Einzelbild herunterladen

®ag*lerfranfnng«n sind ttxgen l^rtt ^artnädig- feit außerordentlich gefürchtet, Ik können jafcw- tana bestehen bleiben Die Behandlung ist ein« so schwierige, baß oftmals der ganz« Rage! ent- fernl werden muh, um der Krankheit Herr zu werben Die Folge ift natürlich ein« lange be- ftebenbleibend.' Beeinträchtigung der Qlrtote* fähigkeit, da der deS Ragtlschutze- beraubte Singet äußerst empfindlich ist gegen Schäden und Erkrankungen di« durch Eitererreger hervor­gerufen werden und äußerst schmerzhaft sind.

Warum ist nun gerade tue Landbevölkerung der Ansteckung durch Pilze besonder- au-gesetzt? An Hand großer (Z.anftiktn hot man seftaestellr. baß in viehreichen Gegenden von den durch Pilze erkrankten Menschen 90 Prozent der Landbevöl­kerung angehören. Al- Erreger hat man Pilz« gefunden, die vorwiegend auf Großvieh ihr« krankmachenden Eigenschaften entfalten. Tatsäch­lich kann man nun in SrkrankungSsällen saft immer feftstelien, daß sich im Haarkleid der Hau-tiere (Hunde, Tatzen, Pferd«, Ziegen. Schafe oder Rinder) eigentümlich runde, bis handtellergroße. Haarlol« oder auch mit einem Grind bedeck.e Stellen linden, Ringelslechl« Glatzflechte oder Gei-grinö genannt. Hier hat sich der Ärank angesteckt. 3n den Winter­monaten. wenn d e Tiere im feuchtwarmcn Stall stehen, kommen Pilzsporen, die sich auf ihrer Haut angesiedeil haben, zur Auskeimung und rufen da» für boS Vieh recht harmlos« Krank- heitsbild hervor. D*e mit btt Pflege der Tiere betrauten Leute «kanten meist an den Hän­den oder Unterarmen. So ift auch die Möglich­keit der Uebertragung auf Menschen, die nicht- mit den Tieren zu tun haben, gegeben, und tat­sächlich kommt e- meist zur g cichzeitigen Er« krankung mehrerer Bewohner d S Anwesen- Man hat auch feststelien können, daß in Zeiten, in denen der Lanbmann sich besonder- häufig mit seinem Vieh beschäftigt zur Zeit der Frühjahr-bestellung und der Einstallung der Tiere - eine starte Häufung der Erkrankungen fich bemerkbar macht, die so auffend in Erschei­nung tritt, daß alle anderen Hautkrankheiten in dieser Zeit an Zahl von der Bartflechte über­flügelt werden Gegenüber den Großstädten kann man an Kliniken mit vorwiegend ländlichen Pa­tienten die Bartflechten last fünfmal so häufig beobachten.

Während die durch die Rafierstube oder von Mensch zu Mensch überiragenen Bartflechten meist oberflächlichen Eyarakter haben, gehen die durch Tiere verursachten Ansteckungen meist in die liefe, knotige Form über Man muß annehmen, daß der Pilz sich auf der derben Tierhaut eine er­höhte Fähigkeit erworben hat, die viel weniger widerstandsfähige menschliche Haut und die Haare zu zerstören und die Hornschicht auszulösen.

Wir sehen au- diesen kurzen Beobachtungen, baß der mit Vieh unchehende Landmann besonders gefährdet ist! Wie kann er sich nun möglichst vor Ansteckung schützen? Dor allem betrachte er seine Tiere sorgfältig k Hat er kranke Stellen ge­funden, so lege er die vom Tierarzt verordnete Salbe genau nach Vorschrift auf und wasche sich nach Je bet Berührung de- Tierfelle- mit warmem Wasser und Schmierseife gründlich die Hände. Kranke Tier« sollen von gesunden möglichst ferngehalten werden: die zum Putzen benutzten Bürsten, Striegel usw. dürfen für andere Tiere keine Derwendung finden, da die Flechte dadurch übertragen wird. Auch soll nicht da-felbe Ge­schirr benutzt werden, -um mindesten mutz es vorher mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Bemerkt man trotz dieser Vorsichtsmaßregeln DerbächtigeS an seinem Körper, so soll man sofort zum Arzt gehen. 3m Verkehr mit anderen Personen ist wegen der Ansteckung-Möglichkeiten äußerste Vorsicht am Platze. Berührungen der Krankheitsherde sind wegen der Ueuertragung»- gesahr auf g.sunde Körperstellen zu vermeiden. Die von Erkrankten benutzten Handtücher dürfen von anderen nicht gebraucht werden. Eine für den Ersterlrankten harmlose Form kann bei dem von ihm Angestecklen vielleicht eine viel schlim­mere sein und monatelang« AroeikSunfähigkeit zur Folge haben.

Die Befolgung dieser Vorsichtsmaßregeln ist um so nötiger, als in den letzten Jahren trotz Besserung bet sanitären Verhältnis'« wieder «ine erhebliche Steigerung der ErlrankungSlälle zu beobachten ist.

Aur der provinzialhauptftadt.

Gießen, den 2. April 1927.

Aprilmenschen

Gestern Riviera, heute Grönland und morgen vielleicht wieder strahlende Sonne oder Regen. E- sieht immer so au» al» ob. und kommt meisten­ander- als man gedacht hat. Diese- Hangen und Bangen zwischen Winterulster und Frühjahrs- Paletot hat sich in dem Begriff .Aprilwetter" verdichtet ßaunigfetl. Wrttetwendigkeit. kurz die Unzuverlässigkeit in Reinkultur ift der Laubfrosch im Aprll. Die Gründe für diele- Verhalten sind trotz Wetterbericht genau so dunkel wie bet Dieum Menschen, die man Aprilcharaktere nennen kann.

Man kennt sie jahrelang 3n- und auswendig. Man glaubt sie wenigsten- zu kennen 11 nb plötz­lich Inti irgend etwa» ein da» die Feststellung nötig macht. .Da» hätte ich nie hinter dem Manne gesucht." .Wie man sich täuschen kann!" pflegt man bann zu sagen. Dieser Ausspruch trifft tatsächlich ben Ragel auf den Kopf

Man ift weniger durch den anderen getäuscht worden (allenfalls enttäuscht), al- daß wir zur Erkenntnis gelangen, daß unser Bild, wie wir eS iahen ober sehen wollten, nicht in allen Einzel­heiten bet Wirklichkeit entspricht. Obwohl der anberc et selbst geblieben ist.

Denn nicht icde- S«sicht ist bet Spiegel der dazugehörigen Seele. Berus unb Bestimmung hinterlassen im Antlitz zwar ihre Spuren, aber wie ost heitzt es auch. .Lache Bajazzo", obgleich da» Herz weih bl ulet.

3n ber Seele eine» Menschen liegen ebenso- viele Geheimnisse verborgen, wie in bem All. ba- uns umgibt. Unergründliches. Abgründiges. Das irgendwann hochgeschleudert wird. Da- einen Menschen etwa» tun ober sagen läßt, über ba» man sich entsetzt. Er selbst vielleicht am meisten. Weil bas .Erkenne bich selbstI" ein lebenslange« Streben bleibt, bem nie ein abschließende» Wissen bi« zum letzten Rest wird.

Sin Saulu«, ein halbe« Menschenalter hin­durch. bet anscheinend unvermittelt sich zum geraben Gegenteil bekennt, kann sich durch die Reise unb Erfahrungen der 3ahre zum 'Jkiulu» gewandelt haben Weil mit der körperlichen Ent­wicklung häufig auch seelische Umstellungen statt- finben.

3ebensall« braucht ein Mensch nicht immer ber Aprilcharakter zu fein, al« ber er sich viel­leicht gelegentlich ansieht.

Dom Gietzener Derschönerungs- verein.

Man schreibt unS: Die rasche Entwicklung unsere« Verkehrswesen«, zumal ber Kraftfahr­zeuge. i.-achi auch in Gießen dem Spa-ier- gängcr bie Erholung auf Dangen in bte jetzt wie­der erwachende Raiur recht schwer. Wohin er seine Schritte lenkt, auch auf früher recht idylli­schen Wegen, überall verscheuchen ihn die gellen­den Signale ber Autohupen, unb überall drohen ihm bie durch Auto« unb Krafträder ausgewir- bdlen Staubwolken ben behaglichen Raturgenutz zu verderben. Um so wichtiger ist für ben Ratur- freunb bie Pflege bet in Flur unb Wald hinaus- führenden Fußpfade unb bie Sorge für Ruhe­plätze in Gießen» näherer unb weiterer Umge­bung. Damit sinb bie Aufgaben be« (Siebener Verschönerungsverein« wichtiger denn je, feine Unterstützung durch die große Gemeinde ber Raturfteunde immer dringender geworden. Von seiner stillen Tätigkeit hat bet Verein nicht große» Aufheben gemacht. Durch Verbindung mit ben städtischen unb Forstbehörden hat erjid) aber bie Instandsetzung unb Ergänzung ber Spa­zierwege bauernb angelegen fein lassen, ebenso die Erhaltung und Wiederherstellung der aus seine Veranlassung errichteten Ruhebänke, von denen freilich manche immer wieder ba« Opfer alter unb junger Rohlinge werden. 3n vollem Maße kann der Verschönerung-Verein seine Tätig­keit allerdings erst entfalten, wenn er bie ver­ständnisvolle unb rührige Unterflübung aller (Siebener Raturfreunbe finbet. Diese darf sich freilich auch nicht auf bie eig.ntlich doch selbst­verständliche stille Mitgliedschaft am Verschöne- rungSvcr.k.« beschränken. Sie muß vielmehr auch zum Aufdrucke kommen durch entschlossene Mit­wirkung am Raturschuhe, namentlich am Pflanzenschutze. ben ilebergtiffen der unverstän­

freL Das Abfchceßen eine» Bogel» de- Ringe»

»u verwerten. Toten

«refft bet Erforschung des Dernächste Frankf

3nti

ferbe

markt findet am 4. April statt.

städtischen Behörden, finden.

den Ring und sende khn ein." Der dieser Birte nachkomnu. banbett an

biefer Gelegerchett möge bet «r-gefprvch« fein: Wer einen beringte* Bogel ta b* Hände bekommt, möge bi« Rümmer de» Rin«« genau ausschreiben unb bttfe. nebst Ort unb Saturn he» Fange-, an bie Vogelwarte Helgoland erntenden Den Bogel mit dem Ring lasse man wieder

ebener Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs angeregte Wiederherstellung de» Au-sicht-turme- a u f ber Hochwa rt» hohe wirb bie tatkrästige Unterstützung be» Ber- 'chö:.erunqsverei7^s. hottentllch aber auch ber

digen 3ngenb gegenüber, ferner durch Anregun­gen zur Erweiterung be» Retze» ber Weg« unb Ruheplätze. Der Verein wird solche Anregungen durch feine Vorsitzenden Ge­heimrat Haupt (Keplerstraße 1) und Geheimrat Trautwein (Friedrichstraße 14) und durch

feinen Rechner. Spenglmneißer Faber «Markt- s--._ ..

straß« 1) jederzeit dankbar entgegennchmen. Auch' 'wegen ist strafbar und die Dom ®t ebener Zweigverein des Vogel» berg er Vögeln entnehm« man d>

Ein Nachklang zum Gießener Femeprozeh.

Wir in unserer gestrigen Ausgabe berichtet wurde, haben die Landtag»abgeordnelen Stork (Soz.) und Reiber (Item.) Im Hessi s che n Landtag fieinc Anfragen an den Jufttynhüftcr wegen de« Gericht»referendar» Zimmer in Gießen gerichtet, der im Gießener Feme- Prozeß einen Angeklagten begünstigt habe Hierzu bittet uns Referendar 3 immer um di« Aufnahme folgender Zeilen zweck» Klarstellung he# Sachverhalt»:

.Der in dem Prozeß gegen Schwing und Gen. nunmehr freigesproä-ene Hein» war am 6. Januar erneut verhaftet worden, lieber an­gebliche Aeuherungen be» Heinz bei seiner Ver­haftung würbe ber Kriminalbeamte Klinke- Magdeburg im Verlaufe be» Prvzeffe» gehört, her habet auSfagte. Heinz habe ihm gegenüber bamal» geäußert, eine ihm, bem Heinz, bekannte unb in ber Sache tätige Gerichtsperfon habe ihn brieflich von feiner beoorfteijenben Verhaftung informiert. Die Magbeburger Polizei hat sich bieferbalb bamalS an ben die Sache Schwing bearbeitenden Staatsanwalt gewandt. E- wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Begünstigung be» Heinz eingeleitet. Wer bte Strafprvzehord- nung kennt, tounbert sich hierüber nicht, «s ist ein alltäglicher Vorgang. Rach meinen Bekun- bungen, bie ich in ber Sache gemacht habe, unb nach bem Auffinden meine» an Heinz gerichteten Briefe« vom 5. Januar ergab sich die Halt­losigkeit bet Angaben ber Magdeburger Poli­zei. 3d> stell« aber auch noch einmal an dieser Stelle fest, daß ich in der Sache gegen Schwing und (Sen. niemals amtlich tätig axir daß ich bie Akten nicht einmal von weitem auch nur gesehen habe, baß ich keinerlei Kennt­nis von dem Erlaß eine« Haftbe­fehl«, noch von einem diesbezüglichen Antrag gehabt habe, daß ich weiterhin auch keinerlei Kenntnis von einer geplanten ober bevorstehenden Verhaftung des Heinz hatte unb infolgedessen auch keinerlei Rachricht, gleichwie In wel­cher Form, an ihn habe gelangen lassen formen. Damit ist ba« gegen mich eingeleilete Verfahren materiell hinfällig. Auch formell besteht es nicht mehr zu Recht, nachdem Heinz srOigespruchen worben Ift (eine Veaünstigung eine« Freige­sprochenen gibt es nicht). Seine ötnftelbmg er­warte ich täglich 3ch habe mich seinerzeit Damit einverstanden erklärt, daß e« bi» nach Abschluß De» Prozeste» gegen Heinz in der Schwebe blieb.

Buntes Allerlei.

Di« Rettung bet Pifanrettc.

AuS Quebec ,Kanada» wird berichtet

Da» hätten sich bi« Bisamratte«. jene weni­ger hübfchen ol» wertvollen Xiert, Deren Fell im kanabi'chen E,v n eine fo überragend* Roll« spielt, bie jetzt aber infolge btt Vernicht ungSwu: erwerb»gteriger Fallensteller au» ber kanadische" Fauna zu verschwinden drohen, auch nicht träu men lassen, daß Heck und Segen für ihr arme» verfolgte» Defchlccht einmal von ob#*. und »war von der Aviatik, kommen sollt«. Und doch ift da» so: da» kanadisch« Lanbwirtschasts- unb ba» Hanbel»minifterium haben au» Belvrgnis übet ba» allmählich« Aussterb«n bi«s«r (für Den Geld- beutel) fo nützlichen Tier« In getnctnlamem Vor­gehen beschlossen, in Rord-Mamtoda, wv bi« günstigsten LebenSbebingungen für di« Bisam­ratte hcrrfcben. in den gewaltigen Sumpfgebieten de» Zebernfer» durch Regierung-slugzeuge Tau­send« von Sacken mit wildem Reis au-schütten zu lassen, der «ine Leibfpeis« der keinen Rager ist. Hossentlich macht damit Kanada nicht die­selbe Erfahrung wie Australien mit den wilden Kaninchen, die dort .künstlich- eingefühN wurden und die heute eine untilgbar« Landplage ge­worden sind.

Cine 1800 3af)te alt« Brück«.

Zu Den ehrwürdigsten Druden bauten bei Well gehört bte sog. Trajan»-Brück«, di« den Tajo bet Alcantara in Spanien überspannt. Diel« Brück«, bi« 1800 3ahr« alt ist. ist b«ure noch .so gut wie neu. Der Ingenieur, ber bte Wun- berbrücke erbaute, war Der Römer daju» 3ullu» Lacer; sie ift 600 Fuß lang unb 26 Fuß breit, sie hat 6 Bogen, bi« sich in «inet Höh« von 172 Fuß über ben sommerlichen Wasserftanb des Flufse» spannen Da» erftaunliche an diesem Brückenbau ist die Tatsache, daß bei der Anlag« weder Zement noch Mörtel benutzt wurden. Die Granitblöcke, au» Denen Die Trajans-Brücke be­steht. sind so sorgsältig geschnitten und aufein­ander abgepaßr. Daß fle eine einzige folidc Malle Darstellen. Die Schlußstein«, Deren e» saft 300 an ber Brücke gibt, find gewaltige Blöcke au» Granit, von benen jeher 12 Tonnen wiegt. 3m Winter ist ber Tajo auhervrbentllch retßenb und steigt manchmal 120 Fuß über feinen normalen Wasserftanb im Sommer Aber durch 18 Jahr­hunderte hat biese Brücke bet Wut be» mäch­tigen Flusse» siegreich totberftanben. und Ile ist heute in so vortresflichern Zustand, daß 11« auch nrxu auf Jahrhundert« hin ihre treuen Dienste leisten wird.

Autozusammenstoß. Am Dv.rn. r»- tagDormittag gegen 11 Uhr stießen an der Ecke Kllnikstraße und Erebnerstraße «in Frankfurter unb ein Gießener Auto zusammen. Der Frank- furter Wagen fiel auf bem Bürgersteig um, sein einziger Insasse konnte burch ba» freie Fenster herauslletlem. Der Wagen würbe ziemlich be­schädigt, während ba» (Siebener Auto glimpflicher bavonkam. Personen wurden zum Glück nicht verletzt.

*'ÜinVogel«bergerStarinSpa- nien! Man berichtet un«: In den Orangen- Hainen Südspanten« hat er fein Ende gefunden. (So berichtet die Vogelwarte Helgoland über ben Don cand. chem. Ricolai in Gonters­kirchen (Kreis Cdjotten) am 8. Mai 1926 be­ringten Star. Bei (Sorboba in Spanien würbe er am 8. Februar 1927 geschossen (I). Seinen Flug nahm der Vogel In Begleitung seiner Kame- raben wohl durch die oberrheinische Tieseben«, die Belforter Pforte, ba« Rhonetal. bann Der Küste Frankreichs entlang nach Westen, am Ost­rande Der Pyrenäen her. bis hinab in bte ©e- filbe Andalusiens. Der zurückgelegte Weg be­trägt etwa 1800 bi« 2000 Kilometer. Für einen .Strich"-Vogel eine respektable Strecke! Bei

Wie käme* die Ichthtzofairier |*r Well 7

Al» man zuerst die ächthdosa-rter, bk vor­sintflutlichen Riesenechsen, erforscht«, hat mae sich auch viel barüber ben Kopf zerbrochen, wie diese Tier« zur Weit gctommca lind Runaichr ist cs gelungen^ dieses paiaonto-oaisch« Problem zu lös«n worüber Pros. Wilhelm Liepmann be­richtet. Efti« der grüßten Fundstellen für 3ch- thyosaurierabdrtick«' Ist ba» J-örfchen Hobimaden

Quaker Oats

Märtyrer der Liede.

Roman von I. S ch n e«d e -«F ö r st 1

39 aometzungJlodiörud nerboien

Und seither sann und grübelte sie. was die wenigen Zeilen zu bedeuten hätten:Ich lebe in beständiger Erregung. Deine Frau könnte un« jerc.n Tun zu früh nni die Spur tomiren. Wenn möglich, erschein« nur Du allein zu meinem Som« merjefl. Sine Ausrede Elisabeth gegenüber wirft Du ja finden. Die Sache wird intereff.int. Also komme allein . . . Nello."

Sie war wie betäubt . . . Also doch! . . . Also doch! . . . Wenn sie nur meinen konnte. Aber e» schien alles ausgebrannt in ihr. Die yanna batte sie gewarnt vor der blonden Frau, die ihres Manne» Jugendliebe gewesen mar. Und sie hatte ihr vertraut, hatte ibn tkimal» ihrem todkranken Kind« geschickt. So banlte ihr die Mutter für diesen Liebesdienst. Den Mann, da» »nnzige, wo» ihr Im Leben ge­blieben. nahm sie ihr Was hatte si« denn nun noch von ihm? Nicht» al» seinen Namen! Nur diesem nach war sie noch sein« ix rau. Dar ihm ausgeliesert auf Gnade und Ungiusd' Mußte oorttebnehmen mit bem. wa» für sie übrig ;b. Und da» Kind? . . . Ach, auch ba» Stlnb war lein. Alle», alle»

Sie warf sich auf ihr Bett unb wühlte bat Gesicht in bie Kiffen Nun war fiannas Gebet boch umsonst gewesen '.sticht» wurde ihr erspart im Leben. Die Verse' Ach. wie hießen bach bte 'Berte, über bte sie neulich gelächelt baue mril sie ihr fo übertrieben weltschmerzltch büntten

..Das i'icri gebrochen, bie Leele zerschlagen' Wie soll >ch » tragen'

Der Glaube toi unb bi« Liebe vorbei!

Unb boch nicht frei'

Da» gani« Leben ohne Glanz, ohne Schimmer, Ich trag e» nimmer!*

Nun wußte sie baß bie weniaen Zellen ber schrei eine» Herzen» waren, ba» sich bäumt# unter dem gleuh«n («efchick mie sie e» truq Wte das brannte unb würgte und wühlte! Und niemand durfte Darum wissen. Hanna am allermenigften. Auch der Trost, sich bet ibr auijumeinen. Hieb :hr vertag

Sie hatte recht gebidt .Di» ganze Leden ift sa nicht men daß man so viel durchwacht. Unb bt< Liebe, ba« ist noch ha* Annieligüe von allem *

Das Armfcligste", wimmerte Elisabetb unb hielt | ben Brief zwischen ihren Fingern gepreßt

War da» fo Männerart, baß sie heimlich hinter bem Rücken des Weibes, bas sie an sich gefesselt, ihr Treiben aus ber Iundgefellenzeit sortsegten ^ . . . j Oder mar nur er alleino Vit war denn : Baler gerne Jen? . . . Aber her zahlte ia nicht! . . . ! Der mar alt gewesen und verbittert. Wenn sie nur Hanna fragen dürfte, ob er ihrer Mutter Irene ge­halten hat.e, io lange diese am Leden mar! . . . Einen gab» der mar nicht wie die anderen, und dieser eine war Han» Jörg. Der würde seinem Weide einmal Treue holten . . . Der gewiß! . . . Immer.

Wo fehlt ev denn?" sagte Reichmann» Stimme.

; Mit raschem Schritt trat er zu ihr an» Bett.

Ich bin so müde!" Sie wurde nicht einmal rot dabei. Sie mar in ber Tat ganz zerschlagen

Na. bad' nur Gebulb. ba» oibt sich schon wieder, nein Härchen. Laß bas Rumarbeiten im Hause (ein. Oie Hanna soll sich noch ein zweites Mädchen neh­men, dann kannst du dich schonen. Bleib liegen jetzi. und bann jpäter läufst bu ein paarmal durch den Garten. Mit ber Zeil kommt alle» roifbtr in» i Gelelle!'

Als er sich zu ihr heraddog, küßte sie ihn. Sie brachte es nicht fertig, sich von ihm abzuwenden. I

Wo gehst bu jetzt hin?' fragte sie und hielt leinen Blick mit bem ihren feft.

Er fuhr sich über bk Stirne. Nannte ein paar Namen unb zog bann bie Uhr.

Jjaft du in Lubwigetol zu nm*'

Tin Ludwigs toi? . . . Rein! . . . Soll »ch etwa» von dir an Nella bestellen? . Denn e» keine Eile bat bann 1 sg es ihr geleg beule absolut keine Zeit.

Al» sich bie Tür hinter ihm geschloslen hatte, mar sie in wufenb Zweifeln Er hatte ihr damals alle» eingestanden Denn sie ihm den Br,es zeigte, ob er dann leugnen würde? Und er mar doch >0 gut zu Ihr. aerobe setz? So viel Ruckst^s erwies er ihr. Die | Hanna mir <elbfl ganz verliebt in ihn.So em guter 1 Minn' Ich kitt'» nie fp:k)iibt" lohte fle er- über da» andere Mal.

Denn e» doch nicht mabr märe daß er sie mit Nella betrog. Sie konnte nicht mehr denken. Vor llebermübung fielen ibr die Augen zu.

Am Abend sprach Reichmann chr von dem Som­mer feft, das Nella plante.'Denn du nutfommen roillft, Liesl, bann sich dich um eine passende Toilette um. Rich: zu fühl. Es spielt sich voraussichtlich alle« »m Park ob.

Ich meine, es mirb besser lein, ich bleibe zu Hause", sagte sie langsam unb streiste ihn mleber mit jene.., eigentümlichen Blick, ber ihm schon hin unb wilder zu henken gegeben hatte.

Besser schon!' stimmte er bei.Dein ganzer Organismus ist zur Zeil riesig empsinhlich. Unb dann . . . allzuviel Vergnügen darfst du dir von dem Irubel nicht erhoffen. Die Renkell» haben die halbe Well dazu eingeladen. (Bemüllld) wird es nicht!

Aber du ... du gehst hin? sondierte sie.

3a, ick gehe hin!

Er faltete seine Serviette zusammen unb griff nach seiner Zeitung.Warst bu heute spazieren?'

'/Hein' . . . E» mar so heiß im ®irt«n"

.Heiß? . . Könnte ich gerobe nicht behaupten E» mar uemlich rombig heute. Nimm beinen Mantel, bann gehen mir zusammen noch etroa» burch bie Anlagen. Losen kann ich hernach auch.

Auch biese» Opfer bringt er mir, buchte sie. Unb konnte boch nicht iroh werden darüber. Nella» Bries erstickte ,ede Freud« im Keim.

Acht Tage später fand in l*uhmig»:al da» Fest statt. Elisabeths Herz klopfte zum Zerjprinaen. Am Nachmittag siel ein leichter Regen, her aber nach kaum einer Stunde wieder abflaute.

«Nun ift e» doch gut, daß du nicht mitkommst! sagte Reichmann, der sich ontletbete und «ben «in« Nein« Verl« in da, Knopfloch brr weißen Hemd bruft steckte Du bekämst d.-chsten, nafle Füße unb einen Schnupfen. Die Nella mtrb enttäufcht setn. Ixih ich im Frack komme. Über ich hab' wahrhaftig keine Luft. Markerade bi» auf» Tüpfelchen mitzu- machen

Elijabech nickte schweigend und reichte ihm Ära- roette und Kragenschrne^

Vin ich dir leben genug?' frug er und wollte sie aus die Dange lüfien

Sie trat bafha zurück und stieß ein kurze» ..3a' hervor

.'ianu? Du haft mich p gar nicht angetehen Und dmn erliche einmal. k:f ponn bist bu io fpröbe . Ich kann'» auch Metben lasten! . . .

Herr Gott, ihr Dciber seid ein unentwirrbare» Rätsel von Widersprüchen. Erst hab' ich gesagt: komm mit, ba wolltest bu nicht. Unb nun. weil ich sage, e» Ist bester, daß bu zu Haut« bleibst. Ist e» wieder nicht recht! . . . Himmel, Herrschaft . . zum Teufel auch!'

Er schleuder!: bie KrawaNennadel auf den Mar­mor he» Waschtische», daß sie zu Boden sprang. Elisa- beU)< büdle sich rasch. Die Tränen standen heiß in ihren Augen schweigend legte sie die Radel wieder In bie Schatulle »urück 2J)re Hande zitterten unb bunte Lichter hüpften vor ihren Augen.

.Da» Herz gebrochen, bte Seel« zerschlagen. Wie soll ich'» tragen? Der Glaub« tot unb bie Liebe vorbei unb boch nicht frei.

Nein, neiel' murmelte sie halblaut.Da, nicht!'

Ihre Hiebe teste noch, bte war nicht tot. Nur chr Glaube.

Da» nicht?' rief «r zornig.

Sie sah chn hilflos an . Er schüttekte den Kops unb nahm bie Nabel wieder herau». um fit in bie Krawatte zu stecken Sie war «in Andenken an seinen Schwiegervater. (Er wollte ihr nicht weh« tun. stellelcht hatte st« da» gemeint.

Im Flur begrüßte Hanno soeben Doktor l)il- ber«. Er halt, sich mit ReiHmann verabredet, mit ihm In besten Auto nach Üubmigsial zu fahre«. Sag', daß ich gleich fertig bin! gebot er mürrisch.

Sie kam ohne Zögern feiner Aufforderung nach- E» war ,a alle» so gleichgültig! Ob sie nun hier ftinb ober braußen bei einem anderen. Hilbent küßt, ihre pleine weiße Hand (Er fanb e» begreif­lich. daß si. nicht miifam. Der Abend fei kühl unb e» adb, sicher ein unbequemes Gedränge

Sie nickt, gleichmütig Dann kam Reichmonn In Frack und roe her Weste Ein bißchen übelgelaunt, aber sich doch b.-berrldxnb.

.Du kannst mich im Herrenhaus erreichen, wenn etwa» los lein sollte. Elisabeth

Bit zuckte piiarnmen. Seine Liebe reicht nicht einmal für ein Kosewort, schrie es In ihr Ruf mich ab.-r nur im Notfall ' sagte er, unter di, Tür tretend

Nur im Notfall ' sagt« er unter bie Tür liCftl Nur im Notfall! wiederholte fit.

Morite&ung folgt.)