größten Teil bereits geerntet und
ausgedroschen. Der Hafer
aiLch schon
er verspricht eine
Kreis Lauterbach.
Nachdruck verboten.
16. Fortsetzung.
teilweise steht bis reiche
Juhb-ch im Mitte'? n Rathaus besoni das man die Hebel- gemeinen Verachtung später entfernt Run- das Halseisen als die Fremden wieder
jehr am besten: Ernte.
Die Krummhölzer
Roman aus den bayerischen Bergen. Don Michael Wagner.
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Müonlam. Der wrn, die diese g> Warnung da. gsamem Tempo vielleicht auch jm. Drelle eine Dar-
LM Beschluß des lC(f findet das für u-Bergsest des 5 bereits am 1., 8. ieft ist das Ursprung, ' vorgesehene (Bor Jen. Unser im unter seinem Lim t eifrig bemüht, den Verkehr zu bt- 'ahn am Festsoivitog vonderzugein-
Juli. Die Frage der rkmals für die im Söhne unserer ?r Lösung entgegen. :be Den Architekt • er schließt sich an 70er Aützugs go- lemeinde an. Das hrrmMm Ha* werden Md seinen enden DenbncU sm- , dem hiesigen Vld- übertragen.
dbcrg.
L Juli. Die Dielt
ISoben gewonnen haben. So ist es der zunehmenden Versumpfung der Tcckwiesen zuzu- schreiben, bah der Storch nun auch mehr berg- vürts auf die Nahrungssuche geht und siedelt. (iHfa.) Der hohe Wasserstand der Nidda hat die Wildente veranlaßt, nun ebenfalls an der »beten Nidda zu brüten, während sie dies seither ruc an den wenigen Teichen des vorderen Vogeks- terges tat. Die Jäger sind sehr erfreut darüber, tnfj die Wildente, die seither nur gelegentlich einmal die Nidda besuchte, Standwild geworden rt. Auch eine Zunahme der Elster kann sest- , gestellt werden Jedoch ist man darüber nicht ffkhr erbaut, da dieser Vogel ein arger Feind Cer heimischen Singvögel ist.
ld. Aus dem Niddatal, 27. Juli. Das Niddatal übte in der Kriegs- und Nach- k^iegszeit wegen seiner Wollspinnereien und Oel- ;-riit)kn auf Auswärtige große Anziehungskraft aus Heute, wo Garn und Oel wieder allerwärts in Handel zu haben sind, fehlen die Fremden lt.it ihren Säcken und Kannen im Bahnverkehr Lost völlig, und der Geschäftsgang der Spinnereien und Schlagmühlen ist um wieles ruhiger geworden. Nur die einheimische 7einbäuerliche Bevölkerung wird als Kundschaft erhalten bleiben, da diese in der Zeit wirtschaft- iichen Niedergangs gezwungen ist, Garn und Oel ' ir den Eigenbedarf selbst zu erzeugen, auch wenn Schafzucht und Rapsbau kaum noch lohnend '4nd.
3 Mittel-Gründau, 27. Juli. Henle «ierte untere allgemeiner Teilnahme der Pächter >s hiesigen gräfl. ysenburgisch-merholztschrn Hof- ruts Oekonomierat Otto Nullmann seinen 7 0. Geburtstag. Don nah und fern, aus tlkn Teilen der Wetterau, kamen die Grcttu- lanten; ihre Zahl betrug über 100. Bei der Mittagstafel brachte Prof. Dr. No eschen, ein Detter unb Jugendfreund des Jubilars, in war- men Worten einen Trinkspruch auf den Gefeierten aus und schilderte seine blutende Persönlichkeit als Mensch und als Landwirt. Weithin gelte er als erstklassige landwirtschaftliche Autorität. Am Nachmittag war ein fröhliches Bankett unter den alten Eichen des Gartens. Minister von Brentano, ebenfalls «in Jugendfreund des Jubilars, hatte brieflich gratuliert und bedauert, daß er am persönlichen Erscheinen gehindert sei.
Kreis Schotten.
ld. Aus dem Vogelsberg, 27. Juli. In früheren Jahren wurde hier und da im Vogelsberg die Tollkirsche von auswärtigen Händlern geschnitten und in Fabriken geliefert, bie aus der Giftpflanze das Atropin gewannen, toS in der Heilkunde mannigfache Verwendung :findet. Da diese Fabriken neuerdings die Tollkirsche nur noch waggonweise abnehmen und nut ganz frische Pflanzen gebrauchen können, bleiben bte Lk nm engen Tollkirschenpslaiuen, die zur Zeit auf Wald bl öhen und in Hegen der Vogelsberger Dälder blühen und Früchte ansetzen, ungenutzt . liehen. Weil jetzt schon mehrere Jahre die Früchte ! ,)ixm Ausreisen und zur Ausbreitung gekommen iirb, hat sich die Zahl der Pflanzen sehr stark vermehrt: die glänzend schwarzen Beeren sind eine große Gefahr für beerensuchende Kinder. Selbst kleinster Kinder sollten daher schon Sie ITollkirsche kennen lernen und auf die Gefährlichkeit der Frucht aufmerksam gemacht werden.
Kreis Alsfeld.
<i) Lchrbach, 27. Juli. Seit vierzehn Tagen herrscht hier eine Masernepidemie. Vivher trat die Krankheit im allgemeinen noch wcht schwer aus, obwohl einige Kinder hart mitgenommen wurden. Die Schule muhte für einige Zeit geschlossen werden. — In den näch- Hen Tagen wird man hier mit der Kornernte beginnen können. Die Wintergerste ist zum
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z. Lauterbach, 27. Juli. Negierungsrat Ult u—, 9c. Nindf uh (Friedberg) sprach in einer
bringen; tie 9<n of t t buchten Versammlung über die Dau - am Melder Dem- fj>ai-fonten der Hess. Sparkassen. Der bilben zu Ulfen. Juu Vortragende, auf dessen Anregung hin der Hess. Melber Handwerker ß^artassenverband sich zur Einführung der Bau- fporkonten entschlossen hat. gab einleitend an Hand von Zahlenmaterial einen ileberblid über ton Umfang der gegenwärtigen Wohnungsnot. 3n klaren, leichtverständlichen Ausführungen
Beim Betreten des zaunumfriedeten Hofraumes föalltc ihnen schon von weitem ein vielfaches herz- lch-s „Grüß Gott!" entgegen. Sie dankten mit jreimblidjem Ernst. Dann fragte Zeno nach dem Sater.
„Der Bauer werd im Salettl hinten fitzen," rab Hartl, der Grohknecht, zur Auskunft, und lei- Toni — halt stad! —verbessert^ er sich lligenzwinkernd, „— der Herr werd' in sei' — Ar- tritszimmer sei! Hm! — Soll i ihn ebba holen liifen, han?"
Zeno nickte. „Sei so gut! Wir suchen einstweilen len Vater auf."
„Guat is!" erwiderte der Hartl, sich zum Michl, km Ruhbuben wendend: „Saus zum Herrn 'nauf mb sag' ihm. er soll ins Salettl hinterkommen, Beil a B'suach da is, hopp!"
3m heimeligen, geißblattumwucherten Salettl rirtben sie den Vater. Er saß hemdärmelig beim 3terfrug, die Pseise im Mund, die Arme breit in hri Tisch gestemmt, wie ’s seine Art, und studierte unter Zuhilfenahme eines alten Augenglases und tes Zeigefingers aufmerksam die Zeitung.
Als er die beiden herankommen hörje, schob er bis Blatt von sich, befreite seine Nase von dem eiförmigen Drahtgestell und stand auf.
„Ja, wo muaß man denn bös hinschreiben! $eib’ wohl koa Feiertag ausbrochen sein, den mir bc heroben übersehen haben sollten?! Sakra, wär bis z'wider! — Grüß Gott mitnanb’!" rief er ihnen aufgeräumt entgegen.
. Er schüttelte ihnen herzlich die Hand und tät- fdjelie Marianne noch ertra auf die Schulter: „Wie 6 BarnerI schaust aus, Mariandl!"
Zeno schnitt es weh ins Herz, des Vaters herz- Ülye Frohlaune mit seiner Trauerbotschaft jäh zer- flören zu müssen. Nach hergebrachtem Hin und Liber, wie es gehe und stehe, fragte Uracher, ob der 5oni von ihrem Kommen schon wisse. Eben wollte Hm Zeno sagen, daß er es ihm durch Hartl habe
machte bann der Nebner seine Zuhörer mit bem Shstem bet Dau spar! outen bekannt. Er zeigte die großen Dorteile, welch« die Dausparer der spaÄassen vor ben Anhängern privater Dau- gesellschaften voraus haben. Es würde zu weit führen, aus nähere Einzelheiten hier einzugehen, aber es sei betont, bah alle Dersammlungsteil- nehmer von bem Dortrag befriedigt waren. In der Aussprache wurden einzelne Fragen eingehender erörtert. Der Dersammlungsleiter, Bürgermeister Walz, dankte dem Referenten und gab seinem Wunsche Ausdruck, daß der Sparsinn in der Bevölkerung zunehmen möge und daß sich den bereits in Lauterbach vvrhande- öenen Inhabern von Dausparkonten recht bald weitere Interessenten anschliehen möchten.
Starkenburg.
' Darmstadt, 27. Juli. Der 25jährige. verheiratete Bankbeamte Fritz W e i h l in Darmstadt, der bei einer Frankfurter Bank beschäftigt ist, wurde dieser Tage von einem Insekt gestochen. Gr ist, obwohl er ärztliche Hilfe in Anlpruch nahm, an yner Blutvergiftung gestorben. — Gestern vormittag wurde in der Nähe von Bürstadt ein Motorradfahrer vom Zuge erfaßt, beiseite geschleudert und schwer verletzt. Der Zug wurde zum Stehen gebracht und der Schwerverletzte in den Packwagen gebracht, wo er bald darauf gestorben ist. Es handelt sich um den etwa 30 Jahre alten Chemiker Dierks e n aus Bürstadt, der bei der Badischen Anilin- und Sodafabrik beschäftigt ist.
WSN. Auerbach a. d. Bergstraße, 27. Juli. Bei Jugenheim sind gestern zwei Kraftwagen zusamm engest oßen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt. Don den Insassen des einen Wagens erlitt der Leiter des Heidelberger Verkehrsamtes. Dr. Dellheim, eine schwere Kopfwunde, während seine Frau mit leichteren Verletzungen davonkam. Der Besitzer des zweiten Wagens trug starke Schnittwunden im Geiicht davon.
Preußen.
Krcis Wetzlar.
<> Hörnsheim, 27. Juli. Die Bewirtschaftung des hiesigen Gemeindewaldes erfolgte bisher noch nach einem Plane, der schon ein hohes Alter hinter sich hatte. In Erkenntnis der dringenden Notwendigkeit der Aufstellung eines neuen Planes hat die Gemeindevertretung einen solchen anfertigen lassen. Dieser wird nunmehr die Grundlage für die Holzsällungen. Neuanpflanzungen und überhaupt alle mit der Bewirtschaftung des Waldes zusammerihängenden Fragen bilden.
O Hochelheim. 27. Juli. Die Schürfungen nach Wasser im hiesigen Ge- meindewalde an ben von dem Wünschelrutenforscher. Heinemann bezeichneten Stellen werden eifrig fortgesetzt. In einer Tiefe von etwa 10 Meter ist man bereits auf Wasser gestoßen, so daß zur Fortführung der Grabungen eine Pumpe eingestellt werden mußte. Die eigentlichen Wasseradern sollen in einer Tiefe von 15 bis 17 Meter liegen.
O Dornholzhausen, 27. Juli. Die für den neuen Friedhof in Aussicht genommene Fläche ist vom Kulturamt gelegentttch des im Gange befindlichen Zusammenlegungsverfahrens nunmehr endgültig ausgewiesen worden. Hiernach wird der neue Friedhof am Dorf- ausgange nach Hochelheim zu umnittelbar links der Straße von hier nach Hochelheim angelegt werden.
<> Aus bem K l e e b a ch t a l, 27. Juli. Die heißen Tage der letzten Zeit haben das Getreide schneller zu.r Reife gebracht, als man unsprünglich erwartet hatte. Auf den höher gelegenen Teilen des Kleebachtales hat man bereits mit dem Schnitt des Roggens begonnen.
Dberlahnkreis.
WSN. W e i l b u r g, 27. Juli. Zu der Festnahme des in Ahausen wohnenden Verwalters der Weilburger Geschäftsstelle des Raiffeisenver- eins, Pfeifer, wird uns mitgeteUt, daß die Verhaftung nicht wegen älnterschlagun- g e n erfolgt ist. Die Ursache für die Verhaftung ist noch nicht endgültig geklärt, wird aber, wie verlautet, mit dem plötzlich erfolgten Tode der
mitteilen lassen, da kam in aller Eile Wally, die Unverwüstliche, aus dem Haus heraus.
„Freili — von der Arbeit muaß i weg unb zum B’fuch „Grüß Gott sagen, weil's mei Küchel net wissen!" räsonierte sie mit lachendem Gesicht schon während des Herankommens, brachte aber dann den Mund vor Freude nimmer zusammen.
„Der Toni kommt glei’, hat er runterg'schrien — woaß der Kuckuck, was er allweil umanandwurschtslt mit feine Handelsschaften!" meinte sie nach erfolgter Begrüßung.
„Reib dich doch net allweil am Toni, Wally! Er leib’s net — unb i hör ’s a net gern!" wies sie Uracher gutmütig zurecht.
„D mei!" machte die Wally, zog die Schultern und schnitt eine Grimmasse. „D mei! — Aber — jetzt kommt er — i gang am liebsten wieder!"
„Sakrawoltsreibeisen!" erzürnte sich der Uracher- unter nun ernstlich, „gib doch an Fried! No dazua, wenn Leut' da fan!"
„Bleib da, Wally und setz dich zu uns her!" warf Zeno mit einem erzwungenen Lächeln ein.
„Unb mei Arbeit, han? Wer macht ebba die?"
Zeno vermochte Wally darauf nicht mehr zu antworten, denn in diesem Augenblicke schob sich Tonis massige Gestalt herein.
„Habe die Ehre! Servus!" sagte er laut. „Freut mich, daß i meine saubere Schwägerin a wieder zum Seh'u friea!"
„9a, sie hars schon gleich g'fagt, d' Mariann, daß sie's schier gar nimmer ausg'halten hat vor lauter Zeitlang nach dir!" stichelte die Wally boshaft.
Toni schoß eine Blutwelle ins Gesicht.
„Speiteufel!" knurrte er grimmig, „was hast denn du überhaupt bei uns verloren? Han!?"
„9 kann schon gehn a!" giftete sich die Wally jetzt.
Zeno machte eine abwehrende Gebärde gegen die Streitenden.
„Habt's doch Frieden, Leut !" mahnte er eindringlich. „Und du, Wally, bleib ruhig da! — 9 hab' übrigens a Botschaft —"
„Aaha! Gel — drum!" ließ sich der Vater vernehmen. „9 hab' mir’s ja eh' glei denkt, daß ebbas dahinter steckt!"
„Vater! — 9 kann's nimmer länger z'rückhalten — uns hat a Unglück 'troffen!"
Schwägerin Pfeifers in Verbindung gebracht. ES dürft« sich um eine Abtreibungssache handeln.
Obcrwefterwaldkreis.
& Hachenburg, 27. 9u(i. Am Sonntag feierte der hiesige Männergesangverein das Fest seines 50jährigen Bestehens, dem das diesjährige Wertungssingen des Oberwesterwälder Sängerbundes an- geschlossen war. Für jede der drei Klasien war ein Wanderpreis geftiftet worden, und zwar von der Wirtevereinigung Hachenburg, der Ewag in Hohn und von der Kreisbehörde. Die glücklichen Sieger waren Höhn, Alpenrod und Wied.
& Höhn-Urdorf, 27. 9uli. Der hiesig« Männergesangverein Einigkeit errang bei dem Wertungssingen am Sonntag in Hachenburg in der 1. Klasse den 1. Preis. — 9nfolge der ungünstigen Witterung ist die Heuernte noch s e h r. w e i t zurück. Das meiste Gras steht noch. Unsere Landwirte warten sehnsüchtig auf beständiges Wetter.
Maingau.
WSN. Frankfurt a. M.. 27. Juli. Der Kirchenvvrstand der Paulsktrche wehrt sich in einem Schreiben gegen d i e Ausstellung eines Ebertdenkmals an der Paulskjrche. Das formale Recht der Stadt zu einem derartigen Vorgehen sei strittig, sachlich sei es von keinem Gesichtspunkt aus zu rechtfertigen. Ebert habe weder der evangelischen Kirche angehört, noch in irgendeiner Beziehung zu ihr gestanden. Der einmalige Besuch anläßlich der 75jährigen Gedächtnisfeier des Nationalparlaments von 1848 fei nicht hinreichend. um sein Standbild an der Paulskirche zu verewigen, und es wird die Stadt gefragt, ob sie keinen anderen Platz habe, der der politischen Bedeutung des ersten Präsidenten Ebert angemessener sei, als der verborgene Winkel in einer Ecke der Paulskirche. Die allgemeine Lage auf dem A r b e i t s m a r k t hat auch im Juni keine Aenderung erfahren. Die Zahl der Arbeitslosen ist auch weiterhin gestiegen. Zu Beginn des Monats standen 24 489 Arbeitsuchende zur Verfügung: dazu haben sich 10 141 neu erwerbslos gemeldet, so daß insgesamt 34 630 Arbeitsgesuche vorlagen. Diese Zahl ist um 468 höher, wie die entsprechende Zahl des Vormonats. Am Schluß des Derichtsmonats standen noch 24 791 Personen zur Verfügung, es ist also im Laufe dieses Monats ein Nettozugang von 302 Arbeitsrftchenden zu verzeichnen.
WSN. Homburg v. d. Höhe, 27. Juli. Auf der Fahrt von Homburg nach Frankfurt am Svnnlagmorgen bemerkte ein Radfahrer, daß ein kleines Mädchen vor die Trambahn lief. Zwei Meter trennten das Kind noch von dem Wagen, da sprang der Radfahrer vom Rade, riß das Kind an sich, überschlug sich dabei, tarn aber außerhalb der Schienen zu Fall, das Kind in den Armen haltend, wobei 'chn die Straßenbahn nur leicht streifte. Passanten, die den blitzschnellen Vorgang nicht genau ersaßt hatten, nahmen zunächst gegen den Radfahrer eine drohende Haltung ein. da sie des Glaubens waren, der Radfahrer habe das Kind überfahren, bis der Führer des Straßenbahnwagens, der seinen Wagen zum Halten gebracht hatte, sie eines anderen belehrte.
Kreis ^ulda.
WSN. Fulda, 27. Juli. In Wüsten- sachsen in der Rhön wurden dem Bürgermeister, während die Familie bei der Heuernte beschäftigt war, von einem Jungen aus Elberfeld, der bei ihm in Pflege war, aus dem Dienstschrank 3 0 0 Mark gestohlen. Der Dengel ergriff mit einem Fahrrad, das im Schuppen stand, die Flucht. Als der Diebstahl am Abend entdeckt wurde, nahmen der Landjäger und die Söhne des Bürgermeisters die Verfolgung auf und konnten den Entflohenen in Fukda samt Geld wieder ergreifen. Das Rad war auf der Polizeiwache bereits abgeliefert worden.
Aus dem Auttsverkündiqungsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 60 vorn 27. Juli enthält : Bestellunn von Treuhändern anläßlich der Ablösung der Mark- anleihen öffentlich-rechtlicher Körperschaften. — Auswärtige Amtstage. — Maul- und Klauenseuche in Reinhardshain und Geilshausen. — Dienstanweisung für die Schulleiter, Lehrer und Elterrrbeiräte an den hessischen Volksschulen. — Straßensperren. — Dienstnachrichten.
Zeno atmete tief auf und senkte den Kopf. Einen Augenblick nur herrschte die Stille der lieber» raschung. Dann aber schnellten von allen dreien die Fragen nach dem Wie und Was auf Zeno los.
„A Unglück?! — Uns?!" übertönte Urachers ruhig-fester Baß die aufgeregten Stimmen der anderen.
„9a, Vater! —- Der — Veri —"
„Der Veri? — Was is damit?"
Zeno hob den Kopf unb wandte das tiefernste Gesicht dem Vater zu. Aus feinen Mienen sprach soviel stumme Erschütterung, daß der Uracher betroffen schwieg.
„Meine Sorg’ war leider net umsonst, Vater! — Der Veri — is — erschossen worden!"
Wie eisiger Todeshauch wehte die Leute vom Krummholzerhof die unheilschwangere Botschaft an. Es war, als seien sie mit einem Schlage erstarrt. Unheimlich drückende Stille lastete auf den fünf Menschen.
Der Uracher saß steif wie eine Steinfigur auf seinem Platze und stierte Zeno mit efnem Ausdrucke des Entsetzens an, daß sich Marianne, erschauernd von diesem Anblicke, näher an den Gatten schmiegte.
Auch der Toni schwieg bestürzt.
Die Wally aber schlug, nachdem bei ihr der erste schreck verflogen, die Hönde vor bas Gesicht unb schrie laut unb gellenb auf:
„2eß, Maria unb 9oseph! — Heilige Mutter Anna, steh' uns bei!"
9hr Aufschrei brach ben bumpfen Bann. Wäh- renb ihr die Flut hervorbrechender Tränen den Mund verschloß, stotterte Toni, an Zeno gewandt, eine unverständliche Frage heraus.
Auch von Uracher wich die Lähmung des ersten Schreckens. Seine verzerrten Züge jedoch verrieten den grausigen Sturm, der fein Tiefinnerstes durchwühlte. Die Rechte krampfte sich unwillkürlich zur Faust, als er nun aus heiserer Kehle die Worte hervorwürgte:
„Wer — wie soll bös — zuagangen fein?"
Wortlos reichte ihm Zeno ben verhängnisvollen gelben Umschlag. Urachers schwere Hanb zitterte, als er bie amtliche Mitteilung unb Zenos Brief bem» selben entnahm. Dann las er, währenb ihm von ber einen Seite Wally schluchzenb über bie Schulter sah unb von ber anberen Toni.
Kreisausschuh (Biegen.
Der KreiSauss chutz des Kreises Gießen hielt am SarnStag eine Sitzung ab, über bie folgendes zu berichten ist:
W. L. R. zu Groh en-Bus eck hatte für feinen 17jährigen Sohn die Erteilung eines Führerscheins für Kl. I beantragt. Mit Rücksicht auf das jugendliche Alter des Sohnes trug das Kreisamt Bedenken, den Führerschein zu erteilen, und legte den Antrag dem KreisauSschuh zur Entscheidung vor Dieser schloß sich den Bedenken des Kreisamts an und lehnte das Gesuch kostenpslichtig ab.
F P zu L e i h g e st e r n hatte um die Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft nachgesucht. Die Dedürfnissrage war vorn Gemeinderat bejaht worden Trotzdem trug das Kreis- amt Bedenken, die nachgesuchte Erlaubnis zu erteilen, weil feftgeftcllt worden war, daß in Leihgestern auf etwa 213 Einwohner eine Wirtschaft entfalle unb etwa 300 Meter von dem zu genehmigenden Lokal ein Branntweinausschank sich befinde. Auch der Kreisausschuh lehnte in nichtöffentlicher Sitzung das Gesuch ab. Gegen diesen ablehnenden Beschluß hatte der Gesuchsteller Antrag auf mündliche Verhandlung gestellt. Nachdem in dieser Verhandlung festgestellt wurde, daß eine Wirtschaft eingegangen, eine Wirtschaft ganz still liege und zwei Wirtschaften etwa eine Viertelstunde vom Ort entfernt seien, wurde die nachgesuchte Erlaubnis erteilt.
K K in Dettenhausen hatte um die Erlaubnis zum Detrieb einer Gastwirtschaft nachgesucht. Die Dedürfnissrage war vorn Gemeinderat verneint worden. Das KreiSamt legte die Akten dem Kreisausschutz' zur Entscheidung vor. In der müydlichen Verhandlung wurde fest- gestellt, bah es sich nicht um eine Neu- konzessionierung einer Wirtschaft, sondern um Verlegung einer solchen in ein anderes Haus handle. Da gegen den Antragsteller Nachteiliges nicht vorgebracht werden konnte, wurde die nachgesuchte Erlaubnis erteilt.
Turnen, Sport und Spiel.
Schwimmertag in (Biegen.
Kassel —Oicsten unentschieden 6:6.
Der (Siebener 5. D. gewinnt ben Jugenbklubkamps gegen ben Wehlarer S. v. mit 20:10 Punkten.
Trotz anderer größerer Veranstaltungen hatte sich am Sonntagnachmittag eine überraschend große Zuschauermenge in der Müllerschen Badeanstalt eingefunden, um den Kampf der heimischen Schwimmer gegen die Mannschaften von Kassel und Wetzlar zu sehen. Zwar störte ein heftiger Regenschauer die Durchführung der Veranstaltung eine Viertelstunde lang — die übrigens den stark in Anspruch genommenen Wettkämpfern eine sehr willkommene Pause' brachte —, wodurch aber die allgemeine Stimmung keineswegs litt. Leider gibt es immer noch Leute, die kein Verständnis dafür aufbringen können, wie schwer die Sportvereine, und besonders die jüngeren, unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu leiden haben und die es fertig bringen, solchen Veranstaltungen als Zaungäste beizuwohnen.
Was die schwimmerischen Darbietungen anlangt, so muh man dem Gießener Schwimmverein zugestehen, daß er es verstanden hat, ein geschickt zusammengestelttes Programm zugrunde zu legen, in dem volkstümliche Vorfühnmgen mit spannenden Wettkämpfen wechselten. Wie erwartet, fand das Reigenschwimmen und das Figurenlegen der Damen des Darmstädter Schwimmklubs ,Jungdeutschland", das vielen Anwesenden etwas Neues war, großen Anklakig, und nicht wenige behaupteten^ daß diese Vorführungen mit das Schönste des Tages gewesen seien. Ganz besonders gefiel auch das Schauspringen der sich stettg verbessernden Sprungriege des Gießener S. D., die nicht zuletzt durch ihre einheitliche Kleidung wirkungsvoll ins Auge fiel. Die Besten auf diesem Gebiet sind immer noch Dr. C ck und E r n st Müller: hoffentlich erreicht der vielversprechende Nachwuchs bald deren Können. Viel Spaß brachte das Löffelschwimmen der Kleinsten, denen es nicht gelingen wollte, das Ei auf dem Löffel ans Ziel zu bringen, ohne daß es einmal Bekanntschaft mit den Wellen gemacht hatte.
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„D bu lieber Herr 9cfus! — Ao so z'grunb gehn müssen! Weil er sich niren net sagen hat lassen!" jammerte Wally unter Tranen. „Und ber Zeno hat's ihm soviel guot g'moant!"
„Armer, bummer Bua!" stöhnte Uracher qualvoll auf. Dann legte er bie Hänbe oors Gesicht unb murmelte schmerzgebrochen: „Der Herr gib ihm bie ero’ge Ruah!"
„Unb ’s ero’ge Licht leuchte ihm!" erroiberten bie anberen bumpf.
Da erhob sich Wally.
„9 roerb’s bie Leut' sagen müssen, Bauer, gel — unb nachher — zum Armeseelenrosenkranz anrichten!"
Uracher nickte schwer unb tnübe.
„9a, ja —"
Leise vor sich hinschluchzenb, entfernte sich Wally gegen bas Haus zu. Wieber legte sich brückende Stille über bie Zurückbleibenben. Am unbehaglich, ften aber schien Toni zumute zu sein. Die Berner- fung, bie ihm nun entschlüpfte, verriet seine ganze Gemütsverfassung. „Wie nur a Mensch so faubumm sein kann!"
Als ihm auf biese gefühlvolle Aeußerung keine Antwort zuteil würbe, zuckte er, halb abgeroanbt, bie Achseln.
„Da is jetzt nix mehr zu machen! — 's Unglück is schon g'schehn!"
„9 hab' net umsonst g'roamt!" erroibertc nun Zeno. Unb es klang scharf.
Toni zog, ehe er antwortete, erst seine schwarz- leberne Zigarrentasche hervor unb setzte eine birfe, schwarze Brasil in Branb.
„Da siehst eben, baß bös umsonst is! Man muaß allem sein Lauf lassen! Der oane rennt sich fein Schöbet ein, unb ber anbere macht fein Glück!"
Sein Ton ließ keinen Zweifel, baß er sein inneres Gleichgewicht wieber vollkommen erlangt hatte. Dann setzte er noch hinzu:
„Leiber ja — es kommt halt alles a so, wie 's sein will! Mit unb ohne Vorsehung!"
Zeno fühlte bie Spitze nur zu beullich heraus. Es stieg ihm heiß auf. Unb mit kaum verhaltener Erregung stieß er groUenb hervor:
„Merk bir’s, Toni — i $ab’ nur tan, was i für meine Pflicht g'halten hab' — weiter nix! Unb roerb’s wieber tun — roenn’s nötig fein sollt'!"
(Fortsetzung folgt.)


