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?er ?ie Möglichkeit gibt, Reue sepa« rattsttsche Unruhen Heroorzurufen und jeden inneren Zwiespalt in Deutschland auszunutzen. Denn diese stabilen Elemente sollten die Vorposten französischer Macht bleiben.

Es ist deshalb salsch, heute zu glauben, daß der xampf um das Rheinland bereits endgültig g e roonncn fei. Vergleicht man die Zrstonde an Weihnachten 1923/24 mit denen an Weihnachten 1926 27, so sieht man einen ungeheuren Fort­schritt dank der weilen Staatskunst Stresemanns. Richt nur die Ruhr ist wieder frei, auch die nörd- liche Zone ist schließlich geräumt worden. Die Ge­fahr der flamenIs stables ist für den Augenblick ge­bannt. Aber es heißt auch in Zukunft für Deutsch­land auf derHu t zu fein, um neuen Gefahren zu begegnen. Für uns Deutsche bedingt es eine ernste

Mahnung, in außenpolitischen Fragen ein g e - schlossen es Volk zu sein, über den notwen- feigen inneren Auseinandersetzungen nicht zu ver­gessen, daß wir die Freiheit noch nicht errungen haben. Wir haben leider in der letzten Zeit sehen müffen, daß man aus innerpolitischen Gründen in den Fragen der Reichswehr unseren Geanern Wafser auf ihre Mühlen geliefert und unserem Außenminister die Arbeit erschwert hat. Möchten wir einmal doch aus der Geschichte lernen, daß Frankreich stets bereit ist, inneren Kampf in Deutsch- land zu neuem Vorstoß am Rhein auszunutzen. Bleiben mir aber dieser Mahnung eingedenk, so dürfen wir auch die feste Zuversicht haben, daß der Weg, den wir beschritten haben, zum Ziel führt, daß nach allen Sorgen und Qualen auch am Rhein wieder die Sonne der Freiheit leuchten Heb.

Adel und Rasse.

Eine Buchbesprechung.

Bon Professor Dr. med. Philalethes Kuhn, Direktor des hygienischen Instituts der Landesuniversitär Gießen.

In feinem neuesten BuchAdel und Raste" (Ver­lag I. F. Lehmann, München, Preis geb. 6 Mk.s hat Hans F. K. G st n t h e r auf 1000 Seiten seine Anschauung über die Zusammenhänge von Adel und Rasse entwickelt. Das Buch enthält eine sehr große Anzahl schöner Abbildungen, meist von Ver­tretern der nordischen Rasse, welche die Darstellung lebendig 'ergänzen. Dieser reiche Bildschmuck ist ein großer Vorzug der Güntherschen Bücher Das vprliegende Buch über Ades und Raste kann man aber nur verstehen, weyn man eines der grundlegen­den Bücher von GüntherDie Rassen- künde des deutschen Volkes" oberD i c Rassenkunde Europas" gelesen hat. Wir müssen Günther großen Dank wissen, daß er die Giundgedanken der Rassenkunde dem deutschen Volke zugänglich gemacht hat. Seine Bücher sind in die Weitesten greife eingedrungen und verdienen immer weitere Veroreitung. An dieser Wertschätzung ändert auch der Umstand nichts, daß der eine ober der andere zünftige Kritiker an Günthers Dar­legungen, namentlich soweit sie dis seelischen Eigen- schasten der Rassen betreffen, hier und da etwas aus^ysetzen Hai. Wären Günthers Werke unge-- schrieben geblieben, so wüßten all die vielen Tau­sende in Deutschland, die jetzt über ihre Abstammung Nachdenken und die Grundtatsachen der europäischen Rassenkunde kennen, nichts von als diesen Dingen, denn von den Fachgelehrten hätte es wohl kaum einer gewagt, vor dem deutschen Volke in allgemein verständlicher Darstellung die wichtigsten Fragen des Volkstums aufznrollen. Das was Günther in feinen Werken über die Rastenkunde vorträgt, ist eine Darstellung der Ergebnisse der Wissenschaft, an deren Entwicklung er seit dem Erscheinen derRas jenkunde Europas" selbst eifrig mitarbeitet.

Zur Einführung in die Günther schen Bücher will ich kurz bip flüchtigsten Ergebnisse der europäi­schen Rassenkunde zusammenfassen. In Europa sind es. abgesehen von jüdischen und mongoli­schen Beoölkerungselementen, 5 Rassen, aus denen sich die verschiedenen Völker gebildet haben, die nordische auch indogermanische und arische ge­nannt, die Mittelmeerrasse, von Günther die westische genannt, die di na risch«, die al- v i n e, welche Günther die pstifche nennt, und eine fünfte Rasse, der Günther den Namen n st h a 1 - tische gibt

Die Urheimat der nordischen Rasse liegt nicht im Osten, etwa in Indien wie man lange glaubte, sondern an dem westlichen Gestade der Ostsee, in Skandinavien, Holstein, Norbwestbeutsch- layb. Von hier sind bie nordischen Völker in Der Vorzeit nach Osten und Süden gezogen. Die alten Griechen, bie ersten Geschlechter Roms, welche Rom gründeten, ferner die Herrscherkasten der Inder waren nordischen Stammes, ebenso wie die Ger­manen, depen außer uns auch die Schweden, Nor­weger, Dänen, Angelsachsen, Schotten, Holländer, Flamen und Normannen entstammen. Es ist eine hochaewachsene Nasse, bie Männer erreichen eine durchschnittliche höhe von 1,76 Metern Der schlanke Körper ruht auf hohen Beinen, die Hüllen sind schmal und bie Schultern breit. Auf schlankem hals sitzt bas lange schmale Haupt, an bem ber Hinterkopf stark ausgeprägt ist, Auch das Gesicht ist lang unb schmal, die Stirn weicht ein wenig zurück. Die Nase ist hoch angesetzt, schmal, gerade ober nach oben gebogen. Das Kinn ist scharf ausgeprägt. Die Helle Haut schimmert rosig-weiß. Die haare sind blond, glatt ober wellig. Die Augen sind blgu. Die @e- IHtTIIWWWWWWWMMM

Neues aus Afrika

Geheimrat Leo grobeniud, der bebeu- t?nbe Afrika'orscher, dessen Forschung.« r und Ent­deckungen über die Vergangenheit und den Ur­sprung der afrikanischen Kultur in einer Reihe von Werken niederkegt sind, die in der ganzer» Kultur aell Beachtung sanden, ist jüngst von einer Forschungsreise nach Aegypten und in die nu- bische Wüste zurückgekehrt, über die er jetzt in dem seit einiger Zeit m Frankfurt befind­lichen Institut für Kulturmorphvlvgie Bericht erstattete.

Es sind keine sensationellen Entdeckungen die dieser ganz eigene Wege gehende Gelehrte machte, nicht zu Pyramiden, Sphinxen, Tutanch- anion«@räben*. und andern augenfälligen Attrak­tionen für die Masse führte ihn der For- schungsdrang. Seine Arbeit, deren e ibgüitige Auswertung noch Generationen nach uns Vor­behalten bleiben muß, steht v elleicht in ei..em ge -iffen Zusammenhang mit der eines andern deutschen Gelehrten, dessen Forschungsgeb et sich ungefähr mit dem von Stoben iud deckt, mit der des Afrikareisenden Schweinfurth D e Ge­gend b efer ganz untex der Herrschaft des All­vaters Ail, der angrenzenden Wüste und der Seitentäler stehenden Gebiete, schint arm und Leist den Blick rnckwä ts in die Jahrtausende vor unserer Ze trechnung. An Pyramiden undSphine xsn vorbei ging der Weg des deutschen For­schers, nilaufaä.ts von Aegypten nach Aub.en.

Die ganze Kultur um den Ril ist durch die Jahrtausende eng verbunden mit dieser Aähr- mutter u. nicht die ingeniöseste Kunst unserer Zeit könnte dies einzigartige Kulturwerk von Jahr­tausenden nachschöp en. Während der populäre Forschungsdrang unserer Zeit sich auf die gro­ße.: über.oinme en Denkmale ynd die Aekonsttut- tion der ägypt.schen Dynastien beschränkt, sucht Zrobenius dem warmen Pulsschlag her gewor- denen eigenartigen Kultur nachznspüren und den kulturellen Ursprung der Dinge zu ergründen. Keine fix und fertigen Ergebnisse durfte man des­halb von dem Frobeniusschen Erveditionsbericht

italten der nordischen Raste treten UNS in den griechi­schen unb altrömischen Stanbbilbern entgegen.

Die Heimat ber w e st i s ch e n Rasse ist das Mittelmeergebiet. Sie bilbet vor allem die Spanier, Portugiesen, Süditaliener und Südfranzosen. Ihre Angehörigen sind zierlich unb schlank, die Männer haben nur eine Durchschnittsgröße von 1.60 Meter- Das Haupt ist wie bei der nordischen Rasse lang. Die Stirn ist etwas steiler unb gerundeter als bei ber letzteren. Die Nase ist hochanges^tzl und gerade, das Kinn ist gerunbet. Die haut ist bräunlich, bas haar tiefbraun oder schwarz, schlicht oder lockig, bie Augen sind braun.

Die binarische Rasse hat ihre Heimat auf bem Balkan unb tst nach den dinarischen Alpen benannt Sie bedingt namentlich die Sühslawen. Sie ist langgewachsen, nur wenig kleiner als bie nor­dische. Der Mann mißt durchschnittlich etwa 1,74 Meter. Die Köpfe sind kurz aber nicht rund wie bei her alpinen Rasse, sondern hinten wie abgehackt. Die schmalen Gesichter mit ber hohen, wenig zurück- geneigten Stirn erhalten einen besonderen Aus­druck durch eine stark gebogene Hakennase. Die haut ist bräulich, das hqar schwarzbraun biß ichwarz.

Die alpine Rasse entstammt dem nahen Osten und ist zuerst im Alpengebiet aufgefallen. Sie sitzt in Ost- und Mittelfrankreich in Masten unb durchsetzt auch die deutsche Bevölkerung besonders im Osten. Ihre Menschen sind ebenfalls klein wie die Mittel- ineerrasse, die Größe des Mannes beträgt im Durch­schnitt 1,63 Meter, sie sind aber untersetzt, gedrungen, muskelstark und haben kurze Beine Stirn unb Ge­sicht sind breit. Die Nase ist tief angesetzt, flach nad) unten gebogen und endigt stumpf (Stumps- nafe). Die haut ist gelbbräunlich, das haar braun ober schwarz, die Augen sind braun

Als fünfte Rasse wird von manchen Forschern eine ber alpinen Rasten im Bau sehr ähnliche Rasse helläugiger unb hellhaariger Menschen angegeben, welche in Skanbinavien und in den baltischen Län­dern nachzuweisen ist. Auch im Osten Deutschlands sehen wir ihre Abkömmlinge in der Bevölkerung. Günther, der seit Jahren in Skandinavien lebt, hat sich von bem Bestehen dieser Rasse überzeugt und ihr den Nameno st b a l t i s ch e" gegeben.

Viel wichtiger als bie körperlichen Merkmale find für uns die seelischen Eigenschaften ber Rflsse. Die nordische Rasse gilt als urteils­fähig, kühl unb zweifelnd, sie hat einen Drang zur Wahrhaftigkeit, damit hängt der Mangel an Einbil­dungskraft zusammen, sie neigt zum Einzeltum, jeder einzelne tft auf sich selbst gestellt. Sie ist freiheitslie­bend, mutig bis zur Tollkühnheit, sorglos bis zur Leichtsinnigkeit. Sie wird spät reif, ist aber schöpfe­risch. Die westische Raste ist leidenschaftlich, geistig beweglich, besonder^ preist man ihre Beredsamkeit, sic ist gewandt und schlau. Die alpine Rasse ist arbeitssam unb geschäftssinnig, sie strebt im allge­meinen nad) Gleichmäßigkeit. Die dinarische Rasse ist kriegerisch, redlich, leicht erregbar, derb, heiter unb besonders musikalisch, nur geistig etwas enger als die nordische Rasse.

Die Unterschiede zwischen den europäischen Böi- fern hängen von dem Anteil ab, hen die verschie­denen Rassen an jedem einzelnen Volke nehmen. Die Beteiligung dieser Rassen an unserem Volke ist nach Günther etwa folgende: Die Mittelmeerrasse ist sehr wenig beteiligt, der Anteil beträgt höchstens 2 Pro­zent. Wir können sie infolgedessen vernachlässigen. Den Hauptanteil hat die nordische Rasse, im Durch­schnitt etwa 60 Prozent. Wir st eklen fest, daß

erwarten, man kann heute einstweilen nur er­ahnen, in welch großem Zusammenhang die pon ihm gefundenen Felsbilder, die teilweise selbst den Eingeborenen bisher in den einsamen Fel­sentälern unbekannt waren, mit ähnlichen Erschei­nungen in der alten griechischen und römischen Kultur stehen, die schon Goethe zum Nachdenken gebracht haben-

Gewiß, das, was Frobenius ber ägyptischen Volksseele von heute ablauschte, ist auch sehr wert­volles und anregendes Kulturmatssrial, was will bas ober besagen gegenüber seinen Funden unb taftenben Deutungen ber geheimnisvollen Felsen­bilder, bie wie altgriechische Heiligtümer in ent­legenen Felsentälern verborgen liegen? Es sind poch nicht gänzlich enträtselte Perspektiven, Einblicke in das kulturelle Dasein uralten afrikanischen Men­schentums, bas in seinen Pyramiden wie rätselhafte Gipse! aus alten Jahrtausenden in die Gegenwart reicht. Es ist Kulturgeschichte, geschrieben in Felsen­bildern, die noch mehr des Aufschlußreichen enthal- ten als die ägyptischen Hieroglyphen. Aus den in bie Felsen geritzten Bildern von Tieren, wie Rin­dern, Antilopen, Kamelen, Straußen unb Giraffen, den sormenreichsn Zeichnungen von Ruberschisfen unb Menschen spricht bie gleiche religiöse Sprache wie aus entsprechsnben Funben aus ber Frühzeit anderer Völker, nur fehlt uns noch die positive Deutung, ber große Zusammenhang im Rahmen bep bunklen afrikanischen Kultur, über die noch Gene­rationen Nachdenken werden.

-rozehwul in Indien.

DerProzeß-Hansl" ist ein« Grsche.nung. d e man immer wieder auf dem Lande findet und die von den Bauerndichlern, von Jeremias Gott- Helf bis zu Ludwig Thoma, packend gesch ldert -worden ist. Diese Stve'.thähne. die z. T. aus einem übersteigerten AechtSgefühl. z. T. aus Ge­winnsucht und schließlich aus em?r sinnlosen Lust am Prozessieren immer Wieder die Gerichte be­helligen und endlich ihr ganzes Geld zum Rechts- anwolt tragen, finden sich aber nicht nur in deutschen Landen sondern sind auf der ganzen

unser Volk mit seiner germanischen Abstammung nach seinem Blutsonteil nordisch bedingt ist. Der Anteil an der al­pinen Rasse beträgt etwa 20 bis 25 Prozent. Die binarijche Rosse ist im Norden mit 5 Prozent, im Süden mit 15 Prozent an unserem Volke beteiligt Der Anteil der innerasiatischen, mongolischen Ein­sprengungen wird auf etwa 3 Prozent im Westen und im Osten aus 6 bis 8 Prozent gesetzt

In seinerRassentunde des deutichen Volkes" hat Gunther an vielen Einzelheiten bargelegt, wie bie (Eigenart ber norbischen Rasse unser ganzes Volk durchdringt und wie sich auch die Anteile der anderen Rassen bei vielen Volksgenossen ausprö- gen. Er führt den Nachweis, daß auf Grund der auf den Mendelfchen Vererbungsregeln ruhenden modernen Rassenforschung bas beutsche Volk nicht als Mischrasse von festem einheitlichen Typ gelten kann, denn solche Mischrassen gibt es bei ben Men­schen nicht Das beutsche Volk ist wie alle übrigen europäischen Volker ein Rassengemisch, bie Merk­male ber einzelnen Rasten erscheinen bei den ein­zelnen Gliedern des Volkes in buntem Wechsel. Be­sonders betont Günther in feiner. Büchern, daß bas W eJ e n bes beutschen Volkes auf der norbi - schen Rasse beruht unb baß diese nordische Bedingtheit erhalten bleiben muß, wenn wir eben bas deutsche Volk bleiben wollen.

In bem neuerschienenen BucheAdel unb Rasse" zeigt nun Günther bie Bedeutung der nordischen Rasse für bie Bilbung bes europäischen Abels aus. In ihrem Heimatgebiet bleiben bie Ger­manen bis tief ins Mittelalter hinein freie Bauern, bie bas seelische Wesen ber norbischen Rasse ver­raten: Freiheitslust, Ahnenstolz, Herrentum. Jede Ueberhebung eines gewählte» Herzogs ober Königs würbe abgewiesen. Bei ben Germanen vor ber Völkerwanberungszeit gab es noch keine Unfreien. Erst bie Bölkerwanberung hat bie Sebingungen zur Bildung eines Geburtsabels ber Germanen geschaf­fen. Sie hat bie norbischen Germanenstämme zu Herren gemacht über nicht norbische Unterworfene. So würben z. B. bie norbischen Burounber, Fran­ken unb Normannen zum französischen Abel. Im ger­manischen Heimatgebiet vonnte ein Begriff wie Ebenburt" nicht aufkommen, aber in ben eroberten Gebieten entstanb bie Achtsamkeit auf bie Fragen bes Blutes, ber Abel suchte sein norbisches Blut zu erhalten. Später ist bann, namentlich in ben letzten Iahrhunberten aus bem Blutsabel ein Stan- besabel geworben, ber insbesondere durch Geld­heiraten zu einer Minderung des nordischen Bluts- erbes in den Kreisen des Abels geführt hat.

Günther richtet an den deutschen Adel die ! Mahnung, das nordische Blutserbe zu wahren. Ein I neuer (Ebenburtsbcgriff muß sich durchsetzen Eben- | burt kann innerhalb ber Bölter mit nordischem Blut nur bedeuten gleiches Maß an erblicher Tüch­tigkeit bes Leibes unb ber Seels bei gleicher Rein­heit norbischen Blutes. Nachbem mit bem ganzen beutschen Volke auch ber Abel in ben vergangenen Jahrzehnten bie Bebeutung bes Blutes vergehen hatte, hat nunmehr, wie wir aus Günthers Buch erfahren, bie beutsche Abelsgenossenfchaft begonnen, sich der Rassenfrage zu nähern.

Die neuen Erkenntnisse regen sich in allen Lagern unb Kreisen ber Völker. So weist Günther bur­auf hin, baß ber sozialbemokratische Sozialhygieniker Grotjahn einen Fortschritt ber Völker nur bann für möglich hält, wenn bie Fruchtbarkeit ber erblich Minderwertigen gehemmt unb bie Fruchtbarkeit ber erblich Tüchtigen aller Bokkskreise gehoben wirb. Im Gewerkschaftsarchio vom November 1925 hat sich Dr. K. d. Müller mit bem nordischen Gedan­ken auseinanbergesetzt und sich dem ..beschämenden Maß lahmender spießbürgerlicher Bedenken, cki- quenhaften Totschweigens und rassenbiologischer Un­interessiertheit", die in Europa im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten herrschen, entschieden entgegen- gestellt.

Berichtssam

Gefängnis für eine Thealernärrin.

' Darmstadt, 26. Dez. Eine eigenartige Theaternärrin stand am Donnerstag vor dem Bezirksschöffengericht in Person ter 21jährigen Kontoristin Margarete Schmelz als Angeklagte. Das junge Mädchen hatte in einem größeren kaufmännischen Betriebe, trotz ihrer Jugend, schon eine Vertrauens st el- l u n g inne. Durch die Inhaberin eines Bluflwn- gesckäftes war die Schmelz mit Mitgliedern des L a ndestheaters bekannt geworden, daraufhin nahm sie ein Theaterabonnemsnt, über­sandte den Künstlern Blumenspenl en und kostbare Geschenke; auch veranstaltete sie Festlichkeiten, zu denen sie Künstler einlud. Das Geld für diese Ausgaben veruntreute sie ihrer Firma,

iiihb i i ManiB-w

Welt bekannt. Merkwürdigerweise aber scheint überall das Bauerntum die wildesten »Prozeß- Hansl" hervvrzubringen. J,i Indien sind es näm­lich auch die Dauernkrllse, in denen das Pro­zessieren zp einer wahren Epidemie geworden ist. Ein langjähriger Richter der indischen Ver­waltung. E. Calvert dessen Kenntnisse des Pen- dschab-Gebietes gan. einzigartig sind, spricht von dieser Prozesfierwu. 0:r iud schen Landleute als von einer schweren wirtschaftlichen Gefahr. Der indische Dauer liebt nichts so wie Rechtsstreitia- keiten, denn er glaubt einerseits, dadurch fern stark ausgeprägtes Rachegesühl an seinen F.inden befriedigen zu können, und g bt andererseits damit seinem fonff so leeren Leb.n einen Inhalt. Die Streitigkeiten um Landbesitz sind zahllos, und dabei ist bemerkenswert, daß die feindlichen Par­teien oft in demselben Dorfe wohnen und den Prozeß als eine Art Sport anfehen, der in aller Gemütsruhe ausgesuchten werden soll. Aach ein­gehenden Schätz ngen k inn man sagen, daß die Geldsumme, di: jährlich im Fünfstrorn-Land durch Prozesse verlorm wird, cbe.ifo groß ist wie die gefaulte Summ . die aus den Erträgnissen des Landes in der Provinz gewonnen wird. Ealvert schätzt die Zahl der Personen, die in dieser Pro­vinz im Jahr durchschnittlich in Rechtshändel verwickelt sind, auf 1 500 003; dazu kommen dann noch die Zeugen, die be" den Behandlungen auf­treten müssen und derc» Zahl nicht unter eine Million angenommen werden kann. Seht man voraus, daß Im Lause dec Prozeßver Handlungen jede beteiligte Perfo.: wenigstens zweimal vor Gericht erfreuten und d.darch j desmal z'veiTage verloren gehen, so belauft 'ich die Zahl dir Ar­beitstage, dir d esc 21M Humen Menschen im Jahre verlieren, aus 10 Millionen. Diese Prozeß­wut der Inder beschränk, sich nun durchaus nicht auf das Fünfstrom-La,,d allein, sondern findet sich überall in Ind er. Das Pan dich ab ist nur ein Gebiet. in dem die Sach: von Calvert genauer erforscht ist. Jedenfalls ist es ein ungeheurer Berckust, wenn von den 6 Millionen Arbe lern, die es hier gibt, weit über die Hälfte durch Pro- zesse m ihrer Arbeit behindert und häufig in

und zwar belief sich diese Summe auf etwa 15000 Mark. Ihn sich vor Entdeckung zu fchül.- 8en, hatte die Angeklagte Fälschungen der Bücher usw. in raffinierter Weise begangen: ein volles Geständnis hat sie nicht abgelegt, noch etwas von der unterschlagenen Summe ersetzt. DaS Urteil lautete auf eineGefängnisstrafe von 1 Jahr 1 Monaten unb einer Woche. Don der älntersuchungshaft wurden zco-i Monate und eine Woche angerechnet.

Oberhessen.

Landkreis Gictzen.

02 Klein-Linden, 26. Dez. In ber letzten Gemeinderatssitzung ftanb die Krieger- denkmalsfrage auf ber Tagesorbnung. In­folge bes schlechten Besuches ber Sitzung würbe eine Entscheibung nicht herbeigeführt und dieser Punkt bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. Sodann wurde berenten über eine Winterbei- Hilfe an Erwerbslose, Sozialrentenempfänger und sonstige Hilfsbedürftige unserer Gemeinde. Gemäß der von dem Fürforgeausschuß vorgeschlagenen Richtlinien wurde ein Gesamtbetrag von 795 Mk genehmigt. Es entfallen an verheiratete Erwerbs­lose, die ein Vierteljahr Unterstützung beziehen, 20 Mk., an Sozialrentenempfänger, Kleinrentner unb sonstige Hilfsbebürftige 10 Mk.. wenn es sich dabei um ein Ehepaar hanbelt, 15 Mk. Den Waisen- rentenempfängern wurden für jedes Kind 5 Mk. jedoch als Mindestsatz 10 Mk., bewilligt. Die ge­nannten Beträge gelangten noch vor dem heiligen Abend zur Auszahlung. Da sicj^die Notwendig­keit einiger weiterer Lampen für die^S traßen - beleucht ung ergeben hat, so wirb einer (Erwei­terung bes Ortsnetzes zugestimmt. Das Gießener Elektrizitätswerk wird mit ber Ausführung der Ar beiten betraut.

X Klein-Linden, 26. Dez. Am Weihnachts abend raste ein führerloses Pferd im ®a. lopp durch die belebten Straßen unseres Ortes. Das Tier war in einem Zigeunerlager an der Um, gehungsbahn ausgenommen und sand selber ben Weg dorthin zurück, ohne baß in ber Dunkelheit bei bem lebhaften Straßenverkehr ein Unfall entstauben märe. Pfarrassistent Wilhelm Göbel in Worms wurde zum Nachfolger bes nach Norbheim versetzten Vfarrassistenlen Ä ck e r m a n n ernannt unb wirb nach Neujahr hier seinen Dienst antreten.

# G r o ß e n - L i n d e n , 24. Dez. Der hiesige Gemsinderat bewilligte den Gemeindebeam« t e n der Gruppen 1 bis 4 eine WeihnachtS beihilfe vpn je 15 Mark. Auch Erwerbs­lose und Sozialrentner wurden bedacht.

Wieseck, 26. Dez. Unter dem Vorsitze dos Dürgermcisters S ch o m b e r fand kürzllch die Jahresversammlung der Spar- Da clehnslasse Wies eck statt, in der zu­nächst die beiden ausscheidrnden Vorstandmitr glieder Karl D e ch und Jakob Schäfer wieder gewählt wurden. In den Aufsichtsrat wurdeg Johannes Deibel wieder-, und Gustav Sei 6ert neugewählt. Der Zinsfuß für ausgc« liehene Kapitalien wurde von 11 auf 10 Proz herabgesetzt. Für den Fall, daß im begonnener Geschäftsjahr der Reichsbankdisko.it eine Ermäßi­gung erfahrt, soll eine entsprechende Ermäßigung der Sollzinfen stattsinden. Für eingezahlte Kapi? hatten werden gewährt: im Kontokorrentverkehc o Proz., für Sparguthaben 6 Proz., für Guthaben auf Sparkarten ebenfalls 6 Proz. Eine rege Aus­sprache brachte die Festsetzung der offenen Ge­schäftsstunden des Rechners. Schließ­lich eirtigte man sich dahin, dieselben ab 1. Januar wie folgt festzusetzen: Dienstags nachmittags vou 4 bis 1 älhr, Freitags nachmittags von 5 bis 8 Ahr und Sonntags vormittags von 10 bis 1 älhr. Dadurch hofft man, dem Rechner den Ge- fchäftSverkehr zu erleichtern, auf der andern Seite den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, den Rechner bestimmt anzutreffeu. Aach dem vom Rechner Lang gegebenen äleberblick über die Ein- und Auszahlungen bis 1. Dezember 1926 betrugen die Einzahlungen 103 030 Mk.. die Aus­zahlungen 93003 Mk. Eine erfreuliche Stei­gerung erfuhren die Eiyzahlungen auf Sparkonto, sie betrugen im letzten Jahre 45 000 Mk. Allein auf Sparkarten wurden 15152 Mark, gegen 9182 Mk. im Vorjahre, eingezahlt. Dieses Sparsystem bürgert sich also immer mehr ein. Ein Mangel besteht nur noch in derDenutzung des Kontokorrentverkehrs. Mit Recht wies Bür­germeister Schomber m seinem Schlußwort darauf hin, daß von dieser Einrichtung ein viel ausgiebigerer Gebrauch gemacht werden müsse, da erst dann die Kasse sich voll entfalten und auswirken könnte. In einir Reihe anderer Ge­meinden sei man dax'n meitsichsiaer, er hoff«,

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ihrem Vermögen gefonD-gi w.rd De haupt­sächlichsten Gewinner bei diesen Prozessen sind nämllch die Rechtsanwälte, die denn auch die Prozeßwut des Volkes mit allen Mitteln an- ,stacheln. Die Zahl der Anwätr« ist denn auch im Pandschab außerordentlich gewachsen Während es 1868 in dieser Provinz 40 Anwälte und 1896 360 gab, sind es jetzt weit über 1200.

Kilomeierfresser des Alltags.

Das Gehen ist zwar eine Bewegung, bii beim Großstädter mehr und mehr abkommt, und grade deswegen betonen die Aerzte immer wie­der den hohen Gesundheitswert dieser natür­lichsten Fortbewegung. Ader auch der Groß­städter geht noch mehr, als er selbst ahnt, und die Strecken, die er täglich zurücklegt, find gar nicht unbeträchtlich. Selbst Leute, die den größten Teil des Tages im Zimmer verbringen und kaum spazierengehen, würden überrascht sein, Wenn sie feststellen könnten, wieviel Kilometer sie täglich zurücklegeiu Wir find alle mehr oder wenigerKilometerfresser". Das betont ber Berufsgolssvieler Harrh I. Femie, der mit einemPedometer" bei sich und anderen in- tereffame Feststellungen gemacht hat.Zu mei­nem Erstaunen fand ich? fo schreibt er,daß ich während einer gewöhnlichen älnterrichtsstunde im Gols mehr als 3 Kilometer gegangen war, und in einer Woche, in der ich 54 Stunden gab. registrierte der Apparat eine zurückgelegte Strecke 222 Kilometer. Selbst in einer Woche, in der ich keinen Ant>crich1 gab und mich weniger be­wegte, legte ich täglich im Duvchschnitt über 30 Kilometer zurück. In der Zeit des großen Reinemachen»; trug meine Frau den Pedometer . ho war höchst erstaunt, als si^ c:UfteUte. daß sie beim Hin- und Herlaufen am Tag' 16 Ä.Iometer ..gefressen" hatte. Eine weiter? .^robe machte ich bei einem Freund, einem Rechtsanwalt der nur sehr wenig geht und alle seine Fahrten tm Wagen zurück legt. Aber auch er mußte lest- stellen, daß er bei seiner alltäglichen Bewe­gung gegen 13 Kilometer täglich lief.