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Nr. 127 Erster Blatt

177. Jahrgang

Bonnerstag, 2. Juni (927

tr|*etet t&|lid), «uferr Sonntag« Jewrtug»

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Reieti-E tj»gi»r«b: 2 9Ut<«««rk en» » 9M4»pf«nug ftr Xr6g«t> -vtz», auch bei Sb*ter. V^rmm «tejdetrlhHimmi a felge Oberer Sevalt. lere|pr«4>ae|*llf|e:

61. M 112.

In)*nh ftr Drahtoach. -i*N*. la>df«r Siehe».

PHKeflente: |T«ftwTl 11«*.

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

thuf ewb Derki|: BrfitflMK U,t*rH14tr Sich« Steiiöridtrd B. Lange ti Mieden. S^rtfildtiig ueö S^iRtmM T.

Sn<lB< Hl 1»)«U«1 ftr bn Lagt» nee wer bts jn« Nachmma, osrher.

>rdi fir \ em höhe ftr "rju-en e#e 17 mm Srttte brtiit 8, eetmärt» 10 Knt*bl<"nig: ftr Xe- kla*ean>rtgen ren 70 n.rn Srrtit 36 Sr iip'rneig, Pta»»orfonh 30' »ehe.

Cbrirrbalrtrxr

Dr. In«br. IPiIb Gang«, «rantwortlit ftr Dehnt Dr Ar. wild Gänge; ftr Srutleto* TM A Ibgtiol; fir ben Hörigen In! CmH Blumschein: fir b<n Sn« jeigentet! Kurt AiümawÄ, lämtlid) ti (Bitten

Frankreich und der Russenkonflikt. Don unserem --Berichterstatter

CXeMvud. auch nrit Quellenangabe. oerbcttnl#

Pari«. 1. 3*m WIL

Mne Woche lang hat Paris und bas ganz« »an-bfische Doll sich nur mit dem Ozea n - ,'fufl besaht und von nichts anderem gesprochen. :1s von den Feteritchkei «en um Lindberg b Hun toefi man zwar dass, diese Feiern auch ter Versöhnung mit Amerika galten >s wär« inbeflen ungerecht, in allen Wanifesta- . tfernen nur Politik zu erblicken und daraus ettva ulet etile Renftquenjten zu ziehen. Wer mtt den Jünfem zusammen lebt, der muhte die tat- 'Schliche Begeisterung um Lindberah mitempfin- en. Was aber eben nicht ausichueßt. dah die ährenden Xre.se alles getan haben, triefe Be- .rfterung wachzuhalten Wan macht gern eine ;Mte nach Amerika und man freut sich aufrichtig, loh es endlich eine schöne Sache gtbt. für die un sch begr.fiem kann, statt sich rtmg mit fhhi.cher und reinlicher Pol.ttk abzuplagen De- Widers die Press« hat sich in diesem Punkt tsrvorgelan. L e verzichtet gern auf die De- ignMung der aktuellsten und peinlichsten Fragen, ur um sich ganz und mit voller Seel« Lind- ?rgb widmen zu können.

Da» alles ist au» der inner- und außenposttifGen EMuotion zu verstehen Die Ereignisse aber haben isst Linddergh unerbittlich ihren Laus genommen, i, Politik ruble nicht, auch wenn man weniger her sie sprach. Roch immer dreht sich alle» um Itoitau i.nb London. Frankreich ist in dem 'szlisch-russischen Streite, wie man off,zia» betont t3t. neutral. Da» empfindet man hier an und i? sich schon al» ein« hnfk Lage. Denn rein :!,ychologisch ist brr .iranjok unfähig, neu- id zu fein, (fr versteht die Reuttalitüt nicht bei den ütberen. und wenn er selbst gezwungen ist. neutral u bleiben, wird «r von einer tiefen Malaise" er- ill und verliert seine Sicherheit. Ium Gluck für i» französische Bedursnl» nach lebhafter Stellung- »Nne Ichrint es aber mit der Neutralität zwischen Istsskau und London nicht so ernst zu stehen, dost -on sich um do» seelische GMfldwroitht der franzö- chen t. '.v btcen müßte. Man neigt

«za London ...

Der .swiripali ist fedoch vorhanden. Er macht Ich In l*r Beziehung bemerkbar 3n der Außen- zMltlf konstatier! man eine Zurückhaltung wie Hl langem nicht Was übrigens ziemlich viel i-^agen will. Driand hütet sich, bas Dort z u ergreifen, obwohl bei der Oppv* :ton die Retmmg besteht ihn unter allen Um- ^nden zu Erklärungen zu zwingen. Er befindet h aus einem heiklen Punkte Unb deshalb nhhtc er warten

Briand hat sich in London durchaus nicht Engländern verschrieben Es wurden dort richtige Vereinbarungen getrollen in erster ..ne über fernöstlich.' Probl 'tätigt sich aus kleinen Anzeichen mehr und ehr. dah die Mächte Wege und Mittel ge- -rben haben, ihre Differenzen in der chmrittchen Politik durch Kompromisse, welche nur Sin e f t, <t> e Fragen berühren auszu- lei ch e n Manche derk.-n sogar. 7-ah leibst nerika diefen, Ausgldch nicht fo fern steht, sie man es ursprünglich annahm

Frankreich hat sein ielbständige» Dorgehen 2 sh la n b gegenüber offen betont Da» bedeutet Jht keineswegs. Nh die englische und fran- t<4x T't-:o."> > ' t

>.ben im unklaren waren oder flnd. Unb die jijv der Russen ist dadurch nicht erleichtert Seit jeher haben sich die Lowjei» in Paris rasterst ungeschickt benommen. Die Sowjd- »plomatte hat psychologische Momente, wie sie < mehr wieder kehren werden, versäumt und eufend fldne Fehler begangen Die kommu- fifdy Agitation in Frankreich und in den Kolonien hat in den Pariser politischen Jtrerien ;r»he Verstimmung verursacht Und endlich die Hinauszögerung der Verhandlungen in der Schul- Mirage, das fortwährende Aufblitzenlaflen von 'fgen Hoffnungen bei den französischen Wirt- .-Arltskreisen und die falten Duschen darauf au» 77-skau waren verhängni»volle Fehler. Henn die Sowjetbiplomatie nicht» anderes ge­rollt hätte, als dne französisch-englische st,Näherung zustande zu bringen, dann vnle man ihre Samt mit Recht genial nennen!

In der französischen Innenpolitik dreht sich jetzt . » um bi« l-crfoLiung brr flonwnueiften. Für btt ehtr war« es am angenehmsten wenn man den '»blampf oon 1928 im drüben der Bekämpfung ich roten (Befahr burdjführrn könnt« Da» ift rin« uitifdx Tatsache die Beachtung oerblent. Die Ne- Iffung tut alle- um den stampf der Äommuniften i gen die Et aalte rbnung in den Borde rgnmd zu efen. Die Kammer enve.it sich baba aber nicht al» nlfäbdg. Die deputierten durchschauen di« inner- »'tusche BedeuNim dr» Vorgehen» der Negierung. 'ech.Ub der verzweifelte Kamp- iwischen Lvposition ich Negierung, ein stumpf, weicher deshalb fo un- rbiMich Ift. weil er ein Vorspiel für bie ijchft en Sohlen barstellt. 5) erbe, treten die Ivrmumfien selbst bei aller Bed itung und fe-ahr ihrer Agitation fast in den Hintergrund, ri« können stolz fein, dast man sich so otet mit trvn besaht, aber bi« Schlacht gilt nur schein- iir ihnen Die schwierige Situation her Regierung h der flammer äußert sich auch bann, hast de« Immer immer wieder den Gfe^enftanb ihrer Ber- iibl.ingen wechselt. Die Situation erörtert gebie- 'rtch Kompromiße. um keine stris« beruufjubt- ötoören. Daher das ewige Lavieren.

Veden den grrnvn auhenpvkittschen Sorgen, welche die aattje Well berühren, gtbt es auch Heinere, mehr speziell französische. Zu diesen rechnet man in Frankreich auch Mussolini. Cd ne Reden kommen stet» ungelegen, man ist aber in Paris schon beinahe twran gewohnt, sie als unabänderliches Aattwere-.gnis zu be­trachten. Sr sagte diesmal freilich rocht kraffe Dmge. Seit langem legt man seine Worte nicht mehr aus die Gvldwage. aber das. was er über Locarno und über den europäischen Frio den gesagt bat. kam der französischen Politik in einem besonders ungelegenen Augenblick Sollte es etwa wahr gewe<en Idn? Herr Driand wird Mitte dieses Monats bei der nächsten Ratstagung in Denk Farbe bekennen müden.

Zchwere wirbelsturmkataftrophe in Holland.

«msteeham. 1. Dani. (IDIP.) <£in schwerer ölrbelftann. der heule Vst boll and heimsuchie. hat besonder» den an brr deutschen Grenz« ge­legenen östlichen teil der Provinzen Oo«riffel »ob Lelderland heimgesucht Besonder»'schwer litten Me Gebiete bei (Broenlo. Neebe. Denden unb Elbergen 3n Elbergen stürzte eine Fabrik ein. Bei dem Einftnrz wurden drei Arbeiter ge­lltet während eine Anzahl von Arbeitern unter den Xrflmmern begraben liegt. Auch die Kirche und da» poftgrbäube stürzten ein. Au» der Stobt cichtenooorde wird der Einsturz von etwa 100 Häusern gemeldet Der Kommandeur der Gendarmerie oon Getdertanb hat olle verfügbaren Aerzte eu» der Umgegend unb sonstige» Sanitäts­personal telegraphisch zu f>Ufe gerufen. Blau be fürchtet dafz der Orfan eine grobe Anzahl oon Opfern gefordert hat Umfangreicher Tllalrri al scha­den Ist angerichtet worden. Der bauploorflanb de» Niederiändischen Roten Kreuze» Hal deschlofsen. zu­gunsten einer flnanzlellen UnterNützungsaktion für die oon dem Unwetter betroffene Bevölkerung einen Aufuf an da» niederländische Volk za richten. Beim ftrlegeminlfleriom ist heute ein Telegramm der Bürgermeister von Elbergen und tichtenooorde ein- getroffen. In dem die Regierung nm die Entsen­dung von Genieabteilungen ersucht wird. Der strlegsrninister Hal den (Benieabteilungrn den telgraphlschen Befehl erteilt, sich unverzüglich In da» Unglück »gebiet za begeben. Die Zentralstelle be» holländischen Roten Kreuze» Ist gleichsoll» telegra­phisch um Hilfe ersucht worden. Der Minister de» Innern, D. Kan. hat sich persönlich In die von der Katastrophe betroffenen Gebiete begeben. Auch über Amsterdam eattud sich heute e I n Gewitter von außergewöhnlicher Hef­tigkeit Der schwere Südweflsturm hat auch In

anderen Idirn de» Lande» großen Schoden ver­ursacht von der gesamten holländischen Küste wer­den große verheerungm durch den Orkan gemeldet

Schwere Sturmschäden in Gingen.

Gingen ab. E.ns. 2. 3um. (WTD. jun!- fpruch.) Ein Wirbelsturm, brr von Holland kam. toütete gestern zwischen 4 unb 5 älbr in Lingen. Sämtliche Zelcpbtm- unb Idegrapbenwt'inbun- gen sind zerstört Zahlreiche Däu'.m- würben wie Streichhölzer geknickt Die Winb- hvfe nam ihren Weg von Wmelo (Hollands über Esche nach Gingen. Siche, eine kleine Dauern- stabt, beftehenb aus zwölf Dauemgehösten. wurde völlig vernichtet Wte bi» ber fest gestellt würbe, sind in Gingen zwe i bl» breipun- bett Häuser abgedeckt worben. Ungefähr »ehn Häufer würben zerstört 3» sind zwei Tote zu beklagen. Du herbem wirb eine Pedon vermißt. 17 Personen muhten im Krankenhaus ihre Bcticnungen verbinden lassen Auch ber Ort Schepsborf bat schwergelitten. Weit über 20 Personen wurden verletzt Da» Aalbaus in Ginger wurde abgebedt Schon am Abend war ber Aegierungspräsibent von Osnabrück an Ort unb Stelle

Ein pommerfd)cr Ort vom Wirvelsturm zerstört.

Derlin. 1. 3unL (Priv-Dd.) Dealern abenb würbe ber brci Kilometer von Heu-Stettin ent­fernte Ort Streitzig von einer surchtbai^n Un* wetterkatastrophe hm-ngeiuchl 6hn Wirbelsturm v«r nichtete zwölf Häuser, deckte mehrere Dächer ab unb trug diele 250 Meter weil fort. 100 3ahre alt« Dämne wurden wie Streich* bölzer ncrhudi. Da» Unwetter dauert« nur zwei Minuten unb war von starken Hagel* schlafen begleitet- Die diesjährige Omte ist völl- ftändig vernichtet Da» elekcnich.' Leitungsnetz und der Tdephmwerkeh« sind gestört.

Deutsche Zchutzbundtagung in Regensburg.

9Ufltn»burg, 1. Juni (ZU.) In dem histo- rifchen Reichssaal de» R<g«n»burg«r Rathauses be­gann beut« vormittag die Tagung be» Deutschen Schutzbundes für da» Grenz- unb Austondbeulsch- tum. die starken Besuch nicht nur au» allen (Bauen

be» Deutschen Reich«» und Dcfterrnd), sondern von überall her auszuweisen hat. wo deutsche» Volkstum im stampf« steh, Im Namen be» Deutschen Schutz- dundes begrübt« Ministermldirektor z. D. G o e g die Erschienenen und macht« oon der Entsendung eine» Begrüßungstelegramme» an den Reichs­präsidenten von Hindenburg Mitteilung. Nach Begrüßungsworten an die Vertreter ber Reich»-, der preußischen und der bayerischen Negie­rung ertlärie ber Nedner, baß ber Bund diesmal nicht au» 3ufaU feine Tagung nach dem Südostrn be» Deutschen Reiche» verlegt habe. Er wolle damit dokumentieren, dah e» für da» deutsche Volk kein 0 st- Locarno geben dürfe. Dem Deutschen Schutzbund liege die herbeisührung ein«» großen Deutschen Neich», eine Bereinigung aller im gleichen Eiedlungsraum wohnender Deutschen sowie die Erziehung aller anderen Deutschen zu einer vollen Äulturautorilät im Nahmen ihre» Staatswesen» am Herren.

Im Namen der Neichsregierung begrüßte Mini­sterialdirektor Tidjen die Erschienenen. Im deson- deren Äustraa der- bayerischen Mimstrrvrafidenten sprach bann Neichslagsabgeordneter Dr. Pfleger, der in einer interesianten Darstellung über bie baye-

nfch bchechilcheii Grenzoerhaltnisse zeigte, in welch flarfem Maß« auch Bayern zu einem ausgesproche­nen (Brenwebiel geworden sei. Im Namen ber Uni­versität München und de» Neichsverbande» für da» katholische Ausianddeustchtum sprach bann Uniotr- sitä.sprosestor Aushäuser - München, der die Tätigkeit der deutschen Hochschulen und de» Neich»- oerbanbe» für da» Deutschtum im Ausland hervor- hob. Di« Grüß« der evangelischen Äirdx und ver­schiedener «vanadischer Organisationen überbracht« stirchenprösident Dr. oon 8« i t. der mit besonderem Nachdruck auf bie Verfolgung be» Deutschtum» in Polen in den ersten Jahren nach dem stneae auch in den neuen baltischen Staaten hinwte». Deutsche Geistliche im Balnkum hauen ihr Leben und ihr Blut für ihren Glauben unb ihr Deutschtum tosten mästen. Ihr Blut schrei« noch heute zum hinnnel.

Prvsestor Dr. 0 i b I von der Diener Uni­versität sprach bann über .Deutschland und ® u r o p a. DieBereinigung Oesterreich» mit dem Reich« würde für beide Teile von wirt­schaftlichem und rcalpvlitischem Ruben sein. 3n wirtschaftlicher Hinsicht feien die Alpen dne fast unerschöpfliche Energiequelle; real- politisch bedeute die Qkrdnigung eine Er­weiterung de» deutschen Raume» und eine Durchkreuzung der Sinkreifung des deutschen Volke» im Südosten. Der größte Gewinn aber sei seelischer und geistiger Tlatur.

Der Nachmittag war dner Sitzung de» ersten Ausschusses drS Schutzbünde- gewidmet, der sich mit den Verhältnissen in den österreichi'ch-unga- rischen Aachsolgestaalen beschästigte. Oberstleut­nant von Mhliu», ein genauer Renner der lübtiroler Verhältnisse, gab eine Schilderung der Zustände in Südtirol. Aus Vdchluß der Friedenskonserenz in Pari» fei Südtirol nur aus strategischen Gründen en Italien ge­geben worden. Nunmehr versuche Musfoüni an­gebliche historische Recht« durch Gefchichts- fälschung unb bewußte Lügen in» Felb zu sühren, um Südtirol ständig bei Italien zu behalten. Denn Mussolini heule behaupte, es handele sich bei ber Bevölkerung Südtirols nur um einge­deutschte Italiener, so müsse man fragen, ob Dietrich von Vern. Theoderich der Groß«, bte Grafen von Andecks. Sppan. Tyrvl. Andreas Hofer und frine Südtiroler auch Italiener gewesen feien. Heut« sei die deutsch« Sprach« im Vmtsverkehr. in der Schule, ja in den Rinder­bewahranstalten und auf Grabsteinen verboten. Die Südtiroler Landsleute müßten moralisch ge­stärkt werden, und wir müßten den Vewei» er­bringen. bah wir Südtirol nicht aufgeben, indem wir bekennen, daß wir diejenigen Mänfler in Deutschland verachten, die aus gewisser Hoch­achtung vor dem Faschismus glaubten. Südtirol opfern zu muffen. Italien ist In Südtirol uner Srbseind und wir dürfen die Hoffnung nicht ver­lieren. daß der Dag der Befreiung Mre (Ge­biete» in ber Weltgeschichte nicht mehr fern ,st. und daß das in einem einzigen Staat geemte deutsche Voll auch Südtirol in seinen Grenzen finden wird.

Ein litauischer Generalflabschef al» Spion

Das Kriegsgericht zu Xdkho verhandelt« gegen den früheren General st absches Rlesch- t f ch i n s k l. der unter der ^nflagc stand zu­gunsten eine» fremden Staates Spionage ge­trieben zu haben. Der Ängeklagte ha' f-cm fowietruss,fch«n Botschafter in Äotono seit bem Jahre 1925 bi» zu seiner Verhütung Material geliefert, das seinem Inhalt nach als Slaats- geheimni» gelten muhte. Das Kriegsgericht hat den Angela gl en für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. General Kli-'ax'ch:-Jf. hatte an den Staatspräsidettten dn Gnaderi- gduch gerichtet do» ied>h abgelehnt wurde. General Rlefchdchtnski ist Mittwochmorgen um 3 älhr erschossen tooeben.

vasneuefranzösischewehrgesctz.

Das Volk in tiaffen

Eigener Drahtbericht be» .Gießener Anz«,-«t»^.

Berlin. 2. 3uni In bu-en Tagen n iri> sich der französisch« Senat mit dem Gesetz über die allgemeine Organisation der Ration tm Ärtene. das b-reit» am 7 März mit 500 gegen 31 kommunistitzch- Stimmen von der Äan- er angenommen wurde, zu besaffen hab« es Ist anzunehmen daß auch hier die'es neuartige und weittragende Gesetz keinem en 'üichen Widerranda begegnet, und es scheint desbalb angebracht. < 4) auch bei uns mit den Ginzeldetten seines Inhalts zu belaflen.

Das Gesetz zerfällt In sieben Abschnitte unb 46 Artikel Der springende Punkt ist im eilten Artikel festgelegt bie Berpflichtuni für alle sranzöfischen Staatsangehöri­ge n ohne llnterfchled von Alter unb Geschlecht. Im Ä r i e g e a l Rämpser an ber Landesvertelblgiing ober al» Ridbtfombattanten an ber Erhal­tung be» .materiellen und morali­schen Lebens" de» Landes teilzuneh- men. Damit entfällt allo die früher a.'lge <>n unb in allen andern Ländern auch heu'« noch flültlge Unterscheidung zwischen den zur Dien'!- ciflung dinbe rufen en und der fog «nannten Jipll- btTölferung; die letztere hört rrafttfd' aus zu eriftleren. Weiter wird schon im Frieden cm oberster Rat für Landesverteidi­gung geschaffen und In jedem Ministerium unb öffentlichen Dienststelle dn Mobllmachungs- Plan mit den speziellen Ausgaben des bet. s- fenben Ressorts binterkgt. Alle Verkehrsmittri, alle Fabriken, bestehende Organisationen unb Verbände werden mobilisiert, requiriert, sogar für bie fremden Staatsangehörigen wird dne Dienstleistung auf ihr Verlangen vorgesehen, unb e» wird bereits Im Frieden dn Venragshstem geschaffen, um alle für bie Landesverteidigung und die Ernährung nötigen Hilfsmittel sicher­zustellen. I

Besonder» wichtig sind die Britinmumgen de» Artikel» 10: .In keinem Falle dürfen die vorn etnat bc-ablten Preis« den (Keit.hung-prri,.rfAm­ten; aller Gewinn fällt t) r m 6 t c. a 11 ?, i Bei Bedarf können alle wirtschaftlichen Untern, b- mungen unter Staat»! ei tung gest e lf k werden." Al» Nequisition»entfchadig-.ing kommen nur die Zinsen de» Anlagekapital» für Betriebe außer den gleichfalls festgeieglen Gehältern und Löhnen, ferner dn angemessener Amvrttsativn.i'tz für Maschinen usw. In IrageÄertfleigeruri j- r. in­folge de» flrka»wfianb<-6 dürfen nicht berürffid.tigl werden. Mit diesen Sätzen werden an sich durchan» anerfmnen»nxrte moralisch« Maxime festgelegt, die tkn Begriff be»Ä r i« fl g e a> in n e r »* und da­mit auch materielle» Interesse am Krieg« ou«<Aalfen sollen. Im Kriegsfälle Iribft. für den eine Reibe von Artikeln bie Befugnisse der einzelnen Regierung»- stellen Mllegen. wich in Abschnitt IV und \ ein ganz«» Stiftern dne» ,4! I e f e r u n g » m I n i ft e - rlum»* in Gang gesetzt, um die Wirksamkeit der Versorgung der Armeen und be» Lande« sicherzu- teilen. Dahin gehören besonder» die Lchaffun^ non LMtlittj überwachten Cleffnmgetnift». bie Unter- uUnng des Berfebrfröden« unter die Heerctl-ü.u.g, bie Armierung von handetoschissen. die Ientralisie- rung inbuftrieUer Erzeugnisse, bie Zentralisierung eine» Lu»kunft»w«ftn» der die Hflsskräfte be» Lande», di« Zentralisierung der Einfuhr, bk ^chii- fung von Mobllmachungsregionen imi> abnfich«

Der allgemein« Eharatter des Gesetze» ist be- lannt: aber bie Lektüre sriner Einzriheit-n p wahrt <tin '.men Irrt btr -r brr nach wie vor mit bem Kriege al» mit einer un­ausweichlichen Notwendigkeit rechnet.

Wirths Kampf gegen das Ientrum.

(Eigener Drahtbericht be»Gießener Anzeiger»*.

Berlin. 2. Juni. Herr Dr. W t r t h hat e» für ratsam gehalten, den Ranzlerbriri an chn tm Wortlaut zu veröffentlichen und baren einen Kommentar zu knüpfen, ber gldchbebeut nd mit dner förmlichen Rampsansagc an bc» Zentrum ist. Wie mögen wohl leine Freunde ge­rade diesen Rommenlar bedauern, der ihnen bie Aussicht auf dne erfolgreich« Bermittlungsak.Mn sehr erschwert. Hätte itch Wirth in diesen kri­tischen Stunden einige Mäßigung auferlegt, bann würden wenigstens für Außenstehmt« di« Dinge im Zentrum keineswegs so gefährlich aussehen, al» sie es tatsächlich sind. So aber hat da» Pro­blem Wirth über Aacht dne Bedeutung be­kommen. bie chr vor 24 Stunden noch lebt Men'ch wgdegt hätte Wirth, der 'ich aus taktt'chc-n Gründen scheut, von sich aus km (Zentrum ben Rüden zu kehren, hat sein« Parier jcy: i n eine Iw ang »lage hineinmanöve- r i e r t, die ihr kaum etwas anderes erlaubt, als 4hm die Tür zu todfcn. Daß er das will, läßt sich nach sdnem neuesten Vorstoß nicht mehr ab'.eugnen. Gr lucht nach dner Bewegungsfr^- &dt. bte e» ihm aeftattd, gegen das Zentrum einen zügel- und hemmungslosen Ra.nps zu er­öffnen. Diese Bewegungsfreiheit erhält er aber nur bann, wenn eben bie Partei von sich a u» bie Konsequenzen zieht.

Mtt innigem Behagen verfolgt natürlich die gesamte Linkspresse tic'e Auseinanderset­zung. bie viel! ruh' ber Anfang zu dner SPal­lung fdn kann, dazu in einem Augenblick, wo bas 3enlrum an bie Ausrichtung einer Arbett»* gemeinschatt mit der Bahertschen VvlkspartÄi