Ausgabe 
26.3.1926
 
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Nr. 72 Drittes Blatt * Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Aeitag, 26, März 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Jt

as der Sonntag bringt.

Fußball.

Um die deutsche Meisterschaft.

tz. Die Frage nach den Besten der Landesver­bände des Deutschen FußbaUbundes geht mehr und mehr ihrer Lösung entgegen. Die besondere Klasse der spielenden Mannschaften, ihr Beständigkeit be­zeichnet ihren Tabellenstand. Die Ausgeglichenheit im System und trotzdem das jeweilige Einstellcn auf einen neuen Gegner, aus eine andere Taktik verlangt fast ständig neues Können. Mehr denn je kommt hier znm Ausdruck, daß Stillstand Rückgang bedeutet.

Der Fortgang der Meisterschaftskämpfe in Süddeutschland

ergab für die MünchenerBayern" einen schwie­rigeren Kampf, als man anzunehmen Ursache hatte. Der für Hanau 93 eingesprungene F. S. V. Frankfurt brachte es als einziger Verein fertig, die Münchener zur Hergabe ihres Letzten zu zwingen. Mit der 2:0 Führung Frankfurts hatteBayern" die Aufgabe, erst gleichzuziehen (was ihnen bis Halbzeit gelang), und in der zweiten Hälfte den Sieg sicherzustellen. Die Verletzung einiger Frankfurter Spieler machte denBayern" diese Aufgabe leichter als ihre spiele­rische Leistung. Das Ende war demnach mit 4:2 also recht knapp. Der Mainbezirk hat nun immer noch keinen Punkt. Genau so ergeht es Württem­berg-Baden mit seinem Vertreter Karlsruher F. V. Der ließ sich sogar von dem F. V. Saarbrücken gleich beide Punkte nehmen. Das bedeutet eine Ueberraschung! Die Saarländer gewannen 3:2, aber verdient. Und Karlsruhe wird, allem Anschein nach, das Tabellenende halten müssen, da den Frank­furtern noch eher bis zum Ende der Spiele ein Punktgewinn zuzutrauen ist. Man geht also nicht fehl, wenn man die drei Vertreter des Südens im Kampf um die D. F-B.-Meisterfchaft in München, Fürth und Mannheim nennt.

Von Interesse ist auch der Fortgang der Süd­deutschen Pokalrunde. Hier ist in erster Linie be­merkenswert das Ausscheiden des deutschen Alt­meisters 1. F.C. Nürnberg gegen den Freiburger F. C. mit 0:1, zweitens das des V. f. R. Mannheim gegen V. f. B. Stuttgart mit 1:2. Nachdem auch Bayern" München bereits in den ersten Runden ausgeschieden ist, dürfte die Sp. Vg. Fürth aus­sichtsreichster Anwärter auf den Pokalsiegertitel sein und damit für das kommende Derbandsjahr wie­der ein Eisen im Feuer haben. Fürth zeigte von allen deutschen Vereinen in den Nachkriegsjahren die beständigste Leistung, da es rechtzeitig Verständ­nis dafür Hai, seine guten Jugenspieler in seine Ligaelf einzureihen. Man sieht also auch hier wie­der, wie wichtig ein guter Nachwuchs und dessen sorgfältige Auswahl ist.

Die meisten Unebenheiten im Spielbetrieb der Meister leistet sich zur Zeit zweifellos

der Westen.

Wenn bisher der B. V. Altenessen haushohe Re­sultate und sichere Siege landen konnte, so wurde er am vergangenen Sonntag plötzlich und von einem, von dem man es am wenigsten erwartet hatte, gestoppt. Das war Siegen mit seinenSportfreun­den"! Mit 2:2 lieferten sich die beiden eine unenb schiebens Partie, Die von feiten Altenessens lange nicht mit dem Eifer und der Gewissenhaftigkeit durchgeführt wurde, wie man sie in den letzten Spielen von dem voraussichtlichen W. S. V.-Meister gewohnt war. Voraussichtlich deshalb, weil auch Duisburger Sp. V. und V. f. R. Köln mit 1:1 trotz des Punktverlustes der Essener diesen nicht einen Schritt näherkamen. So hoch dann ferner noch der Sieg Turu Düsseldorfs gegen Sport Kassel (in Kassel!) mit 10:1 ausfiel, so wundert man sich den­noch hierüber nicht besonders, denn des Hessen- meifters Aussichten standen von vornherein nicht auf Sieg, wenn auch das Kuriosum an der Sache Sport den Torreigen mit einem Erfolg eröffnete und Turu sich im weiteren Verlauf erst mit deren zehn zufrieden gab.

Die Kämpfe der zweiten Runde ergaben die er­warteten Resultate: Der Favorit Schwarz-Weiß Essen war seinem Gegner Hagen 1911 mit 7:2 stark überlegen, Duisburg 08 blieb über Kurhessen Kassel und Rheydter Sp. D. dem V. f. L. Osnabrück mit normalen Ergebnissen im Vorteil.

Schon seit langem mehren sich die Stimmen, daß in

Norddculschland

der Hamburger Sportverein in Holstein Kiel einen starken Konkurrenten erhalten hat, der ihm sehr zu schaffen machen würde. Das Zusammentreffen der beiden am vergangenen Sonntag hat das bewiesen. Zn einem 1:1 Spiel konnte man keinen als besseren bezeichnen, zumal d« beide Tore durch verwandelte Elfmeter fielen. Unerwartet kommt aus Hannover die Nachricht, daß die Zägermannschast aus Altona dem Hannoverschen S. C. mit 1:2 erlag. Auch dieser Kamps wurde zugunsten der Hannoveraner durch Elfmeter entschieden.

3m Berliner Spielbetrieb

sind keine wesentlichen Aenderungen eingetreten. HerthaB. S. C. und Tennisborussia gewannen beide ihre Spiele mit hohen Resultaten. Auch die nachsetzende Vorwärts blieb siegreich, so daß die Führung von Hertha in der Abteilung A bestellen bleibt, genau so wie die von NordenNordwest die Abteilung B, die beide das Endspiel um die Meisterschaft der Reichshauptstadt bestreiten werden. Ze nach Vereinbarung würde dann noch Tennis- borussia gegen den Unterlegenen des Endspieles zur Festestllung des zweiten Berliner Vertreters in den D. F. B.-Spielen antr,eten.

Ungleich interessanter sind die Ereignisse in Mitteldeutschland,

das unter Anwendung des Pokalsystems feinen Meister ermittelt. Zunächst ist der Widerstand des S. V. Riesa gegen den Leipziger Meister Fortuna sehr groß gewesen, da Fortuna nur mit 4:3 knapp die Oberhand oehielt. Als die bisher beste mittel­deutsche Els bezeichnet man den Dresdener S. C., der auch am Sonntag wieder mit 8:1 über Zwickau siegreich blieb. Mit den Siegern dieser beiden Tref­fen würde man sich wohl auch die Gegner des End­spiels denken können.

Zn der zweiten Runde blieben OlympiaGer­mania Leipzig, Preußen Chemnitz, Cricket Viktoria Magdeburg und S. E. Erfurt als Sieger übrig.

Bon den übrigen Landesverbänden

spitzen sich die Ereignisse im Süd ost en auf einen Zweikampf zwischen Breslau 08 und Viktoria Forst zu. Mit diesen beiden dürsten also die Vertreter Südostdeutschlands an den D.F. B.°Endspielen ge-

Fuhball in Hessen-Hannover.

tz. Unsere beiden Fußballvertreter im Endkampf um die Westdeutsche Meisterschaft brachten am vorigen Sonntag keine Lorbeeren nach Hause, Aus- wärts weilte Kurhessen Kassel als Gegner der sehr spielstarken Duisburger 08. 3:0 ließ sich der Hessen­vertreter schlagen, und man kann nicht sagen, daß dieses Ergebnis nicht dem Verlaufe des Spieles ent­spräche. Mit einem guten Spieler, mit einem Kön­ner im Sturm, Creß auf Linksaußen, lassen sich vielleicht auch mal Tcwe schießen, aber keine Spiele gewinnen. Und am Sonntag war der Kurhessen­sturm dazu unfähig. Wer den flinken, finessenreichen Angriff der Duisburger gesehen hat, wird sich über das Ergebnis nicht wyndern. Nicht das Ggleiche kann man von dein SpielSport" Kassel gegen Turn Düsseldorf in Kassel sagen. Hier fällt die Höhe des Resultates mit 1:10 für die Gäste in die Augen. Es ist müßig, viel Worte über das Spiel zu ver­lieren.Sport" wies keine Beständigkeit auf. Nach einem guten Anfang, sogar nach einem 1:0 für Sportfiel die Els dem um Klassen besseren Kön­nen der Düsseldorfer zum Opfer. Letztere erfreuten die Kasseler Fußballanhänger mit einem vielfältigen technischen und taktischen Können: und dann soll man sich denken, daß ein solches Mannschaftsgebilde wie die Gäste aus Düsseldorf zwei Sonntage vorher gegen Altenessen mit 2:8 verlor?

Der kommende Sonntag sollte uns eigentlich den Kampf Sportfreunde Siegen gegen Sport Kassel im Wetzlarer Stadion bringen. Zur Feststel­lung des dritten W. S. V.-Dertreters bei den D. F. B.-Spielen muß jedoch Siegen an diesem Tage gegen Turu Düsseldorf antreten. Das öpicl der beiden erstgenannten Gegner ist auf den 25. April verlegt worden, und Hessen-Hannover also vorläufig um ein gutes Fußballereignis ärmer. Nach dem Ab- chneiden der Siegener gegen Duisburg 1:1 und Altenessen 2:2 wären am Sonntag auch wenig Ans­ichten auf ein erfolgreiches Abschneiden gegeben ge­wesen. DieNiederlage" gegen Siegen eilt also nicht.

Zn den Auf- und Abstiegspielen täuschten die Zahlen des Spielergebnisses Germania Marburg gegen Gießen 1900 in Marburg mit 3:1 für die Marburger. Gießen war wohl nicht um ein Tor schlechter, erst recht nicht um zwei: es hat aber das Spiel mangels Ausnützung zahlreicher Torchancen verloren, darüber kann auch dis gute Gesamt­leistung nicht hinwegtäuschen. Mit dem Erfolg des Sieges bleibt Germania Marburg der stärkste Kon­kurrent für die Kasseler Turu. Letztere steht kom­menden Sonntag im Kampf gegen Osterode in Göttingen und wird, ihrer bisherigen Spielstarke nach, verdient siegen. Währenddessen treffen sich Gießen 1900 und Sp. u. Sp. Northeim in Kassel. Hier hätte Gießen die erste Gelegenheit zum Sieg. Wenn auch die bisher erlittenen beiden Nie­derlagen den Gießenern kaum noch Hoffnung auf Verbleiben in der Bezirksliga lassen, so sollten sie das kommende Spiel zum Anlaß nehmen, ihre zu­nehmende Spielstärke unter Beweis zu stellen.' Andererseits hört man wieder, daß 1900 auf die weitere Teilnahme an den Aufstiegspielen verzichten will. So bleibt also der Zweikampf iura Kassel oder Germania Marburg bestehen, denn unter diesen bei­den wird der Sieger und damit der Aufsteigende zu suchen sein.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

.£ Am Sonntag nehmen die Derbandssprele ihren vorgesehenen Fortgang und werden durch­weg spannende Kämpfe bringen. Die Spiele der ersten Mannschaften werden naturgemäß das Hauptinteresse auf sich vereinigen. Allerdings kommen die Gießener Sportfreunde nicht auf ihre Rechnung, da alle Spiele außerhalb ausgetragen werden. In Wetzlar treffen sich die dortige 1. und die 1. Lollars. Rach den bisherigen Er­fahrungen wird LoUar wohl als Sieger heim­kehren. Ebenso wird es im Rachbavort Raun­heim gehen, wo sich Gießen abermals zwei Punkte holen wird. Rach dein hervorragenden Spiel der Gießener am Sonntag ist an deren Sieg nicht zu zweifeln. Die Heuchelheimer Erste hat die Erste des Männerturnvereins Marburg als Gegner. Falls Heuchelheim wieder mit Er­satz spielen muß, muß es ganz besondere Anstren­gungen machen, um den Männerturnern gegen­über bestehen zu können. W i e s e ck fährt mit seiner ersten Mannschaft nach Alsfeld, ganz sicher in der Absicht, die Punkte mitheimzuneh- men. Ob sich das die Alsfelder so ohne weiteres gefallen lassen werden, erscheint allerdings sehr fraglich.

In der zweiten Klasse spielt die Gießener Zweite in Leun gegen die dortige Erste. Er­wartungsgemäß wird Gießen Sieger. Lllsfelds Zweite hat gegen die Erste von D l a s b a ch an­zutreten, den Ausgang muß man offen lassen, ebenso den des Treffens zwischen Rodheim 1 und Fronhausen I. Schließlich spielt noch die Gießener II d-Mannschast gegen die Zweite Marburgs. Ob auch in diesem Spiel Gießen die Punkte einheimsen kann, ist noch sehr fraglich.

An Iugendspielen weist die Termin- liste folgende Spiele auf: Wetzlar gegen Lollar inWetzlar, Raunheim gegen Gießen in R au n° heim und Blasbach gegen Heuchelheim in Blasbach. Die Wiesecker Iugend ist spielfrei. Gießen und Heuchelheim werden wohl als Sie­ger heimkehren, während das Spiel Wetzlar Lollar noch ein Rätsel ist.

geben fein, da man den anderen beteiligten Vereinen aus Sagen, Liegnitz, Hirschberg und Gleiwitz kaum eine solche Chance geben kann, wie das auch der bisherige Verlauf der Spiele bewies. Aehnlich liegen die Verhältnisse im 510 r b 0 ft e n. V. f. B. Königs­berg und Titania Stettin gelten hier als aussichts­reichste Bewerber.

Der Gang der Spiele hat also im allgemeinen fchon derartige Formen angenommen, daß man in Bälde mit der endgültigen Feststellung der Vertreter der einzelnen Landesverbände rechnen kann. Zahlen­mäßig beteiligt sind die Verbände: Süd- und West­deutschland mit je 3 Vertretern, alle übrigen Ver­bände mit je 2 Vertretern. Die ersten Vorrunden­spiele um die D. F. B.-Meisterschast (im Pokal­system) beginnen Mitte Mai.

Wetzlarer Sport.

tz. Der F.C. absolviert sein letztes westdeutsches Handballspiel in Kassel gegen Münster 08. Hier hat er die Chance, aber nur durch einen Sieg, den letzten Tabellenplatz zu tauschen. Münster zeigte am vorigen Sonntag gegen Hagen 05 mit 5:5 ein acht­bares Können."" Wetzlar steht vor einer sch.: . en Ausgabe. Aus einem Platz im eigenen Bezirk sollte es ihm leichter fallen, diese zu lösen. Wir erwarten eine _Jnappe Tordifferenz zugunsten der Wetzlarer. F, C.s Fußballiga hat mit V. f. B. Kürhessen Marburg in Marburg abgeschlossen. Durch einge­stellten Ersatz wird die Els kaum lieber Lage fein, sich dort durchzufetzen. Zm übrigen steigt am öonntag in Wetzlar der Waldlauf. Für Wetzlar ist deshalb Spielverbot erlassen.

3m Reiche.

Rasensport:

vo. Der F u ß b a 11 s p 0 r t des Sonntags steht im Zeichen der Vorrunde um den Bundespokal, um den sich in Hamburg Norddeutschland und der Bal­tenverband, in Berlin Brandenburg und Südost­deutschland, in München Süd- und Mitteldeutschland, im Westen, im Norden und in Brandenburg hier schon am Vormittag auch die Fußball-Meister- schaftsspiele fortgesetzt.

Auch im Handball sind die Schlußspiele um die Verbands-Meisterschaften der Sportler und die Kreis- und Kreis-Gruppen-Meisterschaften der Tur­ner in allen Landesteilen im Gange.

Zm Rugby geht es zwischen A. S. C. Leipzig und Preußen Berlin in Leipzig bereits um die Brandenburgisch-Mitteldeutsche Meisterschaft.

Im Golf führt der Golf' und Landclub Ber- lin-Wannsce als erste Spiele die Märzmedaillen- l'piclc durch.

Der A. S. V. Nürnberg wird in Barcelona gegen den dortigen F. C. antreten. Ein Fußball-Länder­spiel SchweizHolland steigt in Amsterdam.

Leichtathletik und Turnen:

Immer mehr kommen die Waldläufe zu ihrem Recht. Der Norddeutsche Fußball-Bund bringt feine* Waldlaus-Meisterschaft, ebenso der Süddeutsche Leichtathletik-Verband die diesjährige Waldlaus- Meisterschaft (in Frankfurt a. M.) zum Austrag. Der Verband Brandenburgischer Athletikvereine führt seinen traditionellen Werbelauf durch. Im Ausland wird die Querfeldein-Meisterschaft der sechs Länder Frankreich, Belgien, England, Schottland, Wales und Irland bei Brüssel ausgetragen. Der Oesterreichische Leichtathletik - Verband entscheidet ebenfalls seine Querfeldein-Meisterschaft.

Die Kunstturner treffen sich zu Mannschafts- Wettkämpfen Mannheim Bochum Kassel in Kassel, Braunschweig Bremen Minden Hannover in Hannover, endlich zum 4. Nordostdeut­schen Kunstturnen in Elbing.

Sport in der Halle bringt die Westfalenhalle in Dortmund mit H 0 uben und Peltzer am Start, auch ein Fußballspiel in der Halle soll zur Durch­führung kommen.

Schwimmen.

Das Hauptinteresse im Schwiimnsport richtet sich am Sonntag auf das Verbandsoffene des S. C. Bo- russia-Silesia Breslau. Weiter versammeln sich in Berlin die Turnerschwimmer zu einem freisoffenen Wettschwimmen des Turngaues Berlin-West. In Göppingen treffen sich der V. f.v.S. München und der S. B. Göppingen zu einem Klubkampf.

Rudern und Kanu:

Das Achterrennen OxfordCambridge auf bet Themsestrecke PutneyMortlake bereits am Sams­tag ist ein mit größter Spannung erwartetes ruder- sportliches Ereignis, in England vielleicht die popu­lärste sportliche Begebenheit überhaupt.

Bei uns sind offizielle Termine nur erst im Sportprogramm der Kanufahrer verzeichnet, und auch hier nur als Auftakt, das Anpaddeln ver­schiedener Kreise des Kanuverbandes.

Fechten:

Der Vierstädtekampf im Fechten Berlin Han­nover Hamburg Leipzig ist auf den kommen­den Sonntag verschoben worden und soll in Han­nover durchgeführt werden.

Radsport: .

Als erstes Rennen der Berufsfahrer wird am kommenden Sonntag die llafsische Straßenfernfahrt Berlin Kottbus Berlin durch den Gau Berlin des B. D. N. zum Austrag gebracht. Ein Gau-Saal- fporifeft findet durch den Berliner Bundesgau in Berlin statt und bringt die Gaumeisterschaften im Sechserkunstreigen, Zweierradballfpiel und Einer­kunstfahren. Weiter sind Reigen und Radballspiele vorgesehen. Der Kleine Mifa-Straßenpreis von Ber­lin über zirka 30 Kilometer wird auf der Strecke BerlinAltgeltow und zurück ausgefahren. Als erster Lauf der D. R. U.-Straßenmeisterschaft gilt die Fernfahrt Berlin Wittenberg Berlin (186 Kilometer) um den Großen Mifa-Straßenpreis. Weitere Straßenfernfahrten sind vom B. D. R. Bochum Münster Bochum (181,6 Km.) und von der D. R. 11. der Große Ahlener Frühlings­preis (120 Kilometer). MagdeburgBurgMagde­burg (50 Km.). Der Brandenburgiapreis über 100 Km. geht auf der Strecke Rudow Lichtenrade Groß-Machnow Zoffen Baruth Klein- Ziefchl und zurück vor sich. Die Ortsgruppe Han­nover der D.-R. U. veranstaltetQuer durch die Lüneburger Heide" über 144,8 Km. Die Olympia­bahn Berlin bringt ihre Eröffnungsrennen mit drei. Dauerrennen, die u. a. von Möller, Lewanow und' Feja bestritten werden.

Schwimmen.

Abermals ein Rekord Rademachers.

vo. Anläßlich eines Schwimmfestes des Vereins christlicher junger Männer in Cincinnati gelang es dem deutschen Meisterschwimmer Rademacher, wieder einen neuen amerikanischen R e - fort) aufzustellen. Mit 7:03,6 schuf er über 500 Parbs eine neue Bestleistung. Sein Versuch, auch seinen eigenen 500-Meter-Rekord zu verbessern, mißlang ihm jedoch. Frölich trat zu einem 200- Pards-Rücken-Schwimrnen an, bei dem er wieder den Amerikaner Lausser als Gegner hatte, dem er den Steg überlassen muhte.

Neuer deutscher Seite-Rekord.

vo. Als neuer deutscher Seite-Rekord wurde jetzt vom Verbandsschwimmwart des Deutfd). Schwimm- verbandes folgende Leistung anerkannt: 100 Meter Seikeschwimmen: 1:11,2 von R. Dahlem - Ruhr­ort 09, aufgestellt am 7. März 1926 in Duisburg auf einer 25 Meter langen Bahn mit Absprung und Abstoßwende.

Schwurgericht Gießen.

* Gießen, 25. März. Unter der Anklage des Totschlags hatte sich heute der Otto Berg von Wohnbad) vor dem Schwurgericht zu verant­worten. Der 'Angeklagte hatte Anfang November 1925 gelegentlich der Kirchweihe in Obborn­hofen den verheirateten Landwirt Ruppel von dort ohne Veranlassung so schwer mit einem Messer gestochen, daß der Mann bald daraus verstarb. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlichen Totschlags zu 6 2 Zähren Zucht­haus, abzüglich vier Monaten Untersuchungshaft, und drei Jahren Ehrverlust. 'Ulilbernbe Umstände wurden dem Angeklagten nicht zugebilligt. Näherer Verhandlungsbericht folgt.

Gerichtssaal.

Die 2Horbaffäre Flessa vor dem Schwurgericht.

WSN. Frankfurt a.M., 25.Äpril. Zn der heutigen Schwurgerichtsverhandlung gegen die Krankenschwester F 1 essa wegen Erschießung des Arztes Dr. Seitz wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Es waren 44 Zeugen geladen. Im ganzen betrachtet, ergab die Vernehmung eine erhebliche Belastung der Angeklagten. Die für Freitag ange­setzte weitere Beweisaufnahme wird sich lebiglid) auf die Gutachten erstrecken. Man hofft, den Prozeß bis Freitag abend zu Ende zu bringen.

Wegen Totschlags verurteilt.

Frankenthal, 25. März. (WER.) In der gestrigen Sitzung des Schwurgerichts wurde der 25 Jahre alte Schlosser Ludwig Ehscheid aus Haßloch wegen eines Verbrechens der Körperverletzung und eines weiteren Verbrechens der Körperverletzung mit Todessolge zu neu n Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr­verlust verurteilt. Der Angeklagte brachte gegen Ende des vorigen Iahres mit einem Taschen­messer dem Dreher Emil Verg aus Munden­heim einen Stich in die linke Achsel bei und dem Kaufmann Hermann einen tiefen Stich in die linke Vauchgegend, an dessen Folgen der Verletzte kurz daraus starb. Der Angeklagte ist bereits neunmal, zum Teil schwer, vorbestraft.

(Ein Todesurteil.

Koblenz, 25. März. (WER.) Rach zwei­tägiger Verhandlung vor dem hiesigen Schwur­gericht gegen den seit dem 15. Januar 1926 in Untersuchungshaft sitzenden Heinrich Her - mann aus Meisenheim an der Rahe und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Dusch, eben­daher, seit dem 21. Januar in Untersuchungs­haft. die sich unter der Anschuldigung zu verant­worten hatten, zu Meisenheim in der Rächt zum 15. Januar 1926 durch zwei selbständige gemeinschaftliche Handlungen: 1. ihren Bruder und Schwager, den Arbeiter Konrad Her­mann, vorsätzlich und mit Tleberlegvng ge­tötet zu haben (Mord) und 2. ein Gebäude, das zur Wohnung von Menschen diente, vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben, wurde gestern abend das Urteil gefällt: Der Angeklagte Heinrich Hermann wurde wegen Mordes an seinem Bruder und wegen vorsätzlicher Brandstiftung zum T od e, zu acht Jahren Zuchthaus und die Ehefrau wegen Beihilfe zum Morde und zur Brandstiftung zu einer Gesamtstrafe von sechs Iahren Zuchthaus verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden dem Ehemann auf Lebenszeit, der Ehefrau auf die Dauer von zehn Iahren aberkannt. Auch wurde gegen die Frau die Zulässigkeit der Stellung unter Polizei­aufsicht ausgesprochen. Auf die Strafe der Frau wurden zwei Monate Untersuchungshaft angerechnet. Der Ehemann erkannte das Urteil an, die Ehefrau gab keine Erklärung ab.

"Aus dem -lmtsverküttdigungsblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 2 4 vom 23. März enthält: Sitzung des Prooinzialtages. Beitreibung der Gemeinde- gcfälle. Maul- und Klauenseuche in Beuern, Ober-Horgern, Villingen, Ronnenroth und Et­tingshausen. Feldbereinigung Lindenstruth. Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen. Straßensperren. Verbot von Lustbarkeiten. Dienstnachrichten.

Eingesandt.

(Für Sonn und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüb^-: r'' "-fei Verantwortung.)

(Eine Klage

und Anfrage aus dem Schiffenberger Tal.

Wie lange müssen es sich die Anwohner des Schiffenberger -tals noch gefallen lassen, baß täglich etwa 20 stäbtische Müllwagen auf bem Platz des Männerturnvereins entleert werben? Den ganzen Tag über ist ber Platz unb die Umgebung in Staub­wolken eingehüllt, so baß es ben Anwohnern nicht möglich ist, bie Fenster nach ben Wiesen heraus zu öffnen. Tag und Nacht herrscht hier ein Ver­wesungsgeruch, ber kaum mehr auszuhalten ist. Ein Müllplatz gehört nicht betört nahe an bie Stabt.

Hg.

Die Aufstellung der Verkehrsposten.

Es ist anzuerkennen, baß die Verkehrssicherheit in unserer Stabt burch bas A u f st e 11 e n von Ver­te h r s p 0 ft e n bebcutenb gestiegen ist. Jedoch stehen diese Posten leider manchmal an Stellen, die weniger gefährlich sind, während andere Stellen mit starkem Kraftfahrzeugverkehr, dabei noch möglichst unübersichtlich, keinen solchen Posten aufweifen. Zum Vergleich: Die gut zu übersehende Kreuzung Selters­weg-Frankfurter Straße-Südanlage-Westanlage hat einen Verkehrsposten. Die äußerst gefährliche Kreu­zung Schulstraße-Neuen-Bäue-Sonnenstraße, welche den ganzen Verkehr, ber in ber Marktstraße unb Mäusburg verboten ist, aufnehmen muß unb dazu noch unübersichtlich ist, hat aber keinen Posten auf- zuweisen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, daß hierin eine befriedigende Aenderung eintritt.