habe hierbei einen Re ooloer zu sich gesteckt. Auf die Frage, zu welchem Zweck er ben Revolver mitnehme, habe der Angeklagte geantwortet. wenn er nicht jur rechten Zeit zurück fei, dann sei etwa» oafsiert. Weiter hab« ihm Frau Anders erzählt, dast ne in der Unglücksnacht den Angeklagten gefragt habe, ob dieser nicht etwa selbst die gnädige Frau erschossen habe. Der Anaeklagte habe geantwortet: „Rein! Bei Gott im Fimmel, nicht!" Dann sei er auf einen Stuhl gesunken und habe bitterlich geweint. Der Diener S p e r l i ch und da» übrige Personal stellten der Beworbenen da» denkbar beste Zeugnis au». Zeuge Sperlich erklärte weiter, al» er von dem plötzlichen Ende der Frau von j)et)i>ebranb Kenntnis bekommen habe, sei fein erster Gedanke gewesen, dast sie von ihrem (y bemann erschossen worden lei D i • baute, dast si« sich selbst entleibt haben könnte, habe ihm ganz fern gelegen, da Frau von chende- brand dazu zu lebenslustig gewesen sei Gericht», mebijinalrat Dr. Strastmann, der die Obduk- tion der Leiche vorgenommen hat. gab hieraus an, dost e» sich um einen sogenannten Nahschuß ge- handelt habe. Der Einschust habe sich heben Zentimeter oberhalb des rechten Auges befunden, ein Ausschust sei nicht vorhanden gewesen. Der Schuft sei quer durch da» Gehirn von rechtsaben nach link,- unten gegangen. E» fei möglich, dast die Ber- storbene sich in der angegebenen '.Richtung felbft getötet habe, und dast bie Waffe hinterher m der f) a n ö geblieben sei. Er habe allerdings einen solchen Fall noch nicht gehabt. In der emschtagiaen Literatur werde er ober für möglich gehalten. Der flanje Vorgang sei etwa» ungewöhnlich, aber doch immerhin möglich, hierauf wurden die weiteren Verhandlungen aus Donner»tag vertagt.
sarischen Dertvaltuna nicht berüllstchtigt worden und daduvcy, dast man den Deutschen von 15 Sitzen nur 5 eingeräumt hat, sind fie gewaltsam in öie Minderheit ge - brüllt worden. 3n der Eingabe wird die sofortige Aushebung deS Beschlüsse» vom 29. Oktober 1927 bzw. die Neubesetzung der kommissarischen Verwaltung in der Weise gefordert, datz die Deutschen im Verhältnis der abgegebenen Stimmen im Stadtparlament eine dementsprechende Vertretung finden. Die deutschen bürgerlichen Parteien lehnen ihre Mitarbeit in der kommissarischen Verwaltung ab. Die deutsche katholische Volkspartei, sowie die deutschen 'Parteien, die in der deutschen Wablgemeinschaft gebunden lind, laben ihre drei in der kommissarischen Verwaltung der Stadt Kattowitz vertretenen Mitglieder anaewiesen, sich jeder Mitarbeit m der Kommission zu enthalten, da bei der (Zusammensetzung da» Stärkeverbaltni» der deut- 'chen VolkStelle nicht genügend berücksichtigt sei. Die Schritte der Sozialdemokraten in dieser Angelegenheit sind noch unbekannt.
tuftfriebe mit polen.
Deutsch.polnische Luftsahrtverstandlungcn.
Eigen« Drahtmeldung be» „Giestener Anzeiger,".
Berlin, 3. Rov. Reben den diplomatische Verhandlungen, tote sie durch die bevorstehende Wiederaufnahme der Hande^-ertraaSverhand- lungen bedingt worden lind, laufen seit einiger Zeit zwischen Warschau und Berlin B^fprechun- gvn bin und ber. die sich mit der H e r st e l l u n g eine» Luftfrieden» zwischen den Ixiben Rnchdarstaaten beschäftigen 3n der polni.chen Press« wird jetzt behauptet, dast Deutlchland den Polen angeboten haben soll, ihnen die beiden Ltni«n Kattowitz -Br e «lau Ber- 1: n und Posen Berlin ^inzuräumen, wenn 'b<n dafür die Quftfabrtlinie ® l e t ® i y L e m- be r g - Ä i c to Charkow überlassen wird. D.efe polnische Meldung eilt wohl den Tatsachen ettra» zeitig vorauf, da man lich biet r über ein allgemeine» Luftfahrt ab kommen noch gar nicht einig geworden ist. da» jeder Dercnbarung über die Linienführung voraufgcden mutz. 3mmerbin gebt aber auo ihr hervor, wie brennend da» Interette in toarfdxiu an einer Verständigung mit uns ist. gür Polen bestehen auch aut« Gründe, ein Abkorn men an,zustr«ben. da ct bisher durch Deutfchland von einer hircfien Berbindung mit Westeuropa abge schnitten wurde, wahrend deutsch« Flug- zeuae im Norden und im Süden u in den pol- Nischen Staat herum Rustland oder den naben Orient erreichen können und überdies auch Deutschland auf Grund be» Bersailler Bettrages da» Recht hat. polmsche» Gebiet im Verkehr mit Oft- prtuften zu überfliegen. Seldstverftändlich 'oll e» mdx an un» liegen, den augenblicklichen 3j«tanb zu verlängern. Wir dürfen aber wohl erwarren. dast die Voten auch ein llntgegenkomnxn zeigen da» un» wranlaftt, mit ihnen in endgültige verftanb* langen über den Lbfchlust einer euttiabrtfono« ition einzutreten. Da» kann aber nur auf ber Safi» ber gegenseitigen Gleicht«, rech-
Hflunfl geschehen. Sollten die Polen etwa Me Forderung aufstellen, zwei Linien befliegen zu dunen, während fie uns nur eine zu gestehen wollen, bann wird e» wohl noch gute Weile mit dem Abschluß de» Vuftfrieben» haben.
Gemeindewahlen in England.
Wahlsiege der -irbeiterpartei.
Eigener Drahtbericht de» .Gießener Mnaetger»*.
Berlin. 3. Rov. Ebenso wie im vorigen 3abre bat bie Arbeiterpartei auch diesmal bei der Reuwahl eine» Drittel» der Gemeinderäte in 330 Städten mit einem beacht- luben Erfolg abgefchnitten. Sie konnte bie Konservativen vor allem in den 3nbuftrie- flebictcn zurückwerfen und sogar in Gemeinden lört Vertreter durchdringen, die bisher Domänen der Konservativen oder Liberalen waren. Da» Ergebnis dieser Tvahlen ist für bie tm englischen Volke herrschenden politischen Strömungen recht bezeichnend. Daß die Libera- l e n neue Derluste verzeichnen muffen, über- ra'cht etgenth*. da e» fast den Anschein hatte, alS fei eS Lloyd George gelungen, durch leine intcnfioe 2krbearbeit feiner Partei wieder 3u- Aug zu verschaffen. Für die Konservativen aber Ut ber 25ablau»gang ein empfindlicher Schlag. Sie werden sich jetzt schleunigst daran machett müssen, eine innenpolitische Bllanz zu ziehen, um feftzuftellen. wo sie mit tätet Ar- b«it etnzusetzen haben. damit ft< bei ck öum Parlament nicht ähn- lK® WJ« Aebertaschungen erleben. < VrL nalürll4> für fie austervrdentlich schwer, al» Regierung-partci angesichts der w.nlchaft- i^n '^Pression bie brc.tcn Schicht m be» eng- lifchen Volle» zufri.denzustellcn. Ena'and verfüg! noch Iraner über ein Arbeitslosenheer non 1*/, bi» 2 Millionen, da» sich bei den Ge- meindetoahlen unliebsam bemerkbar g macht hat. Bi» heute haben sich aber noch keine Mittel und Weae gesunden, der enorm.-n Arbtttslsfigkrit Einhalt tu u .'bieten. Die Erwerbslosen sind für Me Labour Partv eine stille, aber kraftvollr R.-- ferxx'. bie sie auch bei ben Reuwaftsen zum Parlament in» Feld führe, wirb. 3nsolgeb«-1m werden die Konfervattven sich hüten, bas Unter- bau» o o r A t i 11 g au»et na übergeben zu lallen. Mrfprunglid) butten fie di Lbfich. R.-utoahlen berbei.zu führen, wenn bie Gemeinberat/toahlm für fie erfolgreich auSgehen toürben. Da» Ift emgetrrten. st« haben allo guten Grund, ben augenblicklichen .instand zu ctbaiten. Um fo mtenliber wirb dafür bie Arbeit«rpaNei für eine befchieuniate PerlamentSauflösung eintwten. was ihr fchlieftltch nicht zu verdenken ift. da ihr« Loge niemals günstiger war. al» sie e» heute ist.
Ndek über seine ^lugpläne.
Der deutsche Flieger Übet erklärt« einem Vertreter von Tllfcxüued Preß, er werde in acht bU zehn Tagen in Kopenhagen die P rod«- »luge ui: 'einem 3 u n f t r t Wasserflugzeug wieder aufnebmrn Auf Grund dielet Versuch« werd« sich entscheiden, ob er noch in knriem □aber den geplanten Transozeanflug
über bte Azoren und Bermudas nach Amerika antreten werde. Wahrtcheinlich werd« er mit feinem Mitarbeiter jedoch sich zugunsten einer Verschiebung des Fluge» bi» um ragten 5ruh:abr en:'beiden damit rn bee .art chenzcit durch ziemlich we :gehende Umbauten der Aktiansradius des Fiugzeuge» erhöht werden könne, um das glatte vurch- f lieg en des größten Etappenablchnitt«» Azo- rrn. Bermudas unbedingt 'icherzustcllen. Es ften-
v "ch nicht um einen Spoaflug sondern um
Forderung des Gedanken» eine» regelmäßigen Flugdienste» Europa Amerika. »•v 1 ^'d *et Ueier:ür»ung nicht am Platze. UNt gab ferner der Uebcr^eugung Ausdruck daß für einen lunhigen betnebsttcheren Luftverkrbr tote " Studium der Wetterwarten vom Jahre 1692 ab 'eftgestellt habe nur der Flug Azoren- Bermudas -Amerika in Detracht komm«.
Aus aller Welt.
Deutsch« Opfer der .MafattA'.
2a<b einem Telegramm der Deutschen Ge» sandt'chaft in Rio be Janeiro ist der Deutsch« Karl Vollrath bori eingetroffen. Dagegen liegt wie ben Blättern tonur mitgeteilt wird keine Rachncht vor über bte Deutschen von Vu len. Schneider und Kappus Der Pforzheimer Bürger Richard' Kappu» hat offenbar den Tod gefunden. Bei feiner Familie ist ein Telegramm «ingelaufen mit b-r Ttittrilung .unauffindbar".
Der Inkunabeln Diebstahl in ber Berliner Staatsbibliothek.
3m 3obre 1922 enrgte ba» Verfchtvtnden ron wertvollen Jnhmabtlbruden au» der Staat»- bid.iothek grvhe» Aufsehen. Man ermitteü«. haft di« Diebstähle von bem Oberftubicnrat Dr. Do b « begangen worven waren. Dei Beichulbigte wurde unter Anklao« gestellt und im Oft ober 1923 wegen Diebstahls *u neun Sumafen Ge- fängnt» oeruneilt Gegen bte<e< Urteil legte Dr Dobe 2erufung ein. Sie ift jetzt entschieden worden. Da die hinzu gezogenen SachverstLndigm, der Ansicht find, bub Dobe »eine Verfehlungen ni«^ aus Gewinnsucht, sondern lediglich aus Sammelwut began.xm hat wurde bie Strafe auf heben Monate Gefängnis herab gesetzt. Aufteroem wurde dem Verurteilten etrw Be- wa hrungsf rist btt Ende do» Jahre« 1930 gegeben.
Verlobung mit einem Hochstapler.
Tie Toch'er eines österreichischen Cbroftinbi»» ftriellen machte im Sommer in Ostende bie Bekanntschaft eine« eleganten Hollänbers. die zur Beilobung führte. Da» Paar fuhr nach Köln, von wo die junge Dame allein zu ihren Eltern nach Wien reifen wollte. Der Bräutigam hatte für die Beförderung de« Gepäck« Sorge getragen. Rach der Ankun t in Wien stellte bte Vraut fest, daß au» bem Hukko'ser khr 2ril- lantschmuck im Werte von 25OOO Franken verschwunden war. Die Kriminalpvlizci ermittelte. daß die junge Dame auf einen bekannten internationalen Hochftap- l e r beretngefallen war
von einem Bären Oberfaflen.
3n 8 ascnitz (Pommern) hatte eine Gruppe von Bärenführern in einem Gasthofe übrrumfttct und einen Baren für die Kocht im J)of a> rmen Baum gebunden LI» gegen Morgen ei» Bäcker über den Hof in bi« Backstube gehen wollte, griff der Bär ihn an und verletzte ihn durch Tatzenhiebe lebkusgefohrsich
Die Wetterlage.
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tvcrtcruornuofrtgr.
Do» nordMrsttiche lief bewegte sich östlich noch Skandinavien hin weiter. Obwohl übet Deutschland hoher Luftdruck herrscht, so zeigt sich doch feineeaxg» eine Lchonwetterlage, denn auch heute morgen mel- beten eine Anzahl deutscher Stationen erneuten •Jtepen. E» komm, vielmehr der Ömiluft ber Süd- feitentolrfung bet bereit» erwähnten lief» jur Gel- tun«. Vie leuch'morm, Sübroeftluft fdftt e» neben itarferer Bewölkung übermal* zu Riederschtäa.n kommen. Do der Suba-eftluftflrom noch anbei», bleibt brr herrschend« Wiiterungscharottrr zunächst noch fortb«slehen.
Wetter vor ou »sag« sür Freitag: veränderliche» Wetter, teil» neblig wolttg. teil» aufheiternd, mtlb, aber etwa» kühler und strichweise geringe Rieder- Ichtäoe
Ditteriing»au»stcht«n für Samstag: Weiterhin veränderliche» Wetter
äuht<mp<ratur«e am 2. fRorwmber: mittag» 11,7 ®rob Celftu». abend» 12,4 Grad Celsiu». am 3. Kov.: frub 12,5 Grad Celsiu» Maximum 12,5 Grad Celsiu». Minimum 11.6 Grob Celsiu» — drbtemperaturen in 10 3*nhmeler liefe am 2. Rooembir abend» M <9rab Celsiu». om ä November morgen» 9^i Gratz Celftu». — Niederichlöge: t Millimeter.


