Turnen, Sport und Spiel.
Lausen als sportliche Grundlage.
Don Karl Meitner-Heckert.
Laufunterricht und Lauftraining finb die Grundlage füx die meisten Spezialzweige des Sports. Laufen ist Pflichtsport im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Sportler, für jede Sportlerin. Die moderne Sportwissenschaft hat auf Grund sportphysiologischer Versuche erkannt, daß die Geschwindigkeit ein maßgeblicher Faktor auf dem Wege zur Leistung ist. In der Gymnastik des Laufens werden fast alle Körpermuskeln zum Wachstum und zur Elastizität angeregt, die Verven zur Beherrschung der Bewegung erzogen. Laufunterricht und Lauftraining bilden bei zahlreichen Sportdisziplinen die erste Stufe, die zum Sieg fuhrt.
Den meisten Menschen fehlt Beweglichkeit, ein Mangel, der sich hauptsächlich in der Steifheit der Deckengelenke zeigt. Mit einem Klotzen Spaziergang macht man diese Gelenke zwar locker, aber nie gelenkig. Erst der Lauf, der an die Muskelstränge, die bis zu den eigentlichen Rückenmuskeln reichen, grotze Anforderungen stellt, macht die Beckenpartie beweglich. Das wissen am besten die Ruderer, die für Anriß und Sitzarbeit jener Kraft benötigen, die ihre Zentren in der Beckenpartie und in der Arm- muäfulatur haben.
Lauf ist auch für Herz und Lunge unentbehrlich Nur verhältnismäßig wenig Menschen sind ohne sportliche Ausbildung imstande, einen richtigen Lauf, der doch eigentlich als natürliche Fortbewegung keine besonderen Anforderungen an die Körpertrast stellt, auszuführen. Warum? Weil Herz und Lunge versagen. Der Lauf übt eine erhebliche Wirkung auf die Dlutzirtulation, auf den Atinungsprozeh aus. Lauf lehrt den Sportler, sich der Atembewegung so hinzugeben, datz sie den Körperbewegungen lebendigen Zusammenhang gibt.
Laufen muh der Körperkonstitutivn des einzelnen angepaßt werden. Das sportmäßige Laufen ist deshalb in drei Kategorien geteilt: Kurz-, Mittel- und Langstreckenlauf. Der Kurzlauf z. B. ist keine gleichmäßig hohe Anstrengung von Anfang bis Ende, sondern er setzt sich aus mehreren Phasen zusammen, nämlich dem Bor- schiehen unmittelbar nach dem Start, der Tempo- vrientierung während des Laufes und dem kraftvollen Endspurt. Das zeigt gleichzeitig, daß Lauf- Wungen nicht gruppenweise vorgenommen werden sollen. Beim Lauftraining steht der Sporttreibende am besten unter Kontrolle eines Trainers, oder er muß sich selbst kontrollieren und die Kraft im Körper dorthin zu lenken versuchen, wo er sie für den Spezialzweig am notwendigsten braucht. Man wird zu diesem Zweck darnach trachten, die Erregung gewisser Muskelpartien in ganz bestimmtem Kraftmaß auszuführen. Nur durch gründliche Lauftibungen miri) es möglich, Verhältnis, Grad und Ort von Körperstörungen zu ordnen und alle Muskeln des Leibes gründlich durchzuarbeiten. Wie notwendig Lauftrai- ning ist, zeigt die Praxis, die immer wieder nach- weist, daß sich spezielle Spitzenleistungen nur dann auf längere Zeit bewahren lassen, wenn der Sportübende volllommen Herr der Verwendung und Verwertung seiner Muskel- und Atmungstätigkeit ist. Ohne Laufübung, ohne rationelle Grundlage der Bewegung, ohne organisierte Technik muh durch den Gegensatz der Be- wegungs- und Empftndungsnerven das Gleichgewicht zwischen Körper und Geist aus dem Geleise kommen.
I Lauf als Pflichtsport ist das beste Mittel, jim in allen Sportzweigen Schlaffheit und Ner- H>osität, diese schlimmen Widersacher des Sport- menschen, zu beseitigen. Der Laus ist unzweifelhaft die älteste Sportart, und zwar gleicherweise der Kurzstreckenlauf, der Dauerlaus, der Hindernislauf. Der moderne Sport wertet den Lauf sehr hoch; ohne ein tüchtiger Läufer zu sein, wird ein Sportler im Fußball, Hockey, Tennis u. a. nicht viel leisten. Man hat z. B. ermittelt, daß ein Schiedsrichter beim Fußballspiel während der 90 Minuten Spielzeit 10 bis 11 Kilometer zu durchlaufen hat. Das ist eine Arbeit, die der eines Fußgängers entspricht, der einen zweistündigen beschleunigten Fußmarsch ohne Sinter» brechung durchhält.
Alle Schnelligkeitsübungen beanspruchen volle geistige Konzentration vor und während der Spvrtübung. Wer nicht auf das Startkommando als Faustkämpfer, Schwimmer, Leichtathlet, Fußballspieler, Ruderer, Skiläufer usw. vom Schnelligkeitsmoment, d. h. von der Kraft, die in
Angeln md Wchen in Deutschland
Don Dr. Fritz Skowronnek, Berlin.
Der Wasserreichtum Deutschlands verdient höher eingeschäht zu werden, als es jetzt geschieht. Denn das Wasser, ob es uns als Bach, Fluh oder See begegnet, belebt und steigert die Schönheit jeder Landschaft. Jedes Tal, durch das ein Bächlein rauscht, die Ebene, durch die ein Strom feine Wogen rollt, der dunlle Forst, in dem ein See das Himmelsblau widerspiegelt, erhält durch das Wasser ein zweites geheimnisvolles Leben. Und wenn man noch das Gebirge heran- zieht, dann ergibt sich eine Fülle landschaftlicher Schönheit, die Land und Stadt bekränzt. Kein Gau des Deutschen Reiches braucht den anderen zu beneiden. Ist doch selbst die Millionenstadt Berlin, in sandiger Tiefebene gelegen, von soviel Wasser durchströmt, dah sie mehr Brücken aufweist als Venedig, und von soviel prachtvollen Seen umgeben, dah sie zum Hauptplah des Wassersports werden muhte.
Wie sehr das wirtschaftliche Leben Deutschlands durch seinen Wasserreichtum, vor allem durch die großen, weitverzweigten Stromgebiete als Verkehrswege beeinflußt wird, braucht hier nicht weiter ausgeftchrt zu werden. Es sei deshalb nur noch auf den unermeßlichen Schatz an Süßwasserfischen hingewiesen, den Deutschland in seinen Gewässern besitzt. Gr tritt am stärksten in Norddeutschland hervor, wo von der Elbe bis zur Memel sich Seenkette an Seenkette reiht. Don jeder Bergeshöhe erblickt man ringum Seen, von dem kleinsten „Gottesauge" bis zu den Riesen, die, wie die Müritz in Mecklenburg oder Spir- ding und Mauersee in Masuren, über 100 Quadratkilometer bedecken. Hier seien auch gleich die großen Haffe genannt, das Stettiner, Frische und Kurische, die zusammen 3200 Quadratkilometer einnehmen.
der Laufbewegung steckt, erfüllt ist, wird nie ein guter Läufer, ein guter Sportler werden. Zum Unterschied vom Kurz- oder Langstreckenlauf, die Stilläufe sind, muß der Waldlauf nach Möglichkeit ohne Stil gelaufen werden; er soll für den Sportler in erster Linie ein Gesundheitslauf sein.
Die Amerikafahrt der Deutschen Turnerschaft.
Die Amerikariege der Deutschen Turnerschaft wird am Sonntag, 30. Mai, mit dem „Columbus" nach Amerika abreisen und am 7. Juni in Neuyork eintreffen. Sie wird dort und in einer Reihe anderer großer Städte, Philadelphia, Baltimore, Washington, Pittsburg, Cleveland, Detroit, Chikago, Cincinnati, St. Louis, Milwaukee mit den amerikanischen Turnern zusammen deutsche Abende veranstalten, bei denen es sich nicht um Wettkämpfe, sondern um Mustervorführungen handelt. Das Bundesturnfest des Amerikanischen Turnerbundes selbst findet vom 15. bis 20. Juni in Louisoille statt. Für den 13. Juni ist die Riege von den „Deutschen Tagdele- gaten, die 300 000 Deutschamerikaner in Chikago vertreten, einstimmig zur „Deutschen-Tag-Feier" im großen Stadion zu Chikago eingeladen.
Leistungsprüfungen des Reichsheeres 1926
vo. Richt als Wettkampf im eigentlichen Sinne, sondern in erster Linie zu dem Zweck, die im militärischen Interesse liegende Hebung der Mannschafts-Durchschnittsleistung zu erreichen, wird die Leistungsprüfivng des Reichsheeres 1926 durchgeführt. Die Prüfungsübungen: 1. Handgranaten-Weitwurf, 2. Weitsprung mit Anlauf, 3. 100 Meter aus dem Liegen, 4. 3-Klm.- Geländelaus, 5. Schwimmen, sollen den an den Feldsoldaten gestellten körperlichen Anforderungen entsprechen.
Die erste Zwischenrunde der deutschen Fuhball - Meisterschaft.
Rach den xum Teil überraschenden Ergebnissen der am 16. Mai ausgetragenen Vorrunde machte die Gruppierung der in der Konkurrenz verbliebenen Gegner einige Schwierigkeiten. Sechs aus eigenem Platze spielende Mannschaften hatten gewonnen, zwei ernste Meisterfavoriten waren auSgeschieden, Westdeutschland behielt keine. Dafür Berlin und Rocddeutschland. beide ins Rennen geschickte Mannschaften in Der weiteren Konkurrenz. Wie wollte man Da die Zusammenstellung der Paare vornehmen, ohne bei den Teilnehmern Tlnzufriedenheit hervorzurufen, zumal man gemäß einem Bundesbeschluß noch vermeiden mußte, die Angehörigen deS gleichen Verbandes in der Zwischenruiide gegeneinander zu stellen? Die vom Bundes-Gpielausschuß getroffene Paarung muß man unter diesen 11m- ständen als gut getroffen ansprechen. ES werden sich am kommenden Sonntag gegenüberstehen:
In Hamburg: Hamburger Sportverein gegen Fortuna Leipzig. Schiedsrichter Wein- g ä r n t e r (Offenbach).
In Nürnberg: Hertha-D. S. C. Berlin- Frankfurter F. S. D. Schiedsrichter Spranger (Glauchau).
In L e i p z i g: Spielvereinigung Fürth gegen Breslau 08. Schiedsrichter Gugenz (Essen).
In Berlin: Rorden-Rordwest Berlin gegen Holstein-Kiel. Schiedsrichter Braumüller München.
Hamburger Sport-Verein und Rorden-Rordwest, Die in Der Vorrunde auf fremden Plätzrir spielten, hat man somit in ihren Heimatsorten antreten lassen und für die zwei weiteren Spiele neutrale Plätze gewählt. Somit ist der äußere Rahmen für eine einwandfreie Durchführung der Zwischenrunde gegeben.
Als Favoriten für Den weiteren Verlauf Der Kämpfe gehen die Spielvereinigung Fürth und Holstein-Kiel ins Rennen. Schwieriger ist die Frage nach dem Sieger schon im Spiele Hamburger Sportverein gegen Fortuna Leipzig zu beantworten, wenn auch die Hamburger unter normalen Verhältnissen als die stärkere Mannschaft anzusprechen ist. Ganz offen ist der Ausgang des Nürnberger Spieles, das den Berliner Meister mit dem dritten süddeutschen Verein im Kampfe sieht. Die Frankfurter sind ein zäher Gegener und vermochten im Vorjahr im Vorschlußspiel den Berliner Meister mit 1:0 in Der Spielverlängerung aus dem Rennen zu
Da Rorddeutschland auch Den Unterlauf aller großen Ströme und zahlreiche Küstenflüsse besitzt, mußte sich hier eine umfangreiche Fischerei entwickeln. Nach alter deutscher Art hat sie sich in zahllose Kleinbetriebe zersplittert. Nur in Ostpreußen, am Spirding, Der mit seinen Nebenarmen 250 Quadratkilometer bedeckt, hat sich ein Großbetrieb entwickelt und behauptet, der größte Deutschlands, der in seiner Art sehenswert ist. Gr besitzt eine eigene Werst, Die täglich Dutzende großer und kleiner Boote herstellt und alte aus- oessert In großen BassinS sind stets Hunderte von Zentnern lebender Fische vorrätig. Täglich werden sie verladen, um für die Mengen Platz zu machen, die jeden Abend in Haltern neu heranströmen. Der Größe des Gewässers entspricht auch das Höchstgewicht Der Fische. Don den 73 Arten, Die in den deutschen Gewässern leben, sind fast alle mit Ausnahme Der Salmoniden, Lachs und Forelle, vertreten. An erster Stelle steht als Sportfisch Der Hecht, Der in stattlichen Exemplaren von 20 biS 30 Pfund an Der Darre gefangen wird. Die größten Hechte habe ich seinerzeit selbst gewogen und gemessen. Da wurde im März mit Dem Wintergarn in der flachen Kazerainobucht gefischt. Gleich der erste Zug brachte über 100 Zentner Hechte. Der „kleinste" wog 28 Psund. Die Mehrzahl wog zwischen 30 und 40 Pfund, und ein Dutzend über- stieg Den halben Zentner mit 56 und 58 Pfund. Das sind Riesen von drei Meter Länge mit einem Rachen wie ein Krokodil. Dem entspricht das Gewicht Der anderen Arten. Es sind fest- gestellt worden: Barsche bis zu 6, Bleie bis zu 18, Schleie bis zu 14 und Zander bis zu 40 Pfund. Alle anderen Arten übertrifft jedoch der Wels, von dem jährlich einige Exemplare von vier bis acht Zentner gefangen werden. Sein Höchstgewicht scheint er in Drei Riesen erreicht zu haben, Deren Fang durchaus beglaubigt ist. Sie wogen 15, 15 und 16 Zentner. Der erste wurde im Spirding, Die beiden anderen im Lycksee
werfen. Dennoch Dürfte das größere Vertrauen au, Sieg bei Den Berlinern sein.
Wenn also nicht wieder gewaltige Heber» raschungen eintreten — eine solche wäre z. B. ein neuerlicher Sieg von Breslau 08 — müßten in Der zweiten Zwischenrunde Fürth, Holstein, Ham
burger Sportverein und Hertha-B. S. C. aufetn* anberftoßen. Diese Vorschlußrunde wird am 6. Juni, also einen Sonntag später, vor sich gehen. Das Endspiel ist auf Den 13. Juni angeseht. Als Kampfstätte Dürfte für die Entscheidung das Berliner Stadion in Frage kommen.
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KZ der Sonntag bringt.
Gaumeifterschaftsspiere im Gau Hessen (D. T.)
= Am Sonntag treten die Dezirksmeister in Den Sommerspielen in Gießen an, um die Gaumei st erschaften auszutragen. Man darf sehr spannende Kämpfe erwarten, besonders in Der Faustball - Meisterklasse, in der aller Voraussicht nach Tgm. Friedberg und Tv. 1846 Gießen, zwei fast gleichwertige Gegner, in Die Endentscheidung kommen werden. Den Meisterschaftstitel hat Friedberg zu verteidigen.
Spieloerelnigung 1900 Gießen.
o. Die Ligamannschaft empfängt am kommenden Sonntag Die gleiche des F. C. 04 Oberursel b. Franffurt a. M. Oberursel gehört mit zu Den besten Mannschaften Der Rordmain- kreisliga. Das Vorspiel am ersten Ofterfeier- tag in Oberursel konnte 1900 nach anfänglicher Aeberlegenheit am Schluß nur mit viel Glück unentschieden (2:2) halten. Die Gäste spielen einen schönen Flachpaß, in dem sie den Vereinigten in technischer und taktischer Beziehung weit voraus sind; dazu ist ihre Spielweise äußerst fair. Die Einheimischen treten mit einer stark geänderten Mannschaft auf Den Plan, Die eigentlich ein erfolgversprechendes Spiel gewährleisten müßte.
Dor diesem Spiel steigt ein Tressen, das inoffiziell als Entscheidung um die IugenDmeister- schaft im Lahnkreis gelten könnte. Beide Gegner, die 1. Jugend des D. f. D. K u r h e s s e n , Marburg, sowie die 1. Jugend der SpVgg. 1900 Gießen, errangen in diesem Jahre die Meisterschaft ihrer Gaue. Im letzten Gesellschaftsspiel in Marburg siegte Gießen 1900 3:2. Man ist gespannt auf den Ausgang des Treffens am nächsten Sonntag.
Die 2. Jugend empfängt die 1. Jugend H ai- ger im Rückspiel. Man erwartet die Gießener erneut in Front.
Die 3b-Mannschaft spielt ihr Rückspiel gegen Den B. C. 20 Gießen 1. Mannschaft. Das Vorspiel endete bekanntlich 2:0 für 1900.
V. s. B.
(-) Während alle anderen Mannschaften durch Absage des vorgesehenen Gegners am kommenden Sonntag spielfrei sind, hat sich die immer eifrige Dritte den hiesigen Ballspielklub von 19 20 zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet.
Handball-Großkampftag in Wetzlar.
tz. Am kommenden Sonntag erlebt Wetzlar ein Handballereignis, das nicht zu den alltäglichen zu rechnen ist. Köln hat sich mit seinen Repräsentativen in Wetzlar angesagt. Die Kölner Elf ist eine der stärksten Städtevertretungen des westlichen Deutschlands. Die Mannschaft setzt sich zusammen aus Spielern des Turn- und Fecht-Clubs Köln, des Polizeisportvereins Köln und des Dortigen Bezirksmeisters, des Köln-Mühlheimer Sportvereins. Als spielstärkste Vertreter sind in. ihr zwei Angehörige der westdeutschen Länderelf, wahrend sich die übrigen Mannschaftsteile aus routinierten, technisch vorzüglichen Handballspielern zusammensetzen. Im einzelnen steht die Kölner Mannschaft: Tor: Conr ady, T. F. C. 65. Verteidigung: Buchbinder, Polizei; Krieger, M. S. V. Läufer: Bender, Polizei; H i m - ntelman, T. F. C.; Lindgens, M. S. D. Sturm: K lo st enh al s en, M. S. D.; Hendriks, Polizei; Stiel au, Polizei; Römer, T. F. C.; Kruse, Polizei. Wetzlar wird gegen diese ausgezeichnete Mannschaft einen harten Stand haben. Nach ihrem kürzlichen Abschneiden mit Ersah gegen die starke Siegener Elf geht die Wetzlarer nicht aussichtslos in den Kampf. Am Sonntag steht sie komplett. Wir halten das Ende des Spiels für unentschieden, auf eigenem Platz kann schließlich auch ein Sieg für Wetzlar in Betracht kommen. Wetzlar steht mit C a p e l l o
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F. C. Polizei im Tor. Verteidigung: Ebeling, F. C. Polizei; Schönberger, Niedergirmes. Läufer: Piper, F. C. Polizei; Rusert, F. C. Polizei; Marquardt, T.D. Der Sturm wird mit Philipp, Dademasch, Paulus, Voß und Maus vom F. C. Polizei in seiner alten guten Besetzung gestellt.
Dom Fußball in Mitteldeulsch- Land.
Ein neuer Kamm um die Vorherrschäst-iin mitteldeutschen Fußballsport steht zwischen Dresden und Leipzig bevor. D. f. B. Leipzig, dessen Mannschaft bekanntlich dem mitteldeutschen Meister, Sportklub Dresden, eine 5:2 Niederlage beibringen konnte, wird gegen Gutsrnuths Dresden antreten. In ganz Mitteldeutschland sieht man dem Ausgang dieses Spieles mit größtem Interesse entgegen.
Im Reiche.
Rasensport. !
vo Im Fußball sind vor allem dis vier Spiele der Dorzwischenrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft in Berlin, Nürnberg, Hamburg und Leipzig zu nennen. Repräsentativspiel Süddeutschland — Zentralschweiz in Freiburg.
Im Handball ist die wegen des unentschiedenen Ausgangs beim ersten Spiel angesehte Wiederholung T. G. Stuttgart — Polizei, Rastatt (Dorschluhspiel um Die D.-T.-Handball- Meisterschaft) in Eßlingen das bedeutendste Spiel.
Leichtathletik und Turnen.
Neben kleineren Veranstaltungen sind besonders die internationalen Leichtathletik-Wettkämpfe in Köln und Stettin, die Ostdeutschen Kampfspiele in Breslau zu beachten. Landes- Sportwerbetag des Sächsischen Landesausschusses für Leibesübungen mit Haupt- und Nebenstaffelläufen. — Grotzstaffelläufe in Süddeutschland: Grünwald—München, Rund um Stuttgart usw. Staffellauf Hildesheim—Hannover, Levensau— Kiel. Hochschul-Wetckampf Freiburg i. Br. gegen Basel in Bafel. D.-.C-Turn- und Sportfest in Blankenburg (Thüringen). Sportfest des Akademischen Turnbundes Berlin. Reichsoffene Turner-Wettkämpfe in Leipzig, Götz-Gedächtnis- turnen in Mainz (Rheinstaffel).
Schwimmen.
In Erfurt versammeln sich die Schwimmer zu einem Verbandsoffenen des S. D. Erfurt 05. In Leipzig-Lindenau bringt Die Deutsche Turne r- schaft das Göh-Gedächtnisschwimmen zur Durchführung.
Wassersport.
Die ersten diesjährigen Ruder tegatten werden in Köln und Bernburg ausgefahren.
Eine Kanu- Langstrecken-Wettfahrt Ohlau —Breslau veranstaltet der Schlesierkreis im D. K. D.
Schwerathletik.
Der Deutsche Athletik-Sportverband von 1891 bringt in Frankfurt a. M. seine Doxmeisterschaf- ten zur Entscheidung.
Flugsport.
Der Süddeutschlandflug nimmt in Mannheim seinen Anfang. Start zur Gordon Bennett-Freiballon-Wettfahrt in Antwerpen.
Motorsport.
Der A. C. Kurhessen veranstaltet das Her- kules-Dergrennen, der Nordwestdeuffche A. C. „Rund um Rothenburg", der Sächsisch-thüringische A. S. das Hohensteiner Bergrennen und der Gau Ostmark des ADAC. „Rund um Frank« pfurt a. d. O.“. Der M. C. Kaufbeuren sieht eine Berg- und Flachprüfung vor, während der M. C. Flottweg-Gülken das Niederrheinische Motorrad- derbh abhält. Der Aachener Motorclub West des D. M. D. veranstaltet bei Aachen Motorrad- Straßenrennen. Der Berliner QL C. wickelt auf Der Avus (Grünewald) ein Automobilturnier ab. Der Pvmmersche M. C. bringt eine Prüfung:
mit Dem großen Wintergarn gefangen. Den dritten habe ich als junger Mensch im Januar 1876 selbst gesehen. Er maß nach meiner Erinnerung mindestens acht Meter, und der Kopf hatte einen Durchmesser von mehr als 1,5 Meter. In den großen süddeutschen Seen ist noch jetzt der Wels, dort „Waller" genannt, der Hauptfisch. Er ist Dort auch ein sehr geschätzter Sport- fisch, Der mit der Darre, einem großen Löffel- spinner, gefangen wird und sich sehr tapfer wehrt. Ich war kein Neuling mehr, weder im Fischen noch im Angeln, als ich im Sommer 1910 Den ersten schweren Wels auf einem meiner ober- bayerischen Seen am Haken hatte. Er hatte schon eine Stunde mein leichtes Boot kreuz und quer über Den See hin und her geschleppt, als mich Die Ruhe verließ und ich Gewalt anwendete. Er kam hoch und empfahl sich mit einem gewaltigen Schwanzschlag.
Am Dritten Tage war ich wieder auf demselben See mit Dem stärksten Gezeug, das ich in München hatte auftreiben tönn»n. Nach einer Stunde hatte ich wieder einen schweren Fisch am Haken. Diesmal hielt ich durch, bis mein Gegner sich ergab und ich ihn nach zweistündigem Kmnpf mit dem Gaff ins Boot ziehen konnte. Es wog nur 83 Pfund, aber ich war völlig ausgepumpt. Einen sehr guten Sport liefert auch die Seeforelle, Die in Dem 85 Quadratkilometer großen Chiemsee über 40 Pfund schwer wird. Sie wird hinter einem schnell geruderten oder noch besser hinter einem nicht zu schnell segelnden Boot am Löffelspinner gefangen. Der Spinner muß handlang sein, der Triangel am Ende mit Federn umwunden, damit er nicht hinabhängt, sondern mit dem Löffel In gleicher Höhe schwimmt. Ein Anhieb ist nicht notwendig; das muß die schnelle Fahrt besorgen. And meistens haften alle drei Haken im Ober- und Unterkiefer.
Den HauptsporL in ganz Oberbayern liefert die Forelle. In allen Nebenflüssen Der Donau ist st« vertreten, selbst in Den vielen taufend
Quellbächen bis zu den lleinsten kaum fußbreiten Rinnsalen. Es hat lange gedauert, bis wir den Wert und die Bedeutung dieses Reichtums an Edelfischen erkannten und sportmäßig auszunuhen lernten. Doch nun find wir dahin gelangt, dies Nationaleigentum pfleglich zu behandeln und können einem soortgcrechten Angelgast guten Sport bieten. Gefischt wird nur mit der Fliege, trocken oder naß, wie es jedem beliebt. Großen Forellen, die schon durch Erfahrung gewitzigt sind, kann man auch mit einem kleinen Spinner nachstellen. Einer großen Auswahl von Fliegen bedarf es nicht. Rach dem schottischen System, das sich jetzt wohl überaus durchgesetzt hat, genügt es, wenn die Fliege in Größe und Farbe dem Insekt ähnelt, das gerade über dem Wasser fliegt
Der wertvollste Sportfisch, den Deutschland besitzt, ist der Hu ch e n, der Lachs der Donau, Der bis zu 80 Psund schwer wird. In Bayern bewohnt er nur die rechtsseitigen, vom Gebirge herabkommenden Nebenflüsse mit starker Strömung. Gr verläßt nicht das Süßwasser und laicht in Den Frühjahrsmonaten. Deshalb ist er im Herbst und Winter am beißlustigsten und geht scharf an den Köder. Im Drill wehrt er sich sehr tapfer und gibt Darin Dem Laichs nichts nach. Das Gezeug darf deshalb nicht zu leicht gewählt werden, weil man stets mit Dem Anbiß eines tapferen Burschen von 20 bis 40 Pfund rechnen muß. Neuerdings wird er auch mit dem lebenden Köderfisch gefangen, der anderthalb Meter unter einem Korkfloß im Wasser schwimmt Damit berückt man auch alte, große Fische, die gern Die stillen Winkel zwischen den Buhnen aufsuchen, um Weißfische zu jagen.
Wer gute Wasserwaid sucht, findet sie in Deutschland sowohl im Norden wie im Süden. Allenthalben gibt es Vereine von Sportanglern, die nicht nur ihre Gewässer hegen und pflegen, sondern auch bereit sind, sie einem sportgerechten Angler als Gast zur Verfügung zu stellen» Detri Leill


