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der die Einzelwillen zunächst bn sind und durch ihren Zusammenschluß einen Gesamtwillen bildern ohne sich als Einzelwillen aufzugeben. Was sie zusammenbindet. ist ein bestimmter Zweck, und ihre Vereinheitlichung reicht nur so weit, wie die innere Gesetzlichkeit des gemeinsamen Zweckes es erfordert. Das ilrbilb der Gemeinschaft ist der Stamm, das Dorf, die Stadt früher ge­schichtlicher Epochen, das Urbild der Gesellschaft der moderne Wirtschaftsverband, die heutige Großstadt, die Weltwirtschaft.

Der Wert dieser kritischen Scheidung für die um Geineinschaft ringenden Geister ist un­geheuer. An ihr wird deutlich, was die noch in alter Gemeinschaft der Abstammung und der überlieferten Lebensordnung stehenden Menschen so stark miteinander verbindet und warum im Gegensatz dazu die modernen Formen des wirt­schaftlichen, politischen und sozialen Lebens in ihrer Zusammenordnung der Individuen eine innere Vereinigung dieser nicht schaffen und das tiefere Gemeinschaftsdedürfnis der Menschen nicht stillen können. Wenn aber Tönnies aus dem Heberblick über die Geschichte der antiken und dann der germanisch-romanischen Völker den Schluß zieht, daß der innere und äußere Bestand an Gemeinschaft unter uns mit Aotwendigkeit sich fortgesetzt verringere und an ihre Stelle nach der unabänderlichen Richtung des Geschichts­verlaufes überall eine bloß gesellschaftliche Le­bensordnung trete, so widersetzt sich diesem Aus­blick wohl unsere, wie wir glauben, richtigere historische Einsicht, wie auch vor allem der in uns selbst lebende Wille zur Gemeinschaft und eigene Erlebnisse. Das eine bleibt uns aber als ein dauernder Gewinn aus Tönnies' Ge- dankengängen zurück: Geineinschaft ist nicht schon dort, wo aus äußerer Nötigung in derselben Richtung gewirkt wird, sondern sie bedarf tie­ferer Lebenskräfte. Weshalb man auch gerade in der Erziehung mit dem WortArbeitsgemein­schaft" sehr sparsam sein sollte.

Wirtschaft.

Aufstieg des Außenhandels?

Das Statistische Reichsamt teilt mit, daß der deutsche Außenhandel im März einen Heberschuh von 278 Millionen Mark ergeben hat. Ist es möglich, darüber so etwas wie Genugtuung zu empfinden? Schon eine einfache Heberprüfung der Zahlen zwingt dazu, die Frage zu verneinen Es ist ja auch ohne weiteres klar, daß Deutschland in den Versailler Grenzen kaum einen dauernden Ausfuhrüberschuß erzielen kann, weil es nun einmal wichtige Rohstoffe für die Hauptindustrien in erheblichen Mengen einführen muß. Was den Ausfuhrüberschuß für März ebenso wie für die Monate Dezember. Januar und Februar ermög­licht hat, ist die starke Drosselung der Einfuhr, wobei gerade industrielle Rohstoffe eine beträcht­liche Rolle spielen. Um nur ein Verspiel anzu­führen: im Monat März wurden für 46 Millionen Mark Baumwolle eingeführt, währmrd der monat­liche Durchschnittswert der Einfuhr rm Jahre 1925 rund 74 Millionen Mark betrug. Der Aus­fuhrwert der Gewebe aus Baumwollstoffen machte im März 1926 rund 50 Millionen Mark gegen 36 Millionen Mark im Monatsdurchschnitt 1925 aus. An diesem einzigen Posten ist also eine Mengen- und Wertverschiebung in Höhe von 50 Millionen Mark festzustellen, ohne daß wir Hrsache haben, darüber Genugtuung zu empfinden. Die starke Steigerung der Baumwolleinfuhr im Jahre 1925 war die Voraussetzung dafür, die Ausfuhr von Da umwollgeweben steigern zu können. Geht ober die Einfuhr von Baumwolle erheblich zurück, wie das ja tatsächlich der Fall ist, so haben wir keine Ursache, darin einen Aufstieg des deutschen Außenhandels zu sehen. Ohne Rohstoffe können wir vielfach Fertigwaren nicht ausführen, was leider nicht nur für Baum- toolle und Baumwollgewebe gilt. So haben wir 1925 im Monatsdurchschnitt für 20 Millionen Marl Eisenerze eingeführt, wobei ja unbestritten ist, daß djese Erzeinfuhr oder der Zwang dazu mit zu den schlimmsten Vermächtnissen des Ver­sailler Vertrages für die deutsche Wirtschaft ge­hört. Die Wegnahme her lothringischen Minette bedeutet ein Passivsaldo, das sich auch durch die schärfste horizontale Organisation der deutschen Schwereisenindustrie nicht wieder ausgleichen läßt. Im März 1926 wurden nur noch für neun Mil­lionen Mark Eisenerze eingeführt, was zum Teil im Rückgang der Erzeugung begründet ist. Daß bas keine erfreulichen Aussichten für die Ausfuhr von Roheisen. Rohstahl und Halbzeug eröffnet, wird auch dadurch bewiesen, daß die Ausfuhr ja gegenwärtig nur steigen kann, weil sich die Industrie im Vorjahr verhältnismäßig reichlich mit Rohstoffen eingedeckt hat.

Was die Hauptsache ist: die deutsche Schwer­eisenindustrie seht ihre Erzeugnisse zum größten Teil im Inlande ab. Das schafft der weiter­verarbeitenden Industrie die Grundlage, Fertig­erzeugnisse für die Ausfuhr herzustellen, auf deren Steigerung im Märzergebnis des Außen­handels in der offiziösen Begleitmusik ausdrück­lich hingewiesen wird. Rur liegen die Dinge auch hier so, daß die Schwereisenindustrie reichlich Zufuhr von Rohstoffen, in diesem Fall also Eisenerze, braucht, um der Fertiginduftrie die notwendigen Mengen an Halbzeug liefern zu können. Der Schluß liegt nahe, daß, wenn die Einfuhr von Rohstoffen weiter rückläufig bleibt, dies auch mit der Ausfuhr von Fertigwaren der Fall sein muß. Alsdann ergibt sich ein anderes Problem, nämlich das, wie wir die schließlich immerhin notwendigen Rohstoffe und Nahrungs­mittel aus dem Auslande bezahlen wollen. Hm das deutlich und eindringlich zu machen, sei darauf verwiesen, daß wir 1925 im Monatsdurch­schnitt für 445 Mill. Mark wichtige und unent­behrliche Rohstoffe für unsere Wirtschaft aus dem Ausland einführten. Es handelt sich durch­weg um Posten, ohne die wir ganze Industrie­gruppen sttllegen müßten. Also um Baumwolle, Eisenerze, Kupfer, Wolle, Garne, Bau- und Nutzholz usw. Im März 1926 wurden von den gleichen Rohstoffen, insgesamt 14 Posten, nur noch für 265 Millionen Mark eingeführt. Damit ist das Geheimnis des Ausfuhrüberschusses schon zum größten Teil aufgeklärt. Die Rohstoff­einfuhr geht in besorgniserregender Weise zurück. Gewiß, die Ausfuhr steigt, auch die von Fertig­waren, aber nur, weil die Industrie noch über die Rohstoffe aus dem Vorjahr verfügt.

Wenn das eine Besserung unseres Außen­handels sein soll, so haben wir alle Hrsache, uns gegen die freiwilligen und unfreiwilligen Täuschungsversuche zur Wehr zu sehen. Sofern sich die Entwicklung des Außenhandels in glei­chem Maße fortseht, hätten wir für das ganze Jahr mit einem Heberschuh von fast zwei Mil­liarden Mark zu rechnen. Hnsere Freunde in

London und Paris werden aufhorchen. Das Dawesproblem mit dem Einschuß des Trans­ferproblems wäre ja dann spielend gelöst, da aus dem Ausfuhrüberschuß des außenländischen Handels ja reichlich die Mittel zur Verfügung ständen, um die Zahlungen zu leisten. Die Ent­wicklung wird aber wohl wesentlich anders ver­laufen. Es ist für unabsehbare Zeit, wenn über­haupt. nicht daran zu denken, daß wir regel­mäßig und dauernd Ausfuhrüberschüsse erzielen. Was wir heute als Ausfuhrüberschuß bezeich­nen, das ist im günstigsten Fall nichts anderes als die Bereitstellung von Mitteln für eine neue Steigerung der Rohstoffeinfuhr. Es ist also mit Sicherheit zu erwarten, daß der Ausfuhrüber­schuß wieder in einen Fehlbetrag im Außen­handel umschlagen muß. Was unmittelbar ein bisher wenig oder gar nicht untersuchtes Pro­blem des Transfermechanismus berührt. Wenn sich der deutsche Außenhandel in Wellenbewegun­gen entwickelt, auf Heberschüsse Fehlbeträge fol­gen müssen, was nicht nur wahrscheinlich, son­dern sicher ist, so wird es mehr als ein Wag­nis sein, die Heberschüsse für die Zahlungen auf Grund des Dawesplanes heranzuziehen. Ge­schieht es dennoch, so wird ein Rückschlag für die deutsche Wirtschaft unausbleiblich sein, der sich sofort in schweren Krisen auswtrken muß. Es genügt, auf den Außenhandel der Vorkriegs­zeit zu verweisen, der uns bei schärfster Ein- spannung aller Energien nur einen Ertrag brachte, der nicht einmal ausreichte, um die Einfuhr zu decken, ohne die die Einsperrung aller Energien gar nicht möglich gewesen wäre.

* Die Insolvenzen der dritten A p r i l w o ch e. Während sich in der dritten April­woche die Anzahl der Geschäftsaufsichten von 228 auf 216 ermäßigte, stellte sich die Zahl der eröffneten Konkurse mit 320 um 10 höher, als in der Vor­woche. An den neu verhängten Geschäftsaufsichten waren fünf Aktiengesellschaften (vier), zehn G. m. b. S). (14) und zwei Kommanditgesellschaften (zwei) und an den Konkursen neun Aktiengesellschaften (sieben), 25 G. m. b. H. (19), zwei Kommanditgesell­schaften (vier) und zwei eingetragene Genossenschaf­ten (zwei) beteiligt. Von den 14 betroffenen Aktien­gesellschaften wurden bis auf eine Ausnahme sämt­liche in den Jahren 1921 bis 1923 gegründet.

* D i e preußischen Sparkassen Ende März. Die Spareinlagen bei den preußischen Sparkasten beliefen sich Ende März auf 1357,5 Mill. RM. Gegenüber dem Vormonat bedeutet das eine Zunahme um 62,6 Mill. RM. Die günstige Entwicklung der Spareinlagen ist also auch trotz Senkung der Zinssätze im März noch nicht unter­brochen worden. Die Einzahlungen betrugen 210,3, die Auszahlungen 147,7 Mill. RM. Auf Girokonto standen 682,7 Mill. RM. Die Eingänge betrugen 1496,6, die Ausgänge 1485,7 Mill. RM. Auch die auf Girokonto stehenden Beträge haben also eine leichte Steigerung erfahren.

* Kein ausländisches Kapital bei den Adlerwerken. Wie Wagners Südwest­deutscher Nachrichtendienst von autorisierter Seite erfährt, entbehren die Gerüchte über eine finanzielle Beteiligung amerikanischer Kreise bei den Adler­werken vormals Heinrich Kleyer A.-G. in Frank­furt a. M. jeder Begründung. Die mit rein deut­schen Mitteln arbeitende Firma ist so gut beschäftigt, daß die Lieferfristen nur durch Neueinstellung von Arbeitern eingehalten werden können. Die Beleg­schaft hat sogar den Friedensstand überschritten und beträgt zur Zeit 6000 Mann.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers".) Berlin, 27. April. Die im Reichstag begin­nenden Auseinandersetzungen über die strittigen innerpolitischen Angelegenheiten mahnten die Spe­kulation weiter zur Zurückhaltung. An der L u ft - losigkeit des Geschäfts änderte sich daher auch heute nichts. Immerhin ist insofern eine Aende- rung der Börsenlage zu verzeichnen, als die Groß­banken verschiedentlich die Exekutive ergriffen haben und durch lebhafte Käufe in exponierten Spezial- werten der Börse einen festen Unterton zu geben versuchten. Die Käufe erster Bank- und Kommis­sionsfirmen erstreckten sich auf Elektrowerte, Schiffahrtsaktien und einzelne Chemie- werte, so daß an diesen Märkten Kursgewinne von 2 bis 4 Prozent zu verzeichnen waren. Die bessere Tendenz dieser Werte verfehlte nicht ihre Auswirkung auf die übrigen Märkte, wo die Stim­mung ebenfalls etwas freundlicher wurde. Am Geldmarkt war die Lage weiter leicht, Tages­geld stellte sich auf 4 bis 6 Prozent, doch genügte die Nachfrage, um das ganze Angebot zu absor­bieren. Geld über den Ultimo hörte man mit 5,50 bis 6 Prozent. Geld für Prolongationszwecke 51 bi* 6z Prozent. Irn Devisenverkehr lagen die Frankenoaluten wieder schwächer. Pa­ri? gab gegen London auf 146,75 nach, Brüssel gegen London auf 136,25.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".) Frankfurt, 27. April. Tendenz fest und leb­haft. Nach dem ungünftigten und lustlosen Ver­lauf des Vortages eröfnete die Effektenbörse heute in wesentlich gebesserter und vertrau­ensvoller Stimmung. Das Geschäft nahm einen flotten Verlauf, da die Spekulation unter Ausgabe ihrer bisher beobachteten Zurückhaltung einige Unternehmungslust erkennen ließ. Die freund­liche Stimmung ist u. a. wohl darauf zurückzufüh­ren, daß in Börsenkreisen mit einer baldigen weiteren Herabsetzung des Diskont­satzes durch die Reichsbank gerechnet wird, um so mehr als die Bank von England sich bereit erklärte, ihren Diskontsatz auf 41 Prozent herabzu- setzen, wenn der Konflikt im englischen Bergbau eine günstige Lösung gefunden hätte. Gefördert wurde der fast alle Märkte umfassende Tendenzum­schwung durch neue günstig lautende Dividenden­meldungen für I. G. Farbenindustrie, sowie die in Aussicht stehende Bildung eines Elektro- t r u st e s. Das Interesse konzentrierte sich infolge­dessen in der Hauptsache auf Elektro- und Farben- werte. Besonders von ersteren waren Siemens & Halske wieder stark begehrt und erzielten einen neuen Kursgewinn von fast 4 Proz. Auch Schuckert und AEG. waren stark gefragt und 2 Proz. höher. Don Chemiewerten konnten I. G. Farben um 2, Goldschmidt um 1,75 Prozent und Holzverkohlung um 1,5 Prozent anziehen. Der Montanmarkt lag ruhig, doch waren auch hier Besserungen von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Besonders begün­stigt waren Kaliwerte. In Schiffahrts­aktien konnte sich lebhaftes Geschäft entwickeln. Hapag plus 3 Prozent, Norddeutscher Lloyd plus 3,75 Prozent. Der Bankenmarkt behielt sein ruhiges Aussehen bei. Autoaktien waren an­sehnlich befestigt. Auch Bavaktien gingen fester au sdem Verkehr hervor. Zuckeraktie'n neigten

dagegen weiter zum Nachgeben. Am Kassa- mar k t blieb die Umsatztätigkeit im allgemeinen gering, die Tendenz aber leicht nach oben gerichtet. Deutsche Anleihen waren ziemlich erholt. Ausländische Renten wenig verändert. Irn Freiverkehr war die Umsatztätigkeit gering. Becker Kohle 53, Benz 65,5, Brown Boveri 76, Entreprise 10, Growog 56, Rastatter Waggon 23, Ufa 52, Ufra 75,5 Prozent. Im weiteren Verlause blieb die Tendenz im allgemeinen unverändert. Weitere merkliche Kurserhöhungen traten nicht mehr hervor. Das Geschäft wurde ruhig. Der Geld­markt steht weiter im Zeichen großer Flüs­sigkeit. 'Dlonntsgelb stellte sich auf 5,5 bis 6,5 je Adresse, Jndustrieakzepte 5,5 bis 5,75 Prozent. Privatdiskonten 4; bis 4,75 Prozent. Für Tagesgeld rechnet man mit 4,5 Prozent.Jm Devisenver­kehr unterlagen die westlichen Frankenvalu- t e n neuen Abschwächungen. Paris senkte sich gegen London auf 146,60, Brüssel auf 136. Mark und Pfund sind unverändert.

Börsen kurse.

Frankfurt a.M

Berlin

Sdjlu

1 l.Uhc.

Schluh»

^Anfang

Kurs

| Kur«

Kur»

1 ^ii'-

Datum:

28 4

27 4

28 4

5% Deutsche Rcichsanlcthe

U.405

0.412

0,4025

0,4175

4% Deutsche Rcichsanlcihe .

0,382

0.3975

3'/,% Deutsche Rcichsanlctbe

0.405

0.390

3% Deutsche Reichsanlcihe

0,470

0.480

0,4825

Deutsche Sporprnmiciianleibe

0,255

-

0,25

4°/0 Preußische KonsolS . .

0,300

0,3825

4° 0 Hessen ......

0.390

_

3'/s°/o Hessen........

3% Heneo...........

0,380

0,41

_

0,39

Deutsche Derlb- Dollar-An l.

100

96,25

dto- Doll.-Schatz- Auweiiug.*)

4°/0 Zollnirken........

I 11,9

11.6

5% Goldmerikaner .

1 42.75

42,75

| 11,7

Berliner Handelsgesellschaft.

148,75

150*

Commerz und Privat-Bank

106,25

105'

105,75

105*

Darmst. und Naiionalbank

126

126,25

126,8'

Deutsche Bank.........

125

125*

125

125*

Deutsche Bercinsbauk ....

87

_

Disconlo Commandit .

121,25

121,1*

121,25

121,3*

Metall bank........

91,25

Mitteldeutsche Creditdank. .

_

108

108,3*

Ocstetreichische Creditanstalt

7,05

7,25

7,12

7,25

Westbank ........

Bochumer (Saß ......

89

91.25

91,75*

BuderuS ..........

59,5

-

59

Caro ............

56*

Deutsrb-Luxembnrg......

Gelsenkirchener Bergwerke. .

94

94,75*

93,75

94,75*

95

94,25

95,87'

Harpencr Bergbau.....

Kaliwerke Aschersleben....

108

108

108.9'

128

130*

127

130*

Kaliwerk Westeregeln.....

137

132,5*

130,5

131,62

L'airrabüttf.........

36

36

35,87

35.5

Lbcrbedarf . . ........

Wiiir Bergbau.......

Rheinnahl . .......

51

51,5

52,75*

78,25

92

79,75*

77,25

92

78.5

92,87*

Niebeck Montau........

_

91,5

94,5*

Tcllus Bergbau.......

60,75

i

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovv . . .

131.75

129,5

135*

132,8*

131

128,75

136

132,5

Cderamische Werke Albin . .

49

_

80

Zementwerk. Heidelberg . .

Pbilwv Holzmann .....

95,5

76

96

75,25

74,5

Anglo-Cont-Guano . ...

_

_

Chemische Mayer Alapin . .

-

I- ®. Farbenindustrie, A.-G-

147,37

149

146,62

149,3*

(Goldschmidt.........

82

83,75

82,5

84,5

Holzverkohlung........

Rütgerswerke........

79

79,25

_

Scheidcanstalt. ........

108

Allg. ElektrtzttätS-Gesellschaft

103,25

105,5*

104

105*

Bergmann .........

Mamkraftwerke........

97,25

100,3*

98,5

_

Schurken .........

Siemens & Halske ......

91,87

93,5

91

93,37*

126,5

130

127

129,50

Adlcrwerkc Kiener ......

Daimler Motoren. ......

57,25 1

.58

57,5

58,75

63,25

63,12

65,5

Heyligenstaedt.........

Meauin............

29

1

Motorenwerke Mannheim

37

Frankfurter Armamreu

25

Konservenfabrik Braun . . .

40,25

MelaNgefcll-chaft Frankfurt.

Pet. Union A--G. ....

107,5

85,751

_

86,62

_

Schuhlabrik Herz . . ...»

36,8 1

35

Sichel - ..........

3,87 i

-

Zellstoff Wakdbof......

127,5

125,5

25,75

Zuckerfabrik Frankenthal . .

52,

51,5

52,5

Zuckerfabrik Wag häufel . . .

58,12

57,75

-

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Raum, unter dessen Einfluß uns morgen Winde aus südlicher bis westlicher Richtung erreichen dürften.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 12,6 Grad Celsius, Minimum 3,8 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur 7,2 Grad Celsius.

Forderungen des Hess. Induslrie- und HandeSskaniw.erLages.

Der Hessische Industrie - und Han­de I sk a m m e r t a g, an seinem Vorort Mainz zu einer Vollversammlung 1926 zusammenge­treten, stellt fest, daß noch keinerlei ernstliche Anzeichen vorhanden sind, daß die gegenwärtige Wirtschaftskrise, die sich in Hessen in­folge der fremden Besetzung eines großen und wichtigen Teiles des Landes besonders drückend bemerkbar macht, als überwunden angesehen wer­den kann.

Der Hessische Industrie- und Handels­kammertag sieht eine der Hauptgründe der noch fortdauernden Wirtschaftskrise in der inneren Belastung der deutschen Volkswirt­schaft. Die neuerdings vom Reichstag be­schlossenen Steuermilderungen sind als ein Anfang zu begrüßen. Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß eine Milderung des Steuerdrucks in noch weit größerem Maße erfolgen muh. wenn die Lasten im Einklang mit der Leistungs­fähigkeit der Wirtschaft stehen sollen. D e l a st u n- g en, die rund das Dreifach eTTe rDor­krieg s z ei t betragen, kann eine Volkswirtschaft, die etwa um d i e Hälfte ihrer P r o d u k t i o n s k r a f t und Konsumfähigkeit geschwächt ist, nicht mehr länger ertragen, ohne zu verlünnnern und auch im internationalen Warenverkehr noch weiter zurückgedrängt zu werden. Bei der weiteren Senkung der Steuersätze ist vor allem auf die Notwendigkeit der Kapitalbildung in unserer Wirtschaft Bedacht zu nehmen. Die Fort­entwicklung des Steuersystems muß sich außer­dem in der Richtung einer größeren Verein­fachung und Klarheit der Fassung der Gesetze bewegen. HnwirtschaftlicheSteuern sind unbedingt zu vermeiden.

Hand in Hand damit müssen die Auf­gaben des Reichs, der Länder und Gemeinden auf das für den eigentlichen Zweck der offent- lichen Gewalten ausreichende Maß zu rück­geführt werden. Besonders aber sollten Reich. Länder und Gemeinden in einer Zeit wirtschaft­licher Notlage vermeiden, in die Sphäre der Privatwirtschaft einzugreifen, um mit öffentlichen, der Wirtschaft entzogenen Mitteln dieser selbst Wettbewerb zu bereiten. Förderung der Privatwirtschaft muß das Ziel aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen sein.

Neben diesen Forderungen allgemeiner Art muh der Hessische Industrie- und Handels­kammertag im Interesse der hessischen Wirt­schaft insbesondere noch folgendes verlangen:

Die gesamte Steuerbelastung der hessischen Wirtschaft darf nicht großer fein, als in den Nachbarländern, wenn sie weiter wettbewerbsfähig bleiben soll.

Eine endgültige Neuregelung der Gewerbe st euer muß sobald wie möglich vor­genommen werden.

Die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz ist herabzusehen, die gewerb­lich benutzten Räume müssen von dieser Steuer befreit werden. Das Aufkommen aus der Steuer muh, solange sie noch besteht, aus­schließlich zur Förderung des Woh­nungsbaues verwandt werden.

Der Hessische Industrie- und Handelskammer- tag erwartet, daß das Land, die Gemeinden und Gemeindeverbände bei der Neuaufstellung ihrer Boranschläge diese Forderungen der hessischen Wirtschaft, auch in ihrem eigenen Interesse, un­bedingt berücksichtigen.

frankfurter Getreidebörse.

lEigener Drahtberich! desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 28. April. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 30 bis 30,50, Rog­gen, inländ. 20, Sommergerste für Drauzwecke 22,75 bis 24,75, Hafer, inländ. 23,25 bis 24, Mais (gelb) 18,50 bis 19, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 42,75, Roggenmehl 29 bis 29,50, Weizenkleie 10, Roggenkleis 11 bis 11,50. Tendenz stetig.

27 April.

28 April.

Amtliche Nori rung

Amtliche Notierung

(Acld

Brief

Geld

1 Brief

Amu--Rol>

168,56

168.98

168,64

169.06

Buen.-Aires

1,686

1,690

1,684

1,688

Brss.-Antw

15.145

15,185

14,99

15,03.

Christiania.

90,61

90,83

91,02

91,24

Kopenhagen

109,78

110,06

109,81

110,09

Stockholm

112,27

112,55

112,29

112,57

Helsingfors

10,55

10,59

10,547

10,587

Italien. .

16,825

16,865

16,855

16,895

London. .

20,398

20,450

20,397

20,449

NetWork . .

4,195

4,205

Paris. . .

13,985

14,025

13,9(1

13,91

Schweiz . .

81,065

81.265

81,09

81,29

Spanien .

60.42

60.58

60,77

60,93

Japan . . .

1.988

1.992

1,992

1,996

Hio de Jan

0.605

0.607

0.602

0.604

Wien in D-- Cefi- abgest

59,20

59,34

59,22

59,36

Prag ....

12,417

12,457

12,417

12,457

Äelzrad . .

7,39

7,41

7,39

7,41

Budapest. . Bulgarien

6,865

5,855

5,865

5,885

3,044

3,054

3,0-14

3,051

Lissabon

21.395

21.445

21.455

21,505

Danzig. .

80.92

81,12

80.92

81,12

Konstantin.

2,167

2,177

2,16

2,17

Athen

5,24

5,26

5,24

5,26

Kanada. . .

Uruguav . .

4,20

4,21

4,20

4,21

4,33

4.34

4.33

4,34

Banknoten.

Berlin, 27 April

Geld

Brief

Amerikanische Note» .....

4,186

4,206

Belgische Noten .......

15,10

15,18

Dänische Noten .......

109,53

110,07

Englische Noten...... .

Französische Noten ......

20,37

20,47

14,03

14,11

Holländische Noten ....

168,15

168,99

Italienische Noten ...... Norwegische Noten . ...

Deutsch-Ocsterr, ä 100 Kronen

16,82

16,90

90,39

90,85

59.06

59.36

Rumänische Noten.....

1,615

1,655

Schwedische Noten.....

111,97

112,53

Schweizer Noten.....

80,89

81,29

Spanische Vieren .....

Tschechoslowakische Noten . .

60,45

12,41

60,75

12,47

Ungarische Noleo

5 83

5,87

Wettervoraussage.

Tagsüber Aufheiterung und kräftige Erwär­mung bei östlichen bis südlichen Winden, trocken.

Die Reststörungen der Mittelmeerzyklone, die gestern nur noch ganz geringen, nicht meßbaren Regen bewirkten, haben sich völlig verflacht. Zu- trömende (ältere Lust hat eine Verstärkung des Druckes und zeitweise Aufheiterung bewirkt. Gleich­zeitig gewinnt in Südwesteuropa ein Wirbel an

Gerichtssaal.

Der Separatist als Mörder und Blutschänder.

Neuwied, 27. April. (WSN.) Der als Se­paratist berüchtigte und auch sonst unvorteilhaft bekannte Heinrich Elzermann aus Ehren­breitstein stand gestern vor dem hiesigen Schwur­gericht unter der Anklage des Totschlag« und fortgesetzten Sittl ichkeitsverbre- chens. Elzermann hatte im November 1925 fei n e Frau erschossen und die Leiche im Klosett seiner Wohnung verborgen gehalten. Außerdem hatte er sich der Blutschande an seinen Töchtern schuldig gemacht. Nach siebenstündiger Verhandlung wurde Elzermann wegen Totschlags und fortgesetzten Sittlichkeitsverbrechens zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zucht­haus und 10 Jahren Ehrverlust ohne Anrech­nung der Hntersuchungshaft verurteilt. Während der ganzen Verhandlung zeigte der Angeklagte keine Spur von Reue über seine Taten.

Aus dem -lmtsverkündigungsblatt.

* Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 34 vom 27. April enthält: Die Freififcherei in der Lahn. Maul- und Klauenseuche in Dorf-Gill und Muschenheim. Schonprämien für seltene Raubvögel. Bildung eines Verwaltungsaus- schuffes des öffentlichen Arbeitsnachweises für das nördliche Oberheffen. Der 1. Mai in den Schu­len. Dienstnachrichten.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derNadio-Hmschau".)

Donnerstag, 29. April.

4.30 bis 5.40 Hhr: Konzert des Hausorche­sters: Franz Lehar. 5.40 biH, 6 Hhr: Die Lese­stunde: Aus denBriefen aus der französischen Revolution" von Retif de la Bretonne. 6 bis 6.10 Hhr: Vortragszyklus des Kasseler Stadt­gesundheitsamtes anläßlich der Reichsgesundheits- woche: Frl. Inspizientin Koethe spricht über Mädchenturnen". 6.15 bis 6.45 Hhr: Vortrag von Max Rabel über:Der wirkliche Peer Gynt". 6.45 bis 7.15 Hhr: Vortragszyklus des Frank­furter Ortsausschusses für Jugendpflege und Ju­gendbewegung, 1. Veranstaltung: Märchenabend für Erwachsene. 7.15 bis 7.45 Hhr: Stenogra­phischer Fortbildungskursus für alle Systeme (Dik­tat von 80 Silben aufwärts). 8.15 bis 9.15 ^Hhr: Hebertragung aus dem Mannheimer Be­sprechungsraum. 9.15 bis 10.15 Hhr: Heiterer bayrischer Abend. Anschließend bis 12 Hhr: Hebertragung von Berlin: Tanzmusik der Ber­liner Funkkapelle.

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