Das Eisenkartell abgeschlossen.
Brüssel, 30. Sept. (TU. Drahtmeldung.) Der endgültige Vertrag über ein E i s entarten zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg ist heute mittag a b g e - schlossen worden.
TSrlentnrfe.
(Obne Gewähr.)
gewinn von 1878 482 (i. D. I608 755) Mark eine Dividende von 9 Proz. auf die Stammaktien (L V. 8 Proz.) und von 6 Proz. auf die Vorzugsaktien zu verteilen.
Deutsche Erdöl plus 1,75 Prozent, Rütgerswerke plus 0,5 Prozent. Die günstigen Aussichten der diesjährigen Zuckerernte lenkten die Aufmerksamkeit der Börse erneut auf diese Werte, die infolgedessen ihre Steigerungen kräftig fort- setzen konnten. Badischer, Rheingau, Heilbronn und Stuttgart-Zucker je plus 2 Prozent, Frankenthal sogar plus 4 Prozent und Offstein plus 3 Prozent. Deutsche Renten lagen lustlos und zum Rachgeben geneigt. Kriegsanleihe 0,512'/!- Das ausländische Rentenge - schäft zeigte zwar noch immer eine leb
hafte älmsahtätigkcit. jedoch nicht mehr in dem Ausmaß, wie dies gestern zu ver
zeichnen gewesen ist. Die gestern hervor- getretcne Anatolier-Hausse kam zum Stillstand indem nur noch kleinere Kursbesscrungen erzielt wurden. Im allgemeinen blieb aber auch hier die Tendenz be'estigt. besonders für Türkenwerte, obwohl ein gewisses Realisationsbedürsnis für einzelne Papiere sich geltend machte. Der weitere Verlauf blieb für verschiedene Aktien lebhaft, so für Farben, Rheinstahl, Deutsche Erdöl und Mannesmann. Auch im Rentengeschäft kam es zu einer größeren Lebhaftigkeit. Am Geldmarkt hält die Bertnappung an. Der Sah für Tagesgeld hat sich auf 6 Prozent erhöht. Monatsgeld 53/5 bis 7'/2 Prozent. In Privatdiskonten hat sich das Angebot verstärkt, so daß der Sah auf 5'/8 erhöht wurde. Industrie- Akzepte 53/8 Prozent. Im Devisenverkehr konnte sich der französische Franken auf 171.— gegen London befestigen, Brüssel auf 178.—. Mailand lag unverändert mit 129.— gegen das Pfund. London stellte sich gegen Kabel auf 4,85'/4. Die Reichsmark notierte gegen den Dollar 4,199.
Frankfurter OetrcidcSörsc.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a.M., 30. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wctterauer, 28,75 Mark; Roggen, inländischer, 23,25; Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,50; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 41,50 bis 42; Roggenmehl 33,50 bis 34; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Roggenkleie 10,25 Mark. — Tendenz: fest.
frankfurter Börse.
(Eigener Drohtberichr des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 30. Sept. Tendenz: befestigt. Die Börse eröffnete auch heute in freundlicherTendenz. Das Geschäft zeigte aber einen ruhigen und unsicheren Charakter. Das Kursbild war zunächst nicht einheitlich, doch ist die Grundstimmung weiter als fest anzusehen. Ein Teil der Anfangsnotie- rungen kam über gehaltene Kurse nicht hinaus. Am Aktien- und am R e n t e n m a r k t bestand für einzelne Werte ein gewisses Reali- sationsbedürsnis, ohne indessen einen wesentlichen Umfang zu erreichen. Don den Aktienwerten traten wieder I. G. Farben scharf in den Vordergrund und zogen im Verlause bis auf 288,5 bis 289 Prozent an. Am Montan- markte waren Rheinstahl und Mannesmann lebhaft gefragt, ohne daß jedoch damit eine wesentliche Kursbefestigung verbunden gewesen Ware. Gelsenkirchen, Mannesmann und Rheinstahl je plus 0,25 Prozent, Phönix plus 0,5 Prozent, Eine stärkere Steigerung erzielten Laurahütte mit plus 2,25 Proz. Niedriger wurden Buderus minus 0,65 und Deutsch-Lux und Harpener je minus 0,5 Proz. Von Chemiewerten gingen außer I.G.-Farben auch Scheideanstalt mit plus 4 Proz. scharf nach oben. Goldschmidt plus 1 Proz. Der Elektro markt lag unsicher. AEG. und Siemens schwächten sich ab (Siemens minus 1 Proz.), dagegen waren Lahmeyer (plus 1 Proz.) und Schubert (plus 1,5 Proz.) befestigt. Ein ähnliches Bild zeigte der Dankenmarkt. Hier konnten Darmstädter um 1,5 und Berliner Handel um 3,25 Proz. anziehen. Lebhaft gesucht waren ferner Bayrische Hypotheken die um 4,3 Proz. fester lagen. Commerz und Dresdner setzten etwas niedriger ein. Schiffahrtsaktien erholt. Rordd. Lloyd plus 3 Proz. Mvtorenaktien lagen uneinheitlich. Kleyer gaben 1,57 Prozent nach, während Daimler 0,25 Proz. anzogen. RSU. plus 0,5 Prozent. Maschinen überwiegend gehalten, teils mäßig höher. D a u a f t i e n konnten sich weiter befestigen. Zement Heidelberg plus 1,75 Prozent, Holzmann plus 1 Prozent. Auch O e I a 11 ie n traten weiter begünstigt.
Wettervor..-
Nachttemperaturen wenig verändert, Frühnebel, tagsüber aufheiternd und ziemlich mild, trocken.
Durch die fast erfolgte Ausfüllung des Nordseewirbels find die Ansteigungsmöglichkeiten der Temperatur- und Luftströmung weiter ausgeglichen worden. Der Einfluß hohen Druckes bedingt zunächst aufheiterndes, ruhiges und trockenes Wetter, wobei der Jahreszeit entsprechend die Temperaturgegen- sätze zwischen Tag und Nacht sich verstärken.
__Datum:
5% Teulichr RelchSanleth« 4% Deutsche Rcichsanlcihe . 3*/,% Deutsche Mtchsanlethe 3% Deutsche NeichSanleihe Deutsche Evarpnimienanleibe <e/o Preußische KoniolS . . . 4°-o Hessen , 3'/i% Hessen 3% Hessen Deutsche Dertb. Dollar-Slul. bfo Doll -Schav-Lnlrrilug.') <*/o Zolltürtcn.........
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Mitteldeutsche Crcditbank Oesterrrichische ttrcbitanftalt Weltbank .......
«ochumer ..... BudcruS Karo Deutsch-ruremburg .... Äelscnkirchencr Äergloerke. Seiler Bergbau......
verke Aschcrölebeu.... flallroerf Westeregeln .... laurahütte . .....
Lberbevars Phonst Bergbau ..... Bheinitahl ....... Wched Montau ...... Tellus Bergbau .....
Bereinigte Stahlwerke A, G- Hornburg.llinertka Paket. . . Norddeutscher Llovo . . . Lderamtiche Werke Albttt . . -Zementwerk Heidelberg . . . Pdilivv Hollmann Nnglo-Cont--Guano Chemische Mäher Alapin . .
G. ^arbenindustrie, A.-G. Goldschmidt Holzverkohlung Himgcrswerke Scheideanstalt Allg- C-lektrtjttätS.Gescllschast Berpmann . . . Malnkraitwerke ....... Schocken ....... Siemens 4 Halske ...... Ädlerwcrke lener Daimler Motoren . .
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Aiotorenwerkr Mannbeim frankfurter Armaturen . . ttonseroensabrik Braun . . •liZctallgcfen d)aft S-ranffurt . Lei. Union A--G- . . . . .
Schuh'abrik Herz ..... Sichel. ........
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Gestrige Tagestemperaturen: Marimum: 13,2 Grad Celsius, Minimum: 5,6 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 7,1 Grad Celsius.
Letzte Nachrichten.
Severlng zur deutsch-französischen Verständigungspolitik.
Paris, 30. Sept. (WTB Funkspruch.) Der preußische Mini st er des Innern Severin g hat dem Außenpolitiker des „QKat'.n“ Sauerwein ein Interview gewährt. Er erklärte u. a.. daß der größte Teil des deutschen Volkes einer Politik der Verständigung und Zusammenarbeit mit Frankreich günstig gegen- überstehe. Die geographische Lage Deutschlands zwinge es, sich Rußland zuzuwenden, aber diese Tatsache dürfe seiner Ansicht nach einem Abkommen mit Frankreich nicht im Wege stehen können. Sämtliche Rationen Europas müßten ein- sehen, daß es in ihrem Interesse lieg?, den alten Streit zwischen Frankreich und Deutschland zu beenden, den die Politik immer wieder auf- rühre, der aber vom wirtschaftlichen Standpunkt aus vollkommen unsinnig sei. Hs gäbe sicherlich einige Kreise in Deutschland, die noch nicht von dem Gedanken einer Revanchepolitik befreit seien. Man müsse aber versuchen, ihren Geisteszustand zu begreifen. Die Herabsetzung des deutschen Heeres habe Deutschland nicht nur in eine außerordentlich prekäre politische Sage gebracht, sondern auch eine große Anzahl von Offizieren ihrer Existenz beraubt. Deshalb sei es verständlich, daß sich diese Elemente für die Herstellung des früheren Zustandes einsetzten. Ihre Zahl und Stärke nähme jedoch von Tag zu Tag ab, und immer mehr verschaffe sich der Gedanke Geltung, daß die Zukunft Deutschlands nicht auf Konflikten, sondern auf einer friedlichen Zusammenarbeit mit den übr'gen Rationen beruhe. Er, Severing, wisse nicht, ob man nicht etwa in Frankreich eine falsche Vorstellung von Preußen habe. Deshalb sei es nicht unwesentlich, hervorzuheben, daß die von Stresemann eingeleitete Politik stets d i e aktivste Unterstützung der preußischen Regierung gefunden habe. Enge freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich dürfen denjenigen, die bisher ihre Zeit und Kraft damit vergeudeten, eitle Pläne zu begünstigen, gestatten, positive Arbeit am Wiederaufbau Europas vorzunehmen. Die durch den Krieg geschwächten und verarmten Völker hätten Ruhe nötig, um wieder Atem zu schöpfen. Diese Ruhe müsse man ihnen geben, indem man sämtliche Konflikte und Miß- verständnissa, die die Zusammenarbeit Frankreichs und Deutschlands stören könnten, beseitige.
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Gießen, den 29. September 1926.
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