OerKrofch mit-erMaske
Roman von Edgar Wallace.
30 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Der Wogen hielt am Eingang des Polizei- gebäuLes und die Herren stiegen aus. Der Schreiber stand auf, als sie in das Bureau kamen und sah sie verwundert an.
„Wir wollen nur Balder herausholen/ erklärte Elk. „Balder?" sagte der Mann überrascht. „Ich wußte gar nicht, daß er bei uns drinnen ist!"
„Ich habe ihn mit Hagn eingesperrt." Dem Polizeibeamten dämmerte ein Licht.
„Das ist merkwürdig! Ich hatte gar keine Ahnung, daß das Balder war!" sagte er. „Mir hat nur ein anderer Sergeant gesagt, daß man einen Landstreicher zu Hagn hereingelassen hat. Hier ist der Schließer." Dieser Beamte war ebenso erstaunt wie der Sergeant selbst.
„Keine Ahnung gehabt, daß es Balder ist," sagte er. ,Leshalb haben sie solange geratscht, beinahe bis ein Uhr."
„Nun, und reden sie immer noch?" fragte Elk befriedigt.
„Nein, Herr Inspektor, ich habe vor einer Weile hineingeguckt, jetzt schlafen sie. Sie haben mir ja die Ordre gegeben, sie in Ruhe zu lassen." Dick und seine Untergebenen folgten dem Schließer auf den langen Gang hinaus, der weiß gekachelt war unb auf den viele schmale, schwarze Türen führten. Sie gingen bis zu der Türe am äußersten Ende. Der Gefängniswärter schloß auf und Elk trat em. Er ging zur ersten Schlafbank und zog die Decke herab, die der Schläfer über sein Gesicht gezogen hatte.
Da lag Balder auf dem Rücken, um seinen Mund war ein seidener Schal gewunden. Seine Hände waren ebenso wie seine Beine nicht nur mit Handschellen, sondern auch mit Stricken befestigt. Elk stürzte zur zweiten Schlafbank, aber als er die Decke berührte, sank sie leer unter seinen Händen zusammen. Haan war fort!
Als sie Balder in Elks Bureau gebracht und mit Brantwein gelabt hatten, erzählte er seine Geschichte: „Es war so um zwei Uhr herum, glaube ich, daß das geschehen ist. Ich hab' den ganzen Abend mit Hagn geredet, aber es ist mir gleich klar
aewesen, daß er mich von dem Moment an als Po- lizisten erkannt hat, indem ich hereingekommen bin. Er hat mich den ganzen Abend zum besten gehalten. Aber ich bin standhaft geblieben, Herr Inwek- tor! Ich habe es immer wieder versucht und hab' schon gedacht, daß er seinen Verdacht überwunoen hat, weil er plötzlich von den Fröschen zu reden an- gefangen hat. Er hat mir erzählt, daß diese Nacht, das heißt, letzte Nacht, ein Radio an alle Häuptlinge kommen wird. Dann hat er mich gefragt, wieso Mills umgebracht worden ist, aber ich bin überzeugt, daß der Schurke ganz genau Bescheid gewußt hat. Nach ein Uyr haben wir nicht mehr vielgequasselt und um viertel zwei habe ich mich niedergelegt und bin sicher gleich eingeschlafen. Dann bin ich aufgewacht, und da hat man mir schon einen Knebel in den Mund gesteckt gehabt, ich hab' versucht, mich zu wehren, aber sie haben mich gehalten."
„Sie?" fragte Elk, „wieviele waren es denn?" „Es müssen sicher zwei oder drei gewesen sein, ich weiß es nicht genau," sagte Balder. „Mit zweien wäre ich ja wohl fertig geworden, denn ich bin nicht der Schwächsten einer, — ah, es müssen schon mehr gewesen fein! Außer Hagn habe ich bestimmt noch zwei besehen."
„War die Zellentüre offen?"
„Ja, sie ist weit offen gestanden," sagte Balder, nachdem er einen Moment nachgedacht hatte.
„Wie haben sie ausgesehen?"
„Sie haben ganz lange, schwarze Ueberröcke angehabt und sie haben gar keinen Versuch gemacht, die Gesichter zu verstecken. Ich würde sie sofort wieder erkennen. Es waren noch junge Leute, wenigstens der eine. Was dann noch geschehen ist, weiß ich nicht mehr. Sie haben meine Beine umschnürt und haben die Decke über :..ich gezogen und ich habe nichts mehr gesehen oder gehört. Ich bin die ganze Nacht verlassen dagelegen und habe an meine liebe arme Frau und meine lieben armen Kinder gedacht ---"
Elk ließ ihn mitten in seiner Ieremiade zurück und ging hinüber, um eine sorgfältige Durchsuchung der Zelle vorzunehmen. Auf dem gleichen Korridor hatte ein Wächter in einem kleinen, mit Glaswänden umgebenen Loch, wo die Zellenindikatoren sich befanden, seinen Platz. Jede Zelle war für den Fall einer Erkrankung mit einer Glocke ausgestattet.
Und die Signale wurden in diesem kleinen Bureau an Tafeln sichtbar.
Darüber befragt, gab der Wärter an, daß er zweimal während seines Nachtdienstes für wenige Minuten in das Uebernahmebureau gerufen worden war. Einmal, als ein wegen Trunkenheit Arretierter nach dem Doktor verlangte und das andere Mal um halb zwei morgens, als er einen Einbrecher übernehmen sollte, der im Laufe der Nacht gefangen genommen worden war.
„Natürlich sind die Leute während dieser Zeit boDongegangen," sagte Elk.
Die Türe von Hagns Zelle war beiberfeitig zu öffnen. In biefer Beziehung unterschieb sie sich von den Türen aller anderen Zellen des Gefängnisses, da man ein Schloß gewählt hatte, das den Polizeioffizieren die Möglichkeit gab, den Gefangenen nach dem Verhör zu verlassen, ohne erst den Schließer herbeiläuten zu müssen. Das Schloß war nicht auf- gebrochen worden, ebensowenig wie das der zum Hofe führenden Türe. Elk ließ sofort die Polizei- leute rufen, die bei den Ausgängen von Scotland Pard Dienst gehabt hatten. Der wachthabende Offizier, der bei dem Ausgang zum Embankment gestanden war, hatte niemanden bemerkt.
Der Mann beim Whitehall Ausgang entsann sich, daß er um halb drei Uhr einen Polizeiinspektor hatte hinausgehen sehen. Er war dessen vollkommen sicher, daß der Offizier ein Inspektor gewesen war, denn jener habe einen langen Säbel getragen, und der Wachthabende hatte auch den Stern auf seiner Schulter bemerkt. Er hatte den Vorgesetzten gegrüßt, wofür dieser gedankt hatte.
„Das kann einer von ihnen gewesen fein," sagte Elk, „aber was ist dann mit den beiden anderen geschehen." Hier fehlt jede Svur. Die beiden Befreier waren verschwunden, als ob sie sich in Luft aufgelöst hätten. „Dafür werden wir wohl eine Nase bekommen, Hauptmann Gordon," sagte Elk. „Und wenn es dabei glimpflich abgeht, so können wir uns noch freuen. Sie sollten lieber nach Hause gehen und sich schlafen legen, Hauptmann. Ich habe heute nacht wenigstens ein bißchen geschlafen. Wenn Sie ein wenig warten wollen, bis ich meinen armen Balder zu seinem Weib und zu seinen Kindern zu- rücksende, die ich schon übrigens alle mit Namen kenne, dann will ich mit Ihnen gehen." Dick wartete am Whitehall Ausgang, bis Elk kam.
„3a, es wird wohl eine Nachfrage vom Departement geben, da kann man nichts machen," sagte er. „Was mich besonders kränkt, ist, daß wir den armen alten Balder in ein schlechtes Licht gestellt haben und ich wollte ihm doch gerade etwas Gutes tun. Es ist eine alte Erfahrung, daß man dem Mann den schlechtesten Dienst erweist, dem man versucht, einen guten Dienst zu leisten." Es war jetzt beinahe zehn Uhr vormittags und Dick war schwach vor Hunger und Mangel an Schlaf. Ein- ober zweimal, während sie den Weg nach Harley Terrace zurücklegten, sah Elk sich um.
„Erwarten Sie jemanden?" fragte Dick, dem die Möglichkeit einer Gefahr aufdämmerte. „Ich habe gerade einen Mann gesehen, von dem ich glaube, daß er uns nachgegangen sein kann, einer in einem braunem Ueberrod."
„Ach nein," sagte Elk gleichgültig. „Das ist einer von meinen Leuten. Aber haben Sie etwas bagegen, wenn wir hinübergehen?" Unb ohne die Antwort abzuwarten, faßte er Gordons Arm unb führte ihn über bic breite Straße. „Das bachte ich mir!"
Ein kleiner Forbwagen, ber in Riesenletjern den Namen einer Wäscherei trug, und bis nun langsam hinter ihnen hergefahren war, überholte sie nun mit größter Geschwindigkeit. Elk folgte dem Auto mit den Blicken, bis er Trafalgar Square an der Ecke von Whitehall erreichte. Aber statt nun nach links gegen Pall Mall oder rechts nach dem Strand ab- zudiegen, machte der Wagen einen Halbkreis unb kam ihnen entgegen. Elk brehte sich um unb machte ein Zeichen. Der Detektiv im braunen Mantel, ber ihnen gefolgt war, sprang sogleich auf bas Trittbrett bes Autos. Eine heftige Unterredung zwischen ihm unb bem Wagenlenker entspann sich unb enblich fuhren sie zusammen weiter.
„Erwischt!" sagte Elk lakonisch. „Jetzt führt er ihn auf bie Direktion unb hält ihn bort wegen irgenbemer Anschulbigung fest. Es ist nämlich bic leichteste Art, jemanben zu verfolgen, baß man ein Geschäftsauto benützt", sagte Elk. „Ein Geschäfts- wagen kann nämlich machen was er will, unb nie- manb nimmt bavon bie geringste Notiz. Wäre uns eine Limousine nachgefahren, so hätte sie bic Aufmerksamkeit jebes einzelnen Schutzmannes erregt. Es war nichts anberes als ein Aufpasser. Aber mir schien es plötzlich," sagte er mit einem Schaubern, „als wäre es ber Tob selber." (Fortsetzung folgt.)
Deutschnatwnaler Handlungsgehilsen-Verband.
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DienStag, den 4. Januar 1927, abends 87, Ahr, im Kaufmännischen Dereinshaus
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Nutz- und Brennholzversteigerung im Licher Stadtwald.
In dem Distrikt Grohhäuserberg wer« den nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Kreisstrahe Bieder- Bessingen—Langsdorf am Donnerstag, den 6. Januar 1927, vorm. 10 Llhr, versteigert:
a) Nutzholz: Stämme, Hainbuchen 4. bis
6. Klasse 18 Stuck = 3,54 3ftm.; Elsbeer 4. bis 6. Kl. 7 Stück = 2,50 Ffim.; Linde 4. Kl. 1 Stück = 0,6? Fstm. Buhscheit, Rin.: Eiche 3, Hainbuche 9.
b) Brennholz: Scheiter,Rm.: Buch.300, Fichten 4, Linden 3; Knüppel,Rin: Buchen 54, Eichen 17, Fichten 4, Weichholz 4; Rei 1 ig, Wellen: Buchen 3540, Eichen 1550, Eschen 300, dichten 100; Stocke, Rm.: Buchen 154, Eichen 12, Fichten 22.
Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 30. Dezember 1926.
Hessische Bürgermeisterei Lich.
Volker. 2D
Großer Inventur- Ausverkauf
vom 4. his4S.Zannar
Derselbe bietet bei Unterstellung des Gesamt-Warenlagers besondere Vorteile durch große Preisermäßigung bei
einem Posten Herren- und Knahen-Anzüge (darunter auch blaue Konfirmanden-Anzuge) einem Posten Herren- und Knaben-Ma'niel
einem Posten Herren-Unterhosen, Hemden usw. (erstere teilweise etwas angetrubt) und große Restpartien Kleiderstoffe und Baumwottwaren
3m übrigen verweise auf meine billigen Auslagen
H. Kaeß Nachfolger ■’SF
MA Inhaber Wilhelm Horn


