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Oberhessen.

Landkreis Gictzcn

Großen-Linden, 24. Aug. Die Hnfüle, beim Radfahren größere Werkzeuge. wie Gabeln. Sensen usw. mit sich v-i führen, har^hier wiederum einen bedauerlichen 11 n f a 11 z^r Folge gehabt. In den gestrigen «Abendstunden fuhr der jugendliche Arbeiter Heinrich Degen von hier von Allendorf kommend, nach Hause, wobei er die bei der Arbeit benutzte Schaufel mit einem Taschentuch an der Lenkstange seftgebunden hatte. Durch die Erschütterung lockerte sich dar. Tuch, so daß ihm die Schaufel in die Speichen de-- Vorderrades kam und der Fahrer mit aller Wucht mit deut Kopf auf die Stratze siel unb bewußtlos liegen blieb. Ein vorbc.tomn cndrr Motorradfahrer fand den Verunglückte» destn nungslos mitten auf der Straße ltegend vor und benachrichtigte sofort den Arzt, welcher bei dem mittlerweile in die Wohnung verbrachen Der unglüdten erhebliche Kopfverletzungen seststellte. die jedoch glücklicherweise nicht lebens­gefährlicher Statur find.

On. Großen-Düse ck. 24. Aug Bei dem gestern veranstalteten Gause st e des Lahn- Dünsberg-Gaues konnte der hiesige Turn­vereinGut Heil" wieder eine Reihe schöner Erfolge erzielen, die beweisen, daß der Verein weniger Gewicht auf die Erreichung von Spitzen­leistungen. als auf eine gute Durchbildung mög­lichst vieler Turnenden legt. Unter anderen er­hielten im Zwölfkampf der Oberstufe W. Hahn den 2., W. Stephan den 5.. im Fünfkampf R. Duh den 7.. K R ü h l den 9., K. Hentz den 15.. A. R a r. den 16., im Zwölfkampf der Mittel- stufe K. Schmidt den 8.. in der Altersstufe D. Bonarius den 1., im Reunkampf der Unterstufe W. Schneider den 1., K. Dori den 8 . H. Rühl den 9. H. Döring den 11., im Schwimmen A Osterfeld den 4. Preis.

: feuern. 24. Aug. Unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung fand am Sonntag die Feier der 25jährigen Amtstätigkeit unserer Krankenschwester Maria Friedberg statt. Beim Festgottesdienst am Morgen predigte Pfarrer Memmerk von Obrr-Widdersheim über Psalm 126. 3. Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Der Orts­geistliche. Pfarrer Wagner, legte seiner An­sprache den 103. Psalm zugrunde. Er dankte der 3nbilarin für ihre segensreiche Tätigkeit in den verflossenen 25 Jahren und überbrachte die Gllkckwünsche des Superintendenten für Ober- hessen. Oberkirchenrats Wagner, und des De­kans Buhmann von Lollar. Pfarrer Schu l t c von Großen-Linden, der als einziger der Grün­der der Schwesternstation noch am Leben ist. ge­dachte in seiner Rede des Gründungstages im Jahre 1901. Gesangsvorträge des hiesigen Kir° chengesangvereinS verschönerten den Festgottes­dienst. Für die Gemeinde Deuern sprach Bürger­meister Lindenstruth der Jubilarin herz­lichen Dank für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit im Dienste der Genreindekrankenpflege und über­gab als äußeres Zeichen der Dankbarkeit einen Rohrsessel. Schwester Marie banZtc tiefgerührt. t Grünberg, 24. Aug. Der Gelb rost, der. begünstigt durch die schlechte Witterung, in diesem Jahre so überaus stark auf getreten ist, hat auch in der hiesigen Gemarkung verhältnismäßig großen Schaden angerichtet. Soweit sich dieser bis jetzt überblicken läßt, dürfte er auf manchen Siedern, besonders beim Weizen, 30 bis 40 Proz. betragen.

4- Lich, 23. Aug. In den letzten Wochen tritt in unserem Städtchen die Grippe in recht bös­artiger Weise auf. Bei den meisten Patienten äußert sie sich in Erkrankungen der Lunge, bei einigen auch in Darmerkrankungen. Don der Krankheit werden namentlich auch jüngere Leute in den zwanziger und dreißiger Jahren befallen.

° Aus dem Kreise Gießen. 24. Aug. Heute morgen ereignete sich auf der Landstraße zwi­schen Fellingshausen und Rodheim a. B. ein schwerer Unglücksfall. Ein Arbeiter, der auf seinem Rad nach Lollar zur Arbeit fahren wollte, stieß in einer Kurve mit einem Auto zu­sammen. Bei dem Anprall wurde er vom Rode ge­schleudert und blieb mit einer Gehirnerschüt- t e r u n g und schweren Verletzungen liegen. Er wurde in das nächstgelegene Haus noch Rod­heim gebracht, wo ein dort ansässiger Arzt die erste Hilfe leistete. Rach Anlegung eines Rotverband-.'s wurde der Schwerverletzte mit dem herbeigerufenen Auto der Gießener Sanitätskolonne in die Chirur­gische Klinik nach Gießen übergeführt.

Kreis Friedberg

Bad-Nauheim, 24. Aug. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, zur Zeit eine der stärksten und schlag­fertigsten Kolonnen des hessischen Landesverbandes, konnte am Sonntag eine größere Zahl verdienst­voller Mitglieder auszeichnen. Belg. Kling als Vertreter der Stadt überreichte nach einer längeren Ansprache, allein 14 Sanitätern für 2 5jährige Dienstzeit das vom Hessischen Landesverband vom Roten Kreuz gestiftete Ehrenzeichen am rotweißen Bande, u. a. dem bewährten Kolonnen­arzt Sanitätsrat Dr. Hahn, dem derzeitigen Ko­lonnenführer H. Stamm, dem um das Rote Kreuz in der Stadt und im Lande besonders ver­dienten Beig. Kissel, welch letzterer auch zum Ehrenmitglied der Kolonne ernannt wurde. Weiler konnte an eine größere Zahl von Mitgliedern im Auftrage des Reichskommissars der Freiwilligen Krankenpflege in Berlin die Auszeichnungsborte für 15- und 9jährige Dienstzeit durch Bei'g. St' ling ausgehändigt werden. Der kleinen Feier wohnte die

hiesige Kolonne geschlossen bei, außerdem war bie Friedberger Kolonne, die ihre Hauskapelle in dan­kenswerter Weise in den Dienst der Feierstunde stellte, gut vertreten.

:: Pohl-Göns, 24. Aug. Am Sonntag sand hier dos I a h r e s f e st des Zweigvereins Buszbach der G u st a v - A d o l f - S l i f t u n g statt, das einen sehr zahlreichen Besuch hatte. Gottesdienst und Rach- nerfammlung fanden auf dem Platze vor der Kirche statt. Im Gottesdienst predigte Pfarrer W a h I - Butzbach. In der Nachversammlung erzählte nach Begrüßungsworten des Ortsgeistlichen Pfarrer Diste lrnann aus Fürth im Odenwald vom Ent­stehen seiner Gemeinde, und Pfarrer M ö b u s - Osthcim gab den Rechenschaftsbericht, führte Ar beiten des Gustav-Adoij-Bereins vor und gab dem Daul an alle, die mitgeholfen hatten, das Fest so schön zu gestalten, beredten Ausdruck, besonders dem Gesangverein Pohl-Göns, der unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Jung-Münchholzhausen, vier Chöre vortrug, sowie dem Posaunenchor Lang- Göns unter Leitung von Karl Boller. Die hie­sige israelitische Gemeinde, die 23 Seelen zählt, hat am Ausgang des Ortes nach Kirch-Göns einen Bauplatz zum Bau einer Synagoge er­worben. Die Sauarbeiten haben bereits begonnen. An den Kosten des Synagogeirbaues nehmen die Israeliten der nahgelegenen kleinen preußischen Orte teil. In unserem kleinen, 650 Evangelische zählenden Orte, fanden in letzter Woche vier Be­erdigungen statt, darunter die der ä 11 c ft e n Frau der Gemeinde, Anna Elisabeth Rollmcr, geb. Seitz, die ein Alter von 85 Jahren erreicht hatte.

ri. Münzenberg. 24. Aug. Aach langer Sommerpause traten heute zum erstenmal wieder die evangelischen Geistlichen des Deka­nates Hungen zu einer Konferenz zusammen, die unter dem Vorsitz von Dekan Engel (Ob' bornhosen) hier im Burgwirtshaus stattsand. Eine besondere Freude für die Teilnehmer war es. daß der Superintendent von Oberhesfen, Ober- kirchenrat Wagner (Gießen). an der Konferenz teilnahm und sich mit wertvollen und anregenden Ausführungen an der Aussprache beteiligte. Da diesmal glücklicherweise die rein amtlichen Ange­legenheiten nicht sehr viel Zeit in Anspruch nahmen, konnte man sich um so eingehender den wissenschaftlichen Erörterungen widmen Stifts- Pfarrer Schor lemmer (Lich) hielt einen länge­ren eingehenden Vortrag über die verschiedenen kultischen Vewegungen in der Gegenwart. Er bot darin einen sachlichen Lleberblick über die ver­schiedenen Strömungen, die auf eine Erneuerung des Gottesdienstes gerichtet sind. Da es sich hier­bei um eine das praktische kirchliche Leben auf3 engste angehende Sache handelt, so war die Aussprache, die auf den Vortrag folgte, sehr ausgedehnt und ergiebig.

y. Wölfersheim. 24. Aug. Vorgestern ist unser Storchen paar, nachdem es mit feinen drei Zungen in den letzten Wochen Flugübun.aen veranstaltet hatte, und die Rachkommenschast fiel) dabei als reisefähig erwies, mit dieser nach dem Süden abgereist. Zum Abschied beschrieb dte sünfköpfige Storchfamilie noch einige Kreise über unserem Orte. Auch hier Hot der Schulvor­stand, der bereits aus acht Personen besteht, auf die Wahl eines sogenannten Elternbeirats verzichtet.

Wohnhach, 24. Aug. Die Zeit der Obsternte ist nun herbeigerückt. Die Früh- bimen sind reif, und die Ernte an Frühbirnen füllt sehr reichlich aus, so daß bereits viele Leut? mit dem Verkochen zu Dirnhcmg oder ..Birn- latwerge" beschäftigt sind. Auch die späteren Birnensorten zeigen einen überaus reichen Be­hang. Die Aepselernte dagegen fällt in diesem Jahr etwas geringer aus. Doch wird sie nicht so schlecht werden, wie man anfänglich ange­nommen hat. Einzelne Apfelbäume hängen sogar so voll, daß die Aeste zu brechen drohten und gestützt werden mußten. Wieder andere Bäum? haben nur ganz schwachen Behang, manche sind völlig leer. Zwetschen gibt es wenige. Auch Pflaumen. Mirabellen und Reineclauden geben geringen Ertrag. Die Frühlrauben beginnen auch bereits zu reifen. Der Ertrag an Bohnen und Gurken ist befriedigend, wenn auch die jungen Pflanzen anfänglich viel unter Schneckenfraß zu leiden hatten.

Kreis Schotten.

----- Schotten, 24. Aug. Da am Berfas» fungstag der alte Schottener Sommermartt hier statt) and, muhte des lokalen Festes wegen die Verfassungsfeier verschoben werden, die dieser Tage in der sehr stark besuchten Turnhalle stattfand. Die Festrede hielt Professor Dr. M i t- termaier, Gießen: sie war in einem außer- ordentlich versöhnlichen Ton gehalten und hinter­lieh sehr starken Eindruck bei allen Zuhörern Umrahmt war die erhebend verlaufene Feier durch Vorträge eines Orchesters, Sologesänge und Vorträge des Männerchores. Die hiesigen Schulen planen eine Schülersahrt nach Heidelberg.

Laubach, 23. Aug. Ein großer Kunst- genuß wurde am Sonntag den Musikfreunden in unserer Stadtkirche geboten. Der Konzertsänger Her­mann Zimmermann aus Frankfurt (Bariton), ein Schüler von Prof. H i l d a ch, sang aus Mendel­sohns Oratorium ,Xklias" die Arie des Paulus: Gott fei mir gnädig", sowie Hillers Gebet:Herr, den ich tief im Herzen trage". Seine klangvolle Stimme war von tiefer Wirkung auf die Zuhörer: sie zeichnete sich aus durch gediegene Technik und mustergültigen Vortrag. Aus dem hiesigen Sport­platz fand das I u g e n d f e st der hiesigen Realschule und der Stadtschule statt. Mit klingendem Spiel (Feuerwehrkapelle) zogen die Schüler aus und er­

götzten sich an der Ausführung von ichoucn Turn­übungen und munteren Spielen. Lehrer Bechtold hielt eine Ansprache an die Jugend. Außerdem hatte die Ortsgruppe Laubach der Vereinigung ehemaliger hessischer Leibgardisten eine Wohltätigkeitsfeier veranstaltet, die allgemeinen Anklang fand. Die Theateraufführung wurde geleitet von Bernhard Grasen zu Solms-Laubach: die musikalische Leitung hatte A. Böchler iiber- nemmen.

* Burkhards 24. Aug. Der hiesige Schul- vermalter Hch. Müller rannte mit feinem neuen Motorrad am Burkhardser Kreuz mit einem aus­wärtigen Motorradfahrer zusammen, daß beide zu Fall kamen. Die Fahrer tarnen mit dem Schrecken und leichteren Verletzungen davon: die beiden Vehikel wurden alsbald mit einem Fuhrwerk in die Reparaturtverkstätte nach Hirzenhain ge­bracht.

Kreis Lauterbach.

+ H o p s nt a n n s f e! d, 2.3. Aug. Am Sonntag hielt der hiesige S1 r i e g c r u c r e i n fein diesjäh­riges Preisschiehen ab. Es wurde mit umge» arbeiteten Karabinern auf 12er Scheibe auf 100 Meter geschossen. Bei reger Beteiligung wurden recht gute Resultate erzielt. Den ersten Preis erhielt Chauffeur Schicbelhuth, Rimlos mit 35 Ringen. Es waren zwei Mann mit 35 Ringen, 7 Schützen mit 31 und 9 mit 33. Es wurden nicht weniger als 50 Zwölfer geschossen. Anschließend hielt der Krie getverein nochmals ein Uebungsschiehen innerhalb des Vereins ab. Es kamen auch einige Preise zur Verteilung. Den ersten Preis mit 34 Ringen er­hielt Bürgermeister W i n t e r h o l 1 e r. Außerdem wurden noch zwei Ehrenpreise und drei Ehrenschei­ben geschossen. Die Ehrenpreise erhielten Otto H a u- se l und Karl W i n t e r h o l l e r. die Ehrenschci ben Hch. Greb VIII., Otto Häusel und Heinr. Glitsch.

Starkenburg.

* Darmstadt, 24. Aug. In Gegenwart des Staatspräsidenten und zahlreicher Spitzen von Be­hörden, sowie einer nach Tausenden zahlenden Zu­schauermenge sand vorgestern nachmittag auf dem Darmstädter Flugplatz ein P r e s s e - S p o r t f e st statt, das zu den bedeutendsten sporllichen Ereig­nissen in der Landeshauptstadt zählt. Die Veranstal. tung begann mit einem Fußballspiel zwischen Re­dakteuren verschiedener hessischer Blätter (Darmstadt und Mainz) und einer Mannschaft, die hauptsäch­lich aus akademischen Fliegern (Studenten - -bestand. Diese blieben mit 5 zu 3 Toren Sieger. Eine Fuchs­jagd auf Motorrädern war ungemein spannend: auch war sie ein glänzendes Zeugnis für die Ge­schicklichkeit ^der Motorsahrcr. Ein Jagdspringen der berittenen Schutzpolizei hatte nicht den erwünschten Erfolg, weil der Boden des Geländes hierfür nicht geeignet ist. Das war auch die Ursache eines Ab­sturzes des Wachtmeisters Edelmann, der leider durch einen Hustritt verletzt wurde. Von den weite­ren Darbietungen fanden besonderes Interesse die Vorführungen des Reitinstituts Runkel und das Flachrennen um den Preis des Staatspräsidenten. Dieses gewann Bankdirektor D e f u, der auf einem Rennpferde ritt; den zweiten Preis Redakteur S t r c e f e. Schauflügen und Fallschirmabsprungen folgte noch ein Preisfchießen, bei dein Redakteur Geißlinger Darmstadt Schützenkönig wurde. Abends fand im städtischen Saalbau die Dreisver­teilung statt, die der Staatspräsident vornahm.

Offenbach, 23. Aug. (TU.) 3m Lause des Sonntags erkrankten anscheinend nach dem Genuß von Speiseeis in der hiesigen Altstadt nicht weniger als 3 0 Personen. 18 von ihnen mußten in das Krankenhaus einge­liefert werden. 3n der vergangenen Rächt ist ein Mann an der Vergiftung gestorben. Die übri­gen Eingelieferten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Das Speiseeis wurde von der Polizei beschlagnahmt.

Das erste Iung-D.-H.-(t.-Tresfen imDater-Vender-Heim".

-S- Herchenhai n, 24. Aug. Rach dem nun das Jugendheim (von der D. H. C.-Hauptver- sammlung dem Schöpfer zu Ehren Vater-Bender- heim genannt) endlich auch im Innern fertigge- stellt worden war. halte der Obmann des Ge- samt-3uirg-D. H. C. sämtliche Iugendgruppen zur ersten Tagung im Heim aufgerufen. Der erste Sag als der Anmarschtag der meisten Jung- V. H. C.er war vom Wettergott nicht sonderlich bedacht. Petrus hatte über unseren Höhen sämt­liche Schleusen geöffnet, es goß in Strömen, dazu herrschte ein starker Sturm. Außerdem versperrie dichter Rebel die Sicht selbst auf kurze Entfer­nung. Ganz klar, daß das Dorwäriskommen ungemein erschwert war. Vollkommen durchnäßt kamen sämtliche Wanderer im Vater-Denderheim an. Trotz des fürchterlichen Wetters waren alle gemeldeten Iugendgruppen erschienen. 3m Heim selbst bot sich nun am Abend ein sehr bewegtes Bild. Die Jung-V. H. C.er waren eifrig mit dem Trocknen ihrer Kleidungsstücke beschäftigt, wo­bei sich Bilder von überwältigender Komik zeigten. Daß unter diesen Umständen das für diesen Abend vorgesehene Programm nicht abge­wickelt werden konnte, war selbstverständlich. Der Abend verging u. a. mit der Besichtigung des Heimes, das nun vollkommen aus möbliert und vor allem mit den nötigen Betten ausgestattet ist. Ganz besonders sprach der im alldeutschen Stil gehaltene große Tagesraunr an. Mit seiner dunklen warmen Holztäfelung und seinen schweren Tischen und Stühlen heimelt er besonders an. Geziert ist der Raum mit den Bildnissen des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Vaters Bender, das zur Feier des Tages

uinfränfrt war. Alles in allem gibt das Haus einen wohltuenden Gesamteindruck, würdig deS Schöpfers und seines Ramens, des Pros. Ben- d c r, Frankfurt a. M. Die Feststellung der An- weseicheiisliste ergab die Teilnahme der Orts­gruppen Darmstadt, Fvankfurt a. M., Gießen, Gelnhausen. Büdingen. Butzbach. Hirzenhain, Langenselbold unt) Sodcu-Salmünster mit zu­sammen zirla 150 3ung-D. H. E.em. Trotz der äußeren Feuchtigkeit ließen es sich die einzelnen Musilgruppen nicht nehmen, durch Lied und Spiel für Unterhaltung und Fröhlichkeit zu sorgen. Am zwellen Tag hatte der Wettergott ein Ein­sehen. sodaß das vorgesehene Pr^ramm restlos abgewickelt werden konnte. Der Morgen brachte Spiele im Freien, turnerische Hebungen. Speer­werfen und dergleichen Ganz besonders sprachen die Freiübungen des 3ung-V. H. C. Butzbach an. Sodann fand eine feierliche Wimpelweihe statt. Hand in Hand damit gingen Führerbespre- efoungeii. Bald versammelte Vater Bender seine 3unginannen im Tages raum, um durch Vor­träge besonderer Art das geistige Rüstzeug des 3ung-D. H. C.ers zu stärken und zu vertiefen. Wandern und Heimat waren bie beiden Pole, die der besonderen Betrachtung gewidmet waren, lieber Wandern und Gemeinschaft im ethischen Sinn sprach Dezirks-Iugendpfleger Möller. Frankfurt a. Main in fein durchdachtem und un- gemein gehaltvollem Vortrag. 'Die Heimat und ihre Geschichte hatte D. H. C-Bruder Adam. Langenselbold in den Mittelpunkt seiner Ab­handlung gestellt 3n fesselnder Weise sprach er über die Besiedelung unserer Heimat. Seine Ausführungen wurden dadurch besonders inter­essant. daß er die Erfahrungen bei eigenen Aus­grabungen und auch eigene Forschungsergebnisse verwerten konnte. Besonders wertvoll waren auch feine reichen Literaturnachweise. Die Rutz- anwcndungen. die Vater Dender aus diesen Vorträgen für den 3ung-V. H. C. entnahm, waren in ihrer Eindringlichkeit und her ihm eigenen Art der Wiedergabe prachtvoll. D. H. C.-Bruder Pinsel, Butzbach, sprach ihm den aufrichtigen Dank der Teilnehmer für die wohlgelungcne Ta­gung aus. Spiele im Freien, Musikstücke in und außer dem Hause wechselten in bunter Reihen­folge ab, bis für alle die Scheidestunde fchlug. Die innere Befriedigung über die wohlgelungene Tagung, durch keinen Mißton getrübt, sah man auf allen alten und jungen Gesichtern. Gestärkt an Leib und Seele zogen sie heimwärts. 3eder 3ung-D. H. C.er nahm die Gewißheit mit: daS Dater-Dender-Heim heißt dich jederzeit wieder herzlich willkommen.

Tagung des Deutschen EeLverkschaftsbundes.

Die im Deutschen Gewerkschaftsbund (D.G.D.) zusammengeschlossenen Verbände und Organisa­tionen der christlich-nationalen Arbeitnehinerschast hatten ihre Vorsitzenden, Vertrauensleute und Obleute zu einer Gründungsversammlung eines Landesverbandes nach Frankfurt a. M. in das DolkSbildungsheim eingeladen. Gauvorsteher Auerbach - Frankfurt a. M. vom D. H. D. konnte am Vormittag außerordentlich zahlreiche Vertreter des D. G. B. aus allen Tellen Hessens. Hessen-Rassaus, Waldecks und deS Rahegebietes begrüßen. Am Eingang der Tagung stand ein Vortrag des Hauptvorstandsmitgliedes F. Dal- t r u s ch-Berlin, Mitglied des R. W. R., über das Thema:Stehen wir am Ansang eines Konjunktur Umschwungs?" Der Redner behandelte das so ungemein wichtige Gebiet der deutschen Wirtschaftspolitik, berührte dabei die Arbeits­losigkeit. den Abbau und die Rationalisierung: der Betriebe, die geplanten Maßnahmen der Regierung, die Erscheinungen auf dem Kapital­markt. die Steigerung der Arbeitsleistung usw. Er wies zahlenmäßig nach, daß auf fast allen Gebieten eine kleine Besserung erngetrelen sei oder sich wenigstens anbahne. Am Schluß seiner Aussührungen gab er dec Hoffnung Ausdruck, daß sich die sich zeigenden Anfänge eines Kon­junkturumschwunges verstärken möchten zum Segen der Arbeitnehmerschaft und unseres gesamten Volkes. 3n einer kurzen Aussprache wurde eine eingebrachte Entschließung einstimmig angenom­men. Die Rachmittagsversammlung wurde eben­falls durch Gauvorsteher Auerbach vom D.H.V. geleitet. Die vorgelegten Satzungen wurden ohne Aussprache einstimmig angenommen. Bei der Wahl des Vorstandes wurden die drei Haupt- säulen des D. G. B., d. h. der Gesamtverband deutscher Angestelltengewerkschaften, der Gcsamt- verband deutscher Beamtendewerkschaften und der Gesamwerband der christlichen Llrbellergewerk- fchaften in ihrem Stärkeverhältnis berücksichtigt. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Gauvorsteher Auerbach vom D.H.V. gewählt. Hieraus be­handelte F. B a l t r u s ch die Ausgaben der Ortsverbände im D. G. D. Sein Vortrag wurde mit lebhafter Zustimmung ausgenommen und löste eine lebhafte Aussprache aus. Fraglos dürfte diese Tagung ein innigeres Zusammenarbeiten der Ortsausschüsse und Bezirksverbände zur Folge haben uni> so für die Sache der christlich-natio­nalen Arbeitnehmerbewegung für das gesamte Gebiet Hessen, Hessen-Rassau, Waldeck und Rahe- gebiet von Crsolg sein.

Sprcchstnuden der Redaktion.

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