rcrtes ergab mit einer Ausnahme die Wiederwahl der [eittätigen Mitglieder. Tine längere Aussprache entspann sich um die Frage des Turnhallenneubaus. Der Turnrat setzte [ich jedoch energisch für längere Zurückstellung des Planes ein, da ohne gesicherte finanzielle Grundlage an einen Neubau nicht zu denken [ei.
00 Nieder-Florstadt, 1. Febr. Die Turngemeind« hielt in chrer Turnhalle die Generalversammlung ab, die febr gut besucht war. Einnahmen in Höhe von 2011.81 Mk. standen 1878.20 Mk. Ausgaben gegenüber, [o daß ein Äaffenbeftanb von 133.61 Mk. verbleibt. Auf der Halle stehen noch 1732.30 Mk. Schulden. Der Vorstand wurde in [einer seitherigen Zusammensetzung wiedergewählt. Das Amt des Frauenturnwarts (neu) wurde dem zweiten Turn- wart August Kliehm mitübetraaen. Für den Turnbetrieb wurden jetzt energischere Maßnahmen vorgesehen. Wer als aktiver Turner die Turnabende nicht besucht, wird aus dem Verein ausgeschlossen.
Kreis Schotten.
! Schotten, 1. Febr. Dom Zweckver- band Schotten-Hungen erfahren wir, daß die eingerichtete neue Autolinie Schotten, Eichelsdorf, Ulfa, Rabertshausen, Rodheim, Langd, Hungen ausgezeichnet im Betrieb gehalten wird und gut rentiert. Das Auio wird sehr stark benutzt, besonders aus den Strecken Cichelsdors—Ulfa und Hungen—Langd. Eine dreimalige Derbindung zwischen den genannten Orten ist eingerichtet, die jeweilig richtigen Anschluß an die verschiedenen Züge der Reichsbahn in Hungen und Eichelsdorf hat. Wenn der starke Verkehr auf der Autostrecke in der seitherigen Welse anhält, wird sich der Zweckverband mit der Frage der Anschaffung eines weiteren Autos besassen müssen. Richt richtig ist die kürzlich berichtete Mitteilung, daß die Stadt Schotten die Anschaffung eines weiteren Autos beschlossen habe. Die weitere Entwicklung des Verkehrs auf der Strecke muh abgewartec werden. Die Strahenverhältnisse sind teilweise in jämmerlichem Zustand. Mit leichter Mühe und wenig Kosten könnten von den Strahrn- wärtern die kleinen Löcher in den Straften aus- gefüllt und die Strafte wieder verebnet werdeir. Da aber meist nichts geschieht, werdeir die Löcher ständig gröfter und dre Straften stets schlechter. Dann sind Generalreparaturen, Walzungen u. dgl. notwendig, die ungeheure Summen verschlin- gen. Hier mühte ein besonderes Augenmerk der zuständigen Stellen von Kreis, Provinz darauf gerichtet werden, daß gerade die Anfangsschäden in den Straften, die beginrrenden kleinen Löcher rasch gedeckt und ausgeglichen werden. — Von Alsfeld ist die Einrichtung einer Auto st recke nach Storndorf -Meiches gedacht. Die beteiligten Gemeinden haben sich zu den von der Post geforderten Zuschüssen bereit gesunden, so dah die Linie Wohl bald in Betrieb genommen werden kann. An zwei Tagen, Dienstags und Freitags, in der Woche ist auch die Durchführung des Autos nach 111 r i (ft ft e i n gedacht, wo Anschluß an das nach Schotten gehende Post- auto vorhanden ist.
□ ßaubad), 1. Febr. Im Feftsaale der hiesigen Realschule sprach Dr. Hermann Deckert vom Kunstgeichichtlichen Institut der Universität Marburg über Albrecht Dürer. Dieser Dortrag war die dritte Deranstaltung der Laubacher Konzert- lind Dortragsvereinigung. Der Redner führte in höchst anziehender und lehr- reicher Weise die künstlerische Entwicklung des Nürnberger Künstlers aus. Der Vortrag wurde durch treffliche Lichtbilder bereichert.
Id. Aus dem vorderen Vogelsberg e. 1. Febr. Eigenartige Verhältnisse herr- . schen zur Zeit auf dem Buttermarkte, durch die das Märchen vom billigen Landleben prächtig illustriert wird. 3m höheren Vogelsberge kaufen Händler Butter in erheblichen Men- f gen für 1,40 Mk. bis 1,50 Mk. auf und beliefern meist die Großstadt Frankfurt. 3n den mit Industriearbeitern am Füße des Gebirges gelegenen Taldörsern, die für Butter Zuschuhgebiete sind, kostet diese 1,90 bis 2 Mk. Dieser Preis liegt weit über Gießener Wochenrnarltpreise und übersteigt auch noch den Erlös, den die Händler für Vogelsberger Butter in Frankfurt erzielen. Es ist eigentlich zu verwundern, daß noch lein Händler seine Groftstadtkundschaft ausgegeben hat, um sich in allernächster Rähe seines Bezugs» gebie.es einen neuen Kundenkreis zu suchen.
KreiS Alsfeld.
-er. Homberg a. d. O h m, 1. Febr. Einen interessanten Lichtbilderoortrag hielt am Sonntagabend Frl. Steiner von der Berliner Frauenmission in unserer gut gefüllten Kirche über „Die deutsche Missionsarbeit in Indien".
Lehrbach, 1. Febr. Der Gemeinderat beschloß in seiner letzten Sitzung u. a. die Erhöhung des Zuschuffes zur Autopost- linie Kirchhain —Kirtorf. Der Zuschuß beträgt nunmehr 25 Mk. monatlich, eine Summe, die die Gemeinde im Interesse der Verkehrs- erleichterung gerne aufbringt
• Rieder-Gemünden, 1. Febr. Die hiesige Gefolgschaft des Iungdeutschen Ordens veranstaltete am Sonntag eine Reichsgründungsfeier, verbunden mit einem Lichtbildervortrag. Dr. Gebhardt, Groftmeister der Bruderschaft Gießen, sprach über die Gründung des Deutschen Reiches und über die Wege und Ziele des Iungdeutschen Ordens. Reick^r Beifall dankte dem ausgezeichneten Redner.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt. 1. Febi. Das „Darmstädter Tagblatt" kann am heutigen Tage auf fein 190jähriges Bestehen zurückblicken. Das Blatt, das im Verlage der L. C. Wittichschen Hofbuchdruckerei erscheint. ist aus diesem Anlaß in Form einer 76seitigen Iubiläumsnummer herausgekommen mit Beiträgen führender Persönlichkeiten von Politik. Wirtschaft, Wissenschaft. Technik und Sport. 11. a. haben Beiträge geliefert Reichs- auftenminifter Dr. Stres emann, Oberbürgermeister Dr. ® I ä f f i n g , Prälat D. Dr. Diehl und Graf Hermann Keyserling.
WSN. Mosbach, 1. Febr. Die Obstver - w e r t u n g s g e s e l l s ch a f t m. b. H. in Mosbach, die kürzlich in Konkurs geriet, hielt dieser Tage in Mosbach eine Versammlung ab. Die Schul- d c n l a st beläuft sich auf 92000 Mark. Von den 611 Genossen hat jeder vorläufig 130 Mark x u zahlen. Von den Verlusten werden haupt- sächlich kleine Landwirte des Kreises betroffen."
Rheinhessen.
WSN. Worms, 1. Febr. In der vergangenen Nacht wurde unweit der pfälzischen Grenze an der Bobenheimer Landstraße der 50jährige Maurer Jakob Walter aus Worms tot aufgefunden. Sein Fahrrad lag unweit davon im Straßengraben. Es wird allgemein angenommen, daß Walter von einem Automobil überfahren und getötet worden ist. Untersuchung ist eingeleitet.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
WSR. Wetzlar, 1. Febr. 3m benachbarten Diskirchen beobachteten junge Burschen beim Spatzenschießen nicht die nötige Vorsicht. Ein vorübergehender Mann wurde durch ein 9-Millimeter-Geschoß am Kopfe schwer verletzt. Die Kugel drang durch den Mund in den Körper und mußte operativ entfernt werden.
L Klein-Rechtenbach, 1. Febr. Die wirtschaftliche Umlegung derGrund- stücke der hiesigen Gemarkung ist schon soweit fortgeschritten, daß den Grundstücksbesitzern dieser Tage die Auszüge aus dem Dermessungs- und Einschätzungsregister zugestellt werden konnten. Zur Vorlage der Register und zur Erklärung über diese ist ein Ortstermin auf den 2. Februar anberaumt. Auswärtige Besitzer können in diesem Termin auch Wünsche hinsichtlich der zukünftigen Planlage äußern. — In Verbindung mit der Umlegung der Grundstücke wird auch der „Holzweg", der Verbindungsweg von hier nach Vollnkirchen, ausgebaut, sowie der Dorfausgang nach Vollnkirchen erweitert. Mit dem Ausbau des „Holzweges" wurde bereits im vorigen Iahre unter Inanspruchnahme von Mitteln aus der produktiven Crwerbslosenfürsorge begonnen. Dieser Tage wurde der Ausbau einer weiteren Strecke des Weges durch das Kulturamt zu Wetzlar an den Wenigstfordernden, llnierncftmer Wagner- Krofdorf, vergeben. Es handelt sich u. a. um etwa 1200 Kubikmeter Erdbewegung. Bei den Arbeiten sollen in erster Linie hiesige Arbeiter beschäftigt werden. Als Rotstandsarbeit ist der
diesjährig« Ausbau nicht anerkannt. — Dem hiesigen Waisenhaus ,L 0 a r" ist von dem Ober- Präsidenten der Rheinprovinz die Erlaubnis erteilt, im Jahre 1927 eine einmalige H a u s k o l l e k t e bei den evangelischen Bewohnern der Rheinprovinz obwalten zu lassen. ,
CO Lützellinden. 1. Febr. Die Maul- und Klauenseuche ist hier erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. Insgesamt hat die Seuche in zehn Gedösten geherrscht: eine Kuh und einige Stück Kleinvieh sind ihr zum Opfer ge- fallen.
00 Niederkleen, 1. Febr. Der Landwirt und Holzhauer Heinrich Braun von hier st ü r z t e gestern in seinem Wohnhause eine Treppe herunter, wobei er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt.
Kreis Westerburg.
OO Westerbur 8 , 1. Febr. In Neunkirchen sand eine Versammlung statt, die sich mit der Weiterführung der projektierten Sahn- t a l b a h n von Westerburg über Gemünden durch dre „Lasterbach' nach Weilburg beschäftigte. Außer den Landräten Ien ver von Weilburg und Dr. S ch u n k von Westerburg waren die Bürgermeister der interessierten Gemeinden und viele Einwohner erschienen. Bürgermeister K r e cke l - Gemünden betonte, daft die Sayntalbahn erst dann iftren Zweck erfülle, wenn sie eine Verlängerung in oben erwähnter Weise erfahre. Pfarrer Rabitz- Gemünden bemerkte, es sei dringend erforderlich, daß die Sayntalbahn in Westerburg einmünde und nicht nach Marienberg geleitet werde, sonst sei eine Ausschlie- ftung und Nutzbarmachung der Bodenschätze der Gemeinden zwischen Gemünden und Weilburg nicht möglich. Redner empfahl, einen Arbeitsausschuft zu wählen, der unter Hinzuziehung von Sachverständigen zu prüfen hätte, welche Gegend die Bahn durchqueren müsse. Gleichzeitig solle der Ausschuß eine Rentabilitätsberechnung aufstellen. Diesem Vorschläge entsprechend wurde verfahren, nachdem die Landräte den Bemühungen ihre volle Unters.ühung zugesagt hatten. Als Sachverständiger soll Ober- regierungdbaurat Weber- Koblenz gewonnen werden. Eine neue Versammlung [oll in Äürxe stattfinden. — Dieser Tage wurden bei Rehe in der Gemarkung Rennerod 14 Wildschweine festgemacht. Da nur wenige Schützen zur Verfügung standen, konnten nur drei der Borstentiere erlegt werden.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M, 1. Febr. Der Magistrat hat sich bezüglich der Verwendung des früheren von Stump s-Brentanoschen Parkes in Rödelheim grundsätzlich mit einem Projekt einverstanden erklärt, das in Verbindung mit der regulierten Ridda die Herstellung einem Schwimmbades mit Planschweiher, die Schaffung eines Volksparks innerhalb des wertvollen Baumbestandes und die Einrichtung eines Schulgartens vorsieht. Es handelt sich dabei um die Schaffung einer großzügigen landschaftlichen Anlage, die für den äußern Westen der Stadt in Zukunft zweifellos ein hervorragender Anziehungspunkt werden wird. Die Ausführung des Projektes [oll als Rotstandsarbeit alsbald in Angriff genommen werden. — In der Bismarckallee entstand heute vormittag infolge einer Benzinexplosion im Tank eines großen Personenautos ein schwerer Brand, durch den der Wagen, der einen Wert von 10 000 Mk. repräsentierte, innerhalb kurzer Zeit völlig vernichtet wurde.
WSR. Hanau, 1. Febr. In einer Wirtschaft in der Lamboystrafte hatten sich beim Kartenspiel die Gemüter der Spieler derart erhitzt, daß es auf der Strafte zu einem Zusammenstoß kam. Der 30jährige Arbeiter P. Strasser brachte dabei seinen beiden Gegnern, dem 26jährigen H. I o r d a n und dem 21jahrigen W. Kraft schwer e Stichwunden bei. Dem W. Kraft wurde die Halsschlagader verletzt, so daß er an den Folgen im Krankenhause gestorben ist.
Zu dem Raubmord in Frankfurt
WSR. Frankfurt a. M.. 1. Febr. Gestern fand auf dem Anwesen des verhafteten Raubmörders Schultheiß in Wisselsheim bei Bad-Rauheim eine Durchsuchung statt, bei der sämtliche Juwelen und die Pistole gefunden wurden. Schultheift wurde jetzt in das Gerichtsgefängnis überführt.
Gerichtssaal.
Veruntreuungen eine» BürgermeiftetK
WSR. Darmstadt, 1. Febr. Das Grotze Schöffengericht verurteilte gestern den Bürgermeister Friedrich Wilhelm Volk aus Stockhelm (Kreis Erbach) wegen fortgesetzten Verbrechens im Amte in Tateinheit mit Betrug, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu zwei Iahren Zuchthaus und 1000 Mark Geldstrafe, sowie fünf Iahren Ehrverlust. Voll hatte in seiner Eigenschaft als beamteter Q3ürger- melfter den Gemeindesackel als melkende Kuh für seine Privatbedürfnisse betrachtet und fein Amt in gewissenloser und skrupelloser Weise oertoaltet
verurteilte Milchfalscher.
WSR. Höchst a. M.. 1 Febr. Der Gutspächter W. Schäfer in Ooerllederbach wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen fortgesetzter Milchfälschung zu drei Monaten Gefängnis und zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Wirtschafterin Berta M ö 1- t e r in Oberliederbach erhielt wegen des gleichen Vergehens 100 Mark Geldstrafe.
Sieben Iahre Zuchthaus für einen Landesverräter.
WSR. Wiesbaden, 1. Febr. Wie aus Leipzig berichtet wird, verurteilte der Strafsenat des Reichsgerichts den Bäckek-und Dolmetscher Ernst Brücker aus Wiesbaden toe- rm Spionage zu sieben Jahren Zucht- aus und 10 Iahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte in den Iahren 1925 und 1926 Schriftstücke und Rach richten, die im Interesse der Landesverteidigung geheimzuhalten waren, einer feindlichen Macht ausgeliefert
Mit Stecknadeln gespickte Buben.
WER. Frankenthal, 1. Febr. Gegen den Landwirt H. Haustein von Großniedesheim, der im August v. 3. auf den Feldern einiger Bauern des Ortes in die Rüben Stecknadeln ge st eckt hatte, wurde vor dem Schöffengericht Frankenthal verhandell. Der Angeklagte wurde für feine abscheuliche Tat zur höchstzulässigen Strafe für Sachbeschädigung von zwei Jahren Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Die Untct- suchungshast wurde nicht angerechnet.
ssms Sodener y V Pastillen gegen Heiserkeit, Verschleimung
Oer Frosch mit-erMaske
Roman von Edgar Wallace.
56 Fortsetzung Nachdruck verboten
Er gewahrte drei umgekehrte V, von denen er ann. h.n, daß sie die Ausläufer eines Gebäudes, möglicherweise eines Hangars wären. Aber dann ent|ann er sich, daß dies wohl die chemische Fabrik fei, von der Elk ihm erzählt halte.
r fuhr mit immer größerer Vorsicht weiter. Er hatte eben die Bremse angelegen, als er drei rote Lichter sah, die quer über die Strafte hinweg ausgestellt waren und neben denen ein Polizeimann stand.
„Hier können Sie nicht weiter, die Strafte ist aufgerissen."
„Seit wann?" fragte Dick.
, Sie ist vor zwanzig Minuten gesprengt worden," war die Antwort. „Aber es gibt eine Meile zurück noch einen Seitenweg, von wo Sie auf die andere Seite der Schienen gelangen können. Hier können Sie umwenden."
Er zeigte auf einen Torweg, der offenbar in die Fabrik führte. Dick zog den Scftaltljebcl an und ließ seinen Wagen gegen die Deffnung hin reversieren. Seine Hand war ausgestreckt, um die Direktion zu ändern, als der Polizeimann, der neben dem Auto ft c nie gangen war. einen Hieb nach ihm führte.
Gordons Kops war gerade gebeugt, und nur der lederne Helm, den er trug, rettete ihn vor dem Tode. Der Schlag war kaum gefallen, als etwa ein halbes Dutzend Leute aus dem Schatten hervortraten. Einer sprang auf den Führersitz, man die reglose Gestalt des Besitzers fteraus, drehte die Lampen ab und fuhr noch weiter zurück.
Die anderen trugen die roten Weglampen fort. Der Polizeimann beugte sich über Dick.
„Ach, — ich habe geglaubt, daß er ganz hin ist", sagte er enttäuscht.
„Du kannst es ja noch immer besorgen", sagte jemand in der Finsternis, aber der Polizeimann hatte anscheinend seine Meinung geändert.
„Hogn wird ihn sehen wollen, sagte er. „Hebt ihn auf!"
Sie trugen die leblose Gestalt über den unebenen Boden hin und durch eine Schiebetür in eine große, schlecht beleuchtete Fabrikhalle, aus der die Ma
schinen entfernt worden waren. An dem einen Ende der Halle war ein Raum durch Ziegelmauern abgetrennt und als Bureau verwendet worden. Dorthin wurde Dick getragen und auf den Boden geworfen.
„Da haft ftu ihn, Hagn", brummte der Polizei- mann. „Ich glaube, er ist fertig."
Hagn stand vom Tische auf und ging zu Gordon hinüber.
„Dem ist nicht viel passiert", sagte er. „Durch den Helm kann fein Schlag töten. Nehmt ihn ab/
Sie nahmen den Lederhelm vom Kopfe des Bewußtlosen ab, und Hagn untersuchte ihn flüchtig.
„Nein, ihm ist nichts geschehen", sagte er. „Spritzt ihn mit Wasser an — nein, wartet! Wir wollen ihn lieber zuerst durchsuchen. Diese Zigarren," sagte er und zeigte das braune Etui, das aus der Brusttasche fterausragte, „die nehme ich."
Das blaue Kuvert war das erste, was sie fanden. Hagn riß es auf und las.
„So!" lachte er und sperrte das Dokument in den Rollschreibtisch, „jetzt schüttet ihn mit Master an."
Dick kam zur Besinnung. Sein Kopf schmerzte und pochte, und er hegte eine Art von Groll gegen das Bewußtsein, das man ihm aufzwang. Er setzte sich auf und rieb sich das Gesicht wie ein Mann, den man aus schwerem Schlafe weckt, blinzelte in das helle Licht und taumelte schwankend einige Schritte. Dann sah er einem nach dem andern in das grinsende Gesicht.
„O," sagte er zum Schluß, „einer von euch hat mich niedergeschlagen. Wer war es?"
„Wir werden Ihnen sofort seine Karte überreichen", spottete Hagn. „Aver wohin sind Sie mitten in der Nacht gefahren?"
„Nach Gloucester", sagte Dick kurz.
„Ja, nach der Hölle!" brüllte Hagn. „Hinauf mit ihm. Jungens!"
Aus dem Bureau führte eine Treppe ungeftridje- ncr Holzstufen nach oben und über diese wurde er halb hinauf gestoßen, halb hinauf gezogen. Der obere Raum war In Kriegszeiten das Bureau des Hilfs- auffehers gewesen. Eine kleine Kohlenfadenlampe warf einen kränklichen gelben Schimmer auf die finstere Gruppe, die Dick umringte. Er fand Zeit, seine Umgebung zu betrachten.
Das Zimmer hatte ein großes Fenster, von dem aus man einen weiten Blick über die ganze Gegend
gewann. Es war mit einer dicken Schmutzschicht überzogen, so wie der Fußboden mit Kehricht be- deckt war, den hinwcgzuräumen die jetzigen Besitzer der Fabrik nicht der Mühe wert erachtetet hatten.
„Durchsucht ihn noch einmal, — versichert euch, daß er keine Pistolen bei sich hat und nehmt ihm die Stiefel weg!" rief Hagn von der Treppe her. „Du wirst einen oder zwei Tage hier bleiben, Gordon! Vielleicht kannst du mit dem Leben davon- lommen, wenn man uns Balder zurückgldt. Wenn aber nicht, dann — —: Gute Nacht, meine liebe Mutter!"
XXXVI.
Das Kraft st romkabel.
Dick Gordon wußte, daß jegliche Diskussion mit feinen Gegnern nur Zeitverlust bedeute. Aber kaum war er allein, als er sich an eine Behandlung machte, die ihn einst ein Arzt gelehrt hatte. Er druckte das Kinn auf die Brust und feine beiden offenen Handflächen legte er hinter den Nacken, indem er mit den Fingerspitzen kräftig zudruckte und dann langsam den Kops erhob, was ihm fast unerträgliche Dual bereitete. Dann führte er die Finger über die Kehle. Nachdem er dies dreimal wiederholt hatte, war fein Kops verhältnismäßig frei, und er begann die Möglichkeit der Flucht zu überdenken.
Die Tür bestand nur aus dünnem Holz, das man wohl leicht e'inzudrücken vermochte, aber es gab keinen anderen Ausgang, als den über die Stiege. Und der Raum unter ihm war voll von Männern. Plötzlich ging das Licht aus, und das Haus lag im Dunkeln.
Er erriet, daß dies geschehe, weil Hagn befürchtete, daß der Lichtschein von der Strafte her bemerkt werden könne.
Hagn hatte wirksame Maßregeln ergriffen, um dem nachfolgenden Polizeiauto, das er nach Dicks Ankunft erwarten mußte, zu begegnen. Zu Dicks Freude hatte man ihm die Zündh. Izchen nicht fort- genommen; er strich eines an und iah um sich.
Vor einem offenen Kamin, der mit einem unbeschreiblichem Kehrichthaufen von halb verbrannten Papieren und Staub angefüllt war, lehnte eine Stahlplatte, die man zur Anbringung von Schrau ben mit Löchern versehen hatte, augen-cheinlich Teil eines Tanks, der nicht zusammengestellt worden war.
Ein großer Schalter war an der Mauer angebracht und Dick drehte ihn, in der Hossnung, dah er zu der elektrischen Lampe füftre, aber anscheinend stand diese mit der unteren Lichtleitung in Verbindung. Er zündete ein neues Zündhölzchen an und folgte der Leitung. Ein dicker schwarzer Draht führte in den Winkel an der Wand und an der Zimmerdecke ftift. Er endete plötzlich rechts vom Kamin und aus den Spuren am Fußboden erriet Dick, daß hier irgend einmal eine Derfuchslchweißanlage eingebaut gerne jen war. Er letzte sich nieder um nachzudenken. Er konnte das Murmeln der Stimmen durch den dünnen Dretterboden hören, als er sich niederlieft und hielt das Ohr an die Falltür, die er mit einem Stück Drahtes, den er im Kamin gefunden hatte, reinigte. Hagn schien zu sprech;».
„Wenn wir auch die Strafte zwischen hier und Newbury in die Luft sprengen, so wird man den Braten riechen", sagte er.
„Das ist eine stupide Idee, die du da auskramst, Hagn. Was willst du eigentlich mit dem Kerl da oben machen?"
„Ich weift nicht. Ich warte auf eine Nachricht vom Frosch. Vielleicht will er ihn töten." _
„Es wäre aber gut, ihn als Geisel für Balder da zu behalten, — wenn der Frosch denkt, daft er es wert wäre."
Gegen fünf Uhr vernahm Dick Hagns Stimme, die er einige Zeit nicht mehr aus dem allgemeinen Gespräch hera.isgehört hatte.
„Er will, daft er stirbt!" sagte Hagn. •
In Dicks Arbeitszimmer hatten zwei Menschen die ganze Naci t hindurch wach gesessen, anb nun war es vier Uhr fnift. Elk war fort, zum zwanzigstenmat in die POtizudirektion gegangen und zum zwanzigstenmal wieder zurückgekehrt. Ella Bennett hatte verzweifelt versucht, Diäs Bitte zu erfüllen, hatte entschlossen Seite um Seite umgeroenbet hatte stundenlang g.'ies.n und doch nichts gelesene Mit einem tiefen Seufzer legte sie das Buch hin, faltete die Hände und sah nach der Uhr.
„Ach, glauben Sie, daft er Gloucester erreichen wird?"
„Aber sicher!" sagte Broad überzeugend. „(Kr rft ein Mann, der überall durchkommt. Er ist von der richtigen Art und dem richtigen Typ. Ihn kann nichts aushalten." (Fortsetzung folgt)


