(10 etfcf) 60 BIS 150. tSMiUng 8 bis 10. Weiß- kraut 5 btS 8. Rotkraut 10 bis 12. gelbe Rüben 10. rote Rüben 10, ÖXnat 25 bis 30. Uitter- kohlrabi 5 bis 8. Grünkohl 20. Rosenkohl 35 blZ 45, Frl'salal SO ErJ 120, Tomaten 50 bis 100, Zwirbeln 10. Meerrettich 35 bi3 80. Schwarzwurzeln 45 bis 50, Kartoffeln 6, Aepfel 15 bis 30. Dirnen 10 bis 15. Dorrobst 30, Honig 50. junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bJ HO, Gänse 100 ErJ 120; das Stück Sier 17 bl5 20, Blümer, krchl 80 bis 150. Snriv.en 8 biS 20, Lauch 5 bü8 15 Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 b.s 40 Pf.
•• Da, städtische TBerbematerial aus der Wee-Do.Ausstellung in Braun- schweig. Auf der WerWo-Ausstellung (werde- psychologische Woche) in Braunschweig vom 16. bis 23. Januar 1927 ist auch unsere Stabt mn >hrcm Werbematerial vertreten, das bei den Versuchen der wecbeplychologischen Woche nicht nur Lehr- und Lernmaterial sein, sondern auch für unser« Stadt r. tSerben wird. Die Werbewoche — Wer-Wo — , ü Arbrils- und Forschungswoche zugleich («in und p ihrem Teil an der Lösung der Rotionalisierungs- v u'ikrne der Gesamtheit Mitarbeiten. Sie hat sich 37 • it eine hohe Aufgabe gestellt: Die heutige Zeit h it es langst verlernt. Werbung als ein großes Trcmmelrüören anzusprechen. Die Zusammenhänge fir.b tiefer. Wir stehen an einem Wendepunkt in der tfniroiiflung der Reklame, einerlei, ob es sich um Verkehrs- oder Geschästswerbung handelt. Man rechnet mit den psychischen Einwirkungen auf den Beschauer, den Umworbenen, und muß in der Wer- b;mi daher di« allgemeingültigen Gesetze der Aestyettk und der Harmonie berütf]id;tiGen. Hier bc- ainnt das Arbeitsgebiet der Psnchotechnik wie der «inst. Auch soll man nie vergessen, daß die Werbung, wenngleich sie den Geschmack des Publikums bitücksichtigcn muß, ihn zugleich wieder stark beeinflussen und bilden kann. Hier liegt das pädagogische Moment der Reklame und die bei falscher Anwendung große Gefahr ihrer Wirkung. Als Viergespann: Verkehr, Reklame, Kunst und Psychotechnik kann dagegen die Werbung wertvollste Aufbauarbeit leisten. Das ist der Sinn der Wcrbewoche in Braunschweig.
•• Rentenzahlungen. Dom Postamt wird ons geschrieben: Wie bereits bekanntgegeben, findet die Auszahlung der Unfall-, Invaliden-, Kranken-, Alters-, Witwen- und Waisenrenten für Januar schon am 3 0. Dezember statt. Für Empfänger von Invaliden-, Kranken-, Alters- und Witwenren- fen wird ein einmaliger Zuschlag von 6 Mark und für Empfänger von Waisenrenten (0) für jede bezugsberechtigte Waise 3 Mark gezahlt. Empfänger Don Zusaßrenten erhalten den Zuschlag nur, wenn neben der Zusatzrente kein« anderen Bezüge aus der Invalidenversicherung laufen. Bei Renten, die in Teilen an mehrere Empfänger gezahlt werden (Teil- renlen), wird der Zuschlag an jeden Teilrentenempfänger voll ausgezahlt. Zu Spitzrenten wird der Zuschlag nicht gezahlt. Die Empfangsbescheinigung über den Zuschlag ist auf den Quittungen für die Ianuarbezüge in Der Weise abzugeben, daß der Zu- schlagbelrag deutlich über die Ziffernangabe des eigentlichen Rentenbetrags geschrieben und von dem Rentenempfänger durch Ramensgegenfchrift in ein- jachster Form (ohne Vorname, Geburtsname usw.) anerkannt wird, z. D.: E. Müller, 21 RM. 45 Pf.
# Schützt Die Pferde! Bei strenger fiälte müssen die Pferde, wenn sie auf der Straße halten, g t zugedeckt werden, damit sie nicht zu sehr frieren, steif werden und sich erkälten. Die Decken sollen aber sorgsam übcrgelept und an den Seiten gut befestigt sein. Flüchtiges Uebcrwersen nutzt nicht viel. Da- gegen ist es unvernünftig, die Arbeitstiere schon während des Dienstes mit einer Decke einhergehen zu lassen. Darunter schwitzt di« Haut, und das Tier roi d empfindlich. Rur geschorene Pferde müssen im Winter eine Decke haben. Ein wohlwollender Kut- scher darf nicht vergessen, über Nacht das Gebiß Der Pferde im Stalle aufzubewahren, und vor dem Gebrauch in warmes Wasser zu tauchen ober mit einem wollenen Tuche warm zu reiben, weil fönst das kalte Eisen an Zunge, Lippen und Gaumen kleben bleibt und sehr schmerzhafte Beschädigungen der Schleim- haut verursacht, so daß die Tiere ihr hartes, stechen- des Fuller scheuen. Auf witterungsgemäßen Huf- bcschlag muß jetzt auch geachtet werden. Bei unebenem Boden, der mit Eis oder Schnee bedeckt ist, achoren an die Hufeisen Stollen, von denen die ein- schraubbaren H- und Z-Stollen die empfehlenswertesten sind. Ist die Fahrbahn glatt (Zement, Beton, Asphalt), so verhindern Hufeisen mit Strickeinlagen das Rutschen noch am besten. 11 n Pferde, die auf alatten Straßen gestürzt find, leichter aufzurichten, führe man stets Torfmull oder Sand jum Bestreuen des Bodens mit
•* Die Einlösung der Theater-Adon- ncments kann auch von Mittwoch, den 29. Dezember, ab während der üblichen Kassenstunden an der Theaterkasse erfolgen. (S. heutige Anzeige.)
* Heber das jubballtretien V.f.B. gegen Spvg. 1900 sind wir heute leider nicht in der Lage zu referieren, da der Bericht über den Spielverlauf heut« vormittag erst zu später Stunde in unsere Hande gelangte, so daß tlne Veröffentlichung für die laufende Tage-- au-gade nicht mehr möglich war.
*• Weihnachten in der Herberge Zur Heimat. Etwa ZO fremde Wanderer wurden am Heiligen Abend unter Mus.k in dm oberen großen Saal geführt. Rachdem alle an tveißgedacltrn Tischen mit vollgefüllten Tellern unter dem strahlenden Weihnochtsboum Platz genommen hatten, fang man da- Lied .Vom Himmel hoch da komm ich her." Der Hausvater McÜ eine zu Herzen gchmde Ansprache, unter Verlesung der Weihnachtsgeschichte wies et auf t. innere und äußere Bedeutung deS Weih- r ^tssesteS hin. Dor allem behandelte er die
je: Warum feiern wir in den Herbergen zur not Weihnachten? Gr schloß mit dem Wunsch, i es allen vergönnt sein möge, im nächsten ec unter günstigeren Verhältnissen Weh- ;.en zu feiern. Bei warmem Sssen, wobei ein Dias Vier nicht fehlte, bl eS» man in utt sicher Stimmung noch einige Zeit E>ei- • -men. Am 1. Feiertag fand dann Kleider- 1 rade statt, wobei manch: von Kopf bis zu Fuß v- i e ng kleidet wurden, so daß man den Men- secen kaum wiedrrerkmmte.
w Di« Hauptverfammlung bei Kunstvereins für Hessen fand dieser Tage in der Kuni'thalle in Darmstadt unter dem Vorsitz von Oberregierungsrat Emmerling statt. Die Deriammluna genehmigte den Verwaltungsbericht. den Rechenschaftsbericht unD den Voranschlag für 1927. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des Vorstandes. 3n den Verhandlungen wurde zur Sprach« gebracht, daß bei den Ausstellungen die ausstellenden Künstler derartig viele Einlat-ungen ergeben ließen, daß dadurch manches Mitglied beS Vereins veran'-aßr wurde, aus dem Kunstverein aus zutreten, weil man ja auch, ohne einen Dritrag zu zahlen. Ne Ausstellung besichtigen konnte. Hm den Verein vor Sättigungen zu wahren, soll künftig der KreiS 6er öingrladenen möglichst eng gezogen werden. Auch wurde darüber g.llagt, daß in der .Kunststadt" Darmstadt noch nicht einmal ein halbes Prozent der Devölkerung Mitglied deS KunstvrreinS ist.
Der Landesverband Hessen des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge hielt vor einigen Tagen, in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. D.r Vorsitzende, Prvvinziald.rektvr a. D Geheimrat Fey- Darmstadt, erstattete d:n Jahresbericht über die Tätigkeit deS Volks bundes und über die Derhandlun- gen, die in Berlin mit den Behörden des Auslandes über Die Instandl Atzungen der Fr.e.chöfe geführt wurden. Weiter berichtete der Vorsitzende über die Bemühungen, einen Dolkstrauertag im ganzen Reiche herbrizuführrn. DiS jetzt sind nur Vereinbarungen mit dm Ländern zustande gekommen. 3m Jahve 1927 soll ein allgemeiner Dolkstrauertag am 13 März (Sennlag Reminif- cere) stattsinden. ES wurde von der Veriammlung ein A ttraz deS Oekonomierats Spieß- Frie> berg angenommen. Die Bemühungen 6c3 Volks- bundeS nach gesetzlicher Einführung eines allgemeinen VolkStrauertageS zu unterstützen. Die Rechnung des Landesverbandes schließt mit einer Einnahme von 2861 Ml. und einer Ausgabe von 163 Mk. ab. Die Bemühungen des Landesverbandes zur Feststellung der Soldatenfriedhöle. auf denen Angehörige hessischer Truppenteile üben, sind iwch nicht e geschlossen
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 27. Dez. Am heiligen Abend wurde ein 63jähr.ger Mann, der noch kurz vor der elektrischen Dahn d.e Straße üi»er- scheriten wollte, von dem Wagen erfaßt und schwer am Kopfe verletzt. Der An- glückliche ist seinen Verletzungen auf dem Weg? nach Dem Krankenhause e rl egen. — Rach den Vorgängen in Germersheim wurde vom Ober- kommandierenden in Mainz allen französischen Offizieren Der Desatzungsarmee daö Tragen von Zivi lkleidung verboten. (Sine Zeitlang wurde dieser Be ehl auch befolgt. 3n letzter Zeit tragen dtt Offiziere, besonders an Sonntagen, wieder vielfach Zivil, ohne daß das Verbot bisher aufgehoben worden ist
Preußen.
zrrcis Wetzlar.
~vS— A! s Dem Kreise Wetzlar, 27. Dez. Die WanDerhaushaltkurse, Die seit zwei Jahrzehnten in unserem Kreise eingeführt find, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bisher rour« den Diese Kurse nur im Winterhalbjahr in Drei (3e- meinDtn abgehalten. Die Nachfrage ist jetzt aber jo reg« geworden. Daß die fircisoerroaltung im vorigen Jahr« eine zweite Lehrerin für diesen Wir- kungskreis eingestellt hat. Die Diesjährigen Kurse sind der Bürgermeisterei Greifenstein zugewiejen. — NoH einer neuen Polizeioerordnung Des Land- rats Dürfen innerhalb Des Kreises in Den Durch Maul- und Klauenseuche verseuchten Ge Höften keine Hausschlachtungen stattfinden, für die betroffenen Landwirte eine unangenehme Sache.
Mrcid Vicdenkopf.
XX Rodheim a. b. Bieber, 27. Dez. Das Doppelfest Der goldenen Hochzeit konnte am zweiten Feiertage unter großer Anteilnahme In den Familien Hauptlehrer a. D. Höhn und Landwirt Jakob Ger 1 ach begangen werden. Während Herr Höhn seit dem Jahre 1878 in seltener Treue hier als Lehrer gewirkt, ist Herr Gerlach Der letzte Allveteran Des Dorfes. Ihm wurde im Auftrag Des Kyfshäuscr- bundes ein Bild Hindenburgs durch den Vorstand unseres Kriegeroereins überreicht.
XX Bieber, 27. Dez. Am zweiten Feiertag stand unser Ort im Zeichen Der Glockenweihe, wozu nicht nur alle Dorfbewohner, sondern auch viele auswärtige Gäste erschienen waren. Nachdem vor zwei Jahren am Wege nach Hof Haina ein eigener Friedhof mit Ehrenmal für die Gefallenen geschaffen, fehlte es an einem würdigen Geläute. Dank der Unterstützung unserer Industriellen und Der bereitwilligen Gaben der Dorfbewohner konnten zwei Glocken beschafft und auf dem Schul- haus eingebaut werden Nachdem Haupllehrer 8 511 die Festgemeinde begrüßt hatte, hielt Pfarrer Vöme 1 die Weiherede. Schülerchor und die beiden Gesangvereine trugen Der Feier entsprechende Lieder vor. Die auswärtigen Gäste wurden in liebenswürdiger Weise von unseren Einwohnern mit Kaffee und Kuchen bewirtet.
js Gladenbach, 27. Dez. Am ersten Weih- nachtsfeiertag fielen im nahen Erdhaufen das Stallgebäude sowie ein Nebengebäude des Land- tvtris 3. Scheid einem Drande zum Opfer. DaS Vieh, außer Den Hühnern, konnte gerettet werden: sämtliche Vorräte verbrannten. Dank dem Eingreifen Der umliegenden Ort-seuer- wehren, darunter auch Der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, gelang es. ein Umsichgreifen deS Heuers zu verhü en. Die Löscharbeiten gestalletn sich infolge des Frostes sehr schwierig.
Maingau.
WSR. Frankfurt a. M, 27. Dez Die Feiertage sind in Di fcm Jahve auherordent- llch ruhig verlaufen. Außer etwa einem halben Dutzend Bränden sind saft gar keine Vorkommnisse oder Unfälle zu verzeichnen. — Da der Main und feine Rebenflüsse seit Samstag erhebliches Treibeis sühnen, mußte die Schiff
fahrt auf dem Fluss« bi» hinab noch j Mainz völlig eingestellt werden. Sämtliche Fahrzeuge haben die schätzenden Häsen ausgesucht Die Wehre sind sämtllch rnedergelegt worden. Zn seinem Obrrlaufe ist Der Main völlig zugelroren. Die Sä «Fahrt auf bnn Rhein »ft vorläufig noch im Gange. — Der Magistrat hat NH für Veranstaltung einer Ideenwelt- bewerb- unter den Frankfurter A r - chitekt «n zur Erlangung von Plänen für Die architektonische Gestaltung de S südlichen Mainus er» zwischen d r Allen Brücke und dem Eisernen Steg ausgesprochen und zwar soll dabei nicht nur die Möglichkeit einer Umbauung der Dreikönigskirchc. sondern auch jede andere städtebauliche, unter Umständen rein gärtnerische Gestaltung in B tracht gezogen werden
W2R Hanau. 2<. De;. Heut: vormittag wurde ein Krastwagensührcr der hiesigen Ar- Ehriter-6amariteTfcIonne. als er mit seinem Rade in daS Depot der Kolonne einbiegen wallte, von dem Anhänger eines Lastkrastwa- gen« ersaht und unter die Räder geschleudert. Mit schweren inneren und äußeren Verletzungen wurde Der Verunglückte in5 LandkrankenbauS verbracht. Der Zustand des Verunglückten soll zu ernstesten Besorgnissen Anlaß geben. Die Schuldfrog: bedarf noch einer genaueren Klärung. — Heute vormittag wurde aus dem Main unweit Der .Mainkette" f c QeUbe eine* am 13 d. MtS. auS der Kuranstalt Hohemark entwichenen gristes kranken 54jährigen Bankbeamten aus Main; gelänget. Dar sreiwillig auS dem Geben Geschiedene fmtte am Abend seiner Flucht auS der Heilanstalt eine Karte an einen Freund geschrieben, auf Der er von seinem Vorhaben Kenntnis gab.
Der Konkurs Angersteins.
WER Saiger, 27. Dez. LI der daS Vermögen des Massenmörders Fritz Angerstein auS Haiger wurde unmittelbar nach dessen Hinrichtung der Konkurs verhäe.gt. Die Summe der Forderungen beläuft sich auf Hl 572Mk. 3n Der Hauptsache ist die F rma van der Zy-hrn, Der Angerstein erhebliche Sunnnen unt:rschlua. an den Forderungen beteilig!. Dagegen blläuft sich der Wert Der Konl rsmasse auf nur 14 635 Mk.. die jetzt, Dlättermeldungen zufolge, an die öor- berechtigten Gläubiger zur Verteilung kommen sollen.
Amtsgericht Wetzlar.
Q Gin Lagerarbeiter aus Große n-Li nden und ein Fuhrmann aus Wetzlar hatten sich unter Der Anklage Des Diebstahls zu verantworten. Der erste Anllagte, Der als Lagerverwaiter bei einem Kaufmann in Wetzlar tätig war, batte verschiedene- mal größere Mengen Mehl aus Dem Lager feines Brotherrn entwendet unD Das Diebesgut weiteroer- außert, währenb Der zweite Angeklagte einmal zehn PfunD Mehl entwenDet haben soll unD Der Hehlerei bcfdjulDiat wurde. Das Gericht erkannte gegen Den ersten Angeklagten auf 1 Monat (9 e • fänanis wegen Diebstahls und gegen Den zwei- ten Angeklagten wegen Hehlerei auf 15 Mark Geldstrafe, hilfsweise 3 Tage Gefängnis.
Ein Mann aus Volpertshausen, der in mehreren Fällen Beiträge für Die Ortskrankenkasse Braunfels im Gesamtbeträge von 198,44 Mk. ein- gezogen. Diese aber angeblich nicht abgeliefert hatte, mußte sich wegen Unterschlagung verantworten. Der Angeklagte war gcstänDig, will aus Not gehandelt haben, und will Den Betrag wieder erstatten. Er wurde zu 6 0 Mark Geldstrafe, evtl. 12 Tagen Gefängnis verurteilt.
(Ein Kellner aus Wetzlar hatte von einem FahrradhänDler in Wetzlar ein Fahrrad gegen Ratenzahlungen gekauft. Trotzdem der Verkäufer sich bis zur vollständigen Bezahlung Des Rades das Eigentumsrecht vorbehalten hatte, verkaufte der Kellner vor Bezahlung der ganzen Kaufsumme Das Rad anderweitig. Er wurde daher wegen Unter fchlagung angeklagt. Der Angeklagte bestritt, Die Absicht Der Schädigung Des ZahrraDhänDlers gehabt zu haben, «r habe Den Verkauf Des RaDes nur aus Not getätigt. Das Gericht kam zu einem frei- fprechenDen Urteil
Diebstahl, begannen im strafschärfenden Rückfall rourbe einem Buchbinder aus Gießen zur Last gelegt. Er sollte gelegentlich eines Besuches bei einer Familie in Wetzlar m einem Moment, wo er allein war, eine Damenuhr entwendet haben. Der Angeklagte bestritt, die Tat ausgefohrt zu haben. Die Verhandlung erbrachte nicht Den Beweis Der Täterschaft Des Angeklagten, weshalb seine Freisprechung erfolgte.
Kleine Straffammer Wetzlar.
Q Ein Händler aus Vollnkirchen tvar in erster Instanz vom Amtsgericht Wetzlar wegen Be- trug» zu 50 Mark Grldstraf« verurteilt worden. Er focht dieses Urteil durch Berufung an. Der Angeklagte kaufte im September von einem Landwirt in Vollnkirchen Aepfel Angeblich soll er bei der Bezahlung, die an die Tochter erfolgte, bei Dem Geldbetrag ein 200-Markftück aus Aluminium statt einer Reichsmark verabfolgt Haden. Der Angeklagte bestritt dies und behauptete, mit richtigem Geld be- rihlt zu haben. Das Gericht gelangte zur Frei- prechung des Angeklagten, obwohl es annahm, daß der Angeklagte mit Dem fraglichen 200-Markftück befahlt habe, was jedoch auf ein Versehen Des Angeklagten zurückzuführen fei.
Buntes Allerlei.
Vögel als Freunde der Eisenbahn.
Die merkwürdige Tatsache, daß manche Vögel ihre Rester am liebsten an Bahnstrecken und sogar unnter den Schienenteilen anlegen, ist vielfach beobachtet worden. Der Steinschmätzer wählt sich a. D gern als Riststätte einen Platz unter Dem sog. Herzstück Der Schienen, eienm besonderen Teil, Der bei Glersabzweigungen eingefügt wird. Die Darüberdonnernden Eisenbhanwogen hi.rdern Das Weibeben nicht im geringsten in Dem Aus- brüten unD Aufziehen seiner Zungen. Auch Rester Der Bachstelzenn hat man schon häufig in Hohlräumen unter Den Schienen gefunden.
| und Die RatursorsLende Gesellschaft zu Alten- bürg bewahrt In ihren Sammlungen DaS 2kU cmes HausrotschwänzchenS, DaS aus Der Zugstange eines Güterwagens angelegt war. Sine merkwüDige .Anpassung Der Vögel an Den Eisen- bahnverkehr" berichtet Prof Koeprrt im neucsten Hell Des .Naturforschers .Dirienn Srmmcr konnte ich." schreibt er, .ein« Anpassung Der Lachmöwe an Den Bohnverkhr gelegentlich einer Reise von Dresden nach DreSlau beobachten. Alder Zug in die Station Liegnih einfuhr, tauchten auf einmal Scharen von Lachmöwen am fallenden Zug« aul, die ihn mit heiseren Schreien umkreisten unD. tote es schien, gewöhnt waren, von Den Reisenden gefüttert zu werden. D.e her- ausgetoorfenen Brot brocken singen si« geschickt in Der Lust auf und lasen di es.'s den vom D>den aus. ohne sich Durch den Verkehr Der Reisenden stören zu lassen. Sie folgten Dem abfahrenden Zug noch eine Weile, solange ihnen etwa- zu- geworsen wurde Dann verschwanden s'.e nach Dem östtich von Liegniy gdogeiicn Kuni.zer See, Der «in« starke Brutkolonte Der Lachmöwe birgt. Aus der Rückreise von Br-slau nach Dresden sah ich dasselbe Schauspiel. Die Vögel beobach etcn genau Die durchfahrenden Züge, um von ihnen ihren DurchzangSzoll in Gestalt von Rahrungs- brocken erheben."
HotfefeQers neucfles Rezept Des langen Lebens.
Der alte John D. Rockefeller, dem höchstens Ford Den Romen Des reichsten Mannes der Welt streitig machen kann, ist jetzt 87 Jahre all unD erfreut sich noH guter Gesundheit. Man möchte glauben, baß ein Mann mit so unbegrenzten Mitteln sich von Den berühmtesten Aerzten Der Welt Die neuesten Mittel Der Lebensverlängerung verordnen lassen könnte. Aber Der schlaue John D.” gibt nicht sehr viel auf Aerzte. sondern begnügt sich mit einer Lebensregel die er seit langem befolgt. Wie er kürzlich milteiltc, sind die hygienischen Gebote, denen er sich unterwirft, die folgenden „Aergere dich nicht: nimm nicht yi; trinke täglich Drei Liter Dosier: mach« regelmäßige körperlich« Hebungen und sorg« beim Schlafen für frische Luft." Der Wert dieser Lebensregcln wird übrigens von hervorragenden Medizinern anerkannt. Denn man glaubt, daß Die Zuführung von Wasser die Gewebe des Körners reinigt, daß frische Luft das Wichtigste für die Lungen ist und niasts die Tätigkeit der Muskeln fo anregt wie körperliche Hebungen.
ein „Tatbestand'' vor 4000 Jahren.
Den Tatbestand eine» Mordes auS dem Bronzezeitalter, DaS etwa 4000 Jahre zurückliegt, hat Der englische Vorgeschichtler Pro efsor Walerston au6 einem Funde geronnen. Den er vor kurzer Zeit gemacht hat. ES handelt sich um eine Kiste, Die ein männliches Skelett enthielt, das deutliche Spuren eines an ihm verübten Verbrechens zeigte. „Sri Schlag mit einer stuinplen Was.e, wahrscheinlich mit e ner Keule Kurde gc;ei Der Kops geführt", so beschre bt der Prose sor diese vorgelch chlliche Traaöd e. „Sr prallte aber ab und traf Den aufgehobenen Arm mit dem Der Angegriffen« sich verteidigte. Davon rühren Schrämmen am Arm und an Der linken Seite deS Halses her. Dann wurde der Unglückliche von hinten mit einer scharfschncidigen Waffe angegriffen, Die seinen Kops verfehlte, aber im Rücken tiefe Einschnitte hervorrief und die Wirbelsäule verletzte. Seine Beine müssen dann schwer verwundet oder sogar unter den Knieen abgeschnitten worden sein. Wahrend er auf Dem Dodcn lag, wurde ihm mit einer Keule Die rechte Seite des Schädels zerschmettert."
Der Schatz im Geograph:e»Buch.
Sin Engländer, namenS Charles R. Robson, lauste vor einiger Zeit in Leicester eine alte Bibliothek, und alS er sich die einzelnen Bücher durchsah, stieß er auch auf ein alteS Gcographie- Vuch, das gar leinen Wert hatte und das er nur zufällig durchblä.terle. Da entdeck e er einen Schatz. Es lag darin nämlich ein Heftchen, das sich alS die Originalausgabe der berühmten „llnschuldslieder" von William Blake heraus- stellte. Dieses überaus seltene Werk, von dem nur sechs Stück bekannt sind, war in bester Erhaltung. Blake, Der geniale Mystiker und Zeichner, hat das Buch 1789 selbst hergestellt, und zwar wurde es von Kupferplatten abgezogen, aus Denen er die Verse und Zeichnungen eingeritzt hatte. 31 solcher Platten waren nö:ig, um Die 17 Blätter herzustellen, und nach dem Druck malten Blake und seine Frau Die Ornamente noch mit Wasserfarben aus. Der Schah aus Dem Geographiebuch ist also eine Seltenheit ersten Ranges und ir.i idestens 6203 Mark wett.
Sie Jagd nech Dem Gespenst.
Seit vielen Monaten befand sich D e Bevölkerung eines italienischen Städtchens in größter Aufregung, weil Die nächtliche Ruhe des Oer» chenS von einem geheimnisvollen Gespenst ge tori wurde. Bald dieser und bald jener wollte bald hier und bald dort eine große, in dunkle Gewänder gehüllte Gestalt gesehen hoben, die lautlos und mit übernatürlicher Schnelle durrch die Straßen huschte. Schließlich aber mochten sich einige Wagemutige auf die Saab nach dem Phantom, und es gelang. Die unheimliche Gestalt tn einen Graben zu drängen, wo sie von Den dr"- denden Verfolgern umringt wurde. Mit einer merkwürdig hohen Stimme flehte das Gefvenst um Gnade. War es ein Monn oder eine Frau? Man schleppte den entdeckten „Dämon" nach cer Polizei, und nachdem man ihm Dort eine größere Menge Tabak abgenommen hatte, bequemte te sich zu einem umfassenden Geständnis. Es war ein Mann, der während deS Krieges desertie-t war und nun schon neun Jahre als Frau verkleidet lebte. Da er sich mit Tobalschmuggel beschäftigte, so hatte er sich als „Gespenst" verkleidet, um seine nächtlichen Spaziergänge leichter durchführen zu können.
Sprechstunden der Redaktion.
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