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Nr. 126 Erster Matt

ITT. Jahrgang

Mittwoch, I. Juni (92Z

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

t>nf iwt Derlofl: Vrihl'fche U»tversiltlsv»ch. Siehrtratferel R. tav-e te Siebte. S^rtftlettiej eeö ^fchäftrstele: SchelKratze 7.

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Preis ftr 1 em 5He ftr üejtiqen »«, 27 ntte Brrcte irtlidb 8, au»wirt» 10 keichspfcvmg- ftr Ne» Mc-.ean.iH4«« eea 70 r öl Frrtte 35 ke:h»ptemu^ TloteocHrih ». »ehr. tbrfrrb aktra?

Dr. 3rie»r. ®IQ>. Cargo. Srraetwrth* <li l'clihk Dr. ftr. ®ilb L'-inae; ftr 3*uilrtoe Dr H 1 benot; für 5«« ftbrigr« I«d er«ft V!e*fch«'e- für ben In» |«qrn:<:! Äurt A'.rf-ani, fäetlich uiittifr

Gewerbe-Ausstellung Gießen 1922

Vie vtrkschastliche Lage

des oberhesstschen Sandwetts.

Bo* datob Kohl Daanftabt Borfigtnbrm her Hessischen nanbmertsfammer

Der tun« ben ba» Danbroerf auch heute noch um fetnt Jr$i(nmp unb Sdtermtöfcflimg gu füh- rw bat ist V- aUgamrtn befcmnt. um an bleftr 6h0# w riawhxen bdeyt ju nxrtxn. Vos Honb- oerf ifl babri nicht in |rbrtn deutschen ßanbrstel! ndt fllndjrr Schärfe von brr Ungunst brr wirtschaft­lichen ttntroufluny betroffen motten. Lteiber gibt grntx bi« Trotxnj 06* rieften in bwter Voztdmng efn recht u n g 0 n fit fl « BHb.

Vie inbufhleOe frntTDitflimo bat m Vergangen­heit unb (Beamnxir den -Ich. rgebrachien Bereich bei f>anbuxrf» unendlich oh bedroh! unb ihn auch .hflen Beraub«runoen unter w gen. Da» fjanb- werk mufjle unb wußte sich in bief« neuartigen Der- bäitmfie zu schicken, wenn md) der Rumpf an unb für sich noch fortbauert Andererseits bart nicht ver­kannt werben baß eine Mühende Industrie in hohem Mast« beiruchxnd auf bas f)anb tue rt einAuaxrftn oennog. Diese günstigen Husumrhmgen sind lehr Mi bearüfwn unb haben den grd st! en Anteil daran, bost sich di« vage des Danbrwrf* meierort» bedeu­tend heben konnte.

timet solch«- günstigen (Fntrouflunfl ist aber das aberhesfische rtanbroerf hn grosten unb ganzen nicht fetUyaftia geworden (»rsiesien besitzt feine pro- bereu SobuHncb« urte unb stellt noch vid weniger ein eniheittiches, qeschiosienes inbtnlridlc» Dlrt- gebiet bar. Hls H. für bas ober-

hessische Aanbroerf spielt also die Clnbufhie ein« sehr untergeordnet« Notz«.

Vie oNefchiaggebenbe Bedeutung kommt in Ober- besten der Land wirtschaft ml In. wirstchastlich ausgoglichenen 3<lten standen Vanbtointf)o(t unb Handwerk In vorteilhaften wechselseitigen Beziehun­gen Heute nnist aber auch die öanbmir - schttnun« Zeiten durchmachen Der Handwerker ist olellelchi der nächste, der das, sowett andere Be- nifegnippcn davon betroffen werden, zu spüren be­kommt. Aus dem stachen Vanbe ist bas fldamle Handwerk mehr ober tneniaer auf die Vandwirt- schast eingestellt, heute herrtcht aber bei den dor­tigen Handwerksbetrieben vidsach größter Hrtoeito- mangel. Nur schleppenb gehen neue Yhhtrag« ein; fast noch schleppender ist in her Mehrzahl der Fälle der lkingang der (Betier für geliefert« Arbeiten. Diese Verhültniste haben manche nantrocrterfamilie schon an den Nond der Verzweiflung gebnidjt: um ihren M*n»untrrt>att zu fristen, malten sehr piek Handwerker hn siebenernv,5 bi« Landwirtschaft betr.-fden.

Ls hat aüerbina» den A.ischem. unb die Merk­male mehren sich kni bk s chlimmste Zeit nun- mehr für absehbar überwunden Hl. Langsam .zumeist nur macht sich diese Besserung der mirt- schostlichen Lage geltend Tei.a Bauhondwerk war b:c günstig« Auswirkung zuerst zu verspüren. Hier- bei. aber auch darüber hinaus noch bei anderen Handwerk^zweigen must bei der Betrachtung ein Unterschied gemacht werden hinsichtlich des Hand­werks in den Städten unb dem auf dem stachen Lande Die Belebung, in erster Vink des Bau- gcwerbo machte sich Minüchst vor altem in der stabt geltend. Die Bedingungen, unter denen allerdings der Handwerker arbeiten muf>te, können durchweg nicht als besonder» vorteilhaft bezeichnet werden. Das verdingungswefen ifl lewer :nener noch nicht allgemein so geregelt, dast es den berechtigten Rorberungtn der Handwerker enstpre- dien cui;t* Nach wie vor müsten die »chlreichen Auswüchse des Sudmifsionc-wesens geradezu als Rrcfcrtd>2i)en bezeichnet werden. Ls wäre an der Zeit, dast all« Beteiligten sich hier in einer Hrt und Lest« oerstänbrgten. die beiden Teilen gerecht würde

Ls darf bk Hoffnung ausgesprochen werden bah die allgemeine Belebung be r Bautätigkeit feine nur vorübergehende Erscheinung ist, und dast sich damit auch gunftiaer« Aussichten für weitere Handwerk ob etrted« eröffnen. 3u irgendwelchem idwtri ebenen Dptimunni* liegt ,edoch k«inertei Ber- -mfaffung vor Namentlich die kleineren Handwerks- betriebe »oben zudem noch tarier den Lrtchrtn.ingen eines unlauteren Wettbewerbe» zu leiden Che nicht entsprechende p^etziiche Be i rnnumgen er. bic Hand 3 en werden, wirb es leider nicht möglich fein, bie verderblichen Auswirkungen der log. Schwarz-

I zu unterbinden.

In diesem Zusammenhang must auch immer wieder auf toe hohe £ t e u « r (a ft hingewiesen werben bi« gerade bas hessisch« hanbroert gar. 5 befdnb«rs bekiftrt. Di«!cr Druck muh nennenswert gemildert werden, um wieder bie Bora-idetzunge.i hlr eine wünschenswerte Nenlabisilät ber handwerk­lichen Bertted« zu schaffen.

Die wirstchaftstch« Notzeit hat da» Honbwerk in Hessen veranlostt. mit aller Tatkraft den Scg ier Selbsthilfe Mi beschreiten. Hinsichtlich be* Pro bitt» für Nohstof'bezug ober für Bauten hat c~ die Helshchc Handwerkskammer Derftanbcn. so gümtige Moäichkeiter zu schossen wie es wohl in feinen zweiten brutschen Land« der -vaE ist. Sehr aroste eummen fomnrr.1 hier in Betracht bi« gerade yj(f> in Obcrbcfifn äustertt befruchtend gewirkt haben. Um meiterb n brr. Virkungsgrab brr Handwerks-

Han spricht heute ntri vorn .Untergang bei Handwerks-. Kaum rtn« Phrase ent­behrt in Ihrer Verallgemeinerung so sehr der Derechrtgung als diese. Skwih hat leit bem 2nUl«IaÜtT. bet Blütezeit des HandwetU. sich etm Leihe von anderen gewerblichen Betneds- tonntn neben das Handwerk gestellt, besonder« di« Fabrik hat durch den Uebergang von der Nunbenprobuktivn, der Herstellung von Daren für einen bestimmten Kundenkreis, zur Darenprvbuktion. deren Cr»eugnist« stch «rst einen Markt suchen, dank der Lrweiterung des letal begrenz ten Absatzmarktes zum na­tionalen, ja zum Weltmarkt durch di« Ver­besserung der Verkehrsmittel, das Fallen der Dirmenzv'.lgrenzen unb die Umwälzung der po­litischen Derhältnisl«. dem Handwerk gcwalf.gen Abbruch tun Bnnen. Aber in erster Linie sind davon Handwerkszwerge betroffen worden, di« entweder ihre Entstehung einer übertriebenen Derussfpaltung verdankten und deren Tätigkeit die Fabrik nun wieder in einem Betriebe er- ernigte. oder HandwerUzweige. deren Srzeugnisse die Fabrik dank vorteilhafter arbeitender Pro- bufhonlmittel besser, billiger unb schneller Her­stellen konnte Die grvsten, innerlich kräftigen Handwerke jedoch sind auch heut «noch unent­behrliche Glieder unserer nationalen Volkswirt­schaft. wenn sich auch in mancher Beziehung bei ihnen Produktionsweise und Madgebiet ver­schoben haben Ta« Handwerk hat sich nicht mehr barauf ^schränken können, für einen festen Kundenkreis bestellte Ware her,ustellen. es ist in vielen Fällen Kleingewerbe geworden, da» auf dem grosten nationalen Markt Absatz für feine Srzeugnisle sucht oder Dorarbeiten lei­stet für Produkte, deren Desamtfertigstellung in anderen BetriÄ»sfr>rmen erfolgt

3n welch hohem Maste das Handwerk fich bei dieser Umstellung heute bie Ergebnisse der modernen Technik zunutze machen kann, na­mentlich durch Derwenbung von Kleinkraft­maschinen. haben wir in einer Reihe von Bus­sätzen gezeigt, bie aus An!ast der Gartenbau- und LlektrizitÜtSaussteliung im Herbst des ver­gangenen Jahres im Diestencr Anzeiger ver- ossentlicht wurden. Di« vorliegend« Sonder­nummer zur (hÖffnung der (Siebener Vewerbe- ausstellung will nun versuchen, da» damal» irm- risicne Dild von dem belebenden Oinfluft der Technik aut die Entwicklung des Handwerks und 5«eingewerbes nach der politischen, wirt­schaftlichen unb tu ItureKen Seite hin zu ergänzen.

Hanbwerk unb Kleingewerbe sink» ein ®lieb der nationalen Volkswirtschaft, Rechte unb Pflichten stellten sie in den Staat als ber politischen Organisation des gesamten Bolkskör- per». in dem sie berufen sind, als wesentlicher Pfeiler be» au» ben Krieg»- unb 3nflatlent­trümmern sich langsam neu erhebenben Mittel- stanbe» am sozialen Ausgleich zwischen Kapital unb Arbeit cntschrtdcnb mitzuwirken unb damit bie vornehmste politische Ausgabe deS beginnen­den hvchkapitalistischen Zeitalters einer Lösung

entgegenzusühren Geschichtliche Entwicklung Wirtschafts-Gesinnung und Derufse'genart mach­ten das Handwerk schliestlich auch zu Mitträgem deutscher Kultur in Dergangenhett und Ge­genwart. Sich desien innigst bewußt zu sein, hecht in hohem Maste ech'sche Forderungen für die Zukunft stellen, die in Zetten überwiegend wirt­schaftlichen Denkens allzu leicht ins Hintertreffen geraten, zum Rachtel des Standes. Vie des Dollsgansen.

Ttete Wechselwirkung en zwischen dem Handwerk etnerteits. Dirtfchas' Staat unb Kul­tur andererseits will die vorliegende Sonder­nummer ihren Lesern unter verschiedenen Ge­sichtspunkten auszeigen. Ginmai soll dargelegt werden die Förderung des Handwerk» unb Kleingewerbes, sei es au» s i ch selbst bet­au» durch zweckmästtge Berus»vorblldung. durch Rationalisierung ber De triebe, durch Organi­sation der Kapitalbeschasfung des Rohstoss­bezuges. de» Absatzes, durch Anwenb-.ing aller Möglichkeiten der modernen Kundenwerbung, fei es von außen her durch staatliche Mastnah- men verschiedenster Art, bie naturgemäß nur unterstützend den inneren Gesundung »Prozeß günstig deeinslusien fönnen. 3um andern soll gezeigt werden, in welch hohem Maße da» Hand­werk geeignet ist. gerade in unseren Tagen Wirtschaft. Staat unb Kultur zu befruchten, und warum deshalb Regierung und Bvlk allen Anlaß haben. Hbndrverk und Kleingewerbe tn ihren Bestrebungen nach wirtschaftlicher Gesun­dung und Hebimg der Berufsethik nach Kräften z» fördern. Heben den engen Wechselbeziehungen zwilchen Handwerk. Disienlchafl und Kunst in Dergangenhei t und Gegenwart sei hier vor allem auf die hohe erzieherilch« Aufgabe hin- gewiesen, die dem Handwerk um so mehr obliegt, al» einer der bedeutsamsten Grzichungssakiorrn. das Heer, dem deutschen Bvlk durch den Versailler Vertrag genommen worden ist. 3n ber Schule des Handwerksmeister» soll untere Iügend wieder Treue Im Kleinen. Liebe zur Arbeit. Freude am Derk Bürgerpslicht unb Volksgesinnung lernen. Da» Handwerk für biefe Aufgabe gesund unb stark, stolz unb selbstbewußt zu machen, ist in höchstem Same Dienst am Volke.

Derm in diesen Zeilen unb mehr noch auf den solgenden Seiten vornehmlich vom Hanbwerk die Rede ist. da» ja im Sinne streng wisienschaft- licher Systematik nur einen Zweig de» Gewerbes bildet, so wirb ein Gang durch bie Gießener Ausstellung biefe begnfffldx Beschränkung voll unb ganz rechisertigen. 3m Dirtfchaft»bezirk unserer vberhesiischen Heimatprovinz baut ba» Gewerbe abge chen von einigen wenigen großen 3nbuftrien, die sich andere Bet rieb» formen ge­schaffen haben - auf dem Handwerk auf. Au» der Vereinigung von Tradition unb Wirtschaftsetho» des alten deutschen Handwerks und dein leben­digen. aufgeschlossenen Veist einer in Rot unb Kamps hart gewordenen Zeit erwachsen unserem heimischen Gewerbe die besten Kräfte zur Be­hauptung feiner bevorzugten Stellung in Vokks- wirtfchafi. Staat unb Kultur.

fammer zu erhöhen, sind besondere Nebenstel­len geia-a'ien worden, davon zwei in Ob«.heben mit dein sitz in Ließen unb Friedberg. D-.ete .'xuid- werkOkennrner-NebensieUen haben sich bereits ui der kurzen Zeit ihres Bestehens als em« sehr legens* reich« Ginnett.mg für das Handwerk erwiesen. Die Nebenstellen halten regelmäßige Sprechtag« in den Hauptorten ihres Bezirks ad unb erfüllen vielseitig« Ausgaben cie stehen kechi'uchenden Handwerkern zur Bcrsügung, bai rbetten ba» Handwerk siche Dr- aantfations- und Prütungswesen. Äreärtungtiegen- Helten, verbinmmgs- und Sudemisionssvagen. bas b'.ndmerkliche Lenosienschastsweten unb Demtitldn die rterbindnng mit der Hmchwerkskarnrner. 'chließ- !,ch benrähen sie sich noch um außergerichtliche Bei­legung von Sireii aJen aller Art.

deu Sitz in Ließen bat b« Handwerks- fammtr weiterhin ein« Mrtebsberatungsften« für Handwerker «rrichtet. Auch bi«fe Stell« ist von wach- enber Bedeutung. Sie sieht den Handwerkern bei b triedllchen Beranderuncen. vornehmlich bei Ein­richtung oan maschinellen Anlagen, kostenlos be- tütend zur Seite Die Veiriebsbeoatruwssiell« be­arbeitet ferner u. a. Muftetschutzangeiegenbetten und ü rhndungen. die von i\mbcomem gemacht werben unb dl« teüber auf dem Weae zur pro krischen Durch» siihruog oieltech m siAiche Hände geraten sind.

vonortigen Maßnahmen zur Hebung des Handwerkentanbes seien an btrer Stell« noch ge­nannt die Durchführung »hloeicher F a ch k u r s «, besonder» auch von &jdrübrungs!jren Letziere namtnrnd) smb von bdanderer Dick>ngkeit. Zahllos« bfred)tigw 6teuerTffiamationen würden cH rmf größerem Lrfolge von feiten ber Handwerker ver- rocht en werden können, wenn in größerem Umfange. 3k das bidmg noch brr Fall ist. regelrecht Buch ge­

führt würbe. Schlicßlich müssen noch bi« bdonberrn Schiedsgerichte genannt werben, denen die Schlichtung von Streitigkeiten, unter tiermribung bts regelrechten Rechtsweges unb daher oidfad) rech, unnötiger Kosten, obliegt.

Das hanbwerttich« Lenofsenschasts- wefen hat in der Gegenwart thdfad) ein« h«rvor- ragrnbe wirtschaftliche Beben tun g grwmnen können. Die Erfolge auf birtrm Gebiete sind, wenn bi« be treffenden (BrunMcgm von vornherein hinreichend trag'ähig gestaltet mürben, durchweg recht ermuii- genb. (Es bedarf kaum itner brfonbenen Erwähnung, baß die HaiDwtrfsfammer durch Bermittltina ihrer Hambwerkerzentralgenoflenichosi auch hier -od) Kräften Beistand geleistet hat.

Die Lewerdeausstellung. bie irtz, in Gießen oenmflaltet wirb, darf oon uns cbtnfall» als ein tauaüdx» Mittel, dem Handwerk in Ober- heften zu dienen, herzlich begrüßt werben. Wir hoffen mit den Veranstaltern, daß sie rricht Früchte tragen unb sich die w-mcha'isiche Auswu.'un in einem recht weiten Unnange zeigen nwcx Das Handwerk führt h«ue emen schweren Kamp', aber es ur.tb in btefan Ttrngen um Bestand unb Fon- entmuflung mdx untergeben. In einer vroom; wie Dberbesien bat bas Handwerk einen geradezu ge- fibiAdid)en Anspruch herauf, sich auf cm<r Gewerbe- a isfttllunc in Lieben xn zeigen. Dr« L*< tu-gen des Oderhe»fischen Handwerk» reichen in die Zayrhun- berte zurück und sind von Äegenwar.x-LeuLung. Do» Hanbwerk har p«rotte gegtnmämg wieder grofe Ausgaben im Bahrn«n des allgemeinen Liedsouf- baue» zu erfüllen. Deutsch« Handwerk«müchtigkeit und deuti<h«rGerpcrbk'leiß. altbrrräbries, gedieoene» Meisterkönnen werden zu'anunenwir.'en. um uns an ihrem Teil eine bessere Zukunn zu pmrr.entl

Die Sedeutuna der Kunst für das Sandweil.

von ®«iwrt>r|<bulrat Dr. K. B u n n 1 n ge Direktor der örtwrbfkbul« Ließen.

von b«n Zusarnmenhünaen ziviichen deut» Idj < r Kunst und deutschem Handwerk oll hier gesprochen werden.

Interessant ist es. zu beobachten, wie die u- irgendeines handwerklich erzeugten Gegenstandes zur kunstl«ri|ch schönen ^onn aussteigt und diese ttorm bann vidsach durch Verzierungen künstlerisch belebt wird.

Di« Entwicklung dieser künstlerischen Betätigung im Handwerk, bas Kun st Handwerk, geht parallel mit der Entwicklung de» Handwerkerstand«s oon seinen Anfängen bis zur Blütezeit. War ar- Iprunalid) |eb«r sein eigener Handwerker, so bildete sich allmählich eine Arbeitsteilung heraus Doch erst, al» da» Handwerk als gleichberechtigt mit den bur- gerlldxn standen anerkannt wurde, entwickelt« sich cm freies künstlerisches Schassen im Handwerk, zu­nächst beschränk, allerdings aus die Dinge, tu wel­chen ein Bedürfnis vorhanden ist. aus Walsen und SUeibung. So ist in dieser Zett der Wass«nschm»ed der hervorragendste Handwerker, daneben der (Brob- schmied, der Holz- und Lederarbeiter, der Bauhc.rb» werter unb Steinmetz. Weiter geht bi« Entw 'klung des Handwerks uab der Kunst im Handwerk durch die Zeit der Gotik bis zur Entstehung ber Zünd« Zur höchsten Blüte kam bas Handwerk In der Zett der Renaissance, In ber man neben dem Zweck­mäßigen die schöne Fonn verlangt«, em« Zeit, in w«lcher echtes Material zu echt künstle risch«' norm verarbeitet wurde, wo der Handwerker Künstler war, ein Kunsthandwerker im besten Sinne bet Worte«. Bon da ab geht der Weg weiter durch ein Aus und Ab, doch immer bleibt N r fkmbmcif eigener Künstler. Er entroirlt seine Arbeiten und fuhrt sie aus, bis etwa im 18. Jahrhundert langsam eine Trennung zwischen Künstler und Handwerker eintritt, bedingt durch die allmähliche Entstehung der Ansänge des Großbetriebs. (Es in eine Aufgabe unserer Zeit, beide zudnonder zu führen oder ivie» ber in einer Person zu vereinigen

Doch ba» Problem ist zugleich ein wirtschaftliche», und zwar deshalb, weil es nicht damit getan isi. baß man künstlerisch befähigte Handwerker oder hanb werMch gebildete Künstler heranzieht, sondern daß man den Erzeugnissen dieser Kunsthandwerker ober Künstler Absatz oerschaslt. Berhälintsmäßig leicht ist es bei solchen Gegenständen, bei denen der Moten il- wert gering ist, wie z. B. im Töpserhand- werk. Hier ist es auch möglich, eine h ei «not- l i che Ä u nfi in ihren alten Formen zu erhalten und hieraus aufbauend neues handwerklich und künstlerisch Gutes zu schaffen. Bor altem ist bies auch b< ?halb im Töpferhandwerk möglich, weil hier die Maschinenarbeit immer noch zugunsten der Handarbeit zurücktreten muß. fei es, baß ber Gegen­stand auf der Scheibe gedreht ober in Formen ge- goffen oder in Formen adgedrückt wird. Hier ist ber Maschine nur die vorbereitend« Arbeit zuaewicsen, aber Form und Farbe und Eigenart schafft die schöpfend« Hand. Doch anb«re Gewerbe hoben heute kaum Möglichkeit, sich in dieser Art zu betätigen Ich nenne nur das schlosserhaiidwerk. bpt immer mehr gezwungen Ist. rein technische Arbeu zu leisten. Am stärksten ist wohl zur Zeit bas '.Hingen um ein Herauskommen aus der Enge der Malchinen« arbeit im SHreinerhandwerk. Bei den Bau- arbeiten, welche der schreiner anzuserligen hat. kommt eine kunsthandwerkllche Betätigung nur noch wenig in Frage RormenturJlormenfenfter glatte Arbeit Sperrholz Maschinenarbeit. Al» eigentliches Betöliaungsseld für kunsihandwerksiche Arbeit bleibt also der Modeldau. Aber wo sind die Raufer, welche Wert darauf legen, ein für sie eigens Scschossenes Möbdftuck zu erwerben, die den immer» in mLl sehr bedeutenden Mehrpreis gegenüber einem 'crtenmößig anflefertiflien Möbelstück für ein loid)es Stück neutral be-chlen'

Konnten wir diesen eriordertuhen Absatz schasien. bann würden mir auch in der Laae lein, der üRafdjine den Platz anzuweisen, der ihr pchört, in oorbereiten- ber Arbeit dn wesentlicher Heller im Arbeilspro-.

So müßte man. do des vorhergelagle für saft alle Handwerk» zwe>ge gilt, do nur ha Jur gen um die Erisicnz im Kamps gegen die Ointereryu;ung im großen da» hantu-fit erfüllt, sich eigenilid, re­signiert auf den Slandounkt sielten: Warum für ein« Dtrtorene Sache kämpfen, lieber die Kräfte in ben Dienst ber neuen Sache stellen und dem Handwerk den rationellen Gebrauch der Maschine und die (Ein- flcüung auf rein mechonifche Htttu vermitteln

Gut. da» letztere feil m a n 0 u ch , aber die Ar­beit ber Gewerbeförderung». und Beiritbsbcra- nmgsfleilen ber Handwerkskammcrn. Doch daneben haben wir auch Kulturaufgaben anderer Ärt, haben eine Tradition zu erhalten und auf ihr auf zubauen und Haden, in dem mas über dem All­tag steht und dazu gehört auch im f^nt-c." nicht nur die gute Hupform. sondern auch tte kunstterisdre Form eine Mission xu erfüllen.

Zwei Dinge sind die Grundlage, wenn mir diesem Bnne arbeiten wollen. ®ir müssen dis handwerkliche Geschicklichkeit zu er­halten und zu beben* oerfudjer und das Formgefühl entwickeln Für ba» erstere kommt neben ber Meisterlchre die Erziehung