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27. Fortsetzung.

Nachdruck verboten.

Zu.

(Fortsetzung folgt)

sagte nicht

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

jedes helle Lachen zum Schweigen brachte.

Jlles Temperament ertrug endlich Viesen stand nicht mehr.

,Hch werde ein Radikalmittel versuchen", sie: aber was für ein Mittel war, wollte sie

selber den Weg finden zu ihrem Herzen, man konnte sie nur verscheuchen durch hastiges Drängen. Und die beiden Schwestern brauchten es nie zu wissen.

Tage gingen und Wochen. Täglich machten sie Gebübungen, täglich war das gleiche, unbefriedigende Resultat.

Der Wille muß helfen", hatten die Aerzte im Krankenhaus gesagt.Es ist keine organische Ver­letzung, nur ein Nervenschock durch den Stoß und Fall. Das kleine Fräulein mutz sich zusammenreißen. Hören Sie wohl, kleines Fräulein?"

3a", hatte Rose müde gesagt, ,3a, ja." Und alles blieb, wie es war. Deshalb brachten sie sie beim, die Luft des Lachenden Hauses sollte Wun­der wirken.

Das Lachen war ausgelöscht. Jetzt wo eine Braut im Hause war wo alles hätte singen und jubilieren sollen, jetz lag der Druck auf ihnen, der

Rund um das Stettiner Hass". Aus An­laß der Gefolei-Ausstellung in Düsseldorf finden Automobilrennen auf einer Rundstrecke in der Röhe von Düsseldorf durch den A. E. Düsseldorf statt. Der M. C. Rauen veranstaltet »Rund ums

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 27. Mai. Am nächsten Samstag wir zum ersten Male eine K u n st a u s -

in einem Trinkspruch den hochgeschätzten einstigen Lehrer und Führer. Die Lehrer, die vor 25 Jahren unser Seminar verlassen haben, batten Bad- Rauheim als Treffpunkt gewählt, wo Lehrer Wagner alle Dorbereitungen für ein schönes Beisammensein getroffen hatte.

WSR. Dad-Rauheim. 27-Mai. Hier weilen augeichlicklich zur 5t u r der portugiesische Finanzminister a. D- und Mitglied des Dölker- bundsratS Exzellenz Alfredo Freire dAn - drade nebst Frau, sowie der Finanzinspektor des Handelsministeriums in Lissabon. Manuel F. da Eosta Serras.

<> Steinfurth, 27. Mai. 3m Auftrage der Gemeinde begab sich der Wünschelruten- forscher Oberstlt. Heinemann aus Bad Hom­burg gestern in unsere Gemarkung, um mit seinen

laufe festgestellt, von denen zwei als am meisten versprechende Läufe für die Wasferoersor- gung in Frage kommen. Die Wasserläufe wurden vom östlichen Dorfausgang in der Richtung nach Norden verfolgt. Da das Gelände stark ansteigt, ging der Forscher so weit, datz das Wasser durch eigenen Druck durch die Leitung laufen kann. Es wäre daher, wenn alles in Ordnung geht, eine Pumpstation überflüssig. Die festgelegten Bohrpunkte befinden sich in den sog. Södelerbergtannen. Der erste Lauf hat eine Reaktionsbreite von 3,43 Meter, der zweite eine solche von 2,80 Meter: beide Läufe sind in einer Tiefe von etwa 13 bis 15 Meter und führen nach Angabe des Forschers gutes Süßwasser.

Kreis Biivingcn.

Aus dem Riddatal, 27. Mai. Die Kirschbäume zeigen eben eine Wenge röt­licher Früchte, die sich überwiegend auf die Außenseite der Bäume verteilen. Der oberfläch­liche Beobachter könnte meinen, es handele sich um reifende Kirschen. Bei näherer Untersuchung merkt man aber, daß die rot angehauchten Früchte erfroren sind und bald abfallen werden. Obwohl in der bekannten Frostnacht die Kirschen schon weit über Erbsengröße hinaus waren, fiel doch der größte Teil dem Frost zum Opfer. Die Aepfel sind gleichfalls hart mitgenom­men worden: von ganz besonders geschützten Lagen abgesehen, kann nur mit schwachem Be­hang gerechnet werden. 3m übrigen hat unser geschütztes Tal die Ungunst der Witterung weit elfer überstanden als die schutzlose Wetterau. Don nassen Wiesen abgesehen, ist der Graswuchs aut, Kleefelder tragen reichlich und die Saat steht schön. 3n der Wetterau geben, sowohl Saat- wie Kleefelder zu berechtigten Klagen Anlaß. Ein durchweichender Regen in Verbindung mit warmen Tagen tonnte vieles bessern.

le. Aus dem unteren Bleiche- und Riddatal, 27. Mai. Wenn auch der dies­jährige Mai an milden Rächten karg ist, so sind die wenigen doch voll von träumerischem Vogel­sang. 3edem fällt das hier auf, denn nächt­licher Vogelsang ist hier etwas Unge­wohntes. Unserem Frühling fehlt leider die Rachttgall. So denken denn viele zunächst an diesen Vogel, wenn sie das nächtliche Dullern vernehmen. Es ist aber die Heidelerche (Lullula arborea arborea), die über unseren Fel­dern und Wiesen die helle Mondnacht hindurch bullert und dudelt. Es ist verwunderlich, daß dieser Dogel, der doch eigentlich ein Charakter­vogel der Heide, überhaupt ärmlicher, trockener, unfruchtbarer Gegenden ist, sich seit 68 3ahren immer mehr bei uns beheimatet.

sch. Bleich enb ach, 27. Mai. Dienstag abend veranstaltete die hiesige Bruderschaft des

macht das Wasser weich und antiseptisch. Die täglichen Waschungen verleihen der Haut

Zartheit und 3ugendfrische.

Heinrich Mzd< Nachl IM a.0.

J<Äl$iR-B©RAX"

das hygientfehe Hautpflegemittel

kz. Klein-Linden, 27.Mai. Ein licheS zweistöckiges Wohnhaus, wohl das schönste Im hiesigen Orte, hat Dr. Boßler von hier an der Stelle, wo die Steinstraße in die

Das lachende Haus

Roman von Sophie K l o e r ß.

stellung in Alsfeld haben, die von der Fa. Carl R i e b e l aus Gießen veranstaltet wird. Damit auch die ganz moderne Richtung auf der Gemälde­ausstellung nicht fehlt, wird die Berliner Künstler- VereinigungDer Sturm", Gemälde des Futuris­mus und Expressionismus, zur Ausstellung bringen.

* Alsfeld, 27. Mai. Die Kraftpost Alsfeld Treysa verkehrt vom 1. 3uni ab werktags nur Vis Zella (Bahnhof). An Sonn-

3ungdeutschen Ordens eine stille Ge­denkfeier an unseren vor drei Jahren von den Franzosen erschossenen Bruder Albert Leo Schlageter. Das Ordenslied und Ma­rut Kahles GedichtSchlageter" leiteten die Feier ein. Zur Ansprache über deS Helden Heimat, sein Wesen, seine Tat wurden Lichtbilder gc- zeigt, besonders auch solche von der vorjährigen Gedcnffeier an seinem Grabe in Schönau im südlichen Schwarzwald und der gleichzeitigen Feier der Grundsteinlegung des dortigen großen SchlageterdenkmalS. DaS Deutschlandlied schloß die Feier.

A Blofeld, 27. Mai. Der seit 3anuor 1924 hier bestehende, 36 Mitglieder zahlende Ralfs« eisenverein hat einen erfreulichen Aufschwung gegen voriges 3ahr zu verzeichnen. Der Gesamt­umsatz betrug 1925 133 199 Mark gegen 76 640 im Vorjahre, die Spareinlagen betragen 2933 Mk., in 1924 nur 585 Mk. Die Bilanz zeigt einen Rein­gewinn von 289 Mk., der dem Reservefonds, welcher auf 686 Mk. angewachsen ist, überwiesen wurde.

(tzymnasialjubclseier in Vüdmgen.

Büdingen, 27. Mai. Am 31. Juli und 1. August begeht die älteste höhere Schule Hessens, das Wolfgang-Ern ft- Gymnasium zu Büdingen, das Fest feines 325iährigen Bestehens. Zwar verbürgen mehrere in den letz­ten Jahrzehnten ans Licht gekommene Urkunden ein weit höheres Alter derLateinschule", doch soll vor­läufig am Jahre 1601, aus dem die Stiftungs­urkunde des Grafen Wolfgang Ernst von yfenburg und Büdingen datiert ist, als dem Gründungsjahre festgehalten werden. Das Fest beginnt mit der E i n- weihung des Ehrenmals für die beinahe 100 ehemaligen Schüler, die im Weltkrieg gefallen sind: den Entwurf des hervorragenden Holzbild­werks dankt die Anstalt dem Düsseldorfer Akademie­professor Fr. Becker. Auch ein Fefkgottes- b i e n ft in der Stadtkirche betont den ernsten Cha­rakter der Feier, doch werden ein Kommers mit allerlei Darbietungen, ein gemeinsames Mahl und eine Zusammenkunft mit Damen auf dem Schützen- festplatz amHammer" nicht fehlen. Wie vor 25 Jahren, werden auch diesmal die Stadt und die ganze Gegend am Feste ihrer Schule regen Anteil nehmen, und mehrere Hundert altePennäler" haben schon jetzt ihr Kommen zugesagt, sie kehren zum Teil aus weitester Ferne zur Stätte froher 3uflenberinnerungen zurück, um zugleich eines der schönsten deutschen Städtchen wiederzusehen, das an landschaftlichen Reizen wie an Altertümlichkeit wenig Nebenbuhler hat, aber auch Gegenwartsgeltung be­anspruchen kann. Das Gymnasium zählt zur Zeit 300 Schüler, die ihren Vorgängern freudig den Willkommensgruß bieten werden.

Kreis Schotten.

Schotten, 27. Mai. Das Walzen der Ortsdurchfahrten von Eichelsdorf und R a i n r o d, das sich bis in den halben 3uni erstreckt, ist mit besonderen Schwierigkeiten für den FuhrwerkSverkehr verbunden. Da die alte Frankfurter Straße, der Parallelweg zur Kreis- strahe, infolge schlechter Beschaffenheit für eine Umleitung des Verkehrs nicht in Frage kommen kann, müssen Fuhrwerke mit V, ft ü n b i g c m älmweg über ällfaStornselsSpies unsere Stabt zu erreichen suchen. Dis zur Heu­ernte, die infolge der kalten Maitage reichlich spät sein wird, dürften die Walzarbeiten beendet sein.

ld. U l r i ch st e i n , 27. Mai. Da infolge der fal­ten Witterung Klee und Gras schlecht wach­sen, klagen die Bauern unserer Gegend, besonders in den Ortschaften, die erst nach der Heuernte mit dem Weidegang beginnen, über (9 n f u Her­rn a n g e L Besonders macht sich das Fehlen des Klees für die Stallfütterung unliebsam bemerkbar, zumal viele Landwirte ihre Viehzucht in den letzten Jahren vergrößert haben.

Der Berliner R. C. Endspurt trägt die Mei­sterschaft von Riederbamim auf der Strecke Ber­lin FürstenbergBerlin aus. Als eins der 3 Industrierennen geht die Radfernfahrt .Quer durch Bayern" vor sich Weitere Strafjenfem- sahrten sind: HannoverBraunschweigHanno- ner sD.R.Ll.), der Askaniapreis von Zerbst (D. R.U.>, Rund um das Stettiner Haff (D.D.R.), Rund um Solingen (D.D.R.), Rund um den Rheingau (D.D.R.). DahnLennen finden in Han­nover. Leipzig, Frankfurt, Plauen, Köln, Düssel­dorf, Augsburg und Stendal statt.

5 Friedberg, 27. Mai. In Lehrerkreisen wird schon immer eine alte, schöne Sitte getätigt, die die Abiturienten des Lehrerseminars von Zeit zu Zeit zu Wiedersehenszusammen­künften vereinigt, zumeist in der ehemaligen Se­minarstadt. In der Regel werden die Osterferien zu den Zusammenkünften benutzt, zur Abwechllung aber auch einmal die Tage nach Pfingsten. So trafen sich diese Woche hier die Schulmänner, die 1876 und 1 880 vom hiesigen Lehrer- seminar abgegangen sind Don 47 Gingeladenen waren 38 zur Stelle, zumeist noch rüstige Männer, die infolge des Abbaugeseyes in den Ruhestand getreten sind. Hs war den Anwesenden eine be­sondere Freude, ihren einzigen noch lebenden Lehrer. Schulrat S ü h. in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit in ihrer Mitte haben zu können. Rektor Kredel (Dad-Rauheim) feierte

und Feiertagen fahren die Wagen tote seiche» bis Treysa.

Starkenburg.

* Darin ftadt, 27. Mai. Seit etwa Jahresfrist hat in Darmstadt der Gedanke festere Gestalt ange- njinmcn, in der Landeshauptstadt ein hessisches Nationaldenkmal zu errichten, das die Er­innerung an den Weltkrieg wachhalten soll. Die Meinungen gehen teilweise dahin, datz es ein Volksdei.kmal sein soll und nicht nur ein Krie­gerdenkmal. Andere Kreise vertreten den Gedanken eines gemeinsamen Kriegerdenkmals, aber dis jetzt waren die einzelnen Regimenter nicht für diesen Plan zu gewinnen. Diese wollen nun Einzelge- tz e n k st e i n e in der Nähe ihrer ehemaligen Kasernen errichten. In der letzten Stadlvcrord- netenöcrfammlung suchten die Regimentsvereine um Genehmigung hierzu nach. Stadtverordneter Ge­heimrat Walde gab bei dieser Gelegenheit der Hoffnung Ausdruck, daß ein hessisches Nationaldenk* mal doch noch zustande komme. Die nachgesuchte Ge­nehmigung wurde gegen die Stimmen der Sozial­demokraten und Kommunisten erteilt. Im Jahre 1927 werden in Darmstadt eine größere land­wirtschaftliche Ausstellung und da» Mittelrheinische Kreisturnfest ftattfin- den. Die Stadtverwaltung ist mit verschiedenen Ver­einen in Verbindung getreten, um eine groß« Festhalle zu errichten, die eine Reihe von Jah­ren stehen bleiben soll. Die Stadt will 8 0 000 M k. zu den B a u k o st c n zuschießen. Die Stodtverord« riteiiDerfammlung stimmte den Vorschlägen gründ- glich zu, behielt sich aber in der Platzfrage und der Bauausführung der Halle die Entscheidung vor.

Preußen.

Maingau.

WSR Frankfurt a. M.. 27. Mai. 3m Dürgersaal fand heute unter dem Vorsitz von Bürgermeister G r a e f ein Festakt zur Ehrung von ehrenamtlichen Mitarbeitern des Wohlfahrtsamtes statt, die 10 und mehr 3ahre im Dienste der öffentlichen Wohl­fahrtspflege gestanden haben. Don dem Um* fange, den die öffentliche Wohlfahrtspflege an­genommen hat, gibt die Tatsache Kenntnis, daß jetzt nicht weniger als 20 000 Akten im Wohlfahrtsamt geführt werden. Das ist nur mit Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter möglich, die den Dank der Allgemeinheit in reichem Maße verdienen. - - Die Erben des hier verstorbenen Privatiers Philipp Schiff haben der Stabt eine Schenkung von 10 000 Mk. überwiesen mit der Auflage, daß die Schenkung mit der bereits bestehenden, von der Famllie Jakob H. Schiff in Reuyork errichteten, nach der Inflation mit 30000 Reichsmark neubegründeten Schiffschen Stif» t ung vereinigt und unter dem RamenPhilipp und Jakob H. Schiff-Stiffuny" für Zwecke der Kinder- und Altersfürsorge weiter­geführt werde. Der Magistrat hat die Zuwen-

bekennen. Setzte sich hin und schrieb nach Niebüll.

,A$ft das Freundschaft? Wir sitzen hier in Not, und Sie lassen nichts von sich hören und sehen? Und ich denke immer, wenn es wieder wäre wie im Sommer, Sie und dos lange nein, so darf ich ihn ja nicht mehr nennen, also Sie und der lange Herr Schwager und das Schaukelpferd so vergnügt zusammen in unserem Garten und Haus, und alles voll Necken und Lochen, unsere Rose würde auch wieder lachen. Es fehlt der Rechte, der sie gesund machen könnte. Wir sind eben alle in diesem Winter ein bißchen eingerostet. Aber Sie müssen da oben an der offenen Küste doch so viel gesunde Salzluft eingefogen haben, daß das Salz Ihres Witzes uns wieder luftig machen muß. Oder ist das lachende Haus ganz vergessen? Denn Heider sitzt tief in Frühjahrs- beftellung und Zukunftssorgen, Ausbau des Pach­terhauses auf Gottesgabe, Möbelbeschaffung neue Maschinen, was weiß ich. Und Christian Polematz haben Sie mal ein betrübtes Schau­kelpferd gesehen, das ttotzdern vergnügt aus (et) en will? Wenn es nicht ttagifch wäre, es wäre 3um Kranklachen. Aber wie gesagt, wir haben das Lachen verlernt, und ich Hobe nur die eine Hoffnung, daß Sie es uns wiederbringen."

Sie las ihre Worte nach. War das mehr, als sie schreiben durfte? Hatte sie die Schwester preis- gegeben mit diesem Brief? Nein, das konnte doch nicht sein. Es war eben der letzte Versuch. Wenn der auch mißlang

Der Brief reifte ab.

Ille setzte sich danach zur Schwester und erzählte vom kommenden Frühling.Alle Krokusse stecken schon die neugierigen Blattfinger heraus, ganz blitz- sauber aus der nassen, schwarzen Erde. Die an der Scheunenwand, wo die Sonne hinkommt, haben schon gelbe Spitzen. Und meine Primeln, sollst mal sehen, die ganzen Rabatten werden goldgelb in die­sem Jahr. Und die Aurikeln! Weißt du, die dunkle, weiche mit den goldenen Kelchaugen im Sarntge» sichtchen ich hab' sie doch letztes Jahr immer Mucki genannt, weil sie so weich ist rote du, Knospen sind schon dron. Du mußt dich eilen mit dem Gehen, Rose. Wir müssen nächste Woche zu­sammen bis zur Wiese hinunter. Kein Eis mehr aus dem ganzen Strom, und drüben sieht man das hannoversche Ufer ganz faatgrün. Ich steh' oft mit dem Fernrohr oben und seh hinüber. Wir wollen dies Jahr doch mal hinsegeln, nicht, mein Lütt?"

Aber Rose sah sie still an.So gut meinst du es, Ille. Ich mag aber gar nicht wieder gesund werden, du. Das Beste ist noch, hier still zu liegen und euch durch das Haus gehen zu hören. Ille sah sie mit­leidig an:

Ja, aber wenn wir nun Besuch bekommen? Ich hab' es so im Gefühl: Jens Appelbom kommt bald einmal herüber. Rose, um den mußt du schon ein ander Gesicht machen. Du bist doch gar nicht so krank, du mußt nur Willen hoben. Soll der dich jo finden?"

,Llle, was haft du nur mit Jens Appelbom?" Rose sah der Schwester in die Augen, die blickte fort.Mein Gott, du hast schon so oft so was geredet du glaubst doch nicht im Ernst--

Nein, nein, Iven Lornsen, der ist es nicht! D nein, Ille, der ist es nicht. Das haft du dir da ein» geredet!"

Aber," sagte Ille und wurde ganz blaß, ,chu bist doch oft mit ihm gegangen, hn Garten und im Holz und zur Post, und und er war so dahinter her, daß er dich einholte, wenn du schon fort warst"

,Zlle! Untersteh' dich! Dein Schutz und Schirm genügt uns für heute vollkommen."

Wie sie dem Wagen entgegenjubelten, der Mut­ter und Rose von der Station brachte und wie der Jubel jäh verstummte! War das die Schwester? Dies ernste, blasse Mädchen mit den Augen, die nichts zu sehen schienen, mit dem Munde, der solchen bitteren Zua trug, mit der leisen Stimme, die klang wie ein zersprungene Glocke?

Heider Steffen hob das Kind vom Wagen und trug es in das Haus, legte es auf das Soja, strich über die silberblonden Haare Rose schien sich gar nicht über solche Vertraulichkeit zu wundern und ging still hinaus. Aus dem Flur stand Thora. Sie hatte nicht gewagt zu folgen, sie trug den Schrecken über Rosens Anblick zu stark in der Seele und in den Zügen.

O Heider, was ist dos? Was haben sie mit ihr gemacht?"

Sie muß han unter die Räder gekommen sein."

Aber sie fiel doch vor dem Wagen. Kann ein einziger Stoß" da verstand sie, was er meinte.

Ille kam aus der Stube.Was ist das? Sagt doch nur, was das ist? Sie sieht mich an und sagt: ,Outen Tag, Ille', aber sie fegt das, als wenn ich ein ganz fremder, gleichgültiger Mensch wäre. Ist das unser süßes Mucki? Die so lochen fonnte ? Wie Mutter sagte: .Bist du nun froh, daß wir zu Hause sind?' versuchte sie zu lächeln. Es war so herz­zerreißend, daß ich herausgehen mußte." Sie wandte sich hastig ab, die Tränen schossen ihr aus den 21ugen.

Ich will nicht nach oben, hatte Rose gesagt, ich will unten liegen." Da war ihr neben der Web­stube, in der die klappernden Stühle feierten, dos Bett aufgeschlagen worden, und dort ruhte sie. Die Füße, von dem Stoß im Rücken noch gelähmt, mochten nicht den kleinsten Schritt versuchen. Der Koos, dessen Wunde schon verheilte, mochte nicht teil- nenmen an Freude und Glück. Das Herz war taub und tot Nichts war wach als Scham und Not und Bitternis.

Eingebrannt war jedes Wort, an jenem schreck­lichen Nachmittag gesprochen. Immer wieder klang

Lüyclünder Straße einläuft, im Rohbau soweit fertiggestellt. Besonders wuchtig wirkt 1>er starke Rundbau an der linken Frontseite des Haukes.

Bg. Großen-Buseck, 27. Mai. Auch in die- fern Jahre ist die Bautätigkeit in unserer Ge­meinde^ recht rege. Neben zwei noch sertigzu- stellenden sind zur Zeit fünf weitere Neubauten in Angriff genommen. Im Laufe dieses Frühjahrs ist in unserem Dorfe eine auffallend große Zahl von Blinddarmentzündungen mit nach- folgender Operation zu verzeichnen gewesen.

S. Ettingshausen, 27. Mai. Don den Dörfern, die zum Gebiet deS Landwirtschafts- amteS Drünberg gehören, haben 24 Versuchs- felder für Wtesengräser und Klee­arten angelegt. Der uns hat Lehrer K n ö l l am Holzweg ein Stück Land mit seinen Schülern urbar gemacht und mit 26 verschiedenen Gräsern und Äteearten bebaut. Dieser Tage war Land- wirischastSlehrer D ö ch e r - ©rün&erg hier, um an Ort und Stelle vor zahlreich erschienenen Landwirten über Wert und Hirtoert der einzelnen Gräser zu sprechen. Außerdem gab er ausge­zeichnete Winke über Düngung, Wässerung, An­lagen und Pflege der Wiesen. Lehrer K n ö l l dankte dem Redner und gab der Hoffnung Aus­druck, daß die gesprochenen Worte in Taten uingesetzt werden möchten. Er wies hin auf die sich immer mehr auSbreitenden Schädlinge, die bekämpft werden müssen. Die Gemeinde will Emailschilder anfertigen lassen, auf denen Raine, bester Wachstumsort und Qualität der einzelnen Versuchspflanzen verzeichnet sind, um es da­durch jedem Landwirt möglich zu machen, sich die ihm zusagenden Gräser selbst auszusuchen. An den Vortrag schloß sich ein Gang durch die Felder an, der besonders einigen Fruchtäckern galt, die vom Rost befallen sind. Gin anderer Acker zeigte den großen Vorteil der Fruchthackmaschine, deren QInf<5offung sehr empfohlen wurde. Leider mußte sestgestellt werden, daß die Kvrnäcker stark Rot leiden durch ein winziges 3nfeft, das in den Rehren sitzt und die Körner entweder von oben ober unten her abfrißt. Es Handeft sich um den Getreideblasenfloh, der zu der Familie der Blasenfüßer gehört, die man den Gradflüglern zurechnet. Die Blasenfüßer sind sehr klein mit saugenden Mundwerkzeugen und schmalen, oft auch fehlenden Flügeln und runden Haft scheiben statt der Klauen an den Füßen Der Schaden, den diese winzigen Tierchen anrichten, kann außer­ordentlich groß fein. Ein Mittel, sie abzuwehren, hat man bt8 jetzt nicht.

Kreis Friedberg.

WSR. Friedberg, 27.Mai. Am 13. Juni feiert hier der evangelische Kirchenge­sangverein für Hessen fein 42. Lan - deskirchengesangfest. Zum Festgottes- dienst, der nachnrittagS um 2Va älhr in der Stadt- kirche stattsindet, finden sich etwa 500 Sänger und Sängerinnen zusammen aus den Vereinen Butz­bach Gießen, Friedberg, Höchst, Hungen, Riwa, Oberau, Oberrosbach, Stammheim und Dilbel. Die Festpredigt wird Dekan Schäfer- Büdingen haften.

bürg gestern in unsere Gemarkung, um mit Metallwünschelruten die stärksten Wasserläufe Mitteln. Es wurden etwa 10 bis 15 Wo

es in den Ohren, sie konnte sich nicht dagegen weh. ren. Und vor den Augen lagen tue Bilder leicht­sinniger Frauen, und aus dem Madonnenbildnis blickten sie die ernsten Augen der jungen Mutter an: Weißt du nun, wie weh er denen tut, die ihn lie­ben?" Das soll schlimm sein, einen geliebten Men­schen durch den Tod zu verlieren? Ach, der bleibt doch! Die (Erinnerung bleibt, und jedes gesprochene Wort und jede getauschte Zärtlichkeit wird zum un­verlierbaren Heiligtum. Aber hier durfte nichts blei­ben auch die schönen Stunden waren verdorben, waren mit Schmutz besudelt wüst war und leer, was ein friedlicher Garten, ein Paradies geschienen hatte.

Ob er auch nur einmal nach ihr gefragt hotte, als sie im Krankenhaus lag? Er konnte doch leicht durch die Pension von ihr erfahren er hatte es doch so einfach, ihr ein bißchen Liebe zu zeigen, Blumen zu senden das konnte er schon als künf­tiger Nachbar von Kiekoondiek. Nichts kam, nicht ein Wort. Feige! Feige! Sich zu nichts be­kennen! Jeder vielleicht peinlichen Konsequenz aus dem Weae gehen. Wie sicher er sich fein mußte, daß sie schwieg! Ja, er kannte sie von Anfang an gut Er wußte, daß eine Rose Bunsen viel zu stolz war, Verantwortung zu fordern.

Nun mochte sie sehen, wie sie mit sich selber fertig wurde. Da lag sie und sah die langen Tage hinaus in den tropfenden Garten, lag die langen Nächte und hörte das Klopfen des Regens und des Schmelzschnees, wie sie vom Dach sanken, an die Erde pochten, junges Leben wecken wollten zu neuem Lenz. Gut waren sie alle. Die Mutter und die Schwestern und der lange Heider. Aber sie glaubte an keine Liebe mehr. Wenn Thora nur nicht auch elend werden würde! Sie hotte sich nicht freuen können über die Verlobung.

So? Du hast nun doch |a gesagt? Bist du denn auch gern seine Braut geworden? Alles Glück, lieoe Thora!" Aber es klang:Daraus wird ja doch nur Leid."

Wie Margrit litt unter der stummen Not des Kindes! Wenn Rose doch gemeint hatte! Und hätte sich empört gegen das Schicksal, hätte gezürnt und gerast. Ach rasen! Nichts lag der ferner. Sie war wehrlos gegen das Schicklai, wie dos Lamm, das sich in Frost und Hagelschlaa hilflos zusammenduckt und olles über sich ergehen läßt.

Immer dachte Margrit an die Reden der Qual» mann. Sagen davon tat sie niemand. Rose mußte