Montag, 5. Oktober (927
177. Jahrgang
Nr. 231 Erst« Blatt
Des Reichspräsidenten 80. Geburtstag
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seine
Hindenburgs Ehrentag
Der 2. Oktober
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Pünktlich xur festgesetzten Zeit betrat der Reichspräsident im schwarzen, mit dem
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bomer Platz. wo aus
Bild des Reiche Präsidenten angebracht ist, heben das
Herr Reichspräsident im schwarzen, mit dem Blücher kreuz geschmückten Gehrock, begleitet von seinem Staatssekretär Dr. M e i h n e r und scincm Sohne und Adjutanten Major von Hinden - bürg, den Saal. Dor der Mitte der zur Beglückwünschung erschienenen Herren richtete der
Am Vorabend.
Riesiger Aremdenzustrom in der Rcichshanptstadt
Reichskanzler
die folgende Ansprache an den Herrn Reichspräsidenten: „3<f> habe die hohe Ehre, Ihnen, Herr Reichspräsident, an dem Tage, an dem sich die heißen Wünsche unseres ganzen Do'.koS Ihnen zuwenden, die aus tiefster Empfindung kommenden Glückwünsche der Reichsregierung darzubringen. Dor allem fühlen wir unS in dieser Stunde durchdrungen von innigster Dankbarkeit gegen die göttliche Dorsehung, die Ihnen am Abend eineß an Taten und Blühen überreichen Lebens die Dollkraft des Geistes und Körpers schenkt, um des höchsten Amtes im Deutschen Deiche zu walten. Sodann über ist es für unS Herzenslache, Ihnen selbst, hochverehrter Herr Reichspräsidrn, aufrichtigsten Dank dafür auszusprechen, daß Sie die Ihnen von der Dorsehung verliehenen hohen Gaben rückhaltlos dem Dienst des Daterbrndes geweiht haben.
Das Doll in Waffen, an dessen Spitze Sie — von berechttgrem und begeistertem Bertrauen getragen — jahrelang den deutschen Gauen in überlegener Meisterschaft die Schrecken des Krieges ferngehalten hatten, haben Sie unter inneren und äußeren Schwierigkeiten nie erhörten Ausmaßes Ende 1918 zu den Werken des Friedens
Sonntags xxb Feiertags. Beilage*.
Gießener FamckienblLtter Heimat hn Bild Die Scholle NsUais-vezi-sprets.
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von zahlreichen Fackelträgern auf. Ihr folgten die Jahnenkompagnve mit den Fahnen der drei Hindenburgreg unenter, nämlich: Infanterieregiment Generalseldmarschall von Hindenburg (2. Masurische») Dr. 14?, 3. Darderegiment zu Fuß und da» oldenburgische Infamerieregi- metti Dr. 91. Dann folgten die 10 Musikkorps unter Leitung de» Armeemusikinspizienten H a k- kenberger, die mit dem Dorsichen Marsch angerückl waren und im Dorhof des PalaiS Aufstellung nahmen. Don ungeheurem Jubel begrübt. betrat der Reichspräsident allein den prachtvoll mit Blumen geschmückten Balkon und salutierte. Unter atemlose Stille der gewaltigen Zuhörerschar spielte die Musik mit herrlichem Schwung den Marsch .Deutschlands Treuschwur", dann den Investiturmarsch der Ritter vom Io- hanniterorden von Richard Strauß, den Heeres- marsch Dr. 106, den Torgauer Marsch und auf ^persönlichen Wunsch des Jubilars den Hohen- friedberger Marsch Den Abschluß deS Programms bildete der Große Zapfenstreich Als die Musik intonierte .Ich bete an die Macht der Liebe" entblößten alle Zuhörer die Häupter und der Generalfeldmarschall zog Mütze. Dann spielte die Musik die erste
Im Lauf« de» Dormiltags empfing der Herr Reichspräsident ferner ein aus führenden Wannern der deutschen Wirtschaft, nämlich Gehe-mal DuiSberg. Geh. Rat Ravens, Geh. Rat Richer. Gras Roedern. Herzog. Plate, Schäffer sowie als Dertreter Ostpreußen» Aam- merhcrrn v. Oldenburg-Ianuschau bestehende» Komitee, das dem Herrn Reichspräsidenten al» „Hindenburgdank" de» deuttchen Dolkes die EigentumSurtunde über das vtammguti der Familie v. Hindenburg Deudeck in Ostpreußen übergab, weichet d.e'es Komitee au» freiwilligen Beiträgen aller Gruppen bet deutschen Wirtschaft erworben und nun dem Herrn Reichspräsidenten zum persönlichen Geschenk übertragen hat.
Ferner empfing der Herr Reichspräsident am heutigen Tage zur Entgegennahme persönlicher Glückwünsche den Dorstand des Deutschen Offiziersbundes unter Führung . des General» der Infanterie a. D. v. H u t i e r. die Dundesleitung des (Stahlhelms unter Führung von Leibte, den von Dr. Löwenstein geführten Dorstand des Bundes jüdischer Frontsoldaten sowie eine von Herrn Dr. 11 n g e r (Breslau) und Professor Dr. Schmeidler (Breslau) geleitete Abordnung des ReichSverbandeS akademischer Kriegsteilnehmer, die dem Herrn Reichspräsidenten al» Ehrengabe eine Sammlung von Werken der im Kriege gefallenen deutschen Dichter überreichte. Deben einer Reihe privater Empfänge nahm der Herr Reichspräsident auch den Besuch des Dor- standes des Allgemeinen Deutschen IagdschutzvereinS unter Führung des Prinzen Alfon« von Isenburg entgegen. der dem Herrn Reichspräsidenten namens der deutschen Jägerei feine herzlichsten Glückwünsche ausdrückte und ihm den Ehren- s ch i l d des Allgemeinen Deutschen Ja g d schütz- Vereins überbrachte.
Der Reichspräsident bei den Gffiziersverbänden.
Zu Ehren des Reichspräsidenten von H in - b e n b u r g veranstalteten heute abenb der Deutsche Offiziersbund, der Manonaloerbanb Deutscher Offiziere, ber Marineoffiziersoerband und ber Reichs- offizicrsbund in dem geschmückten Marmorsaal am Zoo einen (Erinnerung 5 abenb, an welchem etwa 1800 Offiziere mit ihren Damen tccknahmen. Als ber Reichspräsident in ber ©cneralfelb- marschallsuniform mit Mütze im Kraftwagen nahte, erschallte ein tausend stimmiges Hoch, das ich noch verstärkte, als ber Reichspräsident ben Wagen verließ. Beim Betreten ber Vorhalle überreichte ihm ein kleines Mäbchen einen Blumen- strauß, für ben ber Generalseldmarschall bankte. Unter ben Anwesenden sah man viele alte Heerführer, so Generalfeldmarschall v. Mackensen, die Generalobersten von Linsingen und von G a 11 w i tz, ferner die Generale o. Kübra, o. Strang, o. Hutier, Graf B o t h m e r, v. L o ch o w und d Steuben. Im Verlaufe des Abends beglückwünschte Generalfeldmarschall o on Mackensen den Reichspräsidenten auf das herzlichste und brachte ein dreifaches Hoch auf ihn aus, in bas alle Festteilnehmer begeistert einftimmten. Gegen 8,45 Uhr, nach eineinhalb Stunden, während der die Menge in der Budapester Straße ausharrte und sich von Minute zu Minute vermehrte, um auf die Abfahrt des Reichspräsidenten zu war- teq und ihm erneute Huldigungen barzubringen, erschien ber Reichspräsident, gefylgt von seinem Sohne und Generalfelbmarschall v. Mackensen, unter bem Abler-Portal des Marmorsaales am Zoo. Unter abermaligen brausenben Hochrufen nahm Hindenburg in seinem Wagen Platz, dem die Polizei nur schrittweise den Weg bahnen konnte. Die Menge war so begeistert, baß sie auch bem Feld- marlchall v. Mackensen stürmische Ovationen bar- brachte, so baß auch dessen Auto nur unter großer Anstrengung der Polizeibeamten davonfohren konnte. Auch den übrigen Heerführern und Generalen. die nach und nach den Zoologischen Garten durch das Adler-Portol verliehen, wurden laute Begrüßungsrufe zuteil.
Der große Zapfenstreich
Tie Huldigung der Armee vor dem Oberbefehlshaber.
Am Samstagabend Großer Z a p f e n - streich vor dem Hindenburgpalais! Eine ungeheure Menschenmenge hielt die Wilhelm- und die angre senber. Straßen schon lange vor Beginn des feierlichen Moments dicht besetzt. Alle Balkons und Fenster der Häuser füllten Massen von Menscher.. Gegen 9 Uhr kehrte der Reichspräsi- dem von dem kameradfcbattlichen Abend im Mar-
1im|m w« la$<iatn f*r di« tagetnemmer vis jun Nachmittag vorher.
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Thefredakteur
Dr. Friede. Will). Lange BerantworiUch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«; für Feuilleton Dr H.IHyriot; für den übrigen Teil Lrnst Dlumschetn; für den Anzeigenteil Äurt ßtllmann, sämtlich in Gießen.
festliche Bild.
Heute vormittag hat auch die Ausschmückung des Brandenburger Tores begonnen. Auch das Palais des Reich Präsidenten ist bereits geschmückt. Der Bothos ist in ?inen Blumengarten umgewandelt, die Fassab-n und er Balkon sind mit Girlanden geschmückt Die Poft hat einen Sonderdienstzum Palais des Reichspräsidenten einrichlen müssen, da Br.cse, Telegramme und Pakete in ganzen Bergen einlausen und in großen Körben in die Bureaus gebracht werden.
Die ersten Gratulanten, keberreichung der Hindenburqshendc. -Dao ^cburtStasiHsicichcnk der Rcichsrcgicrung
Berlin. 1. Oft. (Wolff.) Heute vormittag 11,15 älhr flchoen vom Kuratorium der Hinden- burg-SpenX- Reichskanzler Dr. Marx Arbeit»Minister Brauns und Ministerialrat K a r st a e d t beim PrLsidentenpalais vor. um dem Reich.-präsidenten ncune.ts des Kuratoriums eine künftierifch wertvolle Adresse zu überreichen, in der dem Reichspräsidenten das Dcv- fügungsrecht über die bisher eingegangenen und noch weiter zur Hindenburgspende eingc' e-.uxm Betrage übertragen w.rd. Das Dokument i.cgt in einer grünen O??ermappe, die am Kopf daS Reichswappe.t zeigt, während in der Mitte die Worte zu le’cn sind: .Zum 2. Oktober
Der Herr Reichspräsident empfing ferner den Herrn ReichZkwizler und den Herrn Reichsvize- kanzler in Begleitung des Staatssekretärs in der Reichskanzlei, die ihm daS Geschenk der Reichs regierung zu feinem 80. Geburtstag überreichten. Das im Auftrag der Reichsregierung von der Staatlichen Porzcllan- manufahur in Berlin ang^ertigte Geburkstags- gefcheiik besteht aus einer für 36 Persoiren bestimmten Deuherstellung des Tafel- fervices. das erstmals vor 160 Jahren von der Manufaktur für seinen Gründer. Friedrich den Großen, zu dessen persönlichem Gebrauch auS geführt worden ift Das historische Service wurde erst jetzt tot:her in seinem ganzen Umfange mit zahlreichen Lnfelleuchtern an,;efertigt Es zeigt eme schöne Ausgeglichenbeit zwischen dem flüssigen Schwung der Form und der wundervollen Handmalerei, wie sie sich gerade in der 'Berliner Manufaktur vom 18 Jahrhundert bis heute erhalten bat Jedes der über 500 Stücke trägt eine Verbindung mit dem Biauschuppen- mufter, ein an-eoos wiederum Motive und echte Dergvldung. 'Die Rückseite eines jeden Stückes zeigt neben der alten Zeptermarke eine auf den 80. Geburtstag deS R«chsvräsikenten bezügliche Widmung Der Herr RenchSpeHsiteiü fpruA den Herren mit UoiTen des vorzsichen Danies s«ne Freude über die schöne Gabe aus und bat, seinen Dank auch den übrigen Herren der Reichsregierung uni* der Staatlicher Porzellaninanii- saktur. der HertzülleriN des prächtigen Kunstwerkes. zu üfx-nrrittetn.
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dem Wagen vorwärts zu kommen. Die Polizet hat in der Regelung des Berlehrs und in der Anweisung der Plätze eine Riekenausgabe. die sie überall mit einem Eifer und einer Freundlichkeit durchführt, die Anerkennung verdient.
Schon Unter den Linden ist kaum noch ein Durchkommen. In langer Reihe sind her die zum Teil mit wundervollen Blumen und mit Fahnen geschmückten Kraftwagen ausgestellt. Der ganze Pariser Platz ist ein großer Wagenpark mit leuchtendem Blumenschmuck. Aus der anderen Seite des Brandenburger Tores reicht die unübersehbare Menschenmenge bis zum Reichstag und in den Tiergarten hinein. Am Anfang der Charlottenburger Chaussee ist das Gedränge ber Fah- nen unb Standarten so groß, daß kaum eine Wa- genreihe durchfahren kann. Dann nach 300 Metern tritt bas Spalier zurück unb man bekommt nun einen herrlichen Blick über bie große bunte Zeile des Spaliers. Hinter bem Spalier staut sich bie Menschenmenge, so daß die Polizei an manchen Stellen schon lange vor der Fahrt des Rcichsprä- fidenten die Straße freihalten, daß sie enge Ketten bilden muß, um die nach vorn dringende Menge zurückzuhalten.
Roch immer dauert der Aufmarsch der Ab- Ordnungen und Verbände an. Am Großen Stern ist das Gewühl besonders beängstigend. Manchmal geht das Hupen der Autos, Mr* auf Grund ihrer Ausweise bas Glück ber Durchfahrt haben, unter in den Klängen der Musikkapellen. In der Mitte des Großen Sterns ist ein hoher goldener Obelisk aufgebaut, an den Seiten geschmückt mit dem Wappen bcs Reiches und gekrönt mit prächtigen Blumen. Auch von der Charlottenburger Brücke wehen die Farben des Reiches. Hier haben bie studentischen Korporationen in Wichs Ausstellung genommen. Unter den Uniformen der Krieae''veroände leuchtet das Trapen- qclb ehemaliger Schutztruvpler hervor Ein schönes Bild bieten auch die Reiben der B e r g k n a p p e n, bie in ihren traditionellen Uniformen aus Mansfeld unb anderen Berabaugegenden nach Berlin geeilt find, um ebenfalls bem Reichspräsidenten zu huldigen. Am Stadion nehmen die Menschen- masten dann einen solchen Umfang an, baß nun beim besten Willen fein Weiterkommen mehr ist. Aber die Polizei bewältigt auch hier die schwersten Aufgaben in mustergültiger Form.
Der Kirchaang des Reichspräsidenten.
Die heutigen Feierl/chketten nahmen mit dem Kirchg^rrg Deichspr«'identen um 10 Zkhr ihren Anfang. Schon vorher brachten drei Kapellen des Inf.-Regt. 9 dem Reichsvräsidenten ein M o r g e n st ä n d ch e n. Diele Tausende hatten sich bereits von 8 IKjr morgen» ab in der
Berlin, 2. Ott. (Wolfs.) Berlin bietet ___ dem herrlichen Frühherbstwetter schon in den Morgenstunden ein festliches Bild, wie man cs wohl m den ganzen letzten Jahren nccht gesehen hat. Der Girlanden-, Fahnen- und Blumenschmuck der Straßen und Plätze hat sich über Dacht vervielfacht. Das Brandenburger Tor ist ganz in goldbraunen Blumengewinden, in Lurbeer und Tunnengrün eingefaßt. Don bet Decke der Durchfahrten wallen die Farben des Reiches und Preußens. D.e große Mitteldura)- fahrt, die der Reichspräsident benutzt, ist nut einer riesigen Fahne des Präsidenten mit dem Reichsadler geschmückt. SHon in den frühen Mittagsstunden beginnt der Aufmarsch zur Spalierbildung. An allen Plätzeir Berlins, die sich irgendwie zu Sammelpuntten eignen, finden sich Gruppen, Abordnungen. Mu- sittvrps. Deröände ein. um dann in geschlossenem Zuge zu ihrem Platz m der Spaliewillmng auf der Fcststraße zu marschieren. Gegen 2 Uhr ist e, in der inne rat Stadt kaum noch möglich, mit
morfaale des Zoo zurück, stürmisch begrüßt vom Publikum, das sich überall angefarmnclt hatte. Als der Wagen in die WillhstmHrahe einlenftc. criyob sich der brau »ende Ruf ^Hindenburg kommt!" Hoch- urtfc Hurra-Rufe erschallten_und immer toiefccr jub^ton die Matten dem Fell>- mvrfchall zu. Aks er in feen Palais onürat. wurde er von dem batet anweisnben R e i ch s ! anzier . von den Rechönrtr-cstern. dem Chef der He eres- und der Marinerer tung und der General»tät, fowre von den Freunden des Harstes begrüße Ge«n 91/, H^r marschierte dre Wacht truppe nrtt chren Sp-relleuten, begleitet
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Wilhelmstraße und den anliegenden Straßen versammelt, die den Reichspräsidenten, al» er zurDreisaltigkeitSkirche fuhr, mit brausendem Jubel begrüßten. Der Kordon ber Polizei wurde säst überall von den vielen Begeisterten durchbrochen, so daß der Krastwagen de» Reichspräsidenten sich nur langsam durch die Menscben- menge hirrdurchwinden konnte Die Dreisaltig- keitSkirche war bl» aus den letzten Platz besetzt. Wenige Minuten nach 10 Uhr betrat der ReiMSpräsident in Begleituna seine» Sohne» und seiner Schwiegertochter die Kirch» und nahm in der Loge des Gotteshauses Platz. Superintendent Gießt hielt die Festrede über da» Wort des Apostel Paulu- an die Korinther: .Wer da säet mit Segen, der wird ernten mit Segen." Der Gottesdienst enbete mit bem Liede Gin feste Bury ist unser Gott unb mit einem Gebet des Superintendenten, in bem et den Segen des Himmels für den Reichspräsidenten als dem erwählten Führer des deutschen BvlkeS und für das Daterland herabflehte, dasi der allmächtige Gott auS der Zerrissenheit und Uneinigkeit zur wahren Freiheit führen möge. .Bei der Abfahrt wurden Hindenburg wieder stürmische Ovationen dargebracht. Als Hindenburg zum Palais zurückkehrte, hatte die ungeheure Menschenmenge alle Absperrungen durchbrochen, so daß die ©ittertore de» ReichS- präs identenpalais geschlossen werden mußt em Hindenburg, ber sich immer wieder ber Menge zeigte, dankte betvegt.
Der (Empfang der Reichsregierung. Darm begann die Reihe der GratubrttvnS- empfänge mit dem Empfang der Reichsregierung. Um 11.30 Uhr versammelten sich im festlich geschmückten Großen Saale des Präsidentenhauses Reichskanzler Dr. Mats, sämtliche Reichsminister und Staatssekretäre des Reichs, serner der Präsident deS Reichsgerichts, der Präsident des Rech- nungshvss. der Präsident des Reichs- finanzhofs, der Reichsbankpräsident und der Generaldirektor der Reichs-
Berlin, 1. Ott. (WB.) Hindenburgs 80. Geburtstag brachte btr Reichshouptstadt einen riesigen gremdenzu ström. Abgesehen von zahtloien Schaulustigen sind im Laufe des heutiaen Sarnswgs die mehr als 3000 Kraftwagen und Motorräder ber Reichshuldigungs fahrt bes Allgemeinen Deutschen » utomobUUube aus allen Teilen des Reiches elnoetroffen D<»zu kom- men bie Tausende von Mitgliedern ber Krieger- vereine, die an dem Reichskriegertag des Kpff- häuserbundes teilnehrnen. Infolgedessen waren heute abenb alle Hotels, Pensionen unb Hospize voll besetzt, so daß in großem Umfange Privatquartiere in Anspruch genommen werden muhten. Unter den Linden, in der Wilhelm- unb in der Friebrichsstrahe herrschte in den Nachmittags- und Abendstunden ein Verkehr, wie man ihn m diesem Umfange selbst in Berlin seit langem nicht mehr gewöhn! war. Tausende van Schaulusttgen besichtigten die Ausschmückung des Branbenburgcr Tores, die Festdekorteruna vieler Gefchäftshauser und bie Befiogpimg ber öffentlichen Gebäude unb Privat- Häuser. Besonders in ber Umgebung des Reichspräsibentenpalais sammelten sich die Massen frühzeitig, um Zeuge ber Ausfahrt Hm- benburgs zur Seiet ber Offiziersverbanbe zu fern. Irn Palais selbst herrschte ein unaufhörliches Kommen unb Gehen von Depefchenboten, Trägern von Blumenständen unb Paketen mit Ehrengaben. Die Em- zeichnungssisteu füllen sich immer mehr mit Namen aus allen Schichten ber Bevölkerung. An zahlreichen Stellen Berlins hat bereits bie Beflaggung zu Ehren des Reichspräsidenten begonnen. In ben Hauptgeschäftestraßen konnte man schon heute zahlreiche Auslagen ber großen Geschäftshäuser sehen, die, ber Bedeutung des 2. Oktober enksprechenb, zumeist bie Büste Hmdciiburgs Inmitten frischer Blüten ausgestellt haben. DieBerlinerSchulen haben zum größten Teil schon am Freitag, bem I'ge bes Schulschlusses, b efonber e Gedenkfeiern veranstaltet. Der deutsche Buchhandel veranstaltet schon feit einigen Tagen in allen größeren Buch- haiiblungen sogar Ausstellungen der außerordentlich umsangreichen Hindenburgliteratur. Vielfache Illu- >m großen Caf6 am Pots- Glühbirnen d^s riefenh-ifte
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SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Vrvck imö Dfrfcg: Vrihl'fche UntverstlLtr-Such' nnö Stetiöniderei R. taugt ti «ietzeti. Schriftlettung und Ksfchäftrffele: ZchuMraz« 7^
Strophe deS Deutschlandliedes, die alle Anwesenden wiederum entblößten Hauptes mit- sangen. Dann erfolgte der Abmarsch der Mufik- kvrps.
Das Feuerwerk.
AlS Abschluß deS ersten Feiertags veranstalteten die deutschen Pyrotechnischen Fabriken SamStag abend auf den Anlagen der Grüne- waldrennbahn ein gigantisches Z-eueNverksfchau- spiel. da» eine ungeheure Menschmmenge herbeisockte. DorauS ging e.n Promenadeirdoppel- lonzert unter der Oberleitung deS Armcemusik- inspizienten Pros. Dr. Hackenberger. DaS Feuerwerk kann wohl mit Recht als da» bisher grofc- a r 11 g ft e bezeichnet werden, daS in Deutschland vorgefüßrt wurde. Dach den Einleitung-signalen wurden gezeigt: Sine Künstlerfront, eine Sportfront, eine süddeutsche Front, eine norddeutsche Front und eine Tannenbergfront mit Denkmal. Den Höhepunkt bildete die von 21 Salutschüsien begleitete Hindenbura-Iubi- l ä u m S f r o n t mit einem riesigen Hinden- burgportrait. Zum Schluß wurde der Zapfenstreich gespielt, worauf die Menge begeistert daS Deutschlandlied sang.
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