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ür. 257 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für ivderhessen) Mittwoch, 2. Usvemder 192Z

Wenn einer eine Reise tut.. in Spanien!

Don 9. Seeger.

Lach SÜ6 Spanien willst du? Darin ftede ich rntr Mr gu: em Skräuhchen txm dem

Kräutlein .Geduld' an deinen Hut. und last dafür einige Illusionen über die Teckmik de« Rrisens in Span m. besonder» im Süden, yi Hausei Du stehst v V srüh ,um S40-Aig tn Murcia auf Mr. Dahn steig, und wann kommst du in Granada, deinem Re kziri. an? Um 1 Uhr nacht« für einen l^-Zug eine Strecke in drei btl vier Stunden »u durchlaufen! Aber D*3üfl* da unten und .sausen"?2Id> du lieber Gott. da beeilt sich nicht- und niemand!

Seoores viijcros, al treecn!** .Sin» fingenT schnarr: der Schaffner mit Stentor­stimme. und old gut gezogener Deutsche steigt man auH gefror!am ein. Und diese Menschen­menge. die da auch einfangt, schwatzend, lachend, gestikulierend, küssend! 2to so. du derüst. di« Sniucn und Mädel küssen sich oder Männlein und Wriblern? Hein, in der Hauptsache küssen sich Me Männer, auf beide Sacken, umarmen sich, beklopfen sich. n^>mal nochmal! Äein Äpfel kann zur Sri* im Abteil! Plötzlich ein Signal, alle- kugelt durcheinander, wieder schmatzt und schallt e- von Küsten der Männlichke t. bis end­lich alles. waS nicht mitfährt. wieder drauhen ist! 2Iun Rufen. Lachen. Weinen, Tücherfchwenken eiMt<b Abfahr:! Aber auf dem Trittbrett fährt noch ein junger Mann mit bis -um nächsten Stcttidnchen. gurt Innern Freund daS Geleit, der morgen wahrscheinlich schon von einer einstün- digen ..Reste' zurückkehrt! Auf jeder Station wiederhol! sich das Theater mit Arm-rn-Arm- gehen der Männer. Klopfen und Äbküssen. Jeder 3ug bildet dort ein Ereignis. Auf dem Dahn- steig promenieren die jungen Mädchen mit klap­perndem Fächer, junge Burschen stehen in Grup­pen und rufen ihnen Schmeicheleien, piropos. zu: .Wir brauchen den Frühling nicht, er liegt in deinen Augen!" und andere: in ihrer buder-

Der litauisch-polnische tionflitt.

Son C t* Ungern-Sternberg.

3n sei ne in Strau mti Voten frai diteuen btn Paragraphen b<-r VSIkertzundosoNungen angerc <n. und aus Ibn gestutzt e ne ausiudniche 3ioU in G.n' uberrfufr Io dast sich der Äölkerbun der a t m seiner Dr»emderfuu.na antikriun mit dem Ä 11 na ton Hl II wird besaffen mutzen. Sefonntürt) smd d.sher alle »ersuch., die 5 rage der Zugehörig feit br» ®ilnagd>i<t<» aus dem Wcge einer Wit»- dbfltmmunfl und birrftrr Lertzond! ngen über die . on /lomane auegearderte*n Vkviette $u losen, sehlgel chlagen. 3nunwiu>no!c stonseren-en Mr sich mit dem Streite deschästigten. verliefen re «ullntioe: Unter dem Druck der Xkrfrältnifle, ober nicht wett bat fletft aut jertm Polen» war stell* üch die »oischatterionjerenz schllestlich aa den durch d* polnische Belegung ge'chaffencn ^oben der latsochen" und sprich Wilna den Polen zu. Die (HülhflfrH dir- r ffUgdung Ist oo:i tiirouen nie- ,xile nnerl innt mv.den steine puhtudie cpiflimbia »eil und keine 3nteraretierung»kunst kann die Tot- -ache out brr fielt schossen, dost Die Polen ben Frie­den von Suwalki gebrochen hoben und hast General Zetiegowsky durch einen bewaffneten nanb irrich ben L'itnuem ihre historische Hauptstadt ent- ritz, 6s kommt bim-, dast sich «orono bereit er lort». ben Swestfol! v»t boe internationale 6dueb qtrldrt im haoq zu bringen, dast sich aber Warfchau befrorrftd) weigerte, im s)oag zu erscheinen. Die stntfcheibung der Botschotterionferenz roor demnach ein ert der politischen Opportunität. aber fein Rechtsspruch

Litauen erfldrle sich daraus als mit Polen i m Kriege befindlich. Das war keine bare Fiktion, nicht etwa nur der Abbruch aller diplomatischen und nanbeisbeUeburqen. sondern beide Staaten hoben gegenelnonbrr «trira fronten ausgestellt. Trancheen gegraben und in manchen Nächten brid'iehrn sich die Schildwochen. Diese (Befette oedaufen uocr inei ftens recht unblutig, und (eiten gibt es Tote, aber zwischen Korona und Wilna ist die Well mit Bret­tern vernagelt, und auf der grasten Weitslraste xtoi Irfrrn Clten und dem Weiten zwischen London. Paris, Berlii, Moskau. Irkuts'. China und Japan sind die Schienen aus gerissen und pa troullieren bewafsnete Soldaten. Der Weltverkehr ist gezwungen, wegen des litauisch polnischln Äonlifts einen llmmeg zu machen Run hat sich im L'riufc her Bahre b<-r Kriegs,uitand zwischen den beiden 'lachb.'rlündern bald oerfchörst, bald war die Span nung abgeslaut. aber niemals gab es eine Vöjung diefro alle Oft!ragen beherrschenden Problems. In her au|fle,ronngenen Aauptflabt LMtauens. in Stomno leibet auch der private ?*erfebr unter dem Kriegs yiftanb mit Polen Allnächtlich um ein Uhr nrtrh die 'Berfebrslpcrre über die Stabt verhängt, die bis zum Morgengrauen anbauert, unb roenn auch kaum rin unerwarteter Handstreich der Polen gegen downo ,u erwarten ist. so wirb bot Militär doch In Bereitschaft gehalten, damit die Fiktion des Krieges nicht in Vergessenheit gerät.

Warschau möchte den stonslikt mit Litauen gerne aus der Welt schaffen »eboch ohne sein Litauen mgetane< Unrecht wieder gutzumachen. und so tauchten denn immer unb Immer roicber in her aus- ländischen Prelle Meldungen auf. die In Polen ihren Ursprung fanden. Meldungen, di« von einer bevor- flehenden litauisch polnischer' Versöhnung zu be­richten muhten, aber sie wurden prompt aus Rowno dementiert Gan» zuletzt hat der litauische Minister- Präsident. Professor fiolbemaras. während fei­nes Besuches in (Renf und Pedin der Vestcntiichkeir flipp unb klar erflfirt, dost eine Aussöhnung zwi (rficn Polen und Litauen unmöglich lei ohne Volling der Wilnasrage im litauischen Sinne. Man ann sich m der lat keine litauischeRegierung vor- ftefien die es wagen dürste, einem Verzicht auf Wilna zuzustimmen. sie mürbe von der örtlichen Meinung fortgesetzt werden, da« recht chauvinistisch eingestellte Militär mürbe sich empören unb es wäre berechenbar' folgen nach sich ziehen durfte^ Es mog hier mir baron erinnert werben, um bie Stirn- d-en Litauer hem Oberbefehlshaber der Armee. (General -hulkauskas. ein goldenes Schwert mit her Ausschnitt Mit diesem Schmede sollst du Wilna er­obern*. teieriich überr ichten.

Der polnisch-litauische stonslikt erlitt nun i'losz- lid) aus Anlast des B.suches Marschall PH-

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Der (5tieif um Waldeck.

D e anläftlid) der Verpandton-en über

Höflich, dienssieri.g. fetzt stch mit ins Ablril. kweh: sich eine Zigarette wtb beteiligt sich an der llntcrbaltuno vorn Scheitel bis zur Sohle

Steuerbeschwerden der Handelskammern.

Am Samstag trafen sich auf WnCatnmg der hufaric- lotö SymMf'ammer JKtrau Vorort

beim wozu um Gotteswillen ft>Q sich der Spanier beim fTeilen? Morgen ist doch auch noch rin

ständige Mechanisier. ng 3br Wert ihr Vori.'I liegt :m zeitlichen Gleichmatz sich aui Sekund,.'. Minuten oder Ctunben

»r jedem Gebeck Reben diesem, vertrauener- rveckend. ein Stvh von Heben Tellern! Den ge­brauchten nimmt der Kellner weg. den frsichen holt man sich von dem porzellanenen Jdxebtxv herunter. Suppe aus weg. Dor-

reichen Sprache ein Uebertcft aus der Mauren­zeit !

Aus jeder Station steigt der Schaffner ab und ivrtaufl Fahrkarten an einem kleinen

brrt t. r sin. ch litauische .stonsttkl brinurnl' ernt 1*4 eine etobfifkniBg der Berboltnulr ib ein Uneben :m Dfkn smd undenkbar,ol. nge Hwi'cheti Polen unb Litauen noch bie Sch.'iengi u. rn

RachmittagS tauchen im Abtell weisic jja- tntrbeut- l auf, aus denen Flaschenhälse h rtror- fefren. 3eder hat feinen Desperbeutel mit. gc- brat.-ne« Huhn. Sier. Zauchen. Früchte. Wein: bann kommt ein Augetiblick, der für den Fremden das erste Mol etwa- peinlich Ift: der Spanier wird nie, nicht das Ger ngste, genietzen. ohne den Mitreisenden, sogar dem Schaffner, mit einer einladenden Z^rndbewegun.' und den Worten: Lc gusta? davon an^ubictcu Dann dankt nun freundlich, nimmt aber nie an Uite HösllAeits- formel tme andere auch tote sagt doch Dufch: .Drum lob' ich mir die Höflichkeit, das zierliche Delügen..

xornrnft du. endlich, nach dem kleinen Orte Baza, so freue dich Di er gibt es spanilches Di er freilich, das lei cht schal w'rd beim Stebni. aber du Iaht es ja nichi Lange stehen! Rniür- sich lacht der Wirt, lachen die anderen Gäste: .Aha. Deutsthe!" Aber da bist viel zu froh. < n» mal etwas anderes als Wein durch die durstige Gurgel laufen lassen zu formen!

3<fr toill dir wünschen, dast du mit der Adresse eines gut empfohlenen Hotels an dein Reiseziel kommst. Sonst siehst du dich hilfloS einer Meute von gierigen Wagei-führern gegenüber, find um HimmclStolllen verlast dich nicht auf Hotel­empfehlung durch einen Mitre.senden Svanier. Dvre" Begriffe von den Grfvrd-'rn'ssen und De- queml.chkeiten eines Hotels, svtoie ihre Duld­samkeit gegenüber den Angriffen gewiller IVvact:. blutsaugender tn Dandrir^n h u'ender Mtt- bewostner eines Gastzimmers sind sehr verschieden vor. den unfeigen! Unb nach der langen Fahri noch eine nöchlliche Jagd auf chinches... .

3a, die lange Fahrt' Und doch hat sie ihr Gutes Seelenruhig fannft du tn deiner 6de sitzen, mit Defragen an der Fahrt in die weile Welt kanrrst ungestört die Austanwell betrachte uiid beobachten. Ghe du dich s versiehst, ist eine Oetne Dosis von dem Mananageift der Spanier in dich übergegangen! ^Xe Unrufrt Me in dir rumorte, ist einem philosophischen Gleichmut ge- wichen. einer geruhigen ^fried.?nh7it. wie sie sich schickt für dein Rerfeziel, bie Stadt deS sagenberühmten Geschlechtes b?r>encerraflen und ihre königliche Durg, t*e Alhambra...

strecken kann, es gi.! den iah an rach dem beftümnr Akbeitsfolge sendet sein mirst Fl'estardeii gibt aber <.uch ferncrfr n noch

^olae von Arbeitsg^ngcn crflk :<-n st Das 3deal dieser Arb.iisivelfe n_bU voll- unb dast

caballero!

Angenehm sind die Aüotnetcrfrefte. von denen die abgefahrenen Kilometer abgerissen werden. Hat man jedoch im vertrauenden Gemüt« gefront nun nicht mehr am Schalter.anstehen" zu müden, fo irrt man sich, denn es kostet jedechnal noch einen Zu'cküag von biS 40 Pf. Wie es dem Gepäck bestellt ist? Mo wer sein Gepäck Heb hat. der gibt es in Spanien nicht aus! ®me Tarne, die hfnfuhr, lachte mich schnöde auS. als ich ihr dieS sagte gab ihr Gepäck aus Und wann sah sie es wieder? Am Tage ihrer Rück­reise. nach Deutschland und da habe i ch dann gelacht' Denig mitnehmen. Handkrnfer. unb den bei sich behalten' _3n der Deschränttrng zeigt sich

Die Fließarbeii im modernen Fabrikbetrieb.

Rationalisierung ift bas Schlagwort der modernen Technik geworden. Alle Detriebc, die den, 3ugc der Zeit folgen wollen und Äon» kurrenzsähig bleiben wollen, streben nach Ratio­nalisierung. (Sinei der wichtigsten Faktoren im modernen Fadrikbettiebe ist freute bie Flieh­arbeit geworden Wit chr wird eine Arbeits­methode bezeichnet die als eine örtlich fort­schreitende. zeitlich bestimmte, lückenlose

Gebirge" frerunter. Suppe auS weg. geeicht dito. Mch ohne Gräten weg - - bis Riricnstück lübe'ter Melotte und der Tafle schwar­zen Kasiees hi^ckerher. Den Aperitivo, das .Der- t-auungssihnäpSchen" als Schluh. schenkst du dir lieber. Alles wird tn den zugemellenen 20 Mi- mrten verputzt. 3n der ennindzwanzigsten rennt man d. fr. wir Deutschen rennen nach dem .Zuge, der sich in der dreihig^en vielleicht in Be­

schulter! Sebr ilenxTtberufrigenb, denn wenn man sich broufren die Fühe vertritt, braucht man nur nach dem Schaffner zu sehen, ofrne ihn geh; der 3ug nicht ab. Aber diele entsetzlrchm Zugverbindungen! Mehr, als dah sie .verbin­den'. trennen sie. Unb diese Companias! Diese Dahn gehört nämlich verschiedenen Gesellschasien. du gehst also auS einer Hand in die andere, unb jedesmal wird dabei ausg-ebig vevidirrt. ob die Fenster schliehen. unb daS Delsinrzelchm an der Decke, daS aitgebllch die Rächt erhellen soll, wiri) ausgewechlcst und frisch gefüllt, wobei der Fahrgast m Dunkel gehüllt wird.

Der Schaffner des Zuges ist ein recht sym- pathischer Mann, gut gekleidet, mit wunderbar gutem unb blankem Schuhwerk, auf das ja jeder Spanier frälL Schau brr mal in Darzelona einen Gepäckträger an! Können deine Schuhe ndt seinen eleganten, ausfallend spiegelblank gepulten kon­kurrieren? Der Schaffner kehrt nicht ben ge- " ^gestellten heraus, ist stets iutzeri't .itiertig. setzt sich mit ins Abteil,

aiiigrroorfen bleiben unb von Ar t zu Zelt ÄTiecistrompcten geblasen werb«

Äammern unb Körperschaften haben i n Kassel ihren Sitz. Auch haben sich die wal- decklchen Städte seinerzeit freiwillig dem Hefscn-Rassauischen Städtetag an- geschlossen. Das die räumlichen frntfernungen bet waldeckschen Kreisstädte von der Regte- rungshauptstadl Kassel bzw. von ArnS- berg und Münster in Westfalen anbelangt, so hat Äatiel ganz deutlich den Dorteil. Die Gntsernung der Kreisstädte von Münster wirkt im Vergleich zu Kassel geradezu groteSk. Auch der geltend gemachte Sinwand der hoben De- zirkSsteuern im Dezirk Kafsel ist nicht stich­haltig. gilt doch Westfalen nur noch in diesem Jahre alS besetzte- Gebiet unb sollen seine Dor- teile in der Zfrastsahrzeugsteuerüberweisung vom 31 März 1928 an fort. 3m Sinne einet ver­ständigen organischen Derwaltungsreform liege cs allein, wenn in den erneuten Verhandlun­gen am 3. Rovember in Detlin die Wahi auf ben Anschlich nach Kassel fallen würbe.

Tag! So verschiebt er denn alles, was ihm nicht in den Kram pastt. auf morgen, aufmanana! Dieses Wort kann aber ebenso gut übermorgen oder S^nkt-Rirnmetle-instag heihen. jedenfalls ist er llnbequemti erst mal auS feinem täglichen Arbeitsplan, wenn er einen hat, los. Auf grollen Dahnhöfen wird vor Taschendieben gewarnt. Das ist internationales Defiirdel. Die Wagen sind tncht unsauber, das Spucken wird durch Anschlag ver­boten. dräust en auf ben Dahnsteigen mitunter auch baö Fluchen, blosfemar, i m 3uge aber nicht. .

Kleine, blltzäuaiae Zigeunermädel in Lum­pen. aber mit Dubikops, hängen sich, kaum dast der Zug langsam emläuft, an die Wagentüren, betteln um eine pernta, einen perro gordo! Wie?" denkst du, .ich bin doch lern Hundebänd- ler!" Sineperrita ist nämlich eine kleine Hündin und einperro gurdo- ein dicker Hund! Deunruhige dich nicht, bie perrita ist ein 5-ccnti- mos-, der perro gordo ein lv-centimo^-Stück. Lächelnd unb Mett. Grazie in jeder Bewegung, danken diese Heinen Dälgcr sellg übet ein Stück- <chen Schokolade; Frauen bieten D.isser an Trau­ben Datteln und auf Stäbchen gebundene, wrihe ftarfbuftimbe 71 alber. Mül en. Darm wieder Tücher- schwercken, ÄÄfMnallcn. eht Abschied, wie fürt Leben!

Ssiro Oase in der 72üste dieser endlosen Fahrerei bildet die Früh'luckSstation. 20 Minuten werivn bewilligt, um sich I Gänae etnzuverleidrn! Unter sieben Gerichten tut es der Spanier nun einmal nicht, jedes toiri> ertra angeriefrtet Eine

des Hessischen 3rtbufarie- und Harchetskommer- togs. ctiiKi' 70 Vertreter des Verstandes freffen* nosiausicher ;Tnbxxfhrie* unb Handolskammern. der Industrie- unb Handelskammer Wiesbaden unb der Industrie- und Handels kammern des .Frei­staates Hessen zu eurer gemeinsamen Tagung in Mainz. Der Vorsitzende der 3nbufiric- und Handelskammer Dlainz. Christian Scholz,-e» grühte bie Gtsch-enenen unh erstattete dnüriicnb cm TUtieraf über die Wirtschaftslage 3m Anschlust an feine Ausführungen fand eine leb­hafte Aussprache statt, die ihren Riederfchlag in folgender, einstimmig angenommmni Er­klärung fand

.Die in Mainz versammelten Tkrticier des Derb an dos frei lcn-nassau sicher 3ndustrie- und HandelskarTunem, der 3nduftriG- und Han- Mfltantmer Wiesbaden und der 3nbuftrie* und Handeiskammero des Fveistaates Hessen halten es für ihre Pflicht, Me Reichsre.u'. ung

Möglichkeit ancr «efrtsachen Desetzung durch At beitskräfic fv dast dadurch eine oust.-rordent'.i^c Slastizuät erzielt w rd. die durch ar.berv Methoden n ch, erre *or ist We.rer ist für dieArbeiter keine lang- Schulung mehr nötig, da durch bie ckrveileteilung und Spezialisierung nur em Mindrin- ih von Schu­lung notwenbzg ist. Obgleich die fl estende 'Pro» daktivn eine um nurbio.*< c 21rbe.ti t -?.:at be­dingt bat doch bk bisherige Praris gezeigt, da'- auch eine toesent'.ich. Schonun ' der .siräste und eine erheblich geringe.t Srmü- bui.g em stehl, b. fr also dah bie Arbeitskraft des Einzelne» nur tn bescheidenstem Maste bean- sprucht w rd. Freilich hat die Fliehari^eit auch einen nicht m.oedeutenden AachIei!. Shrier besteh: eben darin, dah der einzelne Arbeiter das 3ntcrcffr am ganzen Produk- t i o n # g o n g verliert unb bei einem etwaigen Koni unkt urumschwung nicht mehr in her vage ist. sich umzusteklen und eine individuellere Arbeit au^ulüfrren. Sin weiterer Rachteil der Slicfoatbcit besteht darin, dah bei einem Ver­sagen her Materialvorgabe der ganze Arbeits­gang auss schlimmste gehemmt werden kann und es gibt kein Mittel btc verlorene Zeit wieder einzuhoicu

Einen rationalisierten Musterbctri.l'. bet bie Zllestarbeit als Grundlage bat, hak die A S G. bei ihrer Zählersabrik letzt eingerichtet unh fertiggeftelll. Einige Herren her Presse ballen Gelegenheit, diele» Werk eingehend zu besichtige-n unb einen Einblick in diese neue Arbeitsmethode zu gewimien Die Zählersabrik der '2Ii3C d e noch vor nicht allzu langer Zelt mit veralteten Arbeitsmethoden pro Tag 50 elektrisch' sähler Herstellen kmmte ist mit Hilfe des ssiesteiiden IVindes unb bet streng burchgesührten Rationali­sierung freute in der *.'agc. täglich 5000 b«e> (.000 Zähler berzusteilen und zu versenden. Dabei fror- belt es sich selbstverständlich nur um einige wenige Typen, die nuf Grund der durchgesuhrtcn Ror- mung jetzt nusschsichlich sadriziert werden Bei der Kouiunktur dieser Erzeugnisse haben die an­gewandten Methoden auf Kapital unb Olrb: t ganz erhebliche Vorteile gezeitigt. Diese belieben in erster Linie darin, dah durch den dreimal schnelleren Durcchsluh das Detriebskapitui euch eine dreimal schnellere Reubelebung erfährt im Gegen'atz zu früher, wo beim langsameren Zinst der Arbeit auf längere Zeit hin enorme Werte Mtflckgt waren. Bei der Pre!lel'e|i>ünaung des neuen ASG.-Werkes wurden die Teilnehmer nach einer Degrühung des Geheimrats Manroth von den Direktoren Helm unb Rosenthal die beide erfolgreich auch Die kaufmännische Ruk o- nalisierung durchgesühri haben, durch die umsang- refchen Anlagen Der neuen Zählersabrik geführt.

Frage hes Anschlusses Waldecks an Preuhcn lautjctoorbcnen Ctimoxa. die eine Angltederung Waldeck» an Die Provinz Westfalen als beson­ders vortzeilhafl edehnen Haven in Heilen» 7i a f f a u unb bc'onberd in Kassel wo man ben Arrfchlust de» waldeckschen Landes an den Tregierunflsvezirk Kos«, für Iridstverftändsich hielt. Erstaunen hervorgeruten. Die Deziehun- gen kultureller und wiri'chasilidxr. sowie txr- toaltungStechnsicher Art sind zwistven Walbeck unb Kassel von . her eng und innig gewesen. Durch eine Zerre:hung dieses Derbisimlses toür- hen womö.'iich d.e Donelle des An'tzlusies über­haupt hinsällig. 3n einem langen Artikel bet Kasseler Polt" werden die engen Sande zwi­schen Kaf'ei und Walbeck eingebend bargeta..

Tatsächlich wird Waldeck seit 40 Jahren, seit Dem sogenannten AtzeptionSvertrag von Kassel aus verwaltet unb alle einschlägigen Debvrden

| u b 1 f n s f fiilna. den man n Korono als her- ausforbrrung nusiohte. ein» nn Wen bring. Schon Htvj eine Woche vor ben fc'dnakwm rrichtencn in der fioridjauer Presse tzlachr^tzien von der Ber- baflung von 3 ( p o I n i < d) r n Lehrern in ?Barmia m Litauen bie anp etil ich de id:mcrr hfau- ! ,1.< opr cdie nidn m.Hf nb tieherrichten Palb dar auf mürbe rin Brief dreier Lehret in Wilna »fr- osientiiitz- in dem <? um xnlk baten, ^ltzlietztirt' rvarben sogar Hachrutzten ihrr scheusttietzr Mist Handlungen bkhr ..Lehrer Märtyrer' uerotfri ' lidu dir rinrn Sturm der Entrüstung wgrn Aonmo -ni-losten Wir sich nun hrrouege irttt hat inorrn all- birk tzachrichie i erlogen kem rinziger paini- scher Lehrer tft in Litauen verhasie: oefchrveige denn Misthondelt worden, brr angebliche Briet aus Warmia war eine glatte F o I j eh u n g . ob<i trotz brm ortl 'igle bie polnifdR Presse stürmisch noch Nrprrsfalirn gegen b>e Litauer in Polen, flirt unbegründet«- (tzrruchtr hin, bir sich |o bald als L.'grn brrousgefteUt batten, wurden bann 45 I i t a u i | d) r Schulen iro Wi'nagebirt van ben Polen g r r als br:

vitdochtig verhaftet, gegen dir gar keine fln idpilbiflung rrfrobrn werben konnte Auf bir flnkagr rin r ÜJhnbrrbc.isfüfrrers im fitlnaqrbiri wrgen dieses -isittkürakle -'nrwortrte der Leiter brr polni­schen Dftnbtrihing. dast er in brr ausgereizten Stim­mung in Polrn leine Erklärung tonde

Die Ankunft des MadchaUs in Wilna unb bas Aufgebot bedeuten­der Militärkrösie an der Grenze liest nun polnsicheHeistfpvrne mit derMk-g- lichkesi rechnen, dast dem Handstreich aus Wilna ein zweiter auf Kvw- no folgen werde, unb hast Europa, wieher vor hie vollzogene Tasiache gestellt lieh mit dem Gewaltakt ab- sinden würbe. Run, Tölen bat es bei her Demon'tration bewenden lassen hie Ariern von Wilna sinh ohne Zwischenfall verlaufen, bie ganze Stabt prangte im Schmuck polnischer Sahnen, unh von Litauen wurde offiziell überhaupt keine Rotiz ge­nommen. Europa sollte von her Tat- fache überzeugt werben, dah hie Seele Wilna» polnisch ift, hast Wilna für alle Zeiten polnisch bleiben mirb unb hast bie Proteste Litauen» weder von Polen noch von her Welt gehört und beobachtet werden sollen.

3n Der litauischen Rote, hie Dem Äölkerbunde vorliegt, wirD nun aitogefubrt. hast in Der polnischen Treffe seit Ansang Oktober, unter- Itühl unb geleitet durch amtliche polnische Persönlichkeiten, eine er­

bitterte sietz« gegen Litauen eingesetzt habe. Nach Ansicht bsr litauischen Regierung habe die polnifdK Regierung längst im Sinne gehabt b>e litauiufre Llchule im polnischen Herr'

',u unierbrurfen. Die litauische Bevölkerung über tm IBilnacr Gebiet habe die gegen sie gerichtelen 0k- ipaltaftf weher freruorflerufen noch oerbient. Snt 192U verfolge Polen die Litauer unb Wristruffen in seinem Territorium, unb baaegen erhebt bie lltau- ische Regierung mit hem äusterften Rachhnick Pro- lest. Zum Sichlust her Rote wird noch hervorgehoben, bast es sich von polnischer Seite nicht um eine Ver­letzung her Minderheitenrechte, sondern um einen planmäßigen versuch handrie, bas litauisch« Staatswesen in seinem vaseiusde- stand zu bedrohen. Der Artikel 11 der Völ­kerbundssatzungen. den Litauen onarrufen hat. bil­ligt jedem Bundesmitglied das Recht zu,iu freunb- 'chajUicher weise Die Aufmerksamkeit her Vundesver- sammlung oder bes Rates auf jeden Umstand zu lenken, der die internationalen Beziehungen den htt unb in her siolge den Frieden unter ben Rationen bedrohen tonn'. Der Völkerbund wird sich also im Dezember mH der litauischen st läge zu defaffen haben. Die Lage wirb überaus heikel roerbcn," sollte es Litauen gelingen, noch einmal bie WiIna- fr a g e vor ein internationales Forum zu bringen. Die polnische Rechtsgrundlage ist her auf einen Ge­waltakt aufgebaute Entscheid her Botschas - terkonserenz, ben Litauen nicht anerkannt hat, noch anerkennen kann. Ein Appel! an bk 'ntematio- nnk Gerechtigkeit man braucht blost an Ober- Irhlesien zu erinnern ift bisher unerhört ver­klungen Ein Appell an die Gewalt mürbe unbe­rechenbare Gefahren in sich sch oßen. Und doch for-