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Ur. 149 Erster Blatt
176. Jahrgang
Dienstag, 29. Juni 1926
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertag».
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Unveränderte Lage im englischen Bergbau.
London, 28. 3uni. (Sil.) Die Lage im englischen CBergbautonfliTt hat sich in den letzten Tagen nicht geändert. Das Waffen st ill ft andsangebot des Sekretärs der ' Dergarbeitergewerkschaft Cook hat zwar viel Beachtung gefunden, aber in Kreisen der Grubenbesitzer ist man der Ansicht, bah es sich nur um ein Manöver handelt, um einen Frontwechsel zu verbergen.
Wie die Blätter berichten, sieht das neue Gesetz eine Arbeitszeit von acht Ar- beitsstunden außer der für die Gin- und Ausfahrt gebrauchten Zeit vor. Der Bollzugsausschuh der Bergarbeiter wird am Dienstag in London zukammentreten, um sich mit der durch die neuen Bergwerlsgesetze geschaffenen Lage zu befassen. Die Wiederholung der von dem Innen- mlnifher während des Generalstreiks gegebenen Versicherung, dah alle Arbeitswilligen von der Regierung geschützt würden, ist von! dem Sekretär der Bergarbeitergewerkschaften, Cook, mit der Drohung beantwortet worden, daß der Vollzugsausschuß die Frage der A b - lehnung von Aotstandsarbeiten in den Bergwerken erörtern wird. Die australischen Gewerkschaften sind telegraphisch um sofortige ilebersendung von Geld zur Unterstützung der Bergarbeiter gebeten worden.
Die Drohung des Sekretärs des Dergarbeiterverbandes, dah der Doll- zugsausschus! des Verbandes heute die Zurückziehung der mit der Instandhaltung derDergwerke beschäftigten Sicherheitsleute erwägen werde, wird nicht sehr ernst genommen, zumal der für diese Frage nach Ansicht der Gewerkschaftsführer zuständige Verband der Dergmaschinenführcr f. Zt. beschlossen hat, die notwend«en Arbeiten auszuführen. Durch eine Untersuchung bec Vereinigung zum Schuhe von Kindern wurde festgestellt, dah in allen Teilen des Landes für die Kinder der Bergleute gesorgt wird.
Bei den Beratungen der Hauptversammlung der Angestellten der Sozialversicherungsinstitute in Wien wurde mitgeteilt, dah ein von Sekretär Cook unterzeichnetes Schreiben der englischen Dergarbeiterorganisation cingelaufen sei, worin es u. a. heihe: Wir appellieren an die Gewerkschaften der ganzen Welt, uns ihre Hilfe zu erteilen. Ich bin überzeugt, dah dieser Aufruf nicht vergeblich sein wird, denn u n s e r K a m p f ist auch der Kampf der Arbeiter aller anderer Länder. Ich ersuche dringend um finanzielle Al n - terstühung. Entsprechend dem Anträge des Zentralvorstandes beschloh die Tagung, der englischen Dergarbeiterorganisation eine finanzielle Unterstützung zukv mmen zu lassen.
Die Achtstundenvorlage im Unterhaus.
Erbitterter Widerstand der Arbeiterpartei.
London, 28. Juni. (WTB.) Schon bei Beginn der zweiten Beratung der Vorlage über den Achtstundentag im Bergbau waren Anzeichen für den erbittert ften Widerstand zu bemerken, den die Arbeiterpartei dagegen zu leisten gedenkt. Der Arbeitsminister Steel Maitland, der häufig durch Gelächter und ironische Zurufe der Arbeiterpartei unterbrochen wurde, führte aus, daß es sich nicht um eine dauernde Maßnahme handele, daß die Bergleute nicht gezwungen werden sollten, eine Stunde länger zu arbeiten, sondern daß ihnen dies nur freistehe, und daß der Regierung infolge der unnachgiebigen Haltung der Führer der Bergleute gar kein anderer Weg offen bliebe. Er wandte sich weiter gegen die Behauptung, daß ein allgemeiner Angriff aus Arbeitszeit und Löhne geplant sei. Die Vorlage werde die Wirkung haben, die Kohlenoersorgung um zwei Shilling pro Tonne zu verbilligen. Die Regierung habe sich van der Erwägung leiten lassen, zu tun, was für das Land, die Industrie ' und die Bergleute am besten sei. Walsh (Arbeiterp.) sagte, die Regierung habe ihre frühere Zusage, zu dem Bericht der Kohlenkommission zu stehen, nicht gehalten. Bei Annahme des Gesetzes würden die Arbeiter länger zu arbeiten haben, als die irgendeines anderen großen europäischen Kohlengebietes. Sir John Simon (Liberal) wies dar- auf hin, daß die Bergleute selbst eher einer Lohnoerminderung, als einer Verlängerung der Arbeitszeit zu stimmen wollten, und daß cs daher nur natürlich sei, wenn sie eine Maßnahme mir offenem Mißtrauen be- trachteten, die den Wünschen der Zechenbesitzer entspreche. Im weiteren Verlauf der Debatte ergingen sich verschiedene Arbeitervertreter , i n ä u ß e r st heftigen Angriffen gegen die Regierung.
Die „russische Brennessei".
London, 29. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Der Minister des Innern bezeichnete in einer Rede das Der halten der Bussen als im Höch st en Grade unfreundlich. Keine andere zivilisierte Station würde so gehandelt haben. Man müsse noch einige Monate zu der Regierung Vertrauen haben und es ihr überlassen, mit der „russischen Brennessel" fertig zu werden, wie sie mit der „Brennessel" des General st reikes fertig geworden sei.
Laillaux an der Arbeit.
Um die Ratifizierung des Washingtoner Abkommens.
Laillaux, Frankreichs neuer Finanzminister, hat sich mit Energie an die Arbeit gemacht, um nach seinen Plänen die Stabilisierung des Franken vorzubereiten, woran bisher alle seine Vorgänger gescheitert sind. Die erste nach außen in Erscheinung tretende Tal war die Enthebung des Gouverneurs der Dank von Frankreich von seinem Posten, die, wenn auch offiziell versichert wird, dah die Goldreserven der Dank nicht angegriffen werden sollen, doch immerhin andeutet, dah Caillaux die weitgehende Autonomie des Zentralnoteninstitutes abzubauen und die Dank in sein Sanierungsprogramm einzu« spannen gedenkt. Die Maßnahme bereitet darauf vor, daß Caillaux vor einer neuen Inflation nicht zurückfchreckt, zumal er ja auch vor der Uebernahme des Finanzministerpostens schon darauf hingewiesen hat, dah er mit Rücksicht auf die Höhe der Inlandschuld eine Stabilisierung bei dem jetzigen Stand des Franken für unzweck- mähig und unmöglich hält. Er zeigte damit nur, dah er aus der Inflation in Deutschland etwas gelernt hat. Caillaux ist sich jetzt auch darüber klar, dah dies nicht olme schwierige innere: Kämpfe abgehen wird, da nicht abzusehen ist, welche Wirkungen die neuen Erschütterungen der Finanzen auf den Dauer, den Winzer und das Reine Dürgertum ausüben wird, die bisher noch nicht ernsthaft von den Schwankungen der Valuta ergriffen worden sind. Auf alle Fälle hat sich Caillaux den als sehr energisch bekannten General Guillaumat mit ins Kabinett genommen, der nicht nur dazu da sein wird, die Reorganisation des Heeres durchzuführen. Caillaux denkt sicher weiter. Er wird Guillaumat sicher die Unterdrückung der Streiks und ähnliche Folgen der Weiterentwicklung der Krise zugedacht haben. Weiter hat sich Caillaux auf den Standpunkt des Sanierungskomitees gestellt, der darin besteht, dah zur Grundlage der Sanierung die Ratifizierung des Washingtoner Schuldenabkommens gemacht werden soll. Caillaux ist aber selbst, wie die Mehrheit des Parlaments, der Auffassung, dah das Derenger-Abkommen für Frankreich tragbar ist und Aussicht auf Ratifizierung hat, wenn es einige Abänderungen erfährt. Es wird deshalb schon in den nächsten Tagen eine neue Delegation unter Führung Dokanowskis nach Washington fahren, um mit der Regierung zu verhandeln. Caillaux begnügt sich nicht mit dem Versprechen, dah sofort nach der Ratifizierung amerikanische Anleihen nach Frankreich fliehen, er will die schriftliche Zusicherung haben, dah Frankreich diese Anleihen sofort nach der Ratifizierung zur Stabilisierung bekommt. Wie weit sich Amerika daraus einläht, bleibt abzuwarten. Disher sind die amerikanischen Finanzleute sehr zurückhaltend gewesen und haben alle französischen Verbuche, Anleihen zu erhalten, abgelehnt. Es ist deshalb fraglich, ob sie sich schon vor der Stabilisierung zur Hergabe von Geldern entschliehen werden. Allerdings wird Caillaux auch gar nicht daran denken, diese Kredite jetzt schon zu verwenden. Er wird sie erst nötig haben, wenn er den Augenblick für die Stabilisierung für gekommen hält. Wohl aber wird es Caillaux mit der schriftlichen Zusicherung von Anleihen leichter fallen, die Ratifizierung des Schuldenabkommens durchzusehen. Und das wird vorläufig die Hauptsache sein.
Vor der französischen Regierungserklärung.
Paris, 23. Juni. (TU.) Fast alle Morgenblätter bringen Betrachtungen über den Inhalt der bevorstehenden Regierungserklärung. Rach dem „Echo de Paris" wird die Erklärung weit über die üblichen Grenzen hinausgehen und den Charakter einer Kundgebung an das Land tragen. Sie wird sich auf zwei Grundsätzen aufbauen: Autorität und Beruhigung. Die Regierung verlangt vom Parlament die Vollmachten, die sie zur Bewältigung der Schwierigkeiten braucht und will dem Sparerpublikum jede Besorgnis nehmen, indem sie eine Beschränkung der Abgaben von Wertpapieren und der Sähe der Einkommensteuer in Aussicht stellt. Zur Stabilisierung wird die Regierungserklärung wahrscheinlich Kredite der Vereinigten Staaten für unumgänglich halten und daher auf der Ratifizierung des Schuldenabkommens bestehen. Die Ratifizierung des Abkommens mit Amerika wird jedoch erst nach dem Abschluß eines Abkommens mit England möglich sein. Die Verhandlungen mit London müssen in ihrem ganzen Umfang neu ausgenommen werden, lieber die Entsendung Dokanowskis nach Washington liegen noch feine bestimmten Angaben vor. Rach dem „Petit P a r i f i e n“ wurde gestern in den späten Llbendstunden erflärt, das Gerücht beruhe nicht auf Wahrheit. Ein offizielles Dementi wurde aber nicht ausgegeben. Die Dlätter glauben deshalb, die Reise Dokanowskis werde mindestens ernsthaft in Erwägung gezogen. Do- kanvwskis Aufgabe werde zunächst darin bestehen, zu verhindern, daß die französischen Schul- fcenobhgationen in den Verkehr gebracht werden.
Das Kabinett ist heute nachmittag 5 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, in deren Verlauf der Text der Regierungserklärung festgelegt wurde. Der Text wird morgen in einem Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik einer letzten Prüfung unterzogen werden. Die Finanzprojekte Caillaux' werden, wie halbamtlich mitgeteilt wird, erst nach Fertig st ellung des Planes der Finanzsachverständigen, also ungefähr in vier bis fünf Tagen in der Kammer eingebracht werden. Die Regierung erklärte sich bereit, die Aussprache über die Interpellationen über die Finanzpolitik sofort nach @tnbringung der Finanzprojekte zu erörtern. Von radikaftozialistischer Seite hat der Abgeordnete Marin heute eine Interpellation über die Gründe der Absetzung des Generalgouverneurs der Danque de France, R o b i n e a u, eingebracht. Der ungünstige Eindruck der Absetzung Robineaus wird durch den überraschenden Rücktritt des Generalsekretärs der Danque de France, Aupetit, der heute nachmittag bekannt wurde, verstärkt. Die Stimmung im Senat ist besonders erregt. Poincare bekennt sich in einem Interview, das die Liberte veröffentlicht, als entschiedener Gegner des Washingtoner Abkommens und sagt dem Kabinett bereits den Kampf an. In bept Interview, das Poincare einem Vertreter
Die Arbeiten der Abrüstungskonferenz
Genf, 29. Juni. (TU.) Montag vormittag trat die gemischte Kommission der vorbereitenden Abrüstungskonferenz im Völkerbundspalais zusammen. Deutschland war durch Staatssekretär v. Möllendorf vertreten. Sie Kommission, die den Auftrag hat, die ganezn wirtschaftlichen Probleme der industriellenRüstungsfrage zu bearbeiten, begann sofort mit der ® eneral- b e b a 11 e. Fast sämtliche Redner wiesen auf die großen Schwierigkeiten hin, eine Dergleichsbasis für die militärischen Ausgaben der Staaten zu finden. Auch Staatssekretär v. Möllendorf unterstrich die Rotwendigkell, eine neue Dergleichsbasis zu schäften, da es nicht angängig sei, die Ausgaben derjenigen Staaten, die über ein stehendes Heer verfügen, mit den Ausgaben der andern Staaten, die nur eine Miliz hätten, in Parallele zu stellen. Auch wäre bei einem Vergleich der militärischen Dudgets zu berücksichtigen, daß diese Staaten feine Rüstungsindustrie hätten und daher alles aus dem Ausland einfuhren müßten. Die Gemischte Kommission wird in zwei täglichen Sitzungen ihre Arbeiten fortsehrn und hofft, sie am Samstag abschliehen zu können. Der Marine- a u s s ch u ß beschäftigte sich mit der Frage der Geschühkaliber als einem Vergleichs- maßstab für die Kräfte der Marine. Er lehnt es weiterhin ab, die Tatsache zu berücksichtigen, dah durch überseeische Besitzungen und Mandate die Flotte vielfach zu einer Ve rt e i- lung ihrer Kräfte gezwungen sei. Auf der Tagesordnung stehen weiterhin folgende Punkte: Ist es möglich, Fabriken, die normalerweise für die Herstellung von chemischen Produkten einschließlich Farben verwendet werden, binnen kurzem auf die Herstellung
von giftigen Gasen umzusteilen? — Außerdem hat die Kommission die wirtschaftlichen Folgen zu prüfen, welche die Aufnahme von Bestimmungen über das Verbot gewisser Kriegsformen, wie den Gift- g a s k r i e g, in der Konvention betreffend die Abrüstung haben könnte.
König Alfons über die Völkerbundsfrage.
Paris. 26. Juni. (TU.) In einer Unterredung mit einem Vertreter des „Figaro" er- fiärte König Alfons, er fei ein aufrichtiger Freun d des Völkerbundes, aber die Ventralen hätten zu wenig Anteil an der Genfer Einrichtung. Es feien viele Irrtümer begangen worden, und vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Deutschland gleich am Anfang in de n^ Völkerbund ausgenommen worden wäre. Spanien erfahre nicht die Dehandlung, die es verdiene. Wenn Spanien nicht die Anerkennung finde, die seiner Geschichte und seiner gegenwärtigen Bedeutung würdig sei und wenn es mit seinen Ansprüchen auf einen ständigen Ratssih nicht durchdringe, so könne es dazu gebracht werden, das Interesse am Völkerbund zu verlieren. Das sei für Spanien eine Chrenfrage.
Vereiteltes Attentat
auf den spanischen König.
Paris, 29. Juni. (TU.) Wie der „I n - tranfigeant“ meldet, hat die Pariser Geheimpolizei aus Anlaß der Reise des spanischen Königspaares umfangreiche Sicherungsmahnahmen getroffen. Der Polizei ist es gelungen, im letzten Augenblick ein Attentat auf den König zu vereiteln. 15 spanische
der „Sibert 6“ gewährte, sagte er u. a.: W i r, die wir Deutschland gegenüber so viel Mäßigung (!!) an den Tag legten, dürfen mit Recht annehmen, daß die Vereinigten Staaten ihren früheren Waffengefährten zum mindesten mit derselben Rücksicht behandeln werden. Wir brauchen eigentlich unfern Verbündeten nichts zu zahlen, solange nicht die uns zugefügten Schäden und Verwüstun- g e n behoben sind und auch hiernach brauchen wir Amerika nur soweit bezahlen, als wir selb st von Deutschland bezahlt werden.
Die Zchuldenverhandlungen mit Amerika.
Paris, 28. Juni. (TU.) Finanzminister Caillaux hat gestern nachmittag mit seinen Mitarbeitern den finanziellen Teil der Regierungserklärung ausgearbeitet. Vach glaubwürdigen Presseangaben kündigt die Regierung in der Erklärung den festen Entschluß an, so schnell wie möglich eine Stabilisierung der Währung vorzunehmen. Die Schuldenabkommen mit Washington und London bilden nach der Auffassung der Regierung die unerläßliche Voraussetzung für die Inangriffnahme der Stabilisierung. Dem „P a r i s S o i r" zufolge wird die Ratifizierung des Abkommens mit Washington vorläufig noch verzögert werden. Der französische Finanzminister wünscht eine formelle Zusicherung der Vereinigten Staaten, daß im Falle der Ratifizierung des Abkommens Frankreich sofort eine Änleih e gewährt toiy. die zu Stabilisierungszwecken verwendet werdest soll. Die Regierung der Vereinigten Staaten stehe dem Gedanken einer Anleihe an Frankreich an sich wohlwollend gegenüber, jedoch will sich Caillaux nicht mit einer Zusicherung begnügen, sondern nur mit einem formellen Versprechen. Zu diesem Zweck sollen so schnell wie möglich die Verhandlungen mit dem amerikanischen Schatzamt wieder ausgenommen werden. Zum Führer der neuen Schuldendelegation, die nach Washington aufbricht, ist angeblich Dokanowski ausersehen, mit dein Caillaux gestern abend eine lange Aussprache hatte. Die Regierungserklärung wird weiter auf die Verhandlungen mit dem Schatzamt und die von der Regierung geplanten Vorkehrungen verweisen.
Eine Abordnung der radikalsoziali- stischen Gruppe, der führende Mitglieder der Finanzkommission und der Kommission für auswärtige Angelegenheiten des Parlaments angehören, hat sich heute nachmittag zum Quai d'O rsah begeben und Driand davon benachrichtigt, daß die Radikalsozialisten das Washingtoner Abkommen in seiner gegenwärtigen Form verwerfen. Die Delegation wurde von Caillaux empfangen.
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Wie aus Veuhork gemeldet wird, weisen die Mitglieder der amerikanischen Schul- denkommission in scharfer Form die französischen Versuche zurück, die Schuldenoerhandlungen mit Amerika wieder aufzunehmen. Die Frankreich gewährten Bedingungen lägen völlig im Bereich seiner Zahlungsfähigkeit.
Anarchisten, die sich in Paris aufhalten, hatten von Spanien her den Auftrag erhalten, ein Attentat auf den König aus- Aufüljren, wozu ihnen reichliche Geld-, summen überwiesen worden waren. Die Pariser Geheimpolizei bekam rechtzeitig Kenntnis von den Vorbereitungen der Anarchisten und konnte sie unschädlich machen. Alle 15 waren schwer bewaffnet. Einzelheiten über die Entdeckung des Attentats sind noch nicht bekannt.
Die TagungderZeitungsverleger ’
Köln, 27. Juni. (WTB.) Der Verein Deutscher Zeitungsverleger trat heute, nachdem gestern in Anwesenheit der staatlichen und städtischen Behörden die bereits berichtete feierliche Eröffnung seiner Tagung im Großen Saal des Kölner Messegebäudes stattgefunden hatte, in seine geschäftlichen Beratungen ein.
Der Vorsitzende des Vereins, Kommerzienrat Dr. H. K r u rn b h a a r, Liegnih, eröffnete die Tagung mit Worten der Begrüßung und stellte fest, daß die Hauptversammlungen des Vereins Deutscher Zeitunqsverleger seit Jahren an innerer und äußerer Bedeutung und hinsichtlich des Besuches gewachsen seien. Dr. Krumbhaar widmete sodann dem im letzten Jahre verstorbenen Ersten Stellvertretenden Vor sitzenden des Vereins Direktor Karl Müller, Berlin, sowie dem im letzten Jahre verstorbenen Generaldirektor der Deutschen Tageszeitung, T s ch e r - mal. einen warm empfundenen Vachruf. Der Vorsitzende erläuterte dann im einzelnen die Ergebnisse der Dereinsarbeit im vergangenen Geschäftsjahr und wies besonders auf den Abschluß des großen Vertragswertes der Reichsarbeitsge- meinschäst der deutschen Presse, die Bemühungen um eine Reform des Presserechts und die Bestrebungen zur Heranbildung des verlegerischen und journalistischen Vachwuchses hin. Er schloß


