Turnen, Sport und Spiel.
Trawlschwrmmen.
L Das in Gießen vor dem Kriege noch fast unbekannte Crawlschwimmen beginnt in den letzten Fahren sich immer mehr zu verbreiten und zahlreiche Anhänger zu getoinncn, so daß es angebracht erscheint, einmal einige Worte über diese Schwimmart zu verlieren.
Das Wort c r a w 1 (= kriechen) — daher in Deutschland die Bezeichnung „Kriech stoß" — läßt schon ungefähr erkennen, um was für eine Schwimmart es sich handelt. Im Gegensatz zu dem deutschen Brustschwimmen und dem sog. Spanischstotz (Handüberhandschwimmen mit demselben Deinschlag wie beim Brustschwimmen) wird beim Kriechstotz eine vollkommen gleichförmige Fortbewegung erzielt, die, wenn sie nicht allzu schnell gemacht wird, Aehnlichkeit mit kriechen oder krabbeln hat. Der Hauptunterschied von den andern Schwimmarten ist der, daß die Deine nicht mehr angezogen, gespreizt und zusamrnen- geschlagen werden, sondern in fast gestreckter Lage eine paddelnde Bewegung ausführen, die um so mehr zur Fortbewegung beiträgt, je schneller und kräftiger die Deine arbeiten. Hilft-, Knie-- und Futzgelenke müssen dabei locker sein, da sonst zu rasch eine Ermüdung eintritt. Der Deinschlag ist in seinem Tempo vollkommen unabhängig von der Armarbeit, die dieselbe ist, wie 6eim früheren Handüberhandschwimmen.
Da jeder, der ein gesundes Herz und gesunde Glieder hat, den Kriechstoß erlernen kann, ist es zu wünschen, dah in absehbarer -Zeit die Schwimmlehrer in der Lage sind, ihren Zöglingen sofort den Kriechstotz beizubringen, ohne sie vorher mit dem langweiligen Eins-zwei-drei in die Geheimnisse des Drustschwimmens eingeführt zu haben. In Amerika ist es in Erkenntnis dessen, datz der Kriechstotz — wie unten noch ausgeführt — die natürlichste Schwimmart ist, schon seit Jahren so. Dabei wird man ein gairz anderes System befolgen und bedenken, datz das wichtigste beim Schwimmenlernen die Gewöhnung ans Wasser ist. Im fröhlichen Spiel im seichten Wasser müssen die Kinder mit dem nassen Element vertraut werden und es lieb gewrnnen. Dann ist das Schwimmenlernen eine Leichtigkeit und umständliche Apparate sind nicht mehr nötig.
DLtz der Kriechstotz die s ch n e l l st e Schwimm- arr ist. die man kennt, darüber kann heute kein Zweifel mehr bestehen. Dies ist auch leicht erklärlich bei Devbachtung der mitwirkenden physikalischen Momente, deren in der Hau-Ptsache zwei in Betracht kommen: die Vorwärtstreibende Kraft und dle sich dem Wasser bietende Widerstands- fläche. Die vorwärtstceibende Kraft wird viel besser ausgcnutzt. als bei anderen Schwimmarten, weil sie in der Schwimmrichtung eingesetzt wird, während z. D. beim Brustschwimmen die Arme und Deine seitwärts geführt werden. Die Widerstandsflüche ist kaum feines denkbar. Die Arme befinden sich fast nur solange unter Wasser, als sie Kraft zur Dorwärtsbewegung aufwenden, und werden über Wasser nach vorne gebracht. Die Deine bleiben dauernd fast gestreckt und bieten somit keinen Widerstand, während beim Spanischstotz, beim Drust-, Seite- und Rückengleichschlagschwimmen die Deine angezogen werden und damit dem Wasser eine große Widerstandsfläche bieten, die die Fortbewegung stark hemmt. Alle diese toten Punkte, die durch die Widerstände entstehen. fallen beim Kriechstotz weg.
' Ein Beweis aus der Praxis. baß der Kriech- . stoß die schnellste Schwimmart ist, ergibt sich aus 1 einem Vergleich der Weltrekorde der verschie- * dem en Schvimmarten: a) Brustlage (Rademacher- Deutschland): 100 Meter in 1 Min. . 15 Ser., d. h. in 1 Sek. 1,33 Meter: b) Rückenlage (Laufs er-Amerika): 100 Meter in 1 Min. 11,2 Sek., d. h. in 1 Sek. 1,40 Meter: c) Seitenlage (Dahlem- Deutschland): 100 Meter in 1 Min. 9 Sek., d. h. in 1 Sek. 1,45 Meter, d) Kriechstotz (Weißmüller- Amerika): 100 Meter in 57,4 Sek., d. h. in 1 Sek. 1,74 Meter.
Der Kriechstotz ist auch die natürlichste Schwimmart. Dies zeigt z. D. die Aehnlichkeit der Bewegungen eines Anfängers im Crawlschwimmen mit den Schwimmbewegungen irgend eines Tieres, insbesondere eines Hundes. Dies ergibt sich weiterhin aus der Tatsache, dah der Kriechstotz zuerst bei den Raturvölkern gefunden wurde, und zwar hat man ihn bei den Südseeinsulanern entdeckt, von wo er durch die sporttreibenden Australier nach Europa gebracht wurde. Auch die Völker des Altertums haben ihn gekannt. So zeigen Fundstücke im Britischen Museum zu London und im Kaiser-Friedrich- Museum in Berlin schwimmende assyrische Krieger, die unverkennbar in einem dem Kriechstotz ähnlichen Schlag durchs Wasser treiben. Ein griechisches Vasendild (500 v. Ehr.) im Louvre zu Paris zeigt uns in klaren Linien einen Frauenkörper mit einem Kriechstotz. Auf einem Tonstück aus Pompeji im Berliner Museum kann man sehen, wie ein Reiter im Kriechstotz neben seinem Pferde herschwimmt. Eine ganze Reihe weiterer Fundstücke lassen erkennen, datz der Kriechstotz bei den alten Völkern allgemein bekannt war. und man muh sich wuichern, dah diese Schwimmkunst im Laufe der Jahrhunderte verloren ging und erst um 1900 wieder bei den Südseeinsulanern entdeckt wurde.
Wie der Kriechstotz nach Deutschland kam, sei hier noch kurz unter AnstHnung an eine Erzählung des Sportschriftstellers Gustav Putzke wiedergegeben.
1906 war es! In Hamburg hatten sich alle, die im deutschen Schwimmsport einen Ramen hatten, zuscunmenaefunden. um an der größten schwimme rischen Veranstaltung des Jahres teilzunehmen. -Zu den deutschen Meistern und denen, die es noch werden wollten, gesellten sich der -Ungar Lajos Bruckner und der Australier Cecil H e a l h, der kurz vorher in Paris mit 1 Min. 8 Sek. einen neuen Weltrekord über 100 Meter aufgestellt hatte. Wunderdinge wurden von dem Australier erzählt, dessen braungebrannte Gestalt allgemein der Gegenstand lebhaften Interesses war.
Endlich kam das erwartete Rennen. Sofort legt sich Healy an die Spitze: alles reckt sich, denn das ist etwas ganz Aeues, eine Schwimmart, die man noch nie gesehen hat. Hochauf spritzt das Wasser hinter dem Schwimmer, dessen Arme sich durch das Wasser wühlen. Immer gröber wird der Vorsprung. Unsere Schwimmer liegen weit zurück. Die Aufregung der Besucher ist kaum zu beschreiben. 1:11,6 ohne Startsprung! Eine Zeit ist erreicht, die noch nie auf einer deutschen Dahn geschwommen worden war
Da stieg allen die Ueberzeugung auf, dah es mit dem alten „Spanischschlag" zu Ende war, datz demjenig-en Meisterehren winkten, der recht bald diesen neuen Stotz beherrschen würde.
D. f- B.
Schlägt Linienschiff „Hessen" 4:1.
Der Verein für Dewegungsspiele, Gietzen, hatte gestern die erste Fußballmannschaft des Linienschiffes „Hesse n" zu Gast. In rassigem Kampf konnte der Plahverein seinen spielstarken Gegner mit 4:1 Niederkämpfen. Mehr als 1500 Zuschauer verfolgten mit Interesse das außergewöhnlich schöne Spiel und spendeten beiden Parteien lebhaften Beifall. Die Gäste hinterließen in jeder Beziehung den denkbar besten Eindruck. Ääherer Bericht folgt.
Die neuen Termine
der Futzbaübezirksliga.
tz. Für die beiden Spielgruppen des Bezirks Hessen-Südhannover im Westdeutschen Spielverband sind die amtlichen neuen Termine erschienen. Die Lahnvertreter der B. Z. sind in der Südgruppe beteiligt und spielen am 5. September V. f. B. Gietzen — Hermannia Kassel. Hessen 09 Kassel — S. ©.05 Wetzlar. 12. Sept. F. C. 05 Wetzlar — Kurhessen Kassel. Borussia Fulda — V. f. D. Gietzen. 19. Sept. F. C. 05 Wetzlar — Borussia Fulda. Kurhessen Kassel — V. f. D. Kurhessen Marburg. 26. Sept. V. f. B. Gießen — F. C. Wetzlar. V. f. B. fturßeffen Marburg — Hermannia Kassel. Dor ' Fulda — Kurhessen Kassel. 3. Okt. Hermannia Kassel — F. C. Wetzlar. D. f. B. Kurhefsen Marburg — Borussia Fulda. 10. Oft. Kurhessen Kassel — V. f. B. Gießen. V. f. B. Kurhessen Marburg — Hessen 09 Kassel. Borussia Fulda — Hermannia Kassel. 17. Oft. V. f. D. Gietzen — V. f. B. Kurhessen Marburg. Hermannia Kassel — Hessen 09 Kassel. 24. Oft. F. C. Wetzlar — V. f. B. Kurhessen Marburg. Kurhessen Kassel — Hessen 09 Kassel. 31. Oft. Hessen 09 Kassel — Borussia Fulda.
14. Aov. Kuryesien Kassel — Hermannia Kassel. 21. Aov. Hessen 09 Kassel — V. f. D. Gietzen.
SchmehLing deutscher
Halbschwergewichtsmeister.
Weniger ist dem Doxsportpublikum selten geboten worden, als bei dem Kampf um die deutsche Halbschwergewichts-Meisterschaft. Rur dieser eine Kampf stand außer einem Vorkampf auf dem Programm, und als er bereits nach 2'/_> Minuten entschieden war, gab es doch allenthalben enttäuschte Gesichter. Von den Kämpfern hinterlieh der Kölner Schmehling infolge seiner bestehenden körperlichen Verfassung den weitaus besseren Eindruck. Diekmann dagegen dürste kaum in Höchstform gewesen sein.
Rach Vorstellung des freiwillig zurückgetrete- nen letzten Meisters, Samson-Körner, beginnt der Kampf. Unter Verzicht auf fast jegliche Deckung gehen beide auf dis f. o.-Entschei- dung aus. Diekmann muß in der ersten Minute kurz bis zwei zu Boden und scheint leicht angeschlagen. Dennoch versucht er zu landen. Der Kölner ist aber auf der Hut und deckt sich an den Seiten trefflich ab. Dann schlägt Schmehling einen harten rechten Haken, der Diekmann in Doppeldeckung in seine Ecke zwingt. Der Kölner ersaht seine große Chance, schlägt durch die Deckung und ein abermaliger Rechter wirft Diekmann bis über die Zeit zu Boden. In Schmehling hat zweifellos der- Bessere gewonnen.
Prüfung für das deutsche Turn- und Sportabzeichen.
Am Sonntag, 29. August, findet eine Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen in Gruppe 5 (20 Kilometer Radfahren) statt. Beginn 8 Uhr norm. (Schützenhaus).
Der SLadLeachler Metzen-Wetzlar am 5. September hat die Meldungen der Gießener RG. 77, des Wetzlarer RC. 80 und des Vereins „Rudersport" 1913 Gießen gefunden.
Jt
as der Sonntag bringt.
6. Frauenturnen der D. T. in Grünberg.
O 2lm Sonntag, 29. August, begeht der Gau Hessen der Deutschen Turnerschaft in Grünberg sein 6. Frauenwetturnen. Wie alles Gute sich nur langsam und nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten Dahn bricht, so kann das besonders für das Gebiet der körperlichen Betätigung des weiblichen Geschlechtes gelten. Dah im Gaue Hessen der Gedanke, daß auch die Vertreter des des sogenannten „schwachen" Geschlechtes turnen fotzen und müssen, festen Fuß gefaßt hat, das beweist in erster Linie die zunehmende Gründung von SurnerinnenäbteUungen, das bezeugen auch die zahlreichen Meldungen zu dem diesjährigen Gaufrauenwetturnen in Grünberg. Für alle Wettkämpfe sind über 300 Turnerinnen gemeldet. Es kommen zur Durchführung drei Arten von Wettkämpfen: 1. reine Gerätewettkämpfe, 2. gemischte Kämpse (Geräte- und volkstümliche -Hebungen) und 3. reine volkstümliche (sportliche) Mehrkämpfe. Bei allen diesen Kämpfen kommt es weniger auf einzelne Höchslleistungen der Turnerin an, als auf eine gute turnerische Ge- samtausbii^ung. Reben diesen Wettkämpfen zeigen die einzelnen Abteilungen des Gaues Son- dervorführungen. Hier kann jeder Verein eine Probe seiner Arbeit geben und so kund tun, nach welcher Richtung — es gibt deren leider allzu viele — die Abteilung ihren Betrieb ein- stellt. Diese Darbietungen werden wohl Höhepunkte der Veranstaltung bringen. Körper- und Laufschule, rhythmische Frei- und Stabübungen, Keulen- und Freiübungen mit Schritt- und Huvf- bewegungen, Geräteturnen als Gemein- ober Gesellschaftsturnen, Gipfelturnen und anderes mehr darzubieten, ist die Aufgabe, die sich die einzelnen Abteilungen zu lösen gestellt haben. — Vor allem seien aber die allgemeinen Freiübungen erwähnt, die von allen Turnerinnen gemeinsam ausgeführt werden. Wenn bei dieser Gauveranstaltung dem Wettkainpfe in erster Linie Rechnung getragen wird, so ist doch aus Vorstehendem zu entnehmen, daß auch die Betätigung der einzelnen Abteilungen und auch die Gesamtheit aller Turnenden gebührend berücksichtigt wird.
Der 19. Deutsche Turntag.
— Am 27. und 28. August tagt inDremen der 19. Deuts che Turntag. Er wird am 27. August vormittags vom Senat der Freien Hansastadt Bremen feierlich begrüßt werden und bann in die Beratungen eintreten. Der Deutsche Turntag tritt alle zwei Jahre zusammen. Er besteht aus mehr als 300 von ben 18 deutschen Turnkreisen gewählten Abgeordneten sowie ben Mitgliedern des Hauptausschusses unö der Unter» ausschüsse der D. T. Er ist also im wahrsten Sinne des Wortes ein Turnerparlament, bas die Geschicke des Verbandes auf zwei Jahre festlegt. Ihm liegt die letzte Entscheidung in allen turnerischen Angelegenheiten ob. Schwerwiegende Entscheidungen stehen in diesem Jahre auf der Tagesordnung, so das Verhältnis der D. T. zum Reichsausschutz für Leibesübungen. Die Augen der deutschen Turner und der gesamten deutschen Sportwelt werden also in diesen Tagen nach Bremen gerichtet fein, wird doch durch die zu der Frage gefaßten Beschlüsse die Entwicklung der Leibesübungen in ben nächsten Jahren entfcheibend festgelegt werden. Von unserem Gau Hessen nehmen Gauvertreterf Pfeiffer (Wetzlar) und Gauoberturnwart! Will (Gießen) am Turntag als Abgeordnete teil.
V. f. V.
Für tommenben Sonntag ist wiederum ein größerer Gegner zu einem Gesellschaftsspiel nach hier verpflichtet worden. Es ist die Ligamannschaft „Hessen 09“ Kassel, ein langjähriger und spielstarker Vertreter der hessisch-hannöverschen Bezirksligaklasse. V. f. B. wird in diesem Spiel, das das letzte vor den am folgenden Sonntag beginnenden Punktkämpsen ist, zeigen, ob und welche Chancen er als Reuling in den De- zirksligaverbandsspielen hat. In Anbetracht des glänzenden Abschneidens der V. s. B.-Els gegen die Mannschaft des Linienschiffs „Hessen" und des
Könnens des Gegners, der sich in der letzten Verbandsspieltabelle einen sehr guten Platz erkämpft hatte, ist der Ausgang des sicherlich harten und interessanten Treffens völlig offen.
Dritte Mannschaft und Leichtathletikabteilung folgen einer Einladung nach Hadamar. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die sehr gut in Form befindliche Dritte aus der von guten 8-Klassen- mannschasten bestrittenen Pokalrunde als Sieger hervorgeht. Die Aussichten der Leichtathleten sind ungewiß, da die sonsttgen abgegebenen Meldungen nicht bekannt sind. Jedenfalls wird die dortige DMiligung der jüngsten Abteilung des D. f. B. immer von Nutzen sein.
Die 1. Iugendmannschaft fährt nach Marburg, um sich mit der 1. Lugend der bortigen Germania zu messen.
Spielvereinigung 1900 Gietzen.
o. Auch der kommende Sonntag ist wieder ein Großkampftag. Von 10 Mannschaften! sind sechs in Gefecht. Die Ligamannschaft genügt einer Rückspielpflicht in Butzbach. Der dortige Verein für Rasenspiele hat in letzter Zeit einen großen sportlichen Aufschwung zu verzeichnen. Seine Resultate, selbst gegen Bczirksliga, beweisen dies. Der Ausgang des Treffens ist völlig offen, auch wenn 1900 mit kompletter Mannschaft antret en würde. Butzbachs Erfolge liegen' in der großen Schnelligkeit und Ausdauer, aber vor allen Dingen in dem vorzüglichen Spiel des Torwächters. Die 2. Mannschaft der Vgg. empfängt die gleiche des F. C. 05 Wetzlar in Gietzen zum Rückspiel. Diese Mannschaft der Einheimischen hat es in dieser Saison noch zu keinem Sieg gebracht. Hoffen wir bis Sonntag das Beste. Das Vorspiel in Wetzlar gewann Gießen 3:2. Die dritte Mannschaft empfängt Leuns 1. Mannschaft. Auch hier gilt es für die Dritte, die fast immer erfolgreich abgeschnitten hat, eine schmerzliche Riederlage wettzumachen. Allerdings war man damals nicht vollzählig beim Gastgeber. Die 1. Jugend empfängt die 1. Jugend des Sportvereins Bad- Rauheim zum Rüc^piel. Die Aufstellung ist diesmal so gewählt, daß man nach einem spannenden schönen Spiel ben Platzverein als Sieger sieht. Das Vorspiel konnte 1900 3:0 gewinnen, obwohl Dad-Rauheim über ganz respektables Können verfügt. Die 2. Lugend der Sp. Vgg. 1900 hat sich die 1. Lugend Leuns zum Gegner verschrieben. Auch hier erwartet man Gietzen in Front. Vormittags treten die Alten Herren ini dieser Saison zum ersten Male auf ben Plan, nachdem kürzlich Marburg das Spiel absagte. Als Gegner haben sie sich die spielstarke 1. Mannschaft des V. f. R. Butzbach erkoren. Der Ausgang ist ungewiß. Die 4. Mannschaft unternimmt eine Gastspielreise zu einem weiteren Reuling im W. S. V., dem Sportverein Fronhausen a. d. Lahn, gegen dessen 1. Mannschaft wohl nicht viel Sieges- lorbeeren zu pflücken sind.
Die Verbandsspiele im Deutschen Arbeiter - Sportbund.
Die erste Klasse.
i. Am Sonntag nehmen die Verbandsspiele ihren Planmäßigen Fortgang. Die 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen hat auf eigenem Platz die 1. Mannschaft des Turn- und Sportvereins Raunheim als Gegner. Letztere Mannschaft wird bei dem Spiel wohl den kürzeren ziehen, zumal sie auf ungewohnt harten Platz kommt.
Ln Lollar treffen Wieseck und Lollar aufeinander. Auf den Ausgang dieses Spiels darf man gespannt sein, da einerseits Lollar in der mühsam erkämpften Stellung der Spitzengruppe bleiben will und auch Wieseck das Bestreben hat, sich einen guten Mittelplatz zu sichern. Hohe Resultate sind wohl kaum zu erwarten.
Gin scharfer Kampf um die Punkte steht in Marburg in Aussicht, dort tragen Marburg und Heuchelheim ihr Verbandsspiel aus. Warburg hat sich setther in der Rachrunde sehr gut durchgesetzt, während Heuchelheim um den Ausstieg spielt. Die Siegesaussichten müssen offen gelassen werden.
Wetzlar muß die weite Reise nach Alsfeld antreten, aber jedenfalls nicht umsonst, denn eine so gute Mannschaft spielt nicht immer
so unter ihrer Form wie letzthin kn Lollar. Trotzdem ist man nie vor Heberraschungen sicher.
Die zweite Klasse.
Zwölf Mannschaften tragen am Sonntag den Kampf um die Punkte aus, und zwar: Leun l gegen Marburg II in Leun, der aussichtsreichere Teil ist Marburg: Fronhaufen I gegen Gießen Ila, die Provinzialhauptstädter werden wohl als Sieger heimkehren: Wieseck II gegen Daubringen I, wenn die Mannen aus dem kleinen Daubringen ihren Siegeszug nicht fortsehen sollen, müssen sich die Wiesecker mächtig anstrengen: Gießen Hb gegen Rodheim I, der eventuelle Sieg ist den Rodheirnern zu gönnen; Wetzlar II gegen Blasbach I, Metzlar wird einwandfreier Sieger; Naunheim II gegen Heuchelheim II, hier treffen zwei Neulinge aufeinander, die noch unbeschriebene Blätter sind.
Die Jugend. w
Ein leichtes Spiel werden die Wetzlarer mit der Lugend B l a s b a ch s haben, fraglich ist nur die Hohe des Resultats. Ebenso wir wohl die Gießener Lugend mit der Naunheimer Lugend verfahren, den Gießenern ist auf eigenem Platz der Sieg nicht zu nehmen. Fraglicher ist schon der Ausgang in Marburg, wo Heuchelheim gegen den Plahverein antritt. Die Lugend des Lollarer Vereins hat sich in ihrer Form sehr verbessert, ob es soweit reicht, um gegen eine Mannschaft wie die Wiesecker Lugend siegreich zu bleiben, muß sich tm Spiel am Sonntag in Lollar beweisen.
Allgemeiner
Deutscher Turnerbund.
Am Sonntag finden in Gießen auf dem Oswaldsgarten die Spiele um die Faustball- Verbandsmeisterfchast zwischen den Gaumeistern Rüsselsheim, Klein-Zimmern und Allendorf (öba.) statt.
Städlemannschaft Gietzen - Städtemannschaft Wetzlar.
tz. Am kommenden Sonntag wird Gießen das erstemal Gelegenheit haben, die komplette Wetzlarer Handball-Städtemannschaft im Spiel in Gießen zu sehen. Die aus Turnern, Sportlern« Studenten und Reichswehr zusammengestellte Gießener Elf wird gegen die sorgfältig eintrainierte und technisch raffinierte Wetzlarer Els einem schweren Stand haben. Das Spiel verdient all- seitiges Lnteresse.
Vorschau für Sonntag.
Leichtathletik und Turnen.
Die nationalen Leichtathletik-Wettkämpfe in Halle haben eine ganz hervorragende Besetzung gefunden. Weitere Sportfeste in Osnabrück Aschaffenburg u. a. Leichtathlettk-Stäbtekampf Hamburg—Hannover in Hamburg. Südbaherische Zehnkampf-Meisterschaft in München. Oefterrei- chische Leichtathletik-Meisterschaften. Volkstümlicher Städtekampf der Turner Berlin—Leipzig— Hamburg in Hamburg. Reichsoffene Volks turn- Wettkämpfe in Hannover-Linden. Ln Bremen findet der Deutsche Turntag (27 bis 29. August) mit einer Turnfahrt nach Helgoland den offiziellen Abschluß.
Rasensport.
Lm Fußball werden die Punktspiele in erweitertem Umfange durchgeführt. Daneben gibt es Repräsentativspiele: Berlin—Konstantinopel in Berlin, Hamburg—Hannover in Hamburg, Essen—Duisburg in Essen u. a. Der D. T.» Fußballmeister M. T. V. Fürth spielt in Leipzig. Fußball-Länderspiel Schweiz—Belgien in Basel. Handball-Städtespiel Hamburg—Hannover in Hamburg. Tennis- Länderspiel Deutschland —Holland in Scheveningen (letzter Tag), Turniere in Bad Homburg, Bad Eilsen, Düsseldorf, Mühlhausen u. a.
Schwimmen.
Als letzte Meisterschaft des Deutschen Schwimmverbandes wird in Duisburg die Deutsche Wasserball-Meisterschaft entschieden. Eine ganz ausgezeichnete Besetzung hat das Schwimmfest des 1. Frankfurter S. D. erhalten, bei dem mehrere deutsche Meister am Start sind. Weiter wird noch durch den Gau 3 des Kreises 9 eine Rheinschwimmfahrt und durch den S. V. Letmathe eine gauoffene Veranstaltung abgehaltew Lm übrigen rüsten sich schon die Schwimmer für die kommende Wintersaison.
Wassersport.
Ruder -Herbst- und Lugendregatten in Breslau, Dresden, Lands berg a. d. W., Königsberg, Swinemünde, Hamburg. Essen, Germersheim, Mainz, Offenbach.
Boxen.
Deutsche Weltergewichts-Meisterschaft Hers« —Grimm in Berlin (Rüttarena), am Samstag. Städtekampf im Ringen Berlin—Hamburg in Berlin.
Motorsport.
Im Vordergründe des Lnteresses stehen der Große Preis von Deutschland für Motorräder, der bei bester Beteiligung auf der Avus zu Derlin-Grunewald in bester Beteiligung aus getragen wird. Weiter ist das im Gau 14 (Rheinpfalz) des ADAC, vorgesehene Dreiecksrennen bei Speyer zu beachten. Oberschreiberhau ist der Mittelpunkt eines Autoturniers, das der Bezirk Riederschlesien im Gau 9 des ADAC, veranstaltet, bei dem auch ein 5°Kilometer-Dergrennen zur Friedrichsfaude abgewickelt wird. Eine „Kölner Decherfahrt" ist zur Hebung des Wander- sports ausgeschrieben. Der Rheinische Motor- fportctub Wiesbaden veranstaltet ein Bergrennen auf die Hohe Wurzel.
Radsport
An Bahnveranstaltungen ist an erster Stelle die Dahn-Meisterschaft von Deutschland des D.D.R. über 1 und 25 Kilometer in Stettin zu nennen. Die V.D.R.V. trägt ihre Dahnmeister- schaften in Moosburg aus. Weitere Bahnrennen sind in: Münster (Möller), Magdeburg (Sawall. Dauer, Miauel, Rosellen), Dortmund, Aord- hausen, Glaobeck, Hamborn, Mülheim (Ruhr). Aachen, Worms und Köln. An Radfernfahrten bringt der Sonntag: Berlin—Kyritz—Berlin, den Großen Straßenpreis von Berlin, Rund um Hannover, die Bayerische Achtersahrt um den Großen Opelpreis von Augsburg, Rund um Chemnitz, den Großen Straßenpreis vvn Rheinsberg.


