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Für die zahlreichen Zigeunerbanden, die in England herumziehen, ist jetzt in der Nähe von London die erste Zigeunerschule gegründet wor­den, und sie hat bereits stattliche Erfolge gehabt. Der Morgen- und Nachmittagsunterricht wird von 60 bis 70 Kindern besucht, und in den Abendklassen finden sich nicht selten gegen 60 Ju­gendlich« ein. Das Merkwürdigste ist, daß die Kinder der Zigeunerschule nichthinter die Schule" gehen. Aach den Osterferien sind sie

Cid), 24. Juni. Um Felddiebstöhlen dofau- beugen, wurde für die Feldgemarkung Lich anaeordnet, daß sämtliche bepflanzte Grundstücke

Abfertigung von Expreßgut. Die der Industrie- und Handelskammer zu Berlin von amtlicher Seite mitgeteilt wird, ist im Expreßgutoer- kehr nach den neueren Torifbestimmungen jetzt bei allen Sendungen der Inhalt in der Exprehgutkarte anzugeben. Der Aufdruck der Expreßgutkarlen ist aus diesem Grunde verschiedentlich geändert worden. Die alten Exprehgutkarten können jedoch bis auf weiteres noch verwendet werden.

WSN. Luftpost nach Südfrankreich. Ab gestern fertigt das Frankfurter Postamt 2 nach Bedarf Luftpostkartenlchlüsse nach Marseille und Lyon über Basel-Genf ab. Die Sendungen gehen um 8 Uhr morgens in Frankfurt a. M. ab unb treffen bereits um 3.30 Uhr nachmittags in Lyon und um 5.45 nachmittags in Marseille ein. Wit der Luftpost nach Marseille können auch Senkungen nach Ueebrsee für solche Dampfer ab- gesandt werben, die Marseille anlaufen.

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+ 2lus dem mittleren Lumdatal, Juni. Die letzten warmen Sommertage er­munterten den Bauersmann, mit der Heu­ernte zu beginnen. Das Gras hat seinen Wuchs getan, wie der Landwirt sagt, und seit geraumen Tagen smd die Wiesengräser verblüht, ein Zeichen, daß mit dem Grasschnitt begonnen wer­den kann. 3n diesem Jahre zeigen die Wiesen durchweg hervorragendes Futter, so daß das Er­gebnis der Heuernte, was ihre Güte und Menge anlangt, in unserer ganzen Gegend über­all als gut bezeichnet werden kann. Die ersten Proben des diesjährigen Heues sind bereits unter Dach und Fach. Eine mühselige und zeit­raubende Arbeit verursacht das Mähen des Grases mit der Sense, was meistens noch von den kleinen Landwirten betrieben wird. All­mählich kommen auch diese zu der ^leberzeugung, daß sie ohne Hilfe von Maschinen nicht mehr gleichen Schritt mit den größeren landwirtschaft­lichen Betrieben halten können. Es ist deshalb zu begrüßen und als Fortschritt zu betrachten, trotz mangelnder Finanzen, daß in den verschie­densten Dörfern des mittleren Lumdatales in immer steigenderem Maße Mäh- und sonstige landwirtschaftliche Maschinen angeschafft werden.

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afl« zurückgekehrt, und viele von ihnen konnten den Schulanfang gar nicht erwarten.Die Kin­der lernen sehr langsam," erklärt der Leiter der Schule, A. S. Alillner.aber in den vier Mo­naden, die wir unterrichten, hat eS doch schon eine beträchtliche Anzahl soweit gebracht, daß sie tfjren Qlamen schreiben und Sätze mit ein­silbigen Worten lesen können. Keins von den Kindern wußte «twaS von Rechnen, als sie zu uns kommen, aber jedes konnte ganz genau di« Geldstücke zählen, wenn eine halbe Krone oder ein Pfund gewechselt werden sc^lte. Wenn sie auch keine Zahlen kannten, so kannten sie doch die Uhr. Sn den Naturwissenschaften brauchen sie nicht unterrichtet zu werden, denn sie wissen die Namen von jedem Daum, kennen die Ge­wohnheiten jedes TierS und geben an, wie sie gefangen toerben. Seit der Einrichtung der Schule haben sich die Zigeunerlager, die sich in dieser Gegend stets befinden, bedeutend ver­größert, und es ziehen sich hier immer mehr Zigeuner zusammen, die ihren Kindern den Se­gen des Schulunterrichts zuteil werden lassen wollen.

Die gehörnten Menschen bon Weflofrika.

Diegehörnten" Menschen WcstaftikaS, über die ein ausführlicher Aufsatz desBritisch Medical Journal" berichtet, haben keine Hörner von Natur, sondern diese Auswüchse sind durck eine geheimnis­volle Krankheit hervorgerufcn, deren hornartiq« Geschwülste sich vielfach am Kopf, am häufigsten an der Nase und am Unterkiefer zeigen. Zuerst wurde in den 80er Jahren die Ausrnerlsamkeil auf diese merkwürdige Erscheinung gelenkt, die an der Goldküste alsHundenase" bekannt ist, während sie an der Elfenbeinküste den Namen .Gundu" führt. Die Bezeichnung Gundu ist dann für die Krankheit allgemein angenommen worden. Major Botreau- Rousiel von der französischen Kolonialarmee, der kürzlich ein Buch über diese .Hommenfchen" ver­öffentlichte, hat seine Beobachtungen zwischen 1912 und 1917 an der Elfenbeinküste gesammelt und schildert 130 Fälle, von denen er 113 operierte. Er behauptet, daß diese Kranlheitserscheinungen nur ein Sympton einer ausgedehnteren Erkrankung sind, die verschiedene Knochen und bisweilen sogar einen großen Teil des Skeletts angreift. Diese Auswüchse sind keine Geschwülste in pathologischen Sinne des Wortes, sondern entstehen durch entzündliche Pro- zeffe. Das Leiden ist viel weiterverbreitet, als man ursprünglich glaubte: es hat sich im westaftikanischen Küstengebiet gefunden, in Sansibar, Britisch - Ost- asrika, den Malaienstaaten, in Oft- und Westindien, in Südchina, Honduras, Mexiko und Brasilien. In einem Fall wurde die Gundu-Krankheit bei einem Europäer festgestellt, der 12 Jahre an der West- lüste Afrikas lebte, und in einem Jnkagrabe ist der Schädel eines Kindes gefunden worden, der die thpischen Anzeichen der Horn-Krankheit zeigt. Auch bei einem afrikanischen Schimpansen hat man irn Londoner Zoo Gundu festgestellt. Die Auswüchse an der Nase und am Unterliefet haben ganz die Form von Hörnern: man findet sie aber auch an fast allen anderen Skelettknochen. Die Krankheit tritt gewöhnlich schon in der ftühen Kindheit auf, wird aber ost erst bei Erwachsenen bemerkt und ist etwas häufiger bei Männern als bei Frauen.

Grotzfeuer in einem Kohlenlager

WSN. Mainz, 24. Juni. In Mainz K a st e 1 brennt, anscheinend infolge Brand st i f 1 u n g, feit gestern nacht bai große Koh lenlager der Firma Schäfer & Buh von ins­gesamt 8000 Zentner Kohlen. Es ist bis­her trotz mehrstündiger Löschversuche zahlreicher Feuerwehren noch nicht gelungen, deS DrandeS Herr zu werden.

Di« Königin von Schweden passive heut« früh, von der Riviera über Frankfurt a. M. kommend, mit dem D-3ug noch Hamburg um 8.24 Uhr unseren Bahnhof.

Q Die Verschönerung des Stadt­bildes am Bahnhof. Die von der Stadt­verwaltung vor dem Hotel Kühne geschaffenen neuen Anlagen erhalten gegenwärtig eine Um- läunung aus Wellgitter. Am Rande der großen Vrasflächen, die schon zweimal abgemäht wurden, wird eine Pflanzung tzon Sommerblumen ange­legt, die im Herbst einet Rosenpflanzung Platz machen soll. Wenn nun auf bet anderen Seite der oberen Bahnhofstraße der beabsichtigte Ko- lonabenbau möglichst bald fertiggcftcllt würde, hätten wir vom Bahnhof aus einen Stadteingang, ter sich sehen lassen könnte. Hoffentlich wird dieses Ziel recht bald erreicht.

** Personalie. Auf Grund der Bestimmun­gen des Gesetzes über die Altersgrenze der Staats­beamten tritt der Direkwr der Kunst- und histo­rischen Sammlungen des Landesmuseums, Prof. Dr. Friedrich Back, in Darmstadt, am 1. August in den Ruhestand.

* Vorsicht beim Pilzesammeln. In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche Erkrankungen und Todesfälle durch den Genuß giftiger Pilze verursacht. Dabei handelt es sich In den meisten Fällen um selbstgesuchte Pilze. Jedem Pilzsammler kann nicht dringend genug empfohlen werden, nur solche Pilzarten zu verwenden, die ihm zweifellos als eßbar bekannt sind.

** Ein« Sonnenwendfeier auf Burg Münzenberg findet am Sonntagabend statt, lieber die Darbietungen und die Hin- und Rück- fabrtgelebenheit ist näheres aus der heutigen An­zeige ersichtlich.

WSÄ. Zur Förderung der Lehr­lingsausbildung im Baugewerbe. Der Neichspostminister übersandte dem Reichs- handwetk- und Gewetbekammettag ein Rund- fchreiben an die Obetpvstditektionen mit nach­stehendem Erlaß:Zur Sicherstellung des Nach­wuchses an Facharbeitern im Baugewerbe, an denen vielfach Mangel herrscht, wird ersucht, bei Vergebung von Bauaufträgen solche Gewerbetrei­benden vorzugsweise zu berücksichtigen, die sich erfahrungsgemäß durch Heranbildung von Lehr­lingen zu tüchtigen Facharbeitern verdient machen. Unter sonst annähernd gleichwertigen Angeboten können die Angebote solcher Auftrag­nehmer bevorzugt werden, wenn sie eine ihrem Betriebe angemessene Zahl von Lehrlingen be­schäftigen. GS ist jedoch zu vermeiden, daß einer mißbräuchlichen Verwendung von Lehrlingen, die mit dem Betriebs umfange nicht im Einklang steht, Vorschub geleistet wird.

Gegen d i e Vordatierung von Schecks. Da die mißbräuchliche Ausstellung und Begebung vordatterter Schecks in letzter Zeit wieder größeren Umfang angenommen hat, gaben die Spitzenverbände der Wirtschaft bekannt, daß die Ausstellung und Begebung solcher Schecks für Handwerk, Handel und Industrie mit nicht minder großen Nachteilen verbunden ist wie für das Bankgewerbe, und daß es mit den Pflichten eines Kaufmanns unvereinbar ist, Schecks vor dem als Ausstellungstag bezeichneten Tage in den Verkehr zu setzen, ganz abgesehen von den strafrechtlichen Folgen, die ein solches Verhalten unter ilmftänben nach sich ziehen kann. Die Spitzenverbände der Wirtschaft halten es für ihre Aufgabe, auf die Schädigungen und Ge­fahren dieser Unfitte hinzuweisen, sowie darauf, daß sie nicht in der Lage fein würden, Firmen, die vordatierte Schecks ausstellen, gegen ein etwaiges Vorgehen der Banken zu schützen.

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(offene und eingefriedigte) vom 1. Juli bis 1. No­vember während der Nachtzeit gesperrt sind. Das Betreten ist allen Personen, auch den Eigentümern, bei Strafe verboten. Ausgenommen sind Flächen, die als Hausgärten dienen. Feldfreoler, die man des Diebstahles überführt, sollen durch öffent­lichen Anschlag zur Kenntnis der Bevölkerung ge­bracht werden.

Utbb«, 24. Juni. Heute fand hier die HeugraSversteigerung auf dem der Ge­meinde gehörigen Wiesengelände an der Horloff statt. Infolge des Mangels an Wiesen in der Wetterau nahmen auch in diesem Jahr zahlreiche ckuswärtige Landwirte an der Versteigerung teil. Wie zu erwarten war, erreichten die Gebote eine beträchtliche Höhe. Don den 68 Wiesen­morgen, die die Gemeinde versteigerte, erzielten nur einige weniger gute Stücke Preise zwischen 20 und 30 Mark, mittlere Güte wurde mit 40 bis 50 Mark, gute Lage mit 70 bis 80 Mark je Morgen bezahlt, ein Morgen sogar mit 110 Mark. Bei diesen Preisen wäre den Steigerern zu gönnen, daß günstige Witterung es ihnen er­möglicht, das Heu gut einzubringen.

± Aus dem Seental, 24.Juni. Mit dem Eintritt trockener Witerung hat man in unserer Gegend allgemein mit der Heuernte begonnen. Die Niederschläge der vergangenen Wochen bewirk­ten auf den höher gelegenen Wiesen einen reich, lichen Grasbestand, während die nassen Diesen in den Niederungen begreiflicherweise nicht ganz be­friedigen. Im allgemeinen gibt es aber viel u n b gutes Heu, wenn auch wegen der mangelnden Gluthitze da» Trocknen sich nicht so rasch vollzieht. Die Aussichten der diesjährigen Obsternte Kirschen sowohl wie Aepfel und Birnen sind hier gering. Man klagt allgemein über schiech- ten Behang der Bäume.

Kreis Friedberg.

y. Wölfersheim, 24. Juni. Bei der gestrigen zweiten Heugrasversteigerung von einigen 20 Morgen Gemeindewiesen wurden für den Morgen durchschnittlich 30 bis 45 Mark geboten. Das Negenwerter der letzten Wochen hat hemmend auf den GraswuchS gewirkt, so daß der Morgen etwa nur 10 bis 15 Zentner Heu ergeben dürfte und sonach der Zentner Heu auf der Wiese schon 3 Mark zu stehen kommt. Die KreiSstrahenverwaltuna hat nachträglich sich bereit finden lassen, die Kirschenernte an den Kreisstrahen, wie bisher üblich, in einzel­nen Nummern abzugcben. Das Pfund Kir­schen kommt am Daum auf 5 bis 10 Pf. zu stehen, wenn die Starenschwärme nicht den Löwenanteil für sich beanspruchen.

Kreis Büdingen.

ld. Aus dem Niddatal, 24. Juni. Mit beginnender Heuernte taucht auch wieder die Unfitte auf, mit dem Fahrrad, einhändig fahrend, die Sense aus der Schulter, zum Mähen hinauszueilen. Außer dem Radfahrer sind besonders die zahlreichen Heu­macher und Fuhrwerke, an denen diese Radler vorbeirasen, stark gefährdet. Es wäre zu wün­schen, daß eine Polizeiverordnung im Interesse der öffentlichen Sicherheit hierin bald Wandel schaffte. Nachdem die Früchte der Obstbäume etwas größer geworden sind und mehr in die Augen fallen, läßt sich feststellen, daß nur die Birnbäume, besonders fpätblühcnde Sorten, eine gertn g e Ernte liefern und die ü b r i - genOb ft Torten in diesem Jahre versagen. Die Befürchtungen, daß unsere Gegend einen gänzlichen Ausfall der Obsternte erleben müßte, werden dadurch etwas zerstreut. Wenn auch der Tafelapfel im kommenden Winter arg vermißt werden wird Geld zum Einkauf größerer Mengen Winterobstes ist in diesen Zeitläuften nicht vorhanden so werden doch durch eine, wenn auch geringe Dirnenernte die Honigvorräte einigermaßen ergänzt werden können. Das Aus­bleiben größerer Einnahmen aus der Obstbaum­zucht wird sich im kommenden Herbste In der Kasse manches Bauern sehr unliebsam bemerkbar machen.

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