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Nr. 128 Erster Mast

177. Jahrgang

Zrellag, 5. Juni (927

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

t>n< nb tkrigg: Vrihl'schr UiiotT|!6is-Bid?- iib Sietnöradfrei L. tauge ti 6te^en. SchnftleitWU- mb Gefchafirsttöe- Sdfillfraftt 7.

SuM«t M« lejfijte für »*e 1*9*4 r.«Mirr M» $ »ch mittag c.'rb«.

Frei» ftr | höbe ftr Sijtijri r« 27 mal Srrflt enl.ch 8,»»ärt» 10 H<i$»pfretmg; ftr Mt* Moeeanwigce im TO mm Smt« 35

Ptotzvmschnft 2U* mehr.

a^rfTtbclrtre:

Dr. 3nebr. Dich. Lang«. Ikrcntmonli* lur Fohlt Dr. Fr wild L'une«; ftr Iremlrte« Dr 5» 2bortot; tir bee iibrittct Irl Er»ft Vlumtchr,»: ftr bee Sw- Ifigtntril flert ß Cwian«, ILmsttch hi Elasten

Das (Ergebnis der Genfer Wellwirtfchastskonferenz Don Äoefid Dr G. H«lponb«t

Der Ddlfcxfrunb batte alte Hationen der Erve zur Beschickung brr Internationalen Witt- fchoftskr-n'. rc-rx, nach Genf einer! abcn. Die Zahl brr ordentlichen Mitglieder L;r jede DrtrgoliiKi wurde auf fünf beicheanf, Del ander» Einladun- gm trügen an einige rtirmatizwiaic Jnftiiu* Honen, wie ble Internationale Handelst,nrmer in Pans an die großen Internationalen Or- ganifatümm brr Frauenwelt und an bas 3nlcr- naNonair ÜanbyNrtf*it11:nftttut in Rom 2luch btrjmigm Rationen wurden ringelaben. die nicht Mitglieder des MIkerbundes find, darunter in erster Linie die De reinigten Staaten von Amerika und R u st l a n d. die dann auch beide an der Konferenz tetinabmen. Die Korsteren, begann am 4. Mai ihre groste Arbeit mit einer allaeme.nen Debatte Alle JlaHonm entwickelten die weitwittfchastllche Lage ihres fjanbv» und zeigten die S chanerigkmten. unter denen he leiden. Für Deutschland sprach Herr p. Siemens, dessen bedeutsame Rede non der Konferenz mit gespannter Aufmerksamkeit ver­folgt und durch besonders lebhaften Beifall aus­gezeichnet wurde.

Die Konferenz hatte sich zunächst die Aus- :'d)dttl.v)fn Dft« yä11nisse in der Welt zu ergründen Das porbereitende Komitee legte hierfür ungewöhn- ltch umfangreiches lastachenmatertal und auch einige bcgn dete Vorschläge zur künftigen ®e- Haltung der w,ttschas tlichen Beziehunaeri vor. Ganz velonders lenkte das Komitee die Auf­merksamkeit der Well auf die Probleme der internationalen industriellen Der- einbarungen. die allgemein als das wert­vollste Hilfsmittel iur Stabilisierung der öko­nomischen Berhältnlsze besonders in Europa angrsprvchen wurden, sowie auf die Beseltl- gung unerträglicher Hemmnisse im intertuttionalen Warenverkehr in Gestalt unter­schiedlicher HandelsmctKoden. hoher Zolltattse und der verschiedensten Diskriminierungen. Rach Ab­schluß ber Generaldebatte wurden drei groste Kommissionen gebildet, eine für die Fra­gen der Handelspolitik, (deutsche Ver­treter Trendelenburg und Sggett): eine für die Industrie (tx Ccmenir und Lammers, und eine für die Landwirtschaft (Hermesb

Es ist bedeutsam, dast die Äonitreiu hinflchttich der Hanseispolsiik «nbfl..Hifle wichtige Entlchlte­st u n ge n fasten konni«. Schon bei den einführenden Reden zsigle sich in überraschender Weise die Ein- mungkelt der. Auftastung. bah der auswättige Han­del einer irden 'Ration heul' durch die zoll- politischen Schranken in seiner (fntmitflung gehemmt ist. und hast ^nz besonders diese (Fr- icheinung in Europa zum Rächt eil de» allgemeinen fttabtfianbt« unerträgliche Formen angenommen hab«. Der von der Konferenz nach Beendigung der Tagung herausgeaebene Bericht betont, bah bi« Heilung drst Kriegsfchaden hierdurch ge­radezu ungebührlich verzögert würbe unb dast der auvwänige Handel oller Rationen in einem mehr oder w.niger grof n Äusmaste durch die be- stichenben 'tandelshemmniste ganz ernstlich gehindett werde. E» wurde als lobache hingeltellt. dast inrnr die qtrrmften Formen der nandeisbeschränkung. die unmittelbar nach dem Knege eingesühr: wurden, wi, Äusfuhrnerbote. Lizenzin'leme, z. I. verfchwun- den sind, bah aber die Zolltarife felbst wesent- lich höher al» vor dem Krieg, sind Hinzu kommt, bah m curopa bie Zahl ber Zolltarife um ein Mehr- lache» oermehtt wurde.

3n der handel »politischen Konumfston war die Klage über dte Störung de» internationalen Han- del»o»rkehr» durch die zahlreichen neuenJon* desgrenzen sowie durch die iu» proteftionifti- 'chen Gründen geschaffen, Beschränkung de» Person en - und Güterverkehr» gant all- gemein. Und die außerordentliche Höbe der Zoll­tarife mürbe lebhaft krilistett Die» war für Frankreich »ehr unbequem, weil die» Land oor kurzem den Entwurf eine« neuen 3oliiarif» vor gelegt I).! welcher ganz erhebliche Erhöhungen ber aegenwar'ig cbon weir üdertriedenen .^rl'äp, vor- steht. Eine falt gänzlich gefchlosten, Meinung aller Nationen zwang Frankreich die Vereittvilligkeit zu betonen, an dem grosten Werk be» Abbau» ber hanbelspolitischen Erlchwernist« gleichsall» mitzu­wirken.

Die Konferenz schlägt vor. die Tarife nun­mehr in umgekehrier Richtung, also nach unten auf vierfache Det'e in die Wog» geleitet werdens die einzelnen Staaten sollten sofort in eine Re­vision und Crmähtaung der.enigen Beschrän­kungen eintreten, die den Handel befcinbcrn. Der Abfchlust von Handelsverträgen soll weitgehendst erleichtert werden. - Kampf- t a r i f e find au'zubeben. Die Wittfchaftsakrsn des Völkerbundes feil im Einvernehmen mit reu entsprechenden Staaten alle TR ahn ahmen treffen iur AuS'cheidu^g und Dermindev: g von Schwic- iigkeiteir. welche die ungewöhnlichen Zolltarife dem internationalen Handel bereiten.

Es ist eine immerhin bemerkenswerte Tat­sache. dast derartige weitgehende Entlchlüfte auf bandelsprlin'chem Boden einstimmig von nahezu 200 Delegierten, die etwa 50 Staat'n ver­traten. gefaßt werden konnten Die Weliwitt- 'chaftskonscrrnz faßte ihre Befchlüste durch Per­sönlichkeiten. die zwar nicht die Regierungen ver­traten. jedoch von den Regierungen er­nannt unb gewissermaßen vom internationalen Standpunkt aus gefehen. ihr verantwortlich sind. Gewiß mag ein solcher Organismus in feinen Ent-

Die ägyptische Krisis.

Kairo. 2. Juni (WB.) Premierminister Sarwat Pascha wurde heute vom Oberkvm- miffar Lord Lloyd empfangen. Danach wurde Lord Llrvd vom König Fuad in Audienz empfangen Das ägyptische .Rabtnelt scheint zu zögern, eine der in der britischen Rote aus­gestellten Forderungen anzunehmen Dies ist nicht darauf zurückzuführen daß die ägyptische Re­gierung nicht geneigt wäre, im Sinne Groß-

micn# her La - daraus, daß die Form x u adoptieren, worin das englische Ersuchen an die ägyptische Regierung gerichtet worden ist. Das Kabinett ist mlolge- desfen heute abenb erneut zusammengetreten. Es wird versuchen, eine Formel zu finden, die für beide Teile annehmbar ist.

In Londoner Kreisen wird die Ueberaabe der ägyptischen Antwort auf die britische Role für morgen erwartet Obwohl in der 2gl,pt,lchen ct.rrmunu 'ur eine unnachgiedige Hal­tung noch immer überwiegt, glaubt man. daß die ägyptisch« Regierung in älebereinstimmung mit einem großen Teil der Kammer einen Kompromißvorschlag unterbreitet, der zum mindesten Derhandlungen nicht ausschließt. In London ist man ferner der Auffassung, daß die ägyptische Reg.crung mit ibrer ganzen Tak­tik nur Zeit gewinnen wolle unb daß nur eine Annahme der britischen Forderungen in Frage kommen könne, da bie ägyptische Re­gierung Zeit genug gehabt habe, in den langen Verhandlung,:: Dorschläge zu unterbreiten. Droh- britannirn soll sich in der Rote bereit erllärt haben, die Amtspcriobe beS britischen Deneral- inspektors von funs auf drei Jahre zu ver­kürzen Dafür must aber die unbedingte Autorität des britischen Eeneral- Inspekteurs über die Armee erhalten bleiben, ebenso muh er seine Anweisungen als residierender Sirbar in Zukunft nicht meyr vom Kriegsminister, sondern direkt vom König er­halten.

Im ägyptischen Parlament erklärte der Bremier n.Nister, «s sei richt der genignele Augen­blick. von der Regierung irgendwelche Einzed- beiten über die Verhandlungen zu erbitten, die wegen einer Vereinbarung im Gange sind. .Ich bin der Meinung, daß eine Entsendung von Kriegsschiffen in die ägyptischen Gewäsfer auf eine irrtümliche Auffassung der L a g e zurückzuführen ist und bah es in Aegypten keine Bewegung gibt, die bas Leben und die Interesscni von Ausländern bedroht. Friede und Sicherheit herrschen überall und die Ausländer selbst find vollkommen ruhig. Es besteht gute Holfnung. daß dieser Konslikt dank des Geistes der Freundschaft, der die englisch-ägyptischen Be- zlehungeii l>eyerrtcht. in einer Weise enden wird, die die Interessen und die Ehre Aegyptens sichert"

Der Ruffenkonfliki.

Eine Siede Siykows.

Moskau, 2. Juni (WTB.) 3m Plenum des Moskauer Sowjets sagte Rykow über den englisch-russischen Bruch u. a.: Die Tatsachen und die Ereignisse ber letzten zwei Monate recht­fertigen den Bruch nicht. Die erhobenen Be­schuldigungen beruhten aus gesälichten Doku­menten. Die (Srflänmg der englischen Regie­rung habe keinerlei triftige Beweise enthalten. Rykow wies darauf hin. bah der Bruch mit der Tagung der WeltwiNschafts- kvnferenz. aul der selbst Balfour die Rottvendig- keit einer Zusammenarbeit der Sowjet­union mit den kapitalistischen Staaten aner- tannte. zufammcnfiel Der Bruch fei ein Ver­such der englischen Regierung, über die Miß­erfolge der Innen- und Außenpolitik hinweg- zuiäufche,. und die Offensive gegen die Arbeiter-

klasf, zu bemänteln. Er |n der erste Schritt zum Krieg. Die Hoffnung Baldwins, btt HandelsbeziebuT-.gen ohne diplomatische Bez.e- hungen aufrecht zu crbaltr: sei durchaus illu­sorisch. Der Krtegsgefadr werde bt, Sowjet­union eine unverrückbare Friedenspolitik ent- «arnfeyen. Der Bruch

Schlag gegen die Sowjetunion, sondern gegen England gewesen

Das Plenum der Mos kau-Sowjets nahm zum Referat Rylows eine Entschließung an. worin dir Haltung der Regierung, die auf die Erhaltung des Sri eben» hnau-läuft. einstimmig gebilligt wird und die Be­reitschaft ausgesprochen wird, alle Maßnahmen

zum Schuy der Sowjetunion zu unterstuyen Die Bevölkerung wird «ur Organ 'ierung e.nes tanzielle» S e

durch Die Sicherstellung c.ner erfolgreichen Bea'.:- s,erung der Staatsanleihen aufgerufen Die

auf Regelung der materiellen An­

sprüche britischer Staatsangehöri­ger entgegennehmcn bi# bie vollstävd en diplomatischen Be»iehungen zwischen der S.'w,et- union und Großbritannien wirderhergestellt s.nd und die britische Regierung hinreichende Ge­nugtuung für die der Sowietuni^n «uge- fügten Beleidigungen unb materiellen Schäden ge­geben haben wird.

Die Sturmkatastrophe in Holland.

ftmflerbam, 2. Juul. (WZB.) Die erste Selle ber beuligrn Abendblätter ist vollständig anyefüdl mit Berichten aus den Unroettrrgebletru. Den ein­gehenden llieldungen. bie au» allen Teilen des Helm- gesuchten Gebiete» hier eingetroffen sind, ist zu ent­nehmen. bah bie Gesamtzahl der laten etwa zwanzig beträgt, von den etwa sechzig Schwerverletzten haben die meisten beim Ein stürz von Häusern unb Gebäuden schwere Kopfwunden. Bein- unb Hlppenbrüdx davonge- tragen. Die Fahl der Leichtverletzten wird etwa aus 200 geschätzt. Die Schäden ber Sturmkatastropye in den Provinzen Gelderland unb Ober-gstel sind viel größer al» bei der ersten Kaiu tropye vom Herbst 1925. rtnfcheinenb sind zwei Windhosen von ungewöhnlicher Heftigkeit aufgetreten. Die fchwä- chere zog über Doe»burg (östlich von tlmbeim). Die viel stärkere zweite Windhose zog über bie kleine Stadt Ciditenooorbe. (brocnlo. Eibergen unb Jleebe. Später richtete dieselbe Windhose, die nur etwa zwei Minuten dauerte unb eine Breite von 500 Bieter hatte, weiter nördlich zwischen tllmelo und Velden große Verheerungen an. Die Gegend von Reede, hoaksbergen und tllmelo bietet ein Bild der Verwüstung^ Zwei- bl» dreistöckige Häuser wurden von dem Wirbelsturm nieder ge­rissen. Riesige alle Bäume liegen entwurzelt auf den Chausseen. In der Rahe von Reede, wo da» Unwetter am schlimmsten gewütet hat. wurde sogar ein Zug durch öle Gewalt be» Sturme» au» den Schienen geworfen. Allein in ber Ortschaft Reebe sind achtzehn lote zu beklagen, bie von den hau»- trümmern begraben wurden.

Zu Beginn der heutigcn Rachmltt.i',«,fitzuuq der Zweiten Kammer betonte der Kammerpräsi­dent in einer Ansprache die liefe Teilnahme be» Parlament» für bie Opfer ber Sturmkalastrophe In ben östlichen Provinzen unb sprach bie Hoffnung au», baß sich auch in diefen dunklen lagen wieder da » Gefü HI der Zusammengehörigkeit der ganzen R a i < n in hellstem iditc zeigen möge. Barnen» der Regierung schloß sich ber jufllp minlftrr diesen Worten an und erklärte, daß auch die Regierung alle» tun werde, wa» in ihrer wacht flehe, um die Rot ber schwer heimgesuchlen Beoölfc- rung be» Ostgebiet» zu llnbern. Beibf Ansprachen wurden von den Kammermitglledern stehend an- gebört

Die Sturmschäden in Lingen.

Singen. 2. Juni. (111.1 Das kleine Städt­chen Lingen bietet heule ein Bild trostloser Verwüstung, besonders in der inneren Stadt, wo fast sämtliche Häuser abgedeckt und sechs Gebäude eingeftürzt sind. Der Markt­platz gle.cht einem Trümmerhaufen Das alte Rathaus wurde schwer mitgenommen. Einige Entgegen den ersten Meldungen hat bei ter Katastrophe nur ein IHLHriger Schüler sein Le­ben lassen müssen, der auf bet Großen Straße von einem Ziegelstein getroffen wurde

unb einen Schädelbruch erlitt. Verletzt sind etwa 16 bis 20 Personen, darunter einige schwer Der Schaden wirb auf 1 2 Millionen Mark bezislert.

Eine Windhose in Oldenburg.

Oldenburg 2. Juni iWB. > Gestern wurden im südlichen Oldenburg in der Eloppenburger Gegend tne Bauern­schaften Auen. Holthaus und Lienerlob von einer Windhose heimgesucht. Rach den bisher vorliegenden Meldungen sind in der Bauernschaft Auen fämtlutx' 27 Häu'er zum Teil dem Erdboden gleichgemacht «um Teil außerordentlich schwer b?schä>tg: worden. Acht Personen sind mehr oder minder schufet ver­letzt. Der Verlust an Tieren ist noch nicht genau festgestellt Von Okdenlniog und Peimeiw horst wurde tne Polizei für tne Ausräumunas- arbeden angefordert Die Gegend gleicht einem Kriegsschauplatz.

Schwere Unwetterschaden in Schwaben.

Günzburg, 2. Juni (WTB) Ein von Gewitter begleiteter Wirbelsturm knickte in Guns" bürg (zwischen Ulm und Dillingen) heute nach­mittag die stärksten Bäume wie Zündhölzer um. schleuderte bie Aeste über hundert Meter weit fort und riß den Schornstein der Maschinen­fabrik Günzburg, ber das Dach der Fabrik voll­ständig durchtchlug. um. Der etwa 23 Meter bnbe Wasserkühlturm der Fabrik ninTe ebenfalls um gelegt. In Denzingen wurde ein Stall vollständig zusamrnengedrückt und das Vieh unter den Trümmern begraben. Die Feueru hr Günzburgs mußte die Straßen frei machen Die Staatsstraße nach Dillingen ist polizeiltch ge p<-rrt. weil Hunderte von Bäumen und Telegraph:n- ftangen auf ber Straße liegen. Etwa 20 Minuten lang fielen taudeneigroße Hagelkörner nieder. Die Stadt Günzburg ist ohne Licht und Kraft. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Das Unwetter in Mecklenburg.

Schwerin. 2. 3unl «WTB) Der orkan­artige G e w i 11 e r st u r m. ber mit starkem Hagel aefteni das südöstliche Mecklenburg heimgesucht hat. hat auch in der Telfau zwischen Bolze n- b u r g unb Lübtheen die Saaten zum Teil vernichtet. Aus dem Gute Melliyhof stürzte eine Scheune ein. Zahlreiche Häuser wurden ab.i.Xdt Besonders schweren Schaden richtete das Un­wetter aus dem Gute Gresse bei Boizenburg an. wo das Schloß des Barons von O'en- bon teilweise abgedeckt unb im Park alle Baume geknickt wurden. Große Verheerungen richtete ber Sturm in der Schloß gärtner ei an. E.ne Kirche und eine Feldscheune wurden umgeworfen. Das Postged^ude erlitt starke Beschädigungen.

schlüfsen weitergehen als eine reine Re- Sierungskonferen». bie ja chre schließliche Bin- ung in der Verfassung bzw. in ben Parlamenten der Heimat hat. Aber gerade hier lag sür bie Weltwinschaftskonserenz ein girier Vorteil, weil den Delegicnen auf diese Werfe bie Freiheit des Wortes gegeben war. Der Bericht der Konferenz über bie Handelsfragen muß als Zei­chen dafür angesehen werden, baß die Wirt- schaft-sührer ber Welt mit dem protektio­nistischem System unzufrieden sind, unb daß durch die ganze Weit ber Wunsch gebt, ben internationalen Handel au. ben Grundlagen von Freiheit. Sicherheit und Gleichheit sich auf­bauen unb entwickeln zu la"en.

Auf die Wichtigkeit de» internationalen Kar- tellproblems batten bie Franzofen fchon oor der Konferenz wicderholt verwiesen, es wurde auch auf der Konferenz betont daß durch d.e internatio­nale Kartellierung der Industrie zahlreiche wirt­schaftliche Streitpunkte zwischen den Rationen befei- tigt und b bie Aussichten für eine wirtschaftliche und damit schließlich auch für eine politische ® e famtoerständigung wesentlich besteigen wer« ben konnten. In ber Frage der 3t a t i o n o I i (i e runc wurde von amerikanischer Seite bebnbers untentricoen. k- bie Rotionalisur.^n? sich nicht nur auf den technischen Teil ber Prvbukt on erstrecken dürfe, sondern vielmehr da» getarnte Gebiet ber Volkswirtschaft einschließlich der 6taat»roelen» erfassen muffe. Rationali­sierung bedeutet zweckmäßigste Einrichtung der- tererzeugung be» «Uterrervrauch« und aller öffent-

lichen Funktionen. Unter diesen Gesichtspunkten fällt die Kartellsrage ebenfalls unter be Rationalisierung, unb so war er oerftänNtd), daß in den Debatten ber Industriekommission die beiden Probleme schließlich ineinander übergingen

Don dem deutschen Delegierten Lämmer» wurde besonder» der Gesichtspunkt betont, daß die internationale Kartellierung kein Wittschaft»pnnz,p barfteUe sondern nur eine der vielen Organiso- tionsformen, welche eine Linderung ber Rachkriegr- schwierigkeiten erstrebten. Im Vordergrund müfie immer die große Handelspolitik stehen, deren Maß­nahmen nicht von den Wünschen einzelner Induslnr- gruppen wegen internationaler Kartellierung ab­hängig gemacht werden dürsten.

Tton vielen Seiten wurde aufterbe-t unter­strichen daß die monopvlittschen «^nfctnteru welche vielfach der Kartellierung innewohnten, große Gefahren sowohl für bie beteiligt. 3n- buftrte selbst, wie für alle von ihnen abhan.^ ^en Penbuktrons- und Verbraucher!rette mit sich brin­gen könnten. Die Kommission hat schließltch Tor- telle unb Gefahren btefer Bewegung <orgfäüig gegeneinander abgewogen und festgestellt, baß bas Ausmaß der ersteren vor allem von dem Geis: abhätige. :n welchem die Kattelle chre Tät.glcit auäübtcn Dieser Gellt mülle von len Gefühl ber Verantwortung für die Allgemc.nheit getragen fein. Außerdem wurde einmütig das Ctrcben nach erw eiterter Oe f 1 e r. 11i4 - leit berügl ch der auf dem Kartellgebiet sich ereign-nben Vorfälle geforbert. In der Frage der Errichtung emer internationalen Kartell-

kon t rolle lehnten bie Vertreter aller Ratunen einmütig eine mit richterlichen Befugnissen aus­gestattete Kontrollstelle ab Dagegen wurde e n- mutig bie Err chtung einer mehr moralisch toirfenben Kontrolle durch Schafsung einer inter­nationalen Rachrichtenstclle über das Starten- wesen begrüßt.

Es ist ersichtlich, daß d e großen Hoffnungen der Konferenz auf internat.onale Kattellemp- fehlungen insoweit eine Enttäuschung erfuhren, als nicht zuletzt von deutscher 6; ic die Gren­zen der internationalen Kattelle in über­zeugendster Welle dargelegt wurden unb b c es Hilfsmittel internationaler Wittschaftszusam: en- arbeit nicht a l s ausschließlich befä­higt bezeichnet wurde, die mann ^fachen Hemmnisse und vchwierigk. ten zu befeitgen Ss wurde auch daraus aufmerksam gemacht, daß die Organisatwn-form nur eine Phase der öko­nomischen Entwicklung darstellt, und daß ihr durchaus nicht die Kraft innewohnt, auf leichte Weise hohe 3olltan<e und die sonstigen untrag­baren Derhältn.sse in den internationalen Han­delsbeziehungen zu beseitigen.

Die Entschließungen des landwirtschaft­lichen Ausschusfes handeln von der Steige­rung ber landwirtschaftlichen Erzeugung, dem Verhol'n ^.s zwischen den Prvcken ber landwirt- schallsichen Srzeugn "e einerseits und ber 3nbu» ftr eprrdukte anderese-.:S ferner von den Wech­selwirkungen. welche iLrdxm ben Wrtt- schaftsgeb.eten der Landwirllchast. ber Industrie und des Handels bestehen, ll n behierhert«e