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Donnerstag, den 1. Juli

Saale von Roth Hierselbst einen sehr interessanten Vortrag über seine Erlebnisse als Steuermann bei den großen Kriegs-Zeppelinfahrten mit L. 23, L. 54, L. 57 und L. 59. Bekanntlich hat das zuletzt bezeichnete Luftschiff u. a. den großen Afrikaflug ausgeführt, ebenso war es bei den Flügen gegen London dabei. Ferner erzählte der Vortragende fesselnd über seine Erlebnisse als See> mann während der Skagerrak-Schlacht. Die Zuhörer, die den Vortragssaal bis auf den letz­ten Platz füllten, nahmen die etwa zweistündigen Ausführungen des Redners mit lebhaftem, wohl­verdientem Beifall auf.

Kreis Friedberg.

00 Friedberg, 26. Juni. Die Vorsitzenden der Beamtenortskartelle, die dem Kreiskartell Friedberg angeschlossen sind, besprachen am Samstag in einer gut besuchten Ver­sammlung die neuen Besoldungsoorschläge des Deutschen Beamtenbundes und stimmten ihnen im allgemeinen zu. Die K i r ch e n st e u e r wird auch in diesem Jahr wieder als ungerecht empfun­den, da ein Beamter der Gruppe 7 denselben Be­trag entrichten muß, wie ein Gutsbesitzer mit 100 Morgen Land. Der Vorschlag, die Beamten, die ein Bausparkonto nehmen wollen, in einer be­sonderen Gruppe zusammenzufassen, wurde vor­läufig zurückgestellt. Es soll in den Ortskartellen festgestellt werden, wieweit der Wunsch zum An­schluß an das neue Unternehmen vorhanden ist. An Stelle des seitherigen 1. Vorsitzenden, Justizinspektor G i e g e r i ch , Vilbel, der sein Amt niedergelegt hatte, wurde Lehrer Heller, Rieder-Florstadt, gewählt.

Kreis Büdingen.

* R i d d a , 27. Juni. Am heutigen Sonntag fand der Balleitag der Ballei Oberhessen desJungdeutschen Ordens" auf dem Forsthause Glaubzahl bei Nidda statt. Als Sammel­punkt war Nidda den einzelnen Bruderschaften vor- geschrieben. Von allen Richtungen und aus allen Teilen unserer Heimatprovinz kommend trafen sie dort im Laufe des Vormittags ein. Bei strahlender Sonne und unter den Klängen der Niddaer Feuer­wehrkapelle zog die Ballei nach dem in prachtvollen Hochwalde liegenden Forsthause. Dort begann der Balleitag in herkömmlicher Weise mit einem Got­te s d i e n st e , in dem Pfarrer Dr. H e tj m a n n Rodheim in ernsten Worten überDeutschtum und Evangelium" sprach. Am Nachmittag sprachen Land­wirt Bruder Reuter aus Dornholzhausen und der Komtur der Ballet Oberhessen, Major a. D. W i - chert-B üdingen. In sportlichen Spielen war dann der Jugend und auch den Aelteren Gelegenheit geboten, ihr Können und ihre Kräfte zu zeigen.

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Oberhessen.

Landkreis Gießen.

J) Lich, 28. Juni. Die Lungenseuche in Lich ist zum Stillstand gekommen. Nach­dem die ertranftcn und verdächtigen Vieh« bestände abgeschlachtet sind, gehen die Land­wirte jetzt daran, neues Dich einzuführen. Es kommt auch in großem Maßstäbe schwarz- buntes Riederungsvich herein, was in Züchter­kreisen, denen an der heimischen Viehzucht ge­legen ist, sehr bedauert wird. Die Stadtverwal­tung wird jetzt die Faselviehbestände, die auch ein Opfer der Seuche geworden sind, wieder auffüllen. Ob. wie bisher, 4 Dullen der Sim­mentaler Zuchtrichtung beschafft werden, steht noch dahin. Wie man aus zuverlässiger Quelle hört, beabsichtigt die Stadt wieder einen Dul­len der Vogelsberger Zuchtrich- 1 u n g einzustellen, wie es früher während lan­ger Jahrzehnte der Fall gewesen ist. Voraus­setzung für die Verwirklichung dieser Absicht wird jedoch sein, daß bei der derzeitigen Reu- beschaffung Vogelsberger Kühe in hinreichender Zahl hereinkommen. Vach der Statistik der Erwerbslosenfürsorge beträgt die Zahl der derzeitigen Unter st ützungscmpfän- ger in hiesiger Stadt 46 Hauptunterstützte mit 85 Zuschlagsempfängern. Vorerst besteht noch keine Aussicht, diesen Leuten Erwerbsmöglich­keiten nachzuweisen.

* Hungen, 28. Juni. Die drei oberen Klassen der hiesigen Höheren Bürgerschule besich­tigten die Betriebsanlagen der Molkerei­genossenschaft Hungen. Unter fachmänni­scher Führung lernten die Teilnehmer die verschie- denen Verfahren kennen, denen die Milch unter­worfen wird, von ihrer Einlieferung durch die Landwirte bis zur Fertigstellung der Nahrungs­mittel: wie der versandsertigen Vollmilch, von Rahm, Butter und Käse. Besonderes Interesse er­regte die Kohlensäure-Kühlanlaye. In den nächsten Wochen sollen die neu hergenchtete Hungener Ziegelei und die Grube A b e n d st e r n be­sichtigt werden.

* Reinhardshain, 28. Juni. Auf Ein­ladung des hiesigen Kriegervereins hielt

MtMauplMt, ^en, dm 29. Juni 1926. lNdes-Universitiit. Melfor für englisch« Immfitat, Dr. Wilhelm n A ergangenen Aus als

Anwersitäl Mau 8un

1898 in Eiehen studier!?

1 sür englische Philologie an ; Falullal der Universität Vie- IM war er als planmäßiger rvsessor hier tätig, seit 1908 Ordinarius.)

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Geh. AegierungSiat Dr.mtd, 1 üehrle in Berlin zum Dvl- Hrenhalber promoviert. Die e Fakultät der Landes-Uni' ' e ben Geh. Aegierunasrat Ludwig §aenöel w zum Doktor der Tierheil-

, btt Stubitunbcn wirb unser, nmersemester 1926 Insge- kubierenben besucht, gegen mester. In der Zahl der Studie^ ibentinnen enthalten. Nach der geordnet sind 735 Hessen, 439 i 17 Sachsen, 6 Württemberger, , üringer, 2 Oldenburger, 3 An. iciger, 6 Hamburger, 3 Bremer, laren, 2 Mesen, 1 England-r. länder.läugoslawe -Mm er 1 Norweger, 2 Oesterreicher, en, 1 Nch, 2 Schweizer, 4 un' Türken, 1 Amertkaner. Es s ;e 319 Rechlswissenschatt, I inännebi8in, 189 Wogte,« | turwissen chasten, 85 fltaNt» ?

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Dr. Roeschen, Kunstmaler Barna», au» Schotten, Smdiendirektor Hersch, Kreisschulrat Kinkel, Apocheker Scriba, Redakteur Dr. Dambmann, Rekwr Kroll: außerdem nah- men noch teil Lehrer Linck - Rudingshain, Lehrer D e b u s - Ruppertsburg, Lehrer Würz-Eichels- dorf usw. Die Frage der Beantwortung der von der Regierung entworfenenFragebogen^ wurde ein­gehend erörtert. Man beschloß, diese Fragebogen ausführlich zu beantworten und als geschichtlichen und geographischen Stoff beim Kreisamt Schotten bzw. bei der dortigen Kreisschulkommtssion zu hin­terlegen. Außerdem wurde die V e r o f f e n t - lichung von Aufsätzen aus dem Gebiete der Heimatkunde in Aussicht genommen. Ferner wurde die Anlage eines sog.Hei- matbuches" für jede Gemeinde des Kreises ein­gehend besprochen: ein geschichtlich-geographische Darstellung, auch nach der naturwissenschaftlichen Seite, soll die Grundlage desHeimatunterrichts" bilden. Nach Schluß ber Versammlung sprach Prof. Dr. R o e s ch e n dem Vorsitzenden den Dank der Anwesenden für die umsichtige Leitung der Ver­handlungen aus. Sodann besichtigte man die in lieb­licher Waldeinsamkeit und in nächster Nähe des Forsthauses gelegenen Ruinen der Kirche des einstigen Dorfes Ruthardshaufen, wobei P r o f. Dr. R o e s ch e n die näheren Erläuterungen gab. Die Kirche zeigt den gotischen Stil und ist gegen das Jahr 1400 erbaut worden. Es stehen noch, umrahmt von gewaltigen Rotbuchen, der west- liche Giebel des Schiffes und die Außenwände des Chors: deutlich sind noch die Basen des quadratischen Kreuzgewölbes des Chors erkennbar. Die Kirche war St. Valentin geweiht. Das Dorf Ruthards- Hausen ist zwischen 1432 und 1551, etwa gegen 1500, eingegangen, jedoch keineswegs infolge einer Sa- taftropfje durch Zerstörung (wie man zuweilen hört), sondern durch friedliche Abwanderung. Die Bewohner zogen den Aufenthalt in der befestigten Stadt dem Wohnen in dem unsicheren, schutzlosen Dorfe vor. Prof. Dr. R o e s ch e n machte noch auf die deutlich sichtbaren Spuren der Fundamente der Ansiedlung unweit der Kirchenruine aufmerksam, sowie auf die ebenfalls noch erkennbaren alten Sui- turraine des früheren Dorfes. Auch die alte Stein­mauer des Kirchhofs ist noch deutlich festzustellen. Die hiesigen Heugrasverste i ge rungen erzielten einen Preis von gegen 30 Mk. je Mor­gen im Durchschnitt: der Zentner Heu kommt im allgemeinen auf 3 bis 4 Mark. Diese Preise bleiben beträchtlich hinter denen in der We11erau zurück, wo der Morgen teilweise auf 80 bis 110 Mk. ge­kommen ist. Der Vorstand des hiesigen Bür- geroereins hat sich mit Erfolg um die Ver­besserung des Sommerfahrplans be­müht. Vom 3. Juli ab gelten Sonntagskarten LaubachGießen auf Anordnung der Reichs- bahndircktion Frankfurt wahlweise über Hungen oder M ü ck e. (Bisher war die Fahrt über Mücke nicht möglich.) Angestrcbt wird das Halten des Zugs Sonntags mittags 3.20 Uhr auf der StationLaubacher Wald". Hier hält der Zug Sonntags nur morgens 9.52 Uhr.

Kreis Alsscld.

>°p Alsfeld, 28. Juni. In der Nacht zum Sonntag ertönte gegen 43 Uhr morgens die Feuersirene. Es brannte die Scheune des Landwirts Johs. Karl K o ch in der sog. Blauen Pfütze. Als die rafch herangerückte Freiwillige Feuerwehr an der Brandstätte erschien, stand die Scheune bereits in Hellen Flammen, so daß man sich darauf beschränkte, die Nachbargebäude unter Wasserschutz zu nehmen, da das brennende Anwesen nicht mehr zu retten war. Der auf­opfernden Tätigkeit der Feuerwehr gelang es auch, ein Uebergreifen des Feuers auf die Nachbargrund. stücke zu verhüten, so daß weiterer Schaden nicht entstand. Nach Lage der Sache dürfte als Ursache des Feuers Brandstiftung in Frage kommen. Wäre das Feuer nur wenige Minuten später ent- deckt worden, so wäre das Vieh des Besitzers, das in dem in der Scheune eingebauten Stalle unter­gebracht war, mitoerbrannt. Die Tiere konnten noch gerade rechtzeitig gerettet werden.

Starkenburg.

WSR. Weinheim, 28. Suni. Auf der Wachenburg ist der Dau einer Ehren­halle f ü r die Gefallenen geplant. Zu­nächst ist an der für den Dau vorgesehenem Stelle ein Gerüst errichtet worden, um festzu- stellen. ob sich beim Anblick vom Tal aus der Anbau architektonisch dem Gesamteindruck an- paßt. Mit den Dauarbeiten soll demnächst be­gonnen werden.

WSR. Amorbach i. Odenwald. 28. Juni. Der iungveryetralete Kaufmann San Fritz von hier wollte gestern früh mit drei Freunden eine Vergnügungsreise nach dem Doden- fee auf dem Motorrad unternehmen. 3n der Rähe von Mosbach in Vaden rannte Fritz, der auf einer kleinen Maschine sah und hinter seinen beiden Freunden hersuhr, an einer steilen Stelle gegen einen Eisenbahnviadukt. Durch den heftigen Anprall wurde ihm die Stirn­seite völlig gespaltet. Kurz nach feiner Einlieferung im Mosbacher Krankenhaus ist Fritz seinen schweren Verletzungen erlegen.

Verantwortlich für Politik i. V. Dr. Hans Thyriot.

Marschmusik zogen die auswärtigen Teilnehmer, die sich zahlreich mit Lampions versehen nach dem Bahnhof ab.

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Bornotizen.

Au» dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Nachdem das Lustspiel heimliche Brautfahrt" von Leo Lenz hier wie übrigens an allen Bühnen so außerordentlich ge- fallen hat, hat die Buhnenleitung ein älteres Werk desselben Autors,Bettinas Verlobung" wieder in den Svielplan ausgenommen.Bettinas Verlobung", ein Lustspiel, das diesen Namen wirk­lich verdient, ist vor einer Reihe von Jahren hier schon mit schönem Erfolg gegeben worden, und dieser Erfolg dürfte sich am Dienstag, 6. Juli, wie- derholen, zumal sich eine außerordentlich glückliche Besetzung ermöglichen ließ.

Eoang. Bund zur Wahrung der deutsch-protest. Interessen. Nächsten Sonntag in der Turnhalle am Oswaldsgarten Bun­desfeier mit DolksschaufpielAndreas Hofer". (S. heutige Anzeige.-

* 48000 Erwerbslose in Hessen. Nach einer amtlichen Veröffentlichung waren zu Anfang Juni im Volksstaat Hessen noch rund 48 000 unter- stützte Erwerbslose vorhanden. Seit Anfang März, zu welchem Zeitpunkt mit rund 63 000 Erwerbs- losen der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit erreicht war, ist die Zahl der Erwerbslosen ständig zurück- gegangen.

* Wiedereinführung des Vor- kriegszolls für Honig. Auf eine vom Reichstage angenommene Petition, die Schutz und Förderung der heimischen Bienenzucht forderte, hat die Reichsregierung nunmehr die Antwort erteilt, daß der Dorkriegszoll für Honig wieder eingeführt worden fei. Dem Deutschen Jmkerbund seien zur Forderung der Bienenzucht 20 000 Mk., der Ver­suchs- und Lehranstalt in Münster i. W. 5000 Mk. bewilligt worden.

h. Das Jahresfest des Zweigver­eins Gießen des Gustav-Adolf-Der- eins fand am Sonntag in Leihgestern statt. Der Posaunen- und Ktrchenchor von Leihgestern roirften bei der Feier mit. Den Altardienst versah der Ortsgeistliche Pfarrer Lic. Jäger. Der Fest- preblger, Pfarrer Knab - Gustavsburg, hatte seiner Predigt Petri 2, 4 zugrunde gelegt und schilderte Gustav-Adols-Not und -Hilfe" in volkstümlich- markigen Worten. Dekan G u h m a n n - Kirchberg sprach überGlaubensfreudigkeit". In der Nachver- lammlung fand die Begrüßung der Gäste statt. Der Jahresbericht wurde von Pfarrer Becker- Gießen erstattet, lieberEvangelium und deutsches Volks- tum in Not" sprach dann Pfarrer K n a b. Er führte wahre Schreckensbilder von der Bedrängnis und den Gewalttaten, unter denen evangelische Christen in dem von unserem Vaterland losgerissenen Teilen zu leiden haben, der andächtig lauschenden Gemeinde vor Augen. Kirchenrat Strack- Gießen, der 25 Jahre in Leihgestern als Geistlicher wirkte und in der Gemeinde immer ein gern gesehener Gast ist, überbrachte Grüße des Hauptoereins und des Zweigvereins des Gustckv-Adolf.Vereins, und dankte allen, die zum würdigen Verlauf der Feier beige­tragen hatten. Den Dank der Gemeinde an die Fest­teilnehmer sprach der Ortsgeistliche aus. Möge die­ses Fest von reichem Segen für die Sache des Guftav-Adolf-Dereins begleitet fein.

Sonnwendfeier auf Burg Mün­ze n b e r a. Am Sonntag fand, wie alljährlich, eine vaterländische Sonnwendfeier auf Burg Münzen­berg statt. Der Wettergott hatte ein Einsehen ge­habt, und so konnte die Feier ohne die in den letzten Wochen üblichen Regenschauer vor sich gehen. Mit schneidiaer Marschmusik der Kapelle Topp- Gießen, marschierten die mit der Bahn eingetroffe­nen Teilnehmer von der Station durch Münzen­berg nach dem prächtigen Platz an der äußeren Burgmauer, wo zunächst ein Kaffeekonzert die zum Teil von weither heroeigeeilten Gäste unterhielt. Alsdann wurde die Feier in dem weiten Burghof der mächtigen Ruine fortgesetzt. Im Namen des Festausschusses begrüßte Prof. Dr. Werner, Butzbach, die Teilnehmer und hielt dann eine groß­zügige Rede auf Volk und Vaterland. Sodann uberorachte Studienrat C l o tz (Butzbach) herzliche Grüße und Wünsche des Jungdeutschen Ordens, der leider durch eine schon längst festgelegte eigene Ver­anstaltung an der Teilnahme verhindert war. Sehr lehrreich waren die Worte des nächsten Redners, des Pfarrers K o d d i n g (Eberstadt), der einen klaren Ueberblid über die Geschichte der Burg und deren Erbauer gab. Lieder und Musikstücke um­rahmten die Ansprachen. Eine Pause unterbrach die Darbietungen. Der Abend nahte. Nach einem von Frl. I. Lange (Gießen) eindrucksvoll oorgetra- Jenen Gedicht hielt Dr. Lenz (Gießen) eine mar- ige Rede über die Bedeutung der Sonnwendfeier und die Vorbedingungen für Deutschlands Wieder- aufstieg. Als solche bezeichnete er Einigkeit, starke Füyrung und sittliche Lebensauffassung. Anschlie­ßend dankte Prof. Werner allen, die zum Ge­lingen der Feier beigetragen halten, und bann loderte ein mächtiges Sonnroenbfeuer zum nächt-

Gegen Abend zogen die Bruderschaften geschloßen über Bad Salzhausen nach Nidda zurück, um von da aus zu Fuß oder mit der Bahn die Heimat zu erreichen.

Krcis Schotten.

§ Schotten, 28. Juni. Aus dem G c - meinberat: Da bie O r t s b u r ch s a h r t Schotten sehr unübersichllich unb an manchen Stellen sehr eng ist, würbe zur Verhütung von Unglücksfällen beschlossen, eine Polizeiverorbnung zu erlassen, nach welcher bie Hächstgeschwin- b i g t e i t für Fuhrwerke, Kraftwagen, Motorräber u. bgl. in den bett. Straßen auf 15 Km. begrenzt wird. Mehrere Interessenten sind an die Stabt mit dem Wunsch des Verkaufs des städti- schen Hauses in der Haupt st raße neben den Schulgebäuden herangetreten. Der Gemeinderat lehnte jedoch den Verkauf dieser Hofreite ab, da nicht zu übersehen ist, ob nicht Haus und Grund­stück später für Schulzwecke u. bgl. Derwenbung fin- ben werben. Ein neuer Zeichensaal für die gewerbliche Fortbildungsschule soll erbaut werden, zuvor will man jedoch mit Schulvorstand, Verein für Handel unb Gewerbe unb Bauamt über biete Frage verhanbeln. Das neuerbaute Sechsfamilienhaus in ber Vo­gelsberger Straße soll balbmoglichst fertiggestellt werben, einige Arbeiten würben auf Grunb bes oubmiffionsergcbniffes vergeben. Der Kreis be­absichtigt bie Errichtung einer Kabaverver- wertungsan st alt unb sucht nach geeignetem Gelänbe, bei bem bie Wasserbeschaffung, Lichtzufüh­rung, Abwässerung leicht erreichbar sinb. Ein in ber Nähe ber Stadt in Aussicht genommener Platz wurde abgelehnt, da man Belästigung durch Geruch usw. befürchtet. In ber neuen Straße über ber Pfarrgalle sollen größere Psla st er­arbeiten vorgenommen werben, ebenso in ber Friebhofstraße, woselbst auch ein Bürgersteig auf der einen Seite angelegt werden soll.Da der finanzielle (vorläufige) Abschluß für Rj. 1 9 2 5 nicht ungünstig ist, wurde im Hin­blick auf die gegenwärtige schwere Wirtschaftslage, unter ber besonders bas Gewerbe leibet, bie G e - werbe st euer ermäßigt unb ber von ber ©emeinbe erhobene Zuschlag auf bie gewerbliche staatliche Einkommensteuer auf 15 Pf. je 100 Mk. festgesetzt. Es würben weitere 15 Wasser« meffer zum Einbauen beschafft, so baß fast alle Haushaltungen jetzt mit Wassermessern versehen sinb. Die Wassermesser haben sich bei bem oft knap­pen Wasserstanb, ben bie stäbtische Leitung hat, sehr bewährt, eine gerechte Veranlagung zum Wassergelb ist gewährleistet. Die stäbtische Wasserleitung ist vor 30 Jahren angelegt worben: immer mehr zeigen sich, befonbers bei ben Hausanschlüssen, schadhafte Stellen, die Rohre müssen nach und nach aus­gewechselt werden. Für die Feuerwehr wer­den zum Schutze gegen die Hochspannungsleitungen Isolierzangen, Handschuhe beschafft. Einige M i e- te r in städtischen Gebäuden sind mit der Zahlung ihrer Miete seit einiger Zett rückständig. Der Gemeinderat beschloß, daß nach kurzer Frist­setzung sofort gegen die Säumigen Klage auf Räumung bei Gericht eingereicht werden soll.

+ Sch otten, 28. 3uni. Olm nächsten Sonn­tag. 4. Süll, wird unsere Stadt den Ober» hessischen Geschichtsverein. Sitz Gießen, bei sich begrüßen. Unter sachverständiger Füh­rung des Univ.-Pros. Dr. Rauch- Dießen werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt be­sichtigt. Oberreallehrer Dotter-Alsfeld wird einen Vortrag über die alte Sch o11ener Kirchenmusik halten. Am 18. Juli wird, wie im Vorjahre, ein großes Motorrad­rennen auf der hierzu sehr geeigneten Sttecke Schotten Rudingshain Poppe­struthGötzenSchotten stattfinden. Es liegen schon über 60 Meldungen zu dem Rennen vor. Eine außerordentliche Generalversamm­lung des Turn- und Gesangvereins beschloß, aus Anlaß des neunzigjährigen Be­stehens des Vereins im nächsten Sommer ein größeres Sängerfest abzuhalten. Den Ehrenvorsitz führt ber Kreisdirektor. Geh. Reg.- Rat Doeckmann. Die einzelnen Festausschüsse wurden gebildet, die Arbeit wird bald auf­genommen werden. DerS ch o 11 e n e r Männerchor" in Reuhork, der seiner­zeit von ausgewanderten Schottenern gegrün­det wurde und jetzt im Dereinsleben der ameri­kanischen Riesenstadt eine ansehnliche Rolle spielt, hat sein Erscheinen zu dem Fest zu­gesagt und wird in großer Anzahl teilnehmen. Ein Dampfer ist von den amerikanischen Freun­den, die sich schon lange nach der alten Heimat sehnen, für die nächstjährige Fahrt gemietet wor­den. Auch hat der dortige Chor schon als Fest­beitrag über 100 Dollar seinem Mutterverein zum Geschenk gemacht.

ßaubad), 28. Juni. Arn Freitag tagte auf bem Forsthaus Rutharbshausen, bem sog.Jäger­haus", zwischen Laubach unb Schotten, unter bem Vorsitz von Stubienbirektor Dr. Hainer- Laubach eine Versammlung von Schulmännern unb Geschichtsfreunben aus bem Kreise Schotten, um über bie vom ßanbesamt für bas Bil« bungsroefen angeregte Frage bes Unterrichts in ber Heimatkunbe zu verhanbeln. Aus Lau- bach waren erschienen Pfarrer Nebel, Professor