Der englisch-russische Gellrieg.
DaS Ringen nm Frankreichs Unterstützung.
Pari-, 29. (TU.) vir H. Deter-
Mng, ber Generaldirektor ber Royal 'Shit<9 Shell, wirb am fommenben Sonntag i n Part S erwartet. Rach Informationen von llnksstehen- den Kreisen ist ber Rersezweck Deterdrngs. mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln auf die französischen maßgebenden Kreise emzuw^rren, Somit die fronjSlilc&e Marin« ihr. OelkSufL bet Dem russischen Raph t a- fhnbikat einstellt. Außerdem hat Delerdtng vor. bie französische Petrofina zu beeinflussen, um von ihr zu erreichen, bah sie auf chre Kontrakte, die bieser Gesellschaft die russischen Petro- leumliefcrungen nach Belgien und (Frankreich sichern, verzichtet. Deterbing rechnet bezüglich ber letzten Operation auf bie Unterstützung ber Danque Union Parisienne, die ihrerseits direkt an ber Petrofina francarse und indirekt durch Vermittlung Francois MarsalS an den Geschäften ber Royal Dutch interessiert ist. Die ganze Tätigkeit Deterdings zielt nach dem also darauf ab, die Offensive für den Abbruch der DezieHungen Frankreichs zu Ruhland zu stärken. Man müsse daher zu Beginn ber nächsten Woche nut einer neuerlichen Belebung ber Kampagne rechnen oder zum mindesten mit dem Abbruch der französischen Sowjetverhandlungen über bie Schulden- unb Kreditfrage.
Frankreich besteht aus Abberufung Rakowskis.
Kein Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Moskau.
Paris. 30. Sept. (HavaS.) Man versichert in glaubwürdigen politischen Kreisen, bah ber OH i n i ft errat sich mit der Frage der Be- zvebungen zu Sowjetruhland beschäftigt hat. Briand hat seine Kollegen über die Unterredung unterrichtet. die der französische Botschafter m Moskau. 5>erbette, mit dem Vertreter Sowjet- ruhlanbs hatte. Es soll sich daraus ergeben, bah die Sowjetführer sich nicht klarzumachen scheinen, dah die Beibehaltung Rakowskys in Paris angesichts der durch seine Unterzeichnung des MinderheitSmamfestes hervorgerufenen Polemiken nicht geeign et ist. die Entwicklung ber Beziehungen zwischen beiden Ländern zu erleichtern. Unter diesen Umständen soll ber Ministerrat den Außenminister beauftragt haben, bah die französische Regierung ent- sprechend den diplomatischen Gepflogenheiten bie Abberufung Rakowskys verlange, da dieser in Paris nicht mehr persona grata sei. doch solle er dabei aufs neue den Willen bestätigen, bie Beziehungen zu Moskau nicht abzubrechen.
Unruhen in der französischen Marine.
Die Revolte im Touloner Gefängnis.
Pari«, 1. Oft (IDIB. Funkspruch.) Aus Toulon werden seht Einzelheiten über die Zwischenfälle im dortigen Militärgefäng- n i s gemeldet. Danach bejanben sich In diesem Ge- sängnis. das Anfang 1925 nur 25 Gefangene beherbergte, jetzt 144 (befangene, und zwar ohne dah das Gefängnis selbst oergröfjetf worden wäre. Vie Revolte soll deshalb entstanden sein, weil die Gefangenen auf bisher noch ungeklärte weise erfahren hatten, bah ein Teil von ihnen, der in anmaßendem Tone Reklamationen oonubrlngcn pflegte, nach einem Fort übergeführt werden sollte. Die Gefangenen hatten beschlossen, sich dem zu widersehen. Als am Rachmittag die Wächter kamen, um sie zum Transport abzuholen, fanden sie hinter den Türen Varri k oben aus Kisten und sonstigen Einrichtungsgegenftänben errichtet. Die Gendarmerie konnte der Gefangenen nicht sofort Herr werden, sondern belagerte sie die ganze Rächt hindurch Erst am nächsten Morgen gegen 9 Uhr ergaben sich bie letzten 24 der um- zingellen (befangenen. — Der „Watin" berichtet außerdem über einen Zwischenfall an vord des Kreuzers „(Erneff Renan". Die Mannschaft dieses Schiffes weigerte sich, das verabreichte (L f f en einzunehmen. Rachdem der Kommandant das CEfjen selbst gekostet batte und die Forderungen der Mannschaft um besseres Essen als unbegründet abgewiesen hatte, lieh er vier der Wortführer der vesatzung angesichts ber vrooo- kalorischen Haltung ber vesatzung fe st nehmen und an Canb bringen und 50 andere Matrosen an vord gefangen setzen.
Britisch-portugiesischer Kolonialschacher.
Eine brtlifdfc Einflutzzonc in -Rozambiquc
Berlin, 30. Sept. (TU.) Rach einer Meldung des .B. T." aus Madrid enthüllt ber frühere portugiesische Äolonialminifter Eorreia da Silva eine grohangelegte Aktion, durch die wesentliche portugiesische Hoheit s- rechte in Mozambigue an England übertragen werden. Der wichtige Handelshafen Beira, der zugleich Ausgangspunkt der bedeutendsten afrikanischen Querbahnen ist. soll danach durch Ausnutzung eines in dem Äon- zefsivnsvertrag an eine englische Gesellschaft enthaltenen Paragraphen absolut in englische Hand gekommen sein. Da auch die bei Beira das Meer erreichende Bahnlinie englischer Besitz ist, würde das portugie i chc 'Mozambigue dadurch völlig von einer englischen ßtn» flustzone durchschnitten. Mehrere leitende Bcamte der portugics.schon Kolonie haben darauf ihre '21 e m t er niedergelegt 3n L ssabon wird davon ge prochen. dah das Geschäft durch die Hergal»e von .Millionen- Trinkgeldern^ zustani-egekommen ist.
England Spart
Kürzungen im Militärbudget.
London, 3?. Sept. (XU) Durch einen fürs- lichcn Besuch BaldwinS b>ei dem Schatzkanzler § h u r ch i l l. ein an sich ungewöhnlicher Schritt, hat die Frage der Kürzung des Budgets und die (5 n 11 a ft u n g des Steuerzahlers einen neuen Antrieb ^rhal en und in politischen Kreisen rechne' man damit, dah die Regierung mit Höch er B^chleunigung die Grundlinien ihrer Spaepol tik Mann g ' en w rh Die Pläne der Regierung scheinen zi.mlich nx* t- gehend zu fein und unter anderem auch erheb-
Peinliche Wahrheiten.
Londoner Pressestimmen zu Hindenburgs Geburtstag.
London, 1. Oft (WTV. Funkspruch.) Die Blatte oeröfsentttchen Berliner Berichte über die inuerpolilischen Auseinandersetzungen aulählich der Geburtstagsfeier de» Reichspräsidenten. „Daily Lx- preß" läßt sich au» Berlin melden, «in heftiges Jeuer politischer Animosität sei rings um die ehrwürdige Gestalt Hindenburgs entbrannt Feiern ober nichtfeiern, flaggen oder nichtflaggen, die ober die, seien die brennenden fragen In diesem unerbaulichen Streit Deutsche P a r l e l p o 11 - liker beuteten sämttich die Gelegenheit für diesen Zweck aus. Der Berliner Korrespondent der „Corning Post" schreibt man hätte annehmen können, daß da» deutsche Volk fähig gewesen wäre, seine kleinlichen Streitigkeiten zu vergessen, zu Lhren des S0. Geburtstages eines Präsi- benten, besten ganzer Lharakter eine lebendige Auflehnung gegen den Fluch des Parte i h a d e r s fei, und trotzdem fei das, was für Hindenburg vorbereitet werde, nicht mehr eine nationale Geburtstagsfeier, sondern ein niedriger Streit zwischen den schwarz-weitz-roten Farben des alten Regimes und den fchwarz-rot- goldenen des neuen. Der Berichterstatter betont dah Hindenburg dauernd für die Heilung der Wunden gewirkt habe, die von der Revolution und durch den liebergang von der Monarchie zur Republik oeranlaht worden seien. — „Daily Lhro- nicle" veröffentlicht einen Artikel Leonhard Sprays über Hindenburg „den großen alten Mann Veutschlan ds", in dem es heißt: „Der erste Im Kriege, einer der ersten im Frieden. Sprays sagt: Deutschland ehrt Hindenburg nicht dafür, was er getan hat. sondern dafür, was er ist. Seine Volkstümlichkeit ist In seinem Charakter begründet. Das deutsche Volk glaubt an ihn. Es sieht in ihm den Vater, dem nur das Wohl feiner Kinder am Herzen liegt. Präsident von Hindenburg hat sich der Republik gegenüber ebenso loyal erwiesen, wie als Marschall gegenüber dem Kaiserreich. Daher sieht er sich an seinem 80. Geburtslage geehrt wie kein Deutscher seit Bismarck geehrt worden ist."
Der Flaggenstreit.
Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".
Der häßliche Flaggenstreit, der sich zwischen der preußischen Regierung und den Berliner Hotels entwickelt hatte, schien glücklich beigelcgt: die Berliner Hotels hatten beschlossen, künftighin die alten und dieneuen Reichsfarben nebeneinander zu sehen und damit die berechtigten Einwände der amtlichen preußischen Stellen gegen die Zurücksetzung der Reichsfahne aus der Welt zu schassen. Der Friede sollte unterzeichnet werden am Donnerstag, als im Berliner Hotel „KaiserHof" das Schlußbankett des Internationalen Kongrestes der Fachpresse stattfand. Ter Kaiserhof setzte auch am Mittag die Fahnen, aber nun war die preußische Regierung wieder nicht zufrieden, es wehten nämlich nebeneinander die Preußensahne, die Reichssahne und die alte Fahne schwarz-weih-rvt Dagegen hätte eigentlich niemand etwas einwenden können, zumal da die Preußenstagge in der Mitte gefetzt war. Die Unentwegten aber hatten
sofort wieder chre Einwände, weil angeblich die schwarz-rot-goldene Fahne nicht in der Mitte hing und Werl überhaupt das alte schwarz-weiß-rot gezeigt wurde. Die preußische Regierung arbeitete mit Ultimaten, sie verlangte Beseitigung der schwarz-weiß--roten Fahne oder zum mindesten deren Ersetzung durch die Handelsflagge schwarz-weiß-rot mit der schwarz-rot-goldenen Gösch Diesem Wunsche konnte die Hotelleitung nicht entsprechen, tocil sie eine solche Fahne nicht besaß, verschwinden lassen wollte sie schwarz- weiß-rot auch nicht. Und daS Ergebnis war. daß die preußische Behörde ebenso wie selbstverständlich der Berliner Oberbürgermeister auf dem Festessen nicht erschienen. Wechen imponierenden Eindruck muß es auf die dem Fest zahlreich beiwohnenden Ausländer gemacht haben, daß wir unsere innerpolitifchen Querelen so vor aller Oeffentllchkeit austragen, anstatt uns gerade im Zeichen des Geburtstages des Reichspräsidenten miteinander zu vertragen.
Geburistagspenden.
Die Stadt Würzburg hat zum 80.Geburtstag des Reichspräsidenten ein Gelände gestiftet, auf dem eine Heimstättensiedlung für Kriegsbeschädigte und Kinderreiche errichtet werden soll, die den Ramen .Hindenburg-Heimstätte" führen wird. — Der Lübecker Senat hat beschloßen, dem Reichspräsidenten als Aufmerksamkeit der Hansestadt eine Riefentorte aus Lübecker Marzipan überreichen zu lassen, die die Lübecker Stadtsilhouette zeigt. — Die in der Deutschen Liga der freien Wohlfahrtspflege zusammengeschloffenen Wohl- fahrtsverbände überreichen dem Reichspräsidenten zu seinem 80. Geburtstag eine besondere ihrer Eigenart entsprechende Ehrengabe. Die Anstalten der freien Wohlfahrtspflege stellen dem Reichspräsidenten 500 Freiplätze In Erholungsheimen für Erwachsene und jugendliche Kinder für die Zeit von sechs bis zwölf Wochen zur Verfügung. Die Freiplähe sollen im Laufe deS nächsten Jahres Kriegsbeschädigten und ihren Angehörigen sowie Kriegshinterbliebenen und anderen Hilfsbedürftigen zugute kommen.
Die Hindenburg-Amnestie.
Stuttgart. 30. Sept. (WB.) Aus Anlaß deS 60. Geburtstages des Reichspräsidenten sind in Württemberg 67 Strafgefangene entlassen und 229 weitere Verurteilte mit einem Gnadenerweis bedacht worden. Auch die bayrische Staatsregierung bat in llebereinftimmung mit dem Reiche und den Ländern eine größere Zahl von Strafen, die von bayrischen Gerichten erkannt wurden, im Wege der Gnade erlassen oder gemildert. Die bayerische Amnestie wird sämtliche Räte-Repu blikaner. außer dem Metzger Lindner, umfassen, der im Landtag daS Attentat auf den Abgeordneten Auer verübt hat. Gras Arco, der Eisner erschossen und nur Strafaufschub erhalten hatte, wird endgültig begnadigt.
Vie landwirtschaftliche Selbsthilfe.
Die Magdeburger Tagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.
Von unserem Sonderkorrespondenten.
Magdeburg. 30.Sept.
Daß die deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft das unentbehrliche Organ der Selbsthilfe des landwirtschaftlichen Berufsstandes ist, hat erneut wieder die Magdeburger Herbsttagung bewiesen. Die D. L. G. hat es in den 42 Jahren ihres Bestehens verstanden, sich im Sinne der Ziele ihres Gründers Max E u t h von allen wirtschaftspolitischen und politischen Tagestämpsen frei zu halten und für alle Teile der Landwirtschaft die Plattform zum Erfahrungsaustausch untereinander und mit der landwirtschaftlichen Wissenschaft ssowie der Industrie abzugeben. Rimmt unmittelbar in den Sitzungen und Versammlungen der D. L. G. auch nur ein Teil der Betriebsleiter Anteil an der Arbeit, so gehen doch von hier bie Fortschritte und Reuerungen heraus i n die landwirtschaftlichen Dere ine: und das Beispiel sorgt schon dafür, daß auch die große Masse der Landwirtschaft tatsächlich unmittelbaren Rutzen aus der Arbeit der D. L. G. zieht. Auch der Wechsel der großen Wanderausstellungen und der Herbsttagungen von Gau zu Gau durch alle deutschen Lande bringt die landwirtschaftliche Bevcllerung überall unmittelbar mit den neuzeitlichen Anschauungen in Berührung: und das ist sicher: wer an den Tagungen teilnimmt, der ist mit ernster Arbeit dabei.
Jedes Gebiet der Landwirtschaft und jeder Betriebszweig hat in den gut hundert Sitzungen dieser Tage in Magdeburg Berücksichtigung gefunden. Selbstverständlich kann nicht jedesmal ein größer Fortschritt verkündet werden, und mit großen allgemeinen Kundgebungen ist für die Hebung des Rivcaus der landwirtschaftlick>en Kultur gar nichts getan Aber die unendliche Fülle kleiner Einzel- und Teilfragen, die Vermittlung von Ruancen. die dem Außenstehenden reichlich uninteressant erscheinen mögen und die solche Fachsi)ungen niemals für den Richtlandwirt zum Anziehungspunkt machen werden, gerade diese Kleinigkeiten sind von so unendlich weittragender Bedeutung für den Er- folg der landwirtschaftlichen Praris. sie bilden die Grundlage für die rastlo'e Arbeit in der D. L. G Es sei nur an das Beispiel der R o r- mung erinnert. In der Sitzung der Geräte-
Abteilung konnte darüber berichtet werden, daß auf Grund der langjährigen Arbeit der D.L.G. im Fachnormenausschuß mit Unterstützung des Reichsluratoriums für Wirtschaftlichkeit Normungen für eine Reihe von Einzelteilen landwirtschaftlicher Maschinen durchgeführt oder in Bearbeitung sind. Das bedeutet — wenn es sich auch nur um kleine Schräubchen, um Zinken und dergleichen handelt — unmittelbar eine Steigerungderlandwirtschaftlichen Produktion, aber auch eine Verbilligung der Landmafchinen. Denn bei derartig genormten Geräten sind die Ersatzteile stets überall sofort greifbar, so daß es nicht, wie bisher, passieren kann, daß Maschinen gerade in der Hauptarbeitszeit wegen irgend eines kleinen Mangels vollständig ausfallen.
Aus den anderen Gebieten der landwirtschaftlichen Produktion ist es ebenso. Man darf daran erinnern, daß von der Landwirtschaft in der Viehzucht und Saatzucht zum Dellpi^ seit Jahrzehnten bereits praktisch eine Arbeit geleistet wird, wie sie heute in der Industrie mit Ror- rmmg und Typung erst als Entdeckung der letzten Jahre ein Schlagwort geworden ist. Vielleicht ist der moderne Landwirt gar nicht so rückständig und rückschrittlich, wie ihn mancher schnellebige Städter ansieht. Beweist doch gerade die Vielseitigkeit der Arbeit der D. L. G.. wie vielfältige Kenntnisse auf den verschiedensten Wissensgebieten zur Leitung auch des Heinen landwirtschaftlichen B" riedes geboren. Wmnauch jeder Betrieb nach nen natürlichen Produktionsbedingungen und nach seiner Absatzlage gewisse Spezialitäten zu pflegen hat, so kann sich doch auf die Dauer nur ein Betrieb halten, der in der Vielseitigkeit de verschird.mrn Vllribs- zwcige in sich ausgleicht, um so schwankende Konjunkturen der einzelnen Produkte aus- hatten zu können. Besonders einleuchtend wurde das in der Betriebs-Abteilung in den Vorträgen von Professor Beckmann und Schlange- Schöningen klar gemacht. Das Ziel der landwirtschaftlichen Detriebsführung bleibt die Intensivierung, aber es ist nur im Rahmen der Wirtschaf Latent, also der Rational w i r t f ch a f t, möglich und dient nur so der Rationalwirtschaft.
liche Kürzungen in dem Budget für die Armee. Marine und Luftfahrt vorzusehen. Schankairzler Chlkrchll hat die d.ei Mi nstcren bereits um möglich't baldige E nreichu:g ihrer Voranschläge für b'.g nächst.- Jahr er ui;t Ob cs Ehurchill gelingt, in dem Bud'.e iVc er drei Ministerien wZ.ntlte e Erfp'rungen zu mad>?n, muß zunächst dahingestellt bleiben. In wilchm hat er oerfprtxben. dah das B c r • c i b i - gungskorps in Ehina das nichstjätzrige 'Bubg»’! nicht m -*'r belasten wird, wn« c.nige Befriedigung cnl-.öst. Die geplante R ' nstrui— rung des W i r t s cha s 1« k vm i l e e s ie a i- I netts unter dem Dor iy Baldwins deutet darauf
hin, daß es dem Premierminister unb dem Schatzkanzlcr mit ihrem Sparp.wg-.amm ernst ist.
Unfan Könneckes.
Rach einem Funk Spruch aus Bagdad ist Koen- nede am Fre.tazmvrgen dort beim Abflug vom Flugplatz mit seiner Maschine abge stürzt. Die Flieger hieben sämtlich unverletzt. Das Flugzeug brach bei feinem Absturz Ruder und Sporn. Tie nötigen Reparaturen werden mindestens vier Tage ersor'-orn. Die Flieger hoffen. Bagdad nächsten Dtenstcg verlassen zu können.
Zur Geschichte der pariser Zriedensvetträge.
Frankreich umwarb Ungarn während des polnifch-rufsifchen Krieges.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers'.
Berlin. 1. Oft. Durch einen Zufall find wir um eine wichtige Einzelheit auä dem Kompromiß der Friedens Verhandlungen bereichert. Ein ungarisches Blatt veröffentlicht eui$ Qü>tc, die Frankreich 1920 an Ungarn geschickt hat, worin es füreine Waffenunterstüt- zung Polens gegen Rußland erhebliche territoriale Zugeständnisse beim Abschluß des Friedens Vertrages anbietet Frank- reich wollte einzelne Telle Siebenbürgens, soweit sie überwiegend ungarischer Bevölkerung sind, den Ungarn wieder zuschanzer- andere Teile Siebenbürgens, und zwar gerade die deutschen Teile, sollten für selbständig erklärt werden. Die Aktion hat sich im Sande verlausen, weil die Rote abging, als die russischen Armeen unmittelbar vor Warschau standen und die ganze polnische Herrschaft zusarnnrenzubvechen schien 15 Kilometer vor der polnischen Hauptstadt aber wurden die Russen auf gehalten und muhten sich zurückiehen Im selben Augenbllck hatte Frank- reich kein Interesse mehr daran und zog seine großzügigen Anerbietungen zurück.
Merkwürdig, wie die Dinge sich verschoben haben: damals wollte England von dem französischen Plan nichts wissen, heute eröffnet Lord Rvthermere in der englischen Presse einen mit ungarischen Sympathien getränkten Feldzug gegen die Vergewaltigung des Mad- jareniums durch die Tschechoslowakei. Das alles aber hindert natürlich nicht daran, daß die Friedensverträge im Ramen von Recht und De- vechtigkeit abgeschlossen sind. Aber gerade für uns Deutsche ist es eine wertvolle Bereicherung unseres AktenmaterialS, daß wir wieder einmal nachweisen konnten, wie stark sich diese Begriffe bei den Ententestaaten verschoben, sobald ihre eigenen Interess en eine Verschiebwig nützlich oder nur wünschenswert erscheinen ließen
Das angebliche Gstkommifsariat.
DeS Reiches Fürsorge für daS bedrängte
Ostpreußen.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers"
Berlin, 1. Oft. Aus einer Ankündigung des Reichskanzlers, die er gelegentlich seines Besuches in Königsberg gemacht hatte und wonach eine besondere Reichsstc 1 le mit der 'Bearbeitung ost preußischer Fragen betraut werden sollte, hatte eine Korrespondenz den Schluß gezogen, eS sei die Schaffung eines besonderen Reichskommifsariats für den Osten beabsichtigt. Es war auch bereits der Raine des Deutschnattonalen Freiherrn vonDayl genannt worden, der sich als QlbiummungSfom- miffar seinerzeit ausgezeichnet bewährt hatte und als führender Beamter verschiedener gemeinnütziger cklnternehmungen — der Ostpreußischen Landgesellschaft und der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation — befannt ist. Freiherr v Gayl vertritt Ostpreußen imReichs- rat und im preußischen Staatsrat^ es wäre deshalb an sich durchaus natürlich gewesen, daß man an ihn gedacht hätte, wenn etwa die Schaffung einer Reichsstelle nach dem Muster des von Freiherrn Langwerth v. Simmern bekleideten Rheinlandskommissariats gedacht worden wäre.
Dem ist aber nicht jo. Es handelt sich vielmehr lediglich um die Schaffung einer besonderen Bearbeitungsstelle für die ostpreußischen Angelegenheiten im Reichsministerium des Innern. Die Frage ist noch nicht abgeschlossen, doch verlautet, daß Ministerialdirektor D a m m a n n mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt werden wird. Von Konflikten zwischen dem Reich und Preußen in dieser Frage, die vorausgesagt waren, kann deshalb ebenfalls keine Rede fein. In Preußen existiert bereits feit langem eine besondere Dienststelle für die Wahrnehmung der Astgeschciste. und Zwar ist Dbcrcgierunflsrat Frankenbach vom Preußischen <5taatr-minifterium mit dieser Ausgabe betraut. Rach Schaffung der geplanten Reichs- stelle wird es sich also höchstens darum handeln müssen, die Tätigkeit der beiden GonOerrcfcrate in gewissen Fragen aufeinander abzustim. inen: im allgemeinen ergibt sich die !-.ompetenz. aliederung ohne weiteres aus der Derfchiedenheit ber Aufgaben, die bas Reich und die Preußen gegenüber dem besonders notleidenden und bedrohten deutschen Gebiet im Osten zu erfüllen haben. Und auch wenn man im allgemeinen einer Vermurung von Sonderorganismen innerhalb ber Verwaltung nicht bas Wort reden kann, wird man es begrüßen können, daß die beiden größten Verwallungsein- Hellen Reich und Preußen, zur intensiveren und zu- sammenfassenden Bearbeitung dieser wichtigen Fragen eigene Referate schaffen oder geschaffen haben, deren Bestehen selbstverständlich eine E r • l e i d) t e r u n g für den Verkehr unserer wichtigen Ostprooinz mit den Zentralbehörden bedeutet und eine bevorzugte Behandlung der ostpreußifchen Röte und Wünsche burd) die Einwirkung kompetenter Persönlichkeiten gestattet.
Der Relrgionskamys im Mexiko.
Mexiko. 1. Oft. (WTB. Funkspruch.) 29 römisch-kathollsche Männer und Frauen, die der revolutionären Tätigkeit verdächtigt werden, sind in verschiedenen Teilen der Stadt Mexiko verhaftet toorben. Die Doli zei durchsuchte auch die Hauser anberer Verdächtiger. Innerhalb der letzten zwei Tage sind im Staate IclliSco 8 9 Aufständische im Kampfe mit Rcaierungs- truppen getötet worden. Tin katholischer Priester, der gefangen genommen wurde, ist hInge r i ch t c t worden. Boi einem weiteren Zusammenstoß zwischen Regierungstruppen und den log. „katholischen Fanatikern" im Staate Ia- lisco schlugen 403 Soldaten unter Führung eines Generals bie Aufständischen in die Flucht, die von einem Priester angeführt wurden. 55 Aufständische wurden getötet.
3turml<a'.aIiror*E)e in St Louis.
Der Tornado, der cm Donnerstag über St Louis । wütete, hat besonders tm Westen der Stabt furchtbare Verheerungen ungerichtet 2500 Wohnungen wurden oern chtcl Bis jetzt fmb 8 4 Tote q;borgen. lieber 500 Verletzte werden in Hospitälern be- hantelt Unter den zerstörten Gebäuden befinden i ch sieben Schulen Man schätzt den Sachschaden aus Ier zehn M ll onen Dollar. De Beh.rden halben alle Maßnahmen ergr.ffcn, um die Verpflegung ber Heimatlosen sicher zu stellen.


