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rcrungen, die im Zusammenhang mit der Ilm- Heilung der Grube ..Friedrich" zu Trai^Horlosf norgenommen werden. Eine Sammlung für das Auslandsdeutschtum ergab hier den Betrag von etwa 24 Ml.

Sireiö Fricvbcrg.

sf. Friedberg, 2. Aug. Am Sonntag weilte eine Gesellschaft deutsch-amerika­nischer Schuhen in unserer Stadt. Im Gar­ten des Kasinos fand ein Empfang statt, an den sich eine Besichtigung der Friedberger Sehens­würdigkeiten anschloß. Hierbei wohnten die Gaste auch der großen Hebung bei, die die Fried­berger Freiwillige Feuerwehr anläßlich ihres 65jährigen Stiftungsfestes abhielt. Nachher fand ein schlichtes Festessen statt, wo Rektor Koch nanrens der Stadt die Gäste begrüßte. Bom Friedberger Schühenverein sprach Stadtverord­neter Ferber, im Auftrag der Presse Robert Freundlieb. Es wurden eine große Anzahl Tischreden gehalten, umrahmt von den schönen Darbietungen des Friedberger Doppelquartetts unter der stellvertretenden Leitung von Karl I u d e r s 1 e b e n, was von den amerikanischen Schützen mit befonberer Freude ausgenommen wurde. Zum Schlüsse des offiziellen Teils ver­teilte der Präsident der amerikanischen Gesell­schaft noch die Ehrenmitgliedschaft an verschiedene Herren. Später begab sich die Gesellschaft zum Schühenhaus auf der Seewiese, und von hier unter Vorantritt einer Musikkapelle durch die Kaiserstraße und die Burg nach Bad-Aauheim zu. wo die Gäste mit ihren Autos die Weitcr- fahM antraten.

* Bad-Aauheim, 2. August. Dom 6. bis 8. August findet hier das große Gausommer­fest des Lahngaues im B. d. R. statt. Es ist von der Aadfahrervereinigung 92/96 Bad- Aauheim trefflich vorbereitet und dürfte in sport­licher Hinsicht zu einer bedeutenden Veranstaltung werden. Heber 70 Konkurrenzen werden ausge­tragen. Ein imposanter Festzug unter Beteiligung von über 50 Vereinen bewegte sich am Sonntag um 2 Hhr durch die Stadt zii dem schön gelegenen Festblah. Die schöne Dadestadt gibt dem Feste den würdigen Rahmen. (Siehe heutige Anzeige.)

am. S t a m m h e i m, 2. August. Auch in unserem Orte hat man die Errichtung eines Gefallenendenkmals beschlossen. Aachdem der Kriegerverein in einer Haussammlung den Grundstock gesammelt hat, wurde im ©erneiliberal beschlossen, die fehlende Summe aus der Ge­meindekasse zuzulegen. Den bereits durch den Denkmalpsleger, Geh. Oberbaurat W a l b e in Darmstadt genehmigten Entwurf hat ein junger Architekt unserer Gemeinde, Herr cochwing, ge- stistet. Hoffen wir, daß es nun bald an die Er­richtung des Denkmals geht.

Slrcis Vüdirrgcn.

^Büdingen, 2. Aug. Es wird den Be­wohnern unserer Stadt nicht unwillkommen sein, daran erinnert zu werden, daß der am 2l. Juli verstorbene Hessische Minister Ootto v. Bren­tano drei Jahre lang bis zur Reifeprüfung Schüler des hiesigen Gymnasiums gewesen ist. Er trat zu Ostern 1871 in die Ober­sekunda ein, Durchlief sodann das Gymnasium glatt und bestand zu Ostern 1874 die Maturitäts­prüfung. Er war in den alten Sprachen etwas unter dem Durchschnitt (als früherer Realschüler), leistete jedoch Hervorragendes in den neueren Sprachen und in Mathematik und Physik: dis italienische Sprache beherrschte er schon völlig. Er wohnte in der sog.Kleinerei" am Marktplatz btföcm fürsil. Registrator Klein), im ehemaligen städtischen WirtshausZum Schwanen", in dessen zweitem Stockwerk damals die Räume des Ka° inos sich befanden. Brentano hing sehr an seinem alten Gymnasium und an seinen alten Kon- venälern. Diese empfanden nicht die geringste Aenderung in seinem Verhalten, als er seine hohe Stellung erlangt hatte. In aller Liebe legen tvir einen Strauß auf sein Grab! R. i. p.

Ridda, 2. Qlug. Anläßlich seines 15. Stiftungsfestes veranstaltete der hiesige Sportklub ..Viktoria 1912" am Sonn­tag eine Anzahl Wettkämpfe, die die Leicht­athletik, ötafcten u. a. umfaß.en. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Fußball-Pokalspiele, an denen sich die Vereine von Schotten, Bü­dingen, Gedern und Ober-Schmitten beteiligten. Im Entscheidungsspiel siegte her letztgenannte Verein in überlegener Spielführung mit 1:0 über Büdingen. Infolge Reusassung

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Geld und Erfahrung

Novelle von Max E y t h.

6 Fortsetzung Nachdruck verboten.

In der St. Charlesstraße fanden wir das übliche Gewimmel von Menschen und Tieren. Es war kaum möglich, meinem übereifrigen Führer zu fol­gen. Da plötzlich, hinter dem Rücken eines vierschrö­tigen Negers, war er verschwunden, als hätte ihn oor meinen Augen die Erde verschlungen, ohne sich >u öffnen. Ich stand etwas erschrocken und völlig ratlos da, ging auf dem Fußsteig der Straße, vom Strom der Vorübergehenden geschoben und ge­stoßen, zehn Schritte weiter, dann zehn Schritte zu­rück und wiederholte dies mit wachsendem Staunen. Lawrence blieb verschwunden. War dis ganze Land- wirtschastsgesellschaft von Louisiana samt ihrem Aus- schußmitglied eine amerikanische Sinnentäuschung gewesen, deren Bedeutung ich noch nicht begreifen tonnte?

Plötzlich hörte ich aus dem Dunkel eines kleinen Tunnels, der unmittelbar von der Straße in ein lies, finsteres Gebäude führte, die mir wohlbe- innte StimmeWo stecken Sie denn? Hier haust er .Picayune'! Kommen Sie! Schnell!"

Ich stürzte mich erfreut in die stockfinstere Nacht, , der mein miedergefundener Freund völlig zu wuse zu sein schien, erwischte ihn am Rockärmel ud mar entschlossen, ihn nicht mehr zu verlieren, is der Preis für den besten Dampfpflug schwarz lf weiß ausgeschrieben mar.

Dies sind die Geschäftsräume des .Picayune ," ,gte er, mich an der Wand des Tunnels oorwärts- cibenb;das älteste Blatt der Stadt. Die größte Leitung im Süden. Nehmen Sie sich in acht, was .'ie sagen. Guter Demokrat. Südliche Sympathien. Der Redakteur ist Oberst, hat in Texas komman- üert, aber nicht viele Schlachten gewonnen. Mehr Federmann. Hier sind wir!"

Es dämmerte in der Wand, die sich teilweise auf meinen Rock übertragen hatte. Seitlich ging es eine schmale, steile Treppe empor, die den letzten Grad der Abnutzung erreicht zu haben schien, den eine Treppe erreichen kann. Mehrere Herren kamen uns hastig entgegen; auch Arbeiter mit Setzkästen. ®s war nicht leicht, hinaufzudringen. Oben summten und raffelten die Preßen. Dort in dem schwülen

einer Quelle in der Gemarkung Michelnau kann den an den Hocydruckstrar.g oec hiesigen Wasserleitung angeschlossenen Häuern nur cn wenigen Tagstunden Wasser zugcführt werden. Da die Arbeiten noch e.wa zehn Tage anbauern, wirb bei ber augenblicklichen Hitzeperiode das Fehlen des Wassers sehr unangenehm empfunden.

-.-Wenings, 2. August. Auch unser Städt­chen wird sich bald der Segnungen der Feld­bereinigung erfreuen. Von 76 hiesigen Grundeigentümern, welche zusammen 423,7677 Hektar Fläche besitzen, ist unterschriftlich die Ein­leitung des Feldbereinigungsverfahrens eingeleitet worden. Hiermit liegt die für das Zustandekom­men des Unternehmend gesetzlich erforderliche Mehrheit von mehr als ein Fünftel ber beteilig­ten Grundeigentümer, welche mehr als ein Fünftel des Gesamtflächengehaltes be ihen. vor. Die Lan- deökommission für Feldbereia.gung hat taber die Durchführung des Verfahrens für zulässig erklärt.

* Dauernhei m, 2. August. Bei dem am Sonntag abgehaltenen Jahresfest für die Innere Mission des Dekanats Ridda wur­den auch die neuen Kirchenfahnen des Dekanats feierlich in Gebrauch genommen. Dekan Scriba wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der ©bang. Kirchensahne hin, die auf weißem Grunde des Kreuz in violetter Farbe zeigt. Die Predigt und in der Rachversammlung die Fest­rede über die notwendigen Liebeswerke der Inneren Mission hielt Pfarrer Memmert- Oberwidderc hemi aus Grund feiner reichen Kennt­nisse und Erfahrungen auf diesem Gebiet. Die Festkollekte von 109 M!. kommt dem Oberhessi­schen Verein für Innere Mission, der Gießener Zuflucht" und dem Oberhess. Schwestemkreis zugute. Das Fest wurde durch Mitwirkung hie­siger Gesangschöre sowie des Ober-Mockstädter Posaunenchors verschönt und verlies bei zahl­reichster Beteiligung dec hiesigen Bevölkerung und einige: . barocte aufs beste.

KrciÄ Schotte,t.

?" S ch o lleN, 2. Slug. Die Tochler eines hie­sigen Beamten glitt beim Fen st er putzen aus und fiel auf eine am Boden stehende abge­brochene Flasche, so daß die Glasscherben die Hand durchschnitten und Sehnen verletzten. Die Be dauernswerte mußte nach Gießen in die Klinik über­führt werden. Der heutige Ferkslmarkt war wiederum gut beschickt. Händler aus der Wetterau waren stark vertreten. Die Nachfrage war gering. Bei nachgebenden Preisen wurden sieben bis acht Wochen alte Tiere für 10 bis 12 Mark, jüngere sogar für 8 und 5 Mark bei Marktschluß verkauft. Die niedrigen Preise für Fettschwelne verlocken nicht mehr zur Schweinemast, wahrend Jungvieh von Rindern lebhaft begehrt ist.

Gailbach, 2. Aug. Dieser Sage hielt die Liga zum Schuhe der Deutschen Kul- t u r eine Versammlung ab, in der vornehmlich dem offenen Landesverrat von Mitgliedern der sog. Deutschen Friedensgefellschast entgegengelreten werden sollte. Don Gießen waren erschienen als Vertreter der Liga Ingenieur Ertel, der die Versammlung leitete, und Sekretär Dr. Ren­nert. Die Versammlung war sehr stark aus Laubach und drn umliegenden Ortschaften be­sucht. Als Redner hatte man Chefredakteur H Wendel- Würzburg gewonnen, der schon seit acht Jahren mit dem Rüstzeug wissenschaftlicher Forschung die Kiiegsschuldfrage bearbeitet. H. Wendel wies darauf hin, daß bereits im Ausland eine Aendrrung der Ansicht über die Kriegsschuldsrage sich mehr und mehr geltend mache, wie er selbst aus dem Munde von her­vorragenden Pressevertretern erfuhr. Aehnliche Aenderungen der Gesinnung mache sich mehr und mehr bei den Franzosen geltend, welche die moralische Anständigkeit der Deutschen be­tonten. Auch bei den zurückhaltenden Englän­dern sei neuerdings die allmähliche Wandlung der Gesinnung sestzustelleu. In scharfer Weise, aber immer in beweiskräftiger Ausführung, wandte sich der Redner gegen den Geist der ZeitschriftDas andere Deutschland". Redner verwahrte sich dagegen, eine Parteirede halten zu wollen; er sprach in völliger Objektivität. Lauter anhaltender Beifall wurde gespendet. Der Vorsitzende dankte ihm und forderte wieder­holt vergeblich zur Aussprache auf.

Gedern, 2. August. Der Fürst zu Stolberg-Wernigerode stiftel dem hie­sigen Schützenverein zum Ankauf eines Schießplatzes einen ansehnlichen Betrag an­läßlich seines 50jährigen Jubiläums, das aaeeoeMÄEWMQtzMaD5tnyMra«e«xa»cöeB«»HMrzsHB*urov*eöe®i

Halbdunkel eines großen niederen Saals wurden in allen Richtungen feuchte Zettungsblätter von wun­derlich zuckenden und rollenden Maschinen in be­ängstigendem Takte ausgefpien. Lawrence zog mich weiter, durch den Setzersaal. Es war jetzt nicht an der Zeit, Maschineubewegungen zu studieren. In der kleinen, aber fürchterlichen Höhle, die wir ohne jede Zerenwiiie betraten, hauste der Geist, der diese halb dämonische Welt regierte.

Ein Räuberhauptmann, dem Aussehen nach, braun wie ein Mulatte, mit gewaltigem Schnurr­bart und einer imponierenden, unzweifelhaft röt­lichen Adlernase, maß uns mährend des energi­schen Händeschütteins mit schwarzen, stechenden Augen, machte jedoch gleichzeitig mit einer nicht un­höflichen Bewegung zwei Stühle frei, indem er die Berge von Manuskripten, Zeitungsschnipfeln und Fahnenabzügen, die sie bedeckten, auf den Boden fegte. Dann deutete er uns mit einer riesigen Scheie an, Platz zu nehmen, wenn uns unser Leben lieb sei.

Mit was ist Ihnen gedient, Mister Lawrence?" fragte er, indem er mit seiner Waffe nach der Wand wies, wo auf einem langen Papierstreifen in roten Buchstaben der ZauberjpruchTime is money prangte, lieber der Ueberschrift waren zwei sich kunstreich kreuzende Revolver angebracht, der ein­zige Schmuck an den im übrigen kahlen Wänden. Man hatte den Eindruck, daß man sich hier nicht am richtigen Ort für ein gemütliches Plauderstünd­chen befand.

Ich wünsche. Ihnen diesen Gentleman vorzu- ; stellen," sagte Lawrence eifrig:Mister Eyth, Mister Rawley; Mister Rawley, Mister Eyth, mit dessen Ankunft eine neue Zeit für unfern un­glücklichen Süden beginnen wird. Mister Eyth ist der Vertreter der größten und berühmtesten eng­lischen Fabrik für Dampftulturgeräte: Dampfpflüge, Dampfkultioatoren, Dampfeggen, Dampfwalzen, Dampfsämaschinen, Dampfzuckerrohrschneider und Dampfbaumwollpicker. Sie machen doch auch Damp­fererntemaschinen jeder Art, Herr Eyth? versteht sich natürlich!" wandte er sich an mich im Ton unerschütterlichen Glaubens an seine Inspiration. Kurzum, Mister Rawley, die Negerfrage existiert nicht mehr, wenn wir Herrn Eyth in Louisiana auf­nehmen, wie er es verdient."

Rawley brummte mürrisch:Hm! sehr ange- nehml Immer noch lieber von England als von jen-

der Verein demnächst festlich bogehrn wird. Die Vorder..tungen zum Feste sind m vollem Gange. Auch von hiesigen Freund? r und Gön­nern erhielt ter Verein namhafte Zuwen­dungen und Stiftungen.

Gedern, 2. August. Dieser Sage stürzte der Landwirt Seibel beim Heustolen von der Leiter in der Scheune ab; er mußte sich in ärzt­liche Behandlung begeben. Am Sonntag kam die Tochter des Schmied-emeisters Gans; beim Radfahren auf der Straße Steinberg-Merlenfritz zu Fall. Dabei fugelte sich der rechte Arm aus. Am linken Arm erlitt sie starke Hautabschürfungen. Ein auswärtiger Arzt mußte zu Rate gezogen werden.

->.» Hartmannshain, 2. August. Dieser Tage hatte sich der Bezirkslehrerverein Gedern zu einer Konferenz versammelt, an der auch der Kreisobinann, Lehrer Sind - Rudings­hain, teilnahm. Der Bezirksobmann, Lehrer Kel­ler- Oberseemen, begrüßte die Anwesenden und richtete nach Erledigung ber geschäftlichen Ange­legenheiten an Lehrer Westrupp - Oberseenren aus Anlaß seines 25jähriaen Amtsjubiläums einen längere Ansprache. In bewegten Worten sprach Lehrer W e st r u p p für die ihm zu Teil gewor­dene Ehrung seinen Dank aus. Im weiteren Ver­lauf der Konferenz gedachte der Vorsitzende der Verdienste des Kreisobmanns, Lehrers L i n ck - Rudingshain, der am Konfcrenztage zum letzten Male unterrichtlich tätig gewesen war und infolge Erreichung der Alkersgreirze in den Ruhestan) tritt. Weiterhin gab der Obmann Kenntnis von der am 20. August ds Is. auf dem Hoherods- köpf stattfindenden größeren Lehrerkonserenz, zu der die umliegenden Bezirksichrcroereine einge'.a- den sind.

=.= Hartmannshain, 2. Aug. Bekanntlich bewarben sich in richtiger Ertenntnis der daraus erwachsenden wirtschaftlichen Vorteile die Orte Ber- mutshain und Hartmannshain daruni, Einmun- dungspunkt der geplanten Bahn von Birstein her, in die Vogelsbergbahn StockheimLauterbach zu werden. Während von Bermuishain aus die an­geblich bessere Rentabilität infolge vorhandener Steinindustrie, eines Sägewerkes, starker Holzver­frachtung u. dgl. geltend gemacht wird, glaubt Hari- maNnshaiu mit Recht den Umstand für sich in An sprach nehmen zu sollen, daß es schon immer als bequemer Ausgangspunkt nach dem oberen Vogels­berg gegolten hat (Hoherodskopf, Taufstein und neuerdings auch die Herchenhainer Höhe, die durch das Jugendheim eine besondere Anziehungskraft ausübt). Außerdem muß der'etwas kürzere Weg nach Harimannstein und der dadurch verbilligte Bahn'oau in Betracht gezogen werden. Die Entschei­dung darüber, wclcheni der beiden Orte der Vorzug gegeben werden soll, liegt bei der Regierung.

-. Glashütten, 2. Aug. Als Bürger­meister unfersr Gemeinde wurde vom Kreisamt Schotten Glo.sermsister Dinges, hier, vereidigt, nachdem seitens der Reklamanten gegtn die Bürger- meisterivahl weiterer Rekurs nicht verfolgt wurde.

Wingershausen, 2. Aug. Neben Einartshausen ist cs unsere Gemeinde, die noch keine Wasserleitung besitzt. Der Gemeinde rat faßte nun in seiner letzten Sitzung in Anwesen­heit des Regierungsrates Dr. H e l m r e i ch und eines Vertreters des Kulturbauamts Gießen den für unsere Gemeinde so bedeutsamen Entschluß, eine Wasserleitung zu bauen.

Krers Alsfeld.

d Homberg, 2. Aug. Hier tagten die Mil glieder des Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzüchtervereins 1921 Homburg an der Ohm und Umgegend. Zu dem wichtigsten Punkte, Bezirksausstellung in Grünberg vom 7. bis 8. Ja­nuar 1928, wurde beschlossen, daß der Hornberger Verein in diesem Jahre seine Lokalausstellung wie gewöhnlich am zweiten Adventsonntage abhalten will. Dem Zusammenschlus; steht er freundlich gegen­über und wird seine Mitglieder veranlassen, auch bei der Bezirksaussiellung auszustellen. In einem Lindenbaum unweit des Förster Ehristschen Hauses hat sich seit einigen Wochen ein Bienen­schwarm eingenisiet.

Ober-Ohmen, 2. Qlug. Ain Sonntag veranstaltete der hiesige Kriegerverein sein diesjähriges Preisscheibenschießen, zu dem wert­volle Preise zur Verfügung standen. Den ersten Preis, einen Regulator, errang der Gastwirt Heinrich Krebs. Dis Ehrensaieibe schoß der Landwirt Heinrich Horst von hier. Die Be­teiligung an der Veranstaltung war infolge des günstigen Wetters sehr rege.

~T~r*TTttr~T rt-rmizlji iwn m i m -i-"t.~iinwiini im n.'.j j feite des Potomaks. Sehr angenehm, Mister Eyth. Ich nehme an, daß Ihr Dampfpflug uns besser hilft, als Ihre Landsleute es getan haben. Ah so Sie sind kein Engländer; um so besser! Wie gestillt Ihnen unser schönes Land in seinem jetzigen jammervollen Zustand? Nicht übel wie?"

Longftreet, der General, hat die Agentur für die Sache übernommen", fiel Lawrence ein.

Der General Longftreet, die rechte Hand von Lee? Das ist etwas anderes ? Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?" fragte Rawley, während sich seine Räuberhauptmannszüge in etwas menschlichere Fallen (egten.Wir werden Sie mit Interesse beob­achten, Mister Eyth! Wann soll es lo-gehen?"

Was meinen Sie, Herr Rawley'" fragte ich, etwas Mut schöpfend. _

Die Rettung des Südens, das Gepflüge", ver­setzte der Redakteur.Sie geben doch ein Frühstück, um die Sache einzuleiten? Wir werden einen Be­richterstatter hinschicken, wenn ich nicht selbst kom­men kann. Sie wünschen ohne Zweifel eine redak­tionelle Notiz schon vor dem Frühstück? Natürlich! Wollen Sie die Gefälligkeit haben, mir einige An­haltspunkte zu geben. Wie alt sind Sie? Verheiratet ? Glücklich verheiratet? Wo wurden Sie erzogen? Bitte, teilen Sie mir alles mit, was zur Sache ge­hört. General Longftreet ist mein Freund, ein Mann, den ich hoch verehre. Nehmen wir einen Tropfen Rum echten Jamaika wie. Herr Lawrence?"

Sie winkten sich verständnisinnig. Eine geschäf­tige Freundlichkeit durchbrach endlich die rauhe Schale des Räuberhauptmanns. Es gelang mir var nicht, feine Aufmerksamkeit von meinem Curriculum yitae auf die Vorzüge der Fowlerschen Doppelmafchinensystems zu übertragen. Auch Law- rence half mit, meinem Iugendleben und meinen persönlichen Wünschen und Hoffnungen auf den Grund zu kommen, und fügte, gegen Rawley ge­wendet, von Zeit zu Zeit die Versichentng bei, daß ich von Kindesbeinen an ein wirklicher Gentleman und ein unzweifelhafter Demokrat im amerikani­schen Sinn des Wortes gewesen sei. In der Sttavensrage halte ich noch jetztmit Zähnen und Klauen" an den geheiligten Gesetzen unjerer Vor­fahren fest. Dies brachte mir jedesmal einen stum­men, schmerzhaften Händedruck des Redakteurs ein, der seinerzeit selbst fünf Neger besessen hatte. Da- .zwifchen wurde festgesetzt, daß Longftreet ein großes Frühstück geben müsse, zu dem die gesamte zu ret-

d Dannenrod. 2. Aug. Am Sonntag hielt der Schützen verein Dannenrod sein erstes P r e i s s ch e i b e n s ch i c ß e n ab. Wenngleich in» folge der vielen auswärtigen Feste der Besuch aus der Umgegend nicht so stakt war, dürste der Verein doch auf seine Rechnung gekommen sein. Es wurde mit den Gero-Kleinkaliberbüchsen geschossen. Die Preise bestanden in schönen Haushaltungs- und Ge­brauchsgegenständen. Sie wurden verteilt an: 1. Konrad Friedrich (Appenrod), 2. Aug. Dip­pel (Appenrod), 3. Heinrich Friedrich (Appen» rod), 4. Georg Hedrich (Appenrod), 5. Karl Schmidt (Romrod), 6. Gustav Wald (Maulbach), 7. Georg Sehrt (Dannenrod), 8. Heinr. Schmitt (Dannenrod), 9. Will). Georg (Dannenrod), 10. Gg. Klein (Appenrod).

Starkenburg.

* Darmstadt. 2. Aug. Geh. Dourat Ludwig Hoffmann, der Erbauer des Reick)sgcrichts in Leipzig, der dann jahrzehntelang daS Bau­wesen ter Reichshauptstadt leitete, bis er vor einigen Jahren in den Duhestaird trat, ist ein geborener Darinstädter. Er beging jetzt seinen 80. Geburtstag; aus diesem Anlaß hat ihm die Darmstädter Stadtverwaltung ein Glückwunsch­telegramm gesandt. Im Anschluß an das 3 3. Mittelrheinische Kreisturnfest fanden heute zahlreiche Turnfahrten in den Odenwald uni) an die Bergstraße statt. Die romantisch gelegenen Städtchen, Dörfer, Bur­gen und Schlösser mit geschichtlichen Erinnerun­gen und großen landschasllia)en Reizen waren die Ziele der Wanderungen. Leider war das Wetter in den Morgenstunden nicht günstig. Heute mittag verließen unter Musilbegleilung die 1 4 00 Saarländer Darmstadt in Scm- derzugen. Die Bevölkerung bereiste ihnen beim Durchzug durch die Straßen lebhaft? Kund­gebungen. in denen die Verbundenheit mit den Bewohnern des besetzen Gebietes zum Aus­druck kam. Abends, bis einschließlich Samstag, werden in der Festhalic Konzerte veranstaltet. Am Sonntag ist ein Volksfest mit turnerischen Darbietungen und Fcüerweri, womit die Feiern aus Anlaß des 33. Mittelrheinischen Kreisturn- festes ihren Abschluß finden.

Preußen.

Kreis WetzLar.

Reiskirchen. 2. August. Die hiesige G e m e i n d e j a g d, die den bisherigeir Pächtern wegen Richterfüllung vertraglicher Leistungen ge­kündigt worden ist. wird in Kürze im Wege des öffentlichen Meistgebots auf einen neunjährigen Zeitraum neu verpachtet. Die Gröhe des Jagd­bezirks beträgt 3016 Morgen; davon sind 1062 Morgen Wald und 1954 Morgen Feld. Die Jagd hat einen guten Rehwilbbestand. <Siehe heutige Anzeige.)

'I Niederkleen, 2. Aug. Zum erstenmal seit langen Jahren feierte die hiesige Gemeinde am Sonntag wieder ein M i s s i o n s f e st. Das Fest fand im Freien bei der Kirche statt und erfreute sich eines guten Besuches, besonders auch aus den benachbarten Gemeinden. Die Festpredigt hielt Missionar Wagner (Essen). In der sich an eine kurze Pause anschlietzenden Rachversomm- lung sprachen Pfarrer Kulte von hier, Missio­nar Wagner (Essen) rmd Missionar Bähr (Groß-Rechtenbach). Missionar Wagner gab ausführliche Schilderungen aus seiner langjäh­rigen Missionsarbeit in Sumatra unter den Ba- takvölkem und Kannibalen, und Missionar Bähr über seine Tätigkeit in China. Das Schlußwort sprach Ortspfarrer K u 11 e. Die Feier wurde durch Musikoorträge des Posaunenchors Lang- Göns unter Leitung von Karl Boller ver­schönert.

Groß-Rechtend ach, 2. August. In kölperlicher und geistiger Rüstigteit feierten die Eheleute Konrad L a u d t und Elisabetha, geb. Wagner von hier das Fest der goldenen Hochzeit. Laudt ist 76 und seine Frau 73 Jahre alt; er übt trotz seines hohen Alters noch das Küserhandwerk aus. Dem Hochzeitspaar wurde vom Staate ein Geldgeschenk zuteil.

: Volpertshausen, 2. August. Durch Verfügung des Landgerichtspräsidenten in Lim­burg ifi der Kreisstraßenwärter An'on Hell- Hund von hier zum Vorsteher des die Gemein­den Dolperlshausen, Vollnkirchen und Weiden­hausen umfassenden Ortsgerichts ernannt worden.

tenbe Gesellschaft Louisianas sowie die Vertreter ber Presse, in erster Linie aber desPicayune", ein- zulaben seien. Daran werbe sich bas Pflügen in wür­diger Weise anschließen. Bezahlen werbe ich es ja mit Vergnügen, eine solche Einführung des eng­lischen Dampfpflugs sei etwas mehr wert, sollte man denken, als ein paar Dutzend Hummern und bas erforberlidje Zubehör. Ich selbst mußte bies zu- geben und bekämpfte mannhaft eine vorübergehende -trübung meiner Stimmung.Noch einen Tropfen Rum, Herr Eyth!" rief der finstere Redakteur, in­dem er nach ber steinernen Flasche griff, die neben seinem Tintenfaß stand.Nein? Das müssen Sie noch besser lernen, wenn Sie uns retten wollen. Das oder Temperenzler werden. Dazwischen liegt nichts. Adieu! Schicken Sie mir, was Sie gedruckt haben wollen, schon vor dem Frühstück!"

Wir gingen. Lawrence nahm im Tunnel den Knotenstock wieder unter den Arm. Ich bemerkte es, weil er mich damit heftig in die Magengegend stieß. Es war der Ausdruck seiner Befriedigung. Dann lief er weiter, als ob er feurige Kohlen in den Stiefeln hätte.Jetzt rasch, solange wir noch warm sind, in die Konkurrenzbude!" sagte er, mehr für sich selbst als zu mir. Unser Ziel befand sich in derselben Straße, nur zweiBlocks", zwei Häuseroiertel, ent­fernt; ein prächtiger, noch im Bau begriffener Pa­last, an dessen Steinfront ber Titel ber Zeitung: The Crescent City News" in goldenen riesen­großen Buchstaben prangte. Eine prachtvolle Mav» mortreppe, deren vergoldete Gifengelänber man ast­zuschrauben irn Begriff stand, führte in die hellen, luftigen Drucksäle. Alles glänzte und funkelte hier, und selbst bas Maschinengerassel hatte einen schär­feren Klang als beim Nachbar. Auch flogen die Abendzeitungen nicht unordentlich aus allen Win­keln heraus wie dort. Ein schwarzgekleideter Herr empfing uns an ber Tür eines geräumigen Bure­aus, wohlwollend und würdig, so daß ich ihn für einen Geistlichen zu halten geneigt war. Es war Herr Smithson, der erste Redakteur derCrescent City News". Er war entzückt, baß Herr ßarorertce mich mitgebracht hatte, bi rett aus England. Er rang mit meiner Hand, als ob er sie aus dem Gelenke schütteln wollte.Entzürtt, Herr Eych, Ihre Be» kanntschast zu machen. Ein Deutscher aus England, höchst interessant! Wie gefällt Ihnen dieses Herr» liche Land?"

(Fortsetzung folgt.)