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27 ftortleßung

Jlüdibrurf verboten

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

OerFrofch mii derMaske

Roman von Edgar Wallace.

Wies eck, 28. Dez. Den Hauptgottes- tienft der Weihnacht am ersten Christtag verschönte der Frauenchor, dem die defini­tive Anstellung seines Dirigenten, Lehrer Stoll, die Aussicht gibt auf eine glückliche Weiterent­wicklung unter kunstverständiger Leitung. Im Mittelpunkt unserer ,L i ch t e r k i r ch e" stand das kirchliche Weihnachtsspiel .Der Zug zur Krippe", das Pfarrer Glock, Mainz, früher in Äumpertenrod, aus Dichtungen Karl Grrvcks zusammengrstollt hat. In die Einübung hatten sich Lehrer Schneider und Pfarrer Sattler geteilt. Kinder der Kinderkirche und Konfir­manden beteiligten sich an dem kirchengemahen, nicht bühnengeinähen, Spiel. Ein Peter Corne- liuslied von Mädchen der Iugen dvereini-

Das Grenzdeutschtum ist gewiß durch die Jahre der Rot in dieser Beziehung geläutert warve-r, aber die Gefahr einer neuen Zersplitterung muh erkannt, um desto ehn: überwunden zu werden. .

Auch auf reichsdeutscher Seite ruft der ostvberschlesisch: Sieg nach Auswertung. Aus diesem spricht das Vertrauen der Obr fchle.mr beider Zungen zum d utschrn Wiederaufbau. Sic sehen die Verwahrlosung und den Aieder^ang östlich der neuen Grenze und anderseits das Auf­blühen der westobrrschlesischLN Städte und Dör­fer. Die neu:n Etrahen», Schul- und Dahnbauten, die im letzten Jahr anjdegten Parks Turn- und Spielplätze, die wieder zunehmend- Reinlich­keit und nicht zuletzt die d.-utschr WohTTU.ngsfur- sorge waren Schrittmacher für dir deutschen Wahllisten hinter der Grenze! Hier muh plan- mähig und grobzügig weiterg e a^r beite t werden, damit endlich wenigstens ter Durchschnitt des Deutschen R iches eingehvlt wird. Denn noch ist Westoberschlesien die Provinz der größten Kindersterblichkeit, b-t höchsten Sa^al stossenbele- gung, der stärksten Verbr.itung der Tuberkulose und der höchsten Kriminalität, älnendlich viel muh hier noch geschehen, und zwar in ganz anderem Tempo! Das Sportprogramm der Reichsregierung zum Beispiel, welches für be­sonders fcrincente Bedürfnisse des Ostens 32 Millionen Reichsmark zur Verfügung stellt, siebt für Oberschlesien nur 8 Milliv'n-en vor. Das ist kaum ein Tropfen auf den büßen Stein und muh schnellstens ergänzt w reden durch einen groben Aufbauplan, der auf lange Sicht und mit ausreichenden Mitteln d'.e er'orderlichrn Dahnen, Strahen. Kraftleitungen Schulen. Kranken­häuser, Parks usw. Vorsicht und der vor allem auch den arbeit- und leömsprndenten Großschiff- fahrtsweg von der Oder in das Gleiwitz-Deu- thener Industriegebiet umfaht. Wrstoberschlesien muh ein Schmuckkästchen Werbin, das noch ganz anders als bisher zu den adzetrrnnten Oswberschlesiern beider Zungen einladend hin­überlugt.

stlnd noch in dritter Hinsicht muh der vft- oberschlesisch.e Wahlsieg genützt werden. Eine Kernfrage des ganzen deutschen Volkes inner­halb und auherhalb der Reichsgvrnzen haben die Polen durch ihre Mahnahmen berührt, welche dieWoiwodschaft Sch'esien" aus ter Zusammen­legung des von Preußen abgetrennten Gebiets­teils mit dem polnisch gewordenen AiteU des früheren O este r r e i chi s ch- S chle s ieN schu­fen. Königshütte und Kattowitz stehen toieter wie vor 1742 in Schicksolsgemeinschaft mit den öster­reichisch gewesenen deu'.s Städten wie Bielih und Teschen. Kleindnrtfch und öfterreichisch-deut'ch, die sich vielleicht nirgends so auseinander ent­wickelt hatten wie an d:r schlesischon Grenze, wurden vereinigt und to?r'en durch den pol­nischen Druck zu Trägern des grohdmtschen Ge­dankens. Ganz ähnlich liegen ja auch an der schlesischen Ecke die Verhältnisse diesseits und jenseits der alten österreichischen Grenze. Hier wie dort wurde eine national amorph« deutsch­slawische älebergangsbevölkerung unter Anleh­nung an den deutschen Kultuickveis einem groben Aufstieg entgegengeführt. Di« polnische Annexion konnte diese Entwicklung hemmen, aber nicht verhindern. Das zeigt erneut der jüngste Wahl­sieg des deutschen Gedankens in der .Woiwod­schaft", deren grohdeutscher Einschlag den Aufbauwillen und die Arbeitsfreude überall beflügeln sollte, wo Deutsche für den Volks­deutschen Staat am Werke sind.

Die oberschlesische Frage.

Don einem Oberschlesier.

Der deutsche Wahlsieg in dem an Polen überantworteten Ostoberschlesien hat blitzartig die Finsternis der polnischen Rationalitätnrbehand- lung durchleuch'.et und aller Welt klar gezeigt, wohin sich die oberschlesisch: Bevölkerung beider Zungen in ihrer gewaltigen Mehrheit sehnt. Der berüch itte polnische Terr-r konnte wohl Einzel- ergebnisse, besonders au? dem flachen Cante, beeinflussen und umbeuten, aber nicht die deut­sche Grundeinftellung drr ganzen .Woiwodschaft Schiefien" verschleiern. Vergebens hatten die Polen Jahr um Jahr die Wahlen hinaus ^sch^ ben, deutsche Wahlversammlungen verhindert, die deutschen Aufrufe zerrissen, deutsche Zettelver- tciler mißhandelt, die deutschen Wahlbewerber um ihr Brot gebracht, in einem Fall sogar ein Sprencstoffattentat verübt. Richt einmal die schon so häufig erfolgreichen Drohungen mit Deutschen- Po7,romen formten verfangen. Die Deutschen er- hielten 335 Mandate, alle Polen zusammen nur 265! Insgesamt wurden rund 163 033 deutsche und nur 132 000 polnische Stimmen abgegeben, und dies trotz der Derträngung von über 100 000 Deutschen. So wurde schm bei einer einfachen Eemeindewahl unter polnischem Terror gestimmt, wie würde erst unter neutraler Aufsicht eine freie Volksabstimmung über die Heimkehr ins Deutsche Reich ausfallen? KorfanthS Wahlruf, daß diese Wahl ein .Tag des Gerichts" Über die Deutschen werden müsse, hat sich glänzend verwirklicht. Es war ein Tag des GerichlS. eS war die Härte ft «Verurtei- I u ng der polnischen Fremdherrschaft Über Oberschlesien.

Den Sieg gilt «8 zu nützen. Zunächst in Ostvberschlesicn. Die Deutschen müssen die Füh­rung der Geschäfte in den Gemeindeverwaltungen, die ihnen durch die Polen rechtswidrig entzogen war, entsprechend ihrer Stärke zurückerhal­len: Wo sie die Mehrheit haben, beanspruchen sie daS Amt des Stadtverordnetenvorstehers, vor ollem aber müssen die städtischen Bureaus wie­der anfangen, rein sachlich: Arbeit zu leisten, und das ist nur möglich unter ausgiebiger deut­scher Mitwirkung. Die sprichwörtliche .polnische Wirtschaft" war an ihren Früchten zu erkennen: auch die deutsche Sachlichkeit und Solidität wird sichtbare Ergebnisse aufweisen müssen, damit das Vertrauen ber Wähler gerechtfertigt und auch 1 im ostoberschlesischen Sejm eine deutsche Mehr- » heil erlangt wird. An Arbeitsmöglichkeit fehlt * es nid^t, und arbeiten können wir besser als , andere Völler und vor allem als die Polen.

Eine Gefahr liegt eher in der deutschen Uneinig» leit. In Augenblicken wirklicher Gefahr, wir jetzt bei den oberschlesischen Wahlen, sbeht die uiv- gcUure Masse der Deutschen wie ein Mann zusammen, aber wie oft nach solchen Tagen haben dieselben Deutschen das. alles vergessen!

Wieviel Uhr ist es?" gab Elk kühl zur Antwort. Es war halb vier. Elk sammelte seine Reserven und zehn Minuten später entstieg vor der geschlossenen Tür des Caoerley Hauses eine kleine Gesellschaft dem Polizeiauto. Die Glocke rief ben Nachtportier, ber Elk sogleich erkannte.

Schon wieder ein Gasalarm?" fragte er.

Ich möchte das Mieterverzeichnis des Hauses sehen", sagte Elk und hörte, wie der Portier die Na­men und Eigentümlichkeiten der Mieter barlegte.

Wem gehört der Häuserblock?" fragte ber De­tektiv.Er gehört den Bereinigten Maitlands. Jetzt hat Maitland auch das Haus des Prinzen von Caux in Berkeley Square gekauft und---"

Bitte, bemühen Sie sich nicht, mir feine Fa­miliengeschichte zu erzählen. Um wieviel Uhr ist Fräulein Bassano nach Hause gekommen?"

Sie war den ganzen Abend zu Hause, seit elf Uhr."

War jemand bet ihr?"

Der Mann zögerte.Herr Mailland war bei ihr, aber er ist bald wieder sortgegangen."

Sonst niemand?"

Niemand, außer Herrn Maitland."

Geben Sie mir Ihren Nachschlüssel."

Der Portier weigerte sich. ,Lch verliere meine Stellung", bat er.könnten Sie nicht klopfen?"

,D doch", meinte Elk.Es vergeht kaum ein Tag, ohne daß ich jemandem bei der Verhaftung auf die Schulter klopfe. Aber ich möchte doch gerne Ihren Schlüssel haben."

Elk hatte nicht daran gezweifelt, daß Lola ihre Türe von innen verriegelt haben würde, und seine Annahme beftätigte sich. Er läutete und cs bauerte lange, bevor sich ein Licht hinter dem Guckfenster zeigte und Lola im Kimono und Nachthäubchen erschien.

Was soll denn das heißen, Herr Inspektor?" fragte sie. Sie machte nicht einmal ben Versuch, er­staunt zu scheinen.

Nur eine freundschaftliche Disite. Darf ich herein- kommen?"

Sie öffnete die Tür weiter, und Elk trat, von (Borbon und ben beiden Detektiven gefolgt, in die Wohnung ein. Lola ignorierte Dick völlig.

Morgen sehe ich den Polizeichef", sagte sie.Und wenn er mir nicht volle Satisfaktion gibt, so bringe ich diese Sache in alle Zeitungen. Es ist unerhört,

,Hch habe etwas bemerkt, Hauptmann. Wenn Sie ein Vergrößerungsglas nehmen und Ihre Haut dadurch betrachten, io sehen Sie deren aeringfte De­fekte, nicht wahr? Dieses drahtlose Telephon wirkt wie eine Art Vergrößerungsglas auf die Stimme. Sie hat immer ein klein bißchen gelispelt, was ich sofort bemerkt habe. Sie mögen es vielleicht nicht beobachtet haben, aber ich habe ziemlich fcharse Ohren. Sie kann das S nicht gehörig aussprechen. Es ist Immer so etwas wie ein Zischen darin. Haben 6ie das heute gehört?"

Dick hatte es gehört und nickte stumm.

In manchen Dingen bin ich wie soll ich sagen? unfehlbar!* fuhr Elk fort.Bei den Daten mag es vielleicht ein wenig hapern, zum Bei­spiel, wann Wilhelm der Eroberer geboren ist übrigens habe ich selbst auf Geburtstage nie Wert gelegt! Aber Stimmen und Nasen merke ich mir. Unvergeßlich!" Sie durchschritten den dunklen Ein­gang von Äcotland Pard, als Dick im Tone der Ver­zweiflung jagte:Natürlich, das war ihre Stimme! Aber ich hatte keine Ahnung, daß sie je bei der Bühne war. Ist ihr Vater vielleicht auch Schauspieler gewesen?"So weit mir bekannt ist hat sie doch keinen Vater?" war Elks zögernde 2üitroorL Und nun blieb (Borbon stehen.

Sind Sie wahnsinnig?" fragte er.Ella Bennett hat keinen Vater?"

Aber ich spreche doch nicht von Ella Bennett!" sagte Elk. ,Hch spreche von Lola Bassano."

Ein Schweigen folgte.

Ja, meinen Sie denn wirklich, daß Lola ge­sprochen hat?" fragte Dick atemlos.

Natürlich war es Cola! Es mag je eine ganz gute Imitation von Fräulein Bennett gewesen fein, ober jeder Imitator kann Ihnen sagen, daß solche fünfte Altstimme sehr leicht nachzuahmen sind."

Sie ganz gemeiner Schuft!" sagte Dick (Borbon, und ein Stein fiel ihm vom Herzen.Sie wußten wohl, daß ich Ella Bennett meinte und Sie haben mich so auf die Folter gespannt!"

gelingt auch in Abwesenheit des Säuglings; man braucht nämlich gar nicht ihn selbst, sondern nur feine Milch zu bestrahlen! Denn di« Milch entwickelt bann Vitamine und h:ilt ihn, wenn er sie trinkt. Eine reftlvsr Aufklärung dieses Vorganges ist naturgemäß bei b:r chemischen älnbekanntheit der Vitaminnatur noch nicht mög­lich. Rur soviel ist sicher: Der Prozeß der Vita- minbUbung ist offenbar ein r e i n ch e m i s ch e r Vorgang, denn man muh annehmen. daß -ein in den sogenannten .Lipoidrn", d. h. gewißen fettähnlichen Substanzen unserer Rahrung, ent­haltener Stoff (das Chtteftrrin) durch dir Strah­lenwirkung derart .aktiviert" wird, daß er nun­mehr als Ditaminfakior dient.

Diese Forschungen stehen naturgemäß erst am Anfang, älnd man ist vorläufig nxh dabei, immer neue Vltaminfaltoren zu entdecken. Richt genug damit, daß man neben dem Vitamin, das die englische Krankheit verhütet, ein solches kennt, das den Skorbut und das Deri-Deri hintan hält man geht eben daran, ein Vitamin auS der Taufe zu Heden, dem man Einfluß sozac cuf die Fortpflanzungstätigkcit zuschrcib.. Damit öffnen sich allerdings weitste Perspektiven. Hal man bisher versucht, die Ernährung so cin- »urichten, daß das Individuum selbst am besten Dabei besteht, so wird man nunmehr auch für die künftige Generation s jrge.i muffen. Man wird also Schäden vermeiden lernen, die sich erst dort offenbaren, eine neue Drrpfllchtung »ind neue Möglichkeit zur Hebung unserer Dollskraft!

gung begleitete auf der Orgel Dr. Macke - leidt. Sine sehr harmonische Weihnachtsfeier beging am dritten Feiertag im Saal von Schneider der Frauenverein, der zur Weih­nacht eine noch größere Zahl von Famili.m und Einsamen als im Vorjahr mit praktischen Gaben erfreuen konnte. Die Festansprache des Orts- geistlichen konnte auf den Segen der Frauen- vereine Hinweisen, wie er auch in unserer Ge­meinde immer deutlicher wird. Zum Gelingen des Abends trugen Mädchen der Jugend- Vereinigung mit Liedern, Reigen und Aus­führungen wesentlich bei.

cP Lollar, 28. Dez. Größere älmbau- und Instandsetzungsarbeiten lassen die Duderusschen Eisenwerke g3genn>ärtg in den Werksbauten auf der.Insel" durchführen, die zu diesem Zwicke geräumt wurden. Rach Be­endigung der Arbeitern soll tiefer Teil des Werkes ber neu aufzunehm enden Fabrikation vvn Blech­radiatoren (Heizkörpern) dienen.

4- Lollar, 23. Dez. Der seit Anfang Ok­tober begonnene Umbau einer Teilstrecke un­serer Rebrnbahn DießenLollarLon- d or fG r ü n b e r g ist nun in der Hauptsache beendet. Somtt hat der gesamte Oberbau zwischen Treis a. d. Lda. bis zum Dausterschen Klopfwerk oberhalb hier, eine 6 Kilometer lange Strecke, eine durchgreifende Reuerung erfahren. Drei Rotten Streckenarbeiter der Bahnmeisterei 4 Gießen, rund 50 Mann, unter denen sich 24 Mann sog. Zeitarbeiter aus den umliegenden Dörfern befanden, haben in der verhältnismäßig kurzen Zeit von einem Dievteljahr diese Fülle von Arbeiten im Akkord«ldhn geleistet. Große Unterstützung fanden die Arbeiter durch eine zehnpfer.igr Denzinmotormaschine, die von nur vier Mann bedient, durch Löcherbohren in Schwellen, sowie Andrehen von Schrauben die­selbe Arbeit in derselben Zeit verrichtete, to'.e sie unser den gleichen Verhältnissen von 35 bis 40 Mann geleistet werben könnte. Die Zeit- arbeiter sind nun wieder entlassen worden: da die noch verbleibenden kleineren Arbeiten jetzt von den Streckenarbeitern zu Ende geführt werden.

:/: Beuern, 28. Dez. An H-tilgen Abend feierte die älteste Einwohnerin unseres Dorscs, Ma.i.' Dietrich, ihren 8a. Ge­hn r t s t a g. Als geschichtliche Merkwürdigkeit, die in unserer Gegen, vereinzelt dasteht, ist ber- vorzuheben, daß sie die noch lebende Tochter eines Teilnehmers an den napoleonischenKämp- f en ist. Ihr Vater war der D^rSröder Dalthaiar Damm, der heute noch unter dem Ra men

a m m b a l ( e r als eine Art Rationalhrld in Bersrod bekannt ist. Er war 1793 geboren und hat an vier Feldzügen tetlgenommsn, näm­lich außer dem russischen an dem gegen Oester­reich 1809 und den beiden gegen Frankreich 1814 und 1815. Er war unter elf aus dem kleinen Dörfchen nach Rußland ausgeruckten Kriegern einer der beiden einzigen, die wieder zurück- kehrten. Roch heute erzählen sich ältere Leute in Bersrod manche- von seinen KriegSaben- teuem. Die erwähnte Tatsache nun, daß heute noch ein Sprößling eines RapvlevnkämpserS am Leben ist, erklärt sich aus der Verkettung dreier Umstände: in den damaligen KriegSzeiten wurden schon die Achtzehnjährigen einberufen, dann stand Dammbalser schon in dem verhältnismäßig hohen Alter von 50 Jahren bei der Geburt feiner Toch­ter, und schließlich ist es dieser vergönnt, das seltene Alter von 86 Jahren zu erreichen. Die Greisin, die sich in Drurrn verheiratet hat, ist von des Lebens Röten nicht verschont geblieben. Schon als Kind wurde sie beim Fruchtabladen von dem herabstürzenden Gerüst verschüttet, aber noch lebend hervorgezogen. 1870 wurde sie von den Blattern befallen, später hatte sie mit einer Blutvergiftung zu tun, die einen lahmen Arm zur Folge hatte. Ferner brach sie ein Bein, so daß sie nur noch am Stock gehen kann. Heute macht ihr nun ein inneres Lüden zu schaffen, aber ihr Geist ist noch hell- So hat sie u. a. mit erstaunlichem Gedächtnisse noch die alten Sol­datenlieder ihres Vaters bewahrt. Ihre vier Söhne sind alle geachtet^ Geschäftsleute hier geworden.

± Aus dem mittlere*n ßumbatal, 28. Dez. R^ben den vielen kirchlichen und Schulweihnachtsfeiern in fast sämt­lichen Dörfern unseres mittleren Tal-S hatten die verschiedmsten Vereine, wie Gesang-, Turn-, Sportvereine usw. ihre M.tglieder nebst Fa­milienangehörigen zu Unterhaltungsabenden

während der Feiertage eingeladen. Durchweg trugen die Feiern weihnachtlichen Charakter. Sämtliche Verunstaltungen hatten regsten Besuch aufzuweisen.

Leihgestern, 28. Dez. In bemerkens­werter Weise beglückwünschten sich ein hiesiger Landwirt und ein Bergmann zu sel­tenen Jubiläen. Der Bergmann Georg Dutenhöfer ist jetzt feit 25 Jahren un­unterbrochen dem Landwirt Gg. Will V. all­jährlich bei der Dreschmaschinenaroe t behilflich gewesen. Angesichts dieser treuen Dienstleistung überbrachte Will feinem wackeren Helfer als Iubiläumsgabe einen Zentner Welzen, gleichzeitig sie her ihm ein kleines Diplom an­fertigen. Ebenfalls feit 25 Jahren hat Will dem Bergmann Dutenhöfer alljährlich das Land bestellt und ihm außerdem das Brennholz aus dem Walde angrfcchren. In Würdigung dieser wertvollen Hilfe überreicht- der Berg­mann dem wackeren Landwirt als Iubi­läumsgabe und gleichzeitig ald Weih - nachtsgescftenk am Heillgen Qlbenb einen Korbs, s e'. Diese- vorbildliche Zusam­menarbeiten zwischen Bauersmann und Arbeiter sei allen Ständen zur Ra ch - a h m u n g empfohlen.

<t> <3 rün In gen. 28. Dez. Der bkflgt Ge­sangverein .Eintracht", der unter der Chvrleitung des LehverS M a r ft e 11« r eine be­merkenswerte Höhe erreicht hat, bot am zweiten Weihnachlsfeiertage feine diesjährige Wl Ser­ver an st al tun g. die sehr gut beucht jpar. Bei gut dargebotenen Ge!angsvoNrägen, eIrdgerTSbcater» stücken, musikalischen Darbietungen, Verlosung und Tanz verlebten die Besucher einige recht genußreiche Stunden.

li. Riederbessingen. 28. Dez. Die hie­sige Mädchenvereinigutzg unter der 2-i- tung der Frau Prinzeß Ludwig zu Solms-Hohensolms-Llch auf Mühlsach- sen hielt gestern abend Im Schulsaal eine schlichte, aber eindrucksvolle Weihnachtsfeier ab.

df. Langsdorf, 23. Dez. Wie im vorigen Jahre, so fand auch di.sne»! am Heiligen Abend die Aufführung eines Krippenspiels statt. Es kam das wundervolle WeihnachtSspiel .Auf Wcihnachtswegen" zrr Aufführung. Die Letung hatte auch in bl.fern Jahre der Lehrer der Ober- klasse, Herr H e l d m a n n übernommen. Die Ge­stalten des Stückes wurden durchweg recht ein­drucksvoll d r-cTteIÜ. Lehrer H ldmann hat sich damit viele Mähe gemacht, für die ihm die Ge­meinde doppelt dankbar fein kann, weil wir da­durch am Hei itzen Abend, trotzdem unser Dors ohne Pfarrer ist, eine würdige Feier hatten, die bei jedermann einen tiefen Eindruck hintersieh. Die v:rschied:n.n mehrstimm'gen Chore der Kin­der. die entsprechenden Lieder der Gemeind« und der Weihnachts-Chor des Gesangvereins um­rahmten die Darbietungen in schönster Weise. älnser Gesangverein veranstaltete am 2. Feiertag eine Abnidrnttrhaltung. die in ihrem ersten Teil den Weihnachtsgedanken: .Friede auf Erden" in den Mittrlpurk: stellte. Daran schloß sich, damit auch die 3ug:nb zu totem Recht tarn. Tanz. Der Saal war dicht besetzt.

Krcis Urtcdbcra.

CO Nlederflorstadt, 28. Dez. Wiederholl befchäfitglen sich der Gemeinde.at und die beicen Turnvereine mit der Anlage eines neuen Sportplatzes. Der jetzige Platz liegt in bestem Wlesengelände. Er wurde seither als Fuß­ballplatz benutzt, zum Turnen und als Festplah kam er aber nicht in Frage. Die Feste wurden, nachdem der früher dafür bestimmte Raum als Grabstücke an Landlose abgegeben war, im Walde abgehalten. Die Vorbesprechungen und die Vor­arbeiten sind nun so weit gediehen, daß irnGe­meindewald an der Straße nach Altenstadt eine Fläche von etwa vier Morgen abgeholzt wird. Der vorgesehene Raum ist groß genug, um alle Sportarten auch bei größeren Veranstaltun­gen durchführen zu können. Ob es praktisch war. gerade diesen Platz zu wählen, soll nicht mehr erörtert werden. Der feucht« Boden wird sich ja durch Drainage trocken legen lassen. Wer die wetteren Arbeiten durchführt, steht noch nicht fest. Am besten wäre es wohl, wenn die Ge­meinde, die durch die Schule doch ein gro­ßes Interesse am Sportplatz haben muß, den Platz fertig ft eilen ließe. Dieser Dian wird aber wohl deswegen nicht durchiührbar fein, weil die finanziellen Verhältniffe der Gemeind« der­art sind, daß die Gemeindevertretung nicht

mitten in der Nacht in die Wohnung eines allein­stehenden Mädchens einzudringen, wenn es einsam und unbefdjüßt ist--"

Wenn es irgendeine Zelt gibt, zu der ein allein­stehendes Mädchen einsam und unbeschützt fein soll, jo ist es sicherlich die Nacht", sagte Elk freundlich. ,Lch möchte nur einen Blick in Ihr liebes kleines Heim werfen, Lola. Man hat uns davon benach­richtigt, daß bei Ihnen eingebrochen worden ist. Vielleicht versteckt sich gerade in dieser Minute der schwarze Mann unter Ihrem Bett. Der Gedanke, Sie sozusagen auf Gnade ober Ungnade solch einem gesetzlosen Charakter auszuliesern, widerstrebt unsrer Ritterlichkeit. Durchsuchen Sie das Speisezimmer, Williams! Ich werde den Salon vornehmen. Und das Schlaszimmer."

Sie werden mein Schlafzimmer nicht betreten, wenn Sie nur einen Funken von Anstand haben", zürnte Lola.

,Ich habe ihn aber nicht," gestand Elk,nicht das kleinste Fünkchen. Und im übrigen, Lola, stamme ich aus einer großen Familie, ich bin einer von zehn Geschwistern, und wenn es etwas gibt, das ich nicht sihen darf, so sagen Sie nur: Machen Sie die Augen zu! Und ich werde sie bestimmt zumachen."

Es gab aber allem Anscheine nach nichts, das im geringsten verdächtig ausgesehen hätte. Vom Schlafzimmer aus gelangte man ins Badezimmer und hier stand das Fenster offen. Elk leuchtete mit (einer Lampe die Außenmauer ab und sah, daß eine kleine Glasspule an der Wand befestigt war.

Das sieht ganz wie ein Isolator aus", mur­melte er. Ins Schlafzimmer zurückgekehrt, begann er nach dem Radiosender zu suchen. Er öffnete die Türe eines riesigen Mahagonischrankes und sah darin die Kleider in regenbogenfarbenen Reihen hängen. Elk tauchte seine Hand hinein. Es war der seichteste Garderobekasten, den er [e gesehen hatte und die Rückseite fühlte sich merkwürdig warm an.

Lola stand mit verschränkten Armen da und beobachtete ihn, ein verächtliches Lächeln auf ihrem schönen Gesicht. Elk schloß die Kastentüre wieder und seine empfindlichen Finger suchten auf ihrer Oberfläche nach einer Jeder. Er brauchte lange Zeit, bis er den Taster entdeckt hatte, aber schließlich fand er doch ein Stückchen Holz, das dem Drucke seiner Hand nachgab. Es schnappte etwas und die Vorder­seite des Kastens begann sich herabzufenken.

Ach, ein Kastenbett! Das ist aber eine prak­tische Erfindung!"

Aber es war durchaus kein Bett, das sich nun zeigte und Elk wäre auch recht enttäuscht gewesen, hätte er ein solches vorgefunden. Auf einem Rah­men standen reihenweise Lampen, Transformatoren, der ganze Apparat, der für eine Radiostation not­wendig ist. Eik sah und bewunderte.

Sie haben doch sicherlich eine (Erlaubnis da­für?" fragte er. In Wahrheit aber vermutete er nichts dergleichen, denn Lizenzen für Senbeftationen werden in England recht spärlich herausgcgcben.

Aber Lola ging an den Schreibtisch und brachte das Dokument zum Vorschein. Elk las, las wieder und nickte. m

Sie sind eine tüchtige Person , sagte er nutzt ohne Respekt.Nun möchte ich auch gerne die Li­zenz sehen, die der Frosch Nummer eins Ihnen ausgestellt hat."Und ich möchte gerne wißen, ob Sie für gewöhnlich die Leute aufzuwccken pflegen, um mitten in der Nacht nach ihren Lizenzen zu fragen?"

Sie haben heute nacht den Sender im Dienste der Frösche benützt", sagte Elk kurz.Und vielleicht werden Sie die Güte haben, Hauptmann Gordon zu erklären, warum Sie dies taten?"

Lola wendet« sich zum ersten Male nach Dick. Ich habe den Apparat wochenlang nicht benützt, aber die Schwester eines meiner Freunde bat mich heute abend, ob sie ihn nicht benützen dürfe. Sie ist vor einer Stunde roeggegangen.

Sie meinen Fräulein Bennett?" fragte Gor­don und Lola hob in vollendet gespieltem Er­staunen die schönbogigen Augenbrauen.

Woher wissen Sie es?"

Liebe Lola, nun hast du dich aber verraten", lachte Elk freundlich.Fräulein Bennett ist neben mir aeftanben, als du eben anfingfl, in der Frosch- spräche zu plaudern. Du bijl erwischt, Lola. Und das Beste, was du tun kannst, ist, dich niederzu­setzen und uns die ganze Wahrheit zu sagen. Wir haben Nummer sieben gestern abend gefangen und wissen alles. Morgen wird der Frosch Hand­schellen tragen und ich bin hergekommen, dir eine allerletzte Chance zu neben. Ich habe dich nämlich im geheimen immer gerne gehabt. Etwas an dir erinnert mich an ein Mädchen, in das ich einmal wahnsinnig versiebt war." r---,. irugt ?