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Vollendung zu helfen, daß er selbst wieder zu einem Helfer in der Arbeit werden kann Mittel zu diesem Ziel sind das gedruckte und gesprochene Wort (Volks- mission, Apologetik, Volkshochschule, Kolportage, Pressearbeit, Flug- und Plakatmission) und die Tat helfender Liebe (Anstolts-, Familien-, wirtschaftliche-, Wohnungsfürsorge und dgl. m.). Die Arbeit der or­ganisierten Kirche genügt nicht mehr, die Arbeit der Wohlfahrtspflege muß hinzukommen. Es gilt, die Dinge erst einmal zu sehen, wie sie sind, alle Not- stände festzustellen, Helferkräfte zu suchen, sie zu pflegen, dann aber hinein in die Front zur Mit­arbeit zu treten, kämpfen und warten können und

alle Wohlfahrtsarbeit so auszurichten, daß wir ein unverletzt Gewissen vor Gott behalten. So ist Wohl­fahrtsarbeit im letzten Grunde Ewigkeitsarbeit an denen, die im Dienst stehen und an denen wir ar­beiten.

Die anschließende lebhafte Aussprache arbeitete noch manche Not heraus (Wandernot, entlassene Strafgefangene u. a. m.), und zeigte den ernsten Willen der Kursteilnehmer, mit Freudigkeit und Ernst in die schwere, aber nötige Wohlfahrtsarbeit im Dienst unseres Volkes und der Kirche einzu­treten, soweit das nach dem Maße der Kraft, der Mittel, der Arbeit und Helfer möglich und nötig ist.

Turnen, Sport und Spiel.

Die internationale Geltung des deutschen Schwimmsports.

Der deutsche Schwimmsport, verkörpert in dem Deutschen Schwimmverband, der in diesem Jahre auf sein 40jähriges Bestehen zurückblickt, hat in den letzten Jahren einen Aufstieg erlebt, wie ihn in Deutschland Wohl selten eine andere Sportart zu verzeichnen hatte. Das gilt nicht nur für die Stellung, die der Deutsche Schwimmver­band in sportlicher und auch in sonstiger Be­ziehung innerhalb der anderen deutschen Sport­verbände einnimmt, sondern vor ollem in An­betracht der hervorragenden sportlichen Leistun­gen unter dem internationalen Gesichtswinkel gesehen.

Welches Deutschen Herz schlug nicht höher, wenn er immer wieder sah und hörte, wie deutsche Sportsleute, und zwar vornehmlich in diesem Jahre, über die Besten des Auslandes trium­phierten? Unb dies alles nach einer entsagungs­vollen, körper- und nervenzerrüttenden Zeit, wie sie der Weltkrieg für das deutsche Volk dar-- stellte! Von besonderem Stolz kann der Deutsche Schwimmverband erfüllt sein, denn seine Kämpen sind es neben den Leichtathleten in erster Linie gewesen, die den deutschen Namen im Auslande so glänzend vertreten haben. Man denke nur an die Erfolge einzelner deutscher Schwimmer, wie Erich Rademacher und Ernst Dierkötter, deren Ramen in kurzer Zeit populär geworden sind. Von größerer Bedeutung aber ist die Tatsache, daß die Gesamtleistungen der deutschen Schwimmer weit über dem Riveau der übrigen Länder Europas liegen. Das zeigten mit großer Deutlichkeit die im August dieses Jahres in Budapest ausgetragenen Europameister­schaften, bei denen die deutsche Mannschaft mit 103 Punkten vor Schweden (62 Punkte) und Ungarn (55 Punkte) aus dem Kampf ging und damit die deutsche Ueberlegenheit bewies. Be­zeichnend für den guten Durchschnitt der Deut­schen ist, daß sie in der Lage waren, zu jedem einzelnen Wettkampf zwei Vertreter zu stellen, von denen nicht einer ohne einen Sieg oder einen Punkte bringenden Platz zurückkehrte, und es wäre bestimmt noch eine ganze Reihe weiterer Platze belegt worden, wenn nicht die Zahl der Meldungen für jede Schwimmart auf zwei be­schränkt gewesen wäre.

Das Stärkeverhältnis Deutschlands zu den übrigen Ländern insbesondere auch zu dem noch immer führenden Amerika sei unter Zu­grundelegung des olympischen Programms für die einzelnen Gebiete des Schwimmsports im Folgenden kurz dargelegt:

3m Brustschwimmen steht nach wie vor Deutschland an der Spitze. 3n Rademacher besitzt es einen alle anderen überragenden Ver­treter, der sich dank seiner bewunderungswürdigen Energie so schnell nicht schlagen lassen wird. Reben ihm aber haben wir in P r a s s e (Bremen), Pascoe (Gießen) und D u d i g (Köln) weitere Brustschwimmer von internationaler Klasse, die sich in Europa höchstens von van Parhs (Belgien) schlagen lassen. Auch die Damen stehen nicht zurück. So hält die jugendliche Erna H u n e u s (München-Gladbach) seit einem Jahr den Weltrekord im Brustschwimmen über 100 Meter mit 1 Min. 29 Sek. Auch über 200 Meter besitzen wir gute Kräfte. Amerika, Hol­land und Schweden stellen gefährliche Gegne­rinnen.

In der R ü ck e n l a g e ist in Europa Deutsch­land mit Ungarn führend, doch sind die Ameri­kaner unbedingt überlegen, wie schon das schlechte Abschneiden des deutschen Meisters Frölich in Amerika bewies. Aber trotzdem werden auch hier die deutschen Vertreter bei der nächsten

Jägerlatein aus dem klassischen Altertum.

Von Dr. Emll C a r t h a u s.

Wenn jemand gern wissen möchte, weshalb man das ergötzliche Aufschneiden oder Flunkern Unserer alten Forstleute und so vieler anderer ergrauten Rimrode als Jägerlatein bezeichnet wiewohl es gemeiniglich in das reinste Waid- mannsdeutsch eingekleidet erscheint, so rate ich ihm an, einmal m den Werken der alten lateinischen Klassiker Umschau zu halten. Da be­gegnet man sozusagen überall Angaben und Er­zählungen, welche so sehr an Münchhausen ge­mahnen, daß selbst der Phantasie- und erfindungs­reichste Grünrock von heute Bedenken tragen würde, sie zum Besten zu geben. An Auf­schneiden nach Iägerweise dachten dabei jene ersten römischen Schriftsteller sicherlich nicht, viel­mehr hielten sie die Mundermären, welche sie von den verschiedensten Tieren berichteten, für wohlverbürgte Tatsachen.

Dasselbe läßt sich auch von den Verfassern der ältesten deutschen Raturgeschichten, von Me° genberg, Konrad Geßner und dem braven Vater Rass sagen, die vielfach ihre Angaben aus dem unfreiwilligen Jägerlatein des llassischen Alter­tums schöpften.

So fußt unser guter Konrad Geßner fraglos auf Berichten von Plinius und Mutiauus, wenn er schreibt, daßder Aff auch lerne, im Schach zu spielen". Soweit geht er indessen nicht, daß er dem Diodorus Siculus nacherzählt, in Indien lebe eine Affenart, Sphinx geheißen, die eines zu­sammenhängenden systematischen Unterrichtes fähig sei. Im llassischen Altertum aber hatte man so hohe Begriffe von der Klugheit der Vierhänder, daß Aelianus allen Ernstes von den Pavianen erzählt, ihre große Gerechtigkeitsliebe hielte sie ab, jemandem auch nur das geringste Leid zuzu- sügen.

Es Hingt geradezu humoristisch, was Plinius über die Spitzmäuse zu berichten weih:Läuft die

Olympiade 1928 in Amsterdam gute Plätze be­legen, sowohl die Herren, wie die Damen.

Das Freistilschwimmen (Crawl, Kriech- stoß) liegt in Deutschland noch ziemlich im Argen. Es ist ganz merkwürdig, daß gerade in dieser, der schnellsten Schwimmart die deutschen Spitzen­leistungen sich kaum verbessern und nicht an die Weltleistungen herankommen. Der Grund mag vielleicht darin liegen, daß man in Deutschland den Schwimmschülern zunächst nur das Drust- tempo einpaukt, während man in anderen Län­dern, besoirders in Amerika, sofort den Kriech- stoh lehrt. Jedenfalls ist dies das einzige Ge­biet, in dem Deutschland in Budapest abfiel konnten doch seine Vertreter Über 100 Meter (Heinrich, Leipzig und Heitmann, Magde­burg) nur den 4. und 6. Platz hinter B a r a n y (Ungarn), Arne Borg und Werner (Schwe­den) belegen. Kommen dann noch Leute wie Weißmüller und Lauffer (Amerika) und die besten Australier ins Rennen, dann spie­len die Deutschen hier keine Rolle mehr, zumal auch die Japaner, die früher nichts zu be­stellen hatten, neuerdings mächtig ausgekommen sind. (Takaischi schwamm kürzlich 100 Meter in 1 Minute, deutsche Bestleistung 1 Min. 2,1 Sek.!) Hier scheinen die deutschen Damen besser im Kommen zu sein. Wenn nicht alles trügt, werden Lotte Lehmann (Dresden) und Reni Erkens (Oberhausen) bald den Anschluß an die Amerikanerinnen finden und ihnen eine sehr ernste Gegnerschaft sein.

In der mittleren und langenStrecke (400 und 1500 Meter) liegen die Dinge ein wenig besser als bei der kurzen Strecke. Berges (Darmstadt), Heinrich (Leipzig) und der jüngere Rademacher könnten hier immerhin recht gute Plätze belegen.

Eine ganz vorzügliche Stärke besitzt Deutsch­land in seinen Springern. So zeigte sich der deutsche Meister im Kunstspringen, Mund (Halberstadt), seinen Gegnern bei den Europa­meisterschaften haushoch überlegen. An sein ans Fabelhafte grenzendes Können reichen auch die Leistungen der Amerikaner nicht heran. Im Turmspringen dürste Hans L u b e r (Berlin), der bereits 1912 bei der Olympiade in Stockholm die deutschen Farben erfolgreich vertreten hat, ebenfalls nicht zu schlagen sein. In Dr. L e ch n i r, dem Zweiten bei den Europameisterschaften, und Wiesel (Leipzig) besitzt Deutschland weitere erstklassige Springer, die kaum schlechter als die beiden erstgenannten sind.

Im Wasserballspiel dürfte unsere Mannschaft bei ihrer heutigen Spielstärke nur einen mittelmäßigen Platz belegen. Ungarn ist hierin Favorit.

In der Freistilstaffel 4x200 Meter, die Deutschland in Budapest dank seines guten Durchschnittes überlegen gewann, ist Amerika besser. Ein ganz gewichtiges Wort wird hier Japan mitreden, dessen Ländermannschaft vor kurzem in dieser Staffel einen neuen Weltrekord, der übrigens auch kurze Zeit von Deutschland ge­halten wurde, aufgestellt und die alte Zeit um 15 Sek. unterboten hat! Wenn man bedenkt, daß die Japaner 1920 auf der Olympiade in Ant­werpen nur durch einen Schwimmer, der bereits im Dorlauf ausschied, vertreten waren, 1924 in Paris mit einigen recht guten Leistungen auf» warteten und jetzt Weltrekorde schwimmen, so sind dies tatsächlich, wie Behrens (Hellas Magdeburg) meint, geradezu beängstigende Fort­schritte dieser kleinen Asiaten. Ob doch Werner Sheff in seinem ZukunftsromanDer Läufer von Marathon" recht behält, in dem er den Gelben so große sportliche Leistungen auch auf einem anderen Gebiete zuschreibt?

Aus alledem ist zu ersehen, daß die Deut­schen im internationalen Schwimmsport eine führende Rolle spielen. Ihre Leistungen müssen

Spitzmaus hin und her, so hat sie von dem Laufen keinen Rachteil und kommt sie dabei doch durch einen Zufall um, so stirbt sie, ohneden Frieden der Ratur" zu stören. Gerät sie aber in ein Wagengleis hinein, so bleibt sie darin, durch eine unsichtbare Gewalt festgebannt, und ver­endet."

Wunderliche Dinge erzählten sich schon die alten Lateiner von der Schlauheit Meister Rei­nekes. So sollten die Füchse in Thrazien die Tragfähigkeit einer Eisfläche sorglich prüfen, indem sie ihr Ohr auf diese legten und danach in deren Beurteilung erstaunlich sicher sein. Höchst originell ist, was unser guter Raff dem Aetianus nacherzählt:Als ein rechter Schelm und listiger Gauner gibt sich der Fuchs zu erkennen, wenn er ein Wespennest ausnehmen will. Er nähert sich demselben nicht mit der Schnauze, sondern mit dem Schwänze. Die Wespen suchen ihren Feind zu stechen, verwickeln sich aber dabei m die langen und dichten Schwanzhaare. Der Fuchs peitscht mm den Schwanz mit der ganzen Wespenladung so stark gegen einen Baumstamm, daß die daran­hängenden Wespen getötet werden. Darauf holt er eine neue Ladung, tötet diese ebenfalls und fährt so fort, bis er in aller Ruhe den Inhalt des Restes auffressen kann."

Dom Löwen weiß Plinius zu berichten, daß seine Hauptkrankheit die Langeweile sei, von der ihn aber die Affen heilten. Diese trieben nämlich allerlei Possen vor seinen Augen, und darüber ärgere sich der König der Tiere so sehr, daß er sich auf sie stürze. Rachdem er ihr Blut gekostet, fühlte er sich dann wieder wohl.

Gar nicht genug weih Aelianus die Fröm­migkeit der Mäuse zu loben, die beispielsweise von einer kleinen Insel des Pontus zur Zeit der Weinernte auswanderten, um nicht in Versuchung zu kommen, sich an den Trauben eines dem Her­kules heiligen Rebstockes durch Raschen zu ver­sündigen.

Ich könnte hier nach den lateinischen Schnst- stellern noch von der hohen geistigen Begabung der Elefanten, die sogar Gelübde tun, von Der­

bem Ausland um so mehr zu denken geben, als das deutsche Voll, wie bereits oben erwähnt, lange Jahre der größten Rot durchgemacht hat.

Die Schlagballwettspiele der höheren Knabenschulen in Hessen

Im vorigen Jahre stiftete der Hessische Philo­logenverein auf Anregung seines Vorstandes ein nach einem Künstlerentwurf hergestelltes Danner als Wanderpreis, um den alljährlich die neun- klassigen höheren Knabenschulen Hessens (Gym­nasien. Realgymnasien, Oberrealschulen und Auf­bauschulen) im Schlagballwettspiel kämpfen sollen. Für die sechsklassigen Anstalten (Realschulen und höhere Bürgerschulen) wurdevon Freunden der Leibsübungen und vom Hessischen Turnlehrer- verein" ein zweiter Wanderpreis in Form einer kunstvoll ausgeführten Plakette zur Verfügung gestellt, die unsere Schuljugend an den Schöpfer unseres Schulturnens Adolf Spieß und an sein Wirken in Hessen-Darmstadt erinnert.

Die Wettkämpfe wurden im Laufe dieses Sommers ausgetragen und erfreuten sich reger Teilnahme. Die einzelnen Anstalten des Landes waren zu Bezirken zusammengeschlossen, inner­halb derer durch Ausscheidungskämpfe der De- zirksmeister ermittelt wurde. Die Dezirksmeister kämpften dann um die Provinzmeisterschaft und die drei Provinzsieger um die Meisterschaft von Hessen.

Kurz vor den Herbstferien tonnten in Darm­stadt die Entscheidungsspiele stattfinden. Die Aufbauschule Bensheim gewann in schönem Endkampf die Meisterschaft von Hessen und damit das ..Hessenbanner". während von den Richtvollanstalten die Realschule Langen den Sieg errang und dieSpieß- Plakette" mit nach Hause nehmen durfte.

Hoffentlich finden dieHesfenspiele" auch in den kommenden Jahren dieselbe rege Teilnahme bei unserer Schuljugend und eine besondere För­derung durch alle die. denen die Verantwortung für ihre körperliche Ertüchtigung anvertraut ist.

Futzball im Mainbezirk.

Die Spiele am gestrigen Sonntag brachten eine geringe Aenderung in der Spitzengruppe, und zwar insofern, als der Sportklub Rot- Weiß durch seine Riederlage gegen die Ein­tracht Frankfurt (1:2) etwas abgefallen ist und es ihm sehr schwer fallen wird, die rückständigen Punkte einzuholen. Fuhballsportderein erledigte sein Spiel gegen die Hanauer ziem­lich glatt und gewann (3:0) mit klarem Tor- unterschied. Auch Offenbach konnte sich gegen Hanau 94 knapp aber sicher durchsetzen, trotz­dem das Spiel wieder die üblichen Auswüchse von Hanau zeigte. Die übrigen beiden Spiele der Schluhgruppe brachten eine Ueberraschung in dem 4:3-Sieg von Union Ried errad auf dem Germania-Platz, der etwas unerwartet kam, aber vollständig verdient war. Das Ergebnis des Spiels in Aschaffenburg war regulär. Die Aschaffenburger können mit dem Unentschie­den 2:2 zufrieden fein.

Der süddeutsche Futzball sah in Bayern den 1. F. C. Rümberg mit 3:1 über München 60, A. S. V. Nürnberg mit 7:2 über Schwaben-Augsburg. Bayern-München mit 5:0 über F. C. Fürth siegreich während der deutsche Meister S. Vg. Fürth gegen V. f. R. Fürth nur 2:2 spielte.

Futzball im Bezirk Rheinhessen- Saar.

Im Bezirk Rheinhessen-Saar gab es gestern eine Ueberraschung. da die Sportvereinigung Mainz 05 sich auf ihrem eigenen Platze von Alamannia Worms 1:4 abfertigen ließ. Dadurch hat Mainz seine große Chance eingebüht, denn bei einem eventuellen Sieg wäre Mainz starker Meisterschastsanwärter gewesen.

Der wesldeutsche Futzball brachte gestern wieder mehrere Ueberraschungen. Der Westdeutsche Meister V. f. R. Köln wurde von Sülz 07 2:0 geschlagen. Tum-Düsseldorf unterlag gegen Germania-Elberfeld 1:3. Duis­burger S. V. erlitt im Riederrheinberirk eine 1:2-Riederlaae durch V. f. v. D. Ruhrort. In Westfalen blieb Hammer S. Vg. mit 9:0 gegen V. f. K. Hamm siegreich. Schwarz-Weiß Essen schlug im Ruhrbezirk Essen 99 8:1. In Hesse n* Hannover siegten Sport-Kassel gegen Einbeck 7:2, Kurh essen gegen Hermannia 1:0. Sport- freunde-Siegen schlugen in Südwestfalen den S. C. Plettenberg 8:3.

folgten alten Wildebem, welche in der Wut ihre Hauer so stark aneinander reiben, daß sich die Hunde noch nach ihrem Verenden die Haare daran versengen, sowie noch von manchen anderen zoolo­gischen Wunderlichkeiten erzählen, die uns als echtes, klassisches Jägerlatein erscheinen. Das hier Berichtete genügt indessen schon, um darauf Hin­weisen zu können, was im alten Rom bei einer Unterhaltung echter Rimrode an Münchhausiaden wohl herauskommen mochte, wenn diese von ihren merkwürdigen Iagderlebnissen erzählten.

Der zweite Erdmond.

Don Emst CB a len ti n.

Als gegen Ende vorigen Jahres der be­kannte amerikanische Astronom Pickering in London weilte, machte er im Laufe eines Vor­trages, den er in der Astronomischen Gesell­schaft hielt, die sensationelle Mitteilung, daß es ihm möglich gewesen sei, einen zweiten Erd­mond zu entdecken. Dieser zweite Mond sei, so fügte Pickering hinzu, allerdings fo Hein, daß er nur mit Hilfe eines sehr scharfen Instmments und bei Zusammentreffen von einer ganzen Reihe günstiger Zufälle aufgefunden werden könne. Pickering schätzt den Durchmesser des von ihm be­obachteten Miniaturmondes, der sich ihm im Teleskop als schwaches Lichtfünkchen darbst, auf etwa 200 Meter, seine Entfernung von der Erde auf 40 000 Kilometer und seine Umlaufszeit um die Erde auf einige Stunden. Bei aller Aner­kennung der wissenschaftlichen Bedeutung Picke­rings ist seine Mitteilung in den Kreisen der Astronomen sehr skeptisch aufgenommen worden. Man vermutete vielfach, daß der amerikanische Gelehrte irgendeiner Täuschung zum Opfer ge­fallen fein könnte, da der Heine Weltkörper, infolge feiner äußerst raschen Bewegung, natür­lich nur sehr kurze Zeit zu beobachten war.

In der ZeitschriftDas Weltall", die von der Treptow-Stemwarte in Berlin herausgege­ben wird, berichtete nun ein Amateur-Astronom

Württemberg-Baden.

Das größte Ereignis der Fußballspiele in Süddeutschland von gestern bedeutet die erste Riederlage des D. f. D. Stuttgart gegen Karls­ruher Fußballverein, und zwar mit 0:1. *

Die Berliner Futzballspiele des gestrigen Sonntags brachten einen 3:0-Sieg der in Abteilung A führenden Hertha BSC. über Vorwärts, einen 5: 0-Sieg von Tennis-Dor. über Union 92. In Abt. B hat Union-Op. nach dem 2:0°Sieg über Union SCC. weiter die Füh­rung vor den Kickers, nach deren 3:2-5ieg über Aorden°Rw. Viktoria 89 spielte gegen BSV. 92 nur 3:3, Polizei S. V. gewann mit dem 3:2- Sieg über Union-Potsdam die ersten Punkte.

Handball WestdeuisZfland gegen Süddeutschland.

3n Aachen standen sich am gestrigen Sonn­tag die obigen Mannschaften gegenüber. Dem Spiel wohnten etwa 4000 Zuschauer bei. Beide Mannschaften spielten gut, Süddeutschland über­legen. Von der Westdeutschen Mannschaft war der Torwart der Beste. Ergebnis: 2:4 (2:1.)

Deutsche Meisterschaft im Mannschaftsringen.

Mainz, 25. Oft. (TU.) Die deutsche Meister­schaft im Mannschaftsringen hat am Sonntag im Entscheidungskampf der Sportklub Max- Vorstadt Nürnberg g^toewnen, der den Athletik-Sportverein 1903 Bad Kreuznach mit 8:6 Punkten besiegte.

Boxkampf Westdeutschland - Belgien.

Aachen, 24. OH. (WTB.) Am heutigen Sonntag standen sich Westdeutschlands und Bel­giens Repräsentationsmannschaften rm Box­kampf gegenüber. Die Deutschen zeigten sich tm allgemeinen überlegen, und nur der Disqualifizie­rung zweier ihrer Vertreter ist es zuzuschreiben, daß das Endergebnis 4:4 lautete. Da die Deut­schen im Schwergewicht gewannen, wurde das Gesamtergebnis nach den internationalen Be­stimmungen zugunsten Deutschlands gewertet.

Hindenburg-Rennlag.

In Hoppegarten veranstaltete gestern der UniouHub zu Ehren des Reichspräsidenten einen Hindenburg-Renntag, zu dem der Reichspräsident in Begleitung seines Sohnes erschienen war. Das Hindenburg-Rennen, das von sieben Pferden Be­itritten wurde, endete mit einer großen Ueber- raschung, da der als Favorit gestartete Lampos der Herren v. Weinberg eine unerwartete Nieder­lage erlitt. Rheinwein passierte als überlegener Sieger das Ziel.

Gerichtssaal.

Versuchter Landesverrat.

WEN. Kassel, 23. Olt. Das Ober- landesgericht Kassel verurteilte in erster und letzter Instanz nach zweitägiger Sitzung den Geschäftsreisenden Ferdinand 2 o b f k h aus Düs­seldorf toegm versuchten Landesver­rats nach § 92 Ziffer 1 des St.G.D. zu vier Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehr­verlust.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Genders.

(Aus der «Radio-Umschau-.)

Dienstag, 26. Oktober:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5,45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Johann Strauß. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 7.15 Uhr: Übertragung von Kassel: Walter Hasen- clever lieft aus eigenen Werken. 7.45 bis 8.15 Uhr: Stunde des Kulturkartells der modernen Arbeiterbe- roegungKultur und Arbeit", Vortrag von Kon­rad Broßwitz. 8.15 bis 9.15 Uhr: Gesangs-Abend Louise Debonte. 9.15 bis 10.15 Uhr: Heiterer Abend.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

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über die Beobachtung eines Weltkörpers, der am 24. Mai dieses Jahres, abends 8.32 Uhr (mitteleuropäischer Zeit) an der im Südosteir stehenden Mondscheibe, die vollkommen Har am wolkenlosen Himmel stand, vorüberzog. Der Be­obachter, der sich eines Fernrohrs von 56facher Vergrößerung bediente, sah zu der angegebenen Zeit, wie eine dunkle Kugel, die im Fern­rohr etwa sechs Zoll groß schien, an der Helt leuchtenden Mondscheibe in sehr schräger, fast senkrechter Richtung zum Horizont vorüberwan- derie. Die Zeit, die der kleine Körper dazu brauchte, um an der Mondscheibe vorüberzuwan­dern, betrug sechs Sekunden. Zwei Sekunden nach dem Austritt aus der Mondscheibe leuch­tete der Miniatur-Mond plötzlich in einem fah­len eisgrauen Licht und formte dann noch 26 Sekunden lang weiter verfolgt werden, bis er schließlich verschwand, wobei die Lichterschcinung, die zuerst kreisrund war, rasch eine sichelför­mige Gestalt annahm, die schnell zusammen» schrumpfte. Der Beobachter erfiärt, daß ein Meteor nicht in Frage kommen forme, daß es sich vielmehr tatsächlich um einen zweiten Erdmon- handeln müsse.

Da von anderer Seite keine Beobachtungen vorliegen, die diese Wahrnehmungen bestäti­gen, so muß vorerst die Frage der Existenz eines zweiten Erdmondes noch offen bleiben, bis eine günstige Gelegenheit eine einwandfreie Bestätigung ergibt. Das Vorhandensein eineß zweiten Erdtrabanten ist durchaus nicht so ohne weiteres von der Hand zu weisen. Die Tat­sache, daß zwischen Mars und Jupiter viele Hunderte von Planetoiden als winzige Splitter­welten ihre Kreise ziehen, läßt auch die Mög­lichkeit offen, daß innerhalb der Mondbahn, also in verhältnismäßig größter Erdnähe, ähnliche Weltsplitter freifen, deren Auffindung allerdings bisher, da sie besonders schwierig und nur zu­fällig sein kann, nicht gelungen ist. Aber es ist sicher, daß die astronomische Wissenschaft, in vielleicht nicht allzu ferner Zeit, auch diese Frage lösen wird.