Ausgabe 
3.5.1927
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 102 ZwUlrr Blatt Siebener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Sörrhrsicn) Dienstag, 5. Mai 1927

Das Deutschtum im Hultschmer Ländchen.

T'on unjftrm br Beruh««glatter (Äddjbntif. auch tnil DueUenangabe. verholen Ir oppau. <Fnb* Sprit IV?7 Unirr bei GorgmhrJwm brr Neulichen Minor,- laue in bei oo' Nech aewalnam jbgetremiien Mtrun nimmt dir BroSlkerung de, hjittdr.nrr vanbdxr» nocharradr frw Stellung eine» -lies- finbr» rin. lÄan versieh, e» hxr in biet em nein* | llcn der >-1 i,rn (Baur bie heute untre Irember j »xrrschost flebm srhr wohl bah man in brr Melro- pc4< bei Bnchei 'ich nicht »eben Taa um bir Sorgen unb SünNdw birtri beul-(feen Lanbstnche» !Ommern kann, flut brr enberen Seite muh man et aber ver- lieben, wenn bie SetxMlccui 2 ..I r e u e um freu«' verlang Dm Dealschm bet ftulridnner Jänbdyen» ifi r* |a befonbef» schlecht ergangen. 3n ftedailc» hotte man sich um bot celbhbr£b-n* nungirrd« brr zirka 50 0W Deutschen Mrfee teilt bet 8reifet Ralibor in brr f u bh d)he n Ecke Vberschirsient überhaupt nid); ge­kümmert 3flmr !am man nidn baren vorbei, brm übriger. Ober chlr'im bat Becks auf Selbst beftimmuna erwähnen aber ben Cultldnrerr. alaubie nw et nn*cd) oorenihatten zu tannen So mar ber Bmdlferung vor rombrrein »edr Wog« !id>kii genommen burch wirksame Gegen mahne b- men bat llnierbrüdungtrrflime brr Tschechen ob zu- Durch einen Appell an t

fett brr fMt bi, tlSnblqen Ueberflriflr »uri ckzu- UX1$n ber loi idMimmrr ist nie eine*Umontät einer Entnarionalisirrung»posil'k überliefert war den all Me Deutschen bet »ullfdfrier Ländchen». Da» Unglück modle e». bah bir fjauploodlohe ber .fchechischrn Bmierungtbehörden gegen bie Be volle- rung in einer Jen erfolgten, n>o man Im Beich ge­nug Mit anderen Dingen zu tun hatte ttbftiit vom weltpolitischen Gk^dxbm tonnten bie Tschechen im ))uli<d,ir.rr L'nnMien schalten und malten, wir sie c* in ihrem 5«r.ne für gut befanden 3u diesem Zwecke perbungte man zunächst ben Belage- rungtzustand, unter dessen schützenben Fitti­chen ra schUehl'ch auch bot qratzte Unrecht verant- wartet werden kann, lallt sich überhaupt einmal ber 3mona einiietlen sollte, bah einoicgrdloar vor einem infcrnoiionakn Gremium Nrchenschasi über leine-nt rbeiiepoli:if geben mühte Im Belage- rungi zusloud bitten bie I]dx<hen em Werkzeug, mit dem sie zunächst bie brutschen Gemcinbtonlretungen auflolen tonnten, vier Jahre hindurch hat bann die Ichi.ttbefliinmjng der Bevölkerung in ben ftan- ben ber non der Landet Verwaltung In Iroppau ein» ai legten Verwoltunatkoinmission gelegen einem l.niichutz. der natürlich nur aut waschechten Tschechen zusammengesetzt war.

Ter Nächste Schn« galt, wie bot sa auch immer n solchen nalien zu tein oslegt. ber deutschen schule Man wallte bat bodenständige deutsche u leinen! mit der Wurzel au treiben, öt würbe mit dem notigen Terror eine . Volks^hllmg' mt Derk ueietzt. bie trotz allem saft 70 Prozent brutsche stimmen brachte. Darm setzte aber verstärkter Druck ein, um bat draebnit umzufälschen. Man lud bie Einwohner vor bie Polizei, wo sie unter otrafan« brohung ihre Tlationaiitat In die tschechische um- andern lassen muhten Huf diesem Wege gelang et über ben Tschechen, ixe Prozenlziskr ber deutschen UN ber Ge! untdevöikeruna bet Izultschiner Land- dient aus Prozent her ab zürnende rnl Dadurch wurde erreicht, bah die Prager 'Regierung sich nicht mehr an bie hn Versailler Vertrag festgesetzte M t n berheltenfchutzgesetzgebung zu bal­len brauchte.

So wurde bie deutsche Bevölkerung )>ult|d)lnü auch ihrer Schulen beraubt, die ihnen bei Befolgung bet Minor>latenschutzvertroget vom 28. Juni 1919 durch die Tschechen geblieben wären, üt war biet ein die» «ter für bie deutschen ftult- schiner, alt der tschechische Polizeibüttel an ben To­sen ber deutschen Schulen stand, alt die Schulen ge­schlossen wurden, die beuischen Lehrkroste »dre Heb gewordene fiosition verlassen muhten, alt stock' tschechi che Öehrperionen ber deutschen Jugend aus. oktroyiert rouiben D»e Bevölkerung führte einen er- biltenen -chulstraik durch ober sie war nicht stark genug... Ium Tert wurden bie deutschen Kinder unter polizeilicher Bedeckung den tschechischen Leh­rern zugefuhrt. Deutsche Prtoatschulen wurden ver- boten. Ja. man verbot et ben deutschen Schulen im nahen Iroppau. Hultschiner Kinder aufzunehmen!

/XuN bürten wemae deutsche Lehrer in Lzickrichin nur von j>ju» <u Äaut ziehen, um bie Kinder zu umerrid»tm Mit ber Be'o'.gung btt alten Uirunb- Iahet dmde et imper» gelang et ihnen natürlich, durch Befreiung vom Bdju^elb. freie LedTMii.ei. >a sogar ff?o'l,g-ung und Bekleidung eine oder die andere jioxmlie zu übeticlpeln Im groben und ganzen Hieb aber Ne fldwehrtront -:r tso^rn

tft vei teht 'ich von selbst, bah Ne Tlchechisif rungtpoliiit nicht ur in der Schule rigorot durch- edubrt w rde St lei n-r darauf hingewiesen. bah der Deutsch-Mährische VoIktbund. ber zum Sch'une ber be.n dx- Minderheit int fieber ge- rufen w.1 kurzerhand a u f g e I o ft wurde weil man so die Bevölkerung um die letzte Organisation hret Widerftandr» yi enngen dachte aunf Lihre hindurch wurde daneben ber Bevölkerung bat Wahlrecht voren:halten Hl» endlich im Jahre 1925 die Geme»r.iM>3blcn ftaitfandcn und einer. luJlgen deutschen Sieg brr.ck.ten. trotz aller Dihlmiriooer. und trotz ber in unglaublichem Hutmahr vor lich gegangenen Bcamtenmoafion. da zögerten bie mah- gebenden Prager Stellen nicht in einer Anzahl von Ortschaften btt (Bemeinbeoenretur.gen erneu: aufzu- losen und an ihre Stelle bat berüchtigte System der verrnaltungtko.n.mission-n wieder einzufetzen

(fine Genugtuung für bie Bevölkerung bradtfen aber bie partamentanschen Dahlen die bat Bild bet deutschen f>uhld)iner Landchent. bo» man schon au» den Gemeinde, »ah! en erhalten bitte, noch oerDotilianbigten Mit 15 00(1 Stimmen Hieben die Deutsch.n hultschin» Sieger aecen bat fker der tschechischen Beamten, der t'ck.echifchen Arbeiter und fwnbnxrfer m den Sokol die künstlich int Land gezogen worden waren

Tropdem ist eo dit aus ben geuttaen Tag nicht ändert geworben. Immer wieder versucht man von Prag aut mit Geld Breschen in bie deutsche iiront zu legen. .Reuerbing» machen sich bi eie Bestrebungen vor allen Dingen im katholischen R I e r u » de» Landchent bemerkbar. Gott fei Dank iber bicbri ohne durchichlagenden (Erfolg. (Ei scheint alt ob der Eintritt ber beiden deutschen ak­tivistischen Parteien in bie bchechesche Regierung ebenfalls feine flenberunq bezüglich der Verhältnisse in Öultschin mit sich gebracht hat. Nach wie vor geht ber Kampf gegen bat Deutfchtum in diesem einst auch wirtschaftlich fv blühenden und reidxn Gebiet. Man muh sich In diesen Tagen, wo ber Verein für bas Deutf chtum im Aut- lanb bie Volktgenofsrn auf ruft zu einem grosz- zügigen 5)ilf»werk für bao DeutfOum jenfeits der Grenzen z.»m Dolm.t'ch der tiefen Gefühle der fietmathebe der Deutschen fyultfdnnt madien und drüben im großen Botertand Verständnis für ihren Ratnpt um bie Ethottung beutfdxr (Eigenart und deutscher Rulhir fordern. Denn man die Erwachse­nen oergefen hoben tollte, bann soll man wenig- ftrn« nicht bie deutschen Rinder ver- qefsen. Dir riui:,ch.ner bestehen immer noch auf ihrem oelbstbesnmimingsrecht.

Sechs Jahre tschechischer izerrschast haben da» Deutschtum in f)uUid)in nicht zermalmen tonnen, reift drüben im Tieid), bafe der gute Kampf ein gu­te» Ende tirtbel!

Thüringens neue Regierung.

Thüringen hat mm endlich ferne neue Regierung. Am 30. April, genau cm Vierteljahr nach den Land- lagowahten, fanden bie Abstimmungen tm Landtag flau Nachdem vier Unterhändler vergeben» ordudtt hatten, eine 'JiegierungsfoalHion zu schossen, nach­dem zwe, positive Mimsterllsten vom Landtag ab- gelehnt worden waren, blieb nur noch bie Möglich­keit eines Beamtenkabinetts oder die nuflÖlung des Landtage» Die 5teaierung ist nun gebildet worben und fand bie Zustimmung des Landtages mit 29 Stimmen gegen bie Linke mit 26 Stimmen bei einer Enthaltung.

Die engere Koalition besteht au» Demokraten. Landdund Deuttcher Volkspartri und Dirtfchafts- Srtei. Sie oedugt über 21 Abgeordnete, also einer inberbeit (ber Landtag Mt 56 Abgeordnete). Die 'Regierung bebori um lebenssöhig zu Heiden, der Zustimmung der vier DeutschnaNonalen. zur Dahl war auherdem mindestens Srimrnenrtyaltung der zwei Nationalsozialisten erforderlich. Die Deutsch- nationalen hatten schwere Bedenken gegen die neue Regierung, da in ihr die Demokraten mit einem Minister und einem Staatsrat vertreten sind, wäh- renb sie im Landtag selbst nur über zwei Hbgeorb« nett verfügen. Um dem Land ober eine Neuwahl ein kommuniftifcher Antrag auf Londtagsauho- fang lag bereit» vor zu edf»ren. strmmHeri fie

Berühmte Bilöeröiebftähle.

Der Diebstahl ber weltberühmten Mrifterwerke au» dem Moskauer Mufeum für bie Schdnen Künste worüber wir bereit» berichtet haben, ist mahl ber grotzte BUderdiedstahl. der bisher je auf- geführt wurde, wenn llch auch bie gestohientn Werke an Buhm mcht mit der Mona Lisa be» Louvre vergleichen formen, die ebenfalls einmal ber Gegen­stand eine» sensationellen Diebstahl» wurde. Die (Entfernung diese» ftrouenbilbniffe». bot da» schönite ber Welt genannt worben ist. hat seinerzeit eine (Erregung bemorperufen. bie in der Geschichte der Runltbicbitablc beiipidlo» war. Ein phantastischer (Italiener wutzte da» unvergleichliche Derk Lionardo» au» dem Muieum he rau szu schmuggeln, und es be- durfte einer abenteuerlichen 3agb der Detektive, bi» man schiietzlich in Florenz dem Verbrecher ber mit seinem Schutze nicht» anzufangen wutzte, die kostbare Beute ad sagte

Ein anderer Bilderbiebflaht. der noch heule um vergessen fein dürttc ist der be» Bildnisses der ntruwin oon Devonchire von G a i n » b o r o u g h. Do» s=4N<ffol diese» »übe», eine» der schönsten, öte ber Grotzmeister der englischen Malerei accha-en Hot die Äimftfreunbe em viertrijahrhunderi in Spannung gehalten 2m Lahre 187<i hatte der Lon­doner Kunsthändler Sanem da» Bild für 217 000 Mark getauft und in seinem Salon in DQ) Bond- Street ausgestellt. Al» im Mar de» Jahre» der Portier eines Morgen» den 2u»'tellungrsool auf- fchlotz. bemerkte er. datz ba» grotze vüd. von dellen Schönheit bomal» ganz London iprach. oerichwun- ben war. Der vergoldete Rahmen ding noch an der- ie<ben Stelle aber au» ihm gähnte schreckliche Deere: die Leinwand war heransgrichmtten Trox der Io*-ort aus« setzt en Belohn ima gtlana e» nicht, be» Diebes habhaft zu werden. Man schad dem Dieb alle mög­lichen Beweggründe zu: er sollte sich in die schöne ix rau auf dem Bilde oerfiebt Haden ufw. Ader die befarmte Dekcknvilemo Pinkertvn. bie mit zäher Beharrtichkeit jahrzehntelang die Aufklärung diries geheimnisvollen verbrechens betrieb, ianb 'chlietzlich Spuren, die nach Amerika führten. Die Sieber ent- deckung des Gemälde» gelang 1901 unter den leit- famften Umständen. Der Dieb der war rin

internationaler Spieler, der bie ganze Zeit mit dem Gemälde, in dem doppelten Boden seine» Koffer» verborgen, durch bie Seit gereift mar. Er vertraute einem Gefährten da» grotze Geheimni» an. der zum Verräter mürbe. Dieser war rin Berufsspieler namens Sheedn. ber einmal in Chikaao noch star­ken Verlusten oon einem ihm «renwen anderen Spieler au» der vertegenheit gerettet worden war. 3n flonffanthwpel wurde er bann später von einem Griechen engesprochen. der ihm derichtrre. fein früherer Wohltäter sei von Seeräubern grtangen ge­nommen. Sheedy bezahlte ba» Lösegeld, und seit­dem waren fie gute Freunde, Io gute, batz der andere kein Grbnmni» vor ihm hatte Sheedy teilte Tinfertön den verbleib de» Gemälbe» mit und lehrte die Verhandlungen nach denen dem Dieb Straflosig­keit zugefichert wurde: autzerdem bekam er bie Be­lohnung, und über seine Persönlichkeit wurde Srill- schweigen bewahrt. The 5inna Agnew erhielt ba» Derk unbeschädigt wieder und verkauf le e» später für eine Biriensumme an Pierpom Morgan

Einen noch romanrischeren Seriauf nahm der Diebstahl eine» Hauptwerke» von {x ra Angelico einer Darttellung be» Jüngsten Gerichte», die heim- lich ju» Italien heraus auf eincdyi^ geschmuggelt worden war. da» nach London fuhr. Auf der ^ahrt erlitt da, Schitt Schiff beuch und da» unrechte Gut -chien verlor en Nach rimaen Jahren aber zriote ein Seemann dem Kunsthändler Ponzom ein flifc. bcs er au» den Dellen aufgefischt hatte. Der Mann hatte den goldenen Nahmen auf den Degen schau- fein sehen und ba» Dina an Land gebracht. E» war der unter gegangene Fra Angelico. zwar hart be­schädigt. aber doch noch in einem >eichen Zustande dotz er nach der Diederherstevung für eme grotze Summe nach Amerika oerfetih werden taimte. Manch aufregendes Abenteuer wurde m früherer 3eU durch die ftren^e Kontrolle der italiernfchen Ne- gierung beroorgerjicn, die keine gshim-en Brider- xrfäutt griwnete Da mutzte fefbft der r*iet Käufer die Tricks von Dieben ouwenben. So erzählt Ponzom m im« Erinnerungen von einem tmm- dervollen Tizian, den er ben Mönchen einer vene- ziamfchen Sirche abgefauft hatte Eme Äop»e sollte hn Dunkel der Kirche die Stelle de» echten Berte» vertreten. Bei Nacht m* Nebel teer man habet

schiietzlich doch nut für ba» Robinett Ebenso verhiel­ten sich die X'tionaileMaliflen

Die brn neu pemäbtt Tendier fmb B< .m»e Den vortitz 'cm - ba» . oitabilb'ing» .mb Justiz- mmtftenum behalt Dr. h. c Ni0»ard Leuche inn. ber bekannte Neichrt^gsalgeotdneie der Deut chen Bvlk»partei und wrbte- :< Bort ^ndr de» St.' minütenum» der letzten trei Jahre. Cdenfall» rü­derer chürm.vicher IRintter ift der neu» Innen- und Wirtschan-Minister ür. flrroch Pauisien. Cr geböfi der Demokrati'chen Partei en. Der neue u- »enzmimsler Toelle war b ll r Stiniffenilbirfltor im Jinan'.min.ftenu-n. Die fünf Staatträte i.*t;cn sich zusammen au» znei . ndb mbangchorigen. iwri Mitgliedern der Dirtscho': portet und einem emotrcicr.

Heber be# voroustzchttiche Lebensdauer be» neuen Sabinen» ist «chwer rtme» tu > rrn Da die parla* nxntoni4>r Sah» ber flegtet . chwach ist. ilt bif'-e Tim von ber Zustimmung der Deutichnat snalen ngia. E» werd allo alle»

rrtwn Äflirrung anfomn.fr. Verhalten sich die De- motraten gemätzigrer al» sich nach ihrem b shengen Auftreten erwarten Iaht, in ai ? die Poli::k der Negierung, 'ür b# Nechte tragbar so lli e» durch- au» mvguch. datz die Neg>er..na d»e veriasiungs- ".atziae Äegifnmgepfnobf von >rei Iabr.n durch-

' Sa rieten er uUt inb. so «ft r» d» 1» edreulick' t ber Kuhhandel in Iburmxn <!,ch briangt «ft anb da» Land weiter an feinem fl bau arbeiten kann.

II. Allgemeiner ärztlicher Kongretz für Psychotherapie in Bad-Nauheim.

Eigener Bericht des .Diet, 2nz"

7, Dad-Äauheim. 30. 2priL

Der heutige dritte und letzte Verhandlungs­tag. der sich tn brr Haupi'ache mit den Metho­den der Pfnchotherap.e defasite. bildete zahlen- mäfitg ben 5,öhcvunkt des Kongresse», naymen rt an ben teil, auher Ttcr^ten auch intercdicrte Gr*i »*v. Gciftlube ult» Co waren 'Neunte brr eilen- ftrafanhalt Dunbach unb des LembeszuchlHauses Marienschloh In grösierrr A.chl anwe'enb $ür sie war vor allem baS lieferet von Speer (Cinbaui über .Aerz11 iche unb geist11che licgTünbigcn Gcbanlcngängen führte ber Ncdner au- batz ber emhbafte ^fnchotherapeu» immer wicber auf bie Avtwenbigkeit ber Erörterung letzter Probleme bem PatieMeii gegenüber flohen werde Tillichs Ausspruch .Hur bet priester­liche Mensch ift froUfommcner Psychiater" besiehe zu Necht Der Vortregende, ber bie Arbeits­gebiete bes ärztlichen und geistlichen Coellorgers sein abzugrenzen versuchte, betonte ftatck bic Hot- trcnbigleit der Zusammenarbeit von Arzt und Pricsier im Interesse ber seelischen Gesundheit, ber seelischen Hygiene nicht nur einzelner, sonbern vielmehr untere» ganzen DolkeS. Die gewiss Er- ir.r-bcrncr psychothcrapcu tschtr örfenninil'e toieber belebt werben. Der geiin.ux Seelsorger mülle künftig über rin gewisses Matz von psdchvpatho- logischer unb Psychotherapeut,(cher Äusbilbung vertügen. Ansätze hferqu seien sowohl auf katk?- lischer. wie auch aus prvteftankitcher S.*itc Ichon ba. Sine finngemäbc 3u:amr e.iarbeit von Arzt unb Seelsorger sei bas erstreöensrverle Ziel.

In verwanbtes Land sührten bie AuSsüh» rungen bes Bab-Aauheimer Kvankenhausarztes Dr H a e b e r 11 n über .Das religiöse Er­lebnis in ber Psycho tberaple" Bon hoher JBarte entwickelte ber Aebner felgenben Gcbanlcngang: In zunehmenbem Mähe stellen sich beute zwischen getrennten Einzelgebieten menschlichen Deisieslebens Derbindungen her. so auch zwilchen religiös eingestellten Streifen unb ber Qllcbuin, was in mehreren gemeinsamen Tagungen von Aerzten unb Theologen zum AuSbruck kam. Das eigentliche religiöse Erlebnis, aus bem starke Kräfte erwachten tonnen, vermag zur Wandlung ber mit vieler nervöser unb organischer Angst verbundenen Leiben tn Vertrauen zu führen, feine Auswirkungen können bei dazu Veran­lagten auch in bie ärztliche CeelenfüoTung ein- bezogen werben

Interessant waren auch bic Aussührungen von Magnus tz i r s ch s e l b l Derlin) über .Psy­chische Mi 11 eutherapiSs gebe zwei Arten biefer Vehandlungsfonn. Die eine sei be­strebt. ben Pattensen in eine Umgebung au brin­gen, bic bem entspricht. waS er werden sollt bei der anderen suche man dem Kranken eine Um­gebung zu schassen, bie bem entspricht, was er isi. le blander (Sreibutg) unterzog ben CoueismuS einer Kritik unb kam babri zu einer Ablehnung au 6 erzieherischen Gründen. 3. H Schulz tVertin), ber .Ufbtr rationali­siertes. autosuggeftiveS Training" Iprach, zeigte an Veikpielen. wie er mit seiner Methode ber autogenen Organübungen beachtliche Leistungssteigerungen Gefunbcr und Lcichtneuro- tilet erreicht hat In baS Gebiet beS Hypno-

lilnui führte Mar Levl - vuhl iBerlin) von Vi'fenfchaf'fichem Lf.inbpunftc a. s ein und C Ctaubadber 'Saarbrücken tret für en.e Beuorientierung der Hypnotherapie auf bem Srnpfinbungsleden als alleiniger Grund­lage rin

In einer bete oberen Cifiung sprachen noch M oer chen fMiesdaben-D etenmuhle» über .Die Berwirrung bes Aeurv'ebegrtffs in theoretllchcr unb praktlfcher tzinsichf. Herzberge r (Berlin) über .Hrilfakloren in ber i 'ychvinalon'chen Tte- tanblung" unb Lenzderg 1 «rranlfurt a. TL) über .Traumform unb Traumftnn".

Sine Gcneralbiskussion. bic fies fchürfte und äusterft fruch'bringenb unb anreivnb war. bilbctc ben Aus'lang des arbeitsreichen Kongresses, ben Geheimrat 6 o m m e r (Glesien) mit Dorten herAlichen Dankes schlvh.

Sine geschästliche Sitzung die heute ben wifsenschasUlchen Beratungen vorausgegangen war unb sich mit wichtigen Organhauons- unb St cm besten gen beschäsNgie, sahte wichtige Ent- f ch l t e si u n g e n zur Jrage ber Äusbilbung des Psychotherapeuten unb über bas Bcrhällnis von Psychotherapie unb Kurpsuschertum. Die letztere hat folgenden Dortlaut

.Der In Bab-Mluheim vom 27. dis 30. At nl 1927 tagende 2 Allgemeine ÄonireO für Psycho­therapie. besucht aus allen Teilen Deutschlands unb bes beurtchen Sprachaedtet» erblickt In ber stetig zunehmenden Kurpfuscherei eine schwere Be­drohung ber Dolksaefiinbbett. Die ärztlichen Pfychotherapeuten sind für bie Beurteilung ber schweren Verwüstungen, bie besonbers burch die kurpluscherische Behandlung aus seelifch-nervö'eni Gebiete erzeugt »erben, in erster Linie zuständig. Der Kongress erblickt in ber schrankenlosen Äunrr- sreiheit einen kulturwlbriaen Zuftanb The Ver­sammlung bittet die heutigen Acrztekammcm unb Spi Yen vertret ungen der Aerzte, insbesvnbere aber auch bie mebizinischen Fakultäten, mit allem Vachdruck bei den maf)gebenben Stellen für Aushebung ber K u rl ersral hei I rtn- jutreten.

Don den addltgen Deranftaltunaen. die bic Tagung umrahmten, sei noch bas Festessen erwähnt, das gestern abend Im groben Spei Waal des Kurhauses flattfanb. Dabei widmete Ge­heimrat Sommer (Gießen) bem gastlichen Bad- Vauheim, bem Kongretz unb bem knutschen Dalcr- lanb warm empsunbene Worte, Biirgermeifter Dr. Kayser übermittelte ben Dank ber Stabt Bab-Aatchrim bafür. batz man sie als Kongresi» ort grtr.iblt habe Der Gdchäflsfühver beS Kon- greffe», Dr Eliasberg (Münchrö). gab seiner Jrcubc über bi« Anwesenheit ber zahlreichen ausländischen Gäste Ausdruck und brachte in einem Trinkspruch aus Geheimrat Sommer und Gemahlin den Dank für den erfolgreichen Verlauf des Kongresses zum Ausdruck.

G 116 < n, 1. Mai.

Heule Dormtttaa oon 411 Uhr an fonb eine Noch- fifiung in der Klinik für psychische u. nervöse Krank- bfitrn in Gietzen unter Leitung oon Professor Dr. sommer. dem Vorsitzenden be» Kongresifs, statt. Pünktlich sanden sich 61 Teilnehmer, darunter als Vertreter der Abteilung sür ossentliche Gesundheit»- pflege Ministerialral Dr. Schrohe, ein. Ein präch­tiger Schmuck von Tannenkränzen im Treppenhau» begruhte die Teilnehmer. Zuerst fonb im Horfaal

den Umtauld) vorzunehmen, al» plötzlich an der Kirchenriir gepocht unb tm Namen be» GciefK» Gin- latz gefordert wurde. Wahrend die Mönche bie Ein- bringitngc auf hielten, ichnih Ponzoni refolut die kostbare Leinwand aus dem Nahmen, hängte bie ftopit an die Stelle und brachte da» echte Bild, un­ter seinem Mantel verborgen, an ben Polizisten vorbei, glücklich heraus.

Aus dem Darmstädter Kunstleben.

Die Darmstadter Gruppe veranstaltet tm Sommer in Florenz in ber Accademia delle Belle Arti Firenze eine hessische Ausstellung vonGemälben,PlastikenunbGrapbik im Austausch einer Toskanischen Kunstau-stri- [ung tn Tarrn Habt, Kunsthalle am Ahctntor. bie zur Zeit in brn Bäumen ber Akademie zu Flv- reaz gezeigt wirb. Di« Toskanisch« Kollektion tvirb während der Sommermonate Juli-August tn ber Kunsihallc am Ahetirtvr ausgestellt. Der AeichswirrtchaftSverdanb bildender Künstler Druifchlands. Gau stellen, oemnftaltrt aus Der- anlafuna seines ersten Vorsitzenden Dr. Grei­ner während der Sommermonate in Jugenheim feine erste Ausstellung .Kunst an berBerg- si ratze". Beteiligen werden sich bie an ber Bcrgstraste anfäffigcn Künstler unb Künstlerinnen, fowie Mitglieder des Verbandes, bi« Motive von ber Brrgstrahe behandelt haben. Als 3u*- stelluvgseaum Hai Dr Greiner fein Ard irr hau» tm Stertbacher Tal aut Verfügung gestellt. Die Ausstellung 'vll am 15. Mai. »ernnttagi 11 Uhr. eröffnet werden. In der kommenden Wvchc werden in Darmstadt Gemälde von Karl unb Anna Beyer versteigert. Dieser Tage wurde bie Ausstellung eröffnet. Ss sind kxrorus bereits XI Bilder verlauft worben, mehrere davon h« bw Stadt Darmstadt er- wc^den. Der Draphilcr ^arhnu! Pfeil er­hielt einen Lehrauftrag für GebvauchS- graphik cn der Frankfurter städtikchen Kunst- gewerbdchule. Der Künstler totzb ferner Darm- nixcr Dohnsis ämdestaltan.

Frankfurter Theater.

Shakefpeares Komödie .Der wider­spenstigen Zähmung" gestalte»« sich anlätz- sich der Aeuinszenierung tm Schauspiel- Hause zu einem Abend ungetrübten Genusses. Das Wirbelnd«, durcheinander Strudelnde ber Shakdpeareschcn Lustspiele, bal nimmer lang­weilig werdende Aus unb Ab ber Handlung, dieser Aufbau aller möglichen Situationen zu einem burlesk-beiteren Wortgebäude zwingt Immer wieder Den Zuschauer tn Bann. Dies« Widertpenstigen-Zähmung behandelt mit köstlich männlichem Selbstbcwuhifcn bie Frauenfrage. jede Komplikation tm Wden ber widcrtctzlichcn Katharina wirb von Petruchio mit männlich hi re­ichender Geste in bie einfache Formel bcS Ge- hortamS aufgelöst. Ss ist ein ungemein ergötz­liches Spiel, unb wenn ber Inszenator, In bi dem Falle Mdchior Vischer, es versteht, ben In­hal: unb Charakter bes Lustspieles burch bie Szenerie schwingen zu lasten, wenn er es ver­sieht. bie Darsteller im Geiste Shakespeares zu beflügeln, bann Heftel sich ber Ertoig mit unbe­dingter Selbstverftändlichk.it an bic Aulführuna. Eine herumziehenb« Äomöbiantentmppc fplelt mit ben primitiven Mitteln ihres Szencnaus- tvandes rin lustig Stück unb getobt aus biefrt stilistisch bedingten Primsttvit« ergibt sich bie starke lünstlerilchc Dirfung ber Spieler Ellen Daub war eine Widertpensttge. ber bie Wand­

lung von der zormgen Katharina Aum sansien, ge- hcdamm Kalchen in prachtvoller AuSdruckssähtg- kei: gelang. Leopold Bi bettI ihr tobender, pei: schendiL l len der Bezwinger. Das andere sanfte 2-cbe4t*2 3r. ßueenrio uni) Bianca, war bei Kun- dry Sievert unb HanS Iungbauer in besten Händen. DaS Gefamtlpid ergab samofe S-i'zelheitm. sedoch raqtt aus bem bunten Beigen lustiger Gestalten toteberum Theodor Dan t g« gerS humoristisch ungemein farbiger Diener Gnirrto hervor. Der laute Beifall des Pu- bsikumS. welcher die Ausführung begleitete, war verdient unb zeigte, welch starkes 3ntetdte man stets einer so guten Klassiker-AuffühTung tote dte- ser entgegenbringt Lw.