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Staatssekretär z. D. Dr. Th. L e w a l d, Präsident des DRA.
Eine Hausfrau ist kein Chemiker
Erst im-Cebrauch, also meist, wenn es schon zu spät Ist, vermag sie zu erkennen, ob ein als unschädlich angc- priesenesWaschmittel auch tatsächlich unschädlich ist. Das Vertrauen, das die gesamte deutsche Hausfrauenwelt dem Dr. Th ompson’s Seifenpulver entgegenbringt, rechtfertigen wir seit Jahrzehnten immer wieder aufs neu«
Dolkstrauertag.
Theodor Fontane, dem wir neben so inhaltsreichen Erzählungen und trefflichen Schilderungen deutscher Landschaft auch einige Bucher verdanken, die von den Kämpfen um Dte deutsche Einheit handeln, hat mit ergreifenden Dorten das Leid geschildert, das nach Der Schlacht bet Gravelotte so viele norddeutsche, auch hessische Familien getroffen hat, und hat dabei ein Lied mitgeteilt, das man einst in Schottland nach einem verlustreichen Kampfe gesungen hat. In diesem Lied heißt es:
.Kein Erntereigeir. es schweigen Die Geigen, kein Tänzer, Der fröhlich im Danze sich dreht: auf Märkten und Messen die Lust ist vergessen, die Blumen vom Walde sind abgemäht."
Aur der Provinzialhauptstadt.
Dietzen, den 27. Februar 1926.
lösenü, tinöernö/ erfrischenö
*• Der Aeubau für das Gießener Delegraphenamt. Bon der Oberpostdirek- tion in Darmstadt wird uns geschrieben: In dem Heu bau auf dem Postgrundstück in Gießen wird zunächst im Laufe des Sommers ein Berstärke r a m t für dte in Gießen «inntündenden Fernkabel in Betrieb genommen. Mit Dem Einbau des Selbstanschlußamts für Gießen wird alsdann begönnere werden. Es wird Voraussicht- lich erst im Laufe des Rechnungsjahres 1927 fertiggestellt sein. Die Postverwaltung hätte dem Reubau gerir einen für das Straßenbild günstigen Platz zugewtesen. Alle Versuche, das Post- grundstück zu diesem Zweck in dem erforderlichen Umfang durch Grunderwerb zu vergrößern, schlugen indes fehl. So muhte denn twtgedrungen wegen der vorhandenen Telegraphen- und Fern- sprech-Leitungszuführungen der jetzige Platz gewählt werden.
** Zur Richtigstellung. In unserem gestrigen Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten ist ein bedauerlicher Fehler insofern enthalten, als dort zu lesen ist „Stadtv. Weißbäcker (Soz.)". Richtig muß es an jener
sitzenden, Landgerichtsrat Stümpert, herzlich begrüßt. Er hieß auch diejenigen Mitglieder Der Kriegerkameradschaft hier und de» hiesigen Betc- ranenvereinS, die sich zur Aufnahme in den Kriegerverein gemeldet hatten und als Ehrenmitglieder aufgenommen wurden, herzlich willkommen. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Vorsitzende die Wichtigkeit deS Zusammen- schließenS aller Kameraden gerade in der heutigen Zeit, und gedachte auch der Schwerbedrängten des Rheinlandes, die jetzt zum Teil endlich von dem Joch der Bedrückung befreit seien. — Dem verstorbenen Kameraden Rohleder, der 30 Jahre lang dem Verein, darunter 25 Jahre lang dem Vorstand angehörte, widmete er ehrende Worte der Anerkennung seiner Verdienste um das Kriegervereinswesen, und ebenso gedachte er der hohen Verdienste des kürzlich verstorbenen Ehrenpräsidenten der Hassia, Oberst von Reid' Hardt, der in der schweren Zeit nach dem Kriege zum Teil fast allein Die Geschäfte der Hassia geführt habe. Zu Ehren der Verstorbenen erhob sich Die Versammlung von den Sitzen. Zur Tagesordnung übergehend erstattete Kamerad Albin Klein Den von ihm entworfenen ausführlicheit Jahresbericht, der allgemein Anklang fand, worauf Kamerad Waas Die Rechnung für 1925 unD Dann den Voranschlag für 1926 oortrug. Der Vorsitzende sprach den beiden Kameraden für ihre hingebende Arbeit Dank aus. Die Wahl des Vorstandes, des Fahnenträgers dec Fahnenbegleiter, sowie des Rechnungs- vrüfungSauSschusses ging rasch von statten. Die seitherigen Mitglieder wurden einstimmig wieder- und Die KameraDen Hochstetler und Wagner neu in Den VorstanD gewählt. Hierauf wurde Dem Kameraden Heinrich Simon die Ehrenurkunde für 40jährige Zugehörigkeit aum Verein überreicht, und Dem Ehrenvorsitzenden, Postsekretär a. D. Meyer, unD Den KameraDen Haupt, Schissnie und Waas das ihnen vom Hassia-Präsidium verliehene Hassia-Chren- kreuz für Verdienste im Kriegervereinswesen eingehändigt. Nachdem eine Reihe weiterer Vereinsangelegenheiten, darunter auch ein größeres Konzert zugunsten der Altveteranen, besprochen und Beschlüsse gefaßt worden waren, wurde Die schon verlaufene Hauptversammlung, Die viel An- regenDes bot, geschlossen.
Bornotizen.
— Lageskalender für Samstag: Musikalischer Abend zum Besten des Mädchen-- heim .Zuflucht": 8 Ähr, Saal des Realghm- nasiunrs. — Deutschyationale Dolkspartei: 7 Ähr, „Postkeller", Vorkrag von Abg. Prof. Dr. Werner. — Vortragssaal der Duchhartdlung Keihner: 8x/& Ähr, Vortrag von Geh. Rat Prof. Dr. Sommer. — Gießener Schwimm-Verein: 8 Ähr, Städtisches Volksbad, Lehrkursus im Schwimmen und Springen. — Spiel-Vereinigung 1900: gl, ., Ähr, Gasthaus Doller, 1. General-Dersamm lung. — Evangelischer Arbeiter-Verein: 8‘/2 Ähr, Vereinslokal, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Weibsteufel". Palast-Lichtspiele (Kirchenplah): ,Freies Volt". Astvria-Lichtspiele: „Sechs Schüsse in der Rächt".
— Tageskalender für Sonntag: Deutscher Volkstrauertag 1926: 11 Vs Ähr vorm., Reue Aula der Äniversität, Heldengedenkfeiei - Stadttheater, 7 Ähr: „©aluntala“ (Ende 9’ - Ähr). — Gießeiter Schwimmverein, vorm. 10 Ähr und nachm. 3 Ähr, Städtisches Volks bad: Lehrkursus im Schwimmen und Springen: nachm. 3 Ähr mit Vortrag von Dr. Geisow. — Republikanischer Frauerwund, 8V2 Ähr, Katholisches Vereinshaus: Fritz-Ebert-Gedächtnisfeier. — Lichtspielhäuser wie Samstag.
Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der kommende Sonntag bringt die Dritte Aufführung von Kalidasas wun dervollem Märchenschauspiel „Sakuntal a". Presse und Publikum sind einmütig in der An erkennung Der schönett, abgerundetere Darstellung; dazrt kommt, Daß die Ausstattung an Dekorativ neu, Kostümen, sowie Die Beleuchtungseffekte wirklich märchenhaft sind rrnd eine Sehenswürdigkeit atm sich darstellen, wie sie auch in Großstädteit selten geboten wird. Es ist zu hoffetr, daß auch am Sonntag ein starker Besuch die aufgewandte Mühe lohnt.
— Der Bauersche Gesangverein veranstaltet, wie er uns schreibt, am Samstag, 13. Marz, abends 8 Ähr, für seine Mitglieder, und Sonntag, 14. März, nachmittags 4 Ähr, ein öffentliches Konzert in Der Aula Der Äniversi- tät. Rach den kalten unD trüben Wintertagen sehnt sich das Menfchenherz mit Dem beginnenden FÄHling hinaus ins Freie, um sich zu freuen an den Wundern Der Ratur und dem fröhlichen Gesang Der munteren Vögel. Auch der Dauerfche Gesangverein will diesmal in schlichten, einfachen Volksweisen und schwierigeren Kunstchören singen „von Lenz imb Liebe, von sei ger goldner Zeit" unD läDt Freunde echten Männergesangs zu seinem Konzert ein. Ein Frühlingslied im vaterländischen Sinn, „Wieland, Der Schmied", für Männerchor mit Blasorchester von R. Hoffmann, bildet Den Schluß des Programms. Die Chöre werben Durchflochten von Liedern für Tenor mit Klavierbegleitung, Die ein Künstler von bedeutendem Ruf, Herr Hans Schuberth-Meister aus Chemnitz singen wird. Man beachte Die heutige Anzeige.
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Wenn das deutsche Volk sich diesmal zum Dolkstrauertag zusammenfindet, so muß eS sich sagen, daß es mit der Anordnung von Gottesdiensten und Versammlungen zum Gedächtnis Der Gefallenen, so wertvoll diese Veranstaltungen auch sind, nicht genug ist. Seinen Dolkstrauertag soll jeder in der Stille erleben, in seinem einsamen Zimmer, vielleicht dann, wenn die Glocken um die Mittagszeit von den Türmen läuten. Trauern heißt Leid tragen. Wir tragen Leid, well wir im Kriege so entsetzlich viele wertvolle Menschen verloren haben, Menschen, die ihren Angehörigen Segen gebracht und Die jetzt und in Zukunft unser Doll groß gemacht hatten. Wir tragen Leid um die Eltern, Die gebeugt und gebückt unter uns einhergehen, weil ihre Söhne aus dem Kriege nicht mehr nach Hause gekommen sind, wir klagen mit Den Ehefrauen, die nun allein ihre Kinder erziehen müssen. Wir wollen, wenn die Glocken läuten, an die weiten Gräberfelder im Osten und im 'Westen Denfen unD an so manchen Bekannten, Änderwandten und Freund, wie er im feldgrauen Waffenkleid mit ernster Miene von uns Abschied genommen hat, um bald Darauf auf ferner, fremder Flur zu sterben. In neuerer Zell spricht man mitunter, wenn man Menschen im Auge hat, von «Material". Das ist in dieser Gedankenverbindung ein schäirdliches Wort. Steine, Kohlen, Eisenteile sind Material, Menschen sind lebendige Seelen, jeder unter ihnen, so klein und unbedeutend er fein mag, ist eine Persönlichkeit mit ausgeprägtem Eigenleben, eine Persönlichkeit, die bei Gott in Gnade und Ehre steht. Solcher Persönlichkeiten hat unS Der Krieg nahezu 2 Millionen geraubt, eine furchtbare Zahl, wenn man hört, daß Der Krieg des Jahres 1870/71 aus deutscher Seite 40 000 Gefallene als Opfer gefordert hat.
Änd fpft will es uns scheinen, toernt wir an Die Zerrissenheit und Friedlosigkeit unseres Dolles in der Gegenwart denken, daß diese Opfer umfonft gebracht feien. Vielleicht ist das Geschlecht, das Den Krieg mit wachem Bewußtsein erlebt hat, Durch Den Schrecken, die Enttäuschung, Die Rot, die über eS gekommen sind, so aus Dem Gleichgewicht gekommen, daß es Die rechten Folgerungen aus seinen Erfahrungen in Den Jahren 1914 biS 1918 nicht ziehen kann. Gott gebe, Daß Die folgende Generation, datz dis Kinder Derer, die vor Vpern und Warschau gestanden, Die Früchte dessen ernten, was ihre Väter in heißem, blutigen Ringen gesät haben, und als ein Volk, DaS seelisch frei, stark unD friedvoll Ist, auf deutschem Boden wohnen. H. B.
Flaggen halbmast!
Die Gießener Stadtverwaltung und Das Kreisamt Gießen fordern Die Mitbürger in Stadt und Land auf, anläßlich des morgigen Volks trau er tag es zur Ehrung unserer Ge- falleneil und zum äußeren Zeichen der Teilnahme halbmast zu flaggen. Man Darf wohl hoffen, daß dem Aufruf allenthalben in regster Weise entsprochen wird, um damit auch
Zu Den Großtaten Des Deutschen Reiches gehört die Sozialversicherung. Fast alle Industriestaaten Europas haben sie nachgeahmt, keiner hat sie aber zu Der deutschen Vollständigkeit Durchgeführt. ÄnD gottlob. Daß wir sie haben. Denn nach Der Denkschrift, Die Der Reichöarbeits- minister kürzlich Dem Reichstag über die Sozialversicherung vorgelegt hat, ist der Ausblick in das Jahr 1926 besorglich. Bei Der Krankenversicherung steht Die Krankenziffer in umgekehrtem Verhältnis zum Beschäftigungsgrad auf Dem Arbeitsmarkt: je umfangreicher Die Arbeitslosigkeit, um so größer Die Krankeilziffer. Wird die Deutsche Wirtschaft gegenwärtig imstande fein, Diese ungeheure Belastung öffentlich-rechtlichen Sparzwanges zur Erhaltung von GesunDheit unD Arbeitskraft Der versicherten Bevölkerung zu tragen? Muß nicht nach Mitteln gesucht werDen, den GesundheitszustanD dadurch zu heben. Daß Krankhellen vermieden und der Zeitpunkt Der Invalidität zurückgerückt wird?
In Äebereinstimmung mit immer weiteren Kreisen einer immer wachsenden Zahl Der her- vorragcnDsten Vertreter Der deutschen Heilkunde erachte ich Den Ausbau aller Einrichtungen für Die Förderung Der Leibesübungen für das nahezu einzige und unzweifelhaft wirkungsvollste Mittel zur Erreichung dieses großen Zieles. Gegenüber Den Milliarden Summen sind die Ausgaben von Reich, Staat unD Ländern für Die Förderung Der Leibesübungen vom Kindesalter an verschwindend gering; wenn das Gesetz vom 28. Juli 1925 über Gesundheitsfürsorge in Der Reichsversicherung Den Schwerpunkt Der Invalidenversicherung auf das Gebiet vorbeugender Fürsorge verlegt und Die Versicherungsanstalten zu Trägern von Zweckverbänden zur Bekämpfung von Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und Alkoholismus macht, so scheint es mir noch wichtiger, Die Be - Volke run g nicht erst krank werDen zu lassen, sondern durch frühe Leibeszucht, durch Körperübung in Licht, Luft unD Sonne vor all Den Schwächen zu bewahren, Deren Bekämpfung später Milliarden erfordert. Darum baut nicht Krankenhäuser, nicht Siechenanstalten, sondern schafft Plätze und Raum für Sport und Turnen und Leibesübungen?
Märkte im März-
Im Monat März finden die nachstehend verzeichneten Märkte statt:
Gießen: 2. Rindviehmarkt, 3. Schlachtvieh- und Schweinemarkt, 16. und 17. in Der gleichen Art. — Grünberg: 25. vorm. Viehmarkt, nachm. Krämermarkt. — Alsfeld: 10. Krämer- und Viehmarkt. — Lauterbach. 24. Krämer-, Rindvieh- und Gchweinemarkt. Rieder- Moos: 23. Krämer-, Schweine- und Ziegenmarkt. — Grebenau: 17. Ärämermartt. — Erainseld (Grebenhain). 24. Krämermarkt. — Schotten: 17. Krämer-, Rindvieh- und Gchweinemarkt. — Gngelrod: 29. Krämer-» markt. — Älfa: 29. Schweinetnarkt. — Gedern: 2. Rindvieh- und Schweinemarkt. — Ortenberg: 16. Schweinsmarkt. — Hungen: 15. Krämer- und Viehmarkt. — Gchzell: 8. Schweinemarkt. — Friedberg: 10.Gchweine- und Kvämermcrrkt.
Wetzlar: 24. Krämer- un£> Viehmarkt. — BraunselS: 30. Krämer« und Viehmarkt. - Di llenb urg: 22. Krämer-, Rindvieh- und Schweinemarkt.. — Herborn: 25. DeSgl. — Weilburg: Krämer-, Schlachtvieh-, Zuchtviehmarkt. — Marburg: 18. Krämer^, Rinder-, SchweinemaÄlt. — Biedenkopf. 11. Desgl. — Breidenbach: 25. desgl. — Gladenbach: 19. Krämermarkt. — Lohra: 23. Krämer-, Gchweinemarkt. — Kirchhain: 9. und 23. Rindvieh-, Schweinemarkt.
Im Hinblick auf die gegentoänig weitverbreitete Maul- und Klauenseuche möchten wir den Interessenten anraten, kurze Zeit vor Dem Markt sich erst iuxf) zu vergewissern, ob die Veranstaltung nicht etwa kurz zuvor verboten wurde.
In Deutschland war während Des Krieges keineswegs Die Lust vergessen, es fehlte an Denen, Die mit den Opfern des Krieges litten, von einer nationalen Trauer sah man nicht viel. Man lebte vielfach wie im Frieden, man klatschte luftigen Stücken Beifall, Kriegsgewinnler machten sich in Bädern und Sommerfrischen gute Tage. Derweil war in Der Champagne und an Der Somme ein wildes Ringen im Gange, in Rußland" mähte Der Tod TausenDe Der Änseren nieDer, Die Lazarette füllten sich, langsam fuhren Die Lazarettzüge von Der Front herkommend Durch Das Deutsche Land. Man hat während DeS Krieges in Deutschland nicht allerwärts die Schwere DeS Schicksals empfunden, das sich aus so viele Familien hennedersenkte. Man hatte zu wenig Verständnis für die großen Opfer, die Die Frontkämpfer brachten, die Heimat hatte sehr viel Damit zm tun, ihre eigenen Verdienste in das rechte Licht zu stellen, man wurde nicht müde, unsere treffliche Orgamfation zu preisen, Damen der österreichifchen Aristokratie ließen sich für illustrierte Blätter in koketter Pflegerinnentracht photographieren. Was die Draußen leisteten, indem sie Leben unD GesunDheit auf- opferten und Das Glück ihrer Familien Datan- setzten, wurde nicht höher bewertet als das, was in deutschen Schreibstuben und bei
Stelle heißen Stadtv. Weißbeck (Soz.). Herr Weißbäcker gehört zur Mittelstands-Vereinigung.
** Lehrer und Kantor Josef Mar? kann am Montag, 1. März, in bester Gesund hell seinen 60. Geburtstag begehen. Herr Marx feierte Im vorigen Jahre fein 40jähriges Amtsjubiläum. Am 20. April d. Is. kann er auf eine 35jährige Wirksamkeit im Dienste Der hiesigen Israelitischen Religionsgemeinde (Südanlage) zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich in weiten Kreisen unserer Einwohnerschaft großer Beliebtheit.
°-HauSverwalterGeorgTodt kann am kommenden Montag, 1. März, auf eine vierzigjährige Tätigkeit im Dienste des Gesell- schaftsvereinS zurückblicken. In steter, vorbildlicher Pflichttreue hat Der in weiten Kreisen Der Bürgerschaft hochgeachtete Mann bis in fein bvheS Alter hinein (er ist jetzt 72 Jahre alt) seinem Posten vorgestanben. Am 1. April will der alte Herr in den wohlverdienten Ruhestand treten. Zuvor aber will Der Klub Dem Jubilar noch eine besondere Ehrung bereiten, für Die er sich Den Iubiläumstag ausersehen hat. Dabei werden sich auch Mitglieder des Bauerschen Gesangvereins mitwirkend betätigen. Bekanntlich steht Herr Todt auch zu diesem Verein in Den engsten Beziehungen. Von 1904 an war er dessen Präsident, 1924 wurde er gelegentlich des 60jährigen Dereinsjubiläums zum Ehrenpräsidenten ernannt und außerdem ihm zu Ehren von dem Verein eine Georg-Todt-Stiftung errichtet, aus Der unverschuldet in Rot geratene Sänger unterstützt werden sollen. Bei dieser Ge- legenhell wurde dem verdienten Manne und eifrigen Sänger auch Die goldene ©ängemaDel verliehen.
-D. Städtische Vrennholzver steig e- rmig. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald war die Beteiligung der Kauflustigen sehr groß. Es wurden gute Preise geboten. Man bezahlte: Buchenscheiter 20 Mk., Cichenscheiter 13 Mk.. Duchenknüppel 16 Mk., Eichenknüppel 12 Mk.. Kieferntnüppel 9 Mk., Fichtenknüppel 6.80 Mk.. Duchenstöcke 10 Mk. je Raummeter. Fichtenderbstangen 1. Kl. 28 Mk. je Festmeter, Buchenwellen 40 Mk., Eichenwellen 27 Ml., Erlenwellen 25 Mk., Kiefernwellen 15 Mk.. Fichtenwellen 12 Mk., Aspenwellen 17 Mk. je 100 Stück.
*• Das Volksbegehren auf Enteignung der Fürstenvermögen betrifft eine Bekanntmachung Der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil.
" Ausstellung Des Alice-Schul- Seminars. Man schreibt uns: In Den Räumen der städtischen Gemäldesammlung, Senckenbergstraße. findet von Sonntag, 28. Februar, ab eine reichhaltige Ausstellung von Radelarbeiten, Zeichnungen und selbstgefertigten Lehrmitteln des Alice-Schul-Seminars für technische Lehrerinnen statt. Die Vrrschiedenartigkcit der Jahresarbeiten der 18 Schüler innen soll beweisen, in Welcher Weise Die Seminarausbildung es anstrebt. zu Selbsttätigkeit zu erziehen, und Formen unD Farbensinn zu bilden. Räheres in Der Anzeige.
** Feftgen 0 mmen wurde hier ein wegen Betrugs bereits vorbestrafter Mann aus Frankfurt a.M., der es verstand, in Oießen vom Postamt 2 aus mit einem hiesigen Grotzkaufmann sich telephonisch ins Dettehmen zu setzen, wobei er sich den Ola men eines hiesigen Geistlichen beilegte und für einen Hilfsbedürftigen, dessen Großeltern früher mit der Firma in geschäftlichen Beziehungen gestanden hätten, um Reife- unterstühung nach Berlin ersuchte. Durch diesen Trick gelang es dem Schwindler, in Den Besitz eines Geldbetrags zu konrmen.
** Die erste Schnepfe wurde vorgestern im Gießener Stadtwald von Oberstleutnant Fritz geschossen. Weidmannsheil!
** Verboten. Das Befahren der Wiefeck- brücte in L i n d e n st ru t h, im Zuge der Straße Lindenstruth—Winnerod, ist vom Kreisamt Gießen für Lastkraftwagen und Fahrzeuge von mehr als 30 Zentner Bruttogewicht verboten worden.
Die Maul- und Klauenseuche hat in Utphe weiter um sich gegriffen, deshalb sind Ort und Gemarkung Utphe zmn Sperrgebiet erklärt worden. Die Seuche ist neuerdings aus- gebrochLn in Büdingen, Griedel, Klein-Karben, Dorn-Ässenheim (Kreis Friedberg), Hartershausen und Bellershauscn (Kreis Lauterbach). Sr- losch-en ist sie in Beienheim (Kreis Friedberg), Dreihausen, Heskenr. Oberweimar. Fronhausen und Münchhausen (Kreis Marburg).
Hundeschau. Man teilt uns mit: Auf Der am 7. März in Den Lokalitäten Der Liebegs- höhe ftattfinDenhen internen Hundeschau Des Vereins Hundesport Gießen und Ämgegend werden eine stattliche Anzahl Hunde aller Rassen vorgesührt werden. Es ist hier jedennann Gelegenheit geboten, feinen Hund für wenig Geld beurteilen zu lassen. Annreldungen für Die Hunde- schau können noch bis um 10 Ähr vormittags auf Der Liebigshöhe getätigt toerDeit Die Vorarbeiten Der Schau smD soweit geDiehen, daß ein schöner Verlaus gesichert ist. Am Sonntag abend wird anschließend ein Familienabend für Die Mitglieder unD Deren Angehörige in Den Räumen Der Liebigshöhe veranstaltet, für Den ebenfalls ein reichhaltiges Programm vorgesehen ist. 3m übrigen fei auf Die in Der heutigen Ausgabe erscheinenDe Anzeige hingewiesen.
*” Der Kriegerverein Gießen hielt, wie man uns berichtet, am Mittwoch im Postkeller seine ordentliche Iahreshaüptversammlung ab. Die Mitglieder wurden von dem ersten Vor-


