Nr. 49 viertes Blatt
Samstag, 27. gebruar 1926
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
Wirtschaft.
Börse und Geldmarkt.
Wer in der letzten Woche die Säle der Berliner Effektenbörse betrat, konnte sich in die ruhigsten Geschäftslage des hinter uns liegenden Depressionsjahres verseht fühlen. Die Wertpapierbörse war von einer so ausgesproche- nen Lustlosigkeit beherrscht, daß man mit vollem Recht von einer absoluten Stagnation sprechen kann. Allerdings ist diese anscheinend nickt ganz freiwilliger Natur gewesen. Die Spekulation konnte nicht kaufen, da ihre zum Ultimo noch lausenden Engagements eher einen Abbau erforderten. Das Publikum hielt sich infolge des hcrannayenden Monatsendes fern und die Neu- Yorker Spekulation hatte mit den Vorgängen an ihrem eigenen Markt zu tun. Es ist hier schon aus den seit kurzem zu verzeichnenden stärkeren Kontakt zwischen der Neuyorker und der Berliner Wertpapierbörse hingewiesen worden. Die gleiche Unsicherheit und Nervosität, wie wir sie jetzt wieder haben, herrscht auch seit kurzem in Neuyork. Andere Ausländer bleiben den deutschen Börsen ebenfalls fern, so dah als Resultat dieser Gesamt- fiti^ation mit Notwendigkeit ein lethargischer Zustand an der Börse einkehren muhte. Hinzu kommt noch, dah die Medioliquidation sich gerade wieder im Februar recht unangenehm bemerkbar machte. Die zweimaligen Abwicklungen der Termingeschäfte im Monat wirken unnötig hemmend auf das Geschäft, und man sollte überlegen. ob nicht ein endgültiges Fallenlassen der Medioregulierungen möglich wäre. In den am Effektenhandel beteiligten Kreisen wird, man hierin nur Zustimmung finden. Die Regulierungen zum Ultimo nahmen diesmal bereits sehr früh ihren Anfang. Infolge der schon erwähnten Jirohen spekulativen Engagements erfolgten ver- ^ältnismähig große Positionslösungen, zu denen ich noch Exekutionen gesellten. Einige kleinere Maklerfirmen sind dieser Tage als Aufgabe gestrichen worden, ebenso eine alte Berliner Bankfirma. die allerdings in letzter Zeit keine Effektengeschäfte mehr betrieb. Bei der fehlenden Aufnahmefähigkeit muhten diese Verkäufe entscheidend auf die Tendenz wirken, die somit stets unsicher, meist aber rückläufig war. Die Stimmung ist unter diesen Umständen in den Börsensälen gegenwärtig nicht gerade die beste, liegt doch der Kern dieser Nervosität weniger in wirtschaftlichen Tageserscheinungen, wie vielfach geglaubt wird, sondern einzig und allein in der für das heutige Deutschland charakteristischen Kapitalknappheit. Die Börsenspekulation weist nur wenige leistungsfähige Hände auf. Alle Übrigen Kulissiers sind schwache Mitläufer, die bei einer unvorhergesehenen Entwicklung der Tendenz teils mehr, teils weniger rasch vom Schicksal ereilt werden. Dies ging aus einem Einzelfall, wie er sich letzthin ereignete, wieder einmal recht deutlich hervor. Am Kriegsanleihemarkt fand bekanntlich vor kurzem ein Auftrieb des Kurses der bprozentigen Reichsanleihe statt, der mit den unglaublichsten Versionen begründet wurde. Inzwischen ist nun unter sehr starken Schwankungen wieder ein Rückschlag erfolgt, der den Ausgangspunkt der neuerdings auftretenden verschiedenen Maklerfchwie- rigkeiten darstellt. Am Markt der alten deutschen Staatsanleihen ist überhaupt gegenwärtig manches noch sehr undurchsichtig, so auch der Fragenkomplex, der sich um die Schuhgebietsanleihe gruppiert. Man . scheint von Albion in* Spekulantenkreisen Günstiges zu erwarten, da jetzt irn Londoner Kolonialministerium diese Dinge durchgesprochen werden, um eine eigene Kolonialanleihe zum Zweck von Eisenbahnbauten auflegen zu können. Ilnabhän- ging von der ruhigen Börse steht neuerdings der Markt der Vorkriegspfandbriefe, an dem seitens der Aufwertungsschuldner noch beträchtliche Käufe stattsinden. Zum Teil dürsten sich auch spekulative Interessenten mehr diesen Werten zugewandt haben, da die zu erwartenden Teilungsmassen durchschnittlich erheblich höhere Kurse der allen Pfandbriefe rechtfertigen dürften, als sie zur Zeit bestehen.
Am Geldmarkt konnte man bis zum Mittwoch ein Anhalten der ausgesprochenen Flüssigkeit beobachten. Am Donnerstag setzten plötzlich stärkere Geldabziehungen ein, an denen sowohl die Provinz-, als auch die Berliner Großbanken beteiligt gewesen sind. Für letztere dürste die Rücksicht aus Schafsung einer möglichst günstigen Liquidität am 27. d. Mts., dem Ultimo und Stichtag der Zweimonatsbilanzen, der Grund gewesen fein. Der Tagesgeldsatz, den man bisher mit 4,5 bis 6 Prozent, inoffiziell aber bis zu 2 Prozent herunter nannte, befestigte sich daher um ca. 1 Prozent. Immerhin ist aber Prolongationsgeld ohne weiteres erhältlich, und zwar »u 7 616 7,25 Prozent je nach der Große der Beträge. Die rückläufige Bewegung des Privatdiskonts dürfte mit dem Satz von 5 Proz. vorläufig zum Abschluß gekommen sein. Der Anreiz für Hergabe von Privatdiskonten durch die Danken dürfte damit eine bedeutende Förderung erfahren haben. Die Vergrößerung der Spanne zwischen dem Reichsbankdiskontsatz (jetzt 3 Proz. Differenz) läßt allgemein erwarten, daß die Reichsbank nach dem Quartalswechsel bald ebensalls an eine Herabsetzung ihres Diskontsatzes Herangehen werde. Symptomatische Bedeutung legt man der Geldverteilung übrigens nicht bei, sondern glaubt, baß diese na; , dem Ultimo sehr bald wieder in die bisherige Flüssigkeit Umschlagen wird.
Börsenkurse.
Banknoten.
* Ermäßigung fußes. Die Reichsbank
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung.
5% Deutsche ReichSanlethr 4e/e Deutsche ReichSanieibe .
8'/,"/° Deutsche Reich San lei de 3% Deutsch« NeichSanlcide Deutsch« Svarpramienanleihe <°/0 Preußische Konsole • . .
4% Hessen
3"/o veilen...........
Deutsche Wertb. Dollar-Snl. dto. Doll-Schatz-Antreisog.')
4»/. Bontürfen 5% Äoldmerikaner ■ • . . Berliner Handelsaesellschaft. Kommerz- und Privat-Bank Darmst. und Naiionalbank Deutsche Bank.......
Deutsche Vereinsbank .... DiScouto Tommandit . . Metallbank........
Mitteldeutsche Kreditbank . Ocsterrrichiiche Kreditanstalt Westbank .......
Bochumer Satz ...... BuderuS ........
Karo . »-Luxemburg .....
irchener Bergwerke. . Harvcncr Bergbau......
Kaliwerke SschcrSIcben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laorahiitte Oberdedars. ......... Phönir Bergbau ...... Rbeinstadl ...... Riebeck Montan ....... TelluS Bergbau......
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd
Kheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heioelberg . . . Philivv Holzmann .... Anglo-Cont-Guano .... Chemische Mayer Alapin . . I. G ."sarbcnindustric, A.»G. Goldschmidt Holzverkohlung Rütgerswerke Scheideanstalt . .
«llg. ElekkrtzttätS-Gesellschast Bergmann Mainkraftwerke .......
Schuckert . . . Siemens A Halske ....
Ädlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt . .... t weguin. . Motorenwerke Mannheim
Frankfurter Armamren Konservenfabrik Braun . . Metallgeiell chaft Frankfurt . Pct. Union A »G Schuhfabrik Herz......
Sichel. .
Bellftofs Waldhof ..... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
von 10 auf 9 Prozent ermäßigt. Der Bankdiskont ist unverändert geblieben.
* Herabsetzung der S 0 llzinsen. Seitens der Berliner Stempelvereinigung ist in der Frage der Debetzinsen eine Entscheidung dahingehend getroffen worden, daß der Sollzinssatz mit Wirkung vom 1. März ab von 10 auf 9 Prozent herabgesetzt werden soll. Diese Regelung gilt ür alle den „allgemeinen Abmachungen" ange- chlossenen Bankenvereinigungen des Reiches. In- olgedefsen verbilligen sich die gesamten Kreditbedingungen von bisher 12,4 auf 11,4 Prozent.
* Zu den Kurssteigerungen in Kolonialpapieren. Die Kurssteigerungen in Kolonialpapieren, namentlich in den Anteilen
des Lombardzins- hat den Lombardzinsfuß
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug Nur»
i-Ubr- Nur,
Schluh-lilnsaog Nur, 1 'Vir'-.
Datum: |
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27.
26. 2. | 27. 2.
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37. Febr.
Amtliche Noti rung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
Amst-Roli
167,1.8
188.40
167.98
168,40
®uen =8Itrei
1,711
1,715
1,711
1,715
Brss-Antw
19 055
19.095
19.055
19,095
Lhristiania
91,39
91.61
90.99
91,21
Kopenhagen
108,96
109 <A
109,06
109,34
Stockholm .
112,43
112,71
112,46
112,74
HelssngsorS
10.66
10,60
10,562
10,6 »2
Atalien. .
16 48
16 88
16 855
16,8 6
London.
'0,888
20.440
20,888
20,440
Nenyork .
4,195
4.20-'-
4,195
4,205
Ports. - .
1 >.30
-5.34
15.<2
15,46
Schwei, .
«0 716
80.915
80,705
80 9115
Spanien •
59.10
09,24
59,06
59.20
Japan . .
1,922
1.9.6
1,924
1.928
’M Io de Ian
1 117
1.619
0.614
9.616
Wien in D->
Ctft abgest
>9,16
59,40
59,165
59,505
Prag ...
12,415
12,455
12,415
12.455
Bclzrad . -
7.38
7.40
7,387
7,407
Budapest.
3,875
5,895
5,812
5,892
Bulgarien
3,045
3,055
3,04.5
3,046
Lissabon
A 24.
21,255
21,245
41.29a
Dan/ig. .
80 87
81 07
80.89
81.09
Konstantin.
2,177
2,187
' 175
2.185
Alben
5 93
5.95
6 04
6.06
Kanada. .
4 178
4,188
4,178
1,188
Uruguad
4.305
4.315
4.305
4.315
Berlin. 26 Febr
Geld
Briet
Amerikanische Note» .....
i.lfc4
4.204
Belgische Noten .......
19.02
19 12
Dänische Noten .......
108,73
109.25
Englische Noten........
20,355
20.455
Französische Noten......
Holländische Noten ......
1.41
15 52
167,63
16K.47
Italienische Noten......
16 85
15,93
Norwegische Noten..... Deuisch-Oesterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten......
91.17
91 n3
59.02
59,32
Schwedische Noten......
112.17
112,73
Schweizer Noten ......
80,61
81,01
Spanische Noten ......
Tschechoslowakische Noten . .
59,02
59 82
12.375
12.435
Ungarische Noien . . .
5.84
6,88
der Neu-Guinea Eie. sind, verschiedenen Zeitungsnachrichten zufolge, darauf zurückzuführen, daß an den Börsen Gerüchte über eine bevorstehende weitere Nachentschädigung durch das Reich verbreitet werden. Don unterrichteter Seite ist das WTD. dahin verständigt worden, daß eine weitere Nachentschädigung nicht in Frage kommt.
• Frankfurter Dank — Deutsche Dereinsbank. Der zwischen beiden Insti- tuten bestandene Interessengemeinschaftsvertrag bat nunmehr seine endgültige Lösung gefunden, so daß jede der beiden Danken wieder ihre völlige Freiheit aurüderlangt hat.
* Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-A. G.. Bochum. In der a. 0. H. B. wurde eine Statutenänderung dahingehend beschlossen, daß die über 700 Rm. lautenden Aktien der Gesellschaft in 7 Aktien zu 100 Rm. gestückelt werden. Den amerikanischen Obligationären ist zugesagt worden, daß sie die Möglichkeit haben sollen, für 1000 Dollar ihres Anleihebesitzes eine Aktie zu 1000 Rm. gegen Zahlung des Nominalwertes zu beziehen. Gleichzeitig wird hierdurch auch den Aktionären der Umtausch ihrer 700 Rm.-Aktien in 7 Stücke zu 100 Rm. möglich sein.
* Hapag und Harriman. Im Zusammenbang mit den Besprechungen, die jüngst in London zwischen Geheimrat Cuno und Mr. Harriman gepflogen wurden, glauben einige Blätter von einem beabsichtigten Ankauf 'von Harriman-Dampfern durch die Hapag zu wissen. Da die Londoner Verhandlungen, wie die Verwaltung der Hapag mitteilt, vertraulich und noch nicht abgeschlossen sind, sei zu diesen Meldungen vorläufig nichts zu sagen.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Berlin, 27. Febr. An der heutigen Samstag- börse war das Geschäft noch geringer, als dies ohnehin zu Wochenende der Fall zu sein pflegt. Die Zurückhaltung der Börse wurde durch den neuen Vorstoß Mussolinis gegen Deutschland und die neueste Wendung in der Völker- b u n d s s r a g e , die ebenfalls gegen Deutschland gerichtet ist, noch bedeutend verstärkt. Die Tatsachen wirkten auf die Stimmung der Börse nicht unwesentlich ein. Außerdem kam auch noch die weitere Verflauung der Neuyorker Börse in Betracht. Von der heutigen Prämienerklärung erwartete man schon von vornherein keinen großen Einfluß auf die Kursbewegung, da die Regulierung in der Hauptsache bereits durchgeführt ist. Infolge der absoluten Geschästsstille waren die ersten Kurse nicht einheitlich. Montanaktien schwächten sich bis zu 2 Prozent ab, während sonst die Haltung etwas widerstandsfähig war. Während der ersten Stunde trat in Kriegsanleihe etwas regeres Geschäft zutage. Der Kurs zog auf 0,390 an. Dieser Umstand und der günstige Ausweis der Reichsbank gaben der Börse bann gegen Ende der ersten Stunde ein etwas freundlicheres Aussehen. Von ausländischen Renten blieben Rusten be- gehhrt, wohl auch im Zusammenhang mit den Pariser Schuldenverhandlungen. Am Geldmarkt war infolge des Ultimos ein neues Anziehen der Sätze zu verzeichnen. Tagesgeld hörte man mit 7 Prozent. Prolongationsgeld stand mit 7,5 Proz. zur Versüguna. 9m D e 0 i s e n 0 e r k e h r traten keine wesentlichen Veränderungen ein.
Frankfurter Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 27.Febr. Tendenz: unein° beiilich, später etwas fester. — Die letzte Februarbörse zeigte wieder starke Abhängigkeit von der flauen Neuyorker Börse. Der Druck, der hiervon ausging, wirkte sich vorbörslich durch schwächere Notierungen aus, die durch erneut oorgenom« mene Glattstellungen der Spekulation einen schärferen Umfang annahmen. Zu Beginn des amtlichen Verkehrs trat aber bereits ein neuer Tendenzumschwung ein, der auf den glatten Verlauf der Ultimoregulierungen zurücktzefübrt wurde. Auch der günstige Reichsbankausweis vot etwas Anregung. Die Tendenz laßt sich aber nur als kn a p p behauptet bezeichnen, da außer den im gestrigen Abendverkehr erzielten Besserungen weitere Erholungen nicht erreicht wurden. Das Geschäft wickelte sich ruhig ab. Von Montanaktien gingen Buderus 0,75 Prozent höher, Deutsch-Lux und Phönix gaben dagegen je 0,5 Prozent nach. Farbwerte behaupteten ihren gestrigen Stand. Von Elektrowerten gaben AEG. 0,75 Prozent nach, auch Siemens & Halske büßten 1,5 Prozent ein. Bankaktien lagen ruhig bei kaum veränderten Kursen. Wesentlich schwächer wurden Schiffahrtsaktien. Autoaktien waren leicht gebessert. Zellstoffaktien konnten ihre Steigerungen fortsetzen. Zellstoff Waldhof plus 0,5 Prozent, Aschaffenburger plus 1,75 Proz. Zuckeraktien waren weiter begünstigt und hatten ansehnliche Steigerungen aufzuweisen, so u. a. Rheingauer plus 2,75, Badischer plus 1 Proz. Deutsche Renten hatten stilles Geschäft. Kriegsanleihe konnten sich auf 0,385 erholen. Der ausländische Rentenmarkt wies keine Sonderbewegungen auf, für Rusten und Türken erhielt sich etwas Interesse. Der Freiverkehr war umsatzlos. Api 0,4, Becker Stahl 45, Becker Kohle 54, Benz 40, Brown Boveri 68, Ufa 54, Ufra 68,75 Prozent. Der weitere Verlauf brachte keine Veränderungen von Belang. Infolge der Umsatzlosigkeit machte sich weiteres Nachgeben der Kurse bemerkbar. Aktien blieben vernachlässigt. Der Geldmarkt ist für kurzfristige Mittel weiter angespannt. Tagesgeld 7,5 Prozent, Bankdiskonten
5,18 Prozent. Jndustrieakzepte 6,75 bis 7 Prozent. Monatsgeld 6,5 bis 9 Prozent je Adresse. Im D e - oisenverkehr konnte sich Paris gegen London auf 132,20 erholen. Sonst waren keine wesenüichen Veränderungen zu verzeichnen.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 26. Febr. Die lehttägige sehr ruhige llmfafotätigteit im Berliner Produktenhandel hielt auch heute an. Der erneuten Der- flauung der amerikanischen Börsen, herbeigeführt durch den Gesetzentwurf über die Beschränkung des Terminhandels für Getreide, unterliegt naturgemäß auch der hiesige Markt, wenn auch der Einfluß nicht aUzu groß ist. Das Weizenangebot für prompte Mladung bleibt außer- ordentlich gering. Roggen ist reichlich offeriert und findet glatte Aufnahme. Gerste und Hafer in ruhigem Verkehr. Futtermittel still. Im Zeitgeschäft eröffnete Weizen per März mit 262 1 Mk. und Mai mit 267 0,50 Mk. höher. Roggen per März auf Realisationen um 1 Mk. auf 159 rückgängig. Mailieferung mit 172 0,50 Mk. höher. Es wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märf. 247 bis 251, do. März 262 bis 262,50, do. Mai 267, Roggen, märt. 143 bis 148, do. pomm. 141 bis 145, do. März 159 bi« 159,50 bis 158,50, do. Mai 172, Gerste, märt. 164 bis 183, Futtergerste 136 bis 150, Hafer, märt 152 bis 161, do. März 166,50, do. Mai 174; für 100 Kilo: Weizenmehl 32,25 bis 35,75, Roggenmehl 21 bis 23, Weizenkleie 10, Roggenkleie 9, D ktoriaerhsen 26 bis 33, kleine Speiseerbfen 23 bis 25, Futtererbsen 20 bis 22, Peluschken 20 bis 21,50, Ackerbobnen 20 bis 21, Wicken 23 biS 25, Lupinen, blau 11,75 bis 12,50, do. gelb 13,75 biS 14,50, Serradelle 24 bis 26, Rapskuchen 14 biS 14,50, Leinkuchen 19,50 bis 19,90, Trockenfchnihel 8,20 bis 8,50, Kartoffelflocken 14,40 Bi« 14,60, Sohaschrot 18,80 bis 19.
Kirchliche Nachrichten.
Evangel'sche Gemeinden.
Sonntag, den 28 Februar. Reminiscere. Stadt- kirche. 9'/,: Pfr. Decker. 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Decker. 6: Pfarrassist. Hertel. Deichten, heiliges Abendmahl f. Matthäus- und Markusgemeinde. IohanneStirche. 9'. : Pfr. Ausfeld. Zugleich MilitärgoiteSdicnst. 11: Kinder- kirche für die Zohannesgem. Pfr. Ausseld. 6: Pfr. DechtolSheimer. Deichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde. 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal. Psarralsist. Schultheis. Mittwoch, den 3. März, abends 6 Uhr: 3. Passionsandacht i. d. Stadtlirche. Pfr. Mahr. - Kirchberg. 10. Koll. f. Kriegsgräberfürsorge. Mainzlar: l1/,. — Wieseck. 93/4 (Frauenchor). Opfer f. d. KriegSgraber- fürsvrge. 11: Kinderk. - Watzenborn-Garbenleich. Wahenborn-Steinberg: 4 am Denkmal (Kirchenchor) 71 /,: Passionsand. (Koll.). Garbenteich: 10 (Koll.).
Katholische Gemeinden.
Dießen. Samstag, 27. Februar. 4'/, u. 7 Deichte Sonntag, 28 Februar. 2. Fastensonntag, Beginn der österlichen Zeit. 61/, Beichte, 7 Messe, Kom. der Frauen. 8 Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mitPredigt, 5'/, Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitag abds. 61/, Fastenandacht. Donners- tag nachmittags 41 /, Deichte. Freitag vormittag« 7 Segensamt. — Grünberg. 91/, Messe mit Predigt. Hungen. 9'/, Hochamt mit Predigt. — Sich. 7‘/, Messe mit Predigt.
Wettervoraussage.
Meist bedeckt, nur zeitweise etwas Aufklärung, südliche bis westliche Winde, vorwiegend trocken, doch stellenweise Morgennebel.
lieber dein Nordmeer bildet sich ein Teiltief heraus, das unsere im übrigen konstante Wetterlage vorübergehend stören kann. Dagegen verstärkt sich das Hochdruckgebiet im Osten mehr und mehr und wird nach Westen weiter an Raum gewinnen, wodurch die Kaltluftfront ebenfalls weiter nach Mitteleuropa hin vorrücken wird. Mit weiterer Abkühlung ist daher zu rechnen.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 12,4 Grad Celsius; Minimum: 1,1 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur: 1,8 Grad Celsius.
Aus dem Amtsverkündigungsblait.
• Das Amtsverkündiaungsbl.att Nr. 17 vom 26. Febr. enthält: Volkstrau^rtag 1926. — Straßensperre. — Maul- und K'/auen» seuche in Ätphe. — Klopfen von Teppick/en. — Ungültiger Polizeiausweis. — Dienstnachrichten.
Sonntansdienst d. 'Herste >1. HuotbeFe 4 am 28.2.26 Dr. Geyer. Dr Neumann. Pclitanavoiveke. Zahnarzt: Dr Baun«. 0
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