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solle, gehe, üben über

so werde man wissen wollen, um was es Lloyd George sährt fort: Soweit ich weiß, wir in der Liberalen Partei keine Zensur unsere gegenseitigen Bischer und Aufsätze

auS. Ich brauche kaum zu sagen, daß ich bereit bin, mit Ihnen und den übrigen Kollegen zu- sammenzukvmmcn. um die ganze Lage zu erörtern, wenn Sie der Ansicht sind, daß eine solche Er­örterung der Partei zum Nutzen gereichen wird.

London, 26. Mai. iWTB.-Funkspruch.) Die ..Morning Post" verkündet im SperrdruckGrit Lloyd George". Das Blatt ist der Ansicht, daß die augenblicklichen Meinungsverschie­denheiten in der Liberalen Partei zum Rück­tritt Lloyd Georges von der Parteileitung fuhren müssen.

der letzten ernsten Krise einiger al- je hervor­gegangen und das gleiche Gefühl in den anderen Ländern vorhanden sei. Dies werde der Streben der Konferenz nach Erzielung größerer Einig' feit in der Welt ermutigen. Aach dem er^glischen. französischen und italienischen Redner sprach

der Führer der deutschen Delegation, Abgeord­neter Dr. hilserding,

der daran erinnerte, daß die Konferenz zum zwei­tenmal unter Teilnahme deutscher Vertreter tage, nachdem sie im Jahre 1914 unter deutscher Mitwir­kung gegründet worden sei. Der Krieg habe die Zusammenarbeit unterbrochen. Trotzdem bann acht Jahre seit dem Kriegsende verflossen seien, wären die Spuren des Krieges noch nicht verwischt. Allenthal­ben sei der normale Handelsverkehr zerstört und soziale Unrast und Unruhe allgemein. Das Ziel der Konferenz sei der mündliche Mei­nungsaustausch über wichtige Fragen, um eine Annäherung der Völker herbeizu- fuhren, wie beispielsweise in der Kohlen frage und der l a n d w i r t s 6; a f t l i ch e n Kredite. Es sei auch nicht zu verkennen, daß persönliche Be­ziehungen zur Annäherung der Völker beitragen würden. Möge die gemeinsame Arbeit von dem Wunsche getragen sein, allen Völkern die Freiheit ,zu bringen, beseelt von dem Gedanken der natio­nalen Gleichberechtigung. Dann könne man hoffen, daß allmählich die Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Abbaues der poli­tischen und handelspolitischen Mauern an Boden gewinnen könne, um freiem Wettbewerb wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Die Rede Dr. Hilferdings wurde mit lebhaftem Beifall aus­genommen.

Äl'e Ui fllieöer zu

Kunst und Wissenschaft.

vom Deutschen Vortrags-verband.

Der Deutsche Vortrags-Verband (Sih Mannheim), der infolge seiner erfolgreichen Tätigkeit auf dem Gebiet des Blldungs- und CBcrtragdtoefeng in ganz Deutschland und auch im Ausland wohlbekannt ist, begeht am 29. bis 31. Mai ds. Is. in Koburg diese Feier seines 50jährigen Bestehens, zu der Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden sowie viele Gäste aus Gelehrten- und Künstlerkreisen erwartet wer­den. Mit der Feier ist zugleich die ordentliche Iahvestagung verbunden. Unter den hiesigenDer- einen gehört die Vortrags-Vereinigung (Goethe- Bund, Kaufm. Verein und Ortsgewerbe-Berein) dem Verbände an.

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Entente wäre zweifellos das ungarische Me­morandum an die verschiedenen Llnterkommissio- ncn überwiesen und hierdurch eine allgemeine öffentliche Debatte vermieden worden. Allgemein wird erwartet, daß in der heutigen Sitzung der Vertreter -Ungarns nicht nur den Stand der Abrüstung seines Landes als ein Musterbei­spiel einer völligen Abrüstung in­mitten gerüsteter Rachbarländer hinstellen, son­dern auch die politische Lage seines Landes eia- gehend erörtern wird. Es dürfte ohne weiteres klar sein, daß der Hinweis auf die ähnliche Lage, in der sich Deuts chland befindet, in der Diskussion zur Sprache kommen und dank dem geschickten Vorgehen des ungarischen Vertreters auch in einem für Deutschland erwünschten Sinne behandelt werden wird.

Ablehnung der VoLkerbunds- arbeit durch Rußland.

Genf, 26. Mai. (TU.) Im Döllerbunds- fefretariat sind am Dienstag Telegramme der Sowjetregierung eingelaufen, in denen sie eine Ein ladung des Generalsekretärs des Völkerbundes zur Teilnahme an den Ar­beiten verschiedener Kommissionen a b l e h n t. Es handelt sich hierbei um die Einladungen zur Teilnahme an der Wasfenhandelskonferenz, an der Konferenz zur Kodifizierung des internatio­nalen Rechts und einer internationalen Paß- konferenz. Die Sowjetregierung hat sich lediglich bereit erklärt, Delegierte zur Teilnahme an einer Konferenz über die Festsetzung des Tonnage- gehalts für die Binnenschiffahrt zu entsenden. Sie begründet ihre Ablehnung damit, daß die Konferenzen an einem Ort stattfinden, in den ihr wegen ihres Konflikts mit der Schweiz Dele­gierte zu entsenden für nicht erwünscht erscheine.

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Wettervoraussage.

Anfangs heiter, später wolkig, Temperaturen zu­nächst wenig geändert, südliche Winde, noch durch­weg trocken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 16,8 Grad Celsius. Minimum: 5,4 Grad Celsius. Heute Morgentemperatur: 10,8 Grad Celsius.

Die Parteikrifis

der englischen Liberalen.

Asquith gegen Lloyd George.

London, 25. Mai. (WTB.) In politi­schen Kreisen erregt ein Brief, den der Führer der Liberalen Partei, Lord Oxford, an den Führer der Liberalen Parlamentspartei des Unterhauses. Lloyd George, richtete, großes Aussehen. Oxford spricht sein Bedauern darüber aus, daß Lloyd George seine Abwesenheit von der Zusammenkunft der liberalen Führer am 10. Mai während des kritischsten Augenblicks des Generalstreiks unzureichend begründete und als Hauptgrund angab, daß er nicht in der Lage sei, sich den Erklärungen anzuschließen, die den Gene­ralstreik verurteillen, sowie gleichzeitig auf die Kritik der Regierung verzichtete, die m gleicher

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Aus aller Welt.

Der Vulkanausbruch in Japan.

Hebet die Katastrophe werden von den Wor- genbtättem noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Ausbruch des Vulkans Tokatschi wurde von einem donnerähnlichen Geräusch begleitet, daS im LlmkveiS von 20 Meilen zu vernehmen war. Etwa 600 Hauser von Parlapo wurden unter den Lavamassen begraben. Während die ersten Rachrichten besagten, daß 120 Einwohner, zumeist Bergarbeiter, vermißt seien, berichtetRishi Rishi", daß etwa 1000 Personen um gekommen seien. 200 seien allein durch eine nach dem Ausbruch des Vul­kans au8 dem Boden hervorbrechende Wasser­säule ertrunken. Von diesen Wassermassen seien auch mehrere Hundert auf der Weide be­findliche Pferde fortgeschwemmt worden. Die Be­wohner der am Fuße des Vulkans belegenem Dörfer sind geflüchtet. Der Eisenbahn­verkehr ist unterbrochen. Dem Vulkan­ausbruch folgte eine Flutwelle. Die Flüsse sind durch die Flut um 30 Fuß gestiegen. Durch die Fluten wurden 300 Hauser hin­weggespult. Ungefähr 2000 Menschen sind obdachlos geworden. Obwohl der Vul­kan sich noch immer in Tätigkeit befindet, sind, die RettunaSarbeiten begonnen wor­den, die aber durch die Flammen und die Fluten sehr erschwert werden.

3n einen Jelsspalt gestürzt.

Wie aus Breslau berichtet wird, bvach in dem Heuscheuergebirge am 2. Feiertag bei einer Führung durch die Wilden Löcher eine über eine schmale Schluckst führende Holzbrücke zusam­men, als zehn Personen sie betraten. Die Mehr­zahl, die sich am Anfang der Drücke befand, fiel auf ein Feteplateau, nur eine junge Breslauer Geschäftsfrau stürzte zehn Meter tief in einen Felsspalt. Mit Hilfe von Seilen und Tüchern wurde sie befreit: Sie hat eine Gehirnerschütte­rung und einen Rasenbeinbruch erlitten. Die Ver­unglückte befindet sich in anderen ilmffänben.

Wettlauf mit dem Tode.

Aach einer Blättermeldung aus Hamburg unternahm am Pfingstmontag eine Gesellschaft von vier Männern und einem Knaben von dem Ort Duhnen bei Cuxhaven eine Wanderung durch das Wattenmeer, zu der etwa sechs Kilometer entfernten Rordsee. Infolge hef­tiger Böen setzte die Flut überraschend ein, so daß die Spaziergänger in die größte Rot ge­rieten. Außerdem machte dichter Debet die Orien­tierung fast unmöglich. Einer der Teilnehmer an der Wanderung, ein Oberförster, lenkte durch Rottchüste die Aufmerksamkeit des Strandvogtes auf die Gesellschaft. Der Strandvogt, ein Grenz­beamter und em Hotelbeamter eilten auf Pferden den in Rot Geratenen zu Hilfe, die im letzten Augenblick vor dem Ertrinken ge­rettet werden konnten.

Todesstürze in den Alpen

Während der tßfingftfeiertaae stürzte nach einer Besteigung der Benediktenwano in den Bayrischen Alpen der Münchener Tourist Reichel tödlich ab. In der Kaskadenklamm bei Semmrach stürmte nach einer Blättermeldung aus (3raa eine Salzburger Touristin ab. Sie wurde so schwer verletzt, daß sie auf dem Transport zum Krankenhaus verstarb.

Abd el Krims Niederlage.

Frankreich lehnt neue Friedens- Verhandlungen ab.

Paris. 2b.Mai. (Wolff.) Der heute unter hem Vorsitz des Präsidenten der 'Republik abge- Seltene Ministerrat besckäftigte sich mit hem Generalresidenten Steeg durch Vermittlung von Farini übermittelten Brief Abd el Krims. Der Ministerrat, so heißt es in dem offiziellen Kom­munique, fei der Ansicht, daß dieser Brief jeder Präzision, jeder Garantie und jeder Autorität entbehre und deshalb den Gang der militärischen Operationen nichk unterbreche. Eine Einstellung der Operationen unter den gegenwärtigen Umständen würde zur Folge haben, die Pazifizierung zu ver­zögern und sie kostspieliger zu machen, anstatt sic zu erleichtern. Rach Schluß des Ministerrats erklärte Ministerpräsident B r i a n d, man könne mir Abd el Krim, der gegenwärtig sichtlich nur Zeit zu gewinnen suche, um sich an den verschiedenen Punkten des Kampfgebietes zu ver­stärken, was neue blutige Kämpfe nach sich ziehen werde, nicht verhandeln. Kriegsminister P a i n l e v e sprach sich in ähnlichem Sinne aus. Die Laae in Rordafrika sei gegenwärtig konsoli­diert. Abd el Krim sei auf der Flucht und alles, was man tun könne, sei eine Ver­söhnung mit den Stämmen.

Der Vertreter des Außenministeriums bei den Friedensverhandiungen in Adjda, Ministe­rialdirektor Ponsvt, sagte, die Verhandlungen in Hbf Da seien infolge des s<Uecht-sn Willens, den Abd ei Krim an den Tag gelegt hätte, ge­scheitert. Die für den Krieg geschaffene Maschi­nerie drohe zusammenzubrechen, und der sie ge­schaffen habe, habe nichts mehr hinter sich. Er sei ein kriegführender Mann, der das Spiel verloren hätte. Wenn die jetzigen Demarchen Abd el Krims einen Sinn haben sollten, dann solle er doch die Bedingungen von Uh]ha <m» nehmen und sich vor allem selbst unterwer­fen und daS Rifgebiet verlassen. Der Kamps sei jetzt zu einer emfadjen Polizeiaktion herab­gesunken

In einem längeren offiziösen Kommunique wird von spanischer Seite über die weiterhin in Marokko zu treffenden Maßnahmen berichtet. Man müsse zur Entwaffnung und Errichtung der Verwaltung des Sultans schreiten, wenn gleich dies auch mit Schwierigkeiten ver­bunden sei. Wer die vollständige Entwaffnung und strenge Bewachung seien unerläßlich, wenn man die Wiederkehr des Aufstandes verhindern wolle. Man handele im Einvernehmen mit der französischen Regierung, denn andernfalls wür­den die von beiden Seiten unternommenen An­strengungen unfruchtbar bleiben.

Finanzresorm und Frankenkurs

TL1. Paris, 25. Mai. (TU.) Der fran­zösische Franken bat sich heute weiter ge­bessert, was in weiten Kreisen zu einer gün­stiger en Beurteilung der Lage Anlaß gegeben hat. Während seines Aufenthaltes in London hat der französische Finanzminister P c r e t mit den englischen Finanziers Montague, Rorman. Mac Kenna, Sir Robert Kinsley und dem Amerikaner Lamont über die Finanzsanierung Frankreichs verhandelt. Die amerikanischen Ban­kiers schlugen vor, Frankreich solle zunächst seine Währung stabilisieren und die Aus­fuhr von Kapitalien behindernden Be­stimmungen aufheben und wenn diese Bedin­gungen durchgeführt seien, werde Frankreich das Ausland geneigt finden für die Bewilligung von Anleihen. Um die im Innern zu treffenden Maßnahmen durchzuführen, empfehlen die Ban­kiers die Bildung eine» Ausschusses, der von den politischen Ereignissen unberührt bleiben müsse. Der Ministerpräsident hat bereits am Dienstagabend im Einverständnis mit dem Fi- nanzminrster die Einsetzung einer Sach­verständigenkommission zur Durchfüh­rung dec Finanzresorm beschlossen.

Die Unmöglichkeit des Dawesplan«.

Das Transferproblem im amerikanische» Urteil.

Neuyorö, 25. Mai. (WTB.) In einem Leit­artikel:Was nach dem Dawesplan?" führt das Journal of Commerce" aus: Nicht nur in Europa, sondern auch in gut unterrichteten amerikanischen Kreisen fetzt sich die Ueberzeugung immer mehr durch, daß der Dawesplan nützliche Dienste leistete, daß er aber, ujn weiterhin von Nutzen zu sein, eines gänzlichen Umbaues oder einer gründlichen Ueberarbeihing bedarf. Der Dawesplan leistete recht gute Dienste, aber wie es nicht anders sein konnte, hat er die y ra ge der Einziehung und der Uebertragung der Reparationszah­lungen nicht lösen können. Diese Tatsache wird hcutezutage ziemlich allgemein anerkannt. In mancher wichtigen Beziehung unterscheidet sich die heutige Lage von der, die die Aufmerksamkeit der Sachverständigen 1924 in Anspruch nahm.

Vor zwei Jahren bestand Frankreich noch hartnäckig darauf, daß Deutschland alles, was ihm aufgerechnet worden war, mit Leichtigkeit zahlen könne, und daß Deutschland die Inflation schuf, um der Zahlung aus dem Wege zu gehen. Jetzt ist die deutsche Währung st avili- fiert, und seine Finanzverhältnifse sind genügend geklärt, um jedermann zufriedenzustellen, selbst in französischen Köpfen bestehen anscheinend keine Zweifel mehr an dem aufrichtigen Bestreben Deutschlands, sein Wittschaftsleben wiederaufzu­bauen. Trotz allem ist die Tatsache, daß Deutschland, wenn die Daweszahlungen ihren höchsten Grad er­reichen, nicht fähig sein wird, sie in vollem Umfange zusammenzubringen, gar nicht zu reden -von der Aufgabe des Transfers, zu offensichtlich, daß sie selbst in Frankreich nachdrücklich bestritten l werden könnte. So kann man vielleicht daraus rech­nen, daß, wenn man an die Aufgabe herangeh), * einen neuen Versuch zur Glattstellung dieser lange- legenheit zu machen, dieser Versuch sich inmitten einer durchsichtigeren Atmosphäre mit einem größeren Maß von Aufrich­tigkeit vollziehen wird. Die Zeit rückt rasch her­an, wo der Dawesplan entweder a b g e b a u t oder gründlich umgebaut werden muß. Wenn dieser Zeit­punkt kommt, können wir es uns nicht leisten, ledig­lich interessierte Zuschauer zu sein.

Line Fincmzkonferenz in London.

Zusammenkunft der Staatsbauk- direktoren Deutschlands, Englands und Amerikas.

London, 25. Mai. (TU ) DieTimes" meldet, daß eine Zusammenkunft zwischen dem Gouverneur der Bank von England, dem deutschen Reichsbank- präsidenten Dr. Schacht und dem Reparations­agenten Parker Gilbert in London beoorsteht. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, wird die Bedeutung dieser Konferenz in Deutschland wesentlich überschätzt.

Eine Zufammenkunft Normans mit Benjamin Strong, dem Gouverneur der amerikanischen Federal-Reserve-Bank war schon seit langem vorbe­reitet. Es sei nichts Auffälliges, daß auch Reichsbank­präsident Schacht und der Reparationsagent an die­sen Besprechungen sich beteiligen würden. Entgegen der Times-Meldung kann aber festgestellt werden, daß die Reichsregierung im gegenwärtigen Zeitpunkt für eine Revision des Dawesabkommens die Initia­tive nicht ergreifen wird. Die Frage der Räu­mung der zweiten und dritten Zone, sowie die LerminderungderBesatzungs- truppen in dem besetzten Gebiet ist natürlich jederzeit Gegenstand des ernsten Interesses der Reichsregierung. Dagegen dürfte es wohl kaum an­gezeigt erscheinen, diese Fragen mit der einer Re­vision des Dawesabkommens in Zusammenhang au bringen. Vielleicht entspricht dies eher dem Wunsch der Gegenseite. Die Zusammensetzung der Konfe­renz betagt natürlich schon, daß in ihr der Dawes­plan und das Transferproblem besprochen werden.

Die internationale parlamen­tarische Handelskonferenz.

London, 25. Mai. (WB.) Im Parlaments-, gebaute wurde heute nachmittag die 12. Inter­nationale parlamentarische Han- delskonfere n z. an der 3 4 Länder teil- nehmen, eröffnet. Reben etwa 200 ausländi­schen Delegierten und Vertretern des Völker­bundes und des Internationalen Arbeitsbüros waren als Gaste die Botschafter Deutsch­lands, Frankreichs, Belgiens und Spaniens anwesend Der Präsident des Handelsamtes, S i r C u n l i f f e Lister, hieß die Konferenz namens dcr britischen Regierung willkommen. Er sei der Lieberzeugung, daß das britische Volk aus

Uns der NrovinMhauptstadt.

Gießen, den 26. Mai 1926.

WER. Der Pfing st verkehr auf der Reichsbahn. Im Bereiche der ReichSbahn- direktion Frankfurt a. M. war der diesjährige PsingstauSflugverkehr im allgemeinen etwas ge­ringer als im Vorjahre. Der Hauptgrund hier­für dürfte in erster Linie in dcr Sage des dies­jährigen Pfingstfestes am Ende des Monats, dann aber auch in dem plötzlichen Kälterückfall am ersten Feiertag, her viele Ausflugspläne zunichte machte, zu suchen sein. Der Fernschnellzugsverkehr hat mit Ausnahme des Pfingstsamstags nicht ganz den Erwartungen entsprochen. Der sonstige Ausflugsverkehr war, wie Üblich an Pfingsten, recht rege. Ein stärkerer Verkehr als gewöhnlich konnte bereits am Freitag festgestellt werden, was wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen sein dürfte, daß die Sonntagskartcn bereits ab Freitag mittag 12 Llhr benutzt werden konnten und bis zum dritten Pfingstfeiertage 9 Llhr vormittags Gültigkeit hatten. Am stärksten war der Ausflugverkehr, wie auch zu erwarten war. am Pfingstsamstag, besonders nach dem Rhein, dem Taunus und nach Bayern.Die von Der Reichsbahndirektion vorgesehene Verstärkung der Züge und die vorgesehenen Doppelsührunqen reichten jedoch zur Bewältigung und glatten Ab- wickelung des Verkehrs aus. Am zweiten Feier­tag brauchten Doppelführungen in Anbetracht des herrschenden Witterungscharakters nach den Aus- flugsgebieten nicht mehr vorgenommen zu wer­den. Der sehr starke Rückstrom am zweiten Feier­tage nachmittags und abends wurde mit Den eingelegten Zügen glatt bewältigt. Betriebsun­fälle, wie überhaupt Störungen im Eisenbahn­betrieb kamen im ganzen Bezirk Frankfurt nir­gends vor. Allgemein kann festgestellt werden, daß der Pfingstverkehr auch in diesem Jahre trotz des an den eigentlichen Feiertagen ungün­stigen Wetters wesentlich stärker war als an Ostern. Gin recht gutes Bild über den Reise­verkehr ergibt sich aus den Einnahmen des Frankfurter Hauptbahn Hofs während der Feiertage. Sie betrugen am Donnerstag 61 000 Mark, am Freitag 80 000 Mark, am Sams­tag 150 000 Mark, am Sonntag 86 000 Mark und am Montag rund 70 000 Mark.

,* Die Straßenbahn verkehrt jetzt nach einem neuen Fahrplan, der in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht wurde.

** Der Fahrplan her Kraftpvst Gießen K rvf DorfFe llings Haufen. Vorn Postamt wird uns mitgeteilt, daß in der Reuausgabe des amtlichen Taschenfahrplans der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Reichsbahndirek- tion Frankfurt (Main), gültig ab 15. 5., unter Kraftwagenpersonenposten der alte Fahrplan dieser Linie, der vor dem 15. 5. gültig war, abaedruckt ist. Das Postamt weist darauf hin, daß nur die Fahrpläne der Oberpostdireltton in Darmstadt maßgebend sind, die bei den Post- anftalten und u. H. den Eisenbahnstationen au«* hangen.

Ein Verkehrs-Taschenbuch, das die Reichsbahn-, Kleinbahn- und Autolinien- Fahrpläne des Gießener Interessenbezirks ent­hält, hat die Buchdruckerei Seibert herausge- geben. Das Büchlein ist beim Verlag, sowie in den Buch» und Papierhandlungen zu haben.

** Die Einheitskurzfchrift. Kürz­lich fand an der Handelskammer zu Gießen eine Prüfung für GeschöstSstenographen statt, die Herr Georg Wahl und Frl. QIn ni Sommer vvn der Reichskurzschriftgesellschaft in Gießen mit Erfolg in der Ginheitskurzschrtst bestanden haben. Die hessischen Handelskammern lassen jetzt in der Wteilung 150 nur noch Prüflinge in der deutschen Einheitskurzschrift zu. Bei den Prü- fungen an den verschiedenen deutschen Handels­kammern hat sich die neue Sinheitslurzschrifk glänzend bewahrt. Da nun eine Einheitlichkeit lauf stenographischem Gebiet erzielt ist. so ist auch der Ausdehnung und Anwendbarkeit der Kurzschrift ein viel größeres Feld frei. So hat -- D. auch der Provinzialausschuh der Provinz Oberhessen beschlossen, zur Förderung der Steno* grapyie dem Bezirk Gießen Gabelsbergrrfcher Stenographen, der bekanntlich die Pflege der Einheitskurzschrift übernommen hat, für seine diesjährigen Wettschreiben einen Betrag von 25 Mark zur Verfügung zu stellen. Durch diesen Beschluß DDfumenttert auch diese amtliche Stelle das rege Interesse, das sie der Anwendung der Kurzschrift und der Heranbildung tüchtiger Stenographen widmet.

" Gin 71jähriger als Fluggast. Bekanntlich hatte die Luftverkehr Ä.--G. Ober* Hessen-Lahngau dem 500. Besucher des neu er­öffneten Flugplatz-Cafes einen Freiflug zuge­sichert. Dieser Flug wird nun vor sich gehen, denn gestern vormittag hat der 71 Jahre alte, frühere Kürschnermeister August Kretzschmar, Marktplatz, als 500. Gast das Flugplatz-Cafö be­sucht und sich in das aufliegende Gästebuch ein­geschrieben. Der alte Herr, bem man diese Freude in seinen hochbetagten Jahren gönnen kann, will in den nächsten Tagen nach Kassel fliegen, um dort Verwandte zu besuchen. Die Gästezählung im Flugplatz-Cafö mittete Ginschreibens in das Gästebuch und die Einräunrung eines Freifluges nach dem bisherigen Modus wird übrigens fort­gesetzt, so daß immer der 500. Besucher, jetzt also der 1000., Dann der 1500. ustv., umsonst das Vergnügen eines Fluges nach Fraickfuct a. M. vder^ Kassel haben kann.

**. Ein Achtzigjähriger. Der in älteren Geschäftskreisen noch wohlbekannte Kaufmann Phil. Reidel in Heuchelheim begeht heute in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Ge­burtstag.

Schont die Hecken und Sträucher zwischen Den Feldern! Der starke Rück­gang unserer heimischen Vogelwelt macht sich durch Aeberhandnehmen des Ungeziefers emp­findlich bemerkbar. Sie Ursache des Abnehmens an Zahl und Arten der Vögel unserer Heimat liegt wesentlich mit in Dem Beschränken unD Beseitigen Der Ristgelegenheiten. Beispielsweise jede abgebrannte ober ausgerodqje Hecke auf Oedland, jede Ersetzung einer natürlichen Hecke durch Stacheldraht. raubt einer Menge nützlicher Vögel die Ristgelegenheit und alle sonstigen Vor­bedingungen zum Gedechen. Wenn unsere Land­wirte über die ständige Abnahme Der Insekten vertilaenDen Vögel klagen, so liegt ein Teil Der Schuld an ihnen selbst. Abgesehen von der Schädigung, welche die Schönheit der Landschaft erfährt, ist Daher Die Vernichtung Der Hecken, Büsche unD Sträucher zwischen Den FelDern eine für Die Landwirtschaft recht bedenkliche Maß­nahme. Laßt Die Hecken unD Büsche stehen, ihr LanDwirte? Sie sind euch mehr zum Ruhen

, Weise, wenn nicht noch mehr, verantwortlich fei. Oxford erklärte, er betrachte die Abwesenheit Lloyd Georges von dieser Zusammenkunft als eine sehr ernste Sache. Sie |ei unvereinbar mit seiner (Orfords) Auffassung von Den Verpflich­tungen polilifcher Kameradschaft. Ferner kriti­siert Asquith einen Artikel, den Lloyd George in einer Reihe amerikanischer BläUer veröffent­lichte und bedauert, daß eine solche Darstellung der Außenwelt unter dem Ramen des vormaligen Premierministers und Vorsitzenden der liberalen Parlamentspartei gegeben wurde.

Lloyd George hat am 21. Mai eine kurze Empfangsbestätigung auf den Brief Lord Ox­fords gesandt, in her er diesen Brief als ohne Vorgang bezeichnet und sagt, da seine Ent­scheidung dos Schicksal her Liberalen Partei ernstlich beeinflussen und ihre Zerrisserl- heit vermehren müsse, wolle er die Angelegenheit zwei bis drei Tage erwägen, bevor er ausführlich antworte. In seinem sehr langen Brief vom 24. Mai verteidigt Lloyd George ein­gehend seine Haltung während des Generalstreiks und führt aus, wenn es eine neue Spaltung in der Liberalen Partei geben

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