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35. Fortsetzung.

Nachdruck verboten.

aus

Bender-Griedel, 4. Pr. 20 'M. 12jähr. hellbvawro Stute, Ernst Zimmer-Dingmühle, 5. Pr. 3jährige dunkelbraune Stute, Ernst Zimmer-Bingmühle.

Zucht st ilten, nachweislich in 19 2 6 gedeckt oder erkennbar tragend, Ar- beitsschläge: 1. Preis 50 MI. und Ehren- diplom des Landespferdezuchwereins, 5jähnge Fuchsstute, Hch. Draut II.-Griedel, 1. Preis 4jähr. Fuchsstute, Rud.-Dorn-Assenheim, 1. Preis 12jähr. Fuchsstute, W. Langsdors-Albach. 2. Pr. 40 Mk. 5jähr. braune Stute, Gg. Kistler II.-Ito.- Weisel, 3. Pr. 30 Mk. 7jähr. FilchSstute, Louis Klein-Wohnbach, 4. Pr. 20 Mk. 5jähr. Fuchssiute Ludw. Wald l.-Steinbach. 5- Pr. 10 Mk. 12jähr. Fuchsstute. Louis Klein-Wvhnbach.

Da erst, sie hatten ihr alle nachgestarrt, bis sie verschwunden, fand Helene das erste Wort.Die Eggers? Georg? Was hat denn die davon gehabt?"

Ja, was hatte die davon gehabt? Man stand und schüttelte die Kopfe, verglich die beiden Schrei­ben --. Es war zweifellos die gleiche Handschrift,

diese steile, wie verstellt aussehende Schrift. Hatte denn kein Mensch Madam Eggers' Schrift gekannt? Woher? Sie holte sich ihre Schillinge, wenn sie etwas ablieferte, Rechnungen gab es nicht. Rur dieses eine Mal, wo es sich aufgesummt hatte, und die vielen kleinen Posten ihrem Gedächtnis entschlüpfen konnten, dies eine Mal hatte sie sich zum Aufschrei­ben entschlossen. Und hatte wohl kaum an Entdeckung gedacht, denn bei Jessens war kein Brief angekom­men, die Frau Pastorin hatte keinen im Besitz, und den Zettel hätte sie wieder mitgenommen. Sie sagten sich das alles nach einigem Ueberlegen, was sie sich aber nicht sagen konnten, das war der Grund zu dem ganzen Unfug.

Sie muh verdreht sein", sagte dec dicke Georg.

Sie ist doch immer ganz vernünftig gewesen." Was macht man nur dabei?"

-Sie must ihre Schuld offen eingestehen."

Die hat sie ja gestanden, als sie so davonlief." Jedenfalls müssen wir es den anderen Herr­schaften mitteilen, denn es könnten Unschuldige in Verdacht geraten." Johannes Jessen sah seinen Schwiegersohn an. Gewist, Lydia Moorwood durfte nicht mehr beargwöhnt werden.

Und jemand anders erst recht nicht", dachte der Prediger und atmete tief auf. Wie Zentnerlast fiel es_ ihm von der Seele. Jetzt erst spürte er, wie druckend der Verdacht auf ihm gelegen hatte. Leise trat er an seine Frau heran und legte den Arm um sie. Ein stillschweigendes Bitten um Vergebung. Sie wußte gar nicht, warum er mit einem Male so liebevoll wurde, schob es auf Riekchens glänzende Aussichten und lächelte ihn freundlich an.

Drüben in ihrer Nähstube stand Madam Eggers und stöhnte vor Angst und Aerger immer in sich hlttein. e

Tut gemeint! Haha! Gut gemeint! Sag' es ihr mal, Fiete, wie gut sie--ja, und

baden uns immer wie Schuhputzer behandelt! Mein Fiete und gut gemeint! Was hoben die frechen Gören immer hinter ihm hergeschrien?: Fiete Eggers geht auf Eiern! Hoho, Fiete Eggers geht auf Eiern!"

Sie find dafür bestraft worden."

Was das für Strafen find! Die Aenne sagt, hab' es selbst gehört: ,Ohrfeigen dauern nicht lange, und Schelte tut nicht weh.' Sone schlechten Kin­der sind das! Und die ganze Stadt hat es nach­gerufen, Kinderspott ist er gewesen!"

Mutter, last mich aus dem Spiel."

Hanse sah den langen Jungen an; er tat ihr ehrlich leid. Blast war er ja immer, aber jetzt schim­merte die Haut ganz grünlich. Armer fiert l2*

Sie nickte ihm herzlich zu, er schlug in Scham und Angst die Augen nieder.

Halt' du mal deinen Mund! Deine Mutter weist, was sie sagt. Immer und immer hab' ich stucken müssen an all dem Aerger. Jawoll! Js mein Mann und war do chauch en Lehrer, upb hat auch die Kinder gezogen, und mein Jung, der sollt' mit Gewalt en Handwerker werden. So'n Jung wie mein Fiete--"Mutter!" Sie hörte ihn

gar nicht.Könnt' auch mal auf der Kanzel stehen oder im Doktorwagen fahren, wenn man einer

heimischen Kartoffeln versorgen kann. Die dies­jährige Ernte durfte nur etwa die Hälfte des normalen Ertrags liefern. Starke Zufuhren kommen aus der Wetterau. Für den Zentner werden 4 bis 4,20 Mark verlangt.

Kreis Alsfeld.

'3 Dannenrod, 29. Sept. Seit einigen Tagen brummt in unserem Orte wieder Die Dreschmaschine, nachdem vor etwa sechs Wochen Sommerdrusch gemacht worden war. Der Ertrag an Körnern ist bei Roggen, Gerste und Hafer durchweg gut. Der Weizen hat sehr unter der kalten Witterung zur Wuchsperiode und unter dem Gelbrost gelitten. Der Ertrag an Stroh ist ebenfalls gut, so dast viele Landwirte wegen Platzmangels bei der reichlichen Heu- und Grum­meternte ihr Stroh vom SommerdrusH zu groben Haufen auf die sogenannteTennenplatte" setzen mußten. Gegenwärtig beschäftigt man sich mit dem Heimbringen der H a ck s r u ch t e r n 1 e, die auch zur Zufriedenheit ausfällt. Mit der Aussaat von Roggen hat man bei solchen Aeckern, die eine gute Bearbeitung zulassen, begonnen. Die Stoppeläcker bei unserem schweren Lehmboden umzupflügen, war infolge der Trocken­heit bisher noch nicht möglich.

3 Erbenhausen, 29. Sept. Seit "efiua fünf Wochen herrscht in unserem Orte die M a u l - und Klauenseuche recht bösartig. 3n der ersten Woche waren es nur vier Gehöfte, die als nahe beieinanderliegendim Hof" bezeichnet wer­den, später breitete sich die Seuche weiter aus, so daß heute 13 Gehöfte verseucht sind, die fast an einer Reihe liegen. Etwa 14 Stück Vieh, meistens Kälber, sind bisher e i n ge­gangen. Damit die Vorsichtsmaßregeln nicht außer Acht gelassen werden, wurde Gendarmerie- Wachtmeister Hahn von der Gendarmeriestation Kirtorf hier stationiert.

Kreis Lauterbach.

btn. Bermuthshain, 29. Sept. Die Ernte ist überall im hohen Vogelsberg ge­borgen. Rach Menge und Güte kann sie als vorzüglich bezeichnet werden. Die Scheunen sind gefüllt bis obenhin. Die prachtvolle Herbst­sonne hat dem Getreide eine Farbe ver­liehen. wie sie der Vogelsberger Bauer bisher nur noch aus der Erinnerung kannte. Die Dresch­maschine geht eben durch unser Dorf, und allent­halben verklärt die Goldfarbe der Körner das Gesicht des Landmannes. Auch die Wiesen lieferten Erträge, wie sie bei uns sehr selten vorkommen. Es ist nicht vereinzell, daß auf manchen Wiesen drei Ernten erzielt wurden, die fast durchweg von er st er Qualität waren. Die Kartoffelernte steht den übrigen Ernteerträgen nicht nach. Kurz gesagt wir buchen ein Jahr, das die Stimmung des Vogelsberger Dauern wieder hebt, nachdem sie einen sehr bedenklichen Tiefstand er­reicht hatte. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein sein zweites Preis- schiehen ab, mit 14 sehr ansehnlichen Preisen. Die Schiebleistungen dürften als gut zu bezeichnen sein, da Schützen mit 32 Ringen schon keine Preise mehr erhielten. Seit Anfang dieses Monats besteht hier auch ein K l ei n ka lib er-- schützenverein, der bis jetzt 52 Mitglieder zählt. Die Arbeiten am Schiebstand dieses Ver­eins sind in Angriff genommen und dürften in etwa 14 Tagen beendet fein. Vornehmlich die nichtgediente Jugend hat sich diesem Verein an- geschlossen.

Starkenburg.

WEN. Offenbach, 29. Sept. Heute vormittag Hl Uhr hat der 26 Jahre alte Lagerarbeiter Valentin Werner aus Fechenheim seine 20jährige Braut, die Verkäuferin Lina Schmidt aus Fechenheim auf ihrer Arbeitsstätte in der Frank­furter Straße in Offenbach z u erschießen ver­sucht. Er verletzte sie durch Revoloerschüsse so schwer am Kopfe, daß Lebensgefahr besteht. Er selbst schoß sich dann eine Kugel in den Kopf und war sofort t o f. Der Grund zur Tat ist allem Anschein nach darin zu suchen, daß die Lina Schmidt ihr Verlobungsver- hältnis gelöst hat oder lösen wollte.

WER. W e i n f) e i m, 29. Sept. Heute vor­mittag gegen 6 Alfjr entstand im Schloßbruch des staatlichen Porphyrwerkes im benach­barten Dossenheim a. d. Bergstraße ein gewaltiger Brand, wodurch das ziemlich große Schotterwerk dieses Steinbruches

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

> Allendorf a. d. Q a () n. 29. Sept. Zur Zeit wird das innere unserer Kirche, wie schon kurz berichtet, gründlich renoviert. Die Arbeiten werden von den beiden hiesigen Weibbinderineistern Schneider und Weih ausgeführt; die Oberleitung liegt in den Händen eines Darmstädter Malers, da die Kirche unter Denkmalschutz steht. Am nächsten Sonntag soll die Einweihung des neuhergerich­teten Gotteshauses stattfinden. Damit soll die Feier des diesjährigen Erntedank­festes verbunden werden. Während des Gottes­dienstes wird der hiesige Gesangverein einige Chöre vortragen. Untere 5 e I Z> Be­reinigung ist jetzt soweit beendet, dah Ende dieser Woche die älebergabe eines Teiles der Grundstücke an die neuen Besitzer erfolgen kann. Mit grober Spannung.sehen die Inter» effenten diesem Tage entgegen. Die Arbeiten, die zur Verlegung und Regulierung des Kleebachs erforderlich waren, nähern sich ihrem Ende. Sie wurden zwar von zwei aus­wärtigen Firmen ausgeführt, jedoch muhten alle hiesigen Arbeitslosen dabei beschäftigt werden. Die Obsternte fiel in diesem Herbste recht spärlich aus. Das bedeutet nicht nur eine Ein­buße von einem wichtigen Ernährungsmittel be­sonders für die Kinder, sondern es entsteht da­durch in der Kasse der Gemeinde sowohl, als auch in der vieler Privatleute eine empfindliche Lücke.

ch Hattenrod, 29. Sept. Die Maul- und Klauenseuche tritt in unserem Dorfe ziemlich heftig auf und hm schon auf eine größere Anzahl Gehöfte übergegriffen. Es sind be­reits schon einige Stücke Jungvieh der Seuche zum Opfer gefallen.

Kreis Friedberg.

... Dad-Rauheim, 29. Sept. Die Frage der Errichtung eines neuen K ranken- hauses beschäftigt schon lange Stadtverwal­tung und Bevölkerung, da das inmitten der Sladt liegende jetzige Krankenhaus nicht inehr den An­forderungen entspricht, die gerade eine Dadestadt stellt. Es ist von uns schon mitgeteilt worden, daß die Stadtverordneten den Reubau am Hoch­wald vor Jahresfrist beschlossen haben. Man hat lauch bereits Pläne ausarbeiten lassen und sich mit diesen befaßt. Die schlechte Finanzlage er­laubt es aber zur Zeit noch nicht, den Dau aus­zuführen. Eine Etappe zum Reubau wird aber das Ifolierhaus werden, da- als Destandtell des Krankenhausneubaues schon jetzt errichtet werden soll. Die jüngste Stadtverord­netenversammlung bewilligte mit ganz knapper Mehrheit die einleitenden Schritte dazu. Das Isolierhaus ist, da das jetzige Krankenhaus für die Unterbringung und Behandlung anstecken­der firanfen völlig unzureichend ist, eine drin­gende Rotwendigkeit und wird auch vom Ministe­rium des Innern nachdrücklichst gefordert, nach­dem dessen Vertreter kürzlich zu einer Besichti­gung des Krankenhauses hier geweilt. Der Bau soll auf dem für das neue Krankenhaus vor­gesehenen Gelände errichtet werden. Die da­durch nötig werdende Abholzung von etwa 2100 Quadratmeter Wald und die Weiterführung der Kanalisation bis zur Baustelle ermöglichen die Beschäftigung Erwerbsloser im kommenden Winter. Die Kosten werden auf etwa 60 000 Mk. veranschlagt. Man will das Bad, d. h. den hessischen Staat, dazu heranziehen, der ja an der Schaffung einer neuen Krankenhausanlage ganz besonders interessiert sein muß. Wie wir böten, werden die Fraktions­führer des hessischen Landtags am 13. Oktober zu

einer Besichtigung der Krankenhausverhältnisse hier eintreffen, bei welcher Gelegenheit sie sich gewiß von der dringenden Rotwendigkeit der Schaffung besserer Zustände überzeugen dürften. Ein weiterer Mißstand, der eng mit der Kran­kenhausfrage zusammenhängt, ist das Fehlen emes Sanitätsautos für Krankentransporte, wie solche hier fast täglich ausgeführt werden müssen. Der Stadtverordnetenversammlung lag deshalb ein Antrag des Finanzausschusses vor, in dem die Airschafsmrg eines Kraftwagens für not­wendig erklärt wurde. Die Versammlung stimmte mit Mehrheit zu und erwartet Vorschläge über Anschaffung und Inbetriebnahme. Don den wei­teren Punkten der Sitzung wäre noch zu er­wähnen, daß dem Turnverein 1 860, der feinen Turmlehrer für den Schwimmunterricht in den Schulen zur Verfügung gestellt hat, 300 Mk. als älnterstützung überwiesen toerben sollen. Der Horst Dad-Rauheim des deutschen Pfadfinderbundes hat um äleberlassung von städtischem Gelände zur Errichtung eines Pfadfinderheims gebeten. Auf Vorschlag des Güter- und Finanzausschusses wurden dem Gesuchsteller etwa 200 Quadratmeter auf Wider­ruf unentgeltlich mit Stimmenmehrheit über­lassen.

Wie ein Lauffeuer war es durch alle Straßen gegangen: Die Eggers hat die Briefe geschrieben. Kein Mensch weiß, warum.

Wieder und immer wieder rummelte es an ihrer Tür, die war verschlossen. Seiner kam herein. Die Rouleaux waren heruntergelafsen, hineinsehen konnte man nicht.

Fiete hatte den Tag über drüben auf Eichtal mit feinem Meister gearbeitet, wo sie den großen Saal weißten. Er kam erst bei Dunkelwerden heim. In der Bachstraße, wo die Brücke Über die Schmale führte, ging il)m_ ein Bauer aus Eichtal vorbei, der Korn in die Stadt gebracht hatte.Kiek," sagte er,büft nid) de Jung vun de PutzMakersche? Na, bin Mudder hedd jo bannig veel dumm lüg matt!" Ehe Fiete auf diese merkwürdige Anrede eine 2(ntmort gefunden, war er vorbei.

Am Markt, hundert Schritte von der eigenen Haustür, standen Aenne, Gitta und Hans.Fiete," sagten sie, als er vorbei wollte, und sie sagten es leise, als trauten sie sich selber nicht,was hat deine Mutter bloß angegeben? Hast ihr geholfen bei den Briefen?"

Dumme Gören, was ist los? Meine Mutter? Ist ihr was passiert? Was ist mit Briefen los?"

Ach, du, sie wissen es schon alle. Nu hat sie sich eingeschlossen und läßt keinen rein. Mile war all bretmal an eurer Tür."

Fiete schubste sie kurz beiseite unb lief, was er tonnte. Richtig, die Tür, die nicht einmal bei Nacht geschlossen wurde, war fest zu.

Er rammelte und klopfte.Ich bin das, Mutter, Fiete! Mach' doch auf! Bist du krank? Laß mich doch rein!"

Der Tischler sah aus der gegenüberliegenden Tür.

Dschä, das sag' man. Sie hat sich eingeschlossen, schämt sich rooll zu doll, daß es nu rausgefommen ist- Was hat sie da bloß von gehabt, daß sie all die gemeinen Briefe geschrieben hat?"

Ehe Fiete antworten konnte, wurde die Tür einen kleinen Spalt breit geöffnet, unb er schlüpfte in die Stube.Nee, Mutter, sind die Leute denn alle ver. rückt geworden? Was hast du mit den Briefen zu tun? Wie siehst du aus? O Gott, Mutter, es kann doch nicht wahr fein! Sag' doch, daß es nicht wahr! Wie kannst Du so was machen?"

Wieder ein Klopfen an der Tür. Hanfe kam. Da M'le nicht eingelassen worhen,'wollte sie letber ver-

und haft' ihm die Hand hingehalten. Nee, ift nicht. Schicken mich so weg, als wenn man betteln will. Ich bettel nicht. Fiete hält alles ehrlich wiedergege­ben. Man der alte Herr weil er nicht mehr macht', sagt er, der Jung ist dumm. Mein Fiete! Wo mein Mann Lehrer war, und ich hab' immer en klugen Kopf gehabt. Und schreiben kann ich und rechnen und"

Madam Eggers!"

Sie war nicht zu bremsen.

Ja, ja, so sind die Götzen! Tun, als wenn unsereiner froh sein soll, wenn der Jung im Maler­kittel steckt. ,En guter Handwerker ist auch was wert.' Sollen doch die eigenen Gören und lassen sie en Handwerk lernen! Pastor Jessen sagt, da kann er sich nicht für einsetzen, daß er auf die Schule in Heide kommt. Ihr Mann, jawoll, ihr Mann, der kluge Herr Doktor, der sagt, da ist fein Verstand drin, wenn ich will cn Studierten aus ihm machen. 2ha, und ich hab' die Ilse doch gesehen da im Schnee, und wenn der Hamburger zehnmal so tut, als wenn, er bas gewesen ist! Da lach' ich man über. Der Sanfte war es, ber Wippstert, der alle Leute auslachte, der Herr Baron. Jawoll, ich laß mich nicht dumm machen. Aber den feinen Leuten und machen solche Sacken das geht alles gut aus. Hat sie den einen nicht gekriegt, nimmt sie fix den andern!"

Es würgte Hanse im Halse. Die Tochter sollte sie in Ruhe lassen. Doch ehe sie etwas sagen konnte, fuhr Fiete hoch:Ich will das nicht hören. Muller! Kein Wort sagst du mehr über Ilse sonst lauf' ich aus dem Haus!"

Dummen Jung. Das is nu der Dank. Renn' du mal hin zu feinen Leuten, die lachen über dich." Sie verzerrte das Gesicht.Fiete Eggers geht auf Eiern! Fiete Eggers geht auf Eiern! Hast du noch nicht genug gekriegt davon?"

Hanse wandte sich und ging hinaus. Sie konnte bas Gesicht von dem jungen Menschen nicht mehr sehen.

Wie bie Tür hinter ihr ins Schloß fiel, warf er sich über ben Tisch, barg ben Kopf in ben Armen unb stöhnte:Mutter, Mutter! O du lieber Gott, wie hast du das machen können! Man kann sich nicht mehr sehen lassen vor den Leuten. Zn Tooe muß man sich schämen. Ins Wasser möchf man gehen!"

(Fortsetzung folgt.)

Kreis Büdingen.

?" Nidda, 29. Sept. Der Heuversand von der hiesigen Station, der in früheren Jahren recht umfangreich war, ist st a r k zurückgegan- ge n. Die verschiedensten Städte, die sonst großen Bedarf hatten, kommen heute kaum noch als Käufer in Frage. Die Ueberschwemmungsgebiete Norddeutschlands, deren Ernten vernichtet sind, treten in diesem Jahre als Käufer auf, doch verteilen sich die Bestellungen, so daß das Angebot die Nach­frage weit übersteigt. Der Zentner Heu wird zur Zeit mit 3,20 Mark bezahlt.

Kreis Schotten.

Schotten, 29. Sept. Am Sonntag hatten wir Besuch aus Dad-Rauheim. Die sehr starke und leistungsfähige Gesangsabtei- lung des dortigen Turnvereins war in Autogesellschaftswagen über Lich, Grünberg, Lau- bach nach hier gekommen. Rektor Kröll von der hiesigen Volksschule, der einstige Dirigent der Gesangsabteilung in Dad-Rauheim, dem in erster Linie der Desuch galt, wurde durch den Vortrag einiger Chöre, die Lehrer Diehl leitete, er­freut. Auf der Heimfahrt besichtigten die Sumer- sänger die neue Turnhalle in Ridda.

Laubach, 29. Sept. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde be­schlossen, daß hier 90 Meter Film von der Filmgesellichaft gedreht werden sollen, wenn der Kreis, wie er in Aussicht gestellt, ein Drittel der Kosten übernimmt. Es sollen gefilmt werden das Schloß, das Amtsgericht, bie Post, das Gymnasium, verschiedene Straßen und ber Ramsber g. Das Baugesuch des Weiß­binder Von-Eiff am Hainberg wurde geneh­migt, jedoch können nur 15 Meter Front unb 9 Meter Tiefe vom Gelänbe ber Gemeinbe bewilligt werden. Der Wirtschaftsplan für die Ge- mc i n b e m a (b u n g e n würbe besprochen, jedoch soll, bevor die Genehmigung erteilt wird, noch eine Verhandlung mit Forstrat Kratz wegen der Sub­mission stattfinden. Die O b st v e r st e i g e - rung der (Bemeinbe ergab etwas höhere Preise, als diejenigen des Kreises: der Zentner Aepfel (Tafelobst) kam im Durchschnitt auf 1115 Mk., Wirtschaftsobst auf gegen 8 bis 12 Mk. Birnen, die im Gegensatz zu den Aepfeln eine reiche Ernte boten, tarnen wesentlich niedriger. Die Kartoffelernte ist jetzt in vollem Gang. Sie fällt im allgemeinen ganz gut aus; man findet wenig faule Knollen. Hauptsächlich sind Odenwälder Blaue" undIndustrie" angebaut. Die Dickwurzernte kann befriedigen.

== Gedern, 29. Sept. Die Reichsbahn­gesellschaft plant eine Erweiterung der Freiladeanlagen auf dem hiesigen Bahn­hof. Die seither mit den Interessenten gepflo­genen Verhandlungen führten zu feine m Ergebnis, weshalb auf Veranlassung des Hes­sischen Finanzministers in diesen Tagen ein noch­maliger Prüfungstermin an Ort und Stelle statt­finden wird.

------ Aus dem südwestlichen Vo­gelsberg, 29. Sept. Die Kartoffelernte neigt sich ihrem Ende zu. Aeberall bleibt der Ertrag hinter den Erwartungen zu­rück, so daß sich der nicht ackerbautreibende Teil der Bevölkerung nicht in allen Fällen mit ein­

suchen, Klarheit in diese mysteriöse Geschichte zu bringen. Ehe Madam Eggers zuspringen unb den Schlüssel wieder umdrehen konnte, hatte sie schon geöffnet unb ftanb auf der Schwelle.

Ich muß doch nur selber kommen, Madam Egaers. Die Leute sagen" sie wollte nicht gleich Jessens selber angeben, es sah so unverfänglicher Pie Briese, die Schmalebeck so beunruhigt haben, die wären von Ihnen geschrieben worden. Das ist ja eine verworrene Sache!"

2lls die Frau nicht antwortete, sie nur mit haß­erfüllten Augen an starrte, wie sie sie nie angesehen, trat sic einen Schritt näher.Ich möchte so gern Helsen, liebe Madam Eggers. Ohne Grund können «ie das doch nicht getan haben. Wollen Sie sich nicht gegen mich aussprechen? Sie wissen doch, wir Rottmanns haben es immer gut mit Ihnen und Fiete gemeint." Erschrocken schwieg sie; die Eggers hatte so gellend aiifgelacht, daß sie dachte: Sie ist wahnsinnig!

Katz-Hrmgen. 5jLhr. Fuchssttttc Sal. Michel-

Schwere Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren. 1. Preis, 40 Mk., 4jähr. Fuchsstute, Aub, Dornassenheim. 2. Preis. 30 Mk., 5jähr. Fuchsstute, Hch. Draut 2.. Griedel. 3. Preis, 20 Mk., 12jähr. Fuchsstute, Wilh. Langsdorf, Albach. 4. Preis, 15 Mk., 5jähr. braune Stute, Gg. Kitzler 2., Rieder-Weisel. Qlnerfennungen mit je 10 Mk.: 4jähr. Fuchsstute, Louis Klein, Wohn- bgch; 3jähr. braune Stute, Anton Bender, Dorn- afhenheirn; 4jähr. Fuchsstute, Wilh. Lux 1., Holz­heim; 3jähr. Fuchsstute, Konr. Ebel, Lang-Göns.

Leichte Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren. 1. Preis, 40 Mk. und Chrcndiplom des Landespferdezuchtvereins, Sjähr. braune Stute, Anton Dellen 16., Lang-Göns. 2. Preis, 30 Mk., 4jähr. braune Stute, Ludw. Konr. Luh, !Lang-Göns. 3. Preis, 20 Ml., 7jÜhr. braune Stute, Gg. Hch Bender. Dorf-Gill. 3. Preis, ohne Geld 4jähr. braune Stute, Anton Velten 16., Lang-Göns. 4. Preis, 15 Mk., 8jähr. Rappstute, Herrn. Wissel, Griedel. Anerkennung, 10 Mk., 6jähr. braune Stute, Dan. Dender, Griedel.

Schwere ArbeitSschlä ge, paarweise zu prämiieren. 1. Preis, 40 Mk., 3jähr. und 5jähr. Fuchsstutsn, Hch. Draut 2., Griedel. 2. Preis, 30 Mk., 4- unb 12jähr. Fuchsstuten, L. Klein, Wohnbach. 3. Preis, 20 Mk., 10- und 3jähr. Rotschimmel- und braune Stuten, Hch. Wal­bott 12., Garbenteich.

L e ichte Arbeitsschläge, paarweise zu prämiieren. 1. Preis, 25 Mk., 9- und 4jähr. Rapp- und braune Stute, Ludw. Konr. Luh, Lang-Göns; 8- und 4jähr. braune Stuten, Anton Velten 16., Langgöns. 2. Preis, 20 Mk., 10- und 3jähr. braune Stuten, Herrn. Konr. Strasheim, Griedel; 5- und 6jähr. braune Stuken, Dan. Den­der, Griedel. Anerkennung, 10 Mk., 3jähr. dunkel­braune Stuten, Ernst Zimmer, Dingmühle.

Dreijährige Fohlen, geboren 1923, Wagenschläge. 1. Preis, 25 Mk. und Ehren- diplvm des Landespferbezuchtvereins, dunkel­braune Stute, Fr. Herrn. Schott, Griedel; braune Stute, H. Konr. Strasheim, Griedel. 3. Preis, 15 Mk., dunkelbraune Stute, Ernst Zimmer, Ding- mühle. 4. Preis, 10 Mk., hellbraune Stute, Ernst Zimmer, Bingmühle.

Dreijährige Fohlen, geboren 1923, Arbeitsschläge: 1. Preis 30 Mk. Fuchssiute, Ferd. Diel 2.°Dorn°Assenheim. 2. Preis 20 Mk. br. Stute, Hch. Wallbott Xll.°Garbeitteich, 3. Preis 15 Mk. braune Stute, Ant. Bender-Dorn-Assen- heim, 4. Pr. 10 Mk., Fuchsstute, Konr. ©bei- Lang-Göns, Anerkennung 10 Mk.. Rotschimmel, Hch. Mangel II.-Hattenrod.

Zweijährige Fohlen, geboren 1924, Wagenschläge. 1. Pr. 30 Mk. und Chrendiplom des LandespferdezuchtvereinS braune Stute, L. Peppler-Hörnshein'., 2. Pr. 20 Mk. braune Stute, W. Kehler ll.°Gr.-Lindcn, 3. Pr. 15 Mk. Rapp­wallach, Ludw. Konr. Luh-Lang-Göns, 4. Pr., 10 M!., Rappwallach. W. Dingel-Grüningen.

Zweijährige Fohlen, geboren 1924, Arbeitsschläge: 1. Pr. 30 Mk. und Shrendiplom des Landespferdezuchtvereins braune Stute, Ant. Dender-Dom-Assenheim. 2. Pr. 20 Mk. braune Stute, Gg. Dill I-Rieder-Weisel, 3. Pr. 15 Mk. Fuchswallach, Schutt-Londorf. 4. Pr. 10 Mark Erraune Stute, Emst Rumpf-Langenhain.

Zucht st Uten mit Saugfohlen oder mehreren Rachkommen, Wagen» schläg e: 1. Preis 50 Mk. und Ehrendiplom des Landespferdezuchtvereins, 9jähr. Rappstute, Lud­wig Konr. Luh-Lang°Göns. 2. Pr. 35 Mk. 8jähr. Rappstute, Herrn. Wissel-Griedel, 2. Pr. 35 M. lOjähr. braune Stute, Herrn. Konr. Strasheim» Gtiedel, 3. Pr. 30 Mk. lOjähr. Rappstute, W. Dingsl-Gruningen, 4. Pr. 20 Mk. 12jahr. hell­braune Stute Emst Zimmer-Dingmühle.

Zucht st ulen mit Saugfohlen oder 'mehreren Rachkommen, Arbeits- Schläge: 1. Preis 50 Mk. und Ehrendiplom des Landespferdszuchtvereins, lOjähr. Rotschimmel» Stute, Hch. Wallbott Xll.-Garbenteich. 2. Preis 40 Mk. 4jähr. Fuchsstute, Louis Klein-Wohnbach, 3. Pr. 30 Olii. 4jähr. Fuchsstute, Karl Schütz ll.- Obcrileen.

Zucht stuten, nachweislich in 1926 gedeckt oder erkennbar tragend, Wa­genschläge: 1. Preis und Diplom des Landes­pferdezuchtvereins, Ijähr. braune Stute, Gg Hch. Bender-Dorf-Gill, 1. Pr. 50 Mk. 8jähr. Rapp- ftute, Herrn. Wissel-Griedel, 2. Pr. 40 Mark lOjähr. braune Stute. Henn. Konr. Strasheim- Griedel, 3. Pr. 30 Mk. 5jähr. braune Stute, Dan.

Sturm in Zchmalebeck

Roman von Sophie Kloerss.

Copyright 1926 by Slug. Scherl G. m. b. H.. Berlin.