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Die Gefahrenquelle im Rheinland

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Au hohen Zuchthausstrafen, der eine sogar Lebenszeit. verurteilt.

DolkSernahrung von der Macht Spekulation des Auslandes möglichst hängig zu machen. Die Parole,

Deutsche, kaust deutsche Waren! müsse zmn S a m m e l r u f werden für

Landtags-Vizepräsident ©arntd) f.

Der holländische Innenminister in Doorn.

Amsterdam, 27. Dez. (WB) Minister des Innern Dr. Kan stattete heute in Haus Doorn einen Besuch ab. wo er mit dem früheren Kai - ser und dessen Gemahlin eine Unterre­dung hatte.

mung ist. Die übriien beiten Angeklagten tour- txm ; ' ~ ' -

rorgruppe der in Litauen verbotenen Kommunistischen Partei. Das Feld­gericht verurteilte vier der Angeklagten zum Tode. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. Unter den Erschossenen befindet sich einer na­mens Greifende r g. ter deutscher 2(6 flam-

Das dritte Dawesjahr.

BcrNn. 27. Dez. (TU.) Zwischen der deutschen Regierung und dem General­agenten für die Reparationszah­lungen sind, wie Der Generalagent in seinem Bericht an die Rgparntionskommission mitteilt, Vereinbarungen über die Verteilung Der Drit­ten Jahresrate getroffen worden. Die einen für die deutsche Wirtschaft erträglichen Liese- rungs- und Zahlungsmodus sichern.

Die zwischen d-m Generalagenten und der Deutschen ReichSbahngesellschast getroffenen Abm.'ch.ngen. auf Grund deren die Zinsen für die Eisenbahnobligationen im zweiten stehen fort. Für die Vorauszahlungen ist ein und dritten Jahr monatlich gezahlt werden, bc- Diskont von 6 v. H. bestimmt. Für die Zahlung der Deförderungssteuer wurde ein neues Ab­kommen getroffen. daS regclmäfjig? monatliche Zahlungen in der Höhe von 22* 711 llionen OdID­mart Vorsicht. Auf diese Art werden bis zum 25. August 1927 270 Millionen Geldmark aus der Beförderungssteuer gezahlt fein. Der Rest must am 15. September 1927 aus Dem tatsäch­lichen Erlös Der Beförderung ^-steuer des J-ihres, und zwar in Der Höhe des dann noch ausstehen­den DeitragSantcilS der Deförderungssteuer ab­getragen sein.

Der normale HauShaltsbeitrag von 110 Millionen Goldmark geht ebenfalls in gleich­mäßigen monatlichen Teilzahlungon regelmäßig ein. Da er in dieser Höhe von dem Kommissar der verpfändeten Einnahmen zurückbehalten wird. Die Zahlungen der ,zusätzlichen Haushaltsbei­träge" sind in sieben Teilbeträgen von je 18 Mil­lionen Golbmark und in fünf weiteren Teilbe­trägen von je 31.8 Millionen Goldmark zu ent- richten. Die Schlußzahlung ist am 31. August 1927 fällig.

Die Zinsen Der deuts chen Jnduftrie- vbligationen sind in zwei Teilb:träge.n von je 123 Millionen G Idmark zahlbar, jew.nls am 1. April und am 25. August 1927. Diese wird durch Die Bedingungen für di: Schul wcrfchrei- bungen selbst und furch Die praktischen Anordnun- gen für die Aufbringung feftgelegt, so Daß es richt nötig war, eine neue Anordnung aus monat­licher Basis herbeizuführen.

Neichs'agsaba. Jude l f.

Berlin, 28. Dez. Der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Fritz Z u b e 11 ist gestern 9 Uhr abends den Fo^-sn eines Schlaganfalls, den er vor mehreren Tag?., erlitten hotte, erlegen. Der Derflorbene hätte am 11. Januar n. I. das 79. Lebensjahr vollendet. Er gehörte dem alten Reichstege von 1893 bis zu dessen Ende an. 1919 bis 1920 war er Mitglied der Nationalversammlung. Seit 1920 gehörte er wieder dem Reichstage an.

Als Nachiolper Zubeils tritt Kurt peinig in den Reichstag ein.

Neues lEombenatfentat gegen Deutsche in Po en.

Katt 0 wih . 28. Dez. (W.TB. Fun.spruch.) Gestern abenö to-irD? gegen die Wohnun, einer deutschen Familie in Gieschewald eine D 0 m b e geschleudert. Die Erplosion war so sta k. Daß sämtliche Scheiben zertrüm i.ert und die In­neneinrichtung Der Wohnung demoliert wurde. Verletzt wurde, wie durch ein Wunder, niemand.

Jur (Einigung in der (knlrvaffnungssrage.

Paris, 27. Dez. (WV ) Die in Der franzö­sischen Presse verbreitete Nachricht, General von Pawels habe einen Brief an Den Vorfi sen­den des Interalliierten Militär-Ko­mitees in Versailles gerichtet, kann als nicht Den Tatsack^n entsprechend bezeichnet tocr- Den. Dagegen kann berichtet werden, datz alle Fragen, die sich auf Die Entwaffnung be­ziehen, und Die mit der Botschafter k"on- ferenz zu regeln toaren, bis auf d.e bekannten zwei strittigen Punkte, D. h. dir Oftbefcfti- g u n g e n unD das Kriegsmaterial, beige- legt sirrd. und bah über diese beiden letzten Punkte ein Rotenaustausch erfolgt ist und zum Teil noch durchgeführt wird. Gr.rrral von Pawels wird in Den ersten Januartagen nach Paris zurückkehren, um Die Verhandlungen mit den mililärischen Sachverständigen und Den Wit-

jenigen. Denen daS Wohl und die Zukunft des deutschen DolkeS am Herzen liege. DaS Ziel müsse dahin gehen, Erzeuger und Verbraucher, Dauer und Arbeiter, Industrie und Handel, kurz alle Schichten unseres DolkeS zu einer einzigen, grasten, ihre gemeinsamen Interessen erkennenden Arbeitsgemeinschaft zusammenzuschlichen zum Schutze und zur Förderung Der nationalen Produkt ion. zur Wieder­erstarkung unserer Wirtschaft und unseres Vater­landes.

r e n a u e 11 e für Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland darftellen. Die tat­sächlich vorhandene Erregung Im deutschen Volke wird sich auch nach der Degnadigung Der Deut­schen Opfer französischer Militärjustiz nicht so schnell legen, wie man das vielleicht in Paris erwartet. Das Echo, das das Urteil in Der gan­zen zivilisierten Welt gesunden hat. obwohl viel­fach auS begrei liehen Gründen starke Zurückhal­tung geübt worden ist, sollte den Franzosen noch deutlicher, als eS bisher schon geschehen ist. Die Rotwendigkeil vor Augen führen, nun endlich mit der Besetzung Schluß zu machen und die Truppen zurückzurusen. So­lange sie aber noch im Rheinland stehen, müssen wir unbedingt verlangen, das) gegen Die W i e- D e r 1 c b r solcher Zwischenfälle und solcher Kriegsgerichtsurteile Vorsorge getrosten wird. Erft wenn Die französische Regierung die Rot- Wendigkeit dieser bei'en Schritte einlieht, erst wenn Der letzte französische Soldat von deutschem Boden abgewogen ist, wird eine wirkliche, echte und auf tätige Verständi­gungspolitik nicht nur zwischen den Staatsmännern, sondern zwischen den beiden Böllern selbst mög­lich und denkbar sein. Die Franzosen haben jetzt eine glänzende Gelegenheit, zu zeigen, dast sie es ehrlich und aufrichtig mit Der Ver­ständigungspolitik meinen. WerDen sie sich dieser Gelegenheit gewachsen zeigen?

Berliner Preffeftimtnen.

Berlin, 27. Dez. Die Berliner Presse be­schäftigt sich in ihren heutigen Ausg den zum Teil mit der B e g n a d i g u n g der in Landau verurteillen Deutschen.

Die »Tägliche Rundschau" schreibt unter der HeberschristGenugtuung nicht Gnade": Durch die Begnad gung der Verurteilten ist Die tiefe Erbitterung DeS deutschen DolkeS über daS Landauer Urteil wenigstens zu einem Tell gemildert worden, aber weder für uns nrch für Frankreich kann der erschreckende Fall mit Diefem Gnadenakt erledigt fein. Wir müssen Genug­tuung fordern für Die unS in Landau angetane Schmach. Und diese Genugtuung kann in nichts anderem bestehen, als in Der schleunigen: Räumung des besetzten Gebiets. Die, Politik deS friedlichen Ausgleich; kann nicht zum Ziele führen, solange eZeinsichtsloseMiti- t ä r S in der Hand haben, die Politik Der leiten­den Staatsmänner zu sabotieren, so oft und so gründlich es ihnen beliebt.

Die .Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: »Wir haben von diesem Schritt schon gesagt, dast er als An'ang einer U : kehr zu werten und als solcher zu begrüßen sei, wenngleich der Freispruch Reuziers selbst noch u n - gesühnt ist. Ohne die Akten einzufordem oder andere, juristisch vielleicht vertretbar', aber politisch unzweckmäßige Der zog .rungSmaßnahmen anzuwerden, hat das französische Kabinett unter Eingriff in ein schwebendes Verfahr.n die Be­gnadigung durchgeführt. Sein Vorgehen kenn­zeichnet sich dadurch als ein polit'scher Akt. Der sich ohne Zweifel auch gegen den Burschen Rou- zier richtet: denn deBegründung" für Duffen Freispruch lag doch darin, das) er angeblich In Rotwehr gehandelt habe. WaZ nun Ro zier selbst betrifft, so würden wir es für zwecklos halten, dast jetzt von deutscher Seite auf de'sen diszipli­narische Bestrastmg gedrungen würde. Gerade die Erledig-ung des Falle; hinsichtlich der Deut­schen zeigt vielmehr, daß der Kern des Hebels in der Fortführung der Be­satzung liegt. Darum wäre eS ver'ehll, sich in SinxlforDerungen zu zersplitieva. Mtn muh Den aröhten Rachdruck immer wieder auf das klare Verlangen legen: Schluß mit Der Be­satzung!"

In derGermania" heißt es: Unverhoh­len können wir unsere Befriedigung äußern, daß der schnelle französische BegnadigungZakt daS Urteil duß der Welt geschasst hat. Es scheint unS daS richtige, den Fäll jetzt als befriedigend abgeschlossen zu betrachten. Daß eine Regierung V 0 inears mit Ministern wie Marin und T a r d i e u die Begnadigung vorgeschlagen hat. ist ein Bewris dafür, wie stark allen Hemmungen ivm Trotz die Idee der Verständigung im fran- zölifchen Volk Wurzel gefaßt hat.

Deamtenforderungen.

Berlin. 27. De,. (WB.) Beim Wieder- dufammentritt des ReichshaushaltsauSschustes trol e t l i: B c a m t e n 0 r g a n i f a t i 0 n c n . w e aus parlamenlarischen Kreisen mitge.c lt wird, Darauf hinwirken, daß bis zur grundsätzlichen Reuregelung Der Besoldungsordnung die alZ Weiynachtsbe ihilfe bewil.i]te Sonder- 8 u la g e weitergezahlt wird.

Deutscher Protest in Litauen.

Kowno, 27. Drz. (Wolff.) Der deutsche Gesandte in Litauen hat feiner Instruk­tion gemäß gegen Die Ausweisung Der Reichs- deu.schen aus Dem Memelgeöiet bei Der litaui­schen Regierung Protest erhoben. Der li­tauische Winlsterpräs.deut, Pros. Woldema- t a ö . hat zuHesagt, _ die Angelegenheit gele­gen, lich seines Besuches in Memel zu un­tersuchen.

Wie aus Memel gemeltcf wird, handelt es sich bei Den Ausweisungen Der reichs- deutschen Journalisten aus dem Me- melgedlet um eine Eigenmächtigkeit des Kriegs- kommandanten. Die g:g?n den Willen Der Aus- enthallsgenehr.rigungslommission geschehen ist. Durch Die Ausweisung ist auch die Memel- Konvention verletzt worden, so daß jedes

Mitglied deS Völlerbundsrates berechtigt ist, ge­gen dieses Vorgehen Einspruch zu erheben.

Die in Kowno in deutscher Sprache er­scheinendeLitauische Rundschau" teilt ihren Beziehern mit, daß das Blatt bis auf weiteres nicht erscheinen kann, da D e ver­antwortlichen Redakteure unter Der zur Zeit bestehenden Militärzensur nicht in Der Lage sind, für Den Inhalt Des Blatts weiter Die Verantwortung zu tragen.

Woldemaras in Memel.

Memel, 28 Dez. (WTD. Frnckspru<ch) Mi- nisterpräsident Wvldernaras ist heute früh hier eingetroffen.

Todesurteile in Kowno.

Derlin. 27. Dez. (Prlv.-Trl.) Das .D. T." meldet aus Kowno: Die politische Polizei über­gab im Zusarnmnrhang mit Den kommuni iischen Verhaftungen Der letzt'n Tn^e sechs a l1: ne Kommunisten dan FelDg r i ch un ft Ute sie unter Anklage Der Zug horiqceii ;ur Ter-

Derltn, 27. Dez. (TU.) In der Nacht xum Montag ftarb an den Folgen einer in kurzer Zeit wiederholten ©üUcnfteinopenilion der Volkspartei- hdje Abgeordnete und dritte Bizeprösident des Preußischen Landtages, Geh. Rat chugo G a r n I ch. Der Berstorbene war einer der Gründer der Deut­schen Bolkspartei, die er feit 1919 zunächst in der Preußischen Landesversammlung Dann im Preußi­schen Landtag vertrat. Er wurde in Berlin gewählt und versah in den beiden bisherigen Sessionen des Landtages jeweilig den Posten eines dritten Vize­präsidenten. Als solcher wird ihm auch in kritischen Perhondlungsstunden Geschick und Energie nad-ge­legt. Geh. Rat Garnich hat nur ein Alter von 52 Jahren erreicht. Er war Regierungsbaumeifter bei den Eisenbahndirektionen Altona und Berlin, sowie beim Eisenbahnzentralamt und Mitglied de? Patentamtes. Als Rittmeister war er wahrend des Krieges beim Generalgouvernement in Be tin tätig. 3n seiner parlamentarischen Tätigkeit hat er sich be- sonders der Derusvinteressen der technischen Beam­ten angenommen.

BcilcidSkundstcbnngcn.

Berlin, 27. Dez. (Wolfs.) Anläßlich DeS Hinscheioens DeS Dizepräsi^enten des Preußischen Landtags, Geheimrats Garnich, richtete der 6taatefetretär in Der R ichSkanckei. Pün - Der, zugleich namenS Des von B-rlin abwesrn- Den Reichskanzlers ein Beileidstele­gramm an Die Witwe Des Verstorbenen.

Wie Der Amtlichr Prv..s.che Prell:d'enst nrilleilt, hat Mini st erpräsi Deal Braun an Frau Garnich DaS folgende Trlegr.rnm ge­richtet: »Zu Dem schweren Verlust, Den Sie Durch Den frühen Heimgang Ihres von mir hochver- ehrte.t Gattm erlitten haben, sprech-? ich Jhn.rn z g'eich im Ql :men Der Prouß schen StaatSregie- rung Die herzlichste Te.lnahme aus Die ver- Dienstvolle Arv lt DeS Derbiiche.-n 2 für Volk und Staat sichern ihm ein ehrenDeS A igedenken." An Die Fraktion Dec Deutschen DolkS- Partei im P reust schm Landtag hat OH Hilft et- prä fiDent Braun folgendes Telegramm ge­richtet: ^Der LandtagSlraktion spreche :i5 zu dem schweren Verlust, den sie durch daS Hin- scheiden ihres M tgliedeS, des Diz:präsidenien DeS Landtages, Dacn-ich. erlitten hat, zugleich Im Rimen der preustilchen StaatSrrg erung, auf­richtigste Teilnahme auS. Mit dem Hmmgegan- genen ist ein QlLnrn auS dem pol t schrn Leben gesch ed.rn, D.'ssen p'r'amentarische Tät gk-.t stets anerkannt wurde. Sll -e n ausg^eichenden Wir­ken wurde leider zu früh ein Zel g.-setzt. Ein ehrende Ander km ist ih n gewiß."

Der Mandatsnachfolgcr GarnichS.

Berlin, 27. De». (TU ) MandatSnach- folger DeS verstorbenen Di'epräfi' enten deS preußischen Landtags Garnich ist nach Der K.nn- Dl'atenlifte Der Qberlincr Justi rat und deutsch- volkspnrteiliche Vertreter Im SlautSrat Hal­le n s l e b e n.

Die Besatzung.

Die Nachricht, daß mit der Begnadigung der Opfer des militärischen Fehlurteils von Landau die ganze Angelegenheit im wesentlichen ihr Ende gefunden habe, wird in weiten Kfesten des deutschen Dolkes nur mit sehr gemischten Ge­fühlen ausgenommen werden. Es soll von vorn­herein anerkannt werden, daß die französische Re­gierung mit sehr bemerkenswerter Schnelligkeit ge­arbeitet hat. Wenn man berücksichtigt, daß Marschall Fach und die Generalität zweifellos alles versucht haben, um zu verhindern, daß das Urteil von Lan­dau sofort außer Kraft gesetzt wurde, wenn man weiter bedenkt, daß in solchen Fällen stets große bureaukratische Schwierigkeiten zu überwinden (mb, und wenn man schließlich berücksichtigt, daß auch PoincarL und die ihm innerlich nahestehenden Mitglieder des Kabinett» nicht gerade allzti sehr ge­neigt aciDcfcn sein werden, auf die Wünsche Briands und Painleoös einzugehen, bann muß man zu- gebfn, daß in dem trotz allem einstimmig er­folgten Beschluß dec sofortigen Begnadigung auch den betreffenden Deutschen selbst eine gewiße Ge­nugtuung gewahrt worden ist. Die Wut, die aus dem nationalistischen Teil der französischen Presse mit deinAoenir", dem Organ der Militärpartei an der Spitze, jetzt erschallt, läßt ermessen, wie tief der Hieb gesessen hat. Aus diesem Grunde kann man auch damit einverstanden sein, daß nun bas Verfahren, das durch Anmeldung der Revision n Fluß gehalten werden sollte, nicht mehr fort­gesetzt werden soll. Sicherlich rare es sehr viel wün­schenswerter gewesen, daß man mit dem Appell bis an den Kassationshof in Paris gegangen wäre. Es ist aber nicht zu leugnen, daß die Aussicht auf Anbringung eines Appells auf Grund eines Form- fehler- lehr gering war und daß vielleicht die rori- tere Verfolgung immer nur rein formal gespro­chen versandet wäre. Die schnelle und tatkräftige Erledigung des Falles durch das französifche Kabi­nett, das sich über alle formalen Bedenken hinweg- gefetjt und gewissermaßen in ein schwebendes Der- fahren elngegtiffcn hat, bedeutet prakitsch die Aus- Hebung eines Urteils, das man somit offiziell als ein Fehlurteil anerkannt hat. Es kommt hinzu, daß möglicherweife bei einer Weiterverfolgung des Ver­fahrens die in französischem Gewahrsam befind­lichen Verurteilten vielleicht auf längere Zeit in Haft gehalten und ihrer Freiheit beraubt gewesen wären, während sie jetzt unbehelligt bleiben.

Trotzalledem blciot aber noch genug übrig, DaS ernsteS Unbehagen und starke Un­zufriedenheit hervrr urusen geeignet ist. D r Mörder R 0 uzier ist f r e i g e f p 1 0 d) c n. und wir biben bisher nichts Dido 1 g?65rt, daß die französische Heer.s'e t ng od:r Die zuständige MUitärbehörDe en Diszlplinarverfah- ren gegen den Mann ungeordnet hat. Wenn cingctoenDet wird, er sei nur Resrrveleutnam. und Stl dent Der Chemie Der an Dem v rhängnis- volle.r AbenD bereits rich'. mehr in akt v m Dienst stanD, sondern nach Be ndig ng seiner Hebung nach Der Heimat entlassen und in Begriff war. am andern Tage abzureis^n, so ist dns acht ftid>T>altig. Wen'gslens nach militärischen Be­griffen hat Ro-z'er die absche-stiche Tat in seiner Eigeickchaft als Reserveoffizier des fran- zösi schen HeereS im besetzt en G'b.et beganqen, unD wenn er auch vom Kri-gsgericht von Der An­klage des Totschlages fee'g sprochen ist. so bl^b: genug Belastungsmaterial übrig, um jederzeit die Eröffnung eines Disz plinarv rfahrens. etwa wegen Wassenrrißbrauchs oder wegen ursoldati- sckxm Denehme-s, zu rechtfertigen. Ebensowenig hort man davon, daß eine A rt ersuch .mg darüber ein geleitet worden sei. w i c des unglaubliche älrteil des Kriegsgerichts in Lrnda'i zustande gekommen ist. Wewn in d'esm beiden Richtrng-en nichts erfolgt, dann bleibt ein untilgbarer schwarzer Flecken übrig.

Wichtiger noch als Die persönliche ist die allgemeine und politische S'ite Der Ange­legenheit. Botschafter v. H 0 e s ch hatte Den Auf- trag, Die französische Regierung auf Di» tiefe Erregung, Die das Urteil im deu'schen Dolk her- trorgerufen hatte, und auf Die schweren politi­schen Folgen aufmerksam zu machen. Die nicht ausbleiben könnten, wenn k ine en'sorechende ©c- nugtuung geleistet werde. Der Vorfall hat au8 neue vor aller Welt bewiesen, daß die Fort­dauer Der Besatzung eine stete Gefäß-

Deutsche, kaust deutsche waren!

-krbcitügcmcinschaft zurAürdcruug Orr nationalen Produktion.

Berkin, 27. Dez. (WTD.) Im Landwirt- fchastlichen Rundfunk Der Deutschen Welle sprach ReichSm-nister Dr. HaSllnde über Die Lage und Die Aufgaben Der deutschen Landwirtschaft und den Stand unserer Dolksernährung an der Jahreswende. Der Mi­nister wieS einleitend Darauf hin. Daß Die Lage unserer deutschen Wirtschaft, insonderheit unserer Landwirtschaft, bei Ausgang deS JahreS 1926 noch außerordentlich ernst und drückend er­scheine. Wenn die Reichs- und CänDcrtegieningen tut Behebung der ernsten Rotlage Der Landwirt­schaft im Laufe des letzten Jahres tatkräftig ein­begriffen haben, so handle eS sich hierbei nicht so sehr um die Unterstützung eineS Berufsstandes als svlcherr, als um die

Erhaltung der Ernahrunasbosts unseres deuifchen Volkes.

Die deutsche Landw.rtschast schreite zielbewußt imD allen SchicksalSschlägen trotzend zur Durch­führung ihrer Ausgaben Der M.nister ging Dann im einzelnen auf die HilfS- und Förderungvmaß- nahmen ein. Die auf diesem Gebiete gerade seitens des ReichsernährungsMinisteriumS in letzter Zeit getroffen sind, und fuhr fort; Wollen wir unsere Politische und wirtschaftliche Sribständigkeit tote- Dergetoinncn, so müssen w.r in erster Linie be­sorgt fein, uns auf Dem wichtigen Gebiet Dee

176. Zahrgang

Dienstag, 28. Dezember 1926

ietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Poftsch;cttonto:

Arankfurt om Main ners. vnis imv Verlag: vrvhl'sche Unlverstlütt'vuch' vnd Stelnöruderel H. tanze in Sletzen. Schriftleltung und Seschäftrstelle: §chu!straße 7.

Nr. 303 Erster Matt

6r|d)ctni täglich,außer Sonntags und Feienag» Beilagen;

QJutjenei Famtliendlätter Heimat im Dckd Di# Scholle

ÜIonats-Fejutipnli: 2 Reichsmark und 20 Rrichspfenntg flU Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummer« infolge höherer Gewalt. 5<rn|pred)an|d)|le:

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sämtlich in Giegen.