Nr. 506 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Freitag, 5t. Dezember (926
Sichen an der Jahreswende 1926/27.
Rückblick und Ausblick.
Der letzte Tag des Jahres 1926 ist gekommen. Nach guter alter Sitte richten wir in diesen Stunden der Jahreswende noch einmal den Blick rückwärts, um wägend feftzustellen, was unsere Stadt Gießen dem Jahre 1926 als Gewinn gutschreiben kann und was sie ihm als Verlust oder Schuldiggebliedcn anzurechnen hat. Wenn wir zu> rückbcnken an die gleiche Stunde des Vorjahres, in der Wünsche an das neue Jahr für unser Gemeinwesen bei uns wach wurden, so müssen wir heute sagen, daß gar mancher Wunsch von damals nur — ein Wunsch geblieben ist. Dcnoch ist es aber unver- kennbar, daß wir in dcm nun scheidenden Jahre ein ansehnliches Stück vorwärts gekommen find, in der Kommunalwirtschaft sowohl wie in der privaten Wirtschaft. Der Weg weist auswärtsführende Rich- tung auf. Zwar bedecken noch manche Schatten und Hindernisse unsere Wirtichoftsstraße; immer noch sind viele Gießener Mitbürger (644 nach der neuesten Feststellung) erwerbslos, noch müssen unsere Klein- und Sozialrentner, sowie die Kriegsbe- schädigten und Kriegerhinterbliebenen notgedrungen auf vieles verzichten, was früher in ihrem Leben selbstverständlich war, und noch ist auch in dem Hanse des erwerbstätigen Mannes der Zwang zur Einschränkung ein gar hartnäckiger Gast. Aber trotz alledem: in der Gesamtheit gesehen sind wir, wie gesagt, im Jahre 1926 vorwärts und aufwärts geschritten.
Betrachten wir uns zunächst in einigen Hauptpunkten die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaftslage in unserer Stadt. Die heimische Industrie ist zum großen Teil schon seit längerer Zeit wieder in einer Beschästigungslage, die man als gebessert bezeichnen kann. In der Geschäjtswelt sind ebenfalls zahlreiche Besserungsmomente wirksam geworden: wenn auch die schwere Stenerlast mit Recht als sehr drückend empfunden wird — weiterer Abbau tut hier not! —, so ist doch gegenüber dcm Vorjahre ein Fortschritt auf dem Wege der Wiederaufrichtung unleugbar zu sehen. Sehr erfrculid) ist, daß sich auch der Sparsinn bei unserer Einwohnerschaft wieder kräftig betätigt. Jn- leressonte ziffernmäßig« Angaben, die als Gradmesser für Die allgemeine Wirtschoftsentwicklung an- zusprechcn sind, gab die Bezirkssparlasse Gießen uns aus unsere Ditte für diese Betrachtung an die Hand. Danach sind in dem Geschäftsbetrieb der Be- zirkssporkasse Gießen folgende sehr bemerkenswerte Daten zu verzeichnen:
Stand der Spareinlagen: a) End« 1924 1 024 030,— RM.
b) „ 1925 2 213 344,— ,,
c) „ Oktober 1926 3 471 123,— „
Stand der Giroeinlagen:
a) Ende 1924 771 174,— „
b) „ 1925 888 290,— „
c) „ Oktober 1926 952 678,— „
Stand der Darlehen, Kredite usw.
a) Ende 1924 1 806 353,— „
b) „ 1925 3 130 851,— „
c) „ Oktober 1926 4 489 008,— „
Beftand der Sparkonten:
a) Ende 1924 3508 Stück
b) „ 1925 5885 „
c) „ 1926 9500 „
Bestand der Girokonten:
a) Ende 1924 995 „
b) „ 1925 1436 „
c) „ 1926 2000 „
Diese Zahlen reden eine außerordentlich eindrucksvolle Sprache. Bei dem Anwachsen des Sparverkchrs ist nach Mitteilung der Bezirks- sparkasse besonders bemerkenswert, daß sich die Höhe der hier registrierten Zahl2N derjenigen des Jahres 1913.14 nähert, bzw. die ähnliche Steigerung wie in den genannten beiden Jahren erreicht wird. Als weiteres Merkmal einer gewissen wirtschaftlichen Kräftigung kann man auch die erfreulicherweise sehr zahlreichen Jnstandsetzun- gen von Privathäusern bezeichnen. Die Besitzer dieser Häuser bewiesen durch diese Maßnahmen klugen wirtschaftlichen Sinn: einerseits verbesserten und sicherten sie dadurch ihr Eigentum, dem
OerKrosch mit derMaske
Roman von Edgar Wallace.
29. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Sie sind ja im Auto hierhergekommen, haben Sie im Vorübersahren niemanden gesehen?" Dick schüttelte den Kops. — „Hießt Ihnen etwas daran, wenn wir die Straße weiter nach Shoreham fahren?"
„Das wollte ich Ihnen eben vorschlagen," sagte Dick. „Ist es nicht ziemlich gefährlich für sie, zu dieser Stunde allein spazieren zu gehen? Die Straßen sind von Landstreichern bevölkert!"
Der Alte gab keine Antwort. Er saß neben dem Chauffeur und feine Blicke waren ängstlich auf die Straße vor ihnen gerichtet. Das Auto fuhr mit Eil- zugsgeschwindigkeit zehn Meilen dahin, dann wendete cs und begann die Seitenstraßen abzusuchen. Als sie sich dcm Dorfe näherten, zeigte Dick auf einen dichten Wald, zu dem ein schmaler Weg führte.
„Wie heißt dieser Wald?" fragte er.
„Es ist der Wal> von Elsham, dort wird sie doch wohl nicht hing-^-L jen sein!" zögerte Bennett.
„Versuchen wir es immerhin," sagte Dick und sie fuhren durch einen Hain von hohen Bäumen, deren verwachsene Gipfel die Straße gänzlich verdüsterten.
„Hier sind Autospiiren," sagte Dick plötzlich. Aber Bennett schüttelte den Kopf.
„Es kommen viele Leute hierher, um Picknicks abzuhalten," sagte er.
Aber Dick hatte wohl bemerkt, daß diese Spuren frisch waren und nun stellte ecaud) fest, daß sie von der Straß« abbogen und zwischen den Bäumen hinführten. Von dem Auto selbst war jedoch nichts zu sehen. Die Srraße endete nach «iner weiteren Meile und vor ihnen lag eine Lichtung, wo es nichts als Heidekraut und Baumstümpfe gab, denn der Wald war während des Krieges saft gänzlich obgeholzt worden. Mit einiger Schwierigkeit wurde das Auto gewendet und schoß zurück. Sie kamen durch den Hain ins Freie und da stieß Dick einen Schrei aus. John Bennett hatte seine Tochter schon erblickt. Sie ging m der Mitte der Straße rasch
dies oft schon sehr dringend nötig war. anderseits schufen sie Arbeits- und Derdienstmoglich- keit für zahlreiche Mitbürger, deren Kauslrast auf diese Weise wieder belebt bzw. verstärkt wurde, wovon bann wieder der Kaufmanns- und GetoerbestanD und gleichzeitig auch die Kommunalwirtschaft Nutzen ziehen konnte. DaS verhältnismäßig freundliche Bild. daS diese Darlegungen bieten, erfährt allerdings eine gewisse Trübung durch das oben ziffernmäßig angegebene Ausmaß der Erwerbslosigkeit, unter dem ja auch die Angehörigen der Arbeitslosen (nach der neuesten Zählung 989 Zuschlagsempfänger in Gießen) zu leiden haben, sowie durch das stete Anwachsen der Zahl der Hilfsbedürstigen, denen das Städtische Wohlfahrtsamt beistehen mußte. Als Beispiel wollen wir in diesem Zusammenhang nur die jüngften Monatszahlen der städtischen Mietunterstützüngsempsänger (Stadtarme, Erwerbslose, Allaein. Aichtfürsorgcempsänger, Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und -Hinterbliebene) anführen: insgesamt waren es im April 1215 Personen, Mar 1234, Juni 1294. Juli 1351. August 1356, September 1312. Oltober 1415, Novernocr und Dezember 1434; am stärksten ist die Verschlechterung bei den Erwerbslosen gewesen, wo man im April 177 Personen in Mietuntcrstützung hatte, im Dezember aber 334; bei den übrigen Gruppen war die Steigerung dagegen nur gering, bei den Kleinrentnern ist sogar ein ganz kleines Sinken Der Ziffer Der llnterftüDten festzustellen. Für jeden sozial emp- finDenDen Zeitgenossen sind derartige Feststellungen natürlich sehr schmerzlich. Eine geringe Aussöhnung mit Diesen Tatsachen kann jeDoch in Der Erkenntnis liegen, Daß Die in der Gesamtheit bemerkbare Wendung zum Bessern immerhin Die Aussicht auf ein allmähliches Abklingen Der häßlichen Töne im wirtschaftlichen Gesamtkonzert eröffnet HntcrDeffen muß natürlich den HilfsbeDürstiegn nach bester Möglichkeit beige- ftanDen werden, damit sie nicht im wirtschaftlichen Strudel untergehen. Die Nächstenliebe, Die brüderliche Hilfsbereitschaft in Die Front!
Wen Den wir uns nun Dem Wirken Der öffentlichen Hand, inLb.sondere der städtischen Körperschaften, und der Arbeit gemeinnütziger Organisationen in dem nun scheidenden Jahre zu. Mit Genugtuung können wir da eine lange Neihe positiven Geschehens feststellen. Fassen wir nur Hauptereignisse ins Auge, ohne dabei Anspruch auf Vollständigkeit geltend zu machen. Großzügig wurde wieder der Wohnungsbau gefördert. Die Stadt, der Staat, die Baugenossenschaft 1894, die Wohnungsnothilfe, die Wohnungssürforge- geseklfchast für bas Derkehrsperfonal und der Eisenbahner-Hcimstättenverein stellten im Jahre 1926 bezugsfertig hin: 2 Wohnungen mit 1 Zimmer und Küche. 27 Zweizimmer-. 47 Drei- zimmer-, 7 Vierzimmer- und 4 Fünfzimmerwoh- nungen. außerdem bis jetzt noch 15 behelfsmäßige Unterkünfte auf der Margaretenhütte. Die private Bautätigkeit erstellt« 1926 bezugsfertig: 9 Zweizimmcr-, 13 Dreizimmer-. 27 Vierzimmer-. 6 Fünfzimmer-. 2 SechSzimmer-. 6 Siebenzimmer- und 1 Neunzimmerwohnung. Wenn durch diese anerkennenswerte Arbeit die Wohnungsnot auch nicht befeitgt werden konnte, so erreichte man aber doch eine gewif'e Entlastung. Die sich noch verbreitern toirD, sobald erst im kommenden Frühjahr und Sommer die jetzt noch im Bau befindlichen, hier nicht mitgezählten Wohnungen verfügbar fein werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein B ick auf die Lifte der Wohnungsuchenden. Ende Dezember 1926 waren da 1451 Familien vermerkt (die Vergleichszahl zu Anfang des Jahres belief sich auf 1318): dringend waren 619 (625) Fälle, ohne Wohnung (d. h. in möblierten Zimmern oder bei Eltern oder Verwandten untergebrach!) waren 716 (648), mit Wohnung (aber zu kleine, oder gesundheitlich höchst mangelhafte Räume) zählte man 733 (670) Gesuchsteller. Durch das Wohnungsamt wurden im Laufe des Jahres 1926 vergeben: 87 kleine Wohnungen (1 und 2 Zimmer) gegen 63 im Jahre 1925. 72 Drei- und Vierzimmerwohnungen (1925:
vor ihnen her und wich, als das Auto näher kam, auf den grasbewachsenen Rand zur Seite aus, ohne sich umzuschen. Dann blickte sie auf, sah ihren Vater und erblaßte. Im Augenblick war er neben ihr.
„Aber liebes Kind," sagte er vorwurfsvoll, „wo bist Du denn um diese Zeit gewesen?"
Es schien Dick, als säh« sie erschrocken aus. Elks Augen zogen sich prüfend zusammen.
„Ich konnte nicht schlafen und bin ein wenig aus- gegangen, Vater," sagte sie und nickte Dick zu. „Wie kommen Sie zu dieser Zeit hieher, Hauptmann Gor- don? Das ist wirklich eine Ueberraschung!"
,Zch bin gekommen, um Sie um eine Unterredung zu bitten," sagte Dick sehr emft
„Mich!" rief Ella aufrichtig erstaunt.
„Hauptmann Gordon hat Deine Stimme im Radio mitten in der Nacht gehört und wollte etwas Näheres darüber erfahren. Warft Du um Rays willen fort? Ist er hergekommen? fragte er eifrig. Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Vater," sagte sie ruhig. „Und was das Radiogespräch betrifft, so habe ich noch niemals in ein drahtloses Telephon gesprochen und hab« auch noch niemals eines gesehen.
„Wir haben auch sogleich gewußt, daß Sie es nicht gewesen sind!" sagte Dick Gordon rasch. „Elk hat sofort erklärt, daß jemand Ihre Stimme imitiert hat? „Sagen Sie mir nur das eine, Fräulein Bennett", warf Elk ein, „waren Sie gestern abend in der Stadt?" Ella schwieg.
„Meine Tochter ijt um zehn Uhr zu Bette gegangen, ich habe es schon gesagt", sagte John Bennett barsch. „Waren Sie in den ersten Morgenstunden in London, Fräulein Bennett?" beharrte Elk. Und zu Dicks Verblüffung nickte sie. „Waren Sie in Caverley Haus?"
„Nein!" antwortete sie sofort.
„Aber Ella, was host du in der Stadt gemacht", fragte John Bennett. „Hast du Ray besucht?" Nach einem Zögern verneinte sie.
„Warst du allein?"
„Nein", sagte Ella, und ihr Mund zitterte. „Bitte frage mich nicht weiter. Ich kann in dieser Sache nicht frei reden. — Papa, du hast mir ja immer vertraut, du wirst mir auch jetzt vertrauen, nicht wahr?" sagte sie mit ihrer süßen Stimm«.
69). 20 Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern (1925 : 25). In Diesen Ziffern finD Die von Der ÖtaDt ersteU.cn Wohnungen mit enthalten. Dagegen nicht Die Dem Reich und Staat unter- ftehcnDen Wohnungen. Di« Der Verfügung be# Wohnungsamtes entzogen finD. Die weiteren großen Taten DcS W.rkcnS zum Besten Der Allgemeinheit seien nur stichwortartig inS ®c- Dächtnis zurückgerufen. Da Die Bedeutung tiefer Werke für jedermann Uar vor Augen liegt: Schaffung Der Krastposilinien Gießen — Krofdorf — Zcllingshaulen und Gießen — Kleebachtal. Die im Februar bzw. August in Betrieb genommen wurden. Ms verkehrs- förDcrnbc Mittel seien an Dieser Stelle Die von Den GemeinDen Wieseck unD Alten-Buseck geschaffene Erweiterung Der Wieseckcr Autolinie und die von privaten Seiten mit ©emcinDeunter- stützung betriebenen Autolin.en G'.eßcn—Holzheim bzw. Gießen—Steinbach—Albach erwähnt. Wir Denken weiter an Den großzügigen Hm- und Erweiterungsbau Der BczirkSschule Westanlage, jetzt Goethe'chule, an Die Schaffung Des Gießener Krematoriums, an Die Denkwürdige Gartenbau- unD Elektrizitäts-Ausstellung im September. Die erfreulicherweise zu einem weiteren Ausbau Der bei Dieser Gelegenheit glänzend bewährten Volks- Halle führte, an Die Verbesserung Des Straften» reinigungsbetriebs Durch Die Anschaffung einer automobilen Kehrmaschine unD eines zugehörigen Elektrokarrens, an Die zahlreichen Siraftenerneue- rungen unD -Verbesserungen, sowie Straßenneubauten. an Den Ausbau Des Flughafens, an Die BesrieDigung Der allerDringendsten Eifenbahn- verkehrswünfche. vor allem Dank Der Gießener Fahrplankonferenz Mitte September, an Die Beteiligung unserer Stadt bei Dem BerkehrsbunD Oberhessen. an Die klinischen Erweiterungsbauten für unsere LanDcsuniverlität, an Die Erweiterung Der Lupusheilstätte und endlich an Die Vermehrung unserer charitativen Einrichtungen Durch Die Schaffung Der Zuflucht, eines Heimes für schütz- unD hilfsbedürftige Frauen unD Mädchen, unter evangelischer Leitung. Reben Diesen voll- enDcten Dingen stehen sehr bemerkenswerte positive Beschlüsse. Deren Durchführung voraussichtlich in Den nächsten Wochen und Monaten in Gang kommen toirD. Wir nennen: Erbauung eines Bolls'chulhaufes in Den Eichgärten. Errichtung eines Fortbildungsschulgcbäudes in Der GreDnerftraftc. Kulissenhausöau für das Stadt- theatcr, weiterer Ausbau Des Flughafens. Umbau Der Zchntschruer zum PolizeiamtsgebäuDe. toeitgreifenDe Verbesserung der Straßenbeleuchtung, weitere Straftenausbauten. Man sieht aus Dieser kurzen Auszahlung: es ist ein sehr stattliches Aktiv konto, Das uns-re kommunal« JahreLschluhbilinz avftoelft. und auf dessen Schaffung alle beteiligten Kräfte mit Befriedigung blicken können.
Die Passiv leite Dieses Jahresabschlusses läßt ebenfaUs an Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig: hier sind sogar lehr gewichtig« Posten zu finden. Einen schmerzlichen Verzicht zwang b'.e Reichsbahn unserer Stadt durch die StiUegung Der Eisenl,ahn-Werkstätte auf, wodurch viele arbeitidine Mitbürger in Die Rot Der Arbeitslosigkeit gestoßen wurden. Auch Der Verlust Der Getränkesteuer Ist vom Standpunkt Der kommunalen Wirtschaft aus beklagenswert: mit bif cr Summe im HauS- halt hätte mancherlei Gutes geschaffen werden können. ZutunftSaufgaben find heule immer noch: Der General-BebauungSplan. Der leider nur fchr langsam vorankommt: Die Ein- gemeindungsfragcn, zu deren Inangriffnahme sich Die zuständigen Stellen doch auch bald entschließen müßten: Die Schaffung eines Viehhofes, zu Dem ja erfreulicherweise jetzt Projekte ausgear- beitet werden sollen: Die Organisierung einer Theatergemeinde Gießen-Oberhesfen, Die bei frischer Initiative schon im Jahre 1926 zur Tat hätte werden können: Die Entfaltung einer regen kulturellen Verkehrswerbung, für dir alle Vorbedingungen in unserer Stadt gegeben finDv Die Auswertung Der stäDtischen Anleihen, für Deren Durchführung bei bei zuständigen städtischen Stellen Der beste Wille vorhanden ist, nur muh enD- luh Die Entscheidung Des Treuhänders heraus- kommen: toti ere Straßenausbauten und -Erneuerungen: Erfüllung weiterer Eisenbahn-Ver- kehrswünsche: Die Rathausbaufrage: eine neue
Er nahm ihre Hand und hielt sie in seinen beiden Händen fest. „Ich werde dir immer ocr- trauen, Mädel", sagte er. „Und diese beiden Herren müssen es auch." Ihr bittender Blick begegnete Gor- Dons Blick, und er nickte. Elk rieb wütend sein Kinn.
„Ich bin sicherlich eine besonders vertrauensvoll veranlagte Natur und werde in Ihr« Worte so wenig Zweifel setzen wie in meine eigenen, Fräulein Bennett." Er sah auf die Uhr. „Aber ich denke, wir müssen jetzt wegsahren und den armen alten Boi- der aus dem Hause der Sünde befreien", sagte er.
„Wollen Ci« nicht bleiben und mit uns früh- stück.n?" lud Bennett ein.
Dick sah Ekk bittend an und der Detektto stimmte mit resignierter Miene zu.
„Nun, Balder wird es auf eine Stunde mehr oder weniger nicht ankommen", sagte er.
Während Ella bas Frühstück bereitete, spazierten Dick und Elk auf der Straße auf und ab.
„Ich habe das absoluteste Vertrauen in Fräulein Bennetts Wahrhaftigkeit!" sagte Dick begeistert.
„Vertrauen ist eine schöne Sache!" murmelte Elk. „Schließlich ist auch Fräulein SBennejt nichts anderes als eines der kleinen Stückchen, die zu diesem Puzzlespiel gehören. Und wird ihren Platz finden, wenn wir nur erst das Stück, das so wie ein Frosch geformt ist, auf di« richtige Stelle gelegt haben!"
Don dem Platz, auf dem sie nun standen, konnten sie, nach Sborham gewendet, den Anfang der engen Waldstraße von Elsham sehen.
„Und das rätselhafteste ist mir daran," murmelte Elk, „warum sie auf einmal mitten in der Nacht in den Wald spazieren muftte!"
Er hielt an und neigte horchend den Kopf zur Seite. Das Rattern eines Autos kam näher und näher. Langsam ward auf der Walzstraße der Kühler eines Autos sichtbar, dem der übrige Körper einer großen Limousine folgte. Der Wagen kam auf sie zu, indem er 4eine Gangart mehr und mehr beschleunigte. Einen Augenblick später schoß er an ihnen vorbei und sie sahen den «irrigen Insassen.
„Aber da soll mich doch der Teufel holen!" sagte Elk, der sehr selten einen Fluch gebrauchte. Aber in diesem Augenblick hielt Dick ihn wirtlich für gerechtfertigt, denn der Mann in der Limousine, den zu treffen Ella des nachts in den Elshamwald gegangen war — war Ezra Maitland.
Verkehrsregelung für Den SelterSweg unD Die MäuSburg, die vorn Polizeiamt hosientttch nicht zu Den Akten gelegt tji; Die Neuordnung Der evangelischen KirchengemeinDen mit allen notwendigen Auswirkungen. Reden Diesen näfterlicgen- Den Angelegenhet:en stehen D e anderen großen Zukunftsauf aasten (vergl. Gieß. Anz. Rr. 243 vorn 16. Okt. 1926), denen wohl noch einige Zeit Im Hintergrund«, d. h. in Den 2chr:ib- tisch'chublaDen Der stäDtischen Dezernenten be- schieden fein Dürfte.
Mit starkem Willen zum Aufbau, zum rastlosen Vorwärtsstreben ist im scheidenden Jahre allenthalben in unserer ÖtaDt an Den vielgestaltigsten Ausgaben Der Zeit erfolgreich gearbeitet worden. Der gleiche ernste und tatsrotz« Schas- fenSwille möge unserer Vürgerfamiiie in allen Teilen und auf allen Gebeten auch weiterhin erhalten bleiben. Schwierigkeiten in großer Zahl — DaS wis en wir heute schon — werden im neuen Jahre zu überwinden sein, In privat- toi« auch in kommunalwirtschaftlicher Hinsicht. An Der Große ber Ausgaben und der Schwierigkeiten aber wachse un'er Mut, unsre Begeisterung für Die Arbeit! Dann toirD unser aller Streben Durch Er olg belohnt werden, und mancher Reu» jahrswunsch, bei Dem wir an uns selbst unD auch an Die Gesamtheit denken, wirb seine Erfüllung finden. Glück auf zum frohgemuten Schassen im Jahre 19271
Oberheffen.
Landkreis Gietzcn
* Daubringcn, 30. Dez. In Weihnachten veranstaltete der hiesig« Gesangverein „Sänge rlust" einen Theaterabend. Der groste Schäsersche Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Es kamen einig« schöne Theaterstücke zur Aufführung, die verdienten starken Beisoll sanden. Haupttehrer Henkel von hier brachte ferner mit seiner 50 Mann starken Sängerschar glänzende Leistungen zu Gehör, denen ebenfalls großer Beifall gezollt wurde. Das genußreiche Programm bereitete den Besuchern einige schöne Feierstunden.
V Watzenborn-Stetnberg, 30. Dez. Im Saale „Zum grünen Baum" hielt acflcrn abend der diesige Frauenoerein seine Weihnachts- feier. Gut oorgetragene Musikstücke, gemrinfame Lieder, Verlosung von Gebrauchsgcgcnstanden schufen abwechslungsreiche Stunden. In der Weihnachtsansprache des Ortc-aciftlid)cn wurde auf die hohen Aufgaben oes Vereins im kirchlichen Vcben hingc- mu|cn, im Anschluß an den Engelgesang in der heiligen Nacht.
= Lich, 30. Dez. Daß unsere leistungsfähige, lehr rührige Geschäftswelt in den Ortschaften der Umgebung immer noch einen treuen, anhänplid)en Kundenkreis besitzt, das bezeugte das diesjährige Weihnachtsgeschäft, das an den drei Der- kausssonntagen vor Weihnachten recht rege gewesen ist. Das kaufende Publikum deckte sich vorwiegend mit Qualitätswaren ein. Unsere Stadt, die dem Oberhessischen Derkehrsbund beigetreten ist, wird bestrebt sein, durch eine zweckmäßige Verkehrswerbung in Zukunft noch mehr für die Hebung des Verkehrs im allgemeinen und des Geschäftsverkehrs im besonderen zu tun. In Kreisen von Handel und Gewerbe hält man die Errichtung von Auto-Verkehrslinien, die unsere Stadt berühren, für ein« dringende Notwendigkeit, um vor allem den Landorten, die seit alten Zetten durch amtliche Zugehörigkeit und Derkchrslage mit unserer Stadt verbunden sind, eine bequeme Verkehrs- Möglichkeit bieten zu können. — Der verein für Handel und Gewerbe, der Im Laufe dieses Jahres gegründet worden ist und eine eifrige Tätig feit entfaltet, hatte zü Weihnachten ein Reklame- Preis • Ausschreiben hinausgegeben, zu dem 421 Lösungen eingegangen waren. Preise, die durchbas Los zur Verteilung kamen, erhielten: Grete Müller (Hungen), H. Erb (Lich), L. Fay (Langsdorf). M. Thörner (Langsdorf), I. Welter (Nonncnrolh), W. Keller (Ober-Bessingen), R. Berg (Hausen), PH. Weber (Lich), E. Bender (Langsdorf), A. Roth (Bettenhausen), M. Schiel (Langsdorf), E. Meßger (Langsdorf), K. Schlag (Hausen), L. Pfeifer IV. (Ettingshaufen), K. L. Sauer (Lich).
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 30. Dez. In einer Drogerie auf der Kaiserstraße kamen infolge einer Un-
XX.
Hagn.
Eine halbe Stunde später fuhren sie in tiefem Schweigen an den leerstehenden Dillen vorüber, wo Genters Leichnam gefunden worden war. Dick erinnerte sich dessen mit einem kleinen Schauder, daß der Tod Genter just in der Nähe von Horsham ereilt hatte.
Und Hagn sollte dafür sterben! Dick war dazu entschlosien. Denn ob er nun ein Frosch war oder nicht, er war an diesem Morde beteiligt gewesen.
Aks ob Elk seine Gedanken lesen könne, wendete er sich zu Dick und sagte: „Glauben Sie, daß Ihr Beweisversahren stark genug sein wird, um ihn hängen zu können?"
„Unalücklicherweise gibt es feine Indizienbeweise gegen ihn, außer dem Auto, das Sie unter Schloß und Riegel halten und der Tatsache, daß der Garagenbesitzer Hagn identifizieren könnte."
„Mit dem Bart?" kopsschüttelte Elk. ,Lch glaube, solange der alte Balder ihn nicht zu einem Geständnis bringt, wird es schwer halten, die Geschworenen von seiner Schuld zu überzeugen. Was mid) betrifft/ fügte er hinzu, „würde id), wenn ich je dazu verdammt sein sollte, eine ganze Nacht allein mit Balder zu verbringen, die Wahrheit sagen, nur um ihn los zu werden. Er ist ein pfiffiger Bursch, dieser Balder. Die Leute da oben anerkennen ihn nur nicht genügend."
Elf gab dem Ehausseur Weisung, geradeaus noch Cannon Row zu fahren. Dicks Geist befaßte sich mit anderen Dingen.
„Was sollte sie nur, um Gotteswillen, mit dem alten Maitland beabsichtigen?" fragte er. Ett fdjüt- telte den Kopf.
„Ich weiß es nicht," gab er zu. „Natürlich läge es ihr nabe, ihn vielleicht überreden zu wollen, daß er ihren Bruder zurücknimmt. Aber der alle Maitland ist nicht der Abenteurer, der mitten in der Nacht aufsteht, um darüber zu unterhandeln, ob er Ray die Stellung roiebergeben soll. Wenn er ein jüngerer Mann wäre, bann wäre es eher möglich! Aber er ist schon verteufelt bejahrt. Unb es ist ein böser aller Mann, ber sich nicht einen Pfifferling darum schert, ob Ray an seinem Pull für fo und so Diel grbeitet, ober ob er im Zuchthaus zu Torfmoore Steine klopft."
(Fortsetzung folgt)


