Einzelbild herunterladen

Nr. 49 viertes Blatt

Samstag, 27. gebruar 1926

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Wirtschaft.

Börse und Geldmarkt.

Wer in der letzten Woche die Säle der Berliner Effektenbörse betrat, konnte sich in die ruhigsten Geschäftslage des hinter uns liegenden Depressionsjahres verseht fühlen. Die Wert­papierbörse war von einer so ausgesproche- nen Lustlosigkeit beherrscht, daß man mit vollem Recht von einer absoluten Stagnation sprechen kann. Allerdings ist diese anscheinend nickt ganz freiwilliger Natur gewesen. Die Spekulation konnte nicht kaufen, da ihre zum Ultimo noch lausenden Engagements eher einen Abbau er­forderten. Das Publikum hielt sich infolge des hcrannayenden Monatsendes fern und die Neu- Yorker Spekulation hatte mit den Vorgängen an ihrem eigenen Markt zu tun. Es ist hier schon aus den seit kurzem zu verzeichnenden stärke­ren Kontakt zwischen der Neuyorker und der Berliner Wertpapierbörse hingewiesen worden. Die gleiche Unsicherheit und Nervosität, wie wir sie jetzt wieder haben, herrscht auch seit kurzem in Neuyork. Andere Ausländer bleiben den deutschen Börsen eben­falls fern, so dah als Resultat dieser Gesamt- fiti^ation mit Notwendigkeit ein lethargischer Zu­stand an der Börse einkehren muhte. Hinzu kommt noch, dah die Medioliquidation sich ge­rade wieder im Februar recht unangenehm be­merkbar machte. Die zweimaligen Abwicklungen der Termingeschäfte im Monat wirken unnötig hemmend auf das Geschäft, und man sollte über­legen. ob nicht ein endgültiges Fallenlassen der Medioregulierungen möglich wäre. In den am Effektenhandel beteiligten Kreisen wird, man hierin nur Zustimmung finden. Die Regulierun­gen zum Ultimo nahmen diesmal bereits sehr früh ihren Anfang. Infolge der schon erwähnten Jirohen spekulativen Engagements erfolgten ver- ^ältnismähig große Positionslösungen, zu denen ich noch Exekutionen gesellten. Einige kleinere Maklerfirmen sind dieser Tage als Aufgabe ge­strichen worden, ebenso eine alte Berliner Bank­firma. die allerdings in letzter Zeit keine Effekten­geschäfte mehr betrieb. Bei der fehlenden Auf­nahmefähigkeit muhten diese Verkäufe entschei­dend auf die Tendenz wirken, die somit stets unsicher, meist aber rückläufig war. Die Stim­mung ist unter diesen Umständen in den Börsen­sälen gegenwärtig nicht gerade die beste, liegt doch der Kern dieser Nervosität weniger in wirtschaftlichen Tageserscheinungen, wie vielfach geglaubt wird, sondern einzig und allein in der für das heutige Deutschland charakteristischen Kapitalknappheit. Die Börsenspekulation weist nur wenige leistungsfähige Hände auf. Alle Übrigen Kulissiers sind schwache Mitläufer, die bei einer unvorhergesehenen Entwicklung der Tendenz teils mehr, teils weniger rasch vom Schicksal ereilt werden. Dies ging aus einem Einzelfall, wie er sich letzthin ereignete, wieder einmal recht deutlich hervor. Am Kriegs­anleihemarkt fand bekanntlich vor kurzem ein Auftrieb des Kurses der bprozentigen Reichs­anleihe statt, der mit den unglaublichsten Ver­sionen begründet wurde. Inzwischen ist nun unter sehr starken Schwankungen wieder ein Rück­schlag erfolgt, der den Ausgangspunkt der neuer­dings auftretenden verschiedenen Maklerfchwie- rigkeiten darstellt. Am Markt der alten deutschen Staatsanleihen ist überhaupt gegenwärtig manches noch sehr undurchsichtig, so auch der Fragenkomplex, der sich um die Schuhgebietsanleihe gruppiert. Man . scheint von Albion in* Spekulantenkreisen Günsti­ges zu erwarten, da jetzt irn Londoner Kolonial­ministerium diese Dinge durchgesprochen werden, um eine eigene Kolonialanleihe zum Zweck von Eisenbahnbauten auflegen zu können. Ilnabhän- ging von der ruhigen Börse steht neuerdings der Markt der Vorkriegspfandbriefe, an dem seitens der Aufwertungsschuldner noch be­trächtliche Käufe stattsinden. Zum Teil dürsten sich auch spekulative Interessenten mehr diesen Werten zugewandt haben, da die zu erwartenden Teilungsmassen durchschnittlich erheblich höhere Kurse der allen Pfandbriefe rechtfertigen dürften, als sie zur Zeit bestehen.

Am Geldmarkt konnte man bis zum Mittwoch ein Anhalten der ausgesprochenen Flüssigkeit beobachten. Am Donnerstag setzten plötzlich stärkere Geldabziehungen ein, an denen sowohl die Provinz-, als auch die Berliner Großbanken beteiligt gewesen sind. Für letztere dürste die Rücksicht aus Schafsung einer möglichst günstigen Liquidität am 27. d. Mts., dem Ultimo und Stichtag der Zweimonatsbilanzen, der Grund gewesen fein. Der Tagesgeldsatz, den man bisher mit 4,5 bis 6 Prozent, inoffiziell aber bis zu 2 Prozent herunter nannte, befestigte sich daher um ca. 1 Prozent. Immerhin ist aber Prolon­gationsgeld ohne weiteres erhältlich, und zwar »u 7 616 7,25 Prozent je nach der Große der Beträge. Die rückläufige Bewegung des Pri­vatdiskonts dürfte mit dem Satz von 5 Proz. vorläufig zum Abschluß gekommen sein. Der An­reiz für Hergabe von Privatdiskonten durch die Danken dürfte damit eine bedeutende Förderung erfahren haben. Die Vergrößerung der Spanne zwischen dem Reichsbankdiskontsatz (jetzt 3 Proz. Differenz) läßt allgemein erwarten, daß die Reichsbank nach dem Quartalswechsel bald ebensalls an eine Herabsetzung ihres Diskontsatzes Herangehen werde. Sympto­matische Bedeutung legt man der Geldverteilung übrigens nicht bei, sondern glaubt, baß diese na; , dem Ultimo sehr bald wieder in die bis­herige Flüssigkeit Umschlagen wird.

Börsenkurse.

Banknoten.

* Ermäßigung fußes. Die Reichsbank

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.

5% Deutsche ReichSanlethr 4e/e Deutsche ReichSanieibe .

8'/,"/° Deutsche Reich San lei de 3% Deutsch« NeichSanlcide Deutsch« Svarpramienanleihe <°/0 Preußische Konsole . .

4% Hessen

3"/o veilen...........

Deutsche Wertb. Dollar-Snl. dto. Doll-Schatz-Antreisog.')

4»/. Bontürfen 5% Äoldmerikaner . . Berliner Handelsaesellschaft. Kommerz- und Privat-Bank Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank.......

Deutsche Vereinsbank .... DiScouto Tommandit . . Metallbank........

Mitteldeutsche Kreditbank . Ocsterrrichiiche Kreditanstalt Westbank .......

Bochumer Satz ...... BuderuS ........

Karo . »-Luxemburg .....

irchener Bergwerke. . Harvcncr Bergbau......

Kaliwerke SschcrSIcben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laorahiitte Oberdedars. ......... Phönir Bergbau ...... Rbeinstadl ...... Riebeck Montan ....... TelluS Bergbau......

Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd

Kheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heioelberg . . . Philivv Holzmann .... Anglo-Cont-Guano .... Chemische Mayer Alapin . . I. G ."sarbcnindustric, A.»G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt . .

«llg. ElekkrtzttätS-Gesellschast Bergmann Mainkraftwerke .......

Schuckert . . . Siemens A Halske ....

Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . .... t weguin. . Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armamren Konservenfabrik Braun . . Metallgeiell chaft Frankfurt . Pct. Union A »G Schuhfabrik Herz......

Sichel. .

Bellftofs Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

von 10 auf 9 Prozent ermäßigt. Der Bankdiskont ist unverändert geblieben.

* Herabsetzung der S 0 llzinsen. Sei­tens der Berliner Stempelvereinigung ist in der Frage der Debetzinsen eine Entscheidung dahin­gehend getroffen worden, daß der Sollzinssatz mit Wirkung vom 1. März ab von 10 auf 9 Prozent herabgesetzt werden soll. Diese Regelung gilt ür alle denallgemeinen Abmachungen" ange- chlossenen Bankenvereinigungen des Reiches. In- olgedefsen verbilligen sich die gesamten Kredit­bedingungen von bisher 12,4 auf 11,4 Prozent.

* Zu den Kurssteigerungen in Ko­lonialpapieren. Die Kurssteigerungen in Kolonialpapieren, namentlich in den Anteilen

des Lombardzins- hat den Lombardzinsfuß

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlug Nur»

i-Ubr- Nur,

Schluh-lilnsaog Nur, 1 'Vir'-.

Datum: |

1'. 2.

27.

26. 2. | 27. 2.

0.385

1.385

0.375

0.355

0.885

0 37

0 350

0 35

) 3675

0,490

0,48

0 47

0,220

0,22

V 370

»

0,355

0 385

0,340

0.35

'

o.3a

93.5 >

__

u3

89 25 !

99,45

11.35

11,15

40,4

145

145.75

145

10«.7'

109*

1'9,5'

109*

127,25

12 >,9*

126,9'

127.25

12 .4*

126 2*

»

121

121'

120.5*

83.5

84

101'

ior

101.25

101,2'

6.75

6 75

6,9

b,75

0.033

0.U33

84.5

84.5'

41,75

45.5

14,75

41

14

90*

88.5

«8

87.75'

89 75*

89,5'

"7,25*

107 5

108*

10.1,5'

114.5

115

115'

118

11 .25

118.75

34

34.5

35.13

47

46.9*

45 5*

77*

76.5'

76,9*

76*

81*

81 12'

79 25*

82 25

82.9

81.25

64

54

132*

131 4'

130*

129*

12« 7'

127 7*

1,28,6'

_

77.5

78

_

o4

63.75

64

-

89

126

123'

126 2'

125,2'

67

66,5

66,75

66

55.5

73,5

73,25

73 75

90.5

-

96 25*

95'

95 >2'

»5,5*

>1

82 5*

82,75*

85

82

-

81.6 *

80,62*

100,5

9*

99 82*

99*

38 5

38,7.

39

33,6

;6

34

22

-

29

30

34,25

42

93,5

-

635

63,5

2d

27

<

5.25

5 .5

105.5

106

105.5

43 25

43 75

44 5

45

44

-

26 st-cbr.

37. Febr.

Amtliche Noti rung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Amst-Roli

167,1.8

188.40

167.98

168,40

®uen =8Itrei

1,711

1,715

1,711

1,715

Brss-Antw

19 055

19.095

19.055

19,095

Lhristiania

91,39

91.61

90.99

91,21

Kopenhagen

108,96

109 <A

109,06

109,34

Stockholm .

112,43

112,71

112,46

112,74

HelssngsorS

10.66

10,60

10,562

10,6 »2

Atalien. .

16 48

16 88

16 855

16,8 6

London.

'0,888

20.440

20,888

20,440

Nenyork .

4,195

4.20-'-

4,195

4,205

Ports. - .

1 >.30

-5.34

15.<2

15,46

Schwei, .

«0 716

80.915

80,705

80 9115

Spanien

59.10

09,24

59,06

59.20

Japan . .

1,922

1.9.6

1,924

1.928

M Io de Ian

1 117

1.619

0.614

9.616

Wien in D->

Ctft abgest

>9,16

59,40

59,165

59,505

Prag ...

12,415

12,455

12,415

12.455

Bclzrad . -

7.38

7.40

7,387

7,407

Budapest.

3,875

5,895

5,812

5,892

Bulgarien

3,045

3,055

3,04.5

3,046

Lissabon

A 24.

21,255

21,245

41.29a

Dan/ig. .

80 87

81 07

80.89

81.09

Konstantin.

2,177

2,187

' 175

2.185

Alben

5 93

5.95

6 04

6.06

Kanada. .

4 178

4,188

4,178

1,188

Uruguad

4.305

4.315

4.305

4.315

Berlin. 26 Febr

Geld

Briet

Amerikanische Note» .....

i.lfc4

4.204

Belgische Noten .......

19.02

19 12

Dänische Noten .......

108,73

109.25

Englische Noten........

20,355

20.455

Französische Noten......

Holländische Noten ......

1.41

15 52

167,63

16K.47

Italienische Noten......

16 85

15,93

Norwegische Noten..... Deuisch-Oesterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten......

91.17

91 n3

59.02

59,32

Schwedische Noten......

112.17

112,73

Schweizer Noten ......

80,61

81,01

Spanische Noten ......

Tschechoslowakische Noten . .

59,02

59 82

12.375

12.435

Ungarische Noien . . .

5.84

6,88

der Neu-Guinea Eie. sind, verschiedenen Zei­tungsnachrichten zufolge, darauf zurückzuführen, daß an den Börsen Gerüchte über eine bevor­stehende weitere Nachentschädigung durch das Reich verbreitet werden. Don unterrichteter Seite ist das WTD. dahin verständigt worden, daß eine weitere Nachentschädigung nicht in Frage kommt.

Frankfurter Dank Deutsche Dereinsbank. Der zwischen beiden Insti- tuten bestandene Interessengemeinschaftsvertrag bat nunmehr seine endgültige Lösung gefunden, so daß jede der beiden Danken wieder ihre völlige Freiheit aurüderlangt hat.

* Deutsch-Luxemburgische Berg­werks- und Hütten-A. G.. Bochum. In der a. 0. H. B. wurde eine Statutenänderung dahingehend beschlossen, daß die über 700 Rm. lautenden Aktien der Gesellschaft in 7 Aktien zu 100 Rm. gestückelt werden. Den amerikanischen Obligationären ist zugesagt worden, daß sie die Möglichkeit haben sollen, für 1000 Dollar ihres Anleihebesitzes eine Aktie zu 1000 Rm. gegen Zahlung des Nominalwertes zu beziehen. Gleich­zeitig wird hierdurch auch den Aktionären der Umtausch ihrer 700 Rm.-Aktien in 7 Stücke zu 100 Rm. möglich sein.

* Hapag und Harriman. Im Zusam­menbang mit den Besprechungen, die jüngst in London zwischen Geheimrat Cuno und Mr. Harriman gepflogen wurden, glauben einige Blätter von einem beabsichtigten Ankauf 'von Harriman-Dampfern durch die Hapag zu wissen. Da die Londoner Verhandlungen, wie die Ver­waltung der Hapag mitteilt, vertraulich und noch nicht abgeschlossen sind, sei zu diesen Meldungen vorläufig nichts zu sagen.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeiger-".) Berlin, 27. Febr. An der heutigen Samstag- börse war das Geschäft noch geringer, als dies ohnehin zu Wochenende der Fall zu sein pflegt. Die Zurückhaltung der Börse wurde durch den neuen Vorstoß Mussolinis gegen Deutsch­land und die neueste Wendung in der Völker- b u n d s s r a g e , die ebenfalls gegen Deutschland gerichtet ist, noch bedeutend verstärkt. Die Tatsachen wirkten auf die Stimmung der Börse nicht un­wesentlich ein. Außerdem kam auch noch die weitere Verflauung der Neuyorker Börse in Betracht. Von der heutigen Prämienerklärung er­wartete man schon von vornherein keinen großen Einfluß auf die Kursbewegung, da die Regulierung in der Hauptsache bereits durchgeführt ist. Infolge der absoluten Geschästsstille waren die ersten Kurse nicht einheitlich. Montanaktien schwächten sich bis zu 2 Prozent ab, während sonst die Haltung etwas widerstandsfähig war. Während der ersten Stunde trat in Kriegsanleihe etwas regeres Ge­schäft zutage. Der Kurs zog auf 0,390 an. Dieser Umstand und der günstige Ausweis der Reichsbank gaben der Börse bann gegen Ende der ersten Stunde ein etwas freundlicheres Aussehen. Von ausländischen Renten blieben Rusten be- gehhrt, wohl auch im Zusammenhang mit den Pa­riser Schuldenverhandlungen. Am Geldmarkt war infolge des Ultimos ein neues Anziehen der Sätze zu verzeichnen. Tagesgeld hörte man mit 7 Prozent. Prolongationsgeld stand mit 7,5 Proz. zur Versüguna. 9m D e 0 i s e n 0 e r k e h r traten keine wesentlichen Veränderungen ein.

Frankfurter Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 27.Febr. Tendenz: unein° beiilich, später etwas fester. Die letzte Februar­börse zeigte wieder starke Abhängigkeit von der flauen Neuyorker Börse. Der Druck, der hiervon ausging, wirkte sich vorbörslich durch schwächere Notierungen aus, die durch erneut oorgenom« mene Glattstellungen der Spekulation einen schär­feren Umfang annahmen. Zu Beginn des amt­lichen Verkehrs trat aber bereits ein neuer Ten­denzumschwung ein, der auf den glatten Verlauf der Ultimoregulierungen zurücktzefübrt wurde. Auch der günstige Reichsbankausweis vot etwas Anregung. Die Tendenz laßt sich aber nur als kn a p p behauptet bezeichnen, da außer den im gestrigen Abendverkehr erzielten Besse­rungen weitere Erholungen nicht erreicht wurden. Das Geschäft wickelte sich ruhig ab. Von Montan­aktien gingen Buderus 0,75 Prozent höher, Deutsch-Lux und Phönix gaben dagegen je 0,5 Pro­zent nach. Farbwerte behaupteten ihren gestri­gen Stand. Von Elektrowerten gaben AEG. 0,75 Prozent nach, auch Siemens & Halske büßten 1,5 Prozent ein. Bankaktien lagen ruhig bei kaum veränderten Kursen. Wesentlich schwächer wurden Schiffahrtsaktien. Autoaktien waren leicht gebessert. Zellstoffaktien konn­ten ihre Steigerungen fortsetzen. Zellstoff Waldhof plus 0,5 Prozent, Aschaffenburger plus 1,75 Proz. Zuckeraktien waren weiter begünstigt und hatten ansehnliche Steigerungen aufzuweisen, so u. a. Rheingauer plus 2,75, Badischer plus 1 Proz. Deutsche Renten hatten stilles Geschäft. Kriegsanleihe konnten sich auf 0,385 erholen. Der ausländische Rentenmarkt wies keine Sonderbewegungen auf, für Rusten und Türken er­hielt sich etwas Interesse. Der Freiverkehr war umsatzlos. Api 0,4, Becker Stahl 45, Becker Kohle 54, Benz 40, Brown Boveri 68, Ufa 54, Ufra 68,75 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Veränderungen von Belang. Infolge der Umsatz­losigkeit machte sich weiteres Nachgeben der Kurse bemerkbar. Aktien blieben vernachlässigt. Der Geldmarkt ist für kurzfristige Mittel weiter angespannt. Tagesgeld 7,5 Prozent, Bankdiskonten

5,18 Prozent. Jndustrieakzepte 6,75 bis 7 Prozent. Monatsgeld 6,5 bis 9 Prozent je Adresse. Im D e - oisenverkehr konnte sich Paris gegen London auf 132,20 erholen. Sonst waren keine wesenüichen Veränderungen zu verzeichnen.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 26. Febr. Die lehttägige sehr ruhige llmfafotätigteit im Berliner Produkten­handel hielt auch heute an. Der erneuten Der- flauung der amerikanischen Börsen, herbeigeführt durch den Gesetzentwurf über die Beschränkung des Terminhandels für Getreide, unterliegt naturgemäß auch der hiesige Markt, wenn auch der Einfluß nicht aUzu groß ist. Das Weizen­angebot für prompte Mladung bleibt außer- ordentlich gering. Roggen ist reichlich offeriert und findet glatte Aufnahme. Gerste und Hafer in ruhigem Verkehr. Futtermittel still. Im Zeit­geschäft eröffnete Weizen per März mit 262 1 Mk. und Mai mit 267 0,50 Mk. höher. Roggen per März auf Realisationen um 1 Mk. auf 159 rückgängig. Mailieferung mit 172 0,50 Mk. höher. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 247 bis 251, do. März 262 bis 262,50, do. Mai 267, Roggen, märt. 143 bis 148, do. pomm. 141 bis 145, do. März 159 bi« 159,50 bis 158,50, do. Mai 172, Gerste, märt. 164 bis 183, Futtergerste 136 bis 150, Hafer, märt 152 bis 161, do. März 166,50, do. Mai 174; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Roggenmehl 21 bis 23, Weizen­kleie 10, Roggenkleie 9, D ktoriaerhsen 26 bis 33, kleine Speiseerbfen 23 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21,50, Ackerbobnen 20 bis 21, Wicken 23 biS 25, Lupinen, blau 11,75 bis 12,50, do. gelb 13,75 biS 14,50, Serra­delle 24 bis 26, Rapskuchen 14 biS 14,50, Lein­kuchen 19,50 bis 19,90, Trockenfchnihel 8,20 bis 8,50, Kartoffelflocken 14,40 Bi« 14,60, Sohaschrot 18,80 bis 19.

Kirchliche Nachrichten.

Evangel'sche Gemeinden.

Sonntag, den 28 Februar. Reminiscere. Stadt- kirche. 9'/,: Pfr. Decker. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Decker. 6: Pfarrassist. Hertel. Deichten, heiliges Abendmahl f. Matthäus- und Markusgemeinde. IohanneStirche. 9'. : Pfr. Ausfeld. Zugleich MilitärgoiteSdicnst. 11: Kinder- kirche für die Zohannesgem. Pfr. Ausseld. 6: Pfr. DechtolSheimer. Deichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. 8: Bibelbe­sprechung im Iohannessaal. Psarralsist. Schultheis. Mittwoch, den 3. März, abends 6 Uhr: 3. Passions­andacht i. d. Stadtlirche. Pfr. Mahr. - Kirchberg. 10. Koll. f. Kriegsgräberfürsorge. Mainzlar: l1/,. Wieseck. 93/4 (Frauenchor). Opfer f. d. KriegSgraber- fürsvrge. 11: Kinderk. - Watzenborn-Garbenleich. Wahenborn-Steinberg: 4 am Denkmal (Kirchenchor) 71 /,: Passionsand. (Koll.). Garbenteich: 10 (Koll.).

Katholische Gemeinden.

Dießen. Samstag, 27. Februar. 4'/, u. 7 Deichte Sonntag, 28 Februar. 2. Fastensonntag, Beginn der österlichen Zeit. 61/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mitPredigt, 5'/, Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 61/, Fastenandacht. Donners- tag nachmittags 41 /, Deichte. Freitag vormittag« 7 Segensamt. Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen. 9'/, Hochamt mit Predigt. Sich. 7/, Messe mit Predigt.

Wettervoraussage.

Meist bedeckt, nur zeitweise etwas Aufklärung, südliche bis westliche Winde, vorwiegend trocken, doch stellenweise Morgennebel.

lieber dein Nordmeer bildet sich ein Teiltief her­aus, das unsere im übrigen konstante Wetterlage vorübergehend stören kann. Dagegen verstärkt sich das Hochdruckgebiet im Osten mehr und mehr und wird nach Westen weiter an Raum gewinnen, wo­durch die Kaltluftfront ebenfalls weiter nach Mit­teleuropa hin vorrücken wird. Mit weiterer Ab­kühlung ist daher zu rechnen.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 12,4 Grad Celsius; Minimum: 1,1 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 1,8 Grad Celsius.

Aus dem Amtsverkündigungsblait.

Das Amtsverkündiaungsbl.att Nr. 17 vom 26. Febr. enthält: Volkstrau^rtag 1926. Straßensperre. Maul- und K'/auen» seuche in Ätphe. Klopfen von Teppick/en. Ungültiger Polizeiausweis. Dienstnachrichten.

Sonntansdienst d. 'Herste >1. HuotbeFe 4 am 28.2.26 Dr. Geyer. Dr Neumann. Pclitanavoiveke. Zahnarzt: Dr Baun«. 0

AeuMslvIWe btenite: Sonn,, r.iachm.3'^nbdS.

8'/, Uhr, Mittwoch abd. 8Ubr. - Gäste herzl. wtllk. *"D

beseitige Hecke, macht vcrffilbtt Wwhe wwJtr blendend wew

Erhältlich tn Orogtnhondlunpcn u Apoth«ken

Das Sperialhans vornehmer Damenbekleidung.

:nei

Wir zeigen in unseren 8 Schaufenstern die letzten Frühjahrs-Neuheiten

Mäntel, Kostüme, Kleider, Complets etc.

Unvergleichlich große Auswahl / Beste Qualitäten und Verarbeitung

Vorteilhafte Preislagen!

Wagener SZ Schlöte!

Frankfurt a. M.

Goefhestra^c 9-11