Cr. 127 Drittes Blatt Siebener Anzeiger sSeneral-Anzriger für Gberheffen)Donnerstag, 2. Juni 1927
Seweröeauzstellung Siegen 1927.
Die (Eröffnungsfeier.
• ieftta. 1 3 am 1627 &-nberr Hrifrger Atabc 'ich iw brr Leetm Wochen dhtg erregt alle betr Jigm firmen befoebere Unftrrn^y.^ ■ au* 114 ge- nmim barten enb brr t«br.kb< Vr irr brr ga-.re 3Ui<Arilun®el4»bplir- g brr l^r-ttrr ux- Irret (bewerbe* 4ule. Qkwttb«f4nlrai br Bän ti t n g • M> bulrat kaum noch roet TSrbeiitplaM t<» 3u#ltrltung ennrnti balle, uw biefe ent t*td» fertigt em Aal unb ..iedT cnl4xr QüiMbnan^ ie DtrDwwNwUfcer Meile mi grftaliee. feeb deale maiitao uw II 11br bte i,ri»che • r * 1f u u ng der Gewerbe-AusAellaag Sietzea 1627 tan 3iaa XX) geiabene Götze harte, ssch bittyt ia her e nodur.bre. a*r
dea Bente kern der haa!‘..*rn. Xr»Ü- unb C: abt- bebbrbrn. brr Aeupswehr. »atm noch «Dresche Bürgerwe tzer aut der ®rrt • • Cbnbef’'« unb den bma^barten r tv jt* •d><n ©eäbtm yieeyv betäubet, bte Tkrtretangrr nm >yanbc( unb 3nbutr r. sowie stell tret Irre tjr btlerdl.'txn Leben Heb«nie Pertvnen durch chr Ariebet««.. 3atrre|le an blei er 3e*6e<bing bte brr 3a* lamaimatbett be» 'BoUlbatlrnrrriat unb des Onsgewerd« l- retnl »u banken iA
3l einer m.JtaliLtxn ®atbvhina von Ullgltrbcni bet Äabdle Io p p nahm bte ®r« MTnaagdr.rr ihren .Insang fyeroaf b«dt
Deifeorbnrtrr vr. $rib, der BoeftHrob, des Bel sssolleveeem» folge nbe Ansprache
An mens brr 2 u»W eil urteilet lang habe ich bte 4hre Cie zu tzeg rüsten unb Cie alle In hierein Raume a uf 6 herzlichste willkommen zu bet he 4 tue dl sondere 3« re iß es. Obemgie- nrngerat P , nr > ch aU Bertreter des Herrn 2kin tzer» für lebet« .;nb Wlrifchost. Mitglieder de« Hrilllchen Vanbtag». den Betitelet der Hefs.'cheu Hantuxrkslammer in Darmtzadt bte Bertreier der hiesigen Behörden b.< Ober: utger- awifaer unb Bürgermetßer zahlreicher hektischek und deuachl'at.lr pr uf,.lch<r Otäbie und Gemeia- ben in unftr.r Wirte UHtler. zu lehrt 34) gebe nrtch der Dotfouna hin bah die Ctunben bie Sie In unterer Austzeilung verleben. 3bort tn ange« netzm-r Erinnerung verbleiben »erben.
Ihe lr»te ® e .r > g in
Gieß» n fand im Jahre 1914 kur» vor Ausbruch des Kriege* halt G» wurde ein kretssicher lleb.rblld über die Letßungslöbtgket« be» heimi-
Ireullchettvette ! arte bte Aoesteltunt einen Karlen besuch unb ein guie* finanzielles Ergehn s aulzuweilen. tm Iei Len dafür, daß ein Bedürfnis für eine bevatilge Ausstellung vvrlag, unb bah Giessen mit Recht al» TLu#fltilung»or. getrablt worben ttxir. An diele bewohne Tradition vollen iu4> wir aitfnuph-n. Wir bürten Indessen nicht übersehen bah bte w'r:schuli'ichen Berhülmisse tn 191*. bte da» Ergebnis einer Periode äusser- orbenisichen Aufschwungs auf fast allen Gebieten waren, in den verflossenen Jahren eine grundlegende Umwälzung erfahren haben. Hinter uns liegt etn Krieg von früher für unmöglich gehaltenem Ausmasse der ungezählte Opfer an Gut unb Blut auf den Cchlochtfdbem unb in der Heimat forderte und die wirllchafiUchen Be» ztehungen Im 3 n lande unb nach dem Au »lande aut» > 'Jnnrbi ung braduc. .'hinter uns
liegen bte Jahre der 3n'Iatior der 11 mtrs-rteng aller Werte bet schwersten «trtdtürtrnmg von Xmi unb Glauben in sinanziessen Dingen, gekennzeichnet auf der einen Seile durch die weitgehende Dernichtung fclibm allen Besitzes, auf der anderen Ceitc du^ch das Gm- porfmumen zahlreicher skrupelloser Ges chLI fein acher aus dem wirtlchaftlichen Bichl» mit all den vielen unerfreulichen A ebener ichetnun gen. Schliesslich liegt hinter uns bte mit der Stabilisierung der Mark einsestenbe Wtttichaftokri'e die wiederum Nate BerhLlMille schul und den A'.-gtunb zeigte, an dem das deutsche Wirtschaftsleben gestanden hatte: die .rrlgen des verloren en Kriege» traten nunnithr deutlich Zi tage Da» Grgebni» wat iedensails eine allgemeine Geldknappheit unb damit auch eine starke Bet«
faappujtg der ZkttiebMitiiel txm Geu »>< und 3ndu*tr < Dtzeier Umtaub letnur die heb- gewordene Anschauung aus der Dulbiirm^eU, Iah die Ware tnleJa« des WarenhuL^.r« von IHM ihren Absatz hobel, müsse oeru.^a 'ei. welle Jtrrde .-oc S „nM unb Jnbeitm sich Ans- Uelluegm gegmübet absehnrnd zu verhallen
iruhdxnnetk hat tn den letzten 3aHern deele t'nstelkuna be.’mgi durch bte 2lenber'.ing der »risch« >:lichen Berchaltt»>". end die Rot- wendtglei:. den Absatz y» teigem, einer Ihn* '.4* u-ng ertab«» Die Hrberprugura hat ssch mehr und mehr Bahn geb röche r bah Ausheilungen angemessenen Umsa ige» nicht nur a an'Heus» »en. fpnbem daß sie tm 3n ter esse von Handel unb ffetperS unbedingt norttendig sind unb daß sie bei achtend wrfe;- auf bte Geschält »beiss ehur - gm Mx 'sxen Ptokuze> «,n und Abnehmern C ne AustieUung bietet dem «Fachmann GelegenhiN. sich über den Stand der Technik seines Beru'e-
kale ■Ucinanber zu vergleichen tu regt ihn an. durch Anschaffung neuer Maschinen seinen Betrieb zu mobemillernt unb toirrschaltsicher zu fieMalten 3» kann wohl keinem <hrc>'cl unter* tegen. das» Ausßel^ngm eines der wirssamßen Mittel hab. neue .Ruaben zu »erben unb daß sie günstig aus da» gesamte Wtrit chatt sieben willen, ohne bafi sich vielleicht die llorteile tm eiitzelnen Zolle sofort nachwei'en unb ö.rrchoen lassen
Aber auch dem Bichtsachmaun bwtet e.ne 1c*14k Ausstellung lehr viel CebenS» unb Wissenswertes Cie gibt ihm Ge.eoenheil, sich einen Ueberblid über den Stand unb ihre 3a,ammeibänge zu verschossen. Co manche», wo» man in xAltungen unb Büchern gelesen hat wirb durch praktische Anschauung erst zum tmrflijxn Lerftändnis ncbrach« öme Ausflettun,'. dort w?hi al« eine R o n • e n tion des wirtschafllichen Lebens auf kleinem Raume bezeichnet »erben.
Auch die Allgemeinheit hat ein starkes 3n- Utdle an der Beranstaliung von Ausitellungen. ^-fahlreiche Handwerker unb Arbeit»krasse linden Beschäftigung Die Schaffung von Arbeitsgelegenheit erNredt sich auf die verschiedenartigsten Berufszweige. Beachtliche Geldbeträge — wir können das selbst am beh<n beurteilen - werden bi kurzer Seit umge'e. : Beben der Minderung der Arbeitslosigkeit bring! eine Ausstellung eine Steigerung des Verkehrs, sie zieht Ireinde heran unb kommt damit auch dem Gastwirtsgewerbe zugute. Ls darf wohl zulaurmeiifafsend gesagt werden, haft Ausstellungen wichtige fiunntonen im Rahmen bet Gesamt- -rfullcn (hi*?en unb bah sie volkswirtschaftlich vo n eminenter Bedeu- t u na find
d» liegt mtr noch die angenehme Pflicht ob.
Ausstellung bei getragen haben, insbesondere aber bei Damen unb Herren der 6tubtt>crorb- netenversammluna. die den finanziellen Grundstock bewilligt haben, den Herren Ausstellern bie Mühe unb Rosten nicht gescheut haben, um etwa» Schönes barzubieten, und nicht au!ent den Mitgliedern der Ausstelkungsaus- fchLsse für ihre fleißige Mitarbeit
3ch bin 3hrer Zustimmung sicher, wei'n ich dem Wunsche Ausdruck gebe, daß der A u S st e l - lung ein voller Grsvlg für alle Beteiligten betrieben fei M Wunsche, der in Erfüllung gehen möge. ertMve ich die Geu>erbeausf!c!lung (rieften !<>27 für eröffnet
Gewerbeschulrat vr. Bönning» erinnerte in einer anschließenden kurze i Ansprache daran, daft der Dri»gettwrl*ewmn schon seit 3ahren bie Absicht hatte e-ne Gewerbeausstellung zu voran stallen dass die wiNschaft- lichen Berhältnisse aber stets hinderlich gewesen fei eit Erst durch die Sufam men arbeit mit dem Dvlkshalleverein fei bte Möglichkeit zur Ber- wirklichung des Ausstellungsgedanlens geschaffen
»neben Aunamche stehe men vne einer Ausstellung. bte der ^rr-WM würdig sei und die dem Gewerbe unb chandwerl Jbrberur.g bringen werde Der 1 ebner wies todanr. ans einige be- fonder» wichtige drupprr. hin. die Mn hier vereint finde und wün'LNe bah die Lnsstellsng den Aussteller-, gute •dtMgc unb den Brachere Strube bangen m>ge
Damit trat der schlichte Eröffnuigs-. ss beruhet Hunertr begann in mehreren Orurpen unter sachkanteger yubnmg ein Xuabgang durch bte Ausstellungshallen, bet bet?, man ^uherorke-.'.ich »esset-Jv Bend-chtangen über den Zielst unb die Gei Endlichkeit der Aussteller machen konnte
Aufchliehenb sand in der Bell»baIle ein ge- ■ etulame* Elsen der Bell nehm er an brr Eröffnungsfeier start Be 5ssch sprach als erster
Obrrtni rynrwnHrr stester
Es fei natürlich, haft man bet (tm kurzen Rnndgs a de Bllck eur 'süchtig über die eie» Zeknen Ausstellungsstände schweifen lassen könne. Aber auch bei dieser kargen Besichtigung habe man ein Gefanittild bdommm. du» höchst erfreulich fei. Er habe selbst bei der Ausstellv- asarbeit nicht mit gewirkt unb teshalb könne er auch ganz unvoreingmvMinen urteilen. 3h- habe bei diesem Xunf^a. g h, r ‘ur .«< Oe?
bei egt haft auch tn dieser Ausstellung ans allem.
»andwerk her- gestellt unb gezeigt, sichtbare Zeichen der Wieder- erftarfung unb der allmählich wieder embor- blübenbcn beutkbm Boll»krast zu erkennen seien Ta* deutsche Wirtschaftsleben sei durch den Willen unserer Kriegsgegner m BerfaiIle» In eine uiwrtrLgliche Wtrtschasssungl. ichheu unb Knebelung hineingebtuingt worden. Gest nachdem unsere Gegner am eigenen Vribe den Aachtcil chres Tuns verspürten, al» sie erkannten bah auch die beut'dx Bc Uawinschast einen Lei! bet Weltwirtschaft darstellt hätten lie, wenn auch zunächst nur zögernd die Zesseln gelodert, bie sse seinv-rzeit der deiUfchen Wirtschaft angelegt hatten. Trotz dieser tririefrerringen verblieben aber noch genug Schtoterigkelten unb Aöle übrig, die auf Deutschland lasten. Wenn wir trotzdem hier auf dieser Ausstellung fo hervorragende Veit!ungen erbllden dürften, fo fei bas ein fehr erfreulicher Beweis der zähen Kraft der deutschen Wirtschaft, der Anteiligen» unb des Weltbildes, des industriellen unb gewerblichen Auf strebens der Tatkraft, her richtigen Einstellung des deiufchen .^anbe^rfJinti- stets unb der Tüchtigkeit der deutschen Arbeiterschaft Ader noch ein anderer Gedanke habe sich ihm bei her Besichtigung aufgedrängt Man sehe in überaus zwedmaftiger Anordnung tnc Industrie in verschiedenen Gruppen unb das Handwerk in mannigfachsten Formen nebeneinander. beide mit hervorragenden Vctftungen, eines das andere tragend, ob Grvft-, Mittel- ober Kleinbetrieb. Hierin fonur.c der Gedanke der tvin- fchastltchen Solidarität, der seine Ausgabe bei bet Wiederherstellung unsere» Reiche» erfüllen solle, zum Ausbruck^ Wenn jeder von ihnen qualitative Höchstleistungen vollonnge. fo werde dem deutschen Bolle und der deutschen tri! ebn ft am besten gedient sein. Wenn man hier die mannigfachsten Erzeugnisse von 3ndustrie. Gewerbe unb Handwerk bewundern könne, so sei es ihm ein tiefgefühlte* Bel r AnerkennuRg
für das Geleistete Ausdrud zu geben unb bet Männern herzlichen Dank zu lagen, die den Gedanken dieser Ausstellung gefaftt unb erfolgreich burchgeführt Hütten den Herren Pros. 3>r. .st rausmüllet unb Beigeordneten Dr Selb, sowie sämtlichen Herren, die in den Ausschüssen tätig gewesen seien. Auf ihnen habe eine schwere Last unb Verantwortung geruht, unverdrossen hätten sie unter groften Opfern an 3ett unb Arbeit alle Hindernisse beseitigt unb e» ermöglicht. daft hier zu aller Freude diele schöne Ausstellung eröffnet werden konnte. Dem Dank für die geleistete Arbeit aab der Redner mit einem Hoch auf bie Ausstellungsleitung und bie Ausschüsse Ausdruck
Oberregkrung»rat JJenridj (Darmffabt) überbrachte die Grüfte unb Glückwünsche der hessischen CtaaUtegierung^ insbesondere des Ml- niit.-rs für Arbeit unb Wirtschaft Der Redner dessen Ausführungen in der grohen Halle nut sehr schwer verstänbllch waren, wünschte bem
hessische beevrtv bo* es au» her bisherigen guten >. ■ i exi!< wirk«, Sein Hoch
*111 be- .x" '«tr mi > . »obere bem ober-
hesssschen Gewerbe m.b Handwerk
tHrrhoe Sebetrtrr (DereWaM)
lp»ach m Rom, her chc A.inbexrM- {ar-.mer dem 2hi»6dlunj»unifn-rftmen herz', he Grüfte nxb Gküdwi <che au» Grofte Regsamkeit des Gewerbe» Arbeitsteistungen b<» »ur höchsten Botlfidu"; unb beste OualUät feien von sehe« bie Merkmale her !fassenden 6*tönbe ge-
>. M jn:". von ? .'.vrtx und
Hcnd.'. ■<-. Ruf Grundllchke । und
deut'cher OualitÜtsard'' i in brr ganz Welt verbreite unb dies lei nicht zuletzt einer her CPiunbe gerne*' n b-e uns den W.sskneg gebrach« hätten. Cr 'chwer has Cchid -I aber auch über unser Tolf hereingebrochen M bleibe es doch hetrun- be:ur.g»u ur.k j Me Gewe-che. Honbwe.s unb 3n» dnstrte sich doch wieder aufralkn und in höchster An'p. nuxg r"-lebet Waren auf den 22larft bringen die von beste: Qualität leien. Kür die bri- hldtw Hanbwertskammet fei es um so etfrenktcher dieter Ausstellung beiwohnen zu fbenee. als art' an d< Cptne diele» Unternehmens der Gewerbeich-:!rat T: yünntxg» stehe, der immer In gewe lichen und hai-sversslchen fragen in uneigero ituglter Wei'e feine groben Kenntnisse ta b. n Dienst des Geweibe» unb Han.'iwerkes gestellt habe Die Hanbtr-rrkskanne> r helfe daft die gut«,- Ikvebun.-fn. de M chen ihr unb dem ober hessischen Handwerk durch die 2ktneb*- beratung»Helle in G eben unter der > oi ivgltchen Leitung von Gr. B inning» ongehuiph würben, auch weiterhin tn schönster We.'e bestehen bleiben wüi Der Redner Ichiod m-.t bem 2vunlche. bah die Aussteller und bte Besuchet In lebet Weile auf ihre Rechnung kommen r.u'dMeu.
Obrrbergermeifkr Granssn (Ofleebedi) sprach ai» Borfitzender de» heffsschen Ltädte- toge». dessen Grüfte und Glüllwansche für die Ausstellung er tn freundlichsten Worten über» brachte Der Redner wie» u. a. darauf him bah das Berhältni» zwischen Gemeinden und Gewerbe mfunter nicht gerade angenehm für beide Delle sei. »eil bahn bu Cteuerfrage in Betracht Inmme Aber er könne namens des hessischen Städtetoge» vetslchetn, das, die Ctübee etn sehr grofte» 3nterrffe ftaran hätten, mit bet Wirtschas, auf recht gutem «ruhe zu Heben. DU 2tadtverwaltungen wüftten. daft die Steuern oft nicht mehr zu tragen feien. Städte und Wirtschaft inüftten gemeinsam dafür kämpfen, haft bald ein ertraglidx» Cieuerfpfltm e.n relührt werde. 3n bi dem Zusammenhang berührte der Redner kurz die IMHunorn de» .t.ivg nzaus- gletcbe». bei dem wieder einmal die Städte als die letzten alle Unannehnsssthkeiten des Steuer- erheben» auf sich zu neftnen gehabt hätten. Die Stäbtevertreter seien b :i4>brungm von der Rotwendigkeit des ßaftenabbaue». Rur wenn Städte unb Wirtschaft zufammenarbeitestni, fei zu hoffen, daft auch die Berhältnisse hit beide im beiberfeitigen 3nseeelfe wieder besser würden. Der Redner trank auf ein gutes Einvernehmen zwischen Städten und Wirtfchaft.
Professor vr. ftraaemflller (dMeftni) sprach als Bor sitzender be» 0'
gewerbeVereins Der Redner, der ebenfalls in der grossen Halle nur sehr schwer verständlich war, wies zunächst aas bte Gewerben u» fiel laug von 1914 hin. die zu einem vollen Erfolg geworden war Er betonte weiter, dass man in der gegenwärtigen Ausstellung den Gewerbetreibenden unb le. in welcher Weise sie ihre Werkstätten ausftakten und verbessern mühten und wie sie sich umzustellen hätten auf maschinellen Betmb. um allen Anforderungen der Reuzeit gewachsen zu fein. Deshalb habe man auch In gcj'iffem Masse eine Ausstellung von Maschinen für das Handwerk geschaffen Er hoffe, dass auch diele Ausstellung zu einem vollen tft- ’olg werde Sodann rühmte der Redner bie hohen Verdienste die sich Gewerbeschulrat Dr Bünnings als Seele der ganzen technischen Errichtung der Ausstellung um diele Verunstaltung erworben habe, und sagte ihm und auch den Auslt. Ilern herz!.ch.m Dank für ihre äusser- ordentlich wertvollen und anerkennenswerten Bemühungen. drvs Rrausmüller fchloft mit
Millionär ohne Geld.
Der Raman einer Delle
Von (L Philipp». * dapgrtgbi bg August Scherl (B. tn b. f). Berlin
30 dertftQung. Nachdruck verboten
Sie hielt unter bem Tisch seine Hand. ..Ich will aste» tun. wa, tm für gut hältst. Liebster "
.Ta» Tiner soll am neunzehnten Dezeniber sein."
Sie sah ihn erschrocken an. Ader Ernst' Tu kennst doch meine (ftarberpbe. und der neunzehnte ist schon am nächsten Donnerstag!"
Er saft ganz still an feinen Platz Seine Blicke schienen burrf) die SRanb ju dringen Nächsten Don- nerstag!" wiederholte er oerfonnen
Mm Morgen des neunzehnten Dezember erwachte Bssft mit einem feinjmen Gefuht der Er Wartung Er lag mit weitgeässneten Äugen und blickte um sich Jetzt, wo der langersehnte flugenbluf wirklich gekommen war. konnte er e» kaum glauben, daft sein Jahr um war bie Entbehrung^zeit ui Ende c*ine Gedanken verweilten jedoch nur slüch hg bei der groften Veränderung, die ,hm sekbit dieser Toa dringen wurde Da» kvunderoollsse war der Gedanke an Renner»'
Er sprang au» dem Bert und kleidete sich so jorg fällig wie mäalich an. Dann zahlte er seine Barschaft. Er belaft zwe,unddreiftig kchilling >.nd schul bete sieben für sein Zimmer Er beglich teine Rech nung und trat kurz nach acht Uhr auf bie Strafte. «I» er die Aaurtur össnete. rannte er m i einer ■. ?blbelannten kleinen Gestalt zusammen die soeben
.Frau Healdrief er au», „flutet. Morgen'-
E» war eine verkette Frau fxatb. eine zIlle rode strahlende Fra > sseach himmlische jireube im Gesicht unb eile flludlriiflfeit der Welt mi Blick ihrer armen, müden lugen. Sie hazchte nach ferner chand. ..Sie find r* gerne‘en. junger Herr' Sie haben e» getan' 3ch habe fange darüber n-uhp.- dacht' E» ist anonym gekommen, ceitern abend. m:t Banknoten im Werte von nmssindsechzig Pfund — und nicht ein luge habe ich geschlossen bie ganze Rocht, und ich habe ein paar davon gewechselt, unb fit find wirklich eckst, unb — o anebaitr sserrBlitz'
Die Amber sind oertorgt. und ich kann chughie (tu bi er en la'sen unb ich — ich weis', dass eie e» sind imb — und ich kann nicht mehr reden, da» Herz Ist mir so voll. Gort möge e» Ihnen vergeltens-
Bliss ei griff es wie etn Wunder. Er fad vor sich eine neue Welt — einen neuen Horizont Die ab gehetzte kleine ftrou ou» der ^enbenftrahe harte den Schleier getuit.t E» zuckte in seinen eiligen, al» er leinen Ärm schützend um sie legte. „Meine liebe ft rau Heath. Sie waren immer so gut zu mir, unb Sie hoben mich fo viele» gelehrt! 3a. ich hab. Ihnen da» vieid gefchickt. Ich mochte, dass Sie gluck lich sind und frei von Sorgen' Sie haben ihren led Arbeit im Veden getan. In ein paar logen befuche ich Sie unb bringe Ihnen auch meine 5rau.*
Er schüttelte ihr bie rtanb unb ntte davon Ak er zum Bureau d«r OmnibusgefeHIcbaft kam, begab er sich ivlort in da» Burr au des Mui. her». ..Ich bringe Ihnen meinen Führerschein zu ruck. Ich habe Sie eeftern atzend nicht finden können.'
..eie wollen uns verlassen. Birst? Ich dachte. Sie waren zufrieden?'
Der Mann starrte ibn an. JÄa. der Teufel soll mich holen, wenn do» nicht ein Glücksonmitzus ist. auf dem Sie Gefahren srndl Ihr ÄoUege Bennings gebt herum wie im Traum. Irgendein Menlch von dem cr nie gehört bat schickt Ihm hundert Pfund für seine Amber Und dos Merkirurdi.<te ist. Ich habe vor ein paar Tagen auch fünfzig Ptunb bekommen Unb fetzt haben Sie Io em Glück' Sa» gebt faft nicht mit rechten Dingen ja!'
Er blickte Bltst em werng argwöhntsch an. unb bitter trachtete, so rasch ab moglufr <ortzukomme> Er frühstückte in netm Aufseeschank unb beaob sich bann zu Frances
Sie vertieft gerade das Haus, wahrend er ankam Als sie ihn bemerkte, erschrak sie. „Um diese Zeit biit bu unterwegs' Du hast doch nicht etwa deine Stelle verloren*'
.Bch habe mir Urlaub genommen Unb ich " t^aft bu c» auch tast.'
.Urlaub1 Du weisst doch, haft ich an Io etwas mcht denken bart'*
„3m Gegenteil ich weift, haft bu es dartst unb wirst. Ich vertan < von dir. Liebste, boft du setzt astes wss. was ich dir faae. Sir werden an berwen CM telephonieren und ihm mtrteiken. boft bu heute nicht kommen kannst. Sir Derben gleich binpifugee.
haft es mehr al» zweiselhoft ist, ob bu überhaupt wicderkommst.'
Sie blickte ihn an, und ihre x>anbe begannen zu zittern. Einen Lugenblick stand sie sprachlos, und er betrachtete sie mit warmem Entzücken, -llchts non alledem, was er selbst gelitten, schien ihm eine» Ge dankens wert, verglichen mit der Freude btr kommenden Stunden.
..Ernst!' ftammciie sse. „Ist etwa» gefdxMi?*
Er rief eine Droichte herbei. „Richt» ist gt- schehen Liebling, und nicht» wird geschehen, bas nicht für uns beide gv: wäre. Willst du jetzt einen ÄugenblKf ruhig in dirteni Sagen sitzeu bleiben, wahrend ich an dem Geschält trkphowiere?*
Eie gehorchte, ober als er Wrückkam, sah er, daft sse sich noch immer Sorgen mochte, .liebste must: den Tag mit recht Diel Äut tzegmwen. Str hoben hort zu kämpfen gehabt, aber heute hat unser Samp- ein 6nbr *
„Sag' mir nicht zuviel auf eimnal", bat sse . Ich fürchte, ich kann es Richt ertragen.* Sie presste bf'tig leine Hände Alles wo» sie gern gefaxt Härte stand in ihren Äugen. Plötzlich blieb die Prolcftfr stehen
„So in oster Well sind wir denn? Dos ist ja eine Kirche!'
Er rutyrlr sse über bie Schwell, Die Kirche Itjn» m einem belebten Wertet, unb memanb be- ach»eie sse. Bkrft nahm fernen fjei ab und stand einen Augenblick still Liebste ' sogt, er knirt. . er- schreck! es dich fessr? Sir werden etzi getraut'*
Sie lacht, ungläubig »•, unb ehe sse noch etwa- erwidern konnte, merkte sse vivytick-. boft tr f*e m bas Innere geteitete. und dass bi, örpel spielte E» brtanöen sich nur axmge Veutf m b«n grossen Roum Die Trauung begann still logleich als sse den Aller erreichten Em Alrcherckvener war chr Trauzeuge. Sie antwortzet, stift mechonssch. Der Äerftfitbr lieft fte nachher m die Sakristei eintreten, wo ss, ihre Ro-nen -rnierzeichneten.
Bl ss leche ein Stück Papier anf den Tusch und stüstene bim Geist!ichen ins Ohr .Sehen Sie bas erst sn. wm nur fort find Es nt ein Nein es Danfopier. Sie können davon Gebrauch wachen, bi welcher 5*e* S i, wo Len *
Der Geistliche ichütteste ihnen die hont), barm gingen fw s-röck ms Freie Sie fasst, ihn am Ann. Ernst weisst du auch, mos wir getan hoben?*
...Natürlich' Ich habe et doch feit langem vor- bereitet Das Aufgebot ist ja seit fast einem Monat bestellt "
„Und bu hast mir nicht» davon gesagt?*
.3d) habe es dir oerbetnilithi aus einem Grunde den bu datd erfahren wirst Äch kann mir sagen Vertraue weiter auf mich'*
„Sieber ,me I roichke!' rief sie. al» er bi, Hand hob. . Emst, ich fürchte, ich iverd, gleich damit amangen müssen dir eine flarbmenprebiflt zu hatten Such wenn du eine gut, neue Stell, hast lärmst bu doch nicht immer Auto fahren!*
Er gab dem u >
Denn setzt, »r ftch zu ihr und zog sie an sich. .Liebste,* flüsterte rr mnig. „dies ist der wunder vollste Sugenhtick weine: Mer*. Du grtjorft mir für imei'rr — du bist mein Weid — weisst bu. was da» beiftt Diem Weib?* Er fühle fte, ohne auf bw Borübergebenben zu achten. Seine L'ippen zitterten vor Sehniuch: feine Augen ftrahlien
Endlich txeilen fte in der horleastrasse Er half thr beim flusftevpen unb zog die (blocke en der wohlbekannten Tur. die von Hern,ritzen hochfahrenden Diener geöffnet wurde.
.Bst Dr. Sldrovd zu sprechen*'
.Ben soll ich metomy"
sagen Sie chrn Mcft. em Patient fei da.'
..Sind öte angesagt?^
_3aeohl Seit genau zwölf Monaten '
Der Mann ftorru- ihn einen Augenblick verwundert an Dom iührte er beide tn bo» Warte yrnmer und lieft ft, allein, ftrances packt, Ernst beim flrr „Ernst, um Gottes »Um. bu bist doch nicht front'?'
Ich habe mich me ncchter gerichl' Wart, nur unb denk, an ba< was ich dir gesagt habe Alle» wrrb sich ;ur uns xum Briten wenden '
Der Diener trdpen wieder „Der iyrr Doktor ist bereit Ste zu rmp-ingm *
Sie : raten in da» Drbi naher» )iann,r Dr. AGroyd blickte den deinem Tische trnf, und ,, war vor. dass er Bdft mcht erkannte. Er wor wohl auch em axn'ü uberrotcht durch den Briuch biries lunzzen Paares, bas kaum zu der Boss, ron BoÜenien zu gehörro dpen. bi, er zu enpf-.npcn gewährt war. ..'Somit kann ich Ihnen bienen '* fragte er grichösts- »ässtg.
kyortfetzung folgt.)


