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D. 230 vierter Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger fflr Gderheffen)

Samstag, l. ©Hoher 1927

Eemeindeverband Wieseck - Atten-Vuseck.

£ Heber Die Frage. toie sich bet 'Betrieb de« ®emei nbeocrbanbe« IBiefed- 2IIten-Buf cd im tommc .Den Winterhalbjahr gestalten ft>H, hatte eine vor einigen Zagen ftatt- gchabte Sitzung d^S gefamcn VerbanDsvvrstanDeS zu ensicheiben. Prinzipiell ein gtc man sich hier­bei zunächst dahin, den Wintersahrplan parallel mit dem W i n t e r f a h r p l a n der Reichsbahn am Montag, 3. Oktober, in Straft treten au lassen. Der in der Zwischenzeit bereits auSgearbei e c Entwurf fand die Zustim- mung des Vorstandes. Der neue Wintersahrplan paßt sich in der Harcptsad)e Dem vorjährigen an, der sich recht gut bewährt hat: geringfügige 2Ienberunrcn machten sich nur infofern notwendig, al- die Abfahrt- imb Ankunftzeiten der (Sifen- bahnzüge früher ober später liegen.

"Besondere "Berücksichtigung muhte hierbei der Umstand finden, bah i n (ommenben Winterhalb­jahr der "Betrieb erstmalig mit v i er Wagen durchgefuhrt wird. Dabei solien die beiden Sechs- rabtoagen in der ftauptmorjcnJ und abends, während der Verkehrs stärksten Zeit, herangezogen werden, ebenso der neue, 63 Personen fassende Wagen Ar. 4. Der kleinere Wagen, her 30 Per­sonen ausnehmen fmm, fährt während dieser Zeit als DerstarkungSwagen bei Fahrten, zu denen ein besonders starker Andrang vorhanden und ein grober Wagen nicht ausreichend ist. "Bet einer Reihe Fahrten während der verfehrSruhig- ften Zeit Dürfte dieser kleine Wagen ebenfalls in der Hauptsache hevangezogen werden. Aus diese Weife hofft man, allen "Bt-rl:l)r &xnforDerun- gen gerecht zu werden und die Unannehmlich­keiten auS der Welt geschafft zu haben, die im vergangenen Winter sehr oft dadurch entstanden, daß eine mitunter große Airzahl wartender Fahr­gäste an den letzten Aufnahmestationen wegen Uebersüllung der Wagen nicht mehr mi genomm n werden konnte. Die Durchführung dieses PlancS scheint tntrd) die vertragsmäßig gewährleistete rechtzeitige Lieferung des neuen Wagens ge­sichert, denn das Cl>assis des Wagens ist von der Lieferfirma Büssing-Braunschweig unter Ein­haltung des vereinbar en Termins bereits an das Karosseriewerk Dastel-Mainz abgesührt worden, wo gegenwärtig an der Herstellung des Aufbaues gearbeitet wird.

Der Fahrplan sieht für den Winter fol­gende Fahrten vor: Ab Alten-Duseck fahren Wagen um 5,58, 7.05. 7.50. 1120. 1.50. 3.20, 5.50, 6.08, 7.05 . 8.30. Don der Anfangs­station Friedhof Wiesed sollen folgende Fahrten nach ©ichcn gehen. 5.25, 6.10, 6.25, 7.00, 7.15, 7.35, 8.00. 9.00, 10.10, 11.30, 12.35, 1.30, 2.05. 3.10, 408, 4.55, 5.00, 5.40, 6.00, 6.18, 7.18, 8.40, 9 30. Da diese Wagen nicht sämtlich bis zum Bahnhof fahren, seien hier die Abfahrt­möglichleiten von, Wplltvr © i e h en a b in Richtung Wiesed angegeben: 5.53, 6.20, 6.39, 6.57, 7.24, 7.26, 7.45. 8.19, 824. 9 48. 10.56, 12.18, 1.15, 229. 2 54. 3.54. 4.43. 5 18. 5.22, 5.37, 6.15, 6.27, 7.17, 8 07, 9.19, 10.39. Folgende Wagen ab Walltvr 6 39, 726, 10.56, 1 15 . 2.54 (Samstags), 5.18, 5.37. 627. 8.07 fahren biß Alten- Duseck. Der letzte Wagen, ab Walltor 10.39 abends, fährt Mittwod'S, Samstags und Sonn­tags bis Alten-Dused: an diesen Tagen ist Rudfahrmöglichkeit ab Al en-Dused 11.02 abends biS Wiesed. An den übrigen Tagen wird diese letzte Fahrt nach Alten-Dused nur nach "Bedarf gefahren.

3n der vor einiger Zeit stattgehabten Sitzung der beiden ©emeinbeDertrchmg ?n war der Wunsch geäußert worden, von eventuellen "Betäub.-tungen im Fahrpreis ab^usehen. Diesen Wunsch setzte der Derbandsvorstand nrmmehr in die Tat um und beschloß, keine Fahrpreiserhöhung vorzunehmen. Außerdcin wurde der frühere "Be­fehl uh. der für Diejenigen Fahrgäste, Die nur im Winterhalbjahr im Wochen cbonnement fahren, einen Zuscküog vorsah. aufgehoben, so daß nach wie vor Die seitherigen, auf niedrigster Stufe gehaltenen einheitlichen Fahrpreise in ©elttmg bleiben. >

Mit Rücksicht auf den zu erwartenden star­ken Verkehr beim Eintreten schlechteren Wetters will sich Der Verbands Vorst and in geeigneter

Zwischen fünf und sieden

Roman von Liesbet Dill.

Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin.

28. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Ich bin überzeugt, daß ich 3fynen Unrecht tun würde, wenn ich annäbme, daß Sie wissen, wie Sie mich oernninDet haben, täglich, stündlich, und bah ich in dieser neuen Weit, in der Sie sich zu Hause fühlen, umherging wie in einem Irr­garten, in den ich geraten war.---Genug

davon.

Diese eknbc Komödie, die Sie mit mir spiel­ten, ist nun zu Ende ... Ich weih, Daß Sie nicht kommen werden in dieses kalt gewordene Zimmer, heute nicht und nie mehr--wohin ich Sie auch

riefe.--Mein Ruf an Ihre Ehre liegt im

Papierkorb begraben ... Sie brauchen keine Ausflüchte mehr zu ersinnen, keine Besprechun­gen, Sitzungen, ©encralDerfanmilungen und Ein­ladungen, die nie ftattfanben, oorzuschützen, brau­chen keineUnvoll'chligkeiten- mehr zu furchten, keine Depeschen in der Nacht keine versiegelten Briefe, die man Ihnen mit maliziösem Lächeln auf den Frühstückstisch legt. Sie sind frei!

Ich bin langsam zu der Erkenntnis gekommen, wer Sie sind. Täuschen Sie sich nicht Darüber, daß ich es nicht fühlte, i»om ersten Tage an, und daß ich oft, wenn wir uns trennten, zu sterben wünschte--. Lachen Sie nur über mich ... Es

ist lächerlich, einen Mann zu lieben, der uns verachtet, weil man ihn liebt ...Ich weiß nun, bah Sie zu den Männern gehören, bei denen man seine Gefühle sparsam einteilen muß, in homöopathischen Dosen ... die nur diejenigen schätzen, oon denen sie selbst ohne Achtung be­handelt werden.

Ich hatte mich Ihren Vorsichtsmaßregeln ge­fügt, diesem ganzen Netz oon demütigenden Ge­heimnissen, weil Sie es wollten. Es war ein Jahr der Leiden, der Bitterkeiten und der Quälerei ...

es ist zu Ende ...

Man mag mich verdammen. Ich bereue Vichts. Ich gehe, weil mein Leben zerbrochen ist

Form an bk gesamte Einwohnerschaft Der betei­ligten ©emänben wenden, um e.ne möglichst glatte Abwicklung des Verkehrs zu erreichen. Hierbei wünscht Die Leitung Dw Qntern^menS die Erfül­lung einiger sonst geübter Selbstverständlich­keiten: das "Bereithallen deS abgezählten Fahr­geldes, das BermriDen des rücksichtslos en Drän­gens beim Gin steigen und des Stauens der Fahr­gäste im Hinteren Teil des Wagens. Der Ber- bandsvorstend hofft, daß er bei seinem Bestreben. Den "Betrieb auf der Höhe zu halten. Die ver­ständnisvolle Mithilfe aller Fahrgäste f.ndct

Am kommenden Sonntag fährt anlähllch der © (ebener Herbst messe ein Sonder­wagen nach Schluß des Messebetriebs. Die Ab­fahrt ab Oswaldsgarien erfolgt kurz nach 11 Uhr abends und geht nach Bedarf bis Alten-Duseck.

Wirtschaft.

Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt.

Das schon lange Wochen so bescheidene Ge­schäft an der "Börse war in dieser Woche noch mehr eingeschränkt, da infolge der hohen jüdi­schen Feiertage Die Zahl der "Börsenbesucher ftarf verringert war. Die allgemeine Lustlosigkeit und Zurückhaltung nahm wieder ein kaum überbiet- bares Ausmaß an. Zur Vorsicht mahnte vor allem Der Quartalsultimo. Rach den um­fangreichen Vorbereitungen erwartete man zwar leine besonderen Schwierigkeit m, doch hielt man Lieberraschungen nicht für ausgeschlossen. "Be­fürchtungen dieser Art haben sich zwar mcht er­füllt, doch ist Me Gestaltung des Geldmarktes, Der zum Ultimo eine ziemlich starke Versteifung erfahren hat, noch recht ungewiß. Die Qjrhbbung der Deamtengehä lter könnte auf die Entwicklung evtl, eine ungünflige Wirkung ausüben, zumal zunächst mit Dem Herein strömen von AuslandS- gclbem aus Anleihen nicht zu rechnen sei. Eine starke "Beunruhigung Der "Börfe ging von Der Tatsache auS, daß die Ausiegung Der preußi­schen 30-Millionen-Dollaranleihe in Reuyork verschoben werden mußte. Zuerst hieß es. daß von Staatsseite aus Einspruch gegen Die Auslegung Der Anleihe erhoben worden fei, was aber halb Dementiert wurde mit dem Hin­weis, daß nur einige Formalitäten noch Der Klärung bedürften. Alan will jedoch wissen, daß "Bestrebungen Der Reichsbank im Einvernehmen mit Den Absichten des Reparationsagenten Parker Gilbert Dahingehen. Die Ausnahme von Aus­ländsanleihen durch Länder und kommunen zu unterbinden. Versionen, Die bis jetzt von der Reichsbank Dementiert werden. Als Dann eine gewisse "Beruhigung Der Stimmung eingetreten war. erfolgte eine neue (Srfdhüherung auf die Meldung eines Handelsblattes, wonach Die Preu­st enanleihe vom Staatsdepartement endgültig ab­gelehnt worden sei. was jedoch von amtlicher Seite bald Dementiert wurde. Immerhin er­scheint das Schicksal Der Anleihe noch reichlich ungewiß. Aus Der Industrie lagen Dagegen einige günstige Rachrichten vor: Die Ruhriohlew- forDerung ist unter gleichzeitigem Rückgang Der Feierschichten gestiegen, und vor allem hat die Erwerbs!vsenziffer weiter merklich abgenouimen. Eine günstige Wirkung ging auch von Den Ver­handlungen Der 3 ntem ati omlen R oh stahl gerne in- schaft aus, bei Denen die Deutschen Vertreter ihren Standpunkt behaupten konnten. Di? Quote Deutsch!anDS bleibt unverändert. Verstimmend wirkten Demgegenüber die Lohnkämpfe in Der Metall- und Der "Braun! ob Icninbuftrie. Die Kursveränderungen gegen i ie Vorwoche hielten sich bei Dem kleinen ©efchästsumfange in aller» engsten Grenzen. Die Farbenaktie beherrschte wieder den Markt. Anregung brachte Die "Bestäti­gung der Gerüchte von der AufsichtSratssiyung Der Z.G.-Farbenindustrie am 8. Oktober, aus der man Erklärungen über ihre internationalen "Be­ziehungen erwartet. Man sprach auch von einer Kapitalerhöhung unter Ausschluß des "Bezugs- rechtes, toebei Die jungen Aktien den ausländischen Gruppen zur Verfügung gestellt werden sollen. Trotzdem blieb Der Kurs nur gut behauptet. 3m übrigen überwogen Die kleinen Kursrückgänge von li/a bis vereinzelt 5 Prozent. Lebhaftere älmsätze verzeichneten neben 3.G.-Farben ©es- fürel. Die 15 Prozent anziehen formten. Auch

Licht und Straft waren 8 Prozent gebessert. Voigt A chaesim-r wurden stärker angetmten mit minus 17 Prozent. Die Rentenmärkte blieben ver- ädert bei überwiegenden Kursverlusten. Am Devisenmarkt Icentten sich Devisen wieder merklich erholen.

Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt.

3n dieser Woche tonnte sich am Frankfurter Pro butten markt kaum etwas Geschäft entwickeln, da in Anbetracht Der israelitischen Feiertage Der "Besuch äußerst gering war. Am Dienstag und Vlittwoch tourie deSyalb auch von einer offi­ziellen Preisfestsetzung Abstand genommen. Höhere "Kotierungen des Auslandes liehen Die Tendettz etwas fester erscheinen Weizen wurde zum erstenmal in zwei verschiedenen Sorten notiert. Man unterscheidet zwischen .gut, gesund, trocken, auswuchssm und .gesund, rnxfen, mit vereinzeltem Auswuchs". Der Preis für Wei- zenmei.I wurde von den Mühlen etwas erhöht, doch blieben Die Umsätze darin minimal. Kleie lag unverändert ruhig. Der jetzt an Den Tlarft kommende Hafer ist infolge Der seither ungünsti­gen Witterung von sehr geringer Quasi tat. Auch gegen Ende Der Woche konnte sich das Geschäft nicht beleben.

3m Vergleich zu den Rotterungen der Vor­woche konnten Weizen und Roggen je 25 Pf. airziehen. Auch Weizenmehl lag 25 Pf. höher. Die übrigen Votierungen biteben utwerändert. Weizen (qut.gefunD) 26,50; Weizen (mit Aus­wuchs) 25.50 bis 25,75; Roggen 24.75 bis 25; ©ommergerfte 26 biS 23; Hafer. inL 22,50 bi« 24; Hafer, au«l 24,50 bis 25; Mais 19 biS 19 25; Weizenmehl 39.25 bis 39.50; Roggenmehl 35 biS 35,50; Weizenkleie 13; Roggenkleie 13,75 Mk.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

3n dieser Woche war daS Geschäft am Frank­furter Schlachtviehmarkt ziemlich ruhig, doch konnte der nicht sehr große Auftrieb glatt auS- verkauft werden, ausgenommen in Schweinen, bei denen Der etwas größere Auftrieb nur schwer unter gebracht wurde, so daß Ueberstand ver­blieb. Fettschweine wurden bevorzugt, während Die geringeren Qualitäten vernachlässigt wurden. Der ©cfamtauftrieb bestand aus 375 Ochsen, 89 Bullen, 526 Kühen, 386 Färsen, 1123 Kälbern. 497 Schafen und 6090 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 250 Rinder, 310 Kälber und 140 Schafe weniger an- getrieben. während 300 Schweine mehr zum Ver­lauf standen. "Bezahlt wurde pro Zentner Lebend­gewicht: Ochsen al 61 bis 64 Mk.. a2 57 bis 60, bl 54 bis 56, b2 48 bis 43; Dullen a 57 bis 61, b 51 biS 56; Kühe a 50 bis 54. b 44 biS 49,

c 37 bis 43. d 26 bis 36; Färsen a 60 bis 64,

b 55 bis 59, c 47 biS 54; Kälber d 80 bis 85,

c 72 bis 79, d 67 bis 71, Schafe a 48 bis 52.

b 40 bis 47, c 34 bis 39; Schweine a 70 bis 72, b 70 bis 72. c 70 biS 72, d 68 bis 71, e 69 bis 70. 3m Vergleich zu Den Dotierungen der Vorwoche blieben Rinder und Schafe behauptet, während Schweine 2 bis 3 Mk. nachgeben muhten. Kälber konnten Dagegen 2 Mk. ün Preise anziehen.

Der neue europäische Margarinekonzern.

Der Zusammenschluß Der beiden größten MargarineproDuzenten. nämlich DeS r g e n 6* und des van den Bergh-Konzerns, faßt das gesamte europäische Margarinegeschäft zu- fammen, welches die beiden Konzerne so gut wie ganz beherrschen. Beide Großkonzerne haben bis­her scharfe Preiskämpfe geführt, Die beiden noch vor kurzer Zeit schwere finanzielle Verluste ge­bracht haben. Diese Verluste, Die im Verlaufe dieses 3ahres nach unseren Informationen kaum eingeholt werden können, finD wohl Der Haupt­grund zu der Fusion gewesen, die nicht zuletzt auf das Drängen Der hinter Den Konzernen stehenden Finanzinstitute zurückzuführen fein Dürfte. Das eingezahlte Aktienkapital beider Kon­zerne beträgt 8.5 Millionen Pfund Sterling, und das neue Unternehmen rückt m Die Reihe der internationalen Großkonzerne ein. Auch für Deutschland ist Der Zusammenschluß von wirt-

unö es feinen Wca zurück mehr gibt--Denn

ich habe ihn mir selbst verschlossen--.

Fürchten Sie keine Indiskretionen, feine Rache ...Es ist alles in Ordnung. Man wird den Schlüssel unter der Matte finden. Was mit mir geschehen wird ist gleichgültig und hat für niemand eine Bedeutung mehr, und nach Ihnen wird niemand fragen. Die Welt bringt täglich Millionen oon Männern Ihresgleichen hervor, seien Sie beruhigt: an einen Zusammenhang zwi­schen uns beiden würde niemand glauben.

Ich habe in meinem ganzen Leben inftinttio eine Sorte Menschen zu vermeiden gesucht, die DUettanten und die Snobs.

Ich habe mich einmal für eine Menschenken­nerin gehalten. Das Fiasko ist grausam. Lachen Sie über mich! Lachen Sie!

Daß ich nach diesen letzten Zagen noch eine Hoffnung mit mir trug, daß ich auf Ihre Güte, Ihr Verstehen meiner unhaltbaren Lage rech­nete, auf fast hätte ich Dankbarkeit gesagt aber Dankbarkeit in der Liebe? Phantasien! Eine Frau Ihrer Zeit und Ihrer An.de dar­über mitleidig lächeln ... Und Sie gaben mir Darauf die Antwort, die infamste. Die es gibt: Das tödliche Schweigen ...

Aber Offenheit gegen Offenheit, ich hatte an diese Zukunft im Grunde nie geglaubt. Sie sollten nur noch einmal kommen ... In unserem stillen Zimmer wollte ich Ihnen noch einmal sagen, wie ich Sie geliebt habe, obwohl ich Sie nun kenne ... ich wollte mich noch einmal an Der Lüge be­rauschen, Die in diesen Stunden stets von Ihren Lippen kam und Deren süßes Gift ich noch ein­mal trinfen wollte, ehe ich ging so hatte ich gehofft. Sie schenkten mir nicht einmal--

die Lüge ... Ich habe gewußt, daß Liebe un­begreiflich ist, aber ich wußte nicht. Daß sie so bitter sei, und daß es eine Liebe gibt, die Diese letzten Rächte selbst nicht töten tonnte. Und Deshalb fers!

Drei Zettel, aus einem Notizbuch gerißen, waren Dem Brief beigefügt und enthielten oon einer steil- aufftrebcr.Den, fremDen. energischen Hand ein paar haldoerwischte, mit Blei geschriebene Worte.

Kann heute unmöglich Dort fein, muß in Drin­genden Geschäften nach Frankfurt. Aus Wieder- schen nächste Woche, zwischen fünf und sieben.

*

Es tut mir leid, im letzten Augenblick abfagen zu müßen, aber mein Bruder mit seiner Frau ist angekommen, und ich kann mich nicht frei machen ... Ich bitte Drin-gereD: keine Telephonanrufe und Depeschen!

Der Tag ist schlecht gewählt. Wir haben morgen nachmittag Aufsichtsratssitzung. Ich kann Dabei mcht fehlen. Auf das versprochene bin ich neugierig ... Aber, bitte, ohne Widmung!

3n den Straßen wogte der Rheinnebel, grau, feucht und dicht. Die Laternen blinzelten wie müde Augen durch die Dämmerung, sie leuchteten nicht. Man sah keine drei Schritte weit, Häuser und Menschen verschwommen in diesem Grau. Die alten Herren auf Der Promenade tasteten sich wie Blinde mit ihren Stöcken zwischen den nebelttopfenden Bäumen vorwärts.

Es schlug halb sechs, als Dr. Manfred Das Wartezimmer des Herzspeziasiften betrat. Eine Weile ging er in Dem leeren Zimmer auf und ab, die Uhr in Der Hand. Dann öffnete er Die Tür nach Der Diele, wo eine Schwester an einem Tisch saß und Rechnungen schrieb.

,.Verzeihen Sie, Schwester, meine Uhr scheint stehengebliriien zu sein, wieviel ist es genau?'

Fünf Minuten nach halb sechs.' Die Schwester, eine ältere Dame mit einer Brille, sah furz auf.

Die Sprechstunde muß doch zu Ende lein. Ich bin für halb sechs bestellt. Ich hab' so wenig Zeit.

Es ist nur noch eine Dame brin. Herr Pro­fessor nimmt Sie Dann sofort an.'

Manfred trat ans Fenster und schaute in Den grauen Rebel.

Ein unheimlicher Tag, man sieht kaum Drei Schritte weit ...' bemerkte Die Schwester und schich­tete ein Bündel Briefe aufeinander.Aber wir können sonst zufrieden fein, mir hatten einen so wundervollen Herbst.'

Einen wundervollen Herbst . . .' wiederholte Manfred. Er lauschte angestrengt in die Ferne, aber es war nichts zu hören als Das Ticken Der Uhr im

schaftsicher Bedeutung, da die beiden Konzerne chve Hauptfabriken in Deutschland haben. Außer­dem gehören ihnen die meisten deutschen Öd- f ab rtlen. die als Rohprvduzenten für die Mar- garinefabrifatirn in Frage kommen, an. Das Bobmalerial für die Margarinefabrikation wird in der Hauptsache vom Lipton-Konzern und vom Lever Brothers <Sunlight>-Konzem geliefert Bei den innigen Beziehungen, die zwischen den beiden größten Margarineproduzemen und den Rohprvduzenten bereits bestehen, kann man da­mit rechnen, daß demnächst auch letztere in die Kombination mit einbezogen werden.

Die Spielwaren-Inbustrie im September. Wie wir aus Nürnberger Fach­kreisen erfahren, hat die deutsche Sptelwaren- Induttrie gegenwärtig Hochsaison. Die Betriebe sind im allgemeinen gut beschäftigt. Bel einer Reihe von "Betrieben wird mit erhöhten Arbeits­stunden und mit vermehrter Arbelterzabl gear­beitet. Die Auftragseingänge waren im Jahre 1927 wieder sehr späte, so daß zahlreiche Auf­träge, welche mit kurzen Lieferungsfristen beteilt werden, mcht mehr angenommen werden können. Diese Tatsache macht sich in der Spielwaren­industrie doppelt unliebsam fühlbar, da die Pro­duktion in diesem Industriezweig an und für sich auf wenige Monate zusammengedrängt wird. Die Preise sind fast durchweg stark gedrückt, die v.ablunge-cingänge sehr schleppend. Der mit Frankreich abgeschlossene Handelsvertrag hat die d-eutsche Spielwaren-Znduftrie stark enttäuscht, da die neuen Zollsätze noch beträchtlich über den Zöllen des Provisoriums liegen.

Frankfurter Verkehrs- und Hotelbetriebs-AG., Frankfurt a. M. Die G.-V. genehmigte den Abschluß mit 7 Proz. Dividende. Sodann wurde die vvroe^chlagene Ka­pitalerhöhung um 1,6 auf 4,5 Mill. Mark be­schlossen tnrrdf) Ausgabe von 2000 Aktien über je 200 Mark und 1200 Aktien über je 1000 Mark. Die neuen Aktien werden von einem Konsortium übernommen, das sie den alten Aktionären im Verhältnis 2:1 zu einem Kurse von nicht unter 108 Proz. zum Bezüge anbieten wird. Sern er wurde eine Reust ückelung des alten Grundkapitals von 40 Ml. in 103- und 1030-Mark-Stücke und die Einziehung der 2500 Mark Vorzugsaktien zu je 2 Mark, deren Rückzahlung erfolgt, lvschlvsien. Die Kapitalerhöhung tft dazu bestimmt, toeiterc "Betriebe anzugliedern. Auch sollen B.'tri bSaus- bauten lx>rgenommen werdetc, wozu die durch die Kapitalerhöhung beschafften Mittel aller­dings nicht Dcrtoenbet werden sollen. 3m neuen Geschäftsjahr habe sich der ilmfah biS jetzt gegen die gleiche Zeit des Vorjahres um 28,8 und der Gewinn um 62,6 Prvz. gehoben.

Deutsche Gasolin A.-G. 3n der Gene­ralversammlung der Deutschen Gasolin A-G. war ein Akttenkapital von 10 355 680 M. mit 517 784 Stimmen vertreten. Ein Kleinaktionär wies darauf Hirt, daß die Konkurrenz teilweise mit erheblichem Gewinn gearbeitet habe. Den Verlust von nahezu ein Viertel des Aktien­kapitals führte er auf die Lieserungsvertväge mit den hinter Der Gesellschaft stehenden Unter­nehmungen zurück. Weiter machte er Der Ver­waltung Den Vorwurf, daß sie aus Grund des SanierungsbeschlusfeS vom Oktober 1925 bis 15. Llanuar 1927 Geld für Die jungen Aktien ange­nommen habe, D. h. zu einer Zeit, als bei Der Gesellschaft bereits ein Verlust von über zwei Millionen M vorhanden gewesen fein mußte. Von Der Verwaltung wurde erwidert, daß Die Verluste keineswegs auf Die LieferungSvertrüge zurückzuführen feien. Die schw erige Lage Der Oesindustrie habe die Gesellschaft gerade in Der Zeit Der Umstellung getroffen. Ein Antrag einer Aktiengruppe, für Regreßansprüche der Attiorräre eine Reserve von l>/, Millionen M. in Die Bilanz zu stellen, wurde gegen 10144 Stimmen abge­lehnt. Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung so­wie Entlastung wurden gegen die 10141 St m- men Der Opposition genehnigt. Die Oppofitton gab gegen sämtliche Beschlüsse Protest zu Pro­tokoll. Die Gesellschaft arbeitet auch in diesem Fahre noch mit Verlust. Mit synthetischem Ben­zin komme man jetzt langsam auf Den Markt. Heber Die Aussichten DeS neuen Geschäftsjahres lasse sich bei Der unklaren Loge nichts sagen

Dorsaal, Die gemächlich ihren großen Pendel be- wegte. Aber gerade dieses ruhige, gelassene Ticken war es. Das er nicht ertrug. Und er nahm seine Wanderung wieder auf, die Hände auf dem Rücken.

Um wieviel Uhr beginnt Denn heute abend Das Konzert, Herr Doktor?'

Um acht, wie immer.'

Sie dirigieren selbst?"

,La, ich selbst.'

Was gibt es denn heute abend?' fragte Die Schwester, mit ihren Rechnungen beschäftigt. ,Lch gehe nämlich auch tjmein . . . Ich have Karten be­kommen . . ."

2>ie Dritte Sinfonie von Mendelssohn si-Dur, das Schumann-Konzert A-TloU.'

Das hat D'Albert einmal hier gefpielt . . . und oon Mendelssohn kenne ich alles.'

Es ist ein neuer Mendelssohn, mein gnädiges Fräulein ... ein Resse Des alten, eine Erstauf­führung . . .'

Ach so . . .'

Den Schluß »nacht DieGeharnischte Suite' von Vusoni. Vorspiel, Äriegstan^, Grabdenkmal und Ansturm, eine sehr merkwürdige Arbeit . . .'

Busoni? Ist Das Der Italiener?'

,La, einer der fafomierertbften Pianisten ... Seine fiompofitionen werden sehr selten cwfgeführt. Er ist tot . . .'

.Sie sehen übrigenDs viel besser aus als Damals, Herr Doktor.' Die Schwester legte Den Federhalter fort ,Zhr Ausdruck ist ruhiger geworden . . .

Meinen Sie?'

,X5s tat mir so leid ... mit Ihrer Gattin . . . Sie war so beliebt, bei allen Mnrichen. Eine sym­pathische, oornehme Frau. Und ihre wundervolle Stimme sie war doch auch noch jung. Ich habe sie noch in dem Basar singen hören, Das vergeße ich nie! Besonders Das eine . . oon Mahler ... wie hieß es noch? ... Ich hab' ein glühend Messer"

Er schwieg und blickte auf den Stoß Rechnungen auf Dem Tisch.Meine Frau war gemütskrank', sagte er kurz.....Es liegt in ihrer Familie. Der

Dator und ein Bruder ifjres Vaters haben sich auch Das 2ebengenommen...

Sie müssen viel durchgemacht haben sagte Die Schwester.

(Fortsetzung folgt)